Mordanklage gegen Zschäpe erhoben

Mordanklage gegen Zschäpe erhoben Karlsruhe/Berlin (dapd-lth). Ein Jahr nach Auffliegen der rechtsextremistischen Terrorgruppe NSU hat die Bundesanwaltschaft Anklage gegen deren mutmaßliches Mitglied Beate Zschäpe und vier mutmaßliche Unterstützer erhoben. Die 37-Jährige soll sich an der Ermordung von neun Kleinunternehmern ausländischer Herkunft sowie am Heilbronner Polizistenmord beteiligt haben, wie die Behörde am Donnerstag in Karlsruhe mitteilte. Während Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) die Anklageerhebung als Erfolg der Sicherheitsbehörden wertet, sieht die Opposition weiterhin noch viel Aufklärungsbedarf zu den Versäumnissen der Ermittler. Die Mitglieder des Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU) „verstanden sich als ein einheitliches Tötungskommando, das seine Mordanschläge aus rassistischen und staatsfeindlichen Motiven arbeitsteilig verübte“, begründete Generalbundesanwalt Harald Range die Mordanklage gegen Zschäpe. Zudem soll sich die 37-Jährige an zwei Sprengstoffanschlägen des an zwei Sprengstoffanschlägen des NSU in Köln als Mittäterin beteiligt haben. Neben Zschäpe werden vier mutmaßliche NSU-Unterstützer angeklagt. Die Anklage wurde vor dem Staatsschutzsenat des Oberlandesgerichts München eingereicht. Zschäpe wird von der Bundesanwaltschaft zudem verdächtigt, als Mittäterin für 15 bewaffnete Raubüberfälle verantwortlich zu sein. Ferner wird ihr in der Anklageschrift zur Last gelegt, die Unterkunft der terroristischen Vereinigung in Zwickau in Brand gesetzt und sich dadurch wegen eines weiteren versuchten Mordes an einer Nachbarin und zwei Handwerkern strafbar gemacht zu haben. Vier weitere Personen angeklagt Anklage erhoben wird auch gegen die mutmaßlichen NSU-Helfer Ralf Wohlleben und Carsten S. Den beiden wird Beihilfe zum Mord an den neun Ausländern durch die Beschaffung der Tatwaffe „Ceska 83“ nebst Schalldämpfer vorgeworfen. André E. wird wegen Beihilfe zum NSU-Sprengstoffanschlag in der Kölner Altstadt sowie wegen Beihilfe zum Raub und wegen Unterstützung der terroristischen Vereinigung NSU in jeweils zwei Fällen angeklagt. Holger G. wird wegen Unterstützung des NSU in drei Fällen angeklagt. Den einjährigen Ermittlungen der Bundesanwaltschaft und des Bundeskriminalamts zufolge war der NSU eine Gruppierung, die aus den drei gleichberechtigten Mitgliedern Uwe Mundlos, Uwe Böhnhardt und Zschäpe bestand. Deren wahre Identität und terroristische Zielsetzung waren den bisherigen Erkenntnissen zufolge nur einem eng begrenzten Kreis von wenigen Unterstützern und Gehilfen bekannt. Mundlos und Böhnhardt hatten sich am 4. November 2011 nach einem Banküberfall in Eisenach umstellt von Polizisten das Leben genommen. Dadurch war das Trio aufgeflogen. Zschäpe hatte sich am 8. November 2011 der Polizei in Jena gestellt und sitzt seitdem in Untersuchungshaft. Böhnhardt und Mundlos hätten die Mordanschläge und Raubüberfälle ausgeführt, sagte Generalbundesanwalt Range. Zschäpe habe dem NSU „den Anschein von Normalität und Legalität“ gegeben. Opposition verlangt mehr Engagement von Friedrich Die Anklageerhebung ist aus Sicht von Innenminister Friedrich ein Zeugnis für die gute Arbeit der Sicherheitsbehörden. In der Spitze bis zu 400 Polizeibeamte hätten in den vergangenen Monaten zusammen mit der Bundesanwaltschaft mehr als 6.800 Asservate ausgewertet, so dass Akten im Umfang von rund 28.000 Seiten zusammengekommen seien, sagte Friedrich in einer Aktuellen Stunde im Bundestag. Er fügte hinzu: „Die Anklage ist erhoben und ich glaube, man kann daran sehen: Die Aufklärung geht voran.“ Aus Sicht der SPD tut die Bundesregierung aber nicht genug dafür. Die Konsequenzen, die Friedrich aus dem Fall gezogen habe, seien „unengagiert und fantasielos“ sagte die Obfrau der SPD im NSU-Untersuchungsausschuss, Eva Högl. Sie warf dem CSU-Politiker insbesondere vor, dass er nicht sofort nach Auffliegen der Terroristen einen „umfassenden Aktenvernichtungs-Stopp“ angeordnet habe. Im Bundesamt für Verfassungsschutz wurden seitdem noch 310 Dokumente aus den Bereich Rechtsextremismus geschreddert. Mundlos kam für MAD als Informant infrage Der NSU-Untersuchungsausschuss des Bundestags beleuchtete unterdessen die Rolle des Militärischen Abschirmdienstes (MAD) in dem Fall. Der frühere MAD-Abteilungsleiter für den Bereich Extremismusbekämpfung, Dieter Huth, bestätigte den Abgeordneten, dass Mundlos dem MAD als potenzieller Informant gegolten habe. Der Nachrichtendienst habe bei einer Befragung von Mundlos 1995 testen wollen, ob dieser bereit sei, als Informant zu arbeiten. MAD-Präsident Ulrich Birkenheier hatte dies im September bestritten. Grünen-Chefin Claudia Roth sprach sich für eine Auflösung des MAD aus. Es gebe für den Bundeswehr-Geheimdienst keine Existenzberechtigung mehr, sagte Roth der Nachrichtenagentur dapd in Berlin. „Nach der Abschaffung der Wehrpflicht hat der MAD keine originär eigene Verantwortlichkeit und Aufgabe mehr“, sagte sie. Der Bundeswehr-Geheimdienst habe „ausgedient“. dapd (Politik/Politik)

Norddeutschland profitiert von wachsender Luftfahrtbranche

Norddeutschland profitiert von wachsender Luftfahrtbranche Hamburg (dapd). Das weltweite Wachstum der Luftfahrtindustrie wirkt sich auch positiv auf die Branche in Norddeutschland aus. Laut einer am Donnerstag vorgestellten Studie des Hamburgischen Weltwirtschaftsinstituts (HWWI) werden in den kommenden 20 Jahren bis zu 32.000 neue Flugzeuge vor allem für die Regionen Südostasien und Nordamerika ausgeliefert. Norddeutschland mit seinem hohen Anteil an der deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie werde davon profitieren, sagte der HWWI-Direktor Thomas Straubhaar in Hamburg. Gleichzeitig forderte er die Politik zum Handeln auf. Die Luftfahrtindustrie in Deutschland beschäftigt laut Wirtschaftsinstitut etwa 100.000 Menschen. Rund 43 Prozent der direkt im Luft- und Raumfahrzeugbau Beschäftigten sind in den vier norddeutschen Ländern Hamburg, Bremen, Niedersachsen und Schleswig-Holstein tätig. Der Trend zeigte in den vergangenen Jahren nach oben. Seit 2007 habe der Anteil an Beschäftigten um fünf Prozent zugelegt, sagte Forschungsdirektorin Silvia Stiller. Wichtig für die wirtschaftliche Entwicklung sind laut Straubhaar Investitionen in die Forschung sowie der notwendige Ausbau der Verkehrsinfrastruktur. Zudem müsse die Politik das geistige Eigentum der Industrie schützen. Maßnahmen gegen den Fachkräftemangel seien dagegen eine primär unternehmerische Aufgabe. „Die branchenübergreifenden Potenziale der Luftfahrtindustrie für Wachstum und Beschäftigung werden bisher unterschätzt“, sagte der HWWI-Direktor. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)

Sparprogramme sollen Ergebnis bei HeidelbergCement verbessern

Sparprogramme sollen Ergebnis bei HeidelbergCement verbessern Heidelberg (dapd). Mit Einsparungen und Preiserhöhungen begegnet der Baustoffkonzern HeidelbergCement einer nachlassenden Nachfrage in Westeuropa. Die Ergebnisqualität habe sich im dritten Quartal vor allem dank der verordneten Einsparungen weiter verbessert, sagte der Vorstandsvorsitzende Bernd Scheifele am Donnerstag in Heidelberg. „Unser Programm ‚FOX 2013‘ ist ein großer Erfolg, und wir haben unser Einsparziel für 2012 bereits übertroffen“, fügte er hinzu. Auch das Nordamerikageschäft lief gut. An der Börse schoss der Aktienkurs nach oben. In einem insgesamt freundlichen Umfeld notierte das HeidelbergCement-Papier am Nachmittag bei 43,54 Euro und damit mehr als vier Prozent im Plus. Der Konzernumsatz stieg im dritten Quartal um 8,9 Prozent auf 3,94 Milliarden Euro. Dazu trugen den Angaben zufolge auch steigende Preise und eine günstige Entwicklung der Wechselkurse bei. Das operative Ergebnis legte um 15,5 Prozent auf 649 Millionen Euro zu. Unter dem Strich blieb dem Konzern ein Überschuss nach Anteilen Dritter in Höhe von 258,9 Millionen Euro, das waren 3,3 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Das Programm „FOX“ habe bereits Einsparungen von 241 Millionen Euro generiert, angestrebt waren für 2012 rund 200 Millionen Euro. Weitere Einsparungen sollen die beiden Programme „Leo“ und „Perform“ beisteuern. Bei „Leo“ will der Konzern bis 2014 Logistikkosten in Höhe von 150 Millionen Euro sparen. Durch das zweite Programm soll die Marge im Geschäftsbereich Zement verbessert werden. Mitarbeiterzahl in einigen Märkten verringert Durch die Sparprogramme baute HeidelbergCement fast 1.300 Stellen in Nordamerika, Großbritannien, Spanien und in einigen osteuropäischen Ländern ab. Gleichzeitig kamen 600 neue Mitarbeiter in Wachstumsmärkten wie Indien und Indonesien hinzu. Unter dem Strich beschäftigte der Konzern Ende September 53.729 Mitarbeiter. Operativ kämpft HeidelbergCement mit einer nachlassenden Nachfrage auf den west- und nordeuropäischen Märkten. Dem steht eine steigende Nachfrage in Nordamerika und Asien gegenüber. „Der Zement- und Transportbetonabsatz profitierte im dritten Quartal 2012 von der fortgesetzten Erholung des Wohnungsbaus in Nordamerika“, hieß es. Von allen Konzerngebieten zeigte Nordamerika das stärkste Absatzwachstum, gefolgt von Asien-Pazifik und Afrika-Mittelmeerraum. Konzernchef Scheifele warnte vor einer weiterhin schwierigen Lage vor allem in Europa. „Die Notwendigkeit der Länder, ihre Schulden abzubauen, dürfte das Absatzwachstum in den reifen Märkten auf absehbare Zeit dämpfen“, sagte er. „Wir werden unsere Anstrengungen zur Kostensenkung und Effizienzsteigerung unvermindert fortsetzen und wo nötig weitere Kapazitätsanpassungen vornehmen“, kündigte er an. Der Vorstand halte am Ziel fest, den Umsatz und das operative Ergebnis im Jahr 2012 im Vergleich zum Vorjahr zu steigern. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)

Bundestag verlängert Darfur-Mandat

Bundestag verlängert Darfur-Mandat Berlin (dapd). Die Bundeswehr soll sich weiter an der Friedensmission in der sudanesischen Region Darfur beteiligen. Der Bundestag stimmte am Donnerstag in Berlin der Verlängerung der Bundeswehreinsatzes zu, der andernfalls am 15. November auslaufen würde. Die Verlängerung soll bis zum 31. Dezember 2013 befristet sein. In namentlicher Abstimmung votierten 504 Abgeordnete für den Einsatz, 68 stimmten dagegen, es gab eine Enthaltung. An der Höchstzahl der eingesetzten Soldaten soll sich vorerst nichts ändern: Unverändert sollen in Darfur bis zu 50 Bundeswehrsoldaten zum Einsatz kommen dürfen. Tatsächlich sind nach Angaben der Bundeswehr derzeit 10 deutsche Soldaten an der Mission beteiligt. Hinzu kommen aktuell vier Polizisten. In der westsudanesischen Krisenregion Darfur hat die UNO Mitte 2007 eine Friedensmission (UNAMID) gestartet, an der sich auch Deutschland mit Soldaten beteiligt. dapd (Politik/Politik)

TV-Duell zur Niedersachsen-Wahl am 10. Januar

TV-Duell zur Niedersachsen-Wahl am 10. Januar Hannover (dapd). Zehn Tage vor der Landtagswahl in Niedersachsen treffen sich Ministerpräsident David McAllister (CDU) und SPD-Spitzenkandidat Stephan Weil zu einem TV-Duell. Der Schlagabtausch der beiden Politiker wird am 10. Januar live im NDR Fernsehen übertragen. In den vergangenen Wochen hatte es einen Streit um das TV-Duell zwischen CDU und SPD gegeben. Die Sozialdemokraten hatten bis zu vier Duelle im Fernsehen vorgeschlagen, die CDU lehnte das ab. Die Landtagswahl in Niedersachsen findet am 20. Januar 2013 statt. Nach einer aktuellen Umfrage ist die CDU stärkste Kraft in Niedersachsen, wegen der schwächelnden FDP hat eine rot-grüne Koalition allerdings eine Mehrheit. dapd (Politik/Politik)

Zschäpe wegen Mordes in zehn Fällen angeklagt

Zschäpe wegen Mordes in zehn Fällen angeklagt Karlsruhe (dapd-lth). Ein Jahr nach dem Auffliegen der rechtsextremistischen Terrorzelle NSU hat die Bundesanwaltschaft Anklage gegen das mutmaßliche NSU-Gründungsmitglied Beate Zschäpe und vier Unterstützer des Trios erhoben. In einer 500-seitigen Anklageschrift wird Zschäpe unter anderem Beteiligung an der Ermordung von neun ausländischen Kleinunternehmern und der Polizistin Michèle Kiesewetter in Heilbronn vorgeworfen, wie die Behörde am Donnerstag in Karlsruhe mitteilte. Die Mitglieder des Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU) „verstanden sich als ein einheitliches Tötungskommando, das seine Mordanschläge aus rassistischen und staatsfeindlichen Motiven arbeitsteilig verübte“, hieß es zur Begründung. Zudem soll sich die 37-Jährige an zwei Sprengstoffanschlägen des NSU in Köln als Mittäterin beteiligt haben. Neben Zschäpe werden vier mutmaßliche NSU-Unterstützer angeklagt. Die Anklage wurde vor dem Staatsschutzsenat des Oberlandesgerichts München eingereicht. Zschäpe wird von der Bundesanwaltschaft zudem verdächtigt, als Mittäterin für 15 bewaffnete Raubüberfälle verantwortlich zu sein. Ferner wird ihr in der Anklageschrift zur Last gelegt, die Unterkunft der terroristischen Vereinigung in Zwickau in Brand gesetzt und sich dadurch wegen eines weiteren versuchten Mordes an einer Nachbarin und zwei Handwerkern strafbar gemacht zu haben. Vier weitere Personen angeklagt Anklage erhoben wird auch gegen die mutmaßlichen NSU-Helfer Ralf Wohlleben und Carsten S. Den beiden wird Beihilfe zum Mord an den neun Ausländern durch die Beschaffung der Tatwaffe „Ceska 83“ nebst Schalldämpfer vorgeworfen. André E. wird wegen Beihilfe zum NSU-Sprengstoffanschlag in der Kölner Altstadt sowie wegen Beihilfe zum Raub und wegen Unterstützung der terroristischen Vereinigung NSU in jeweils zwei Fällen angeklagt. Holger G. wird wegen Unterstützung des NSU in drei Fällen angeklagt. Den einjährigen Ermittlungen der Bundesanwaltschaft und des Bundeskriminalamts zufolge war der NSU eine Gruppierung, die aus den drei gleichberechtigten Mitgliedern Uwe Mundlos, Uwe Böhnhardt und Zschäpe bestand. Deren wahre Identität und terroristische Zielsetzung waren den bisherigen Erkenntnissen zufolge nur einem eng begrenzten Kreis von wenigen Unterstützern und Gehilfen bekannt. Mundlos und Böhnhardt hatten sich am 4. November 2011 nach einem Banküberfall in Eisenach umstellt von Polizisten das Leben genommen. Dadurch war das Trio aufgeflogen. Zschäpe hatte sich am 8. November 2011 der Polizei in Jena gestellt und sitzt seitdem in Untersuchungshaft. „Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos führten die Mordanschläge und Raubüberfälle aus“, sagte Generalbundesanwalt Harald Range. Zschäpe habe dem NSU „den Anschein von Normalität und Legalität“ gegeben. Anklagen gegen weitere Beschuldigten unklar Tatsächliche Anhaltspunkte für eine Beteiligung ortskundiger Dritter an den Anschlägen des NSU oder eine organisatorische Verflechtung mit anderen Gruppierungen haben die Ermittlungen nicht ergeben. Gegen acht weitere als Unterstützer des NSU verdächtigen Beschuldigten dauerten die Ermittlungen an. Derzeit könne noch nicht abschließend beurteilt werden, ob sie die Gruppierung innerhalb Verjährungsfrist von zehn Jahren und zudem in Kenntnis der terroristischen Zielrichtung des NSU unterstützt hätten. Kritik an der Bekanntgabe der Anklage kam von Zschäpes Verteidiger Wolfgang Heer. „Ich empfinde es als respektlos, insbesondere gegenüber Frau Zschäpe, aber auch ihren Verteidigern, dass Herr Generalbundesanwalt Range die Öffentlichkeit über eine Anklageschrift in Kenntnis setzt, die der Verteidigung noch nicht vorliegt“, sagte Heer am Donnerstag dem Radiosender SWR-Info. dapd (Politik/Politik)

Zschäpe wegen Beteiligung an zehn NSU-Morden angeklagt

Zschäpe wegen Beteiligung an zehn NSU-Morden angeklagt Karlsruhe (dapd-lth). Die mutmaßliche NSU-Terroristin Beate Zschäpe wird wegen Mittäterschaft an zehn Morden angeklagt. Die Bundesanwaltschaft wirft der 37-Jährigen vor, sich an der Ermordung von acht Mitbürgern türkischer und einem Mitbürger griechischer Herkunft sowie an der Ermordung der Polizistin Michèle Kiesewetter in Heilbronn beteiligt zu haben, wie die Behörde am Donnerstag in Karlsruhe mitteilte. Zudem soll sich Zschäpe an zwei Sprengstoffanschlägen der Terrorgruppe Nationalsozialistischer Untergrund (NSU) in Köln als Mittäterin beteiligt haben. Neben Zschäpe werden vier mutmaßliche Unterstützer des NSU angeklagt. Zschäpe wird von der Bundesanwaltschaft zudem verdächtigt, als Mittäterin für 15 bewaffnete Raubüberfälle verantwortlich zu sein. Ferner wird ihr in der Anklageschrift zur Last gelegt, die Unterkunft der terroristischen Vereinigung in Zwickau in Brand gesetzt und sich dadurch wegen eines weiteren versuchten Mordes an einer Nachbarin und zwei Handwerkern sowie wegen besonders schwerer Brandstiftung strafbar gemacht zu haben. Vier weitere Personen angeklagt Anklage erhoben wird auch gegen die mutmaßlichen NSU-Helfer Ralf Wohlleben und Carsten S. Den beiden wird Beihilfe zum Mord an den neun Ausländern durch die Beschaffung der Tatwaffe „Ceska 83“ nebst Schalldämpfer vorgeworfen. André E. wird wegen Beihilfe zum NSU-Sprengstoffanschlag in der Kölner Altstadt sowie wegen Beihilfe zum Raub und wegen Unterstützung der terroristischen Vereinigung NSU in jeweils zwei Fällen angeklagt. Holger G. wird wegen Unterstützung der terroristischen Vereinigung NSU in drei Fällen angeklagt. Den einjährigen Ermittlungen der Bundesanwaltschaft und des Bundeskriminalamts zufolge war der NSU eine Gruppierung, die aus den drei gleichberechtigten Mitgliedern Uwe Mundlos, Uwe Böhnhardt und Zschäpe bestand. Deren wahre Identität und terroristische Zielsetzung waren den bisherigen Erkenntnissen zufolge nur einem eng begrenzten Kreis von wenigen Unterstützern und Gehilfen bekannt. Mundlos und Böhnhardt hatten sich am 4. November 2011 nach einem Banküberfall in Eisenach in einem Wohnmobil das Leben genommen, als sie von der Polizei verfolgt wurden. Dadurch war das Trio aufgeflogen. Zschäpe hatte sich am 8. November 2011 der Polizei in Jena gestellt und sitzt seitdem in Untersuchungshaft. Böhnhardt und Mundlos „führten die Mordanschläge aus“ Die NSU-Mitglieder hätten sich als ein einheitliches Tötungskommando verstanden, das seine Mordanschläge aus rassistischen und staatsfeindlichen Motiven arbeitsteilig verübte, schreibt die Anklagebehörde weiter. „Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos führten die Mordanschläge und Raubüberfälle aus“, sagte Generalbundesanwalt Harald Range. Zschäpe habe dem NSU „den Anschein von Normalität und Legalität“ gegeben. Tatsächliche Anhaltspunkte für eine Beteiligung ortskundiger Dritter an den Anschlägen des NSU oder eine organisatorische Verflechtung mit anderen Gruppierungen haben die Ermittlungen nicht ergeben. dapd (Politik/Politik)

Skandinavische TV-Sender und Internet schieben ProSiebenSat.1 an

Skandinavische TV-Sender und Internet schieben ProSiebenSat.1 an Unterföhring (dapd). Trotz rückläufiger Erlöse im deutschen Fernsehgeschäft strebt der Medienkonzern ProSiebenSat.1 in diesem Jahr ein Rekordergebnis an. Nachdem das Unternehmen im dritten Quartal den Gewinn im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdoppeln konnte, bestätigte das Unternehmen am Donnerstag seine Prognose für das Gesamtjahr. Von Juli bis September stieg das bereinigte Nettoergebnis um 42,2 Millionen auf 65,1 Millionen Euro, wie ProSiebenSat.1 in Unterföhring bei München mitteilte. Den Umsatz erhöhte der Konzern um 7,1 Prozent auf 636,9 Millionen Euro. Einbußen bei den deutschen TV-Sendern konnte ProSiebenSat.1 mit seinen Fernsehkanälen in Nordeuropa und dem Internetgeschäft mehr als ausgleichen. Der Vorstandsvorsitzende Thomas Ebeling sagte, es zahle sich aus, dass der Konzern „konsequent in neue Wachstumsmärkte investiert“ habe. So war der Digitalbereich, zu dem die Vermarktung von Online-Video-Werbung, die Internet-Videothek Maxdome, die Musik-Sparte und die Online-Spiele gehören, im dritten Quartal stärkster Wachstumstreiber. Das um Einmaleffekte bereinigte operative Ergebnis in diesem Segment stieg im Vergleich zum Vorjahr um mehr als die Hälfte auf 22 Millionen Euro. Im internationalen Fernsehgeschäft konnte ProSiebenSat.1 ebenfalls zulegen. Die in den vergangenen sechs Jahren in Norwegen, Schweden, Finnland und Dänemark gegründeten acht TV-Sender hätten schnell und kontinuierlich Marktanteile gewonnen, berichtete das Unternehmen. Das bereinigte operative Ergebnis erhöhte sich in diesem Bereich um mehr als 40 Prozent auf 25 Millionen Euro. Gespräche über Verkauf der nordeuropäischen Sender Die Kanäle, zu denen unter anderem die norwegischen TV-Sender MAX und VOX gehören, wird der Konzern möglicherweise verkaufen. Im Spätsommer habe es Gespräche mit möglichen Interessenten gegeben, hieß es im Konzern. Derzeit würden die Angebote geprüft. Wegen rückläufiger Werbeeinnahmen im deutschsprachigen Fernsehgeschäft verdiente der Konzern im dritten Quartal operativ mit 122,3 Millionen Euro 6,6 Prozent weniger als im Vorjahr. Als einen Grund führte der Sender die Olympischen Spiele an, die ausschließlich von öffentlich-rechtlichen Sendern übertragen wurden. So lag der Marktanteil von Sat.1, ProSieben, Kabel eins und Sixx im dritten Quartal mit 26,8 Prozent unter dem Vorjahr (29,4 Prozent). In das laufende vierte Quartal seien alle Geschäftsbereichen positiv gestartet, teilte der Konzern mit. ProSiebenSat.1 geht deshalb davon aus, das Rekordergebnis aus dem Vorjahr zu übertreffen. 2011 hatte der Konzern ein bereinigtes operatives Ergebnis in Höhe von 850 Millionen Euro erzielt. Die Aktie des MDAX-Unternehmens verlor am Donnerstag deutlich an Wert. Gegen 14.00 Uhr stand sie knapp zwei Prozent im Minus bei 21,11 Euro. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)

TUI macht sich frei von Preisdruck im Internet

TUI macht sich frei von Preisdruck im Internet Hannover/Dubai (dapd). Europas größter Reisekonzern TUI schaltet die Konkurrenz der Billighotels aus dem Internet immer weiter aus: Bis zum Jahr 2015 will der Anbieter 80 Prozent seiner Kunden in Urlaubsquartiere lotsen, die exklusiv bei TUI angeboten werden. Zurzeit sind es erst 60 Prozent. Schon 2013 steigt die Zahl dieser exklusiven Hotelbetten um 30.000 auf 150.000 an, wie TUI-Deutschland am Donnerstag in Hannover und Dubai mitteilte. TUI sichert sich schon seit Jahren immer mehr Hotels exklusiv. Diese meist teureren Unterkünfte werfen für den Reiseveranstalter höhere Margen ab. Die Ausrichtung auf hochwertige Reisen zahlt sich schon im laufenden Wintergeschäft aus: Während die Zahl der Buchungen derzeit um sieben Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum steigt, legen die Umsätze um rund neun Prozent zu, wie der Mutterkonzern TUI Travel bereits mitgeteilt hatte. Mit den Exklusivverträgen umgeht TUI das Problem, dass Kunden sich über das Internet selbst Hotel und Flug organisieren und den Reiseveranstalter übergehen. Im Sommer 2013 verteuern sich bei TUI Reisen in die Türkei um zwei Prozent und auf die Balearen um 2,5 Prozent. Reisen nach Asien und in die Karibik verteuern sich um drei Prozent. Dagegen werden Trips nach Südafrika und Namibia fünf Prozent billiger. Autoreisen in Deutschland und Österreich werden zwei Prozent teurer. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)

HypoVereinsbank spart bei den Führungskräften

HypoVereinsbank spart bei den Führungskräften München (dapd). Die HypoVereinsbank will ihr Geschäft verstärkt regionalisieren und gleichzeitig im Management sparen. Etwa jeder zweite der 150 Niederlassungsleiter müsse seine Position aufgeben, verlautete am Donnerstag aus dem Umfeld der Münchner Bank. Gleichzeitig soll das Geschäft der Bank künftig dreigeteilt werden, wie die deutsche Tochter der italienischen Großbank Unicredit mitteilte. Neben einer Privatkunden- und einer Unternehmer-Bank werde es einen Bereich Corporate und Investment Banking geben. Vorstandssprecher Theodor Weimer sagte: „Mit der neuen Organisationsstruktur setzen wir auf mehr Unternehmertum in der Bank.“ So teilt die Bank ihr klassisches Bankgeschäft in sechs Regionen ein und setzt jeweils für die Privatkunden- und die Unternehmerseite einen Leiter ein. Diese bekämen mehr Freiheiten, stünden dafür aber auch stärker in der Verantwortung, hieß es. Filialen und Kundenbetreuer sollen nicht eingespart werden. Das Konzept soll bis zum Jahresende stehen. Betriebsrat und Bankführung verhandeln über die Umbaupläne. In einem internen Papier, das der Nachrichtenagentur dapd vorliegt, schrieb Weimer an die Mitarbeiter: „Nur die Banken werden zu den ‚Gewinnern‘ zählen, die rasch und konsequent auf Veränderungen reagieren, bereit sind, alte Zöpfe abzuschneiden, sich neuen Entwicklungen zu öffnen und diese Herausforderungen als unternehmerische Chancen begreifen.“ In Anspielung darauf, dass Niederlassungsleiter andere Aufgaben bekämen, sagte der Bankchef: „Eine Management-Position ist nicht zwingend höher einzuschätzen als eine Position, in der jemand am Kunden Bruttobeiträge erwirtschaftet.“ Die sechs Regionen für das Privatkundengeschäft werden den Plänen zufolge Nord/West, Südwest, Ost sowie Bayern Nord, Bayern Süd und München sein. In der Unternehmer-Bank gibt es die Unterteilung: Nord, West, Südwest, Ost, Bayern-Nord und Bayern Süd. Die HypoVereinsbank hatte in den vergangenen Jahren zahlreiche Stellen abgebaut. Nach eigenen Angaben hat die Bank in Deutschland rund 17.000 Mitarbeiter und unterhält etwa 780 Geschäftsstellen. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)