Europachef von Thomas Cook steigt weiter auf

Europachef von Thomas Cook steigt weiter auf Eschborn (dapd). Der Europachef des angeschlagenen Reisekonzerns Thomas Cook, Peter Fankhauser, steigt weiter auf: Er übernimmt die Verantwortung für das britische Geschäft und behält gleichzeitig die Führung der kontinentaleuropäischen Märkte, wie der Konzern am Montag in Oberursel mitteilte. Fankhauser soll laut Mitteilung die Sanierung des Geschäfts in Großbritannien fortsetzen. Michael Tenzer soll die deutschsprachigen Märkte als Geschäftsführer verantworten. „Ich bin zuversichtlich, dass wir durch die engere Verzahnung unserer Geschäfte in Großbritannien und Kontinentaleuropa viel größere Synergien für die Gruppe heben können und unsere operative Effizienz verbessern können“, begründete Konzernchefin Harriet Green die Personalie. Thomas Cook (Neckermann, Öger) hatte zuletzt über eine Erholung des Geschäftes berichtet, nachdem wegen einer Nachfrageschwäche in England und der Krise in Nordafrika hohe Verluste aufgelaufen waren. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)

Platz nach NSU-Opfer Yozgat benannt

Platz nach NSU-Opfer Yozgat benannt Kassel (dapd). Die Stadt Kassel hat einen Platz nach dem 2006 von Mitgliedern der rechtsextremen Terrorzelle Nationalsozialistischer Untergrund (NSU) getöteten Internetcafé-Besitzer Halit Yozgat benannt und ein Mahnmal gegen rechte Gewalt eingeweiht. „Kassel steht für ein Deutschland, in dem alle in Freiheit und mit gegenseitigem Respekt und ohne Angst leben können“, sagte Oberbürgermeister Bertram Hilgen (SPD) am Montag. Dies solle am „Halitplatz“ sowie durch den Gedenkstein deutlich werden. Der Vater des Ermordeten, Ismail Yozgat, forderte die Hintermänner sowie die für Ermittlungspannen Verantwortlichen zu zur Rechenschaft zu ziehen. Hilgen sagte, die Familie von Halit Yozgat sei „quälend lange Zeit“ falschen Verdächtigungen ausgesetzt gewesen. Und noch immer gebe es viele offene Fragen zu der erst im Herbst 2011 aufgedeckten Mordserie. Ein Rechtsstaat wie die Bundesrepublik müsse diese „glasklar“ beantworten. „Sollten Fehlleistungen von Beteiligten festgestellt werden, müssen diese geahndet werden“, forderte der Oberbürgermeister. Hahn richtet persönliche Worte an Angehörige Hessens Justiz- und Integrationsminister Jörg-Uwe Hahn (FDP) bat die Angehörigen der Mordserie für die Fehler bei den Ermittlungen sowie falschen Anschuldigungen um Entschuldigung. „Ich möchte Entschuldigung dafür sagen, dass wir, unsere Mitarbeiter, auch die eine odere andere Verdächtigung im Zuge dieser Mordserie – für Sie sehr bedrückend, sehr persönlich – ausgesprochen haben“, sagte Hahn bei seiner an die Familienmitglieder Yozgats gerichteten Ansprache. Ähnlich äußerte sich auch Hahns thüringischer Amtskollege, Holger Poppenhäger (SPD). Er zollte vor allem dem Vater des Ermordeten, Ismail Yozgat, Respekt dafür, dass dieser „trotz des schweren Schicksals die Hand zur Versöhnung gereicht“ habe. Ismail Yozgat forderte unter Tränen restlose Aufklärung der noch immer unklaren Details der Mordserie. Auch die Mitarbeiter des Verfassungsschutzes, die „ihre schützende Hand“ über Täter und Hintermänner gehalten hätten, müssten zur Verantwortung gezogen werden, forderte er. Sein Vertrauen in die Institutionen des Rechtsstaat sei aber nicht erschüttert, erklärte er. Auch wenn er für den geschaffenen Gedenkplatz dankbar sei, wiederholte Yozgat sein bei der Gedenkveranstaltung für die NSU-Opfer im Februar in Berlin geäußertes Anliegen, die Holländische Straße in Kassel nach seinem Sohn umzubenennen. Diesen Wunsch „werde ich Zeit meines Lebens in meinem Herzen tragen“, sagte er. Botschafter: Morde haben Freundschaft nicht zerstört „Die Kugeln, die auf die deutsch-türkische Freundschaft abgefeuert worden sind, hatten keine Chance“, sagte der türkische Botschafter Avni Karslioglu. Die drei Millionen in Deutschland lebenden türkischstämmigen Menschen seien ein „starkes Band“, das die Beziehungen zwischen beiden Ländern zusammenhalte. Die Morde hätten aber auch gezeigt, dass der Dialog zwischen Deutschen und Migranten noch verstärkt werden müsse, betonte Karslioglu. Bundespräsident Joachim Gauck rief in einem von Stadtverordnetenvorsteherin Petra Friedrich (SPD) verlesenen Brief zur Wachsamkeit gegen Rechtsradikalismus auf. „Dieser Gedenkstein mahnt: Lassen Sie uns wachsam bleiben! Lassen Sie uns unermüdlich klarstellen, dass dieses Land keinen Extremismus duldet!“, heißt es in dem Brief. Der Bundespräsident forderte zudem weitere Aufklärung der Mordserie. Die zehn getöteten Menschen verdienten „unsere ganze Kraft, das Geschehene aufzuarbeiten“. Versäumnisse müssten benannt, Verantwortung bekannt werden. dapd (Politik/Politik)

Flugzeuginsassen müssen vorerst mit der Gefahr giftiger Luft leben

Flugzeuginsassen müssen vorerst mit der Gefahr giftiger Luft leben Berlin (dapd). Passagiere und Besatzung müssen wohl noch eine Weile mit der Gefahr vergifteter Luft im Flugzeug leben. Die Industrie arbeitet nach eigenen Angaben vom Montag an Modellen, wie die Verunreinigung der Kabinenluft grundsätzlich vermieden werden kann. Laut der Pilotenvereinigung Cockpit (VC) wurde die heutige Technologie in den 60er Jahren von den Herstellern eingeführt. Nur bei dem neuesten Flugzeug auf dem Markt, der Boeing 787 „Dreamliner“, kommt die Kabinenluft nicht aus dem Triebwerkskomplex. „Es gibt noch keine perfekte Lösung in der Schublade“, sagte VC-Sprecher Jörg Handwerg. Die VC fordere seit einiger Zeit, neue Flugzeugmuster nicht mehr mit der Luftversorgung aus dem Triebwerk, sondern von einem weniger kontaminations-gefährdeten Außenbereich auszustatten. Begründet worden sei der jetzige Standard damit, dass im Triebwerk ohnehin viel Luft umgesetzt werde und dort deshalb die Kompression für den Kabinen-Überdruck am ökonomischsten zu erzeugen sei. Bei schadhaften Dichtungen können Dämpfe in den Kreislauf der Kabinenluft gelangen. Handwerg wies aber darauf hin, dass die Vorfälle mit Dämpfen verbrannten Öls oder anderen giftigen Gasen in der Kabine „meistens nicht so dramatisch“ abliefen wie in dem jetzt diskutierten Germanwings-Fall. Dabei waren 2010 die Piloten so sehr in ihrer Wahrnehmungs- und Entscheidungsfähigkeit eingeschränkt, dass sie ihren A319 nur mit Mühe landen konnten. Am Wochenende räumte auch der Germanwings-Mutterkonzern Lufthansa Probleme mit kontaminierter Kabinenluft in seinem Riesenflieger A380 ein, bei dem teils Triebwerke hätten ausgewechselt werden müssen. Lufthansa arbeitet nach Angaben des Bundesverbandes der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) an einer Möglichkeit, den Schadensfall am Boden zu simulieren und so zu sicheren Erkenntnissen zu kommen. Auch das sei aber ein hochkomplexes Problem. Die SPD kritisierte Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) wegen seiner angeblichen Untätigkeit bei dem Problem. Der Minister verhalte sich nach dem „Motto der drei Affen: Nichts hören, nichts sehen, nichts sagen“, kritisierte der tourismuspolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Hans-Joachim Hacker, in Berlin. Diese Ignoranz der seit Monaten diskutierten Risiken im Passagierflugverkehr sei „ein politischer Skandal“. Hacker fügte hinzu: „Das Schweigen von Minister Ramsauer zu dem aktuell bekannt gewordenen Vorfall führt zu der Frage nach der fachlichen Eignung.“ Die Zeit der Verharmlosung und Verdrängung sei vorbei. (Zwischenbericht Köln im Internet: http://url.dapd.de/PETH9U ) dapd (Politik/Politik)

Die Linke ist wieder da

Die Linke ist wieder da Berlin (dapd). Die Linke ist aus Sicht ihrer neuen Führungsspitze vier Monate nach dem turbulenten Göttinger Parteitag auf Erfolgskurs. „Es waren gute Monate für die Linke“, sagte die Vorsitzende Katja Kipping am Montag in Berlin. „Die Linke ist wieder da.“ Auch der Ko-Vorsitzende Bernd Riexinger zog eine positive Bilanz des „120-Tage-Programms“, das die beiden sich für ihren Start ins neue Amt gegeben hatten. Besonders zufrieden zeigten sich die Parteichefs damit, dass die Linke Diskussionen etwa über Altersarmut angestoßen habe. Die Bundestagsabgeordnete Kipping aus Dresden und der Stuttgarter Gewerkschafter Riexinger waren Anfang Juni an die Spitze der Partei gewählt worden. Zuvor hatten sich die Hauptflügel der Linken über Wochen einen erbitterten Machtkampf geliefert. Eine große Aufgabe der neuen Führung war es deshalb, die innerparteilichen Konflikte zu beruhigen. „Die Linke war in vielen Themen Taktgeber“ Kipping sagte dazu am Montag, es seien sicher nicht alle Konflikte verschwunden, aber es gebe jetzt „eine konstruktive Form des Austragens“. Riexinger betonte, in vielen Gesprächen seit dem Göttinger Parteitag sei klar geworden, dass die Linke eine gesamtdeutsche und pluralistische Partei sei. Er bezifferte das Ausmaß der Gemeinsamkeiten auf 80 Prozent. Beide Parteivorsitzenden zeigten sich erfreut über die Diskussionen während der Sommerpause. „Wir haben es geschafft, mit Themen präsent zu sein und haben auch den Kampf um die Meinungsführerschaft innerhalb der Opposition aufgenommen“, sagte Kipping. Als Beispiele nannte sie die Diskussionen über eine Reichensteuer, über eine „armutsfeste Rente“ und über die sozialen Fragen der Energiewende. „Die Linke war in vielen Themen Taktgeber und hat die anderen Parteien nach links getrieben.“ Riexinger verwies auf die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts zum europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM), gegen den die Linksfraktion geklagt hatte. Das Gericht habe in seiner Entscheidung rote Linien gezogen, „was den Linken zu verdanken ist“. Kipping zeigte sich überzeugt, dass die Linke nun auch beim Wahlvolk besser ankommt. Der Abwärtstrend in den Umfrage sei gestoppt, es gebe sogar einen „kleinen Aufwärtstrend“. In weiteren 120 Tagen solle die Linke den Wiedereinzug ins niedersächsische Landesparlament geschafft haben und für die Bundestagswahl gut aufgestellt sein, sagte sie. Empörung über Merkels „Überlebensversicherungsmakler“ Scharfe Worte fanden Kipping und Riexinger für den designierten SPD-Kanzlerkandidaten Peer Steinbrück. „Er steht für die Agenda 2010 und ist auch noch stolz darauf“, monierte Riexinger. Er kritisierte auch, dass Steinbrück eine Koalition mit der Linken ausgeschlossen hat. Die SPD müsse nun erklären, mit wem sie dann die Pläne des Ex-Finanzministers zur Bankenregulierung umsetzen wolle, die „ein Plagiat wichtiger Vorschläge der Linken“ seien. Riexinger unterstellte den Sozialdemokraten, auf eine große Koalition mit der Union hinzuarbeiten. Auch Kipping sagte, Steinbrücks Absage an Rot-Rot-Grün helfe Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) – er sei damit Merkels „Überlebensversicherungsmakler“. dapd (Politik/Politik)

Grüne begrüßen Steinbrück-Nominierung

Grüne begrüßen Steinbrück-Nominierung Berlin (dapd). Der Grünen-Parteivorsitzende Cem Özdemir hat sich erfreut über die Nominierung Peer Steinbrücks zum SPD-Kanzlerkandidaten gezeigt. Mit Steinbrück gebe es eine „große Chance“, die schwarz-gelbe Regierung abzulösen, sagte Özdemir am Montag in Berlin. Steinbrück habe bereits bewirkt, „dass die SPD wieder an einen Sieg bei der Bundestagswahl glaubt“. Die SPD wolle sich offensichtlich nicht damit zufriedengeben, Juniorpartner in einer großen Koalition zu sein, kommentierte Özdemir die einstimmige Entscheidung des SPD-Vorstandes für Steinbrück. Özdemir verwies auf die gemeinsam von SPD und Grünen regierten Bundesländer und sagte: „Was in den Ländern möglich ist, das ist auch im Bund möglich.“ Angesichts der „ernsthaften Chance“ einer rot-grünen Regierungskoalition sei es „geradezu absurd“, über eine mögliche Ampelkoalition mit der FDP zu diskutieren. dapd (Politik/Politik)

Dreyer hält Steinbrück für den richtigen SPD-Kandidaten

Dreyer hält Steinbrück für den richtigen SPD-Kandidaten Mainz (dapd). Die designierte rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) hat die Nominierung von Peer Steinbrück als Kanzlerkandidaten der SPD begrüßt. Dass die Partei sich einvernehmlich auf Steinbrück geeinigt habe, sei „die erste Voraussetzung für einen gemeinsamen Erfolg“, sagte Dreyer am Montag der Nachrichtenagentur dapd in Mainz. Steinbrück sei ein „ausgezeichneter Fachmann“ in der Wirtschafts- und Finanzpolitik. „So etwas ist in der Euro- und Finanzkrise unverzichtbar.“ Der SPD-Vorstand hat am Montag den früheren Bundesfinanzminister offiziell als Kanzlerkandidaten nominiert. Am 9. Dezember soll die endgültige Kür Steinbrücks auf einem Sonderparteitag folgen. dapd (Politik/Politik)

ADAC: 2011 wird vermutlich teuerstes Tankjahr aller Zeiten

ADAC: 2011 wird vermutlich teuerstes Tankjahr aller Zeiten München (dapd). Tanken ist im bisherigen Jahr in Deutschland so teuer gewesen wie noch nie zuvor. In den ersten neun Monaten des Jahres kostete ein Liter Super E10 durchschnittlich 1,610 Euro, wie der ADAC am Montag in München mitteilte. Im gesamten Vorjahr waren es 1,522 Euro. Für Diesel verlangten die Tankstellen von Januar bis September im Mittel 1,477 Euro. Das sind 6,6 Cent mehr als im Jahr 2011. Der ADAC geht deshalb davon aus, dass 2012 als bislang teuerstes Tankjahr in die Geschichte eingehen dürfte. Im vergangenen Monat mussten die Autofahrer so viel fürs Tanken zahlen wie in keinem anderen Monat zuvor. Ein Liter Super E10 kostete im Durchschnitt 1,671 Euro, wie der ADAC weiter mitteilte. Das waren 1,5 Cent mehr als im August und April, den bisherigen Rekordmonaten. Diesel lag mit einem Mittelwert von 1,524 Euro 0,2 Cent über dem bisherigen Allzeithoch vom März dieses Jahres. Im August hatte Diesel im Schnitt 1,512 Euro gekostet. Am 13. September hatte Super E10 mit einem Durchschnittspreis von 1,709 Euro auch den bisherigen Höchststand erreicht. Der teuerste Tag für Diesel im vergangenen Monat war der 9. September mit 1,546 Euro je Liter. Das bisherige Maximum vom 26. August wurde dabei lediglich um 0,8 Cent verfehlt. Die hohen Preise seien zu keinem Zeitpunkt des vergangenen Monats gerechtfertigt gewesen, beklagt der ADAC. Vielmehr hätten es die Mineralölkonzerne verstanden, „trotz der insgesamt günstigen Ölpreisentwicklung und des wieder erstarkten Euros den Autofahrern besonders tief in die Tasche zu greifen“. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)

Piloten warnen vor Übermüdung im Cockpit

Piloten warnen vor Übermüdung im Cockpit Berlin (dapd). Die Pilotenvereinigung Cockpit (VC) hat vor drohender Übermüdung der Crews in europäischen Maschinen gewarnt. Sollte die Politik den von der Europäischen Flugsicherheitsbehörde EASA vorgelegten Entwurf für eine neue Flugdienstzeitenregelung genehmigen, so könne es legitim werden, dass Piloten ihr Flugzeug nach 22 Stunden ohne Schlaf noch landen müssten können, kritisierte der Präsident der Pilotengewerkschaft, Ilja Schulz, am Montag in Berlin. Die vorgesehenen Arbeitszeiten bis zu 16 Stunden und maximalen Flugzeiten bis zu 14 Stunden stünden im Widerspruch zu wissenschaftlichen Erkenntnissen und Empfehlungen pro Tag, wonach das Unfallrisiko schon bei einer Dienstzeit von 13 Stunden um das Fünfeinhalbfache steigt. Das Leistungsvermögen der Piloten sinke nach einer durchflogenen Nacht auf 20 Prozent, sagte Schulz. Er verwies auf das Beispiel der Vereinigten Staaten, wo nach einem durch Übermüdung bedingten Unfall die nächtliche Flugdienstzeit auf neun Stunden beschränkt worden sei. „Statt der Sicherheit der Menschen oberste Priorität einzuräumen, setzt man sie bewusst vermeidbaren Risiken aus“, erklärte VC-Sprecher Jörg Handwerg am Montag in Berlin. Er warf der Behörde vor, die Sicherheit im Luftverkehr wirtschaftlichen Interessen unterzuordnen. „Den Begriff Sicherheit können Sie aus dem Namen EASA (European Aviation Safety Agency, Red.) bedenkenlos streichen.“ ( http://www.flugdienstzeiten.de/ ) dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)

Sexreisen-Skandal bei deutschen Versicherern weitet sich aus

Sexreisen-Skandal bei deutschen Versicherern weitet sich aus Frankfurt/Main (dapd). Sex-Reisen als Erfolgsprämie für Versicherungsvertreter waren bei deutschen Assekuranzen offenbar weiter verbreitet als bislang bekannt. Nicht nur bei der Ergo-Versicherung, sondern auch beim Deutschen Herold wurden erfolgreiche Vermittler mit Lustreisen in das Swinger-Hotel „Hedonism 2“ auf Jamaika belohnt. Das bestätigte am Montag die Zurich Gruppe, zu der der Deutsche Herold seit Jahren gehört, der Nachrichtenagentur dapd. Laut „Bild“-Zeitung (Montagausgabe) waren 1998 die 30 erfolgreichsten Vertreter des „Internationalen Finanz-Service“, der für den Deutschen Herold Versicherungen verkaufte, in das einschlägig bekannte Hotel eingeladen worden. „Wer wollte, konnte jederzeit und überall Sex haben“, zitierte das Blatt einen Top-Vertreter. Zurich-Sprecher Bernd Engelien bestätigte die Reise. Er betonte aber, das Unternehmen distanziere sich ausdrücklich von derartigen Praktiken und untersuche derzeit, ob es in der Vergangenheit weitere ähnliche Vorfälle gegeben habe. „Wir arbeiten mit Nachdruck dran, Licht ins Dunkel zu bringen“, sagte Engelien. Doch sei dies schwierig. Denn die Vorgänge lägen 14 Jahre zurück. Damals sei der Deutsche Herold noch im Besitz der Deutschen Bank gewesen. Das „Hedonism 2“ hatte zuvor bereits Schlagzeilen gemacht als Ziel von drei Incentive-Reisen von Versicherungsvermittlern der Ergo-Tochter Hamburg-Mannheimer. Die Ergo-Versicherung ging am Wochenende bei der Aufarbeitung der Lustreisen in die Offensive und listete auf ihrer Internetseite alle ihr inzwischen bekannt gewordenen Fälle von Fehlverhalten bei Belohnungsreisen auf – einschließlich der dazu erstellten Berichte der Konzernrevision. Künftig sollen bei Ergo Ehepartner mitreisen Detailreich schildert der Konzern insbesondere seine Ermittlungsergebnisse zu der im Jahr 2007 veranstalteten Sex-Orgie für besonders erfolgreiche Vertreter der Ergo-Tochter Hamburg-Mannheimer in den Budapester Gellert-Thermen. Schon bei dem Begrüßungsempfang auf einem Donauschiff seien die Teilnehmer Zeugenaussagen zufolge auf das Kommende eingestimmt worden, als eine „Barkasse mit barbusigen Hostessen“ vorbeifuhr und die Vertreter mit einem Plakat willkommen hieß. Für die eigentliche „Party Total“ im Außenbereich der Gellert-Thermen seien dann nicht nur eine Band und ein Fernsehkoch, sondern auch 20 Prostituierte und weitere 40 bis 50 Hostessen engagiert worden. Insgesamt kostete die Reise den Versicherer mehr als 330.000 Euro. Doch finden sich auf der Ergo-Internetseite neben den Sextrips nach Budapest und Jamaika auch zahlreiche andere Verstöße gegen die Konzernregeln. Darunter auch die Abmahnung eines Vertreters, der auf einer Belohnungs-Reise nach Sardinien eine Versicherungsmitarbeiterin an den Po gefasst hatte. In einem Interview mit der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ kündigte Ergo-Chef Torsten Oletzky an: „Wir werden alles, was wir finden veröffentlichen – jetzt und in Zukunft.“ Dass noch Skandale im Dunkeln schlummern, ist nicht auszuschließen. Denn der Konzern prüfte bislang „nur“ rund 580 von insgesamt 3.500 Wettbewerbs-Reisen. Doch hat der Konzern eine Idee, wie er ähnliche Ausschweifungen künftig verhindert. In Zukunft sollen die Ehe- oder Lebenspartner mit auf die Reise gehen. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)

Der Mini wird künftig auch in den Niederlanden produziert

Der Mini wird künftig auch in den Niederlanden produziert Eindhoven/München (dapd). BMW lässt künftig Fahrzeuge der Marke Mini auch in den Niederlanden herstellen. Die Produktion soll ab der zweiten Jahreshälfte 2014 im ehemaligen Mitsubishi-Werk NedCar in Born (Provinz Limburg) gebaut werden, wie der niederländische Transportkonzern VDL am Montag in Eindhoven mitteilte. Entsprechende Verträge seien jetzt unterzeichnet worden. Ein BMW-Sprecher bestätigte das. Zur geplanten Stückzahl wollte er nichts sagen. „Das Herz der Produktion bleibt aber in Großbritannien“, sagte er. Wegen des Erfolgs der Traditionsmarke baut BMW gleichzeitig die Mini-Produktion in den britischen Standorten aus. In den ersten acht Monaten des Jahres stieg der Absatz von Mini gegenüber dem Vorjahr um mehr als acht Prozent auf 193.000 Fahrzeuge. Mitsubishi hatte im Februar angekündigt, die Produktion in dem Werk NedCar zu beenden und als Grund unter anderem den erhöhten internationalen Wettbewerb genannt. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)