Berlin (dapd). Zwölf Organisationen haben verlangt, die Spekulation mit Nahrungsmitteln einzudämmen. Sie schrieben daher einen Brief an Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU), wie sie am Montag in Berlin mitteilten. In dem Schreiben heißt es: „Wir bitten Sie: Tragen Sie dazu bei, diesen Wahnsinn jetzt zu stoppen!“ Schäuble solle sich bei den Beratungen über eine europäische Richtlinie zur Regulierung der Finanzmärkte für „verpflichtende Positionslimits gegen exzessive Spekulation“ einsetzen. Diese sollten „für einzelne Händler und Händlergruppen, alle Handelsmonate und alle Arten von Verträgen gelten, auch für diejenigen, die außerbörslich gehandelt werden“. Unterschrieben haben den Brief Attac, Campact, foodwatch, die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten, die Katholische Arbeitnehmerbewegung, medico international, Misereor, Oxfam Deutschland, Südwind, terre des hommes, WEED (Institut und Weltwirtschaft, Ökologie & Entwicklung) und die Welthungerhilfe. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
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Steinbrück ist Honorarmillionär
Berlin (dapd). Der frühere Bundesfinanzminister Peer Steinbrück ist nach seiner Amtszeit mit Fachvorträgen offenbar zum Honorarmillionär geworden. Wie die „Bild“-Zeitung am Montag berichtete, soll der SPD-Politiker in den Jahren 2009 bis 2012 für Vorträge unter anderem bei Banken und Versicherungen insgesamt rund 1,25 Millionen Euro an Honoraren bekommen haben. Zu diesem Ergebnis sei ein vom SPD-Kanzlerkandidaten beauftragter Wirtschaftsprüfer gekommen, schreibt das Blatt. Steinbrück hatte angesichts der öffentlichen Debatte über seine Rednertätigkeiten Anfang Oktober angekündigt, seine Nebeneinkünfte detailliert offen zu legen. Zu den nun veröffentlichen Zahlen will sich der Kanzlerkandidat jedoch erst am Dienstag äußern. Steinbrück habe von 2009 bis 2012 insgesamt 89 bezahlte Vorträge gehalten und dafür Honorare zwischen 1.000 und 25.000 Euro erhalten, heißt es in dem Bericht. Durchschnittlich habe Steinbrück bei diesen Auftritten 14.065 Euro bekommen – bei einem Steuersatz von 48,5 Prozent entspreche dies einem Nettoverdienst von 7.314 Euro pro Vortrag. Zugleich hat Steinbrück laut „Bild“ aber auch 237 Vorträge ohne Honorar gehalten, unter anderem an Schulen und vor gemeinnützigen Organisationen. Wiederholt habe Steinbrück die Gelder auch direkt an soziale Einrichtungen, etwa die Familienberatungsstelle „Pro Familia“, auszahlen lassen. Auch mehr als 250 Veranstaltungen in seinem Wahlkreis Mettmann-Süd in NRW habe der SPD-Mann besucht. Steinbrück will Einkünfte und Auftraggeber veröffentlichen Steinbrück war kurz nach seiner inoffiziellen Vorstellung als SPD-Kanzlerkandidat Ende September wegen seiner bezahlten Vorträge in die Kritik geraten. Öffentlich nachzulesen war zu diesem Zeitpunkt, dass Steinbrück in der laufenden Legislaturperiode mehrere Dutzend Vorträge bei Banken, Versicherungen und anderen Unternehmen gehalten hatte, für die er jeweils mehr als 7.000 Euro kassierte. Wie hoch die Honorare genau ausfielen, war aber nicht ersichtlich. Dies muss der SPD-Kanzlerkandidat nach dem Abgeordnetengesetz auch nicht öffentlich machen. Steinbrück hatte auf die Kritik – vor allem aus den Reihen von CDU/CSU und FDP – mit der Ankündigung reagiert, er wolle eine Liste seiner Einkünfte, seiner Auftraggeber und Vertragspartner auf seiner Homepage öffentlich machen. Zu diesem Zweck beauftragte der SPD-Kanzlerkandidat nach eigenen Angaben eine Düsseldorfer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, um alle Unterlagen zu seinen Vorträgen noch einmal zu prüfen. Die Debatten über Steinbrücks Nebeneinkünfte werden aller Voraussicht nach auch dauerhafte Auswirkungen für die Bundestagsabgeordneten haben: Die Rechtsstellungskommission des Bundestages hat in der vergangenen Woche mit den Stimmen der Koalitionsfraktionen beschlossen, dass Abgeordnete ihre Nebeneinkünfte künftig statt in drei in zehn Stufen veröffentlichen müssen: von 1.000 bis 3.500 Euro, bis 7.000 Euro, 15.000, 30.000, 50.000, 75.000, 100.000, 150.000, 250.000 und mehr als 250.000 Euro. Der Entwurf muss allerdings noch durch den Bundestag. SPD und Grüne fordern eine Offenlegung der Einkünfte auf „Euro und Cent“. dapd (Politik/Politik)
Krankenhäuser bekommen mehr Geld
Berlin (dapd). Die Krankenhäuser bekommen im kommenden Jahr rund 1,3 Milliarden Euro mehr Geld aus der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV). „Wir gehen davon aus, dass die Beitragszahler im kommenden Jahr rund 64 Milliarden Euro für Krankenhausbehandlungen bezahlen müssen“, sagte GKV-Sprecher Florian Lanz am Montag auf dapd-Anfrage in Berlin. Für 2012 werden bei den gesetzlichen Kassen Ausgaben in Höhe von rund 62,7 Milliarden Euro erwartet. Eine entsprechende Einigung zur Anpassung des sogenannten Fallpauschalensystems für Krankenhäuser sei mit der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) und dem Verband der privaten Krankenversicherung (PKV) erzielt worden. Demnach können die Krankenhäuser zudem mit einer Steigerung der Zuweisungen aus der PKV rechnen. Verhandlungsgegenstand auf Spitzenverbandsebene war vor allem die Vergütung bei der Behandlung mit Blutgerinnungsfaktoren, ein extrem konfliktäres Thema auf Orts- und Landesebene. Hier konnte erstmals eine bundesweite Lösung gefunden werden, wobei künftig zwischen zwei zusätzlich anrechenbaren Leistungen unterschieden wird: Behandlung von Blutgerinnungsstörungen bei Blutern einerseits und Gabe von Gerinnungsfaktoren andererseits. dapd (Politik/Politik)
Thomas Cook plant mit weitgehend stabilen Preise
Oberursel/Dubrovnik (dapd). Der zweitgrößte deutsche Reiseanbieter Thomas Cook (Neckermann-Reisen) will das Preisniveau für den Sommerurlaub 2013 nach eigenen Angaben „weitgehend stabil“ halten. Wie der Konzern aus Oberursel am Montag in Dubrovnik bei der Vorstellung der Sommerprogramme mitteilte, werden für Familien sogar günstigere Preise angeboten, „die durch eine geänderte Einkaufsstrategie erzielt wurden“. Dagegen hatte der Konkurrent Rewe (ITS, Jahn Reisen) vergangene Woche stabile Preise für Griechenland, Ägypten und Tunesien angekündigt, während Ferien in Spanien, Portugal und der Türkei um zwei Prozent teurer werden sollen. Reisen nach Slowenien und Italien fallen bei Rewe dagegen im Preis. Mit der zu Ende gegangenen Sommersaison ist Thomas Cook in Deutschland zufrieden, wie es hieß. Buchungen und Umsatz lägen über dem Vorjahresniveau. „Die Reiselust der Deutschen hat nicht unter den Diskussionen um den Euro und die Kosten der Finanzkrise gelitten“, erklärte der Vorsitzende der Geschäftsführung, Michael Tenzer. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
Städtetag rechnet mit Betreuungslücke vor allem in großen Städten
Berlin (dapd). Der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städtetages, Stephan Articus, zweifelt daran, dass alle Kommunen den ab 1. August 2013 geltenden Rechtsanspruch auf eine Krippenbetreuung erfüllen können. Seit Monaten mache der Deutsche Städtetag deutlich, dass der Rechtsanspruch „noch lange nicht flächendeckend gesichert ist“, sagte Articus am Montag in Berlin. Der Bedarf an Kita-Plätzen liege vor allem in großen Städten deutlich über dem bundesweiten Durchschnitt von 39 Prozent. „Die noch bestehende Lücke wird daher wahrscheinlich nicht überall rechtzeitig geschlossen werden können“, sagte Articus. Laut dem Hauptgeschäftsführer will der Deutsche Städtetag dem Bund und den Ländern im November Maßnahmen vorschlagen, die aus Sicht der Städte notwendig seien. Zuvor hatte auch der Hauptgeschäftsführer des Städte- und Gemeinschaftsbundes, Gerd Landsberg, in der „Saarbrücker Zeitung“ angezweifelt, dass alle Kommunen den Rechtsanspruch auf eine Krippenbetreuung erfüllen können. Als Lösungsvorschlag brachte er eine vorübergehende Vergrößerung von Kita-Gruppen und das Aussetzen baulicher Standards wie der vorgeschriebenen Raumgrößen ins Spiel. Derzeit gibt es nach Angaben des Bundesfamilienministeriums 620.000 Betreuungsplätze für Kinder unter drei Jahren in ganz Deutschland, bis August 2013 werden aber 780.000 Plätze gebraucht. 160.000 Plätze fehlen demnach. dapd (Politik/Politik)
Anlagenbauer rechnen mit hartem Wettbewerb
Frankfurt/Main (dapd). Die deutschen Großanlagenbauer rechnen mit einem deutlich härten Wettbewerb auf dem Weltmarkt, vor allem aus China und Südkorea. Das geht aus einer Studie der Unternehmensberatung Management Engineers im Auftrag des Verbandes Deutscher Maschinen- und Anlagenbauer (VDMA) hervor, die am Montag in Frankfurt am Main vorgestellt wurde. Auch aus Europa werde der Druck der Mitbewerber steigen. 92 Prozent der Befragten sagten demnach, der Konkurrenzdruck habe sich seit 2009 spürbar verstärkt. 97 Prozent sehen eine nochmalige Verschärfung in den kommenden fünf Jahren. Die chinesischen Großanlagenbauer seien die derzeit stärksten Herausforderer auf dem Weltmarkt und würden es auch in näherer Zukunft sein. Zuletzt besonders in den Wettbewerbsfokus gerückt sind der Studie zufolge allerdings die südkoreanischen Anlagenbauer: Verspürten 2011 erst gut die Hälfte der Umfrageteilnehmer zunehmenden Wettbewerbsdruck von dieser Seite, sind es heute bereits 83 Prozent. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
Bild : Steinbrück hat mit Vorträgen 1,25 Millionen Euro verdient
Berlin (dapd). Rund 1,25 Millionen Euro soll SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück zwischen 2009 und 2012 laut einem Medienbericht als Honorar für Vorträge erhalten haben. Zu diesem Ergebnis sei ein von Steinbrück beauftragter Wirtschaftsprüfer gekommen, schreibt die „Bild“-Zeitung laut Vorabbericht. Demnach habe der SPD-Politiker in diesem Zeitraum 89 Vorträge gegen Entgelt gehalten und dafür Honorare zwischen 1.000 und 25.000 Euro erhalten. Allerdings hat Steinbrück laut „Bild“ auch 237 Vorträge ohne Honorar gehalten, unter anderem an Schulen und vor gemeinnützigen Organisationen. Wiederholt habe Steinbrück die Gelder auch direkt an soziale Einrichtungen, etwa die Familienberatungsstelle „Pro Familia“, auszahlen lassen. Steinbrück hatte Anfang Oktober die weitestgehende Offenlegung seiner Nebeneinkünfte angekündigt. Eine Düsseldorfer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft wurde beauftragt, die Unterlagen zu prüfen. dapd (Politik/Politik)
Nachfrage nach Arbeitskräften geht weiter zurück
Nürnberg (dapd). Die Nachfrage nach Arbeitskräften hat im Oktober weiter nachgelassen. Der Stellenindex BA-X der Bundesagentur für Arbeit (BA) verringerte sich im Vergleich zum Vormonat um einen auf 160 Punkte und liegt damit um elf Zähler unter dem Vorjahreswert, wie die BA am Montag mitteilte. Im Januar betrug er noch 179 Punkte. Die Behörde erklärt die Entwicklung damit, dass Unternehmen mit Neueinstellungen angesichts der schwächeren Konjunkturerwartungen vorsichtiger seien. Gleichzeitig betonte die BA: „Im Kontext der letzten Jahre betrachtet, liegt die Kräftenachfrage jedoch nach wie vor auf hohem Niveau“. So werde das Nachfragemaximum des Konjunkturzyklus vom Frühjahr 2007 lediglich um sechs Punkte unterschritten. Der noch immer hohe Bedarf an Arbeitskräften wird laut BA vom Beschäftigungsplus der vergangenen Jahre getragen, das mit mehr offenen Stellen einhergeht. Zudem gelinge es Unternehmen nicht immer, Stellen umgehend zu besetzen. Die längere Suche spiegle sich ebenfalls im BA-X wider. Großen Mitarbeiterbedarf melde nach wie vor die Zeitarbeit, gesucht werde Personal aber auch im Groß- und Einzelhandel, in der Bauinstallation, der Gastronomie sowie im Gesundheits- und Sozialwesen. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
Bertelsmann und Pearson fusionieren Buchverlage
Gütersloh/London (dapd). Der Gütersloher Medienkonzern Bertelsmann und das britische Verlagshaus Pearson planen gemeinsam den größten Buchverleger der Welt. Dazu sollen die beiden Konzerntöchter Random House und Penguin in ein Gemeinschaftsunternehmen eingebracht werden, teilten beide Unternehmen am Montag mit. Die Fusion ermögliche es ihnen, „noch effektiver ihre Bücher zu verlegen, und das in traditionellen wie in digitalen Formaten und für die Vertriebswege der Zukunft“, sagte der Vorstandsvorsitzende von Bertelsmann, Thomas Rabe. An dem neuen Branchenprimus im Buchmarkt soll Bertelsmann den Angaben zufolge 53 Prozent halten, 47 Prozent sollen bei Pearson liegen. Nach dem Zusammenschluss solle der bisherige Random-House-Chef Markus Dohle das operative Geschäft des neuen Unternehmens als Vorstandsvorsitzender leiten, Penguin-Chef John Makinson übernehme den Posten als Verwaltungsratsvorsitzender. Wenn die Kartellbehörden grünes Licht geben, solle das Geschäft voraussichtlich im zweiten Halbjahr 2013 vollzogen werden. Nicht von der Fusion betroffen ist den Angaben zufolge die deutsche Verlagsgruppe Random House in München, die ganz bei Bertelsmann verbleibe. Dagegen werde die neue Verlagsgruppe alle Geschäftseinheiten von Random House und Penguin in den USA, Kanada, Großbritannien, Australien, Neuseeland, Indien und Südafrika sowie die Penguin-Aktivitäten in China und die Random-House-Verlage in Spanien und Lateinamerika umfassen. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
Stiftung Warentest muss erstmals rote Zahlen schreiben
Berlin (dapd). Die gemeinnützige Stiftung Warentest wird nach Angaben ihres Vorstandes erstmals ein Geschäftsjahr mit Verlust abschließen. Wegen geringer Zinseinkünfte aus dem Stiftungskapital sei schon der Wirtschaftsplan für 2012 von einem Minus von 1,35 Millionen Euro ausgegangen, sagte am Sonntag Stiftungsvorstand Hubertus Primus der Nachrichtenagentur dapd und bestätigte einen Bericht der „Welt am Sonntag“.
