Berlin (dapd-bln). Ein größeres Engagement zum Abbau der Jugendarbeitslosigkeit in der Hauptstadtregion fordert die Vereinigung der Unternehmensverbände in Berlin und Brandenburg (UVB). Es gebe zwar bereits zahlreiche Initiativen, um junge Menschen in den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt zu integrieren, aber das reiche bei weitem noch nicht aus, sagte UVB-Hauptgeschäftsführer Christian Amsinck im Interview der Nachrichtenagentur dapd. So sollte ein gemeinsamer Ausbildungsstellenmarkt für Berlin und Brandenburg etabliert werden. Darüber hinaus empfiehlt der UVB-Chef den beiden Ländern, sich ein Hamburger Modell als Vorbild zu nehmen. Die Hansestadt hatte eine sogenannte Jugendagentur speziell für junge Arbeitslose und Menschen ohne Ausbildung bis 25 Jahre eingerichtet. Dort würden die Betroffenen erfasst und zielgerichtet angesprochen. Außerdem gebe es in Hamburg ein elftes Schulpflichtjahr für diejenigen, die nach Abschluss der zehnten Klasse keine Lehrstelle gefunden haben. „Das fehlt in Berlin und Brandenburg“, sagte Amsinck. Die Firmen schufen laut Verband in diesem Jahr 1.000 betriebliche Ausbildungsstellen mehr als im Vorjahr, davon 850 in Berlin und 150 in Brandenburg. Dieser Zuwachs zeige, dass die Betriebe die Ausbildung und damit die Sicherung ihrer Fachkräfte ernst nehmen, sagte Amsinck. Trotz der eingetrübten Konjunkturaussichten beabsichtigten die Unternehmen, im Jahr 2013 mindestens genauso viele junge Menschen wie 2012 auszubilden. Angespannte Lage auf Ausbildungsmarkt Obwohl die Zahl der Ausbildungsplätze gestiegen ist, bleibt die Situation für die unter 25-Jährigen in Berlin und Brandenburg im Vergleich zum Bundesgebiet überdurchschnittlich schwierig. Während bundesweit fünf Prozent der 15- bis 25-Jährigen arbeitslos seien, hätten in der Region in dieser Altersgruppe zwölf Prozent keinen Job. Davon hätten in Berlin 72 Prozent der Betroffenen keine abgeschlossene Berufsausbildung, in Brandenburg seien es 43 Prozent. Es seien bereits Maßnahmen ergriffen worden, um die Ausbildungsfähigkeit von Jugendlichen zu verbessern und sie in den Arbeitsmarkt zu integrieren, sagte Amsinck. Hierzu zählten berufsvorbereitende Initiativen wie die einjährige Einstiegsqualifizierung oder das im Tarifvertrag der Metall- und Elektroindustrie vereinbarte Förderjahr, in dem Unterricht in einer Berufsfachschule mit betrieblichen Praktika verbunden werde. Zudem habe sich die Verbundausbildung bewährt, in der ein Teil der Ausbildung in einem Unternehmen und ein anderer Teil bei einem Verbundpartner durchgeführt würden. „Diese Maßnahmen sind richtig, aber wir brauchen noch entschlossenere Schritte“, sagte Amsinck. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
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Steinbrück will Gesellschaftspolitik zum Wahlkampfthema machen
Frankfurt/Main (dapd). SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück will im Wahlkampf für eine klare Unterscheidung zwischen seiner Partei und der Union sorgen. Bei der Bundestagswahl 2009 sei es der CDU-Vorsitzenden Angela Merkel gelungen, die SPD und ihre Wähler zu demobilisieren, sagte Steinbrück der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ laut Vorabbericht. Daraufhin seien die Wähler der SPD „in den Wartesaal“ gegangen. Der SPD-Kanzlerkandidat verspricht: „Im nächsten Wahlkampf werden wir eine klare Unterscheidung herstellen zwischen uns und der Union. Das gilt für den Stil, aber auch für die Inhalte des Wahlkampfes.“ Steinbrück sagte, er wolle die Gesellschaftspolitik ins Zentrum der Auseinandersetzung rücken. Seien die Wirtschaftsdaten in Deutschland auch gut, so merkten die Menschen doch, dass etwas auseinanderdrifte. „Die einen profitieren von der guten Wirtschaftslage, die anderen sind von Armut bedroht“, sagte er. dapd (Politik/Politik)
DIW-Chef Wagner sieht Nachholbedarf bei der Energieeffizienz
Berlin (dapd). Der Vorstandsvorsitzende des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Gert Wagner, sieht bei der Umsetzung der Energiewende Licht und Schatten. Wagner sagte in einem dapd-Interview, der Ausbau der erneuerbaren Energien gehe zwar gut voran. „Echten Nachholbedarf“ gebe es aber im Bereich der Verbesserung der Energieeffizienz und der nachhaltigen Mobilität. Wagner verwies darauf, dass die größten Belastungen für Unternehmen „durch hohe Preise fossiler Energie“ entstünden. Er fügte hinzu: „Die werden nicht mehr systematisch und nachhaltig runtergehen.“ Nur die Verbesserung der Energieeffizienz ermögliche dauerhaft sinkende Kosten. Der DIW-Vorstandsvorsitzende schlug vor, Unternehmen für das Energiesparen zu belohnen. So könne „die Ausnahmegewährung für energieintensive Unternehmen, die von der Zahlung der EEG-Umlage, Ökosteuer und Emissionszertifikaten weitestgehend ausgenommen sind, an Energieeffizienz-Managementsysteme gekoppelt werden“. Wagner fügte hinzu: „Den Verbrauchern ist nicht mit niedrigeren Preisen nachhaltig geholfen, sondern sie sollten Energie einsparen, insbesondere im Gebäudebereich.“ Daher sei es „wichtig, dass wir in Deutschland die finanzielle Unterstützung der Gebäudesanierung aufstocken und man sich auf Bundesländer-Ebene rasch einigt“. Stromkosten könnten auch verringert werden, „indem stromsparende Geräte genutzt werden“. Wagner betonte: „Dabei kann einkommensschwachen Haushalten durch eine finanzielle Unterstützung beim Kauf von energiesparenden Geräten geholfen werden.“ dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
Linke droht mit Untersuchungsausschuss zu Beratertätigkeiten
Dortmund (dapd). Linksparteivize Sahra Wagenknecht droht wegen der Beratertätigkeit der Kanzlei Freshfields Bruckhaus Deringer für das Bundesfinanzministerium mit einem Untersuchungsausschuss. „Es ist zumindest erklärungsbedürftig, warum ein Ministerium mit Hunderten qualifizierten Mitarbeitern eine Anwaltskanzlei der Bankenlobby mit der Erarbeitung eines Bankenrettungspakets beauftragt und dafür auch noch ein millionenschweres Honorar zahlt“, sagte Wagenknecht den Dortmunder „Ruhr Nachrichten“ laut Vorabbericht. „Ich schließe auch nicht aus, dass wir einen Bankenuntersuchungsausschuss einsetzen müssen, um die Verflechtungen zwischen Politik und Finanzbranche aufzudecken“, sagte sie und forderte Offenlegung aller Honorare, die seit dem Jahr 2000 an Anwaltskanzleien für die Erarbeitung von Finanzmarktgesetzen geflossen seien. Die Wirtschaftskanzlei soll in den Jahren 2005 bis 2007 vom Finanzministerium unter dem damaligen Minister und heutigen SPD-Kanzlerkandidaten Peer Steinbrück Honorare in Höhe 1,83 Millionen Euro erhalten haben. 2011 soll Steinbrück wiederum einen Vortrag bei derselben Kanzlei gehalten und dafür 15.000 Euro kassiert haben. dapd (Politik/Politik)
Grünen-Politikerin Höhn fordert wirksame Finanzaufsicht
Berlin (dapd). Die Grünen halten den Verbraucherschutz auf den Finanzmärkten für noch immer unzureichend. „Wir haben nach wie vor riesige Defizite“, sagte die Vizevorsitzende der Grünen-Bundestagsfraktion, Bärbel Höhn, der Nachrichtenagentur dapd. „Noch immer ist die Abzocke der Unwissenden als Geschäftsmodell möglich, weil es keine systematische Aufsicht über die Fülle an Produkten und Anlagemodellen gibt.“ Es gingen weiter Milliardenbeträge durch Falschberatung, undurchsichtige Provisions- und Vertriebsmodelle und schlichtweg ungeeignete Produkte verloren, bemängelte die frühere Verbraucherministerin von Nordrhein-Westfalen. „Wir brauchen endlich eine wirksame Finanzaufsicht und eine unabhängige Marktbeobachtung, damit die Verbraucher gute Anlageentscheidungen treffen können.“ Voraussetzungen dafür seien die Begegnung von Beratern und Kunden auf Augenhöhe sowie transparente Informationen. Höhn forderte, auf den Finanzmärkten müssten gerade Menschen mit geringen Einkommen geschützt werden. „Auch wenn einige Banken die Dispozinssätze nach der massiven Kritik etwas nach unten korrigiert haben, greifen hier weiterhin einige Institute tief in die Taschen der Menschen, die kurzfristig in eine finanzielle Schieflage geraten“, kritisierte sie. Die Zinsen, die für die Überziehung des Girokontos verlangt würden, lägen weit über dem europäischen Durchschnitt. „Österreicher müssen nur die Hälfte der deutschen Zinsen zahlen“, sagte Höhn. Appelle der Bundesregierung seien hier genauso wenig hilfreich wie beim Thema fehlender Zugang zu einem Girokonto, kritisierte Höhn. „Das Problem erkennt die Koalition wohl, ist aber nicht bereit, selbst aktiv zu werden“, sagte die Grünen-Politikerin. „So bleibt den Verbrauchern nur zu hoffen, dass bald eine EU-Regelung jedem einen Kontozugang verschafft.“ dapd (Politik/Politik)
DRK: Medikamenten-Produktion in Syrien fast zum Erliegen gekommen
Osnabrück (dapd). In Syrien werden nach Angaben des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) fast keine Medikamente mehr hergestellt. DRK-Präsident Rudolf Seiters sagte der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ laut Vorabbericht, die humanitäre Situation für die syrischen Flüchtlinge habe sich in den vergangenen Wochen und Tagen dramatisch zugespitzt. „Es fehlt an Kleidung, an Decken und an Medikamenten“, sagte er. Viele Menschen campierten notdürftig in Schulen und Moscheen. Seiters sagte, vor Ausbruch des Konflikts seien in Syrien 90 Prozent der Medikamente im Land hergestellt worden. Diese Produktion sei zum größten Teil zum Erliegen gekommen. Frauen und Kinder seien am stärksten von der Not betroffen. Das DRK habe bisher mehr als 5.000 syrische Familien mit Lebensmitteln und Medikamenten versorgt und helfe weiter. Bei den Unruhen seien 18 Helfer des Roten Halbmondes ums Leben gekommen. dapd (Politik/Politik)
Aussichten für die Solarbranche bleiben auch 2013 düster
Berlin (dapd). Nach einem schwarzen Jahr für die deutsche Solarwirtschaft gibt es laut Einschätzung eines Experten auch 2013 keine Hoffnung auf eine Wende. „Wir sehen im ersten und zweiten Quartal 2013 keine Besserung der Lage“, sagte der Chefanalyst des Berliner Zentrums für Solarmarktforschung, Wolfgang Hummel, der Nachrichtenagentur dapd. Dafür sei die Kluft zwischen Kapazität und Nachfrage zu groß. 2012 waren immer mehr deutsche Solarfirmen in den Abwärtssog der Branchenkrise geraten, etliche schlitterten in die Pleite. Dabei machen die Firmen vor allem Billigimporte aus China für den ruinösen Preisdruck auf dem Markt verantwortlich. Hummel geht für das kommende Jahr von einer anhaltenden Marktbereinigung hierzulande aus. „Wir werden 2013 eine weitere Konsolidierung erleben, weitere Insolvenzen und Übernahmen, aber auch Partnerschaften“, sagte er. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
Kritik aus der Wirtschaft an Bundesregierung wegen Energiewende
Berlin (dapd). In der Wirtschaft wächst die Besorgnis über steigende Energiepreise in Deutschland. Spitzenverbände und Wirtschaftsforschungsinstitute zeigten sich am Freitag unzufrieden mit der Umsetzung der Energiewende. Auch der Vorsitzende des Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, Wolfgang Franz, warf der Bundesregierung Versäumnisse vor. Der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Hans Heinrich Driftmann, verlangte ein rasches Vorgehen gegen den Anstieg der Energiepreise. So müsse die Stromsteuer deutlich gesenkt werden. Driftmann sagte in einem Interview der Nachrichtenagentur dapd, durch diesen Schritt „würden genau die Gruppen entlastet, die sich als die Träger der Hauptlast der Energiewende fühlen: der Mittelstand und die Verbraucher“. Handwerkspräsident Otto Kentzler mahnte: „Die Politik muss bei der Förderung erneuerbarer Energien schnell umsteuern, um wenigstens den weiteren Preisanstieg zu bremsen.“ Die Energiewende stocke an vielen Stellen. Beispiele seien der Netzausbau und der Zubau neuer Kraftwerke zur Grundlastsicherung. Gleichzeitig drohten „die Kosten aus dem Ruder zu laufen“. RWI-Präsident sieht „eklatantes Missverhältnis“ Der Präsident des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung (RWI) in Essen, Christoph Schmidt, sagte: „Es gibt ein eklatantes Missverhältnis zwischen dem stark voranschreitenden Ausbau der erneuerbaren Energien und dem kaum vorankommenden Ausbau der Infrastruktur, allen voran der Stromnetze im Inland.“ Dieses Missverhältnis gefährde die Energiewende und mache sie teurer als nötig. Der Direktor des Hamburgischen Weltwirtschaftsinstituts (HWWI), Thomas Straubhaar, kritisierte: „Es fehlt ein Konzept, um steigende Kosten zu verhindern.“ Insbesondere vermisse er „ein kosteneffizientes Fördersystem bei den erneuerbaren Energien“. Straubhaar fügte hinzu: „Deshalb werden die Energiepreise auch im nächsten Jahr steigen beziehungsweise auf hohem Niveau bleiben. Das ist deshalb tragisch, weil in anderen Industrieländern – vor allem den USA – die Energiekosten eher sinken.“ Dies werde „die internationale Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie schwächen und hiesige Arbeitsplätze gefährden“. Auch der Chef der Wirtschaftsweisen vermisst ein Konzept Franz sagte in einem dapd-Interview: „Für die kommenden Jahre ergeben sich für die Energiepolitik drei Großbaustellen: Netzausbau und -umbau, Zubau bei Kraftwerkskapazitäten und Minimierung der Kosten für die Förderung erneuerbarer Energien.“ Diese Aufgaben müssten „zu einem Gesamtkonzept verzahnt werden, bei dem die Abfolge der Reformschritte und Fördermaßnahmen aufeinander abgestimmt sind“. Der Chef der Wirtschaftsweisen monierte, ein solches Konzept sei aber „bisher nicht zu erkennen“. RWI-Präsident Schmidt warnte vor negativen Folgen für deutsche Unternehmen wegen zu hoher Energiepreise. Es gebe immer größere Belastungen, die in den vergangenen Jahren zu großen Teilen dem Ausbau der erneuerbaren Energien geschuldet seien. Schmidt warnte: „Diese Belastungen verringern die Gewinne der Unternehmen, verhindern somit Investitionen in neue Arbeitsplätze und führen in nicht wenigen Fällen zum Abbau von Arbeitsplätzen.“ Straubhaar kritisierte, die Umsetzung der Energiewende sei „viel zu langsam“. Es müssten „zwei entscheidende Lösungen“ gefunden werden: „Erstens, wie Energie, die durch Windparks im Norden erzeugt wird, in den Süden Deutschlands kommt und zweitens, wie Windenergie aus Zeiten mit viel Wind gespeichert werden kann, um sie abzurufen, wenn es windstill ist.“ Der HWWI-Direktor betonte: „Beide Herausforderungen, also der Ausbau der Nord-Süd-Netze wie die Speicherung sind nicht einmal ansatzweise gelöst.“ dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
Ministerium zahlte unter Steinbrück 1,8 Millionen Euro an Kanzlei
Berlin (dapd). Erneut sorgen die Beraterhonorare von SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück für Aufregung: Wie am Freitag bekanntwurde, erhielt eine Wirtschaftskanzlei in den Jahren 2005 bis 2007 vom Finanzministerium unter dem damaligen Minister Steinbrück Honorare in Höhe 1,83 Millionen Euro. 2011 soll Steinbrück wiederum einen Vortrag bei derselben Kanzlei gehalten haben – und dafür 15.000 Euro kassiert haben. Nach einem Bericht der „Bild“-Zeitung zahlte das Bundesfinanzministerium zwischen dem 22. November 2005 und dem 27. Oktober 2007 an die Kanzlei Freshfields Bruckhaus Deringer 1,83 Millionen Euro Beraterhonorar. In dieser Zeit war Steinbrück Bundesfinanzminister. Dem Bericht zufolge hat die Kanzlei unter anderem an dem Gesetz zur Bankenrettung mitgewirkt. Das Finanzministerium teilte die Höhe des Honorars erst mit, nachdem die Zeitung erfolgreich auf Herausgabe dieser Information geklagt hatte. Zur Einordnung, ob das Honorar gerechtfertigt sei, verwies ein Sprecher des Finanzministeriums darauf, dass „Umsätze und Honorare auch nach dem jüngst ergangenen Beschluss des Verwaltungsgerichts Berlin grundsätzlich Geschäftsgeheimnisse“ seien. Eine generelle Offenlegung sei mit der Pflicht zur Wahrung der Vertraulichkeit von Geschäftsgeheimnissen nicht vereinbar. Eine Einordnung sei auch schon deshalb schwierig, weil derzeit im Ministerium keine „Mandatierung von Anwaltskanzleien bei Gesetzgebungsvorhaben“ stattfinde. Allerdings gehe er davon aus, „dass es sich um ein marktgerechtes Honorar handelt“, sagte der Sprecher. Nach seinem Ausscheiden aus dem Ministeramt hielt Steinbrück im September 2011 einen Vortrag bei Freshfields und bekam dafür nach Angaben der „Bild“-Zeitung“ 15.000 Euro Honorar. Der SPD-Politiker gibt das Honorar auf seiner Abgeordnetenseite mit Stufe 3, also mehr als 7.000 Euro an. Noch bevor die genaue Summe klar war, war das Engagements Steinbrücks von einigen Politikern kritisiert worden. So warf der Linksparteivorsitzende Bernd Riexinger dem SPD-Kanzlerkandidaten vor, berufliche und private Interessen nicht sauber zu trennen. „Es hat mehr als ein Geschmäckle, wenn man als Minister eine Lobbykanzlei ein milliardenschweres Bankenrettungsgesetz schreiben lässt und danach bei derselben Kanzlei für ein Fantasiehonorar als Referent auftritt“, sagte Riexinger damals. dapd (Politik/Politik)
Aktienmarkt beendet erfolgreiches Jahr mit Abschlägen
Frankfurt/Main (dapd). Der deutsche Aktienmarkt hat das Jahr 2012 mit einem satten Plus gegenüber dem Vorjahr beendet, am letzten Handelstag gerieten die Kurse wegen des ungelösten Haushaltsstreits in den USA allerdings unter Druck. Die Chancen auf eine Einigung schwinden zusehends. Damit droht zum Jahreswechsel die sogenannte Fiskalklippe – kräftige Steuererhöhungen und Ausgabenkürzungen, die die USA im ersten Halbjahr 2013 in die Rezession führen könnten. Der DAX verlor am Freitag nach verkürztem Handel 0,6 Prozent auf 7.612 Punkte, der MDAX gab 0,5 Prozent auf 11.914 Zähler nach, und der TecDAX büßte 0,3 Prozent auf 828 Punkte ein. Zum Jahresende lag der DAX damit um 29,1 Prozent über dem Schlusskurs von 2011. Das war das stärkste Plus seit neun Jahren. Der MDAX gewann 33,8 Prozent und der TecDAX 20,8 Prozent. Das Bekenntnis der Europäischen Zentralbank (EZB) zum Erhalt des Euro und der Eurozone hatte im Juli die stärkste Rallye am deutschen Aktienmarkt seit Jahren ausgelöst. Der Euro stand am Freitag unter Druck. Nachdem die Gemeinschaftswährung am Morgen noch klar über der Marke von 1,32 Dollar notierte, kostete sie am Mittag 1,3189 Dollar. Im DAX beendeten die meisten der 30 Werte den letzten Handelstag des Jahres im Minus. Schlusslicht waren die Papiere der Commerzbank, die 1,5 Prozent auf 1,43 Euro verloren. RWE, Daimler, ThyssenKrupp und Munich Re verloren jeweils ein Prozent. Die Gewinner wurden von Henkel angeführt, die 1,3 Prozent auf 62,20 Euro zulegten. Gesucht waren auch Beiersdorf und Merck. Über das ganze Jahr waren die Continental-Aktien der beste Wert im DAX: Sie legten 82 Prozent zu. An der Spitze der Verlierer standen E.on mit einem Minus von 15 Prozent. Daneben lagen nur die Aktien der Deutschen Telekom und von Fresenius Medical Care unter den Schlusskursen von 2011. Im MDAX verloren Gildemeister am letzten Handelstag 2,9 Prozent auf 15,25 Euro. Auch Vossloh und Kuka gaben jeweils mehr als zwei Prozent nach. Dagegen stiegen Wacker Chemie um 0,9 Prozent auf 49,65 Euro. Knapp dahinter lagen Brenntag und Puma. Den höchsten Anstieg im zu Ende gehenden Jahr verzeichneten Sky mit 195 Prozent. Dagegen verloren Metro-Aktien im Laufe des Jahres 25 Prozent, so viel wie kein anderer MDAX-Wert. Bei den TecDAX-Werten verloren Jenoptik am Freitag 1,5 Prozent auf 7,38 Euro. Gegen den Trend stiegen Solarworld um 2,5 Prozent auf 1,06 Euro. Auch SMA Solar legten mehr als zwei Prozent zu. Die beste Entwicklung über das ganze Jahr nahmen die Papiere der Sartorius AG, die knapp 93 Prozent zulegten. Jahresverlierer waren Solarworld mit einem Minus von 67 Prozent. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
