Große Qualitätsunterschiede zwischen Mobilfunknetzen

Große Qualitätsunterschiede zwischen Mobilfunknetzen Haar (dapd). Bei Telefonieren per Handy und beim mobilen Internetsurfen gibt es nach wie vor große Qualitätsunterschiede zwischen den vier Mobilfunk-Netzbetreibern in Deutschland. Das geht aus einem am Freitag veröffentlichten Netztest der Fachzeitschrift „Connect“ hervor. Am besten und zuverlässigsten schnitt dabei das Netz der Deutschen Telekom ab. Das Telekom-Netz sei zuverlässig und schnell. Es glänze nicht nur mit guter Sprachqualität, sondern auch mit hohen Datenübertragungsraten – und das nicht nur in den Städten, sondern auch auf den schwer zu versorgenden Autobahnen, urteilten die Tester. Auf Platz zwei landete Vodafone. Der Düsseldorfer Netzbetreiber biete ein gutes Datennetz, das in manchen Aspekten sogar besser abschneide als das der Telekom. Doch gebe es Schwächen beim Telefonieren in Städten und im Umland, urteilten die Experten. Platz drei belegte O2. Die Telefonica-Tochter schneide beim Telefonieren inzwischen sogar besser ab als Vodafone, habe aber beim mobilen Internet keine Chance gegen die beiden Marktführer, hieß es im Test. Dies gelte insbesondere auf Autobahnen abseits der Städte Abgeschlagen auf dem letzten Platz landete der Billiganbieter E-Plus. Er biete zwar in den Städten durchaus zuverlässige Sprachtelefonie und habe sich gegenüber dem Vorjahr stark verbessert. Auf dem Land und bei der Datennutzung zeige sich allerdings weiter Nachholbedarf beim Netzausbau. Vodafone will nachbessern Die Deutsche Telekom zeigte sich zufrieden, ihre Spitzenposition im „Connect“-Test verteidigt zu haben. Konkurrent Vodafone will dagegen angesichts des „enttäuschenden“ dritten Platzes in der Kategorie Sprachtelefonie nun rasch nachbessern. Der Konzern erwarte im Rahmen seines Netz-Modernisierungsprogramms bereits in den nächsten Monaten eine spürbare Verbesserung der Qualität bei den Sprachtelefonaten, sagte ein Unternehmenssprecher. Klares Ziel von Vodafone Deutschland sei es, den Titel „Bestes Mobilfunknetz“ wiederzuholen, betonte das Unternehmen. In den Ausbau und die Modernisierung der vorhandenen Netze werde ein zusätzlicher dreistelliger Millionenbetrag investiert. O2 kündigte an, der Konzern werde sich nun auf den weiteren Ausbau des mobilen Datennetzes einschließlich der schnellen LTE-Technik konzentrieren. E-Plus zeigte sich trotz des letzten Platzes erfreut, dass es gelungen sei, den Abstand zur Spitze weiter zu verringern. Ein im August veröffentlichter Netz-Test der Fachzeitschrift „Chip“ hatte zu einem ganz ähnlichen Ergebnis geführt. Auch dort belegte die Deutsche Telekom den ersten Platz, vor Vodafone, O2 und E-Plus. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)

Merkel spricht mit Cameron über den EU-Haushalt

Merkel spricht mit Cameron über den EU-Haushalt Berlin (dapd). Im Streit über den zukünftigen EU-Haushalt reist Kanzlerin Angela Merkel am kommenden Mittwoch nach London. Merkel wolle dort bei einem Arbeitsessen in der Downing Street das „direkte Gespräch“ mit Premier David Cameron suchen, erklärte Regierungssprecher Steffen Seibert am Freitag in Berlin. Die EU-Kommission hat für die Jahre 2014 bis 2020 ein Budget von knapp 1,1 Billionen Euro angesetzt. Cameron droht dagegen mit einem Veto. Das Thema soll am 22. und 23. November bei einem EU-Sondergipfel besprochen werden. „Wir sind jetzt natürlich in einer Phase intensiver Verhandlungen“, erklärte Seibert. Das sei einer der Gründe, warum Merkel nach London fahre. Bei dem Treffen werde es auch um außenpolitische Fragen gehen. Direkt vor ihrem London-Trip folgt Merkel einer Einladung von EU-Parlamentspräsident Martin Schulz und wird in Brüssel eine „europapolitische Grundsatzrede“ halten, wie Seibert erklärte. Alle Mitglieder des Parlaments seien dazu eingeladen, die Kanzlerin werde voraussichtlich über „ihre Vorstellungen, ihre Überlegungen zur Fortentwicklung der Wirtschafts- und Währungsunion“ sprechen. dapd (Politik/Politik)

Brüderle lässt Kritik der Wirtschaft am Regierungskurs nicht gelten

Brüderle lässt Kritik der Wirtschaft am Regierungskurs nicht gelten Berlin (dapd). Die Wirtschaftsverbände feuern seit Tagen gegen das Betreuungsgeld und das mögliche Aus für die Praxisgebühr. Am Freitag reichte es FDP-Fraktionschef Rainer Brüderle: Vor dem Koalitionsgipfel wies er die Kritik an den schwarz-gelben Vorhaben zurück. Die Koalition sei „den Gesamtinteressen des Landes verpflichtet“, sagte Brüderle am Freitag im ZDF-„Morgenmagazin“. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) geht derweil optimistisch in das Treffen der Spitzen von CDU, CSU und FDP, das Lösungen der innenpolitischen Dauerstreitpunkte der Koalition bringen soll. Regierungssprecher Steffen Seibert sagte in Berlin: „Man geht in einen Koalitionsausschuss mit der Absicht, Gemeinsamkeit herzustellen.“ Er fügte hinzu, die Stimmung in der Regierung sei „arbeitsam“ sowie „von intensiven Gesprächen geprägt und von der Zuversicht, dass es den die Bundesregierung tragenden Parteien auch bei diesem Koalitionsausschuss gelingen wird, eine gute gemeinsame Linie zu finden“. Er wolle jedoch „keine Zwischenstände verkünden“, sagte Seibert weiter. FDP-Fraktionschef dimmt Erwartungen Brüderle versuchte, vor dem Koalitionsgipfel die Erwartungen an mögliche Ergebnisse herunterzuschrauben. Er hoffe, dass es bei den entscheidenden Themen zu Einigungen kommen werde. „Ob das schon am Sonntag alles gelingt oder in den nächsten Wochen, wird sich zeigen“, sagte der FDP-Fraktionschef dem „Handelsblatt“. Im ZDF fügte er hinzu: „Der gute Wille aller Beteiligten ist da.“ Der FDP-Politiker zeigte sich zugleich erneut kompromissbereit bei der Einführung des Betreuungsgeldes. Die CSU will beim Koalitionsausschuss das Betreuungsgeld für Eltern durchsetzen, die ihre Kleinkinder nicht in eine Kindertagesstätte geben. Die FDP plädiert für das Ende der Praxisgebühr. Zudem geht es um einen Ausweg aus dem Rentenstreit in der Union. Angestoßen hatte die Debatte Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) mit ihrem Konzept der Zuschussrente. Der Parlamentarische Geschäftsführer der SPD-Fraktion, Thomas Oppermann, ging mit dem Regierungsbündnis scharf ins Gericht. Er „erwarte vom Koalitionsausschuss den großen Kehraus auf Kosten der Steuerzahler“, betonte Oppermann in einer Stellungnahme. „Kurz vor Beginn des Wahlkampfes verteilt Angela Merkels Koalition jetzt nur noch Wahlgeschenke.“ Die Kanzlerin habe „nicht verstanden, dass niemand das irrsinnige Betreuungsgeld wirklich will“. DIHK: Betreuungsgeld unnötig und teuer Die Wirtschaft bekräftigte ihre Kritik an den Projekten. Der Präsident des deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Hans Heinrich Driftmann, sagte der „Welt“, das Betreuungsgeld sei in seinen Augen eine unnötige und teure Leistung. Driftmann betonte, das Betreuungsgeld berge die Gefahr, dass Frauen nach der Familiengründung eine Rückkehr in die Berufstätigkeit hinauszögerten. „Der Ausbau der Kinderbetreuung sollte stattdessen Priorität haben“, forderte Driftmann. Der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) lehnte sowohl das Betreuungsgeld als auch die Zuschussrente gegen Altersarmut ab. ZDH-Generalsekretär Holger Schwannecke sagte der „Welt“, angesichts der Unsicherheiten über die wirtschaftliche Entwicklung im kommenden Jahr dürfe die Koalitionsrunde keine zusätzlichen Belastungen für Arbeitnehmer und Arbeitgeber beschließen. „Das bedeutet auch ein Nein zu Betreuungsgeld oder Zuschussrente“, sagte er. Im ZDF bekräftigte Brüderle, die FDP stehe zum Ende der Praxisgebühr. „Wir wollen auch Bürokratie abbauen“, sagte er. Bei einem jährlichen Aufkommen von bis zu 1,7 Milliarden Euro gingen fast 25 Prozent für Verwaltungsausgaben drauf. „Da muss man schon in Ruhe nachdenken“, sagte der FDP-Fraktionschef. Entscheidend sei aber, dass die Versicherten entlastet würden. Zur Diskussion steht angesichts hoher Reserven der gesetzlichen Krankenkassen auch eine Senkung des Beitragssatzes. „Wir stimmen uns ab“ Brüderle sagte im „Handelsblatt“ weiter, die Verhandlungsführung am Sonntag für die FDP habe selbstverständlich Parteichef Philipp Rösler. „Aber wir stimmen uns ab“, fügte der FDP-Fraktionsvorsitzende hinzu. Angesichts anhaltend schlechter Umfrageergebnisse plädierte Brüderle im ZDF, „seriös weiterzuarbeiten“. Er sagte: „Wenn wir flattern, wird das Bild nicht besser.“ dapd (Politik/Politik)

Bundesrat jenseits der politischen Farbenlehre

Bundesrat jenseits der politischen Farbenlehre Berlin (dapd). Kaum jemals zuvor ist der Parteizugehörigkeit eines Bundesratspräsidenten so viel Aufmerksamkeit gewidmet worden wie im Falle von Winfried Kretschmann. Immerhin steht mit ihm erstmals ein Grüner an der Spitze an der Länderkammer – und damit in der protokollarischen Rangfolge in Deutschland direkt hinter dem Bundespräsidenten. Am Freitag hielt er seine Antrittsrede im Bundesrat – und machte sogleich deutlich, dass gerade er in der Länderkammer keinen Platz für Parteipolitik sehe. Lebendigere Debatten und ein Ende des „gleichmütigen Kammertons“ hatte sich Kretschmann kurz nach seiner Wahl zum Bundesratspräsidenten gewünscht. Gleichwohl war es ein eher staatstragender Auftakt des neuen Geschäftsjahres in der Länderkammer, den Kretschmann mit seiner rund zehnminütigen Rede gab. Weitgehend folgte er seinem Manuskript und blickte nur hin und wieder von dem Papier auf. Nichtsdestotrotz eindringlich warb er für eine aktivere Rolle des Bundesrats und bekannte sich zur föderalen Ordnung der Bundesrepublik. Mehr Einmischung, mehr Transparenz, mehr Bürgernähe waren die Kernbotschaften des baden-württembergischen Ministerpräsidenten. „Weil ich von den Leistungen und Möglichkeiten des Föderalismus überzeugt bin, ist es mir ein Herzensanliegen, dass wir ihn populärer machen“, betonte Kretschmann daher. Vorsichtige Veränderungsvorschläge In der Bundespolitik trat Kretschmann bislang nur bei einzelnen Themen in Erscheinung. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) warf er wiederholt vor, bei der Umsetzung der Energiewende Zeit vergeudet zu haben. Ihre Europapolitik rügte er als visionslos. Auch bei der Suche nach einem neuen Atommüllendlager macht er bis heute Druck in Berlin. Im März 2011 bescherte er seiner Partei mit seiner Wahl zum Ministerpräsidenten eine Premiere, nun will er auch dem Bundesrat seinen Stempel aufdrücken. Als Landespolitiker allerdings, nicht als Parteipolitiker. „Wenn ich als Mitglied des Bundesrats rede, rede ich für das Land Baden-Württemberg und nicht im Namen der Grünen-Bundestagsfraktion“, machte er vor seiner Antrittsrede in der „Bild“-Zeitung noch einmal deutlich. Zugleich warnte er davor, die Bedeutung und Einfluss des Bundesrats zu schmälern, indem das Länderparlament als Gehilfe von Opposition im Bundestag oder der Bundesregierung missbraucht werde. „Unser gemeinsames Ziel muss es sein, dass der Ausgleich der Interessen der Länder und des Bundes nicht hauptsächlich entlang der politischen Farbenlehre sortiert wird“, mahnte er dann auch in seiner Rede. Dass dies möglich sei, zeige die einheitliche Positionierung der Länderchefs bei der Energiewende. Was genau er während seiner Präsidentschaft verändern will, deutete Kretschmann allerdings nur vorsichtig an. So ließen sich die Abstimmungsverfahren „sicherlich transparenter und nachvollziehbarer gestalten“. Für sinnvoll halte er Veränderungen des Bundesrats hin zu einem „Ort lebendiger, sachorientierter Diskussionen und politischer Entscheidungen“. Und obwohl sich Kretschmann zuvor klar zum Föderalismus bekannt hatte, betonte er, dieser sei „nicht in Stein gemeißelt“. Es könnten sich „Verschiebungen ergeben, die eine Weiterentwicklung des föderalen Systems erforderlich machen“. Kanzleramtsminister Ronald Pofalla (CDU) wertete gerade die Tatsache, dass ein Grüner an der Spitze der Länderkammer steht, als Zeichen dafür, „dass bei aller Kontinuität das parlamentarische Leben in Deutschland nie stillsteht“. dapd (Politik/Politik)

Wahlmarathon auf fast allen Kanälen

Wahlmarathon auf fast allen Kanälen Berlin (dapd). Wahlpartys, Live-Schalten und Sondersendungen: Die deutschen TV-Sender bieten ihren Zuschauern in der Nacht zum Mittwoch eine umfangreiche Berichterstattung über die US-Präsidentschaftswahl. Bei ARD, ZDF, N24, RTL und n-tv können Politikinteressierte live mitfiebern. In Berlin steigen gleich drei Wahlpartys. Dort analysieren Experten die Hochrechnungen und ordnen die Ergebnisse ein. Zudem melden sich die Korrespondenten der Sender aus New York und Washington. Die ARD sendet ab 22.45 Uhr live aus dem Berliner E-Werk. Als ARD-Wahlexperte präsentiert WDR-Chefredakteur Jörg Schönenborn die neuesten Hochrechnungen und ordnet die Zahlen politisch ein. Matthias Opdenhövel und Sandra Maischberger unterhalten sich mit prominenten Gästen und Experten wie Außenminister Guido Westerwelle (FDP), US-Botschafter Philip D. Murphy oder dem ehemaligen US-Außenminister Henry Kissinger. NDR-Chefredakteur Andreas Cichowicz verfolgt die Kommentare im Netz. RTL veranstaltet gemeinsam mit n-tv und CNN eine Wahlparty in der Bertelsmann-Vertretung in Berlin. n-tv beginnt um 22.00 Uhr mit der Live-Berichterstattung. RTL zeigt um Mitternacht ein „Nachtjournal Spezial“. Ab 1.00 Uhr moderieren dann RTL-Chefredakteur Peter Kloeppel und n-tv-Chef-Anchor Christoph Teuner die gemeinsame Live-Sendung „Amerika wählt“ aus einem Sonderstudio in Köln. Claus Kleber twittert aus Washington Für das ZDF meldet sich Markus Lanz um 22.45 Uhr mit seiner Talkrunde aus dem Alten Telegrafenamt in Berlin. Ab 23.50 Uhr liefern Bettina Schausten und Christian Sievers die neuesten Ergebnisse und Analysen. In Washington ordnen Studioleiter Ulf Röller und ZDF-Politikchef Theo Koll die Entwicklungen des Abends ein. Auf dem Times Square in New York fängt Dunja Hayali die Reaktionen ein. Claus Kleber meldet sich am Dienstag und Mittwoch mit Sonderausgaben des „heute-journals“ live aus Washington. Zudem sammelt er Stimmen und Stimmungen in der Hauptstadt und hält die Zuschauer per Twitter auf dem Laufenden. Auch der Nachrichtensender N24 berichtet von 1.00 bis 7.00 Uhr live über die Entscheidung zwischen Präsident Barack Obama und seinem Herausforderer Mitt Romney. ProSieben verzichtet hingegen auf eine Live-Sendung zur US-Wahl. Sat.1 steigt erst um 4.55 Uhr mit dem Frühstücksmagazin in die Berichterstattung ein. Chefredakteure rechnen mit knappem Erfolg von Obama Die Chefredakteure von ARD, ZDF und RTL erwarten eine spannende Wahlnacht. „Obama hat im Moment die etwas besseren Karten. Aber ich will mich da nicht festlegen“, sagte RTL-Chefredakteur Peter Kloeppel. Ähnlich äußerte sich ARD-Wahlexperte Schönenborn. Der Ausgang der Wahl sei „objektiv nicht prognostizierbar“, sagte er im dapd-Interview. „Ich gucke mehrfach am Tag, was es für neue Umfragen gibt. Ich gehe aber jeden Abend ins Bett und bin ratlos.“ Dennoch seien die Chancen von Amtsinhaber Obama nach wie vor größer. „Seine Auftritte als Krisenmanager nach dem Hurrikan Sandy habe ich als sehr professionell und überzeugend empfunden. Das wird ihm den Schlussspurt erleichtern“, ergänzte Schönenborn. ZDF-Chefredakteur Peter Frey rechnet ebenfalls mit einem hauchdünnen Ergebnis: „Das wird sehr knapp.“ Dennoch hoffe er auf klare Verhältnisse. „Ich erinnere mich mit Schrecken an das Jahr 2000, als wir einige Tage warten mussten, bis das Wahlergebnis am Ende durch einen Gerichtsentscheid beglaubigt wurde“, sagte Frey. Für Schönenborn war das Duell zwischen George W. Bush und Al Gore seine bisher „faszinierendste Wahlsendung“. Er wünsche sich ein Ergebnis zum Ende des Morgenmagazins um kurz vor 9.00 Uhr: „Also Zittern die ganze Nacht durch, überraschende Wendungen und am Ende gibt es doch keine Hängepartie. Eine Wahlnacht lebt davon, dass man mitfiebern kann. Dazu gehört auch, dass es lange offen bleibt.“ (ARD-Livestream: http://www.tagesschau.de/uswahl http://twitter.com/ZDF ) dapd (Vermischtes/Politik)

CDU-Konservative wettern gegen den Zeitgeist

CDU-Konservative wettern gegen den Zeitgeist Berlin (dapd). Vier Wochen vor dem CDU-Parteitag in Hannover fordern Konservative in der Union zur Rückbesinnung auf Grundüberzeugungen auf. Der „Berliner Kreis in der Union“ präsentierte am Freitag in Berlin erstmals offiziell seine Standpunkte. Der Zeitgeist dürfe nicht das Handeln in der Union bestimmen, heißt es in dem Grundsatzpapier. „Unser Anliegen ist es, dass unsere Überzeugungen nicht verblassen. Wir wollen einen Beitrag zur Selbstvergewisserung und Bestimmung wertkonservativer Überzeugungen in der Moderne leisten“, schreibt der „Berliner Kreis“, zu dessen Organisatoren der Vorsitzende der hessischen CDU-Landtagsfraktion, Christean Wagner, gehört. In ihrem Positionspapier macht sich der „Berliner Kreis“ unter anderem für die Verankerung der deutschen Sprache im Grundgesetz und die Beibehaltung des mehrgliedrigen Schulsystems stark. Die Konservativen bekennen sich zum Ehegattensplitting und zum geplanten Betreuungsgeld. Elterliche Fürsorge müsse mehr Wertschätzung erfahren. Ein staatlich verordneter Mindestlohn wird abgelehnt. Die Einführung einer Mindestrente dürfe nicht zulasten der Beitragszahler gehen, mahnen die Konservativen. Der „Berliner Kreis“ spricht sich gegen „jegliche Art von starren Quotenregelungen“ aus. Erinnerungen an die „Bierdeckel“-Steuerreform In der Steuerpolitik mahnt der Gesprächskreis, zu dem auch die Präsidentin des Vertriebenenbundes, Erika Steinbach, gehört, die steuerpolitischen Beschlüsse des CDU-Parteitages von 2003 nicht auf Dauer zu vergessen. Langfristig müsse es ein einfacheres, transparenteres und verständliches Steuersystem geben. 2003 hatte die CDU auf ihrem Parteitag in Leipzig ein Steuerstufenkonzept des Finanzexperten Friedrich Merz beschlossen, das so simpel war, dass es auf einen Bierdeckel passte. Der Zusammenschluss von konservativen Politikern aus Bund und Ländern sorgt seit einigen Monaten für Diskussionen in der CDU. Spitzenpolitiker der Partei wie Fraktionschef Volker Kauder und Verteidigungsminister Thomas de Maizière, die ebenfalls zu den Konservativen in der Partei zu zählen sind, hatten sich kritisch mit dem Kreis auseinandergesetzt. „Ein Konservativer posaunt zum Beispiel nicht durch die Gegend, trompetet nicht so viel rum“, hatte de Maizière damals dem Nachrichtenmagazin „Focus“ gesagt. Der „Berliner Kreis“ sieht dennoch Handlungsbedarf. In den vergangenen drei Jahren habe die Union bei elf Landtagswahlen zum Teil erhebliche Stimmeneinbußen hinnehmen müssen. Bei fünf Landtagswahlen haben sie unter 30 Prozent der Stimmen erhalten. Monatlich verließen rund 1.000 Mitglieder die Union. Die Partei liege dauerhaft unter 40 Prozent. Allerdings hat die Union zuletzt in Umfragen dazugewonnen. Bei den meisten Umfrageinstituten liegen CDU/CSU bei 38 bis 39 Prozent. Zum Vergleich: Mit 33,8 Prozent hatte die Union 2009 ihr zweitschlechtestes Wahlergebnis bei Bundestagswahlen geholt. dapd (Politik/Politik)

Beiersdorf hebt Ausblick an

Beiersdorf hebt Ausblick an Hamburg (dapd). Der Konsumgüterkonzern Beiersdorf (Nivea, Eucerin) hat seine Umsatzprognose für das laufende Jahr angehoben und so ein Kursfeuerwerk für seine Aktie ausgelöst. Vor allem in Russland und Südamerika greifen immer mehr Verbraucher zu Cremes und Deos des Hamburger Traditionsunternehmens. Der neue Vorstandsvorsitzende Stefan Heidenreich hob am Freitag den Umsatzausblick für 2012 auf ein Wachstum von drei bis vier Prozent, nachdem bisher von drei Prozent die Rede war. Die Beiersdorf-Aktie legte um über sechs Prozent zu. Der Umsatz stieg nach Unternehmensangaben in den ersten drei Quartalen inklusive Währungseffekten um 6,8 Prozent auf knapp 4,6 Milliarden Euro. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) legte demnach ohne Sondereffekte um 16,8 Prozent auf 575 Millionen Euro zu. „Die Ergebnisse der ersten neun Monate zeigen, dass wir auf Kurs sind“, sagte der Vorstandschef. Heidenreich hatte erst im Frühjahr die Führung des Konzerns übernommen und den Kurs kräftig geändert: Der Hauptmarke Nivea verordnete er ein einheitliches Erscheinungsbild, die Werbung wurde reformiert, die Wachstumsmärkte wurden mehr in den Fokus genommen. Dass die neue Strategie zieht, zeigt der Blick auf die Ergebnisse der Monate Juli bis September: Der Umsatz stieg in den drei Monaten um zehn Prozent. Der Betriebsgewinn erhöhte sich sogar um fast 30 Prozent. Auch im Krisenkontinent Europa legten Umsatz und Ergebnis wieder zu. Noch viel besser lief es allerdings mit einem Umsatzplus von fast acht Prozent in den ersten neun Monaten in Osteuropa, vor allem in Russland. In Lateinamerika steig der Umsatz sogar um über 15 Prozent. Beiersdorf baut zurzeit für 80 Millionen Euro ein Werk in Mexiko, um den Markt noch besser zu bedienen. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)

Bericht: Machnig im Beraterteam von SPD-Kanzlerkandidat Steinbrück

Bericht: Machnig im Beraterteam von SPD-Kanzlerkandidat Steinbrück Erfurt/Berlin (dapd-lth). Thüringens Wirtschaftsminister Matthias Machnig (SPD) hat Medienberichten zufolge eine Aufgabe im Beraterteam von SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück übernommen. Manchig sei in der Steuerungsgruppe um Generalsekretärin Andrea Nahles (SPD), schreibt die „Süddeutsche Zeitung“ (Freitagausgabe). Diese Gruppe, in der sich unter anderem auch Parteichef Sigmar Gabriel und Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier befinden, solle die politische Strategie im Bundestagswahlkampf 2013 beraten. Machnig wollte sich am Freitag nicht zu den Verabredungen in seiner Partei äußern. Er hatte wiederholt gesagt, dass er seine politische Zukunft in Thüringen sehe. Machnig gehörte Ende der 90er Jahre zu jenen Leuten, die der damalige SPD-Bundesgeschäftsführer Franz Müntefering um sich scharte, um CDU-Kanzler Helmut Kohl zu stürzen. Zusammen mit dem heutigen Kommunikations- und Strategieberater Kajo Wasserhövel und damaligen SPD-Sprecher Michael Donnermeyer organisierte Müntefering die sogenannte „Kampa“, aus der der Bundestagswahlkampf 1998 geführt wurde. Donnermeyer soll als Sprecher nun für SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück tätig sein. dapd (Politik/Politik)

Ehemaliger VW-Manager offenbar vor Sprung an die Opel-Spitze

Ehemaliger VW-Manager offenbar vor Sprung an die Opel-Spitze Hamburg (dapd-lth). Beim schwer angeschlagenen Autohersteller Opel zeichnet sich offenbar eine dauerhafte Lösung für den Chefsessel ab: Der ehemalige Vorstandsvorsitzende von Continental und Ex-China-Chef von Volkswagen, Karl-Thomas Neumann, soll einem Bericht der „Financial Times Deutschland“ (Freitagausgabe) zufolge im Lauf des kommenden Jahres als Vorstandschef zum Rüsselsheimer Autobauer wechseln. Ein Sprecher wollte sich auf dapd-Anfrage nicht äußern und verwies darauf, dass Personalspekulationen nicht kommentiert würden. „Neumann an der Spitze wäre gut für Opel. Er hat das Format, das wir brauchen“, zitierte das Blatt dagegen einen Opel-Aufsichtsrat. An der Spitze des Unternehmens würde er den bisher amtierenden Übergangschef Thomas Sedran beerben, der die wichtigste europäische Tochter des US-Autokonzerns General Motors (GM) seit Mitte Juli führt. Dem Sanierungsexperten fehlten allerdings technisches Wissen und Erfahrung in der Autobranche, hieß es. Wann genau der Opel-Aufsichtsrat die Berufung Neumanns beschließen will, ist dem Bericht zufolge noch unklar. Es sei aber unwahrscheinlich, dass es bereits auf der nächsten Sitzung am 14. November soweit sein wird. Bis Mitte 2012 war der 51-Jährige Präsident und Geschäftsführer von Volkswagen in China. Derweil ist die Sanierung bei Opel in vollem Gang. Der taumelnde Hersteller streicht bereits im laufenden Jahr 2.600 Stellen, die meisten davon in Deutschland. 2.300 Beschäftigte haben das Unternehmen eigenen Angaben zufolge bereits verlassen. Dennoch stellt sich GM auf weitere Jahre der Milliardenverluste bei Opel ein: Erst „Mitte des Jahrzehnts“ rechnet der Konzern mit schwarzen Zahlen bei der Europatochter, wie aus dem am Mittwoch in Detroit veröffentlichten Zwischenbericht hervorgeht. 2012 wird Opel demnach 1,5 Milliarden Dollar verbrennen, 2013 nur etwas weniger. „Wir haben noch eine Menge Arbeit zu tun, vor allem in Europa“, hatte GM-Finanzvorstand Dan Ammann gesagt. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)

Energiewende soll konkret werden

Energiewende soll konkret werden Berlin (dapd). Gemeinsamer Plan für die Energiewende gesucht: Die Ministerpräsidenten dringen vor dem Spitzentreffen bei Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) auf ein gemeinsames Konzept für die Energiepolitik. Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) forderte am Freitag eine Politik aus einem Guss. Sein schleswig-holsteinischer Kollege Torsten Albig (SPD) mahnte ebenso wie die Grünen ein einheitliches Stromnetz an. Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) verlangte von der Kanzlerin mehr Führung. Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) machte einen Reformvorschlag für die Förderung der erneuerbaren Energien. Merkel wollte am Freitagmittag mit den Ministerpräsidenten über Versorgungssicherheit, Preisstabilität und den Netzausbau sprechen. Die Länderchefs hatten in der vergangenen Woche in einem Eckpunktepapier gefordert, das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) so zu ändern, dass es die Investitionssicherheit gewährleistet, die Kosten für die Energiewende „auf ein vertretbares Maß begrenzt“ und das Zusammenspiel von erneuerbaren Energien mit „der übrigen Energieversorgung“ optimiert. Haseloff will eine bessere Abstimmung Haseloff forderte im dapd-Interview: „Heute müssen wir die ersten Pflöcke für ein abgestimmtes nationales Energiekonzept einschlagen.“ Der Ausbau der erneuerbaren Energien müsse besser koordiniert werden. Bislang verfolgten Bund und Länder ihre eigenen Vorstellungen. Sein hessischer Kollege Bouffier sagte der „Süddeutschen Zeitung“: „Wenn jedes Land, jede Kommune eigene Pläne schmiedet, dann bekommen wir am Ende ein Mehrfaches der Energie, die wir brauchen, aber noch nicht speichern können.“ Bouffier schlug vor, die Anbieter alternativer Energien sollten ihren Abnehmern die Bereitstellung einer vereinbarten Strommenge garantieren. Da dies mit der schwankenden Stromausbeute aus Wind und Sonne kaum möglich sei, könnten Ökostrom-Erzeuger Verträge mit konventionellen Kraftwerken schließen. „Das verhindert, dass wir unabhängig voneinander zwei Systeme haben und weiter ausbauen mit doppelten Kosten“, sagte Bouffier. Der Staat soll es richten Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Albig forderte eine staatliche Netzbetreibergesellschaft, sollten die privaten Firmen finanzielle Probleme beim Netzausbau haben. „Wenn wir feststellen, dass ein privater Netzbetreiber es nicht schafft, muss es der Staat machen“, sagte Albig den „Kieler Nachrichten“. Der Netzausbau müsse mit ehrgeizigen und verbindlichen Zeitplänen unterlegt werden. „Bisher jedenfalls machen die Netzbetreiber beim Netzausbau viel zu wenig“, kritisierte er. Der Grünen-Bundestagsfraktionsvorsitzende Jürgen Trittin forderte ein einheitliches Stromnetz. Die vier bestehenden Netzbetreiber seien nicht in der Lage, den notwendigen Netzausbau zu gestalten. „Wir brauchen ein gemeinsames Netz, das in öffentlichem Besitz ist, allerdings mit privater Beteiligung“, sagte Trittin der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. Es gebe genügend Versicherungen, die daran als Kapitalanlage interessiert seien. Künast sieht Rösler auf dem Weg in die Planwirtschaft Trittins Ko-Vorsitzende Renate Künast warf der Regierung Konzeptionslosigkeit vor. „Es fehlt immer noch ein schlüssiger Plan zum Ausbau der Stromnetze, und die Wahlperiode ist nun bald zu Ende“, sagte sie dapd. Dass Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) die Kraftwerksbesitzer per Gesetz zwingen wolle, unrentable Kraftwerke am Netz zu lassen, sei Planwirtschaft und völlig absurd. Notwendig seien marktwirtschaftliche Instrumente, um Versorgungsengpässe zu vermeiden. „Dazu gehört ein Markt, auf dem vorhandene, aber nicht genutzte Stromkapazitäten mobilisiert und gehandelt werden können“, sagte Künast. DIHK-Präsident Hans Heinrich Driftmann forderte eine Verständigung darüber, wo wie viel erneuerbare Energien ausgebaut werden sollen. „Im Moment haben wir bei den Länderzielen einen Wildwuchs: Export im Norden, Autarkie im Süden, das passt nicht zusammen“, sagte Driftmann dem „Düsseldorfer „Handelsblatt“ (Freitagausgabe) laut Vorabbericht. „Wichtig ist, dass die Kanzlerin in Richtung Kabinett genauso wie in Richtung Länder eine klare Linie vorgibt.“ dapd (Politik/Politik)