Henkel schreibt Rekordgewinn

Henkel schreibt Rekordgewinn Düsseldorf (dapd). Der Konsumgüterkonzern Henkel hat im vergangenen Jahr so viel verdient wie noch nie – und will weiter wachsen. Insgesamt erlöste der Düsseldorfer Konzern mit Marken wie Persil, Schwarzkopf und Pattex im vergangenen Jahr 16,5 Milliarden Euro und damit 5,8 Prozent mehr als 2011, wie Henkel am Mittwoch mitteilte. Unter dem Strich verdiente das Unternehmen 1,5 Milliarden Euro – mehr als je zuvor in der Firmengeschichte. „2012 war für Henkel das bislang erfolgreichste Geschäftsjahr“, sagte Vorstandschef Kasper Rorsted. „Alle Unternehmensbereiche sind profitabel gewachsen und haben die Marktanteile in ihren relevanten Märkten ausgebaut.“ Für das laufende Geschäftsjahr erwartet Henkel nun ein Wachstum beim Umsatz ohne Zukäufe von drei bis fünf Prozent. „Henkel ist gut aufgestellt, aber wir werden unsere Prozesse stetig weiter vereinfachen und verbessern, um schneller und flexibler als unser Wettbewerb auf ein verändertes Umfeld reagieren zu können“, kündigte Rorsted an. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)

Weniger Schwangerschaftsabbrüche in Deutschland

Weniger Schwangerschaftsabbrüche in Deutschland Wiesbaden (dapd). Die Zahl der Schwangerschaftsabbrüche in Deutschland ist rückläufig: 2012 ging sie im Vergleich zum Vorjahr um 1,9 Prozent zurück, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch in Wiesbaden mitteilte. Demnach wurden im vergangenen Jahr rund 106.800 Abtreibungen gemeldet. Auch bei Jugendlichen gab es weniger Schwangerschaftsabbrüche. Die Zahl verringerte sich im Vergleich zum Jahr 2011 um 190 auf rund 3.800. Der Anteil der unter 18-Jährigen an den Abtreibungen insgesamt betrug damit 2012 vier Prozent. Nach Angaben der Statistiker waren knapp drei Viertel (74 Prozent) der Frauen, die im vergangenen Jahr abgetrieben haben, zwischen 18 und 34 Jahren alt, 15 Prozent zwischen 35 und 39 Jahren. Rund acht Prozent der Frauen waren 40 Jahre und älter. Die überwiegende Zahl der Abtreibungen (97 Prozent) erfolgte auf Wunsch der schwangeren Frau nach der vorgeschriebenen Beratung. Medizinische und kriminologische Indikationen waren laut Bundesamt in drei Prozent der Fälle die Begründung für den Abbruch. Bei den meisten Schwangerschaftsabbrüche (69 Prozent) wurde die Absaugmethode angewandt, bei 16 Prozent kam die Abtreibungspille zum Einsatz. Die Eingriffe erfolgten überwiegend ambulant – rund 80 Prozent in gynäkologischen Praxen und 17 Prozent ambulant im Krankenhaus. dapd (Politik/Politik)

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ISAF übergibt im Frühjahr die Sicherheitsverantwortung in Afghanistan

ISAF übergibt im Frühjahr die Sicherheitsverantwortung in Afghanistan Kabul (dapd). Die NATO liegt beim Afghanistan-Abzug mehrere Monate vor dem selbstgesteckten Zeitplan. Bereits im Frühjahr werde es möglich sein, die Sicherheitsverantwortung vollständig an die Afghanen zu übergeben, sagte ISAF-Sprecher Günter Katz am Mittwoch in Kabul am Rande des Besuchs von Verteidigungsminister Thomas de Maizière. Ursprünglich wollte die Internationale Schutztruppe für Afghanistan (ISAF) die Sicherheitsverantwortung erst im Sommer übergeben. Katz sagte, der Aufbau und die Ausbildung der afghanischen Sicherheitskräfte hätten die bisherigen Erwartungen übertroffen. „Die ISAF geht immer mehr in eine Beraterrolle zurück“, betonte der deutsche General. Lediglich in der Logistik gebe es noch Nachholbedarf. Auch die Aufstellung der Luftwaffe werde noch mindestens bis 2017 dauern. Dennoch seien die afghanischen Polizei und Armee schon heute in der Lage, über 80 Prozent der Operationen allein zu planen und zu leiten. Vor diesem Hintergrund widersprach Katz ausdrücklich Befürchtungen, dass nach dem Abzug der ISAF-Kampftruppen Ende 2014 das Land in ein Chaos zurückfallen könnte. „Ich sehe nicht, dass die Taliban uns aussitzen können“, betonte der General. dapd (Politik/Politik)

Alpirsbacher Klosterbräu setzt auf Biere mit Ecken und Kanten

Alpirsbacher Klosterbräu setzt auf Biere mit Ecken und Kanten Alpirsbach (dapd). Die Privatbrauerei Alpirsbacher Klosterbräu widersetzt sich dem schrumpfenden Biermarkt mit regionaler Identität – und hat damit Erfolg. „Profil kriegst du nur durch Ecken und Kanten“, sagte Geschäftsführer Carl Glauner der Nachrichtenagentur dapd. Großbrauereien wie Anheuser-Busch InBev mit Marken wie Beck’s oder die Radeberger Gruppe dominierten den Biermarkt. Sie böten „Einheitsbiere, die technisch hervorragend sind, aber auf ein Massenpublikum ausgerichtet“, sagte Glauner. „Wenn ich austauschbare Produkte zum gleichen Preis habe, wendet sich der Verbraucher ab und sucht nach Alternativen“, gab sich der Brauerei-Chef überzeugt. Von diesem Trend habe Alpirsbacher aus dem Schwarzwald profitiert. Zugleich setzten die deutschen Brauereien und Bierlager im vergangenen Jahr laut Statistischem Bundesamt 1,8 Prozent weniger Bier ab als noch 2011. Deutsche trinken seit Jahren immer weniger Bier Der Bierverbrauch hierzulande ist seit Jahren rückläufig. Betrug er 2003 noch 117,8 Liter pro Kopf, lag er 2012 Schätzungen zufolge nur noch bei 105 Litern. Alpirsbacher legte dagegen beim Ausstoß leicht um 0,6 Prozent zu, zusammen mit der Marke Sinalco, die die kleine Brauerei ebenfalls vertreibt, sei er um ein Prozent in die Höhe gegangen. Der Bierumsatz legte sogar um 2,5 Prozent zu. „Uns ist der Wert wichtiger als die Menge“, betonte Glauner. Unter dem Strich stehe ein Umsatz von rund 20 Millionen Euro. Glauner glaubt daran, dass seine Brauerei von jedem neuen Lebensmittelskandal profitiert. „Wir können sofort sagen, woher wir unsere Rohstoffe nehmen“, versichert er. Bereits im Januar hatte der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Brauer-Bundes, Peter Hahn, auf der Grünen Woche in Berlin die Sehnsucht der Verbraucher nach heimischen Produkten: „Seit jeher ist die Regionalität ein Charakteristikum für deutsches Bier. Nicht umsonst bilden derzeit 1.341 Braustätten in Deutschland eine weltweit einzigartige Bierlandschaft ab“, sagte er. „Wir dürfen nicht nach links und rechts schauen“ Für die regionale Identität lässt Alpirsbacher die Kunden tiefer in die Tasche greifen als für andere Marken: Die Biere des Familienunternehmens gehören zu den teureren Produkten im Bierregal. „Der Konsument muss lernen, dass Qualität auch ihren Preis hat“, sagte Glauner und würde bei steigenden Rohstoffpreisen auch leichte Preissteigerungen mitmachen. „Wir müssen unsere eigene Sache machen und dürfen da auch nicht nach links oder rechts schauen.“ Dafür schaut er aber über die Grenzen Baden-Württembergs hinaus: Im Heimatland macht Alpirsbacher immer noch 80 Prozent des Umsatzes. Es gebe aber auch zunehmend Anfragen auch aus anderen Bundesländern, sagte Glauner. Er wolle ihnen nachkommen, soweit die Kraft des 185-Mann-Betriebs das zulasse. Allerdings stehe das Unternehmen damit auch in einem Spannungsfeld: Immerhin will Alpirsbacher nicht den regionalen Bezug verlieren. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)

Neues Betreuungsgesetz in Arbeit

Neues Betreuungsgesetz in Arbeit Berlin (dapd). Die Bundesregierung will mit einem neuen Betreuungsgesetz den Anstieg bei der Zahl der Entmündigungen bremsen. Bei der gerichtlich angeordneten Betreuung kranker und behinderter Menschen setze das Bundesjustizministerium künftig stärker auf alternative soziale Hilfsangebote, meldet die „Süddeutsche Zeitung“. Das sei das Ziel eines Gesetzentwurfs zur Reform des Betreuungsrechts, über den das Bundeskabinett an diesem Mittwoch entscheiden will. Der Entwurf aus dem Hause der Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, der der „Süddeutschen Zeitung“ vorliegt, will die Rolle der Betreuungsbehörden aufwerten, die bei den Landratsämtern oder kreisfreien Städten angesiedelt sind. Ihnen kommt aus Sicht des Ministeriums eine Schlüsselrolle zu, wenn es um die Anordnung einer Betreuung geht – weil sie die soziale Infrastruktur am Ort überblicken. Dem Entwurf zufolge sollen die Behörden künftig zwingend im betreuungsgerichtlichen Verfahren angehört werden. Für deren Bericht will man „qualifizierte Kriterien“ vorgeben. Zudem sollen die Aufgaben der Behörden gesetzlich konkretisiert und deren Wahrnehmung durch „Fachkräfte“ vorgeschrieben werden. Betreuer kümmern sich um rechtliche Alltagsfragen – von Geld- und Wohnungsangelegenheiten über die Vertretung gegenüber Behörden bis zu Fragen der Gesundheit. In Deutschland werden nach Angaben des Blattes derzeit 1,3 Millionen Menschen in rechtlichen Dingen betreut, dreimal so viel wie bei der Einführung des Betreuungsgesetzes im Jahr 1992. Dabei handele es sich vorwiegend um psychisch Kranke und geistig Behinderte sowie um eine steigende Zahl von Demenzpatienten. Als Betreuer werden in annähernd zwei Drittel der Fälle Familienangehörige bestellt. dapd (Politik/Politik)

Bundesregierung hält offenbar an der Stammzellforschung fest

Bundesregierung hält offenbar an der Stammzellforschung fest Berlin/Passau (dapd). Die Bundesregierung will an der umstrittenen Forschung mit embryonalen Stammzellen festhalten. Das geht der „Passauer Neuen Presse“ zufolge aus dem „Fünften Erfahrungsbericht der Bundesregierung zur Durchführung des Stammzellgesetzes“ hervor. Der Bericht soll am (heutigen) Mittwoch vom Bundeskabinett beraten werden und lag dem Blatt vorab vor. Auch angesichts der neu verfügbaren reprogrammierten adulten Körperzellen in der Forschung werde „die Verwendung von humanen embryonalen Stammzellen erforderlich bleiben“, heißt es in der Kabinettsvorlage von Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) und Bundesforschungsministerin Johanna Wanka (CDU). Für Untersuchungen zu entwicklungsbiologischen Fragestellungen bleibe die Forschung mit embryonalen Stammzellen „weiterhin unabdingbar“. Der Bericht weist nach Angaben der Zeitung für den Zeitraum bis Ende 2011 insgesamt 69 genehmigte Anträge auf Einfuhr und Verwendung embryonaler Stammzellen aus. Für die Stammzellen gelten in Deutschland strenge Voraussetzungen. Sie dürfen lediglich für hochrangige Forschungsziele verwendet werden und auch nur, wenn sie vor dem 1. Mai 2007 im Ausland gewonnen wurden. Über Genehmigungen entscheidet das Berliner Robert-Koch-Institut. dapd (Politik/Politik)

Altmaier führt Saar-CDU in Bundestagswahlkampf

Altmaier führt Saar-CDU in Bundestagswahlkampf Neunkirchen (dapd-rps). Bundesumweltminister Peter Altmaier führt die Saar-CDU in den Bundestagswahlkampf. Altmaier wurde mit einer Zustimmung von 99,4 Prozent auf einer Landesvertreterversammlung am Dienstagabend in Neunkirchen auf Platz eins der Landesliste gewählt. Von 330 Delegierten votierten lediglich zwei gegen ihn, es gab eine Enthaltung. Altmaier ist auch Direktkandidat im Wahlkreis Saarlouis. Zum offiziellen Wahlkampfauftakt der Saar-CDU warb Ministerpräsidentin und CDU-Landeschefin Annegret Kramp-Karrenbauer für eine Wiederwahl von Bundeskanzlerin Angela Merkel und warf SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück Unglaubwürdigkeit vor. Es sei nicht egal, wer Deutschland in einer Zeit regiere, in der die Krise in Europa „alles andere als überwunden“ sei, betonte Kramp-Karrenbauer. Dabei gehe es nicht nur darum, „dass wir irgendwie aus der Krise kommen, sondern stärker herauskommen, als wir hineingegangen sind“. Dafür habe die Bundeskanzlerin und CDU-Chefin immer gestanden. Allerdings werde die CDU „am Ende des Tages nicht aus Dankbarkeit gewählt“, sondern weil sie Programme und Konzepte für künftige Aufgaben habe, betonte Kramp-Karrenbauer. SPD-Kanzlerkandidat Steinbrück warf sie dagegen vor, ihm sei die „eigene Tasche wichtiger als andere Themen“. Menschen wollten allerdings einen Kandidaten wählen, „damit sie mehr in der Tasche haben, und nicht, damit er mehr in der Tasche hat“. Auf die weiteren Plätze der Landesliste wählten die Delegierten die bisherigen Bundestagsabgeordneten Nadine Schön (St. Wendel), Anette Hübinger (Saarbrücken) und Alexander Funk (Homburg). Sie wollen jeweils auch als Direktkandidaten ihre Wahlkreise, die sie 2009 gewonnen hatten, für die CDU verteidigen. dapd (Politik/Politik)

Berater kassierten Millionensummen bei Bankenrettung

Berater kassierten Millionensummen bei Bankenrettung Berlin (dapd). Die Finanzinstitute und ihre Berater haben an der Rettung des deutschen Bankensystems Millionensummen verdient. Im Zeitraum Oktober 2008 bis Dezember 2012 seien fast 100 Millionen Euro an Beratungshonoraren von der Bundesanstalt für Finanzmarktstabilisierung an Häuser wie die Deutsche Bank, Rothschild und Goldman Sachs geflossen, berichtet das „Handelsblatt“ in seiner Mittwochausgabe. Das gehe aus einer streng vertraulichen Liste aus dem Bundesfinanzministerium hervor, die der Zeitung vorliegt. Ebenfalls auf der Empfängerliste standen der Liste zufolge Wirtschaftsprüfer und Unternehmensberater wie KPMG oder Roland Berger sowie Top-Anwaltskanzleien mit Namen Freshfields Bruckhaus Deringer, Hengeler Mueller und White & Case. Damit profitierten teilweise dieselben Akteure, die zur Krise des Bankensystems beitrugen, anschließend von deren Bewältigung. Die Bundesanstalt für Finanzmarktstabilisierung führt die Geschäfte des Bankenrettungsfonds Soffin, der vor vier Jahren gegründet wurde. Banken, die durch die Finanzmarktkrise in Not gerieten, sollten mit Hilfe dieses Fonds aufgefangen werden. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)

Merkel eröffnet erstmals Tourismusmesse ITB in Berlin

Merkel eröffnet erstmals Tourismusmesse ITB in Berlin Berlin (dapd). Erstmals hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) die Internationale Tourismusbörse (ITB) in Berlin eröffnet. Die Kanzlerin würdigte am Dienstagabend die Branchenschau der internationalen Reiseindustrie als „Tor zur Welt“ und erinnerte an die Anfänge der Messe im Jahr 1966 mit nur neun Ausstellern aus vier Ländern und Deutschland. Heute präsentieren sich auf der „Leitmesse der Touristikbranche“ mehr als 10.000 Aussteller aus 188 Ländern, sagte Merkel. In Anspielung auf den Jules-Verne-Roman „In 80 Tagen um die Welt“ fügte die Kanzlerin hinzu, Besucher der ITB könnten die Reise heute in 80 Minuten schaffen. Merkel wünschte allen Teilnehmerländern, dass sie auf der ITB gute Verträge abschließen und in der Folge viele Touristen anlocken können. Denn der Tourismus sei ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Diesjähriges Partnerland der ITB ist Indonesien. Präsident Susilo Bambang Yudhoyono, der gemeinsam mit Merkel zur Eröffnung der Reisemesse gekommen war, warb um Touristen insbesondere aus Deutschland und Europa. Im vergangenen Jahr seien acht Millionen internationale Besucher nach Indonesien gekommen. Diese Zahl solle auf zehn Millionen gesteigert werden. Dabei solle auch die Präsenz seines Landes auf der ITB helfen. Auch Deutschland sei ein gastfreundliches Land, und alle Regionen in Deutschland freuten sich über Besucher, sagte Merkel. Berlin habe dabei noch Probleme mit der An- und Abreise, machte die Kanzlerin einen Seitenhieb auf die bereits mehrfach verschobene Eröffnung des Hauptstadtflughafens in Schönefeld. Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) hatte zuvor gesagt, er hätte es gern gesehen, wenn die Besucher der ITB schon auf dem neuen Flughafen gelandet wären. Es werde aber „hart daran gearbeitet“, dass dies bald möglich werde. Wowereit erinnerte daran, dass es „gemeinsame Aufgabe“ sei, das Projekt zu Ende zu bringen. Deutsche Tourismuswirtschaft verhalten optimistisch Die deutsche Tourismuswirtschaft ist nach einem sehr erfolgreichen Jahr 2012 mit erstmals mehr als 400 Millionen Übernachtungen in der Bundesrepublik für das laufende Jahr verhalten optimistisch. Die Branche mit rund 2,9 Millionen Beschäftigten hoffe auf ein Wachstum „zwischen einem und zwei Prozent“, hatte der Präsident des Bundesverbands der Deutschen Tourismuswirtschaft, Michael Frenzel, auf der Eröffnungspressekonferenz gesagt. Sollte sich die konjunkturelle Schwäche zunehmend auf den Arbeitsmarkt und die Binnennachfrage auswirken, würde dies auch die Reisewirtschaft beeinflussen, schränkte der ehemalige TUI-Vorstandsvorsitzende ein. Um die positive Entwicklung in diesem Jahr fortsetzen zu können, mahnte Frenzel von der Politik verlässliche Rahmenbedingungen an. Als Belastungen, die der Branche die Substanz entzögen und den Wettbewerb verzerrten, nannte er die von Kommunen eingeführte Bettensteuer, die Luftverkehrssteuer und den europäischen Luftverkehrs-Emissionshandel. Auf der ITB präsentieren sich in diesem Jahr rund 600 Aussteller weniger als 2012. Messe-Chef Christian Göke hatte jedoch darauf verwiesen, dass die 26 Messehallen komplett belegt seien und viele Aussteller „in die Höhe“ gingen. Es habe noch nie so viele doppelstöckige Messestände gegeben wie in diesem Jahr. Die Reisemesse ist von Mittwoch bis Freitag dem Fachpublikum vorbehalten, am Wochenende öffnet sie auch für Privatbesucher. Erstmals können Gäste dann Reisen direkt bei Ausstellern buchen. Der Deutsche ReiseVerband hatte das Angebot kritisiert, da er Konkurrenz für Reisebüros in der Region befürchtet. Messe und DRV verständigten sich darauf, nach der ITB nochmals über das Thema zu beraten. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)

FDP geht wegen der Homo-Ehe auf die Barrikaden

FDP geht wegen der Homo-Ehe auf die Barrikaden Berlin (dapd). Die FDP will das Nein von CDU und CSU zur rechtlichen Gleichstellung von homosexuellen Partnern nicht akzeptieren. „Ich fordere die Union auf, endlich die gesellschaftlichen Realitäten anzuerkennen“, sagte FDP-Generalsekretär Patrick Döring der „Welt“. Auch Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) rief am Dienstag die CDU auf, sich der Wirklichkeit zu stellen. „Es gibt immer mehr eingetragene Lebenspartnerschaften. Über 70 Prozent der Bürgerinnen und Bürger halten das für ganz normal“, sagte Leutheusser-Schnarrenberger in NDR Info. Niemand dürfe davor die Augen verschließen. Am Montag hatte die CDU-Spitze den Parteitagsbeschluss vom Dezember bekräftigt, wonach eingetragene Lebenspartner nicht wie Eheleute in den Genuss des Ehegattensplittings kommen sollen. Lediglich das Urteil des Bundesverfassungsgerichts zum Adoptionsrecht soll umgesetzt werden. Döring sagte an die Adresse von Bundeskanzlerin Angela Merkel gerichtet: „Diese Debatte kann die CDU-Vorsitzende nicht per Dekret beenden.“ Insbesondere die Ausweitung des Ehegattensplittings sei überfällig. Der FDP-Generalsekretär sagte, er hoffe auf eine Umsetzung des Projekts noch vor der Bundestagswahl. Auch Südwest-CDU will weiter diskutieren Im Gegensatz zur Parteispitze will auch die Südwest-CDU die Diskussion über die steuerliche Gleichstellung homosexueller Partnerschaften nicht beenden. „Wir sollten die Debatte an der Basis und in der Partei weiter führen“, sagte Thomas Strobl, stellvertretender CDU-Bundesvorsitzender und Chef der CDU in Baden-Württemberg, der „Rhein-Neckar-Zeitung“. „Konservative finden es schließlich gut, wenn sich Menschen dauerhaft binden und gegenseitig Verantwortung füreinander übernehmen.“ Der CDU-Vizevorsitzende Armin Laschet will homosexuelle Partner bei der Steuer nicht mit Ehepaaren gleichstellen. Laschet sagte den „Ruhr-Nachrichten“, die staatliche Förderung müsse konsequent auf Kinder und Familien ausgerichtet werden. „Wer alles fördert, fördert am Ende gar nichts mehr“, meinte Laschet. CSU-Chef Horst Seehofer versicherte, dass seine Partei gleichgeschlechtliche Lebenspartnerschaften respektiere und achte. Seehofer lobte nach einer Sitzung der bayerischen CSU-Fraktion in München: „In diesen Lebenspartnerschaften wird Verantwortung wahrgenommen und auch füreinander eingestanden.“ Er bekräftigte zugleich, dass für die CSU „immer eine besondere Unterstützung und Förderung der Familie im Mittelpunkt stehen wird“. Hamburg will noch einen Schritt weiter gehen Hamburg will sich im Bundesrat für eine Öffnung der Ehe für homosexuelle Paare einsetzen. Der SPD-Senat der Hansestadt beschloss, gemeinsam mit Rheinland-Pfalz dazu einen Gesetzesentwurf in die Länderkammer einzubringen. Der Bundesrat will sich damit am 22. März befassen. dapd (Politik/Politik)