Mainz (dapd-rps). Die Datenschutz- und Informationsbeauftragten von Bund und Ländern empfehlen eine weitergehende Offenlegung der Nebeneinkünfte von deutschen Parlamentariern. „Wichtig ist, dass hier für mehr Transparenz gesorgt wird, als das bisher in vielen Parlamenten der Fall ist“, sagte der Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar nach einer gemeinsamen Konferenz am Dienstag in Mainz. Dies würde auch im Sinne der Abgeordneten unsachliche Diskussionen vermeiden und die Bedenken der Bürger zerstreuen, dass Partikularinteressen bestünden. Diese erhöhte Transparenz soll Schaar zufolge auch für finanzielle Aufwendungen der Parlamente etwa für Reisen der Abgeordneten oder für Sachausgaben gelten. Allerdings dürften die Abgeordneten nicht gläsern gemacht werden, betonte Schaar. Es gehe nicht darum, Parlamente mit einer Stadtverwaltung gleichzusetzen. So müssten etwa die Besonderheiten des Mandats und Berufsgeheimnisse berücksichtigt werden. „Es macht einfach einen Unterschied, ob jemand im Hauptberuf Abgeordneter ist oder Landwirt“, argumentierte der Datenschutzexperte. Zuletzt hatten die üppigen Nebeneinkünfte des designierten SPD-Kanzlerkandidaten Peer Steinbrück die Diskussion über Nebeneinkünfte angeheizt. Zudem solle die Informationspolitik der Parlamente insgesamt verbessert werden, forderte Schaar. Hierzu zähle, dass diese ihre Tagesordnungen regelmäßig online bekannt machten und Sitzungen der Fachausschüsse in allen Parlamenten generell öffentlich sein müssten. Auch wissenschaftliche Gutachten, die von Parlamenten in Auftrag gegeben wurden, sollten nach Möglichkeit öffentlich gemacht werden. dapd (Politik/Politik)
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Justiz beugt sich öffentlichem Druck in der Affäre Gustl Mollath
München (dapd-bay). Bewegung im Fall Gustl Mollath: Die umstrittene Zwangsunterbringung des 56-jährigen Nürnbergers wird noch einmal gerichtlich überprüft. Nach massivem öffentlichen und politischen Druck stellte die Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth bei der zuständigen Kammer einen entsprechenden Antrag. Mithilfe eines weiteren psychiatrischen Gutachtens solle untersucht werden, ob der Mann zu Recht in einer geschlossenen Anstalt einsitzt, teilte die Generalstaatsanwaltschaft Nürnberg am Dienstag mit. Zuvor hatte sich Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) in die Affäre eingeschaltet. Mollath, der Schwarzgeld-Geschäfte bei der Hypovereinsbank (HVB) angeprangert hatte, ist seit fast sieben Jahren in einer Psychiatrie untergebracht, weil er angeblich gemeingefährlich ist. Der Fall sorgt für Wirbel, weil die Schwarzgeld-Vorwürfe nach jüngsten Erkenntnissen zutreffend sind. Für das Landgericht Nürnberg waren sie aber Teil eines „paranoiden Gedankensystems“. „Aufgrund der zum Teil einseitigen Medienberichterstattung in der Sache Mollath droht das Vertrauen in die Justiz Schaden zu nehmen“, erklärte die Generalstaatsanwaltschaft. Zugleich wies sie Vorwürfe gegen die Justiz zurück. Diese habe sich stets um optimale Aufklärung bemüht. Seehofer hatte zuvor der „Süddeutschen Zeitung“ gesagt: „Ich möchte in diesem Fall, dass man sich auf die Frage konzentriert, ob alles in Ordnung ist.“ Er respektiere die Unabhängigkeit der Gerichte, jedoch sei die Justiz aus seiner Sicht „gut beraten, den Fall noch einmal neu zu bewerten“. Darüber habe er auch mit Justizministerin Beate Merk (CSU) gesprochen. Opposition rügt Merks Zögern Die Opposition begrüßte die neue Entwicklung. Grünen-Rechtsexpertin Christine Stahl erklärte, es müsse jetzt ein unbefangener Gutachter eingeschaltet werden, der bislang noch nicht mit diesem Fall befasst gewesen sei. „Wir hätten uns die Vernunft, die die Staatsanwaltschaft jetzt an den Tag legt, schon vor Monaten von Justizministerin Beate Merk gewünscht“, sagte sie. SPD-Fraktionsvize Inge Aures fügte an, wie üblich müsse zuerst der Ministerpräsident eingreifen, bevor die Justizministerin Farbe bekenne. Freie-Wähler-Rechtsexperte Florian Streibl sagte: Falls sich bestätige, dass Mollath zu Unrecht in der Psychiatrie sitze, könne Merk nicht mehr im Amt verbleiben. Die bayerische Justiz und Ministerin Merk waren zuletzt immer mehr in Erklärungsnot geraten. In einem am Montag veröffentlichten Gutachten kam der renommierte Strafverteidiger Gerhard Strate zu dem Schluss, dass die Staatsanwaltschaft „rechts- und pflichtwidrig“ handelte, weil sie Mollaths Strafanzeige wegen Schwarzgeldgeschäften bei der HVB trotz konkreter Hinweise verworfen habe. Die damalige Einschätzung der Staatsanwaltschaft, Mollaths Strafanzeige sei ein Sammelsurium ohne Anhaltspunkte für Ermittlungen, sei „evident falsch“ gewesen, sagte Strate. dapd (Politik/Politik)
Hamburgs Turbo-Abiturenten bringen bessere Leistungen
Hamburg (dapd). Bessere Leistungen in weniger Zeit: Die Verkürzung der Schulzeit an Hamburgs Gymnasien von neun auf acht Jahre wirkt sich positiv auf das Können der Abiturienten aus. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie „KESS 2012“, die am Dienstag von Schulsenator Ties Rabe (SPD) in der Hansestadt vorgestellt wurde. Demnach lagen die Leistungen des Abiturjahrgangs 2011 in Englisch und Naturwissenschaften auf gleichem oder besserem Niveau als die des Abiturjahrgangs 2005. Dieser hatte noch eine neunjährige Gymnasialzeit. Auch im Bereich der komplexeren Mathematik, zu der etwa Vektor- oder Integralrechnung gehören, schnitten die G8-Schüler besser ab. Allein bei der mathematischen Grundbildung, zu der etwa der Dreisatz zählt, erzielten sie schlechtere Ergebnisse als Gymnasiasten, die das Abitur in neun Jahren absolvierten. „Die Studie zeigt, dass man sich nicht vor höheren Leistungsanforderungen fürchten muss“, sagte Rabe. Es werde zudem mit dem Vorurteil aufgeräumt, dass ein Anstieg der Abiturientenzahlen mit einem Niveauverlust einhergehe. 2011 haben in Hamburg 4.575 Gymnasiasten ihr Abitur gemacht – sechs Jahre zuvor waren es nur 3.517 Gymnasiasten. Lehrerverband hält Studie für nicht aussagekräftig Von der verkürzten Schulzeit profitieren den Angaben zufolge besonders die guten Schüler. Demnach lagen die Leistungen der 500 besten Hamburger Abiturienten aus dem Jahr 2011 deutlich über denen der Spitzengruppe des Jahres 2005 – vor allem im Bereich der voruniversitären Mathematik und dem englischen Sprachverständnis. „G8 hat die Leistungen der Leistungsspitze in Hamburg eindeutig verbessert“, betonte Rabe. Der Deutsche Lehrerverband bewertet die Ergebnisse anders. Das verkürzte Abitur nach zwölf Jahren sei nicht der Grund für die besseren Leistungen der Schüler, sagte der Vorstandsvorsitzende Helge Pepperling der Nachrichtenagentur dapd. Gymnasien würden eher von potenziell leistungsstärkeren Jugendlichen besucht, die anderen wählten die Stadtteilschule, an der die Zeit zum Abitur 13 Jahre beträgt. Bessere Resultate auf das G8-Abitur zu schieben, halte er für einen Fehler, sagte der 56-Jährige. CDU beansprucht gute Ergebnisse für sich Neben der Verkürzung der Gymnasialzeit wurden in Hamburg in der Vergangenheit auch die Kernfächer gestärkt. Dadurch werden Abiturprüfungen häufiger als früher in Fächern wie Englisch, Mathematik und Deutsch abgelegt. Auch das spiele bei der Beurteilung der Studie eine Rolle, sagte Schulsenator Rabe. Beide Punkte, die Verkürzung der Schulzeit und die Betonung der Kernfächer, hätten einen „deutlichen Leistungsschub“ bewirkt. Auch die CDU zeigt sich über die Resultate der Studie erfreut und beansprucht diese für sich: „Die Ergebnisse zeigen, dass sowohl die Einführung des G8 als auch die stärkere Leistungsorientierung der Gymnasien – etwa durch die zentralen Prüfungen – unter den CDU-Senaten richtig war“, sagte der schulpolitische Sprecher der Bürgerschaftsfraktion, Robert Heinemann. Die Linke betrachtet die Ergebnisse aus einer anderen Perspektive: „Viele Jugendliche klagen, sie hätten kaum noch Freizeit und Zeit, ihren Hobbys nachzugehen oder sich mit Gleichaltrigen zu treffen“, kritisierte die bildungspolitische Sprecherin Dora Heyenn. Dieser Aspekt sei in den Ausführungen des Senators viel zu kurz gekommen. dapd (Politik/Politik)
Pfleiderer-Sanierung rettet 3.600 Arbeitsplätze
Düsseldorf (dapd). Die Sanierung des Holzverarbeiters Pfleiderer ist nach Unternehmensangaben erfolgreich abgeschlossen worden. Alle 3.600 Arbeitsplätze seien dabei erhalten worden, teilte das Unternehmen am Dienstag mit. Das Unternehmen berichtete, nach der Rechtskraft des Insolvenzplans habe das Amtsgericht Düsseldorf am Dienstag die von der Gläubigerversammlung am 12. September beschlossenen Kapitalmaßnahmen in das Handelsregister eingetragen. Damit seien die alten Pfleiderer-Aktien wertlos geworden. Alleiniger Aktionär sei nun die Luxemburger Beteiligungsgesellschaft Atlantik. Im Zuge der im Insolvenzplan vereinbarten Maßnahmen würden die Schulden der Pfleiderer AG um annähernd 900 Millionen Euro reduziert worden. Außerdem werde das Unternehmen mit einem Eigenkapital in Höhe von rund 165 Millionen Euro ausgestattet, hieß es weiter. Pfleiderer hatte sich bei Investitionen im Ausland übernommen und bemüht sich bereits seit zwei Jahren um eine Restrukturierung. Dabei wurden das verlustträchtige Geschäft in den USA und Kanada sowie Geschäftsbereiche in Europa und Aktivitäten in Russland verkauft. Die Aufhebung des Insolvenzverfahrens für die Pfleiderer AG werde für die nächsten Tage erwartet, erklärte das Unternehmen. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
Otto stoppt Internet-Kaufrausch nach Gutscheinpanne
Hamburg (dapd). Eine neue Internetpanne beim Versandhändler Otto hat mehrere Tausend vermeintlich clevere Kunden enttäuscht und ohne Ware zurückgelassen. 50.000 Männer und Frauen hatten Online-Gutschein in der Höhe von 88 bis zu 400 Euro genutzt, wie das Unternehmen mitteilte. Wegen eines „Technikproblems“ waren diese Gutscheincodes aber nicht autorisiert, obwohl sie vom Otto-Computer angenommen wurden. Otto stornierte die Bestellungen. Die Kunden hätten beliebig oft auf immer die gleichen nicht autorisierten Gutscheincodes zurückgreifen und damit per Telefon oder via Internet Waren bestellen können, teilte das Unternehmen am Montagabend in Hamburg mit. Sie bekamen zunächst korrekte Bestellbestätigungen. Kunden berichten etwa im Portal „mydealz.de“ über Schnäppchen wie ein iPad für 65 Euro oder ein Galaxy-Handy für 81 Euro. Die Codes seien über sozialen Netzwerke wie Twitter verbreitet worden, erklärte Otto. Wie aus Unternehmenskreisen verlautete, waren in der Nacht von Sonntag auf Montag rund 40 verschiedene nicht autorisierte Gutscheincodes in Umlauf. Am frühen Montagmorgen sperrte das Unternehmen diese Nummern und stoppte damit die Flut vermeintlich kostenfreier Bestellungen. Bestellungen über echte Gutscheincodes, die in der Nacht zum Montag eingegangen seien, habe Otto bei den Stornierungen ausgenommen, sagte eine Sprecherin des Unternehmens. Das Unternehmen äußerte sich nicht dazu, wie es genau zu dem Problem kam. Der Fall erinnert an eine Internetpanne bei Otto im Jahr 2009: Damals hatte ein Mitarbeiter falsche Preise eingetippt. Laptops vom Typ Apple MacBook Air und andere, die regulär bis zu 1.999 Euro kosteten, wurden für 29,99 und 49,99 Euro angeboten. Über 2.500 Kunden schlugen zu, aber Otto stoppte die Auslieferung. Der Händler entschuldigte sich mit 100-Euro-Gutscheinen bei den Betroffenen. 2010 fiel der Handelsriese einen echten Internet-Ulk zum Opfer: Otto hatte auf Facebook einen Modelwettbewerb ausgeschrieben, über dessen Sieger abgestimmt werden sollte. Facebook-Nutzer sollten Bilder von sich hochladen, die von anderen Usern bewertet werden konnten. Sieger wurde aber nicht ein attraktives Nachwuchs-Model, sondern der 22-jährige BWL-Student Sascha aus Koblenz, der als „Brigitte“ in Frauenkleidern und greller Perücke posierte. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
Scandlines kündigt Bauauftrag für Ostseefähren
Stralsund/Lübeck (dapd). Knapp vier Wochen nach der Insolvenz der P+S Werften hat Scandlines bei der Volkswerft Stralsund den Vertrag zum Bau von zwei Ostseefähren aufgelöst. Die beiden Schiffe entsprächen vor allem in Bezug auf Gewicht und Stabilität nicht den vertraglichen Vereinbarungen, erklärte die Reederei am Dienstag in Lübeck. Scandlines-Chef Soren Poulsgaard Jensen sagte, Gründe für die Kündigung seien schwerwiegende technische Probleme, bauliche Verzögerungen und die Insolvenz der P+S Werften. Scandlines hatte die beiden Schiffe im März 2010 in der Volkswerft geordert. Sie sollten im Frühsommer 2012 in den Liniendienst gehen. Ihre Auslieferung hatte sich immer wieder verzögert, was schließlich maßgeblich zur Werften-Pleite führte. Die beiden im Rohbau fertigen Schiffe liegen seit Monaten am Ausrüstungskai der weitgehend stillgelegten Werft. Reederei erhebt Vorwürfe gegen Insolvenzverwalter Jensen sagte, die Scandlines Group habe sich während der Bauphase konstruktiv an der Suche nach Lösungen beteiligt. Auch nach Einleitung des Insolvenzverfahrens habe man Optionen geprüft. Dem Insolvenzverwalter seien Vorschläge unterbreitet worden, die unbeantwortet geblieben seien. Tatsache sei nun, dass die Fähren nicht zur Hauptsaison 2013 fertiggestellt sein könnten. Insgesamt wollte Scandlines rund 230 Millionen Euro in die beiden Neubauten und die Umgestaltung der Anleger und Kaianlagen in Rostock und Gedser investieren. Nach Reedereiangaben sind alle an die Werft geleisteten Vorauszahlungen durch Bankgarantien abgesichert. Allerdings seien Kosten durch Marketing und den ungeplanten Einsatz einer Zusatzfähre in diesem Sommer angefallen. „Wir prüfen nun andere Optionen, um so schnell wie möglich mit neuen Schiffen auf der Route verkehren zu können“, sagte Jensen. Vorerst würden aber auch 2013 die Fähren „Kronprins Frederik“ und „Prins Joachim“ zwischen Rostock und Gedser verkehren. Werft erwägt Verkauf der Rohbauschiffe an Dritte Der Insolvenzverwalter der P+S Werften, Berthold Brinkmann, hatte erst vor einer Woche die beiden nicht fertiggestellten und laut Bestellung zu schweren Fähren als besonders großes Problem bezeichnet. Im Kontakt mit dem Auftraggeber prüften derzeit externe Experten technische und finanzielle Möglichkeiten eines Umbaus der Schiffe. Zugleich würden Gespräche mit anderen Interessenten geführt, die diese Schiffe ohne größere Umbauten übernehmen und zum Beispiel außerhalb der Ostsee einsetzen könnten. Auch der Verkauf ohne Fertigstellung sei eine Option. Bereits im September war die dänische Reederei DFDS bei den P+S Werften von ihrem Auftrag zum Bau von zwei Ro-Ro-Schiffen zurückgetreten. Die unter anderem für weltweite Truppentransporte der dänischen und deutschen Streitkräfte vorgesehenen Spezialschiffe sollten ebenfalls Mitte 2012 ausgeliefert werden, befinden sich aber erst im Rohbaustadium. Gegenwärtig verhandelt die Werft wieder mit DFDS über den Weiterbau. Dafür ist ein Bürgschaftskredit in Höhe von 40 Millionen Euro erforderlich. Bei Bund und Land wurde inzwischen ein entsprechender Massekredit beantragt. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
Brüderle schließt Schuldenschnitt für Griechenland nicht aus
Berlin (dapd). FDP-Fraktionschef Rainer Brüderle schließt einen Schuldenschnitt für Griechenland „auf lange Sicht“ nicht aus. Ein solcher Schritt sei nach seiner Einschätzung „rechtlich möglich, wenn es keine weitere Kreditzustimmung an Griechenland gibt“, sagte Brüderle am Dienstag in Berlin. Allerdings würde dies eine Änderung des jetzigen Haushaltsrechts des Bundestages erfordern. Insofern handele es sich auch zum gegenwärtigen Zeitpunkt um eine „hypothetische Frage“, betonte der FDP-Politiker. Neben Deutschland sähen auch andere Euro-Länder rechtliche Hürden. Die Finanzminister der Eurogruppe und der Internationale Währungsfonds (IWF) hatten sich in der Nacht auf weitere Hilfsmaßnahmen für Griechenland geeinigt. Dazu zählen Notkredite in Höhe von fast 44 Milliarden Euro. Die Parlamente der Euro-Staaten müssen den Hilfen noch zustimmen. Brüderle bezeichnete die Verhandlungen innerhalb der Eurogruppe als „nicht einfach“. Umso mehr sei der jetzt gefundene Kompromiss zu begrüßen. Insbesondere hob der FDP-Politiker auch die Einigung mit dem Internationalen Währungsfonds hervor – „ohne IWF wäre sicherlich das Programm nicht fortsetzbar“. dapd (Politik/Politik)
SPD wirft Union mangelnden Respekt vor Parlament vor
Berlin (dapd). Die SPD wirft der Union mangelnden Respekt vor dem Bundestag vor. SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier kritisierte am Dienstag in Berlin in scharfer Form, dass von Unionsseite bereits der Donnerstag als Termin für eine Entscheidung über die neuen Griechenlandhilfen genannt werde. Auch in Zeiten der Krise verlange der Respekt vor dem Parlament, dass die vielen offenen Fragen debattiert werden, um Antworten zu bekommen und dann zu sehen, ob die Zeit reif sei für eine Entscheidung. Niemand habe ein Interesse, notwendige Beschlüsse zu verschleppen, betonte Steinmeier. Aber ein Unter-Druck-Setzen, „das lehnen wir ab“, machte der Fraktionschef deutlich. Bisher habe es nur eine Telefonschaltkonferenz am Morgen mit Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) gegeben, sagte Steinmeier. Die SPD könne daher nicht beurteilen, welche Folgewirkungen die Beschlüsse der Eurogruppe für den Bundeshaushalt hätten. Am Mittwoch soll der Haushaltsausschuss über die neuen Hilfen für Athen beraten. SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück forderte erneut Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) auf, die Karten in Sachen Griechenlandhilfen auf den Tisch zu legen. Es sei unklar, was die Brüsseler Beschlüsse für den Haushalt des Bundes bedeuten. „Die Stunde der Wahrheit, für die wir wirklich plädieren“, stehe nach wie vor aus. Die entscheidende Frage sei, ob es zu einem Schuldenschnitt in den nächsten Jahren komme und wie sich der Internationale Währungsfonds (IWF) verhalte. Dass sei weiter ungewiss. dapd (Politik/Politik)
Staatsanwaltschaft stellt Ermittlungen zum Tod Demjanjuks ein
Traunstein (dapd). Die behördlichen Ermittlungen zum Tod des verurteilten NS-Kriegsverbrechers John Demjanjuk sind eingestellt worden. Die Vorwürfe der Hinterbliebenen in einer Strafanzeige, wonach Demjanjuk wegen einer Falschbehandlung in einem oberbayerischen Pflegeheim starb, seien haltlos, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Traunstein, Bernd Magiera, am Dienstag der Nachrichtenagentur dapd. Ein von der Behörde in Auftrag gegebenes Gutachten habe jetzt ergeben, dass „keine Kausalität zwischen dem eingetretenen Tod und der ärztlichen Behandlung besteht“. Demjanjuk war Mitte März im Alter von 91 Jahren in einem Pflegeheim in Bad Feilnbach im Landkreis Rosenheim gestorben. Drei Monate später hatte die Familie Demjanjuks eine Strafanzeige wegen Totschlags gegen die behandelnden Ärzte und das Pflegepersonal gestellt. Ihnen wurde die unsachgemäße Verabreichung des Schmerzmittels Novalgin vorgeworfen. Demjanjuk war im Mai 2011 wegen Beihilfe zum Mord an mindestens 28.060 Menschen im Jahr 1943 im NS-Vernichtungslager Sobibór zu fünf Jahren Haft verurteilt worden. Das Landgericht München II ließ den gebürtigen Ukrainer anschließend frei, weil es keine Fluchtgefahr sah und das Urteil durch die Revision von Staatsanwaltschaft und Verteidigung nicht rechtskräftig wurde. Angehörige kürzlich informiert Sprecher Magiera erklärte, da eine falsche Medikation ebenso wie Fremdeinwirkung ausgeschlossen werden könne, sei Demjanjuk wohl eines natürlichen Todes gestorben. Über das Ergebnis des Gutachtens seien die Angehörigen vor wenigen Tagen informiert worden. Sie hätten noch die Gelegenheit, Beschwerde gegen die Einstellung des Verfahrens einzulegen. Demjanjuk litt an einer chronischen Nierenerkrankung und Blutarmut. Der in den USA lebende Sohn John Demjanjuk junior hatte erklärt, sein Vater habe Novalgin regelmäßig erhalten, obwohl der Hersteller bei Nierenleiden von einer Einnahme abrate. Die dauerhafte Verabreichung von Novalgin sei angesichts des Zustands von Demjanjuk absolut falsch gewesen und könne zum Tod geführt haben. Das monatelange Verfahren gegen Demjanjuk vor dem Münchner Landgericht war womöglich nicht der letzte große Prozess gegen einen mutmaßlichen NS-Verbrecher. Die Staatsanwaltschaft Weiden ermittelt zurzeit gegen einen 87-Jährigen, der im Jahr 1944 an der Tötung von mindestens 344.000 ungarischen Juden im Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau beteiligt gewesen sein soll. dapd (Politik/Politik)
Bayer erhält EU-Zulassung für Augenmedikament Eylea
Berlin (dapd). Der Pharmakonzern Bayer hat von der Europäischen Kommission die Zulassung seines neuen Augenmedikaments Eylea zur Behandlung der feuchten, altersbedingten Makula-Degeneration (AMD) erhalten. Damit werde der Konzern die neue Therapieform schon in Kürze auch in Europa anbieten können, teilte das Unternehmen am Dienstag mit. In den USA und Europa ist die feuchte AMD laut Bayer die häufigste Ursache einer Erblindung von Menschen über 65 Jahren. Bei der feuchten AMD kann es durch Einblutung und Vernarbung des Makula-Gewebes zur irreversiblen Verminderung der Sehkraft kommen. Blinde Flecken im zentralen Sehfeld sind die Folge, unbehandelt kann das bis zur Erblindung führen. Zusätzlich laufen derzeit nach Angaben des Unternehmens Phase-III-Studien, in denen die Wirksamkeit des Medikaments bei Behandlung des diabetischen Makula-Ödems und der durch starke Kurzsichtigkeit (Myopie) bedingten choroidalen Neovaskularisation getestet wird. Noch vor Ende dieses Jahres will Bayer zudem die Zulassung des Medikaments zur Behandlung eines Zentralvenenverschlusses der Netzhaut in Europa beantragen. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)