Duisburg (dapd). Der Stahlkonzern Thyssen Krupp fährt wegen einer sinkenden Nachfrage nun auch Kurzarbeit in der Edelstahlfertigung. Von September an wird Kurzarbeit für die 456 Mitarbeiter von ThyssenKrupp Nirosta in Bochum eingeführt, wie der Konzern am Donnerstag in Duisburg mitteilte. Die anderen Standorte der Edelstahlproduktion seien nicht betroffen. ThyssenKrupp Nirosta erwartet, die Kurzarbeit in Bochum nur kurzfristig zur Anpassung zu nutzen. ThyssenKrupp hat bereits im August in der Stahlproduktion mit Kurzarbeit begonnen, weil die Auftragseingänge gesunken waren. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
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1.700 junge Männer und Frauen nehmen Ausbildung bei VW auf
Wolfsburg (dapd). Volkswagen meldet einen Ausbildungsrekord: 1.708 Jugendliche und damit so viele wie noch nie beginnen am kommenden Montag beim größten Autobauer Deutschlands ihre Berufsausbildung oder starten ins Duale Studium. VW stellt damit an den zehn deutschen Standorten im Vergleich zum Vorjahr 214 Auszubildende mehr ein, wie der Hersteller am Donnerstag in Wolfsburg mitteilte. Bundesweit bildet VW in rund 30 kaufmännischen und gewerblich-technischen Berufen aus. Zudem starten 255 Abiturienten in 29 Studiengängen des Dualen Studiums, das eine Berufsausbildung mit einem Hochschulstudium kombiniert. Die genaue Zahl der neuen Auszubildenden laut Hersteller: Wolfsburg 666, Kassel 235, Hannover 219, Braunschweig 118, Emden 168, Salzgitter 115, Osnabrück 36, Zwickau 113, Chemnitz 31 und Dresden 7. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
Telekom will mit mobiler Musikflatrate punkten
Berlin (dapd). Die Deutsche Telekom wehrt sich gegen die boomenden Schnäppchentarife im Mobilfunk. Zugleich will sie mit einer Musikflatrate Kunden an sich binden. Telekom-Vorstand Niek Jan van Damme sagte am Donnerstag auf der Elektronikmesse IFA in Berlin, der Trend zu Kompletttarifen für 20 Euro im Monat könne nicht das „Endziel“ sein: „Es muss ja weiter in die Netze investiert werden können“, sagte er. Zwar sehe auch er aktuell eine Entwicklung zu den 20-Euro-Paketen mit Flatrates in alle Netze und das Internet. In einigen Ländern gehe dieser Trend aber bereits wieder zurück. Damit die eigenen und teureren Tarifangebote attraktiv bleiben, setzt der Bonner Konzern unter anderem auf Musik. Manager van Damme kündigte dafür eine nach eigenen Angaben exklusive Kooperation mit dem in aller Welt wachsenden Streamingdienst Spotify an. Für zehn Euro im Monat sollen Kunden spätestens von diesem November an ein Abonnement für die Datenbank mit derzeit etwa 18 Millionen Titeln lösen können. Die Kosten für den Datentransport sollen hier bereits inklusive sein. Entertain to go „kurz vor dem Marktstart“ „Die neuesten Zahlen besagten, dass rund 40 Prozent der Tablet-Besitzer ihr Gerät zum Musikhören nutzen“, sagte von Damme. Mit Musicload Nonstop bietet die Telekom zwar selbst einen Dienst für unbegrenztes Streaming an. Anders als bei Spotify können Musikfans die Titel aber bislang nur auf klassischen Computern hören, nicht aber auf mobilen Geräten. Die Telekom kündigte daher am Donnerstag an, der eigene Dienst werde von Spotify „perspektivisch“ abgelöst. Spotify biete schlicht deutlich mehr Möglichkeiten als das eigene Produkt. Neben Musik will die Telekom zudem auch Fernsehen unterwegs weiter ausbauen. Der Konzern präsentierte dafür auf der IFA, was bereits zuvor angekündigt worden war: das Produkt Entertain to go, das „kurz vor dem Marktstart“ stehe. Noch in diesem Jahr sollen Kunden des TV-Pakets der Telekom damit die Möglichkeit haben, auf ihrem Tablet-Computer fernzusehen – parallel zum Hauptfernseher. Zunächst werde der Dienst zwar nur per WLAN in Haus und Garten funktionieren. 2013 aber soll dann auch Entertain to go per Mobilfunk von unterwegs anwählbar sein. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
Arbeitslosigkeit im August wegen schwächelnder Konjunktur gestiegen
Nürnberg (dapd). Die schwächere Konjunktur schlägt sich zunehmend auf dem Arbeitsmarkt nieder. Im August stieg die Zahl der Menschen auf Jobsuche im Vergleich zum Vormonat um 29.000 auf 2,905 Millionen und damit deutlich stärker als in den Vorjahren, wie die Bundesagentur für Arbeit (BA) am Donnerstag in Nürnberg mitteilte. Saisonbereinigt nahm sie um 9.000 zu. Die Arbeitslosenquote verharrte bei 6,8 Prozent. Im Vergleich zum August 2011 waren 40.000 Menschen weniger arbeitslos. „Das Wachstum von Erwerbstätigkeit und sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung hält an, verliert aber an Schwung“, erklärte der Vorstandsvorsitzende der BA, Frank-Jürgen Weise. Darin zeige sich auch das geringere Wachstum der deutschen Wirtschaft. Die im Vergleich zu den Vorjahren deutlich stärkere Zunahme der Arbeitslosenzahl sei aber auch damit zu erklären, dass weniger Menschen an arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen teilnähmen und auch die Förderung für den Übergang von Arbeitslosigkeit in die Selbstständigkeit deutlich reduziert worden sei, sagte der BA-Chef. Von einer Trendwende wollte Weise noch nicht sprechen. „Das ist eher eine kleine Delle, aber eigentlich noch eine ganz gute Entwicklung“, betonte er. Wahrscheinlicher für den weiteren Jahresverlauf ist seiner Einschätzung nach eine Seitwärtsbewegung am Arbeitsmarkt. Im Durchschnitt rund 2,9 Millionen Arbeitslose zu erwarten So wird für September und Oktober wieder ein Rückgang der Arbeitslosenzahl um jeweils rund 100.000 erwartet. An der bisherigen Prognose, wonach im Jahresdurchschnitt zwischen 2,8 und 2,9 Millionen Menschen arbeitslos sein werden, hält die Behörde daher grundsätzlich fest, sieht die Arbeitslosigkeit nun aber eher am oberen Ende des Korridors. Nach BA-Hochrechnungen lag die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten im Juni bei 28,93 Millionen und damit fast um 564.000 über dem Vorjahr. Die Zahl der Erwerbstätigen stieg im Juli laut Statistischem Bundesamt um 469.000 im Vergleich zum Vorjahr auf 41,68 Millionen. Beschäftigung ist laut Weise außer in Sachsen-Anhalt in allen Bundesländern und allen Branchen entstanden, Jobs abgebaut wurden lediglich in der Zeitarbeit und im öffentlichen Dienst. Arbeitslosigkeit in fünf Bundesländern über Vorjahr Mit einer Quote von 10,3 Prozent war die Arbeitslosigkeit in Ostdeutschland im August erneut fast doppelt so hoch wie in Westdeutschland (6,0 Prozent). Allerdings lag sie in den fünf westdeutschen Bundesländern Bayern, Baden-Württemberg, Saarland, Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen über dem Vorjahr. Weise erklärte dies zum einen mit der natürlichen Dynamik in den Sommerferien, zum anderen schlage sich jedoch im Saarland bereits die Stagnation in der Autobranche nieder, da sich Zuliefererfirmen mit Neueinstellungen zurückhielten. Die nach wie vor robuste Lage am Arbeitsmarkt spiegelt sich in den Finanzen der Bundesagentur wider: Etwas niedrigeren Einnahmen standen im August deutlich gesunkene Ausgaben unter anderem für Arbeitslosengeld, aktive Arbeitsmarktpolitik und Verwaltung gegenüber. Allerdings musste die Behörde wegen einiger größerer Firmenpleiten etwa 200 Millionen Euro mehr als vorgesehen für Insolvenzgeld ausgeben. Unter dem Strich blieb somit ein Überschuss von knapp 1,7 Milliarden Euro, geplant waren 0,24 Milliarden Euro. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
Autozulieferer Edscha baut neues Werk in China
Remscheid (dapd). Der Remscheider Automobilzulieferer Edscha baut seine Präsenz in China aus. Am Donnerstag wurde im südchinesischen Kunshan der Grundstein für ein neues, 37 Millionen Euro teures Produktionswerk gelegt, wie das Unternehmen mitteilte. Edscha will dort ab 2013 Scharniersysteme fertigen. In diesem Segment ist das Unternehmen nach eigenen Angaben Weltmarktführer. Knapp 200 Arbeitsplätze sollen in dem 60 Kilometer nordwestlich von Schanghai gelegenen Standort entstehen. Bisher ist Edscha im asiatischen Markt mit sechs Standorten vertreten. Davon befinden sich vier in China sowie jeweils einer in Japan und Taiwan. Edscha gehört zum spanischen Automobilzulieferer Gestamp und beschäftigt an 19 Standorten weltweit rund 4.400 Mitarbeiter bei einem Jahresumsatz von zuletzt 695 Millionen Euro. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
Insolvenzverwalter für P+S Werften bestellt
Stralsund (dapd). Für die zahlungsunfähigen P+S Werften in Stralsund und Wolgast ist ein vorläufiger Insolvenzverwalter bestimmt worden. Das Amtsgericht Stralsund bestellte am Donnerstag den Hamburger Rechtsanwalt Berthold Brinkmann, wie ein Gerichtssprecher auf dapd-Anfrage sagte. Einer Insolvenz in Eigenverantwortung wurde zunächst nicht zugestimmt. Zunächst solle Brinkmann prüfen, ob dies den Gläubigerinteressen entgegenstehe, sagte der Gerichtssprecher. In zwei Monaten soll der vorläufige Insolvenzverwalter einen ersten Zwischenbericht vorlegen, dann werde sich das Gericht erneut mit der Frage befassen. Auch dann werde erst geprüft, ob ein Insolvenzverfahren eröffnet werde. Die SPD-Landtagsfraktion begrüßte, dass die von den Werften angestrebte Eigenverwaltung nicht grundsätzlich durch das Gericht abgelehnt wurde. Sie biete die größte Chance für die Werften, deren Beschäftigte und deren Zulieferer, sagte Jochen Schulte, wirtschaftspolitischer Fraktionssprecher. Am Mittwochmorgen hatte der Geschäftsführer der P+S Werften, Rüdiger Fuchs, beim Amtsgericht den erwarteten Antrag auf Insolvenz gestellt. Damit blieben wochenlange Verhandlungen mit Kunden und Lieferanten über finanzielle Zugeständnisse zum Weiterbetrieb des Werftenverbunds in Vorpommern erfolglos. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
Oberlandesgericht weist Klage gegen AWD ab
Köln (dapd). Das Oberlandesgericht Köln hat Schadenersatzklagen von 16 Anlegern gegen den Finanzdienstleister AWD in Höhe von 750.000 Euro zurückgewiesen. In der Vernehmung des früheren AWD-Chefs Carsten Maschmeyer und anderer Zeugen habe das Gericht keinen Beleg für die von den Klägern behaupteten überhöhten Provisionszahlungen gefunden, sagte ein Gerichtssprecher am Donnerstag. Die Kläger hatten in den 90er-Jahren Anteile an einem Immobilienfonds erworben, der jedoch die Renditeerwartungen nicht erfüllte. Vor Gericht bemängelten sie neben den überhöhten Provisionszahlungen die unrealistischen Renditeberechnungen im Fondsprospekt und eine unklare Darstellung der „weichen Kosten“. Sie forderten deshalb eine Rückabwicklung des Geschäfts. Nach Überzeugung des Gerichts sind die Ansprüche der Kläger jedoch verjährt. Zudem sei der Prospekt nicht fehlerhaft gewesen. Die Angaben seien hinreichend nachvollziehbar, urteilte der Senat. Er ließ die Revision zum Bundesgerichtshof nicht zu. Dagegen können die Kläger allerdings Nichtzulassungsbeschwerde einlegen. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
Opel wächst in Russland kräftig
Moskau/Rüsselsheim (dapd). Der angeschlagene Autohersteller Opel steigert seinen Absatz in Russland kräftig. „Wir sind von Januar bis Juli 2012 schon um 29 Prozent gewachsen. Das ist mehr als doppelt so schnell wie der Markt“, erklärte Vertriebsvorstand Alfred E. Rieck nach Opel-Angaben vom Donnerstag in Moskau. Für das laufende Jahr peilt er 80.000 verkaufte Autos an. Den schlecht ausgelasteten deutschen Opel-Werken hilft der Russland-Erfolg wenig: Das wichtigste Modell für den russischen Markt, die Astra-Limousine mit Kofferraum, kommt aus dem Opel-Werk Gliwice in Polen. Aus Deutschland stammen möglicherweise einige Corsa-Exemplare, die unter anderem in Eisenach produziert werden. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
Sex-Skandal bei Ergo weitet sich aus
Düsseldorf (dapd). Der Sex-Skandal bei Deutschlands drittgrößtem Versicherer Ergo hat offenbar weit größere Ausmaße als bislang bekannt. Freie Vertreter seien noch bis 2011 auf Unternehmenskosten mit Bordellbesuchen oder dem Aufenthalt in einem Swingerclub in Jamaika belohnt worden, berichtete das „Handelsblatt“ (Donnerstagausgabe) unter Berufung auf Revisionsberichte der Versicherung. Bereits im vergangenen Jahr hatte das Bekanntwerden einer im Jahr 2007 veranstalteten Sex-Orgie für besonders erfolgreiche Vertreter der Ergo-Tochter Hamburg-Mannheimer in den Budapester Gellert-Thermen dem Konzern negative Schlagzeilen beschert. Vorstandschef Torsten Oletzky bezeichnete die Veranstaltung, für die eigens 20 Prostituierte engagiert worden waren, damals als einen „groben Fehler“ und betonte, es habe sich um einen Einzelfall gehandelt. Ergo-Sprecher Alexander Becker sagte am Donnerstag der Nachrichtenagentur dapd, das Unternehmen halte auch nach der jüngsten Veröffentlichung des „Handelsblatts“ an dieser Einschätzung fest. Das Unternehmen habe bei seinen internen Untersuchungen bisher keinen anderen Fall gefunden, in dem die Versicherung gezielt Prostituierte zur Motivation von Vertretern eingesetzt habe. Nach Einschätzung des „Handelsblatts“ zeigen drei Berichte der Konzernrevision aber, dass „Sex-Reisen als gängiges Belohnungsinstrument“ bei der Versicherung eingesetzt wurden. Bei einer Incentive-Reise für freie Vertreter nach Mallorca soll 2005 ein Besuch im Bordell von der Firma bezahlt worden sein. Abgerechnet wurden die Kosten in Höhe von 2.428 Euro zwar unter der Rubrik „Speisen und Getränke“. Doch sei es „wahrscheinlich“, dass damit „Aufwendungen für einen Nachtclub/Bordellbesuch finanziert wurden“, zitierte das Blatt die Konzernrevision. Verhaltenskodex für Vertreter Ergo-Sprecher Becker betonte, der Konzern sei den Vorwürfen nachgegangen, habe aber am Ende nicht klären können, was genau passiert sei. In den Jahren 2009, 2010, 2011 fuhren dem Bericht zufolge außerdem freie Vertreter auf Kosten der Hamburg-Mannheimer in einen Swinger-Club auf Jamaika. Das Hotel selbst wirbt in seinem Internet-Auftritt: „Seit dem Augenblick als Hedonismus II die Tore öffnete, vor rund 25 Jahren, ist es das berüchtigste Hotel in der Welt für Singles und Paare ab 18 Jahren.“ Ergo-Sprecher Becker räumte die Reisen nach Jamaika zwar ein, betonte jedoch, sie seien nicht vom Unternehmen organisiert worden. Dies hätten die selbstständigen Vermittler in Eigenregie getan und dafür einen Zuschuss vom Unternehmen bekommen. Der Charakter der Reise sei damals nicht überprüft worden. Becker betonte, der Konzern habe den Zuschuss inzwischen zurückgefordert. Außerdem habe Ergo-Reiserichtlinien für Incentive-Reisen und einen Verhaltenskodex für den selbstständigen Außendienst eingeführt, um in Zukunft Ähnliches zu verhindern. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
Informationsaustausch unter Autos birgt Gefahren
Berlin (dapd). Dank vernetzter Autos wird es in Zukunft „weniger Staus und aktuellere Verkehrsmeldungen“ geben. Das prognostiziert der Geschäftsführer des Ford-Entwicklungszentrums in Aachen, Pim van der Jagt. Möglich mache dies der Informationsaustausch von Fahrzeugen mit ihrer Umgebung per Funk oder WLAN. Durch die Vernetzung der Autos werde sich auch in den Bereichen Gesundheit und Wellness viel tun, sagte van der Jagt zum Start der IFA in Berlin. Der Informationsaustausch der Fahrzeuge birgt laut dem Experten aber auch Gefahren. Die Systeme müssten vor Hackern geschützt werden. Zudem bestehe die „Gefahr der Überinformation“, weshalb genau geprüft werden müsse, welche Information für wen relevant sei. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)