Projekt Ausbildung

Kreis Gütersloh. Wie finden Unternehmen in Zukunft gute, motivierte Auszubildende? Zum Beispiel, indem sie interessierte Schülerinnen und Schüler in ihr Unternehmen einladen und ihnen die Möglichkeit geben, sich vor Ort ein Bild vom Unternehmen und seinen Ausbildungsangeboten zu machen.

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Ministerin zeichnet EMG aus

Bielefeld/Düsseldorf. EMG Elektromobile GmbH & Co. KG aus Bielefeld-Altenhagen zählt zu den 68 nordrhein-westfälischen „Ausgewählten Orten 2012“ im Wettbewerb „365 Orte im Land der Ideen“. Svenja Schulze, Ministerin für Innovation, Wissenschaft und Forschung des Landes Nordrhein-Westfalen, ehrte die Preisträger bei einem Empfang in der Staatskanzlei des Landes Nordrhein-Westfalen.

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Jungliberale fordern schonungslose Wahlanalyse

Jungliberale fordern schonungslose Wahlanalyse Berlin (dapd). Die Jungliberalen haben nach dem unerwarteten Wahlerfolg in Niedersachsen ein Ende der Führungsdebatte und eine schonungslose Wahlanalyse gefordert. „Wer auf das eigene Tor spielt, der gehört nicht zur Mannschaft“, sagte der Chef der Jungliberalen, Lasse Becker, in einem Interview der Nachrichtenagentur dapd. In den vergangenen Wochen hatte vor allem Entwicklungsminister Dirk Niebel (FDP) gegen Parteichef Philipp Rösler geschossen und dessen Führungsqualitäten infrage gestellt. Inwieweit es einen vorgezogenen Parteitag zur Neuordnung der Führungsspitze geben soll, ließ Becker offen. Wichtig sei jetzt, die monatelange Führungsdebatte zu beenden. „Ich wünsche mir, dass wir nicht mehr über Personal reden, sondern über Inhalte“, sagte der Juli-Chef. Denn die Niedersachsenwahl habe gezeigt, dass die FDP mit Themen punkten könne. Bei der Landtagswahl in Niedersachsen hatte die FDP am Sonntag knapp zehn Prozent der Wählerstimmen geholt und damit das von Demoskopen vorhergesagte Ergebnis fast verdoppeln können. Als wichtige Felder der FDP auch für den kommenden Bundestagswahlkampf nannte Becker die Haushaltskonsolidierung, den Schutz der Bürgerrechte und die Neuordnung der Mehrwertsteuertarife. „Wenn wir auf Inhalte setzen, wird sich die FDP auch durchsetzen“, zeigte sich der Chef der Jungliberalen überzeugt. dapd (Politik/Politik)

Bartsch: Westausdehnung der Linken nicht gescheitert

Bartsch: Westausdehnung der Linken nicht gescheitert Berlin (dapd). Das Projekt Westausdehnung der Linken ist nach Überzeugung von Linksfraktionsvize Dietmar Bartsch mit der Niederlage bei der Landtagswahl in Niedersachsen keineswegs gescheitert. Bartsch sagte der Nachrichtenagentur dapd, für die Linke gehe der Weg ohnehin in erster Linie über die Kommunalparlamente. Hier müsse die Partei Verantwortung übernehmen und sich politisch verankern. Der Fokus liege jetzt auf der Bundestagswahl im Herbst. Die Linke werde „gemeinsam und geradlinig“ auf einen Erfolg dort hinarbeiten, sagte Bartsch. Zunächst gelte es aber, das „traurige“ Wahlergebnis in Niedersachsen „sehr genau und sehr klar“ zu analysieren. An der Parteispitze will Bartsch auf keinen Fall rütteln. „Es gibt keinen Grund, über die Vorsitzenden zu reden.“ Die Linke ist bei der Landtagswahl in Niedersachsen am Sonntag klar an der Fünf-Prozent-Hürde gescheitert. Vor vier Jahren hatte die Partei dort noch 7,1 Prozent der Stimmen erhalten und war in den Landtag von Hannover eingezogen. dapd (Politik/Politik)

Bode: Wenn man als Team spielt, kann man Erfolg haben

Bode: Wenn man als Team spielt, kann man Erfolg haben Hannover (dapd). Niedersachsens Wirtschaftsminister Jörg Bode (FDP) empfiehlt der Parteispitze auf Bundesebene nach dem Erfolg der Liberalen bei der niedersächsischen Landtagswahl mehr Mannschaftsgeist. „Die Botschaft dieser Wahl ist: Wenn man als Team spielt, sowohl in Fraktion als auch Partei, kann man Erfolg haben“, sagte er in Hannover der Nachrichtenagentur dapd. Zugleich lobte Bode den umstrittenen Parteichef Philipp Rösler für dessen Einsatz in Niedersachsen in den höchsten Tönen. „Philipp Rösler hat hier Übermenschliches geleistet“, sagte er. Den Vorwurf, das gute Wahlergebnis nur mit Leihstimmen der CDU erzielt zu haben, ließ Bode nicht gelten. „Die Wähler verleihen Stimmen, nicht die Parteien“, erklärte er. „Viele Wähler wollten mit der Erststimme den CDU-Kandidaten sicher reinwählen und mit der Zweitstimme zeigen, dass auch die FDP weiter dabei sein soll“, fügte Bode an. Dies müssten alle akzeptieren. Erwartet habe er dieses Ergebnis für die FDP derweil nicht. „Wir haben vor einem halben Jahr gemeinsam mit der CDU noch 13 Prozent hinter Rot-Grün gelegen. Dann haben wir eine gigantische Aufholjagd gestartet und gezeigt, was wir leisten können.“ dapd (Politik/Politik)

Hauchdünne Mehrheit für Rot-Grün in Niedersachsen

Hauchdünne Mehrheit für Rot-Grün in Niedersachsen Hannover (dapd-nrd). Niedersachsen steht vor einem Machtwechsel. Bei der Landtagswahl hat Rot-Grün nach einer stundenlangen Zitterpartie einen knappen Sieg errungen. Die schwarz-gelbe Regierungskoalition von Ministerpräsident David McAllister (CDU) muss nach zehn Jahren abtreten, obwohl die FDP überraschend stark abschnitt. Dies ergab das am Sonntag kurz vor Mitternacht veröffentlichte vorläufige amtliche Endergebnis. Ins Jahr der Bundestagswahl starten Union und FDP mit einem Dämpfer. SPD-Spitzenkandidat Stephan Weil, bislang Oberbürgermeister von Hannover, kann nun mit den Grünen das gewünschte Regierungsbündnis schmieden und neuer Ministerpräsident werden. Zusammen stellen Sozialdemokraten und Grüne 69 Mandate im neuen Landtag. Sie haben damit eine hauchdünne Mehrheit von einer Stimme vor CDU und FDP. Das reiche ihm zum Regieren, sagte der 54-jährige Jurist. Auch Koalitionen mit knapper Mehrheit könnten sehr stabil sein. Nach Schließung der Wahllokale um 18.00 Uhr hatten die Hochrechnungen keinen klaren Sieger ausgewiesen. Die politischen Lager lieferten sich ein spannendes Kopf-an-Kopf-Rennen. Klarheit brachte erst nach sechs Stunden das vorläufige Endergebnis. Wie Landeswahlleiterin Ulrike Sachs mitteilte, bekam die SPD 32,6 Prozent der Zweitstimmen. Die Grünen erreichten 13,7 Prozent – ihr stärkstes Ergebnis in dem Land überhaupt. Die CDU kam auf 36,0 Prozent und verlor gegenüber der letzten Wahl 2008 sechs Prozentpunkte. Die FDP verzeichnete mit 9,9 Prozent ebenfalls ein historisches Spitzenergebnis im Norden. Zusammen stellen beide Parteien nun 68 Sitze im Landtag. Die Linke ist mit 3,1 Prozent nicht mehr im Landtag vertreten. Andere Parteien, darunter auch die Piraten, kamen auf 4,7 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag bei 59,4 Prozent. Bei der letzten Landtagswahl im Jahr 2008 lag sie mit 57,1 Prozent knapp darunter. Weil bedankte sich nach dem Wahlkrimi unter dem frenetischen Jubel seiner Anhänger für deren Hilfe im Wahlkampf. „Das ist ein guter Sonntag für Niedersachsen und die SPD. Herzlichen Dank für eure Unterstützung“, rief er. McAllister hatte sich schon als Sieger gefühlt McAllister hatte sich gegen Ende des „Herzschlagfinales“ am Abend schon als Sieger gefühlt und den Auftrag zur Regierungsbildung für sich beansprucht. Die CDU sei schließlich Nummer Eins in Niedersachsen, sagte er. Nun muss seine Partei aller Wahrscheinlichkeit nach in die Opposition. Der knappe Wahlsieg von Rot-Grün in Niedersachsen bringt erstmals seit 1999 auch wieder eine linke Mehrheit im Bundesrat. Wenn SPD und Grüne in Hannover eine Regierung bilden, dann haben die von SPD, Grünen und der Linken gemeinsam regierten Länder genügend Stimmen, um etwa den Vermittlungsausschuss anzurufen oder Gesetze anzustoßen. Die neue Mehrheit will Rot-Grün dazu nutzen, die schwarz-gelbe Bundesregierung vor sich her zu treiben. Angekündigt haben SPD und Grüne schon Initiativen für einen gesetzlichen Mindestlohn, zur Bekämpfung von Steuerhinterziehung, zum Kitaausbau und zur Abschaffung des Betreuungsgeldes. Am Montag beraten die Spitzen der Parteien in Berlin über das knappe Ergebnis. Die Niedersachsen-Wahl galt als Stimmungstest für die Bundestagswahl im Herbst. SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück hatte sich am Wahlabend schuldbewusst gegeben. Weil habe einen fantastischen Wahlkampf hingelegt, dabei aber keinen Rückenwind aus Berlin bekommen. „Es ist mir bewusst, dass ich maßgeblich dafür eine gewisse Mitverantwortung trage“, sagte er in der Berliner SPD-Parteizentrale. Steinbrück war wegen millionenschweren Redner-Honoraren und missglückten Äußerungen über das angeblich zu niedrige Kanzlergehalt in die Kritik geraten, zuletzt sackten auch die Umfragewerte ab. dapd (Politik/Politik)

Niederlage auf die brutalstmögliche Art und Weise

Niederlage auf die brutalstmögliche Art und Weise Hannover (dapd). Auf die brutalstmögliche Art und Weise erfährt David McAllister von seiner Niederlage. Nicht im Kreise der engsten Mitarbeiter oder in einem zurückgezogenen Büro, wo er der Enttäuschung freien Lauf lassen könnte. McAllister steht mitten auf der CDU-Wahlparty vor einer Kamera, als hinter ihm auf einer Leinwand die Mehrheit für SPD und Grüne verkündet wird. Alle Augen sind auf ihn gerichtet, Kameras fangen das Bild auf. McAllister schluckt. Er schließt die Augen für ein paar Sekunden und ringt um Fassung. Es ist ihm anzumerken, dass er diese Öffentlichkeit in diesem Moment – der bitteren Niederlage – nicht will. Entfliehen kann er dem aber nicht. Über Stunden war nicht abzusehen, wie die niedersächsische Landtagswahl ausgehen würde. Mal hatten CDU und FDP eine hauchdünne Mehrheit, mal zeichnete sich ein rot-grüner Erfolg ab. Dazwischen gab es in den Hochrechnungen immer wieder ein Patt. Erst viereinhalb Stunden nach Schließung der Wahllokale betrat McAllister die Wahlparty seiner Partei im Süden Hannovers. Jubel brandete auf. „David, David, David“-Rufe hallten durch den Raum. Die CDU feierte ihren Ministerpräsidenten und gab sich optimistisch. Zu diesem Zeitpunkt gab es dafür auch noch Anlass. Auf der Bühne sagte der bisherige Ministerpräsident das, was er sagen muss. „Die CDU in Niedersachsen ist die Nummer Eins“. Stimmt. Aber es ist eines der schlechtesten Ergebnisse seit langem. Als stärkste Kraft im Landtag beanspruche die CDU auch den Posten des Ministerpräsidenten für sich. Und der FDP gratulierte McAllister zu einem „sehr ordentlichen, sehr guten Zweitstimmenergebnis“. Und da das Ergebnis noch nicht feststeht, machte er den Parteifreunden Mut: „Wir brauchen jetzt einfach gute Nerven.“ Zu diesem Zeitpunkt hatten die versammelten CDU-Anhänger schon eine Berg- und Talfahrt der Gefühle hinter sich. Als die ersten Prognosen erschienen und der CDU-Balken schon bei 37 Prozent stehen blieb, herrschte ungläubiges Staunen und große Stille. Parteianhänger fassten sich entgeistert an den Kopf. Erst als die FDP mit fast zehn Prozent angezeigt wurde, brandete Jubel auf – Jubel über Schwarz-Gelb. Es folgte die Zitterpartie mit einem Auf und Ab. Das schlechte CDU-Ergebnis wollten sich die Parteianhänger allerdings nicht auf die eigene Fahne schreiben. Der wahre Schuldige war schnell gefunden: die FDP. „Sie haben uns einfach zu viele Stimmen weggenommen“, sagte ein zerknirschter Christdemokrat. Dass einige CDU-Wähler aus taktischen Gründen für die FDP stimmten, hielten alle für okay. Aber dass sie in Scharen zu den Liberalen überlaufen, stieß den meisten übel auf. „Das tut schon weh, wenn man auf die FDP schaut“, sagte ein langjähriger CDU-Anhänger. Große Zuversicht im Landtag Im Landtag herrschte derweil noch große Zuversicht, sogar, als SPD und Grüne schon vorne lagen. „Wir schaffen das“, war sich ein Christdemokrat sicher. Das werde der Abend letztlich zeigen. Wenige Stunden zuvor hatten die Christdemokraten ihren Spitzenkandidaten in den Räumen der Fraktion frenetisch gefeiert. Nur mühsam hatte es McAllister durch die tobende Menge geschafft. Der Ministerpräsident des Landes Niedersachsen lächelte verhalten. Immer wieder klopften ihm seine 200 Anhänger im überfüllten Fraktionsraum begeistert und erleichtert zugleich auf die Schulter. Auch in McAllisters Gesicht spiegelte sich zu der Zeit eine zaghafte Zuversicht. Deutschlands jüngster Ministerpräsident genoss den Jubel, die strahlenden Gesichter. McAllister, der das Land seit Juli 2010 regiert, habe es geschafft, freute sich ein Christdemokrat: „Die Testwahl für den Bund ist gelungen, Schwarz-Gelb in Berlin hat die so erhoffte Vorlage erhalten.“ Unter dem frenetischen Jubel seiner Anhänger traute sich McAllister im Landtag, schließlich Optimismus zu verbreiten: „Das kann noch ein langer Abend werden. Aber ich bin mir sehr sicher, dass wir am Ende die Nase in diesem spannenden Rennen vorn haben werden“, sagte er und verschwand erst einmal aus dem Scheinwerferlicht. Die Nase vorn haben am Ende jedoch SPD und Grüne. Nachdem McAllister die Niederlage bei der Wahlparty via TV-Einblendung übermittelt bekommt, ist die Demütigung aber noch nicht zu Ende. Stephan Weil, SPD-Spitzenkandidat und wahrscheinlich der neue Ministerpräsident von Niedersachsen, wird freudestrahlend im Interview gezeigt und McAllister schaut sich alles regungslos an. Erst danach kann sein Interview beginnen. Kurz danach entschwindet er aus dem Saal und hat endlich seine Ruhe. dapd (Politik/Politik)

Feiern, Feiern, Feiern

Feiern, Feiern, Feiern Hannover (dapd). Stephan Weil gilt als nüchterner Mensch, doch als der 54-Jährige am Sonntag gegen 23.30 Uhr die Bühne der SPD-Wahlparty im Alten Rathaus in Hannover entert, ist es mit seiner Zurückhaltung vorbei. Vor seinen lautstark feiernden Anhängern setzt der bekennende Fußballfan von Hannover 96 zur La-Ola-Welle an. Viermal lässt er die Arme tanzen. Viermal folgt die Anhängerschaft mit hochgerissenen Armen. „Ich freue mich auf fünf Jahre mit Rot-Grün“, sagt er unter Jubel. Auf der Zielgeraden hat er es doch noch geschafft und dem CDU-Spitzenmann David McAllister den Posten des Ministerpräsidenten abgejagt. Weil sichtlich gelöst Der Jurist ist sichtlich gelöst. „Ab jetzt machen wir nur noch eines: feiern, feiern, feiern“, gibt er seinen Anhängern vor. Und die lassen sich nicht lange bitten. Klatschend und hüpfend singen sie: „Oh, wie ist das schön“, „So sehn Sieger aus!“ oder „Wir fahren nach Berlin“. Der Fraktionsvorsitzende Stefan Schostok versucht die Menge zu zähmen – erfolglos. Die Jubel- und Feierszenen sind der Höhepunkt eines Abends, an dem die Genossen ein Wechselbad der Gefühle durchlebt haben. SPD und Grüne hatten zunächst wie der knappe Verlierer des Abends ausgesehen – dank der überraschenden Wiederauferstehung der FDP, die fast zehn Prozent der Stimmen holte. Vor allem die Liberalen waren deshalb lange Zeit die Buhmänner des Abends – galt ihr gutes Abschneiden doch als Grund dafür, dass es für eine rot-grüne Mehrheit möglicherweise nicht reicht. Kurz vor Mitternacht dann die Erlösung, als das vorläufige amtliche Endergebnis verkündet wird: Wie Fußballspieler, die in der letzten Minute das Siegtor erzielt haben, liegen sich die Genossen in den Armen. „Wahnsinn“ und „Geil“ sind Worte, die in diesem Moment Hochkonjunktur haben. Die SPD fährt einen Triumph ein, der zwar äußerst knapp ausfällt, aber gerade deshalb umso süßer schmeckt. „Es ist unglaublich. Ich weiß gar nicht: Ist das jetzt Wirklichkeit oder träume ich das nur?“, sagt der stellvertretende Landesvorsitzende Olaf Lies. „Das ist ein unglaubliches Gefühl. Wir können loslegen“, meint der 45-Jährige. Gemeinsam mit weiteren Genossen steht er hinter Weil und gibt den Back-Up-Chor für die Jubelgesänge. Er genießt den Moment und blickt zu den johlenden Parteifreunden. Der Tag selbst sei „furchtbar“ gewesen, der Druck groß. „Wir konnten nichts mehr tun, nur noch warten. Und jetzt zu wissen: Wir haben es geschafft. Unbeschreiblich.“ Der Hannoveraner Bundestagsabgeordnete Matthias Miersch kann seine Rührung über den Sieg kaum verhehlen, immer wieder wird er von Genossen umarmt. „Ich bin Optimist und habe immer mit einem Sieg gerechnet. Ich wusste, dass die Briefwahl uns zusätzliche Stimmen bringt.“ Er könne sich nicht erinnern, jemals einen solchen Wahlausgang erlebt zu haben. Druck fällt ab Mit Tränen in den Augen blickt Frauke Heiligenstadt, Landtagsabgeordnete und in Weils Schattenkabinett für das Kultusressort vorgesehen, auf die Bühne. Dort liegt sich der Parteivorstand im Freudentaumel in den Armen. „Der Druck ist runter gefallen“, sagt sie und prostet ihren Parteifreunden zu. Auch die Wahlhelfer lassen ihrer Freude freien Lauf: „Ich war schon lange nicht mehr so ausgelassen“, sagt einer. Nach Verkündung des amtlichen Endergebnisses verlagert sich die Feier dann ins Atrium des Rathauses. Dort spielt eine Band bekannte Partykracher, die Genossen tanzen und singen mit Inbrunst. „Oh Happy Day“ wird angestimmt. dapd (Politik/Politik)

Piraten-Kandidat enttäuscht über Wahlschlappe

Piraten-Kandidat enttäuscht über Wahlschlappe Hannover (dapd-nrd). Nach der deutliche Wahlniederlage der niedersächsischen Piraten zeigt sich der Listenkandidat Christian Koch enttäuscht von dem Ergebnis seiner Partei. „Die fünf Prozent hätten wir knacken können“, sagte der 41-Jährige in Hannover im dapd-Interview. Er habe sich mehr erhofft. „Wir haben es nicht geschafft, die Menschen für unsere Themen zu begeistern.“ Die Piraten scheiterten laut Hochrechnungen mit rund zwei Prozent deutlich an der Fünf-Prozent-Hürde und verpassten damit den Einzug in das Parlament. Christian Koch war für die Piraten auf der Landesliste an Position drei gesetzt. Umfragen zur Wahl sehr unscharf Er habe fest mit dem Einzug in das Parlament gerechnet, sagte Koch. Von den Umfragewerten der vergangenen Wochen bei etwa drei Prozent habe er sich nicht irritieren lassen. „Die Umfragen sind sehr unscharf“, sagte der Politiker zur Begründung. Trotz des schlechten Abschneidens in Niedersachsen bleibt Koch für die anstehende Bundestagswahl und für die Landtagswahl in Bayern optimistisch. Er glaube, dass es in dem süddeutschen Bundesland mit dem Einzug ins Parlament klappt, sagte der 41-Jährige. „Die Partei ist dort von der Struktur her sehr gut aufgestellt.“ Bundesweit hätten die Piraten zudem andere Möglichkeiten als in Niedersachsen, sagte Koch mit Blick auf die Wahlen im Bund. dapd (Politik/Politik)

Mehrheit für Rot-Grün nach Niedersachsen-Wahl

Mehrheit für Rot-Grün nach Niedersachsen-Wahl Hannover (dapd-nrd). Machtwechsel in Hannover: Bei der Landtagswahl in Niedersachsen hat Rot-Grün einen knappen Sieg errungen. Die bisherige schwarz-gelbe Regierungskoalition von Ministerpräsident David McAllister (CDU) hat keine Mehrheit mehr. Dies ergab das am späten Sonntagabend veröffentlichte vorläufige amtliche Endergebnis. SPD-Spitzenkandidat Stephan Weil, bislang Oberbürgermeister von Hannover, kann nun mit den Grünen das gewünschte Regierungsbündnis schmieden und neuer Ministerpräsident werden. Zusammen stellen SPD und Grüne 69 Mandate im neuen Landtag. Sie haben damit eine hauchdünne Mehrheit von einer Stimme vor CDU und FDP. Nach Schließung der Wahllokale um 18.00 Uhr hatten die Hochrechnungen keinen klaren Sieger ausgewiesen. Stundenlang lieferten sich die politischen Lager ein spannendes Kopf-an-Kopf-Rennen. Klarheit brachte erst das vorläufige Endergebnis kurz vor Mitternacht. Wie die Landeswahlleiterin Ulrike Sachs mitteilte, bekam die SPD 32,6 Prozent der Zweitstimmen. Die Grünen erreichten 13,7 Prozent – ihr stärkstes Ergebnis in dem Land überhaupt. Die CDU kam auf 36,0 Prozent und verlor gegenüber der letzten Wahl 2008 sechs Prozentpunkte. Die FDP verzeichnete mit 9,9 Prozent ebenfalls ein historisches Spitzenergebnis im Norden. Zusammen stellen beide Parteien nun 68 Sitze im Landtag. Die Linke ist mit 3,1 Prozent nicht mehr im Landtag vertreten. Andere Parteien, darunter auch die Piraten, kamen auf 4,7 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag bei 59,4 Prozent. Bei der letzten Landtagswahl im Jahr 2008 lag sie mit 57,1 Prozent knapp darunter. Weil bedankte sich nach dem Wahlkrimi unter dem frenetischen Jubel seiner Anhänger für deren Hilfe im Wahlkampf. „Das ist ein guter Sonntag für Niedersachsen und die SPD. Herzlichen Dank für eure Unterstützung“, rief er. Der als reserviert geltende 54-jährige Jurist rief die Genossen auf, nun ausgiebig zu feiern. Weil hatte zuvor angekündigt, auch ein Mandat Mehrheit reiche ihm zum Regieren. Auch Koalitionen mit knapper Mehrheit könnten sehr stabil sein, das habe sich in Niedersachsen schon mehrfach gezeigt. McAllister hatte sich schon als Sieger gefühlt McAllister hatte sich gegen Ende des „Herzschlagfinales“ am Abend schon als Sieger gefühlt und den Auftrag zur Regierungsbildung für sich beansprucht. Die CDU sei schließlich Nummer Eins in Niedersachsen, sagte er. Nun muss er sehr wahrscheinlich in die Opposition. Am Montag beraten die Spitzen der Parteien in Berlin über das knappe Ergebnis. Die Niedersachsen-Wahl galt als Stimmungstest für die Bundestagswahl im Herbst. SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück hatte sich am Wahlabend schuldbewusst gegeben. Weil habe einen fantastischen Wahlkampf hingelegt, dabei aber keinen Rückenwind aus Berlin bekommen. „Es ist mir bewusst, dass ich maßgeblich dafür eine gewisse Mitverantwortung trage“, sagte er in der Berliner SPD-Parteizentrale. Steinbrück war wegen millionenschweren Redner-Honoraren und missglückten Äußerungen über das angeblich zu niedrige Kanzlergehalt in die Kritik geraten, zuletzt sackten auch die Umfragewerte ab. dapd (Politik/Politik)