Advent verstärkt Zugriff auf Douglas

Advent verstärkt Zugriff auf Douglas Frankfurt/Main (dapd). Der US-Finanzinvestor Advent verstärkt seinen Zugriff auf die Parfümerie- und Schmuckhandelskette Douglas weiter. Zusammen mit der Gründerfamilie Kreke hat sich der Investor inzwischen mehr als 95 Prozent der Anteile der Hagener Handelskette gesichert. Damit habe das Unternehmen die erforderliche Beteiligungshöhe zum Herausdrängen der übrigen Aktionäre erreicht, betonte der Finanzinvestor am Donnerstag. Advent hat damit künftig nicht nur bei Deutschlands größter Parfümeriekette das Sagen, sondern auch bei den anderen Douglas-Sparten: der Buchhandelskette Thalia, dem Schmuckhändler Christ, der Süßwarenkette Hussel und den Modehäusern von AppelrathCüpper. Die neuen Eigentümer wollen vor allem das Wachstum der Douglas-Parfümerien und der Christ-Juweliergeschäfte im In- und Ausland vorantreiben. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)

De Maizière und Lieberknecht besuchen deutsche Soldaten im Kosovo

De Maizière und Lieberknecht besuchen deutsche Soldaten im Kosovo Pristna/Erfurt (dapd). Verteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) ist am Donnerstag zu einem Truppenbesuch im Kosovo eingetroffen. Wenige Tage vor Weihnachten wollte er in Gesprächen die Lage im Konflikt zwischen Serben und Albanern im Nordkosovo erörtern und den Soldaten die Unterstützung der Bundesregierung deutlich machen. Begleitet wird de Maizière von Thüringens Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht (CDU). Bei dem Besuch in Pristina war zunächst ein Treffen mit dem Kommandeur der Kosovo-Force (KFOR), Generalmajor Volker Halbauer, geplant. Anschließend wollten de Maizière und Lieberknecht in den Norden reisen und mit Soldaten zusammentreffen. Lieberknecht betonte, sie wolle zeigen, dass die Thüringer hinter den Soldaten stünden. „Am Heiligabend hat Thüringen seine Soldaten im Auslandseinsatz besonders im Herzen.“ Zugleich solle der Besuch ein Zeichen der Solidarität mit den Angehörigen sein, die das Weihnachtsfest ohne sie verbringen müssten. Deutschland stellt mit 1.250 Soldaten das größte Kontingent der knapp 5.600 KFOR-Soldaten aus 30 Ländern. Die Schutztruppe ist seit mehr als 13 Jahren im Einsatz. dapd (Politik/Politik)

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Kartellamt gibt Zusammenschluss von Aquavitmarken frei

Kartellamt gibt Zusammenschluss von Aquavitmarken frei Bonn (dapd). Die bedeutendsten Aquavitmarken in Deutschland kommen unter ein Dach. Das Bundeskartellamt gab den Erwerb der Marken Aalborg Jubiläumsaquavit und Malteserkreuz von Pernod Ricard durch die Ratos AB aus Schweden, Inhaberin der Marke Linie Aquavit, frei. Bestandteil der Transaktion ist auch die Bittermarke Gammel Dansk, wie die Wettbewerbsbehörde am Donnerstag in Bonn mitteilte. Kartellamtspräsident Andreas Mundt sagte, durch den Zusammenschluss werde Ratos zwar zum Marktführer im deutschen Markt für Aquavit und Kümmelschnaps. Dennoch sehe die Behörde keine marktbeherrschende Stellung des Unternehmens. „Vielleicht wird das nicht jeder einzelne Kunde bestätigen, aber in wettbewerblicher Hinsicht besteht eine Austauschbarkeit von Aquavit zu verschiedenen anderen Spirituosen“, fügte Mundt hinzu. Das Bundeskartellamt berücksichtigte bei seiner Entscheidung nach eigenen Angaben auch, dass Handelsmarken über ein erhebliches Absatzvolumen verfügten und Marktzutritte neuer Wettbewerber in dieses Segment zu verzeichnen seien. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)

Mehr Hering und Seelachs – weniger Kabeljau und Makrele

Mehr Hering und Seelachs - weniger Kabeljau und Makrele Brüssel (dapd). Europas Fischer dürfen im kommenden Jahr in Nordsee und Nordostatlantik mehr Hering, Scholle und Seelachs fangen, aber deutlich weniger Kabeljau und Makrele. Darauf haben sich in der Nacht zum Donnerstag die EU-Fischereiminister in Brüssel verständigt. Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) begrüßte die Entscheidungen. Sie zeigten, dass es der EU mit der Umsetzung des Nachhaltigkeitszieles ernst sei. Dem Beschluss zufolge soll die Nordsee-Kabeljau-Quote auf 75 Prozent des Vorjahresniveaus gesenkt werden. Nach Einschätzung von Wissenschaftlern haben sich die Kabeljau-Bestände in den vergangenen Jahren trotz extrem niedriger Fangmengen bislang nicht erholt. Nach den hohen Fängen vor allem durch die gesondert reglementierten Fangschiffe aus Island und den Färöer Inseln senkte der Fischerei-Rat auch die Quote für Makrele um 30 Prozent. Bis 2015 wird komplett nachhaltige Fischerei angestrebt Positive Bestandsentwicklungen wurden dagegen für Hering, Scholle und Seelachs in der Nordsee registriert. Die Fangquoten konnten daher um jeweils 15 Prozent aufgestockt werden. Aigner sagte, der Beschluss des Rates stelle die Weichen für deutliche Fortschritte auf dem Weg zu einer nachhaltigen Fischerei bis zum Jahre 2015. Sie verwies darauf, dass bereits jetzt in Nordsee und Nordostatlantik mehr als die Hälfte der Fischbestände nach nachhaltigen Kriterien befischt würden. „Besonders erfreulich ist darüber hinaus, dass der Rat mit der Anpassung des Kabeljauwiederauffüllungsplans und der Sicherung deutscher Fangmöglichkeiten in grönländischen Gewässern Planungssicherheit für unsere Fischer geschaffen hat“, betonte die Ministerin. Mit Blick auf die Vermeidung von unerwünschten Beifängen begrüßte sie die Entscheidung des Rates, die Pilotprojekte zur vollständig dokumentierten Fischerei im kommenden Jahr fortzuführen. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)

Wirtschaftsforscherin: Verbesserung der Energieeffizienz zu langsam

Wirtschaftsforscherin: Verbesserung der Energieeffizienz zu langsam Berlin (dapd). Wirtschaftsexperten kritisieren trotz der positiven Bilanz der Regierung zur Energiewende das Tempo der Umsetzung. „Die Verbesserung der Energieeffizienz kommt zu langsam voran“, sagte Claudia Kemfert vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) der „Passauer Neuen Presse“. Gerade bei der Gebäudeenergie und Mobilität gebe es „große Defizite, was den Einsatz von erneuerbaren Energien angeht“, fügte Kemfert hinzu. Problematisch sei auch, dass der für Gebäudeenergie und Mobilität zuständige Bau- und Verkehrsminister gar nicht einbezogen werde, beklagte Kemfert. Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) und Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) hatten am Mittwoch den Monitoring-Bericht zur Umsetzung der Energiewende vorgestellt und sich, obwohl sie Defizite einräumten, optimistisch gezeigt. dapd (Politik/Politik)

Anleger weiter in Kauflaune – Aktienmarkt legt weiter zu

Anleger weiter in Kauflaune - Aktienmarkt legt weiter zu Frankfurt/Main (dapd). Der deutsche Aktienmarkt setzt seinen Aufwärtstrend fort. Der DAX stieg am Mittwoch um 0,2 Prozent auf 7.669 Punkte. Der MDAX legte 0,6 Prozent auf 12.086 Zähler zu, und der TecDAX gewann 0,7 Prozent auf 839 Zähler. Aus der Sicht der Anleger nährt der erneute Anstieg des Ifo-Index die Hoffnung auf einen konjunkturellen Aufschwung im kommenden Jahr. Dazu komme die Aussicht auf eine schnelle Einigung im US-Haushaltsstreit. An der New Yorker Wall Street tendierten die Kurse gegen 17.40 Uhr MEZ kaum verändert. Der Dow-Jones-Index gab 5 Punkte auf 13.346 Zähler nach, der Nasdaq Composite stieg um zwei Punkte auf 3.056 Zähler. Vom Ifo-Index und der damit verbundenen Aussicht auf eine Erholung der größten Volkswirtschaft der Eurozone profitiert auch der Euro. Gegen 17.45 Uhr kostete die Gemeinschaftswährung 1,3257 Dollar und damit etwas mehr als am Morgen. Die Europäische Zentralbank hatte am Nachmittag einen Referenzkurs von 1,3302 Dollar festgelegt. Im DAX stiegen HeidelbergCement nach einer Kaufempfehlung der Deutschen Bank um 4,9 Prozent auf 46,24 Euro und waren damit Tagessieger. Infineon und ThyssenKrupp legten 3,5 beziehungsweise 2,4 Prozent zu. Gegen den Trend verloren Merck 2,1 Prozent auf 99,43 Euro. Das Unternehmen hatte bei einer Studie für einen Krebswirkstoff einen Rückschlag erlitten. Unter Druck standen auch Bayer und Daimler, die jeweils gut ein Prozent nachgaben. Im MDAX gewannen Stada 5,4 Prozent auf 23,98 Euro. Gesucht waren auch Wacker Chemie und Kuka. Am Schluss des Index rangierten Gildemeister mit Abschlägen von 2,1 Prozent auf 15,77 Euro. Leicht unter Druck standen Dürr und Leoni. Im TecDAX setzten sich Qiagen mit einem Kursplus von 3,0 Prozent auf 14,07 an die Spitze der Gewinner. Schlusslicht waren SMA Solar mit Einbußen von 3,0 Prozent auf 18,03 Euro. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)

Kodak verkauft Patentportfolio

Kodak verkauft Patentportfolio Rochester (dapd). Der insolvente US-Kamerahersteller Eastman Kodak hat ein Patentportfolio verkauft und damit die Voraussetzung für ein Ende des Gläubigerschutzverfahrens im kommenden Jahr geschaffen. Die Patente gehen nun auf die Unternehmen Intellectual Ventures und RPX über, die sich auf die Verwertung von Patentrechten spezialisiert haben, wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte. Der Verkaufspreis betrage 525 Millionen US-Dollar (395 Millionen Euro). Im November hatte sich Kodak mit Gläubigern auf einen Kredit von 830 Millionen Dollar geeinigt. Dieser war aber an die Bedingung geknüpft, dass die Patente für mindestens 500 Millionen Dollar verkauft werden. Kodak war einst eine Ikone der Filmindustrie. Der Konzern beherrschte viele Märkte, angefangen von Kleinbildfilmen für Urlaubsfotos bis hin zu Filmmaterial für die große Leinwand. Doch dem Trend zur Digitalisierung hatte der US-Konzern nichts entgegenzusetzen. Der Erfolg eigener Kameras und anderer Produkte blieb aus. Nach dem nun erfolgten will sich Kodak auf Geschäftskunden spezialisieren und hier einige bildgebende Produkte anbieten. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)

Lego peilt zweistelliges Umsatzplus an

Lego peilt zweistelliges Umsatzplus an Billund (dapd). Dank neuer Produkte und anhaltend hoher Nachfrage nach den klassischen Bausteinen sieht sich der dänische Spielzeughersteller Lego auf dem Weg, in diesem Jahr ein kräftiges Umsatzplus zu erreichen. Damit würden sich die Dänen der Schwäche auf dem weltweiten Markt für Spielzeug entgegenstellen und ihre Rekordfahrt fortsetzen. Das Unternehmen erwartet um ein Fünftel höhere Umsätze, sagte Sprecher Jan Christiansen. 2011 nahm Lego rund 19 Milliarden dänische Kronen ein, umgerechnet rund 2,6 Milliarden Euro. In den vergangenen fünf Jahren hat sich der Umsatz nahezu verdreifacht und die Belegschaft mehr als verdoppelt. Um das Wachstumstempo zu halten, ist für 2013 die Einstellung von weiteren 1.000 Mitarbeitern geplant, davon 300 am Firmenstandort im jütländischen Billund, aber auch im Ausland. Vor allem in den mexikanischen Werken soll kräftig eingestellt werden – dort werden die Legosteine für den US-Markt produziert. Lego ist die Nummer drei auf dem weltweiten Spielzeugmarkt. An der Spitze stehen mit Mattel und Hasbro zwei US-Unternehmen. (Dieser Meldung liegt eine Dow-Jones-Nachricht zugrunde.) dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)

Ryanair weist Schummel-Vorwürfe zurück

Ryanair weist Schummel-Vorwürfe zurück Lautzenhausen/Frankfurt am Main (dapd). Die irische Billigfluglinie Ryanair wehrt sich gegen Anschuldigungen, bei Flügen falsche Gewichtsangaben gemacht und so Gebühren in Millionenhöhe geprellt zu haben. „Die aktuellen Vorwürfe entsprechen nicht der Wahrheit“, sagte Unternehmenssprecher Stephen McNamara am Mittwoch in Frankfurt am Main. Die gesamte Ryanair-Flotte des Typs 737 halte die von Boeing vorgegebenen Flex-Weight-Programme uneingeschränkt ein. Dies sei bereits durch die Irish Aviation Authority (IAA) zertifiziert und bestätigt worden. Medienberichten zufolge soll Ryanair bei den nationalen Luftfahrtbehörden der EU-Länder als Maximalgewicht seiner Maschinen 67 Tonnen angegeben haben. Kontrollen, unter anderem in Bremen und Frankfurt-Hahn, hätten jedoch ergeben, dass dieser Wert ständig um bis zu acht Tonnen überschritten worden sei. Der Hersteller Boeing habe die Maschinen des Typs 737-800 für diese und weitere Gewichtskategorien zwar zugelassen. Die Sicherheit der Flüge sei nicht gefährdet gewesen. Mit dem nicht deklarierten „Übergewicht“ der Flugzeuge wurde den Angaben zufolge aber offenbar gegen die offizielle Gebührenverordnung verstoßen. Auf diese Weise seien pro Flug 17 Euro weniger gezahlt worden, hatte die Zeitung „Die Welt“ am Mittwoch berichtet. Hochgerechnet auf ein Jahr seien rund 370.000 Euro auf diese Weise unterschlagen worden. Bei mehr als 1.500 Flügen am Tag könne der Schaden in ganz Europa bei 50 Millionen Euro liegen. „Diese Behauptungen sind schlicht und ergreifend falsch“ Die Deutsche Flugsicherung (DFS) im hessischen Langen bestätigte die Abweichungen der Gewichtsangaben. Sämtliche Gebühren, die von der deutschen Luftfahrtbehörde erhoben wurden, seien auf der Grundlage der von Ryanair angegebenen 67 Tonnen pro Abflug berechnet worden, sagte DFS-Sprecher Axel Raab auf dapd-Anfrage. Als Ergebnis der Kontrollen aber sei die Umlage im November erhöht worden. Die Juristen des Hauses prüften nun die Höhe des Schadens und auch, ob rechtlich gegen Ryanair vorgegangen werde. Bis Ende Januar werde mit einem Ergebnis gerechnet, sagte Raab. Europaweit sei womöglich ein Schaden in Millionenhöhe entstanden, schätzte er. Ryanair-Sprecher McNamara entgegnete, die Fluggesellschaft sei weder von der Deutschen Flugsicherung kontaktiert worden, noch gebe es Rückzahlungen aufgrund der Abflugsgewichte der Jets. „Diese Behauptungen sind schlicht und ergreifend falsch“, betonte McNamara. „Wir geben keinen Kommentar zu einzelnen Flügen, werden jedoch jeden gemeldeten Zwischenfall gerne mit EuroControl direkt besprechen und untersuchen“, fügte der Ryanair-Sprecher hinzu. EuroControl mit Sitz in Brüssel koordiniert die Luftverkehrskontrollen in Europa. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)

Peter Struck ist tot

Peter Struck ist tot Berlin (dapd). Eine Galionsfigur der SPD ist tot: Überraschend starb der frühere Verteidigungsminister Peter Struck im Alter von 69 Jahren am Mittwoch nach einem Herzinfarkt in einer Berliner Klinik. Bereits 2004 hatte der langjährige SPD-Fraktionschef einen Schlaganfall erlitten, von dem er sich erst nach einer längeren Auszeit erholte. Weggefährten aller Parteien äußerten sich erschüttert und würdigten seine Verdienste. Die SPD trauert um einen „großen Sozialdemokraten“. Struck war 48 Jahre lang SPD-Mitglied, gehörte 29 Jahre dem Bundestag an und war von 2002 bis 2005 Bundesminister der Verteidigung. Erst am Montag war er als Vorsitzender der SPD-nahen Friedrich-Ebert-Stiftung wiedergewählt worden, die er seit 2010 leitete. Parlamentarier mit Herz und Seele Legendär bleibt das „Struck’sche Gesetz“, wonach kein Gesetz so aus dem Bundestag herauskommt, wie es eingebracht worden ist. Damit sandte er die kämpferische Botschaft an Regierung und Ministerialbürokratie, dass sich der Bundestag nicht fernsteuern lasse und auf seine im Grundgesetz verbriefte Macht als Gesetzgeber pocht. Auch machte sich der promovierte Jurist, der selbst nie Soldat war, mit seinem Einsatz für die Bundeswehr einen Namen. In Erinnerung bleibt sein provokanter Satz aus dem Jahr 2002: „Die Sicherheit der Bundesrepublik Deutschland wird heute auch am Hindukusch verteidigt.“ Bundespräsident Joachim Gauck erklärte auf seiner Rückreise aus Afghanistan: „Deutschland verliert mit Peter Struck einen Mann, der mit seiner Glaubwürdigkeit und Kompetenz das Vertrauen in die Politik gestärkt und ihr viele Impulse gegeben hat.“ Kanzlerin Angela Merkel nannte Struck einen „bedeutenden Parlamentarier und großen Sozialdemokraten“. Sie habe ihn in der großen Koalition von Union und SPD von 2005 bis 2009 „als einen hart argumentierenden, dabei jedoch stets verlässlichen Partner kennen- und schätzen gelernt“, sagte die CDU-Vorsitzende. „Wir werden ihn vermissen“ SPD-Chef Sigmar Gabriel ehrte Struck als „großen Sozialdemokraten“. Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier sagte, sein plötzlicher und völlig unerwarteter Tod mache die Partei fassungslos. Kanzlerkandidat Peer Steinbrück fügte hinzu, mit Struck verliere die SPD eine der prägenden Gestalten der letzten Jahrzehnte. Altbundeskanzler Gerhard Schröder sagte, er habe eng und vertrauensvoll mit Struck zusammengearbeitet. „Seine persönliche Integrität und Loyalität haben mich tief beeindruckt.“ Als Fraktionsvorsitzender sei Struck eine „tragende Säule für den Erfolg der rot-grünen Koalition“ gewesen, unterstrich Schröder. Außenminister Guido Westerwelle (FDP) nannte Struck einen „Mann der gelebten staatspolitischen Verantwortung“. Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) sagte, Struck habe sich durch seine Geradlinigkeit und Verlässlichkeit Respekt und Wertschätzung weit über die eigene Partei hinaus erworben. Auch Verteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) reagierte erschüttert. „Mit ihm verliert Deutschland einen aufrechten und authentischen Charakter, der wie kaum ein anderer die Verteidigungspolitik des Landes verkörpert hat“, sagte de Maizière. Der Deutsche Bundeswehrverband würdigte ihn als „echten Freund der Soldaten“. Lob für einen Menschen mit Ecken und Kanten Unionsfraktionschef Volker Kauder nannte Struck einen „verlässlichen Freund und Wegbegleiter“. Er habe sich um das Land als aufrechter Demokrat verdient gemacht. Als Verteidigungsminister habe Struck die Bundeswehr in schwierigen Zeiten sicher geführt. Der Vorsitzende der Linken im Bundestag, Gregor Gysi, lobte den SPD-Politiker für sein soziales Gewissen. „Er war fleißig, engagiert und verlor nie das Gefühl für die Situation der Bevölkerung, für Menschen in Armut. Er konnte sich freundschaftlich, kollegial und solidarisch verhalten, inzwischen eher eine Rarität in der Politik“, erklärte Gysi. Die Grünen ehrten Struck als „großen Sozialdemokraten und leidenschaftlichen Parlamentarier“. Struck habe entscheidend zum Zustandekommen und Erfolg der rot-grünen Regierungskoalition beigetragen, unterstrichen die Fraktionschefs Renate Künast und Jürgen Trittin. Ein Leben für das Parlament 1980 zog Struck erstmals in den Bundestag ein, wo er 29 Jahre lang seinen Wahlkreis Celle/Uelzen vertrat. Von 1990 bis 1998 organisierte er als Parlamentarischer Geschäftsführer die Arbeit der SPD-Bundestagsfraktion, die er anschließend als Fraktionschef vier Jahre lang führte. 2002 übernahm er das Verteidigungsministerium vom entlassenen Ressortchef Rudolf Scharping. Im Oktober 2005 musste der SPD-Politiker aus Gründen der Koalitionsstatik seinen Platz für den Christdemokraten Franz Josef Jung räumen und wurde erneut Fraktionschef der Sozialdemokraten im Bundestag. 2009 verzichtete Struck auf eine neue Kandidatur und wurde nach kurzem politischen Rentnerdasein 2010 Vorsitzender der SPD-nahen Friedrich-Ebert-Stiftung. Der leidenschaftliche Motorradfahrer, Pfeifenraucher und Vater von drei Kindern wäre am 24. Januar 70 Jahre alt geworden. dapd (Politik/Politik)