Berlin (dapd). Die 3.500 Beschäftigten der größten deutschen Kinokette Cinestar erhalten mehr Geld. In den kommenden drei Jahren sollen die Löhne je nach bisheriger Entgelthöhe zwischen 8 und 33 Prozent steigen, teilte die Gewerkschaft ver.di am Freitag in Berlin mit. Dem Abschluss seien jahrelange Auseinandersetzungen und Streiks in vielen Kinos vorausgegangen. Mit dem Tarifergebnis trete ab 1. Januar 2013 erstmals überhaupt ein Tarifvertrag für die Cinestar-Beschäftigten in Kraft, erklärte ver.di. Vereinbart worden seien auch Urlaubsansprüche und ein Weihnachtsgeld. Für die rund 1.700 Beschäftigten der Cinemaxx-Kette hatte ver.di bereits im November einen Tarifabschluss erzielt. Dieser sieht eine durchschnittliche Tariferhöhung von 9,74 Prozent vor. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
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Vom Postmann an den Weihnachtsmann
Rodgau (dapd). Bis unter den Weihnachtsbaum ist es noch ein weiter Weg. Lange Reihen von Pappkartons, mal klein, mal groß, gleiten Hunderte Meter über ein riesiges Fließband. Es rattert und rumpelt, Neonlicht lässt alles fahl aussehen. Die meisten Pakete sind grau oder braun, die bunten stechen hervor. Bücher, Weinflaschen, Lego-Burgen, Dessous, Schuhe, Pralinen – was wohl darin ist? Klar ist nur, dass es in vielen Paketen um Geschenke geht. Im Paket-Verteilzentrum im hessischen Rodgau bei Frankfurt wird in einer 300 Meter langen Halle verteilt, was am 24. Dezember Vater, Mutter, Kind, Onkel und Tante zum Strahlen bringen soll. Drei Millionen Pakete transportiert die Deutsche Post DHL in normalen Zeiten, vor Weihnachten schwillt die Menge auf bis zu sieben Millionen an. Allein 60 Sonderzüge der Bahn sind im Einsatz, um mit der Masse zurechtzukommen. Für die Mitarbeiter im Verteilzentrum bedeutet das Stress und Überstunden. „Die Maxime ist: Der Kram muss raus“, sagt Niederlassungsleiter Stefan Decher. Es gibt keine Möglichkeit, die Pakete im Verteilzentrum zu lagern. 33 dieser Zentren unterhält die Post in Deutschland, sie ist noch immer Marktführer. Mehr als jedes zweite privat verschickte Paket geht durch die Hände der Post-Mitarbeiter. Arbeiten, wenn andere freihaben Einer von ihnen ist Ahmad Basharat, der am frühen Abend im Rodgauer Verteilzentrum einen Container belädt. Der 63-Jährige steht an einem rosafarbenen Fließband, über das die Pakete zu ihm kommen. Er trägt eine Jeans-Latzhose und ein gelbes DHL-Polohemd. Der Container hinter ihm ist zu zwei Dritteln voll. Basharat stapelt die Pakete hinter sich, die großen wuchtet er auf den Boden, die kleinen, leichten wirft er einfach oben drauf. Kein Kubikzentimeter soll verschenkt werden. „Am Anfang hat mir abends alles wehgetan“, sagt Basharat über die körperliche Belastung, die sein Job als Ladekraft mit sich bringt. Aber das ist lange her, er hat sich an die Arbeit gewöhnt und wirkt nicht unzufrieden. Die Post zahlt vergleichsweise gut und achtet darauf, dass die Mitarbeiter ihren Rücken nicht kaputt machen. Kurse gibt es und Ergotherapeuten, die durch die Hallen gehen und auf falsche Bewegungen reagieren, wie Decher versichert. Basharat, gebürtiger Pakistaner, arbeitet schon seit 2000 in dem Rodgauer Verteilzentrum und repräsentiert nur eine von 50 Nationen, die hier vertreten sind. Von 15.00 bis 21.00 Uhr dauert seine Schicht. Das ist die Zeit, in der die Pakete aus den Filialen angeliefert werden. An normalen Tagen sind das in Rodgau etwa 280.000, kurz vor Heiligabend dann bis zu 400.000. Allein 100 zusätzliche Mitarbeiter stehen dann am Tag hier an den Bändern oder be- und entladen die gelben Container. Bundesweit hat die Post im Advent 10.000 zusätzliche Mitarbeiter im Einsatz. Es ist 17.00 Uhr im Rodgauer Verteilzentrum. Die Pakete des Tages kommen nun aus den Postfilialen der Umgebung. Das Einzugsgebiet reicht von Aschaffenburg bis Gießen, von Büdingen bis Frankfurt. Auf den ersten Metern wird der Barcode gescannt, den jedes Paket bekommt. Alles wird elektronisch erfasst. Mitarbeiterinnen tippen in Sekundenschnelle die Postleitzahlen ein, die darüber entscheiden, in welchem Container die Pakete nach ihrem Weg durch das Verteilzentrum landen sollen. Später, mitten in der Nacht, kommen dann die Pakete aus den anderen Verteilzentren an und werden für die Zustellbezirke sortiert. Die Abläufe bringen es mit sich, dass die Postler im Verteilzentrum vor allem dann arbeiten, wenn die meisten anderen Menschen freihaben. Weiße Weihnachten erst ab 14.00 Uhr erwünscht Decher greift auf das Band vor ihm und nimmt eines der Päckchen heraus. Absender: Ein Handwerksbetrieb in Neu-Isenburg, der Empfänger sitzt in Aßlar. Auf dem Paket prangt ein Nikolaus. Offenbar ein klassisches Weihnachtspaket. Decher legt es zurück aufs Band. Sperrige und besonders schwere Pakete kommen in Rollcontainer und werden von Postlern durch die Halle gefahren. Auf einem liegen 25-Kilogramm-Säcke voller Rollsplit und Pakete in Rollenform beispielsweise für Plakate. Doch das sind noch lange keine ungewöhnlichen Sendungen. Von Urnen und frisch geschlachteten Tieren wissen Decher und Abteilungsleiter Werner Vögele zu berichten. Nicht alles, was verschickt wird, ist auch dafür geeignet. Oft ist schlicht die falsche Verpackung das Problem. Wer eine Weinflasche nur in etwas Packpapier einschlägt, der sollte sich nicht wundern, wenn das Experiment als klebriger Scherbenhaufen im Paketzentrum endet. Was ordentlich verpackt ist, sollte aber auch schnell und wohlbehalten ankommen. Die Post hat den Anspruch, im Schnitt neun von zehn Paketen am nächsten Tag auszuliefern. Damit sich dieser Anspruch auch kurz vor Weihnachten erfüllen lässt, müssen nicht nur Tausende Mitarbeiter und kilometerlange Förderbänder mitspielen, sondern auch das Wetter. Bei Blitzeis ist auch der Paketbote aufgeschmissen. Post-Sprecher Achim Gahr bringt es auf den Punkt: „Alle wünschen sich weiße Weihnachten. Wir auch, aber erst ab dem 24. Dezember um 14.00 Uhr.“ Dann ist für die Post die stressigste Zeit des Jahres vorbei. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
Bundesbank-Chef Weidmann glaubt nicht an Zusammenrücken Europas
Berlin (dapd). Bundesbank-Präsident Jens Weidmann glaubt nicht daran, dass Europa angesichts der Krise zusammenrückt und ein enger Staatenbund wird. Es gebe kaum politische Bereitschaft und Unterstützung der Bevölkerung dafür, nationale Souveränität aufzugeben, sagte er der „Wirtschaftswoche“ laut Vorabmeldung vom Freitag. Er sehe deshalb „nicht den großen Sprung in Richtung Fiskalunion“, sagte er. Europa solle sich jedenfalls hüten, Risiken stärker zu vergemeinschaften, ohne die nationale Souveränität anzutasten. „Denn wenn Haftung und Kontrolle nicht im Einklang stehen, wird das Fundament der Währungsunion untergraben.“ Weidmann wehrte sich auch dagegen, dass die Politik ungelöste Probleme der Europäischen Zentralbank zuschiebt. „Als Währungshüter müssen wir klarmachen, dass wir ausschließlich unserem Primärziel verpflichtet sind: der Geldwertstabilität. Wir sind nicht Ausputzer für Politikversagen.“ Zudem äußerte Weidmann starke Zweifel an den Reformauflagen, die an das angekündigte Anleihekaufprogramm geknüpft werden sollen. „Wir haben uns auf eine abschüssige Bahn begeben“, sagte Weidmann. dapd (Politik/Politik)
RWE reduziert Engagement bei Regionalversorgern
Essen (dapd). Der Energiekonzern RWE reduziert sein Engagement bei regionalen Energieversorgern. Das Unternehmen verkaufte am Freitag seine 57,5-prozentige Mehrheitsbeteiligung an der Koblenzer Elektrizitätswerk und Verkehrs-Aktiengesellschaft (Kevag) für rund 220 Millionen Euro an die Stadt Koblenz und eine Gruppe regionaler Energieversorger, wie der Konzern mitteilte. Der Schritt ist Bestandteil der Bemühungen des durch die Energiewende angeschlagenen Konzerns, durch Verkäufe von Unternehmensteilen seine Kapitalbasis zu stärken und den finanziellen Handlungsspielraum für künftiges Wachstum zu erweitern. RWE-Vorstand Rolf Martin Schmitz betonte: „Nach dem Verkauf von Anteilen an Berlinwasser und an der Saarbrücker VSE ist die Abgabe der KEVAG-Beteiligung ein weiterer Fortschritt bei der Umsetzung dieses Maßnahmenpaketes.“ dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
Klöckner Co veräußert Osteuropageschäft
Duisburg (dapd). Der mit roten Zahlen kämpfende Stahlhändler Klöckner & Co verkauft sein komplettes Osteuropageschäft. Der Konzern teilte am Freitag in Duisburg mit, in einer ersten Transaktionsphase seien die Aktivitäten in Tschechien, Bulgarien und Rumänien abgegeben worden. Mit der Trennung von den verbleibenden Aktivitäten in Polen und Litauen werde im ersten Quartal 2013 gerechnet. Klöckner-Chef Gisbert Rühl sagte: „Wir kommen mit der Umsetzung unseres Restrukturierungsprogramms, bei dem insgesamt 60 Standorte geschlossen oder verkauft und 1.800 Mitarbeiter abgebaut werden, schneller voran als erwartet.“ Der Verkauf des Osteuropageschäfts sei dabei ein wichtiger Meilenstein. Insgesamt erzielte Klöckner & Co in Osteuropa zuletzt an 14 Standorten mit 255 Mitarbeitern einen Jahresumsatz von etwa 100 Millionen Euro. Käufer sind lokale Wettbewerber, die die Aktivitäten selbstständig fortführen werden. Zum Kaufpreis machte der Konzern keine Angaben. Der Verkauf steht zum Teil noch unter dem Vorbehalt der Genehmigung durch die Kartellbehörden. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
Loch in den Staatskassen verkleinert sich dank guter Konjunktur
Wiesbaden (dapd). Das Loch in den Staatskassen verkleinert sich – dank der guten Konjunktur und sprudelnder Steuerquellen. Das Defizit sank in den ersten drei Quartalen 2012 auf 21,6 Milliarden Euro, wie das Statistische Bundesamt am Freitag auf der Basis vorläufiger Ergebnisse mitteilte. Damit lag das Finanzierungsdefizit um 12,3 Milliarden Euro unter dem Wert der ersten drei Quartale 2011. Erfasst wird der öffentliche Gesamthaushalt – also die Kern- und Extrahaushalte des Bundes, der Länder, der Gemeinden und Gemeindeverbände und der Sozialversicherung sowie EU-Anteile. Die öffentlichen Einnahmen erhöhten sich den Angaben zufolge im Zeitraum Januar bis Ende September 2012 um 2,1 Prozent auf 853,2 Milliarden Euro. Sie lagen damit um 17,9 Milliarden Euro über den Einnahmen des Vorjahreszeitraums. Hauptgrund waren die erneut gestiegenen Steuereinnahmen. Die öffentlichen Ausgaben stiegen um 0,6 Prozent auf 874,5 Milliarden Euro. Insgesamt waren sie rund 5,5 Milliarden Euro höher als im entsprechenden Vorjahreszeitraum. dapd (Politik/Politik)
Commerzbank will Staatsschulden vorerst nicht bedienen
München (dapd). Die Commerzbank will die stille Einlage des Bundes vorerst nicht zurückzahlen. „Wir werden die stille Einlage des Bundes verzinsen, daher gibt es auch keinen Druck sie zurückzuzahlen“, sagte der Vorstandsvorsitzende der Commerzbank, Martin Blessing, der „Süddeutschen Zeitung“. Die stille Einlage sei ohnehin nur bis 2017 als Eigenkapital anerkannt. „Spätestens dann macht sie ökonomisch keinen Sinn mehr.“ Der Bund hatte der Bank in der Finanzkrise milliardenschwere Hilfen gewährt und sich dadurch an dem Geldhaus beteiligt. „Wir arbeiten mit der Bundesregierung genauso professionell zusammen wie mit jedem anderen Aktionär“, sagte Blessing weiter. Zudem sprach sich der Vorstandsvorsitzende für eine Neugestaltung der Einlagensicherung in Deutschland aus. „Es ist höchste Zeit, dass man den Haftungsverbund zwischen Landesbanken und Sparkassen überdenkt und neu regelt.“ Die Landesbanken sollten herausgenommen werden, sagte er weiter. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
Hier muss es immer Kaviar sein
Fulda (dapd). Innerhalb von Minuten verlangsamen sich die Bewegungen des soeben ins Eiswasser gesetzten Störs. Der Kreislauf des über einen Meter langen Fischs fährt herunter, bis er halb betäubt ist. „Dann geht alles zügig“, sagt Mesfin Belay, Betriebsleiter der Fuldaer „Kaviarmanufaktur Desietra“, eine der wenigen reinen Störzuchten Europas. „Der Kaviar dieses Störweibchens ist in 20 Minuten eingedost.“ Ein Mitarbeiter holt den Fisch mit beiden Händen aus dem Eisbassin, legt ihn auf den Arbeitstisch und schlägt mit dem Knüppel zu. Von dem Messer, das durch die Kiemen fährt und der anschließenden Entnahme der Fischeier spürt der Stör nichts mehr. Vor Weihnachten und Silvester erntet der Betrieb in Fulda täglich zwei Zentner Kaviar, übers Jahr kommen 7,5 Tonnen zusammen. Für ein 25-Gramm-Döschen der Fischeier zahlen Verbraucher im gut sortierten Supermarkt 20 Euro, für die Sorte Beluga im Fachgeschäft auch über 150 Euro. „Wir halten zu 90 Prozent die Arten Sibirischer und Russischer Stör“, erläutert Mitinhaber Jörg-Michael Zamek. Vom Beluga sind es wegen der geringeren Nachfrage entsprechend weniger.“ Einen weiteren Hinderungsgrund nennt Agrarwissenschaftler Belay: „Ein 15 Jahre alter Beluga wird auch bei uns sechs Meter lang. Das bringt besondere Anforderungen.“ Experte nennt Störproduktion umweltverträglich Kaviarherstellung benötige lange Vorlaufzeiten, sagt Andreas Müller-Belecke vom Potsdamer Institut für Binnenfischerei. „Als reine Störzucht hat die Fuldaer Firma eine Ausnahmestellung in Deutschland.“ Pestizideinsatz wie bei der Lachsproduktion sei beim Stör unmöglich, erläutert der Experte. „Das geht bei diesem Flussfisch nur mit Tiefbrunnenwasser, das aus Kostengründen umgewälzt und gereinigt wird.“ Die dabei eingesetzten Mikroorganismen würden durch Pestizide absterben. „Anständige Störproduktion ist vernünftig“, sagt Müller-Belecke, „und schützt die Wildbestände“. Die 34 Fischbecken in Fulda sind mit 7.000 Tonnen Brunnenwasser gefüllt, sieben Prozent davon werden täglich erneuert. Zur Zucht der Störe hält die Betreiberfirma einige männliche Fische, deren Samen mit weiblichem Rogen vermischt wird. Die geschlüpften Minizappler wachsen zu Fingerlingen heran und werden nach fünf bis sechs Monaten knapp einen halben Meter lang abtransportiert und in Freiluftbecken in Mecklenburg-Vorpommern oder auch Ungarn gesetzt. Denn die teure Indoor-Mast lohnt sich für den Züchter erst, wenn allein die eiertragenden Weibchen heranwachsen. Geschlechtsbestimmung erst nach zweieinhalb Jahren Den nur als Filet und Räucherware vermarktbaren Stör von der profitableren Störin zu unterscheiden, gelingt selbst Fachleuten nur mithilfe von Ultraschalluntersuchungen, wenn die Fische etwa zweieinhalb Jahre alt sind. Nach der Selektion siedeln die Weibchen aus der Desietra-Produktion wieder nach Fulda um, wo sie in Gesellschaft von rund 10.000 Artgenossen bei einer Diät aus Fischmehl, -öl und Getreide noch mal vier bis sechs – als Beluga sogar über zehn – Jahre lang wachsen. Wiegt eine sibirische Störfrau rund zwölf Kilo, ist ihr Leben vorbei. Ihre Eierstöcke bergen dann über 1.000 Gramm Kaviar. In Deutschland muss ein Stör zur Eierentnahme sterben, weil Tierschutzgesetze die Ernte per Kaiserschnitt verbieten. Das Abheilen ist zu komplikationsreich. Nach dem tödlichen Kiemenschnitt bluten die Fische in Fulda zehn Minuten aus. Dann schlitzt ein Mitarbeiter mit dem Messer den Störbauch auf und holt vorsichtig die prall mit schwärzlichem Kaviar behafteten Eierstöcke heraus, die in einer Schüssel sofort in einen Nebenraum weitergereicht werden. Dort wird das Gewebe durch ein Sieb gestrichen, das allein die zwei bis drei Millimeter großen kostbaren Körnchen passieren lässt. Traumjob am Ende der Herstellungskette Am Ende der nur Minuten dauernden Produktionskette arbeitet in Fulda Anna Nickel. Sie füllt den Kaviar in Dosen, die Desietra für einen Kilopreis von rund 650 Euro an den Großhandel abgibt – im Fall von Belugaware für 2.000 Euro. Für Kaviarliebhaber dürfte die russischstämmige Anna Nickel den Traumjob überhaupt haben. Denn sie salzt die Eierchen gemäß Rezeptur vorm Abfüllen behutsam ein, jede einzelne Charge von rund 80 täglich geschlachteten Stören. „Natürlich muss ich jedes Mal kosten“, sagt die 57-Jährige mit ihrem Löffel in der Hand – „so oft wie nötig“. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
Hotels und Gaststätten profitieren von Weihnachtsmärkten
Dortmund (dapd). Weihnachtsmärkte wirken sich positiv auf die Umsätze von Gastronomie und Handel aus. Das habe eine Studie des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) ergeben, wie die in Dortmund erscheinenden „Ruhr Nachrichten“ berichten. Mehr als jeder fünfte Beherbungsbetrieb sowie jede sechste Gaststätte bezeichnete sich in einer Umfrage als Nutznießer von Weihnachtsmärkten im Umkreis. Die Umfrage beruht auf den Antworten von etwa 6.300 Betrieben der Branche. Demnach beteiligen sich 48 Prozent der Hotels und rund 40 Prozent der Gaststätten in Deutschland selbst an Vorbereitung und Betrieb von Weihnachtsmärkten. Die Nachfrage nach Weihnachtsmarktreisen gehe in der Wintersaison 2012/13 allerdings eher zurück. „Die Weihnachtszeit ist auch für viele Gastronomen die wichtigste Zeit des Jahres“, sagte DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben der Zeitung. „Bei mehr als jedem dritten Betrieb macht das Weihnachtsgeschäft bis zu einem Viertel des Jahresumsatzes aus – vereinzelt liegt der Wert sogar bei 50 Prozent.“ dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
Allianz-Konzern für mehr Transparenz bei Parteispenden
Frankfurt/Main (dapd). In die Debatte über schärfere Regeln für Parteispenden kommt ein Vorstoß von unerwarteter Seite. Der Finanzkonzern Allianz, der seit Jahren alle im Bundestag vertretenen Parteien außer der Linkspartei mit Geld unterstützt, macht sich laut „Frankfurter Rundschau“ für eine strengere Veröffentlichungspraxis stark. In einem Brief an Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) bittet das Unternehmen darum, dass seine Spenden von jeweils 30.000 Euro unverzüglich auf der Homepage des Bundestages angezeigt werden. „Die Allianz legt als überzeugter Unterstützer der parlamentarischen Demokratie großen Wert auf die Transparenz und Nachvollziehbarkeit ihrer Parteispenden“, heißt es dem Bericht zufolge in dem Schreiben des Allianz-Generalbevollmächtigten Wolfgang Ischinger. Vertreter der Organisationen Transparency International und Lobbycontrol zeigten sich in der Zeitung von dem Vorstoß positiv überrascht und forderten, die Sofortmeldepflicht für Parteispenden auf 10.000 Euro zu senken. Laut Parteiengesetz müssen dem Parlamentspräsidenten nur Zuwendungen von mehr als 50.000 Euro unverzüglich gemeldet werden. Spenden zwischen 10.000 und 50.000 Euro werden erst mit mehr als einjähriger Verzögerung in den Rechenschaftsberichten der Parteien angezeigt. dapd (Politik/Politik)
