Stuttgart (dapd-bwb). Mit einem Festgottesdienst ist am Sonntag in der Stuttgarter Stiftskirche die 54. Spendenaktion „Brot für die Welt“ bundesweit eröffnet worden. Sie steht in diesem Jahr nach Angaben der Evangelischen Landeskirche in Württemberg unter dem Motto „Land zum Leben – Grund zur Hoffnung“ und hat das mittelamerikanische Guatemala als Schwerpunktland. Der Bischof der Evangelischen Landeskirche, Frank Otfried July, kritisierte in seiner Predigt den verschwenderischen modernen Lebensstil, den andere bezahlen müssten. „Es sind nicht nur ein paar Bösewichte, die die Welt unter sich aufteilen. Wir sind das: mit unseren Rentenfonds und Aktien, dem Druckerpapier, dem Klopapier, dem Hunger nach Fleisch“, sagte er. Es sei absurd zu glauben, „dass wir nichts mit all dem zu tun haben“. dapd (Politik/Politik)
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Fabrikbrände schaden Image des Textildiscounters Kik
Düsseldorf (dapd-nrw). Der Inhaber der Tengelmann-Gruppe, Karl-Erivan Haub, sieht den Ruf seines Textildiscounters Kik durch die Brände in asiatischen Bekleidungsfabriken enorm beschädigt. „Für die Reputation ist der Schaden immens“, sagte Haub der „Wirtschaftswoche“ einem Vorabbericht zufolge. „Wenn es um die Eröffnung neuer Läden geht, schauen viele Politiker skeptisch auf Kik“, erklärte er. Zuletzt waren Ende November bei einem Brand in einer Textilfabrik in Bangladesch, einem früheren Zulieferer von Kik, mehr als 100 Menschen ums Leben gekommen. Finanziell habe die Diskussion um die asiatischen Textilbetriebe Kik aber nicht geschadet, sagte Haub. „Es gab einzelne Kunden, die nachgefragt haben, aber eine breite Kritikwelle hat uns nicht erreicht. Auch das Einkaufsverhalten hat sich nicht verändert“, erklärte er. Als Abnehmer habe Kik nur wenig Einfluss auf die Einhaltung von Brandschutzrichtlinien bei Zulieferern. Für Tengelmann insgesamt erwartet Haub ein gutes Weihnachtsgeschäft. „Wenn nicht neue Hiobsbotschaften die Kauflaune dämpfen, dürfte es ein ordentliches Weihnachtsgeschäft werden“, sagte er. „Wir rechnen mit einer stabilen Nachfrage bei unseren wichtigsten Vertriebslinien: den Obi-Baumärkten, dem Textildiscounter Kik und den Supermärkten von Kaiser’s und Tengelmann“, erklärte er. Wachsen werde vor allem der Internet-Handel. „Bei unseren Online-Aktivitäten, also plus.de, Zalando oder Baby-Markt.de, konnten wir in der vergangenen Adventszeit einen deutlichen Bestellanstieg verbuchen“, sagte Haub. Das werde auch in diesem Jahr so sein. Im vergangenen Jahr hatte die Unternehmensgruppe Tengelmann einen Umsatz von 10,78 Milliarden Euro erzielt. Für das kommende Jahr geht Haub von einem Stillstand der Konjunktur in Deutschland aus. „Ich rechne 2013 nicht mit einer Rezession in Deutschland, eher mit einer schwarzen Null“, sagte er. Im klassischen Einzelhandel, aber auch im Online-Handel erwartet der Tengelmann-Inhaber eine weitere Marktbereinigung mit Firmenpleiten. „Wir haben enorme Überkapazitäten: 25 bis 30 Prozent der Ladenflächen sind überflüssig“, sagte Haub. Besonders bei Baumärkten und Textilhändlern werde sich etwas tun. „Auch viele Online-Anbieter werden schließen“, erklärte er. „Wenn Sie sehen, wie viele reine Lebensmittel-Lieferdienste es derzeit gibt, kommen Sie ins Grübeln.“ dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
Spiegel : Saudi-Arabien will erneut deutsche Panzer kaufen
Berlin (dapd). Saudi-Arabien bekundet erneut Interesse an deutschen Rüstungsgütern. Nach „Spiegel“-Informationen hat das Königreich in Deutschland offiziell wegen des Kaufs von mehreren Hundert Radpanzern des Modells „Boxer“ für die Königliche Garde angefragt. Über das Anliegen sei bereits am vergangenen Montag in der geheimen Sitzung des Bundessicherheitsrats verhandelt worden, berichtet das Hamburger Nachrichtenmagazin in seiner jüngsten Ausgabe. Der „Boxer“ zählt zu den modernsten Gefechtsfahrzeugen der Welt und wird von der Bundeswehr in Afghanistan als gepanzerter Truppentransporter eingesetzt. Der Radpanzer ist straßentauglich und geeignet zur Aufstandsbekämpfung. Der Bundessicherheitsrat habe die Anfrage aus Saudi-Arabien verschoben, heißt es im „Spiegel“. Dagegen habe die Runde die Ausfuhr von deutschen Abschussgeräten für Panzerfäuste und bunkerbrechender Munition der Firma Dynamit Nobel Defence an Israel genehmigt. Das Anliegen sei noch im Sommer vertagt worden. Nun habe die Bundesregierung den Verkauf der Waffen genehmigt, die Israel im Kampf gegen die palästinensische Hamas im Gazastreifen einsetzen könne. Der ehemalige Bundesaußenminister Hans-Dietrich Genscher (FDP) kritisierte die freizügige deutsche Rüstungspolitik: „Die deutsche Zurückhaltung in der Rüstungsexportpolitik hat sich auch rückblickend als richtig erwiesen, und man sollte daran festhalten“, sagte Genscher dem Nachrichtenmagazin. Für das Jahr 2012 hat die Bundesregierung noch keine Zahlen zu Rüstungsexporten veröffentlicht. dapd (Politik/Politik)
Reedereien bekommen staatliche Hilfe in Millionenhöhe
Düsseldorf (dapd). Deutschlands kriselnde Schifffahrt erhält im kommenden Jahr Staatshilfen in Höhe von 57,8 Millionen Euro. „Das haben wir gerade beschlossen zur Stärkung des maritimen Bündnisses, das Reeder, Gewerkschaften und Bundesregierung vereinbart haben“, sagte der maritime Beauftragte der Bundesregierung, Hans-Joachim Otto (FDP), der „Wirtschaftswoche“. Ziel sei es, die Ausbildung des maritimen Nachwuchses zu stärken und seemännisches Know-how am Standort Deutschland zu sichern. Otto stellte den Reedereien Steuererleichterungen beim Verkauf oder bei der Verschrottung eines Schiffs in Aussicht. Entsprechende Gespräche seien bereits erfolgreich geführt worden. Abwrackprämien und Schiffsfinanzierungen durch die staatliche Bank KfW werde es aber nicht geben. Die maritime Wirtschaft hierzulande beschäftigt der „Wirtschaftswoche“ zufolge 380.000 Mitarbeiter und setzt jährlich rund 50 Milliarden Euro um. Wie auch die internationalen Wettbewerber leiden Deutschlands Reedereien unter der schwächeren Weltwirtschaft und Überkapazitäten, da in Boomzeiten zu viele Schiffe bestellt wurden. Die weltweit größte Containerreederei, die dänische Moeller-Maersk, hatte vor kurzem angekündigt, angesichts der Branchenkrise die Investitionen ins Kerngeschäft Schifffahrt zu stoppen. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
Credit Suisse zahlte Geldbuße von 149 Millionen Euro an Deutschland
Berlin (dapd). Die Schweizer Großbank Credit Suisse Group AG hat im Zusammenhang mit Steuerhinterziehung deutscher Kunden eine Geldbuße in Höhe von 149 Millionen Euro gezahlt. Bank-Sprecher Marc Dosch bestätigte der Zeitung „Bild am Sonntag“ die Zahlung bereits Ende vergangenen Jahres. Grundlage sei eine außergerichtlichen Einigung mit der Staatsanwaltschaft Düsseldorf gewesen. Ungeachtet der außergerichtlichen Verständigung hat das Düsseldorfer Landgericht in einem jetzt veröffentlichten Beschluss (Az. 10 KLs 14/11) aktenkundig gemacht, wie leicht die Bank den deutschen Kunden die Steuerhinterziehung gemacht hat, schreibt das Blatt. Laut dem Beschluss sei die Strafe auch deshalb so hoch ausgefallen, weil nach Überzeugung des Gerichts in den Fall ein Mitglied der erweiterten Bank-Geschäftsleitung verstrickt war. Der Manager habe „wissentlich die Steuerhinterziehung der deutschen Kunden gefördert, anstatt sie zu unterbinden“. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
Erster Bundestagsabgeordneter fordert Brüderle als FDP-Spitzenkandidat
Berlin (dapd). Als erster FDP-Politiker fordert der Bundestagsabgeordnete Jens Ackermann, dass Fraktionschef Rainer Brüderle anstelle des Parteivorsitzenden Philipp Rösler die Liberalen in die Bundestagswahl führen soll. Brüderle sei ein exzellenter Wahlkämpfer. Bei der nächsten Bundestagswahl gehe es für die FDP um alles, sagte Ackermann der Zeitung „Bild am Sonntag“ „Deshalb soll Rainer Brüderle unser Spitzenkandidat werden und die FDP in die Wahl führen.“ Auch die Bürger glauben, dass die FDP mit Brüderle größere Chancen hat, wieder in den Bundestag einzuziehen. Nach einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Emnid im Auftrag der Zeitung sprechen sich 34 Prozent der Deutschen für Brüderle als Parteivorsitzenden aus, aber nur 23 Prozent für Amtsinhaber Rösler. Angesichts der anhaltend schlechten Umfragewerte glauben allerdings 53 Prozent nicht daran, dass die FDP bei der Bundestagswahl den Einzug in das Parlament schafft. 36 Prozent rechnen damit, dass die Liberalen auch im nächsten Bundestag vertreten sein werden. dapd (Politik/Politik)
Altmaier: Klimagipfel in Doha bislang ohne jeden Erfolg
Berlin (dapd). Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) hat sich kritisch über die bisherigen Ergebnisse des zweiwöchigen Weltklimagipfels in Doha in Katar geäußert. „Seit Tagen wird in Doha über die Rettung des Weltklimas verhandelt, bislang ohne jeden Erfolg“, schrieb er in einem Gastkommentar für die Zeitung „Bild am Sonntag“. Die vereinbarten Ziele seien nur zu schaffen, wenn Industrie-, Schwellen- und Entwicklungsländer gemeinsam „aufwachen und handeln“, betonte der CDU-Politiker. „Europa und Deutschland müssen dabei führen, denn wir wären am stärksten von den Folgen des Klimawandels betroffen.“ ? Weltweit funktioniere Umweltschutz nur noch über den Ausbau der erneuerbaren Energien, erklärte Altmaier und kündigte an, sich in Doha für einen „Club der Energiewendestaaten“ stark machen. Er wolle diesen im Januar in Abu Dhabi gründen. In Doha verhandeln noch bis zum 7. Dezember Konferenzteilnehmer aus knapp 200 Ländern über weitere Schritte im Kampf gegen Emissionen klimaschädlicher Treibhausgase. dapd (Politik/Politik)
Genscher: Es geht um die Rettung Europas
Halle (dapd). Die fortgesetzten Finanzhilfen für das überschuldete Griechenland sind nach Ansicht des früheren Außenministers Hans-Dietrich Genscher zur Stabilisierung der Europäischen Union unverzichtbar. Genscher sagte der „Mitteldeutschen Zeitung“ in Halle: „Es geht um die Rettung Europas.“ Den Euro hält der FDP-Politiker für ein Erfolgsmodell. Er selbst habe sich schon im Februar 1988 für eine gemeinsame Währung ausgesprochen. „Ein gemeinsamer Binnenmarkt hätte ohne eine gemeinsame Währung nicht funktionieren können.“ Genscher fügte hinzu: „Dass China alles tut, um den Euro zu stützen, zeigt, wie groß der Wunsch weltweit nach einer zweiten großen Weltreservewährung neben dem Dollar ist.“ Das erkläre im Übrigen auch „die große Skepsis gegenüber dem Euro in den USA“. Die Europäische Integration geht nach Auffassung Genschers längst weit über den Grundgedanken eines in Frieden vereinten Kontinents hinaus. Die neue Weltordnung beinhalte viele globale Akteure, nicht nur die USA und Russland, sondern auch China, Indien, Brasilien oder Indonesien. „Kein Land der EU, auch nicht Deutschland als ihr größtes Mitglied, wäre in dieser Gesellschaft allein von Bedeutung.“ Die Europäische Union hingegen spiele „eine beachtliche Rolle“. dapd (Politik/Politik)
Özdemir und Andreae sind das Grünen-Spitzenduo im Südwesten
Böblingen (dapd). Parteichef Cem Özdemir und Vize-Fraktionschefin Kerstin Andreae sind das Spitzenduo der baden-württembergischen Grünen für die Bundestagswahl 2013. Auf einem Landesparteitag in Böblingen setzte sich Özdemir am Samstag mit 115 Stimmen in einer Kampfkandidatur um Platz zwei gegen den Bundestagsabgeordneten Gerhard Schick durch, der 86 Stimmen erhielt. Damit ist der Grünen-Parteichef ab 2013 so gut wie sicher wieder im Bundestag vertreten, nachdem ihm die Landespartei vor vier Jahren einen sicheren Listenplatz verwehrte. Auf Platz eins wählten die Delegierten mit 108 Stimmen Andreae. Ihre Gegenkandidatin Sylvia Kotting-Uhl, Landesgruppen-Vorsitzende der Grünen im Bundestag, bekam 93 Stimmen. Özdemir sagte auf dapd-Anfrage, er freue sich sehr über das tolle Ergebnis. Wenn alles gutgehe, würden die baden-württembergischen Grünen das Zugpferd ihrer Partei im Bundestagswahlkampf. Er hoffe dann, dass Schwäbisch und Badisch in der nächsten Legislaturperiode zweite und dritte Amtssprache im Bundestag würden. Özdemir hatte von 1994 bis 2002 dem Bundestag angehört, bevor er über einen Kredit des umstrittenen PR-Beraters Moritz Hunzinger und die private Nutzung dienstlicher Bonusmeilen stolperte. Linker Flügel kündigt nach Wahlniederlage Zusammenarbeit an Das Votum in Böblingen stärkt Özdemir den Rücken und gibt auch dem Realo-Flügel in der Partei weiter Auftrieb. Eine erneute Niederlage wie 2008, als der heute 46-Jährige nicht nur auf dem Listenparteitag scheiterte, sondern bei der Bundestagswahl 2009 das Direktmandat für Stuttgart verpasste, hätte den Parteichef politisch erheblich geschwächt. Özdemir tritt 2013 wieder im Wahlkreis Stuttgart I an, wo er ein Direktmandat für seine Partei holen will. Mit Andreae und Özdemir sind zwei Realo-Politiker Spitzenkandidaten des starken Landesverbands Baden-Württemberg. Kotting-Uhl und Schick gelten als Parteilinke. Sie wurden auf die Plätze drei und vier gewählt. Ihre Kampfkandidaturen wurden intern als Demonstration gewertet, „einen Durchmarsch der Realos“ verhindern zu wollen. Beide kündigten eine gute Zusammenarbeit mit den Realpolitikern im Wahlkampf an. Özdemir versicherte in seiner Bewerbungsrede, wer vorne auf der Liste antrete, vertrete keinen Flügel, sondern die Grünen. Es müssten im Wahlkampf alle Stimmen mobilisiert werden, um Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) auf die Oppositionsbank zu schicken. Die Grünen wollten aber nicht nur zusammen mit der SPD einen Regierungswechsel, sie wollten einen Politikwechsel. Südwest-Grüne rechnen mit gutem Abschneiden bei Wahl Für die 38 Plätze auf der Liste der baden-württembergischen Grünen gab es zahlreiche Bewerber. Die ersten 16 Plätze gelten aufgrund der jüngsten Wahlerfolge und der guten Umfragewerte im Südwesten als sicher. Derzeit sitzen elf baden-württembergische Grüne im Bundestag. Bei der Bundestagswahl 2009 holten die Grünen im Südwesten 13,9 Prozent der Stimmen. Bei der Bundestagswahl 2013 wird mit einem deutlich besseren Abschneiden des Landesverbands gerechnet. Mit 24,2 Prozent der Stimmen erreichte die Partei bei der Landtagswahl 2011 ihr bei weitem bestes Ergebnis in einem Bundesland. Erstmals stellen die Grünen mit Winfried Kretschmann in Baden-Württemberg einen Ministerpräsidenten in einem Bundesland. Der Bundestagsabgeordnete Fritz Kuhn gewann im Oktober die Stuttgarter Oberbürgermeisterwahl und regiert ab Januar 2013 als erster Grüner in einer Landeshauptstadt. dapd (Politik/Politik)
Audi-Chef Stadler will seine Marke zur Nummer 1 machen
Berlin (dapd). Der Autobauer Audi will nach den Worten seines Vorstandsvorsitzenden Rupert Stadler bis 2020 der führende Premiumanbieter werden. „Wir wollen bis 2020 die Premiummarke Nummer 1 werden und sind schon heute in Schlagdistanz zu den Kollegen aus München“, sagte Stadler der „Bild“-Zeitung (Onlineausgabe) mit Blick auf den Konkurrenten BMW. Stadler setzt dabei vor allem auf den Absatz außerhalb Europas. „Wir sind global aufgestellt. Weltweit wächst der Automobilmarkt weiter. Viele Hersteller, die nur in Europa Autos verkaufen, sind stark betroffen“, sagte er. Doch auch in Europa habe Audi eine starke Stellung. „Trotz Gegenwind wachsen wir auch in Europa“, sagte er. Stadler sagte, Audi arbeite seit Jahren daran, den Verbrauch seiner Fahrzeuge zu verringern. „Wir werden in naher Zukunft Alternativen anbieten, zum Beispiel Erdgas-Autos oder Autos mit Plug-In-Hybriden, die sich an der Steckdose aufladen lassen“, versprach er. (Das Stadler-Interview: http://url.dapd.de/nrYxcm ) dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)