China gewinnt für BASF an Bedeutung

China gewinnt für BASF an Bedeutung Ludwigshafen/Schanghai (dapd). Mit einer hohen Millioneninvestition will BASF China zu einem wichtigen Eckpfeiler für den Chemiekonzern ausbauen. Das Ludwigshafener DAX-Unternehmen bezog am Dienstag seinen neuen China-Hauptsitz in Schanghai-Pudong und eröffnete ein Forschungs- und Entwicklungszentrum namens Innovation Campus. BASF bezeichnete die 55 Millionen Euro teure Erweiterung als „bisher wichtigste Investition des Unternehmens auf dem Gebiet der Forschung und Entwicklung in der Region“. Mit geplanten 2.500 Mitarbeitern soll einer der größten Standorte außerhalb Deutschlands entstehen. Die neue China-Zentrale beheimatet nach Firmenangaben neben der Verwaltung auch Marketing und Vertrieb und bietet Büroarbeitsplätze für 1.500 Mitarbeiter. Der Innovation Campus soll nach den Vorstellungen der Ludwigshafener mit anfänglich etwa 450 Forschern und Entwicklern zu einer „neuen Plattform für Innovationen in der Region“ werden. Andreas Kreimeyer, Mitglied des Vorstands und Sprecher der Forschung, sprach von einem „Eckpfeiler unseres wachsenden globalen wissenschaftlichen Netzwerks in Asien“. In der Forschungseinrichtung sollten lokale Talente verstärkt gefördert und die Zusammenarbeit mit Universitäten und wissenschaftlichen Einrichtungen in der Region ausgebaut werden, hieß es. Die Wissenschaftler sollen aus China heraus Produktneuheiten und -weiterentwicklungen für die Region und die ganze Welt liefern. Unter anderem gehe es um Anwendungen in Haushalts- und Körperpflegeprodukte oder Bindemittel für Dichtungsmassen zum Bauen. China gewinnt für den Chemiekonzern an Bedeutung. „Wir erwarten, dass bis zum Jahr 2020 etwa ein Viertel unser weltweiten Mitarbeiter in Forschung und Entwicklung in dieser Region tätig sein wird“, sagte der stellvertretende Vorstandsvorsitzende Martin Brudermüller. China ist bereits heute der drittgrößte Markt für BASF weltweit. Dort setzte das Unternehmen 2011 nach eigenen Angaben etwa 6,5 Milliarden Euro um und beschäftigte zum Jahresende rund 7.770 Mitarbeiter. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)

BASF baut Standort China aus

BASF baut Standort China aus Ludwigshafen/Shanghai (dapd). Mit einer hohen Millioneninvestition unterstreicht BASF die künftige Bedeutung Chinas für den Chemiekonzern. Das Ludwigshafener DAX-Unternehmen bezog am Dienstag seinen neuen China-Hauptsitz in Schanghai-Pudong und eröffnete ein Forschungs- und Entwicklungszentrum namens Innovation Campus. BASF bezeichnete die 55 Millionen Euro teure Erweiterung als „bisher wichtigste Investition des Unternehmens auf dem Gebiet der Forschung und Entwicklung in der Region“. Mit geplanten 2.500 Mitarbeitern soll der Standort zu einem der größten außerhalb Deutschlands werden. China wird für den Chemiekonzern immer wichtiger. „Wir erwarten, dass bis zum Jahr 2020 etwa ein Viertel unser weltweiten Mitarbeiter in Forschung und Entwicklung in dieser Region tätig sein wird“, sagte der stellvertretende Vorstandsvorsitzende Martin Brudermüller. China ist bereits heute der drittgrößte Markt für BASF weltweit. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)

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Klagewelle wegen des Rechtsanspruchs auf einen Kitaplatz befürchtet

Klagewelle wegen des Rechtsanspruchs auf einen Kitaplatz befürchtet Berlin (dapd). Die Kommunen schlagen angesichts des von August 2013 geltenden Rechtsanspruchs auf einen Kitaplatz Alarm. Der Deutsche Städtetag warnte am Dienstag vor einer Klagewelle. Der Hauptgeschäftsführer des Städte- und Gemeindebundes, Gerd Landsberg, plädierte dafür, den Rechtsanspruch auf Betreuungsangebote für Kinder unter drei Jahren aufzuweichen. Kinder von ein bis drei Jahren haben ab 1. August 2013 einen Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz in einer Kinderkrippe, einer Kita oder bei einer Tagesmutter. Der Anspruch gilt bundesweit. Das Statistische Bundesamt will am Vormittag in Berlin Daten zur „Kindertagesbetreuung in Deutschland 2012“ bekanntgeben. Der Präsident des Städtetages, Münchens Oberbürgermeister Christian Ude (SPD), sagte im ARD-„Morgenmagazin“, Eltern würden im Sommer zunächst auf Zuteilung eines Kitaplatzes klagen. „Wenn das objektiv nicht möglich ist, wird es einen Schadenersatzanspruch geben“, fügte Ude hinzu. Das sei „dann besonders absurd, wenn Städte in Finanznot auch noch so einen Schadenersatz zahlen müssen“. „Stufenlösung wäre ein richtiger Ansatz“ Landsberg unterstützte eine Forderung der Städte in Baden-Württemberg, die sich dafür einsetzen, dass der Anspruch zunächst nur für zweijährige Kinder gilt und erst in einem nächsten Schritt auch auf einjährige Kinder ausgeweitet wird. „Die seitens des baden-württembergischen Städtetages geforderte Stufenlösung wäre ein richtiger Ansatz“, sagte Landsberg „Handelsblatt Online“. „So könnte der Kita-Ausbau vorangetrieben und gleichzeitig der Gefahr begegnet werden, bei den betroffenen Eltern falsche Erwartungen zu schüren.“ Der Hauptgeschäftsführer des Städte- und Gemeindebundes sagte weiter, wegen der anstehenden Wahlen im kommenden Jahr würden sich wohl keine politischen Mehrheiten für eine schrittweise Einführung des Rechtsanspruchs finden. Deshalb schlage er „flexible Lösungen“ vor, die sich kurzfristig umsetzen ließen. Hierzu gehöre die kurzfristige Vergrößerung der Gruppen, aber auch das vorübergehende Aussetzen von baulichen Standards. Ude kritisiert Länder Auch Städtetagspräsident Ude forderte den Gesetzgeber auf, „ganz schnell pragmatische Lösungen“ anzubieten. Daran müssten sich auch die Länder beteiligen. Diesen warf Ude, der auch Spitzenkandidat der SPD für die bayerische Landtagswahl ist, vor, sich bei der Weitergabe der Fördermittel zum Kitaausbau „nicht gerade mit Ruhm bekleckert“ zu haben. Zugleich machte der Oberbürgermeister deutlich, dass auch „eine fertig gebaute Kita noch kein Angebot ist, weil man Personal braucht, was immer knapper wird“. Ude appellierte an Länder und Kommunen, besser zusammenzuarbeiten, um den stetig wachsenden Bedarf an Kindergartenplätzen decken zu können. Bürokratische Hemmnisse müssten abgebaut werden, sagte der SPD-Politiker. „Da können wir als Kommunen nur appellieren: Streitet nicht herum über monatliche Berichtspflichten und solchen Unfug, sondern tragt zur Lösung bei.“ dapd (Politik/Politik)

Fraport steigert Umsatz und Gewinn

Fraport steigert Umsatz und Gewinn Frankfurt/Main (dapd). Der Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport hat ungeachtet zahlreicher Flugausfälle durch Streiks Umsatz und Gewinn gesteigert. Im dritten Quartal erhöhte sich das Konzernergebnis auf Jahressicht um 34 Prozent auf 162 Millionen Euro, wie Fraport am Dienstag in Frankfurt am Main mitteilte. Der Umsatz stieg um 5,3 Prozent auf 701 Millionen Euro. Wegen Streiks des Kabinenpersonals waren demnach im August und September 1.200 Flüge gestrichen worden. Zwischen Januar und September steigerte Fraport seinen Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 3,5 Prozent auf 1,854 Milliarden Euro. Der Gewinn wuchs um 10,1 Prozent auf 248 Millionen Euro. Durch Streiks der Vorfeldbeschäftigten und während der Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst waren Anfang des Jahres mehr als 2.000 Flüge ausgefallen. Im gesamten Jahr fielen nach Angaben von Fraport wegen der drei Streiks insgesamt 3.350 Flüge aus. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)

Mit Kosmetik aus Franken zum Weltmarktführer

Mit Kosmetik aus Franken zum Weltmarktführer Heroldsberg (dapd-bay). Franken ist bekannt für seine Bratwürste, sein Bier und seine Nürnberger Lebkuchen. Nur Wenigen bekannt sein dürfte allerdings, dass hier auch der Weltmarktführer für Kosmetikstifte zuhause ist: Die Schwan-Stabilo Cosmetics GmbH & Co. KG. Das Familienunternehmen mit Firmensitz in Heroldsberg im Landkreis Erlangen-Höchstadt produziert seit 1927 Kosmetikartikel. Heute werden alle namhaften Kosmetikmarken der Welt mit Eyelinern, Wimperntuschen und Lippenstiften beliefert. Die Kunden verkaufen diese dann unter ihrem Markennamen weiter. Von der Weltproduktion an Kosmetikstiften entfallen laut Schwan-Stabilo Cosmetics rund 40 Prozent auf die eigene Herstellung – wobei sich die fränkische Firma mit dieser Aussage auf die aktuellen Daten verschiedener Marktforschungsunternehmen beruft. Für Entwicklungsleiter Jörg Karas ist Schwan-Stabilo ein klassischer „Hidden Champion“ – eine Firma, die global erfolgreich und trotzdem nur in ihrer Branche bekannt ist. „Wir sind keine verlängerte Werkbank unserer Kunden, wir identifizieren und entwickeln Produktideen bis zur Marktreife und bieten diese dann den Kosmetikmarken an“, sagt er. Dabei komme die Anregung in zehn Prozent der Fälle von einer der Kosmetikmarken, für die produziert werde, 90 Prozent seien von Anfang an eigene Idee. Allein an der Entwicklung neuer Produkte arbeiteten 150 Mitarbeiter, erzählt Karas. Fünf Prozent des Umsatzes würden darin investiert. Wiege des Kosmetik-Stifts zum Herausdrehen Als einen der größten Erfolge wertet der Entwicklungsleiter den Kosmetik-Stift zum Herausdrehen, den die Tüftler von Schwan-Stabilo vor 25 Jahren erfunden hätten. Dieser „mechanische Liner“ sei heute fester Bestandteil aller Sortimente, erzählt Karas. „Aber die Wiege dieses Stifttyps steht hier in Heroldsberg.“ Außer am Stammsitz produziert Schwan-Stabilo Cosmetics noch in der mittelfränkischen Stadt Weißenburg sowie in Werken in den USA, China, Tschechien, Brasilien, Kolumbien, Mexiko und Indonesien, jeweils für die regionalen Märkte. Allerdings würden 60 Prozent der Kosmetikartikel in Deutschland gefertigt, auch wenn hier nur fünf Prozent des Umsatzes anfalle. Die Spezialisierung von Schwan-Stabilo Cosmetics auf Kosmetikstifte kommt nicht von ungefähr – schließlich gehört die Firma zur Schwanhäußer Industrie Holding, die seit 1855 Stifte zum Schreiben und Malen produziert. Darunter findet sich auch der bekannten Schwan-Stabilo Textmarker. Als dritte Sparte kam 2006 der im bayerisch-schwäbischen Landkreis Augsburg beheimatete Outdoor-Spezialist Deuter Sport zur Unternehmensgruppe. Der Konzern hat weltweit etwa 4.390 Mitarbeiter, 1.850 davon in Deutschland. „Als eine der Weltfirmen unseres Landkreises hat Schwan-Stabilo eine große finanzielle Bedeutung für den Landkreis und für die Region Nürnberg-Erlangen“, sagt der Landrat des Kreises Erlangen-Höchstadt, Eberhard Irlinger (SPD) – und verweist auf die Gewerbesteuereinnahmen, die rund 1.900 Arbeitsplätze des Konzerns und die Effekte für die Zulieferer-Firmen. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)

Union legt in der Wählergunst zu

Union legt in der Wählergunst zu Berlin (dapd). Die Union ist in der Wählergunst weiter im Aufwind. Wäre am kommenden Sonntag Bundestagswahl, kämen CDU/CSU auf 38 Prozent. Das ist laut INSA-Meinungstrend für die „Bild“-Zeitung (Dienstagausgabe) ein Anstieg um einen Prozentpunkt zur Vorwoche. Allerdings hätte Schwarz-Gelb keine Mehrheit: Die FDP verharrt weiter bei vier Prozent und wäre nicht mehr im Bundestag vertreten. Auch die SPD bleibt stabil und würde 30 Prozent der Wählerstimmen erreichen. Die Grünen können dagegen um einen Punkt zulegen und kommen auf 14 Prozent der Wählerstimmen. Immer stärker im Abwind sind die Piraten: Sie verlieren gegenüber der Vorwoche einen Punkt und liegen nur noch bei drei Prozent. Auch die Linkspartei verliert einen Punkt und kommt nun auf sechs Prozent. Das Meinungsforschungsinstitut INSA befragte vom 2. bis 5. November 2.003 Bürger. dapd (Politik/Politik)

Städtebund fürchtet hohen Bürokratieaufwand durch Betreuungsgeld

Städtebund fürchtet hohen Bürokratieaufwand durch Betreuungsgeld Berlin (dapd). Der Deutsche Städte- und Gemeindebund kritisiert die Entscheidung der Koalition für das Betreuungsgeld. „Junge Eltern, die im Beruf erfolgreich sein wollen, möchten ihre Laufbahn fortsetzen und werden sich davon nicht mit 150 Euro im Monat abbringen lassen“, sagte Städtebund-Chef Gerd Landsberg der Zeitung „Rheinische Post“ (Dienstagausgabe). Die Umsetzung des Betreuungsgeldes werde zudem einen erheblichen bürokratischen Aufwand erfordern mit Melde- und Kontrollpflichten. „Die Mittel für das Betreuungsgeld wären besser genutzt, würden sie zur Absicherung des Rechtsanspruches auf einen Kitaplatz eingesetzt“, betonte Landsberg. dapd (Politik/Politik)

Wir sind nicht der Wirtschaft verpflichtet

Wir sind nicht der Wirtschaft verpflichtet Berlin (dapd). FDP-Fraktionschef Rainer Brüderle hat Kritik aus der Wirtschaft an den Beschlüssen des Koalitionsgipfels zurückgewiesen. Die Regierungsparteien seien „nicht den Wirtschaftsverbänden verpflichtet, sondern dem Gesamtwohl des Landes“, sagte er der Zeitung „Die Welt“. „Für manche mag die Abschaffung der Praxisgebühr kein Thema sein, für gesetzlich versicherte Familien, Kranke und viele ältere Menschen ist das sehr wohl eine spürbare Entlastung.“ Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt hatte die Abschaffung der Praxisgebühr und die Einführung des Betreuungsgeldes zuvor sehr scharf kritisiert. Das Betreuungsgeld sei nicht das Herzensanliegen der FDP gewesen, so Brüderle, „aber wir haben jetzt eine gute Lösung gefunden, die die Wahlmöglichkeiten der Eltern stärkt und den Haushalt schont“. dapd (Politik/Politik)

Merkel verteidigt Betreuungsgeld und Sparpolitik

Merkel verteidigt Betreuungsgeld und Sparpolitik Bad Fallingbostel (dapd). Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat auf der CDU-Regionalkonferenz in Niedersachsen das Betreuungsgeld gegen Kritik verteidigt. „Wir wollen in der Gesellschaft keine Diskussion, wo wir sagen: Eigentlich muss sich derjenige entschuldigen, der sein Kind nicht in die Kita bringt“, sagte Merkel bei der CDU-Regionalkonferenz in Bad Fallingbostel. Auch die anderen Beschlüsse des Koalitionsgipfels seien richtig und wichtig gewesen, betonte sie. Deshalb bekämen nun ab August auch diejenigen „ein bisschen Unterstützung, die ihre Kinder ein paar Jahre zuhause erziehen“. Gleichzeitig betonte Merkel aber auch den Rechtsanspruch auf eine Betreuung für Kinder unter drei Jahren. Die CDU wolle generell Wahlfreiheit ermöglichen. Es sei schließlich ein „Markenzeichen“ der Christdemokraten, den Menschen zuzutrauen, dass „sie ihre Leben selbst gestalten können“. Kein Wort über Abschaffung der Praxisgebühr Ab August 2013 bis Ende Juli 2014 sollen 100 Euro für ein- und zweijährige Kinder gezahlt werden, die keine staatliche Betreuung in Anspruch nehmen. Danach sollen es 150 Euro im Monat sein. Merkel kritisierte, dass diejenigen, die das Betreuungsgeld in Anspruch nehmen wollten, „unter Generalverdacht“ gestellt würden, dieses „zweckentfremdet“ einzusetzen. Auch dass der Bund die Schuldenbremse bereits 2013 einhalte, sei ein „sehr gutes Ergebnis“, sagte Merkel. Schließlich zeige gerade die europäische Finanzkrise, dass Schulden letztlich immer bedeuten, dass man „nicht die volle Freiheit“ habe. Zur Abschaffung der Praxisgebühr, die ebenfalls von der Koalition in der Nacht zu Montag beschlossen wurde, verlor die Kanzlerin am Montagabend kein Wort. Stattdessen bekräftigte Merkel ihre Forderung nach einer Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands. Die Bundesrepublik sei auch deshalb so stark, weil „wir so gute Unternehmen haben“. Politik könne aber nicht per Dekret verordnen, dass Arbeitsplätze geschaffen werden. Aber Politik könne die Rahmenbedingungen schaffen, damit „die Menschen Arbeit haben und der Staat die Steuereinnahmen.“ Niedersachsens Ministerpräsident David McAllister (CDU) hatte zuvor bei der Konferenz die Geschlossenheit seiner Partei in Niedersachsen gelobt. „Die niedersächsische CDU ist geschlossen wie kaum jemals zuvor. Und wir sind entschlossen am 20. Januar die Landtagswahl zwischen Ems und Elbe zu gewinnen“, sagte er. Die Veranstaltung in Bad Fallingbostel war die vorletzte der geplanten sechs Regionalkonferenzen vor dem CDU-Parteitag Anfang Dezember in Hannover. Etwa 1.800 Parteimitglieder aus Niedersachsen und Bremen waren der Einladung nach Bad Fallingbostel gefolgt. Auch der designierte Bremer Landesvorsitzende Jörg Kastendiek war zu Gast. dapd (Politik/Politik)

Merkel verteidigt Koalitionsbeschlüsse

Merkel verteidigt Koalitionsbeschlüsse Berlin (dapd). Bundeskanzlerin Angela Merkel hat die scharfe Kritik der Opposition an den Beschlüssen des Koalitionsgipfels zurückgewiesen. Mit Blick auf das Betreuungsgeld sagte die CDU-Chefin am Montag auf der CDU-Regionalkonferenz in Bad Fallingbostel, Eltern sollten sich nicht dafür entschuldigen müssen, dass sie ihre Kinder nicht in die Kita bringen. Deshalb bekämen nun diejenigen „ein bisschen Unterstützung, die ihre Kinder ein paar Jahre zuhause erziehen“. Nach dem Willen von Union und FDP sollen ab August 2013 bis Ende Juli 2014 100 Euro für ein- und zweijährige Kinder gezahlt werden, die keine staatliche Betreuung in Anspruch nehmen. Danach sollen es 150 Euro im Monat sein. Merkel lobte auch die Übereinkunft im Regierungsbündnis, dass der Bund die Schuldenbremse bereits 2013 einhalten will. Dies sei ein „sehr gutes Ergebnis“. Schließlich zeige gerade die europäische Finanzkrise, dass Schulden Staaten „die volle Freiheit“ nähmen. Unionsfraktionschef Volker Kauder (CDU) nannte die Kritik der Opposition scheinheilig. „Über Monate hat sie eine Reduzierung der Verschuldung und eine Abschaffung der Praxisgebühr gefordert. Die Koalition packt das nun an, während die SPD und die Grüne immer neue milliardenschwere Wahlversprechen ausarbeiten“, sagte er der „Bild“-Zeitung. Das Ziel des strukturell ausgeglichenen Haushalts im Jahr 2014 sei die Antwort der Regierungskoalition auf die Lehren aus der Euro-Schuldenkrise und auf die Sorgen der jungen Generation. Die Opposition hatte Schwarz-Gelb ein „beispielloses Geschacher“ vorgeworfen, nur um den brüchigen Koalitionsfrieden zu retten. Das Bundeskabinett drückt nun aufs Tempo und will bereits am Mittwoch (7. November) das Aus für die Praxisgebühr beschließen. Ab 1. Januar werden die Bürger damit um jährlich zwei Milliarden Euro entlastet. Das Betreuungsgeld soll schon am Freitag abschließend im Bundestag gebilligt werden. Start ist am 1. August, und nicht wie bisher geplant am 1. Januar. Neu ist, dass Eltern einen Bonus erhalten sollen, falls sie das Betreuungsgeld zur privaten Altersvorsorge oder zum Bildungssparen nutzen. SPD und Grüne kündigten aber sogleich an, die neue Familienleistung umgehend wieder abzuschaffen, sollten sie nächstes Jahr an die Regierung kommen. Die Sozialdemokraten wollen zudem vor das Verfassungsgericht ziehen. Verhandlungen bis in den Morgen Überdies einigte sich Schwarz-Gelb in den rund achtstündigen Beratungen im Kanzleramt, 750 Millionen Euro mehr für neue Verkehrsprojekte auszugeben – ein Anliegen der CSU. Konkrete Projekte werden aber erst bestimmt. Zur Bekämpfung von Altersarmut soll es mehr Rente für Geringverdiener geben – bezahlt nicht aus der Rentenkasse, sondern mit Steuergeld. Die Koalition nennt dies eine „Lebensleistungsrente“. Voraussetzung sind Beitragszahlungen in die gesetzliche Rentenversicherung über 40 Jahre und private Vorsorge. Das Bundesarbeitsministerium rechnet damit, dass die Aufstockung schmale Renten auf rund 850 Euro aufbessern wird. Die großen Sozialverbände rügten, dies seien praktisch unüberwindbare Hürden für Millionen Bedürftige. Der Beschluss gehe etwa an der Lebenswirklichkeit der meisten Frauen komplett vorbei. Der DGB sprach von „blankem Zynismus“. SPD-Chef Gabriel kürte Sozialministerin Ursula von der Leyen (CDU) zur „größten Verliererin“ des Spitzentreffens. Mit ihrer Zuschussrente sei sie als Tigerin gestartet und nun als „zahmes Hauskätzchen“ auf dem Boden der Realität gelandet. Steinbrück geißelt „Wahlgeschenke“ SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück kritisierte, die Koalition verteile „Wahlgeschenke“ und wolle lediglich den Koalitionsfrieden wahren. Man könne die Wähler aber nicht kaufen, „schon gar nicht mit einem bildungspolitischen Rückschritt wie dem Betreuungsgeld“. Der Sprecher von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), Steffen Seibert, wies den Vorwurf zurück, die Koalition habe einen „Kuhhandel“ abgeschlossen. Vielmehr werde die solide Finanzpolitik fortgesetzt und der soziale Zusammenhalt gestärkt. Zudem fördere die Regierung die Infrastruktur und unterstützte den privaten Konsum. Kritik kam aber auch aus dem eigenen Lager, etwa vom Wirtschaftsrat der CDU. Generalsekretär Wolfgang Steiger erklärte: „Deutschland braucht Vorrang für die Haushaltskonsolidierung statt neuer sozialer Wohltaten auf Pump.“ Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt nannte die Abschaffung der Praxisgebühr einen schweren Fehler, da die Gesundheitskosten zulasten aller Beitragszahler verschoben würden. Das Betreuungsgeld gefährde wichtige Ziele der Arbeitsmarkt-, Bildungs- und Haushaltspolitik, da es Eltern dazu anreize, sich aus dem Beruf zurückzuziehen. dapd (Politik/Politik)