München/Düsseldorf (dapd). Das Wüstenstrom-Projekt Desertec nimmt allmählich konkrete Formen an. Zwischen 2014 und 2016 sollen die ersten drei Pilotprojekte in Marokko entstehen, die insgesamt 250 Megawatt Strom erzeugen können, sagte ein Sprecher der Desertec-Industrie-Initiative (Dii) aus München der Nachrichtenagentur dapd am Donnerstag. So plane ein vom Essener Energiekonzern RWE geleitetes Konsortium den Bau eines Windparks und einer Photovoltaik-Solaranlage, die das Licht der Sonne über Solarzellen direkt in Strom verwandelt. Die Kraftwerke sollen laut dem Dii-Sprecher eine Stromerzeugungskapazität von je 50 Megawatt haben. RWE sei derzeit noch in Verhandlungen mit potenziellen Partnern, die sich an den Projekten beteiligen wollen, sagte eine Sprecherin der RWE-Tochter für erneuerbare Energien, Innogy. Die Firma macht jedoch noch keine Angaben über die anvisierten Ausgaben für die Projekte. Sonnenstrom am Rande des Atlas Bereits bekannt ist dagegen die Investitionssumme für ein drittes geplantes Pilotprojekt: Rund 600 Millionen Euro soll ein Solarthermie-Werk in der marokkanischen Wüste kosten, das die Kapazität hat, 150 Megawatt Elektrizität zu erzeugen, wie der Dii-Sprecher sagte. Bei dieser Technologie treibt mit Spiegeln gebündelte Sonnenenergie Turbinen zur Stromerzeugung an. Knackpunkt des ambitionierten Projekts am Rande des Atlas-Gebirges ist jedoch noch die Finanzierung. Die Dii-Gesellschafter planen laut dem Sprecher des Konsortiums, rund 200 Millionen Euro zu dem Projekt beizusteuern. EU-Partner und internationale Finanzierungsinstitutionen müssen sich bereit zeigen, ebenfalls einen Finanzbeitrag zu leisten, hatte ein Sprecher des Bundeswirtschaftsministeriums am Mittwoch gesagt. Marokko, Deutschland und weitere EU-Staaten verhandeln derzeit noch über eine Absichtserklärung zu dem Projekt. Einsparungen in Milliardenhöhe Auf lange Sicht geht es den Desertec-Planern um weit größere Dimensionen. Eine im Juni veröffentlichte Studie des Dii skizziert ein über den Nahen Osten, Nordafrika und Südeuropa verteiltes Netz aus Wind- und Solaranlagen, das bis 2050 bis zu 20 Prozent der Stromversorgung in Europa stemmen könnte. Die nötigen Investitionen dafür werden allerdings im dreistelligen Milliardenbereich geschätzt. Dafür würde Europa aber auch pro Jahr 33 Milliarden Euro sparen, rechnet die Studie vor. Der Grund seien Synergieeffekte des gigantischen Systems und günstige Stromerzeugungskosten in der Wüste. Die Umstellung auf erneuerbare Energien bringt Deutschland bereits jetzt Einsparungen in Milliardenhöhe, teilte die Agentur für Erneuerbare Energien am Donnerstag mit. So habe Deutschland 2011 dank Energie aus regenerativen Quellen auf Importe von Kohle, Öl und Gas im Wert von 6 Milliarden Euro verzichten können. Das gehe aus einer vom Bundesumweltministerium geförderten Studie hervor, die das Kosten-Nutzen-Verhältnis der erneuerbaren Energien untersucht, erklärte die Agentur. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
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Insolvenzverfahren für P+S Werften eröffnet
Stralsund/Wolgast (dapd). Für die angeschlagenen P+S Werften in Stralsund und Wolgast ist am Donnerstag das Insolvenzverfahren eröffnet worden. Betroffen sind 1.750 Mitarbeiter. Damit gehe die Verfügungsgewalt an den Insolvenzverwalter Berthold Brinkmann und den Gläubigerausschuss über, sagte ein Sprecher des Amtsgerichts Stralsund. Der Insolvenzrichter habe die Gläubiger aufgefordert, bis 14. Dezember ihrer Forderungen beim Insolvenzverwalter anzumelden. Insgesamt sollen sich die Verbindlichkeiten beider Werften auf mehr als eine halbe Milliarde Euro belaufen. Die Gläubigerversammlung wurde für 17. Januar 2013 in der Volkswerft Stralsund einberufen. Am Donnerstag startete auch eine Transfergesellschaft zur Vorbereitung von zunächst 1.070 ehemaligen Mitarbeitern auf den ersten Arbeitsmarkt. Das Land und der Europäische Sozialfonds stellten dafür 24,2 Millionen Euro zur Verfügung. Mit einer zusätzlichen Million Euro wird die weitere Ausbildung von Lehrlingen finanziert. 350 Firmen melden vakante Stellen Nach Angaben des Geschäftsführers der Transfergesellschaft Küste, Oliver Fieber, meldeten inzwischen etwa 350 norddeutsche Firmen vakante Stellen, darunter Unternehmen aus dem Schiffbau und dem Offshore-Bereich. Mit den ersten ehemaligen Werft-Mitarbeitern würden schon in den nächsten Tagen Vermittlungsgespräche geführt. Unter anderem könnten Schweißer für Schweißverfahren an neuartigen Werkstoffen und kaufmännische Mitarbeiter für moderne Softwareprogramme geschult werden. Mecklenburg-Vorpommerns Sozialministerin Manuela Schwesig (SPD) sagte, jetzt sei es wichtig, dass hochqualifizierte Beschäftigte an den Standorten Stralsund und Wolgast gehalten würden. „Künftige Investoren sind auf gut ausgebildete und motivierte Fachleute angewiesen“, betonte die SPD-Politikerin. Modernisierung von sechs Versorgungsschiffen abgeschlossen Unterdessen schloss die Peene-Werft die Instandsetzung und Modernisierung von sechs Versorgungsschiffen der Deutschen Marine ab. Als letztes der Schiffe verließ am Donnerstag der Versorger „Main“ den Peenestrom, wie die Werftengruppe mitteilte. Das 100 Meter lange Schiff sei komplett instand gesetzt worden, sagte Betriebsrat Carsten Frick. Unter anderem wurden der Wohnbereich und die Maschinenanlagen erneuert. Das Schiff wird hauptsächlich zur Versorgung von Korvetten- und Bootsgeschwadern in See mit Kraftstoff, Wasser, Lebensmitteln, Ersatzteilen und Munition eingesetzt. An Bord befinden sich auch eine Krankenstation, Abwasseraufbereitungsanlagen und eine Müllentsorgung. Die in der Peene-Werft verbliebenen 380 von 490 Mitarbeitern reparieren gegenwärtig vier Minenjagdboote. Darüber hinaus befinden sich ein Einsatzschiff für die schwedische Küstenwache sowie Teile der neuen Fregatte F 125 in Bau. Das 150 Meter lange Schiff von Blohm + Voss in Hamburg soll voraussichtlich 2016 in Dienst gehen. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
Wagenknecht soll NRW-Linke im Bundestagswahlkampf anführen
Herne (dapd). Die Linke in Nordrhein-Westfalen will mit Sahra Wagenknecht als Spitzenkandidatin in den kommenden Bundestagswahlkampf ziehen. Der Landesrat der Partei sprach sich am Donnerstag in Herne mit „überwältigender Mehrheit“ für die gebürtige Jenaerin aus, wie der Landessprecher der Linken, Rüdiger Sagel, sagte. Lediglich 3 der 123 Delegierten stimmten demnach gegen Wagenknecht, 4 Delegierte enthielten sich. Damit ist jedoch noch nicht die endgültige Entscheidung über die Spitzenkandidatur gefallen. Diese will die Linke auf ihrem Landesparteitag in etwa drei Monaten treffen. Der Landesrat der Partei habe aber bereits ein eindeutiges Signal gesendet, sagte Sagel. dapd (Politik/Politik)
Deutsche Chemieindustrie stagniert
Frankfurt/Main (dapd). Die Chemieindustrie leidet weiter unter der Konjunkturschwäche in Deutschland und Europa. Nur die anziehenden Exporte nach Übersee hielten den Umsatz der deutschen Chemiebranche im dritten Quartal nahezu konstant. Die Branche erlöste von Juli bis September 44,9 Milliarden Euro und erreichte fast den Umsatz des Vorquartals von 45,2 Milliarden Euro, wie der Verband der Chemischen Industrie (VCI) am Donnerstag in Frankfurt am Main mitteilte. Auch im Gesamtjahr werde der Umsatz vermutlich stagnieren, erklärte der VCI. Der Inlandsumsatz der Chemiebranche blieb von Juli bis September ein Prozent hinter dem Vorquartal zurück, während die Exporterlöse um ein Prozent anzogen. Verglichen mit dem Vorjahresquartal stieg der Umsatz um zwei Prozent. Dabei wuchsen die Exporte um 5,0 Prozent, während die Erlöse im Inland um 2,5 Prozent sanken. Das dritte Quartal fiel damit für die Chemieindustrie etwas besser aus als das erste Halbjahr, in dem der Gesamtumsatz noch um ein halbes Prozent gesunken war. Die Branche weitete ihre Produktion sogar um 1,5 Prozent aus. Das führte aufgrund sinkender Preise allerdings nicht zu höheren Umsatzerlösen. „Kein Anzeichen einer Trendwende“ Derzeit stagniere das Geschäft der chemischen Industrie, sagte VCI-Präsident Karl-Ludwig Kley. „Der leichte Anstieg der Produktion in diesem Quartal ist kein Anzeichen einer Trendwende.“ Für einen Aufschwung in der EU sehe der Verband derzeit nur eine geringe Chance. Die Hoffnung auf eine Erholung bereits in der zweiten Jahreshälfte habe sich nicht erfüllt. Die Industriekunden der Branche in Deutschland spürten inzwischen konjunkturellen Gegenwind. Der VCI hält allerdings auch übertriebenen Konjunkturpessimismus für unangebracht. In Deutschland gebe es weiter keine rezessive Entwicklung, die Exporterfolge stützten weiter die Wirtschaft. Verbandspräsident Kley sagte, die Chemieunternehmen seien „auf außereuropäischen Märkten weiter erfolgreich und können dadurch die Umsatzdefizite in der EU schließen“. Nach Angaben des VCI zogen die Exporte in die USA, nach Südamerika und Asien im dritten Quartal weiter an. Unterm Strich lagen die Ausfuhren nach Nordamerika von Juli bis September 25,5 Prozent höher als im Vorjahresquartal. Die Exporte nach Lateinamerika stiegen um 18,0 Prozent und die nach Asien um 15,5 Prozent. Die Ausfuhren ins europäische Ausland legten dagegen im Jahresvergleich nur um ein Prozent zu und schrumpften damit preisbereinigt leicht. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
Fanforscher: Krawalle in Hannover erinnern an alte Hooligan-Zeiten
Berlin (dapd-nrd). Der Fanforscher Harald Lange erkennt in den Hannoveraner Fußball-Ausschreitungen ein Wiederaufleben überwundener Hooligan-Strukturen in neuer Form. „Sei es das sogenannte Cyber-Mobbing gegen einzelne Spieler, das Nachstellen von Spielern, das Verfolgen von Bussen oder der nun in Hannover in Ansätzen erfolgte Versuch, ein Stadion zu stürmen“, sagte der Professor für Sportwissenschaften an der Universität Würzburg am Donnerstag der Nachrichtenagentur dapd. „Ich kann mich nicht erinnern, dass ich so etwas schon einmal in der Form mitbekommen habe.“ Den Leiter des Institutes für Fankultur, eines interdisziplinären Forscher-Zusammenschlusses erinnern die Vorfälle an den Hooliganismus der 80er und 90er Jahre. „Man könnte von einem Revival alter Muster sprechen, die jetzt vereinzelt wieder auftauchen“, sagte Lange. „Man muss aufpassen, ob sich daraus eine Serie, eine Strategie oder wieder eine Bewegung entwickelt.“ Zugleich warnte er aber auch vor einer Überdramatisierung der Ereignisse. Zahlreiche Anhänger von Dynamo Dresden waren am Mittwochabend am Rande der 3:4-Niederlage nach Elfmeterschießen bei Hannover 96 durch gewaltsame Aktionen aufgefallen. Sie hatten versucht, ins Stadion einzudringen, Feuerwerkskörper auf den Rängen gezündet und nach dem Spiel den Innenraum gestürmt. dapd (Vermischtes/Politik)
FDP-Finanzpolitiker wollen im Wahlkampf mit Steuerpolitik punkten
Berlin (dapd). Finanzpolitiker der FDP wollen mit urliberalen steuerpolitischen Forderungen in den Bundestagswahlkampf 2013 ziehen. „Um schleichende Steuererhöhungen durch die sogenannte kalte Progression zu verhindern, muss der Einkommenssteuertarif regelmäßig angepasst werden“, heißt es in einem Entwurfspapier des Bundesfachausschusses Steuer- und Finanzpolitik in der FDP, dem der Haushaltsexperte und Bundestagsabgeordnete Volker Wissing vorsteht. Das Gremium spricht sich gegen eine Erhöhung der Steuerbelastung für den Bürger aus. Zudem plädieren die Fachpolitiker in ihren 13 Thesen dafür, im Wahlkampf für den Abbau von Schulden, für Steuervereinfachung, eine Reform der Unternehmensbesteuerung und des Erbschaftssteuerrechts einzutreten. Die FDP war 2009 mit der Forderung nach einer radikalen Steuerreform und mit Steuersenkungen in den Wahlkampf gezogen. Über das Wahlprogramm 2013 hat die Bundespartei allerdings noch keine Entscheidung gefällt. dapd (Politik/Politik)
Atomkraftwerk Brunsbüttel soll abgerissen werden
Brunsbüttel/Berlin (dapd-nrd). Das endgültige Aus für den schleswig-holsteinischen Atommeiler Brunsbüttel rückt näher. Der Energiekonzern Vattenfall stellte beim Energiewendeministerium in Kiel einen Antrag auf Stilllegung und Abbau des Atomkraftwerks (AKW), das sich momentan in der Nachbetriebsphase befindet, wie eine Unternehmenssprecherin am Donnerstag in Berlin sagte. Damit folgt Vattenfall den Energiekonzernen RWE und E.on, die bereits Anträge zum Rückbau von mehreren der acht im Jahr 2011 stillgelegten AKW gestellt haben. Bis zum endgültigen Rückbau werde aber noch Zeit vergehen, sagte die Sprecherin auf dapd-Anfrage. Vattenfall rechnet mit etwa vier Jahren, bis die Genehmigung erteilt ist. Der Rückbau werde weitere 10 bis 15 Jahre in Anspruch nehmen und soll nach Erteilung der Genehmigung von innen nach außen erfolgen. Die Kosten für den kompletten Rückbau lägen bei etwa 500 Millionen bis eine Milliarde Euro, sagte die Sprecherin. BfS weist Abhängigkeit des Rückbaus von Schacht Konrad zurück Voraussetzung für den Rückbau sei aber die Verfügbarkeit des Endlagers Schacht Konrad für schwach- und mittelradioaktive Abfälle in Salzgitter, sagte die Sprecherin. Vattenfall behalte sich vor, den Antrag zurückzuziehen beziehungsweise eine erteilte Genehmigung nicht auszunutzen, sollte das Endlager nicht zur Verfügung stehen, heißt es im Antrag. Zuletzt waren Zweifel laut geworden, ob das Endlager wie angekündigt bis 2019 fertiggestellt werden kann. Dieser Zusammenhang sei nicht nachvollziehbar, erklärte das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS). Nach der Abschaltung eines Reaktors müssten beispielsweise die hochradioaktiven abgebrannten Brennelemente mindestens fünf Jahre im Reaktor oder Abklingbecken verbleiben, ehe sie in sogenannte Castor-Lagerbehälter gebracht werden können. Daher würden zwischen der Abschaltung und dem Beginn des Rückbaus zusätzlich weitere Jahre vergehen. Die Vattenfall-Sprecherin sagte dagegen, dass auch schon während des laufenden Genehmigungsverfahrens Brennelemente aus dem Kraftwerk entfernt und in das standortnahe Zwischenlager in Brunsbüttel gebracht werden sollen. „Ein erfreulicher Schritt“ Unklar war bislang, welche der zwei Alternativen für die endgültige Stilllegung der Energiekonzern wählen wird. Neben dem jetzt angekündigten kompletten Rückbau wäre auch der sichere Einschluss möglich gewesen. Dabei werden alle Brennelemente und weitere radioaktive Teile entfernt und die Anlage anschließend für längere Zeit versiegelt, bis die Radioaktivität abgeklungen ist und das Kraftwerk schließlich abgebaut wird. Der nun gewählte direkte Rückbau böte den Vorteil, die Erfahrungen und Fachkenntnisse der Mitarbeiter optimal nutzen zu können, erklärte Vattenfall. In den kommenden Monaten will der Konzern weitere Unterlagen einreichen, die das Vorhaben detailliert beschreiben. Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) begrüßte den Antrag auf Stilllegung und Rückbau. „Für mich ist das ein erfreulicher Schritt des Unternehmens hin auf die Energiewende“, sagte Albig in Kiel. Für das nördlichste Bundesland sei dies „ein sehr wichtiges Signal, dass eines der ältesten Atomkraftwerke Deutschlands nicht nur abgeschaltet bleibt, sondern stillgelegt und abgebaut werden wird“. Die atompolitische Sprecherin der Grünen-Bundestagsfraktion, Sylvia Kotting-Uhl, sagte, Vattenfall müsse die Anlage nun möglichst schnell kernbrennstofffrei bekommen. Dazu fehlten jedoch die nötigen Castor-Behälter, da sich die AKW-Betreiber und ihre Tochterfirma GNS, die die Castoren herstellt, nicht rechtzeitig um die Zulassung der Behälter gekümmert hätten. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
Rettig nach Ausschreitungen in Hannover erschrocken
Berlin (dapd-nrw). Andreas Rettig ist nach den Ausschreitungen Dresdner Fußballfans beim DFB-Pokalspiel in Hannover am späten Mittwochabend erschrocken. „Das Stadionerlebnis darf für alle kein Ort des Schreckens werden, auch nicht für Polizisten“, sagte der designierte Geschäftsführer der Deutschen Fußball Liga (DFL) am Donnerstag im „Morgenmagazin“ des ZDF. Am Mittwoch waren zahlreiche Anhänger von Dynamo Dresden am Rande der 3:4-Niederlage nach Elfmeterschießen bei Hannover 96 durch gewaltsame Aktionen aufgefallen, hatten versucht, ins Stadion einzudringen, Feuerwerkskörper auf den Rängen gezündet und nach dem Spiel den Innenraum gestürmt. Die Polizei nahm 16 Personen fest. Polizeibeamte fürchteten um ihre Sicherheit Rettig verteidigte am Donnerstag erneut das bei Fans umstrittene Papier der DFL zur Stadionsicherheit. „Es ist kein in Stein gemeißeltes Konzept, sondern eine Diskussionsgrundlage“, gab sich der 49-Jährige gesprächsbereit. Vieles aus dem Papier werde in der Öffentlichkeit übertrieben dargestellt, kritisierte der frühere Manager des FC Augsburg. „99 Prozent der Fans geht das am Ende gar nichts an“, sie seien keine Gewalttäter und von den Maßnahmen nicht betroffen. „Jeder, der Regeln aufstellt und überwacht, wird Gegner haben“, sagte Rettig zum Widerspruch aus Fankreisen. In dem Papier waren unter anderem das strikte Verbot von Pyrotechnik, längere Stadionverbote und genauere Einlasskontrollen vorgeschlagen worden. Gegenüber Gewalttätern forderte Rettig eine klare Abgrenzung: „Diese Chaoten werden mit keinem Konzept der Welt zu beruhigen sein“, er ergänzte: „Das sind Leute, die vorsätzlich Pyrotechnik ins Stadion schmuggeln.“ Von der Politik verlangte der designierte DFL-Geschäftsführer neben Forderungen nach mehr restriktiven Maßnahmen gegen Gewalttäter auch die finanzielle Unterstützung von Präventionsarbeit. „Die DFL hat ihre Mittel schon erhöht“, betonte er, die Politik müsse ebenfalls finanzielle Mittel für vorbeugende Maßnahmen gegen Gewalt bereitstellen. Auch Reinhard Rauball will den Staat stärker in die Pflicht nehmen. „Es ist ein verheerendes Signal der Politik, wenn Kommunen Fanprojekte nicht mehr mitfinanzieren und sich aus der Verantwortung ziehen“, sagte der Präsident des Ligaverbandes der „Bild“-Zeitung (Donnerstagausgabe). Das Sicherheitspapier der DFL hielt Rauball ebenfalls für diskussionsfähig, betonte aber auch: „Gewalt, Pyrotechnik und Rassismus wollen wir nicht. Personen, die das nicht akzeptieren, haben in unseren Stadien nichts zu suchen.“ dapd (Vermischtes/Politik)
Vattenfall will Atommeiler Brunsbüttel rückbauen
Brunsbüttel/Berlin (dapd-nrd). Das stillgelegte Atomkraftwerk im schleswig-holsteinischen Brunsbüttel soll abgerissen werden. Der Betreiber Vattenfall stellte dazu einen Antrag beim Energieministerium in Kiel, wie der Energieversorger am Donnerstag mitteilte. Der direkte Rückbau böte den Vorteil, die Erfahrungen und Fachkenntnisse der Mitarbeiter optimal nutzen zu können, hieß es. In den kommenden Monaten wolle Vattenfall weitere Unterlagen einreichen, die das Vorhaben detailliert beschreiben. Der Konzern rechne mit etwa vier Jahren, bis die Genehmigung erteilt ist, sagte eine Vattenfall-Sprecherin auf dapd-Anfrage. Der Rückbau werde ungefähr weitere 10 bis 15 Jahre dauern. Voraussetzung sei aber die Verfügbarkeit des Endlagers Schacht Konrad für schwach- und mittelradioaktive Abfälle in Salzgitter. Zuletzt waren Zweifel laut geworden, ob das Endlager wie angekündigt bis 2019 fertiggestellt werden kann. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
Siemens-Chef Löscher hofft auf weiteres Wachstum in Asien
Neu Delhi (dapd). Siemens-Chef Peter Löscher hat sich überzeugt geäußert, dass das Wirtschaftswachstum in Asien trotz abkühlender Konjunktur weitergeht. „Wachstum ist nicht begrenzt auf Indien und China, die Zukunftsmärkte Indonesien, Malaysia und Vietnam werden auch ihren Teil spielen“, sagte er am Donnerstag in einem Interview der Zeitschrift „APK 2012“, die vor Beginn der Asien-Pazifik-Konferenz (APK) der deutschen Wirtschaft in Neu Delhi veröffentlicht wurde. Löscher ist der Vorsitzende der Konferenz, zu der mehrere hundert deutsche Asien-Manager in Indien erwartet werden. Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) kam aus Berlin dazu. „Zwischen jetzt und 2050 wird sich die Bevölkerung Asiens fast verdoppeln“, fügte Löscher hinzu. „Asiens Megastädte und Stadtregionen, die bereits für 80 Prozent der Wirtschaftskraft stehen, werden weiter wachsen.“ Die deutsche Industrie und insbesondere der Mittelstand könnten helfen bei neuen Verkehrskonzepten, energieeffizienten Gebäuden und einer intelligenten Energieversorgung. Asien müsse umgekehrt aber auch noch viel mehr in Deutschland investieren, verlangte Löscher. Im Jahre 2010 seien nur 4,6 Prozent des Bestands an ausländischen Direktinvestitionen in Deutschland aus Asien gekommen. Die Summe der chinesischen Investitionen habe 2010 nur 775 Millionen Euro in Deutschland betragen, verglichen mit 29 Milliarden Euro an deutschen Direktinvestitionen in China. „Es gibt einen breiten Konsens in der deutschen Industrie, dass Deutschland und Europa offen bleiben müssen für ausländische Investitionen“, sagte Löscher. Einer Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertages zufolge wollen deutsche Industrie-Unternehmen 2012 rund 70 Milliarden Euro im Ausland investieren. Das schaffe dort 300.000 Arbeitsplätze und gleichzeitig rund 50.000 in Deutschland. Dabei visierten 43 Prozent der Firmen China an und 28 Prozent den Rest Asiens. Indien bezeichnete Löscher als „vielversprechenden Markt“. Dies liege an seinem großen Binnenmarkt mit 1,2 Milliarden Menschen, der schnell wachsenden Mittelklasse mit starker Kaufkraft, an hohen Investitionen und einer hohen Sparrate. Die indische Regierung stehe vor „großen Herausforderungen“, um das Land „fit für die Zukunft“ zu machen. „Wir wollen unseren Part spielen in dieser gemeinschaftlichen Anstrengung.“ Das derzeitige Deutschland-Jahr in Indien werde dafür viele neue Ideen aus Kultur, Bildung Wissenschaft und Wirtschaft hervorbringen. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)