Mehr Sicherheit oder mehr Schleichverkehr: Debatte um Tempo-30-Zonen

Mehr Sicherheit oder mehr Schleichverkehr: Debatte um Tempo-30-Zonen Berlin/München (dapd). In Wohngebieten sind sie Standard, auf den großen Verkehrsadern noch selten: Sinn und Zweck von Tempo-30-Zonen in Städten werden von Experten ganz unterschiedlich beurteilt. Der Automobilklub ADAC befürchtet bei einer flächendeckenden Einführung mehr Fahrten durch Wohngebiete, wie der Verband am Dienstag in München mitteilte. Doch das Umweltbundesamt sieht in der Beschränkung vor allem ein Plus an Sicherheit und Lärmschutz. In Berlin debattierten am Dienstag mehr als 100 Verkehrsplaner, Wissenschaftler und Vertreter von Verbänden über das Tempolimit. Der ADAC lehnt Tempo 30 als Regelgeschwindigkeit in Städten und Gemeinden entschlossen als „gefährlich, teuer und schlecht für die Umwelt“ ab. Bei einer Vereinheitlichung werde der „Schleichverkehr“ durch Wohngebiete dramatisch zunehmen, da kein Zeitgewinn mehr durch das Benutzen von Hauptverkehrsstraßen bestehe, hieß es. Mehr Verkehr in Wohngebieten wiederum bedeute eine größere Gefahr für Fußgänger und Radfahrer. Die Autofahrer akzeptierten die heutigen Tempo-30-Zonen in Wohngebieten und fänden sie sinnvoll. Der ADAC forderte, ein leistungsfähiges Netz von Hauptverkehrsstraßen in den Städten aufrecht zu erhalten, beispielsweise durch geeignete Maßnahmen wie „Grüne Wellen“. In Wohngebieten sei Tempo 30 in einem überschaubaren Gebiet sinnvoll und überall dort, wo der bauliche Charakter der Straße dies unterstütze. Auf Kommunen kämen hohe Kosten etwa für neue Bodenwellen auf der Fahrbahn hinzu, wenn sich die Geschwindigkeitsbeschränkung durchsetze. Umweltbundesamt hält Zeitverlust für gering Das Argument des Zeitgewinns wies der Sprecher des Umweltbundesamtes, Stephan Gabriel Haufe, zurück: „Ich warne vor zu verallgemeinernden Aussagen.“ Bei Tempo 50, wie heute meist innerhalb der Städte üblich, bewege sich der Zeitgewinn im Vergleich zu Tempo 30 im Sekundenbereich. Doch auch die Experten des Amtes seien sich noch nicht sicher, ob ein Tempolimit bei 30 Stundenkilometern flächendeckend sinnvoll sei. Studien aus mehreren Ländern hätten bewiesen, dass die Verkehrssicherheit bei Tempo 30 steige und die Lärmbelastung abnehme, sagte Haufe. Eine niedrige Geschwindigkeit habe aber auch negative Effekte. So werde bei einer langsameren Fahrweise zwar weniger Feinstaub aufgewirbelt, jedoch stießen Verbrennungsmotoren dann stärker umweltschädliche Stickstoffoxide aus. (Fachtagung „Tempo 30“ mit Ansprechpartnern: http://url.dapd.de/0CwDeQ ) dapd (Politik/Politik)

Renten steigen 2013 nur geringfügig

Renten steigen 2013 nur geringfügig Würzburg (dapd). Die Renten werden 2013 voraussichtlich nur geringfügig steigen. Für Westdeutschland erwartet die Deutsche Rentenversicherung lediglich einen Anstieg der Altersbezüge um rund ein Prozent, wie die Vorsitzende des Bundesvorstandes der Deutschen Rentenversicherung Bund, Annelie Buntenbach, am Dienstag in Würzburg erklärte. Da die Inflation derzeit bei rund zwei Prozent liegt, bliebe den westdeutschen Rentnern am Ende netto weniger in Tasche. In Ostdeutschland dürfte das Plus mit rund drei Prozent allerdings etwas kräftiger ausfallen. Beide Prognosen würden aber mit aller Vorsicht gegeben, betonte Buntenbach. Endgültig festgelegt wird die Rentenanpassung im Frühjahr von der Bundesregierung. Die Rentenanhebung in Ostdeutschland könne 2013 deshalb deutlich höher ausfallen als in Westdeutschland, weil die Entgelte der Rentenversicherten in den neuen Bundesländern von 2010 auf 2011 stärker gestiegen seien als die aller Lohn- und Gehaltsempfänger – beispielsweise inklusive Beamter – und dies entsprechend nach oben korrigiert werden müsse, erklärte der Leiter Finanzen und Statistik der Deutschen Rentenversicherung, Ulrich Reineke. Gleichzeitig müssten in den alten Bundesländern nicht erfolgte Rentenkürzungen nachgeholt werden. Dadurch entstehe die Differenz. „Wir haben in jeder Rentenanpassung die Entwicklung unterschiedlicher Entgelte zu korrigieren“, sagte Reineke. dapd (Politik/Politik)

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Finanzmarktexperten beurteilen Konjunktur pessimistischer

Finanzmarktexperten beurteilen Konjunktur pessimistischer Mannheim (dapd). Die vom Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) regelmäßig befragten Finanzmarktexperten haben ihre Erwartungen an die deutsche Konjunktur zurückgeschraubt. Der vom ZEW ermittelte Wert sank im November um 4,2 Zähler auf minus 15,7 Punkte. Die Experten rechneten eher mit einer Verschlechterung der Wirtschaftslage in Deutschland, erklärte das ZEW am Dienstag in Mannheim. Auch der Wert für die aktuelle Lage der deutschen Wirtschaft sank um 4,6 Zähler auf 5,4 Punkte. Der ZEW-Wert für die Konjunkturerwartungen in Deutschland war im September und Oktober noch deutlich nach oben gegangen. Die vom ZEW ermittelten Konjunkturerwartungen für die Eurozone gaben im November ebenfalls um 1,2 Zähler auf minus 2,6 Punkte nach. Das Zentrum hatte vom 29. Oktober bis 12. November 263 Analysten und institutionelle Anleger nach ihren mittelfristigen Erwartungen an die Entwicklung der Konjunktur und der Kapitalmärkte befragt. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)

Göring-Eckardt: Ostdeutsche haben einen anderen Erfahrungshorizont

Göring-Eckardt: Ostdeutsche haben einen anderen Erfahrungshorizont Erfurt/Berlin (dapd-lth). Grünen-Spitzenkandidatin Katrin Göring-Eckardt will ihre Erfahrungen als ostdeutsche Politikerin auch im Bundestagswahlkampf 2013 zum Thema machen. „Wenn ich mir angucke, auf welchem Erfahrungshorizont in der Bundespolitik oft über Gerechtigkeitsfragen diskutiert wird, dann glaube ich schon, dass jemand, der in Ostdeutschland verwurzelt ist, einen anderen Blick besitzt“, sagte Göring-Eckardt im Interview der Nachrichtenagentur dapd. In der Debatte über Altersarmut etwa seien viele Parlamentarier überrascht gewesen, wie viele Menschen in Deutschland von niedrigen Einkommen leben müssten, sagte Göring-Eckardt. In Thüringen sei der von Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) genannte Grenzwert von 2.400 Euro aber ein Durchschnittseinkommen. „Ich weiß das sehr gut, und alleine deswegen schon habe ich eine andere Perspektive“, sagte die Grünen-Politikerin. Ihr christlicher Hintergrund werde hingegen nur indirekt eine Rolle im Wahlkampf spielen, sagte Göring-Eckardt, die ihr Amt als Präses der Synode der Evangelischen Kirche Deutschlands während des Wahlkampfes ruhen lässt. Christliche Themen wie Gerechtigkeit, Frieden und die Bewahrung der Schöpfung seien ohnehin Kernanliegen der Partei. Göring-Eckardt sagte, die Parteivorsitzende Claudia Roth sei durch das schwache Abschneiden bei der Urwahl nicht in ihrem Amt beschädigt. Sie freue sich, dass Roth am Wochenende erneut für den Parteivorsitz kandidiere. Roth habe sich als Parteivorsitzende große Verdienste erworben. Göring-Eckardt war in der Urabstimmung der Grünen-Basis überraschend zusammen mit Jürgen Trittin zur Spitzenkandidatin für die Bundestagswahl gekürt worden. Sie erreichte 47,3 Prozent der Stimmen, ihre favorisierten Konkurrentinnen Renate Künast und Claudia Roth nur 38,6 beziehungsweise 26,2 Prozent. Göring-Eckardt selbst bezeichnete das Ergebnis als unerwartet und schön. dapd (Politik/Politik)

Lufthansa-Flugbegleiter bekommen 4,6 Prozent mehr Geld

Lufthansa-Flugbegleiter bekommen 4,6 Prozent mehr Geld Wiesbaden (dapd). Die Deutsche Lufthansa hat im Tarifstreit mit der Flugbegleiter-Gewerkschaft UFO eine umfassende Einigung erzielt. Das Kabinenpersonal werde 2013 in der Summe 4,6 Prozent mehr Geld bekommen, sagte Schlichter Bert Rürup am Dienstag in Wiesbaden. Besonders Niedrigverdiener unter den Beschäftigten würden profitieren. Weitere Streiks der Flugbegleiter sind damit wohl vom Tisch. Die Einigung regelt nicht nur die Lohnerhöhungen, sondern auch einige weitere strittige Punkte. Demnach sollen Beschäftigte, die zur Billigtochter Germanwings wechseln, Mitarbeiter der Lufthansa bleiben und von deren Konditionen profitieren. Betriebsbedingte Kündigungen sind bis Ende 2014 ausgeschlossen. Die sogenannten Vorschaltstufen im Tarifsystem fallen auf Wunsch der UFO weg. Die Lufthansa hat den Angaben zufolge durchgesetzt, dass die Gehälter mit einer wachsenden Zahl an Berufsjahren langsamer steigen. Außerdem habe die Gewerkschaft einem flexibleren Einsatz der Mitarbeiter zugestimmt. „Ich verhehle nicht, dass sowohl die Lufthansa als auch die UFO es sich nicht leicht gemacht haben, die Einigung anzunehmen“, sagte Schlichter Rürup. Das sei ein Zeichen dafür, dass der Kompromiss ausgewogen sei. Der UFO-Vorstand will die Einigung annehmen. Formell das letzte Wort haben aber die Flugbegleiter in einer Urabstimmung. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)

Greenpeace plädiert bei Endlagersuche für neue Ethikkommission

Greenpeace plädiert bei Endlagersuche für neue Ethikkommission Berlin (dapd). Zur Findung eines geeigneten Endlagers für radioaktiven Müll plädiert die Umweltorganisation Greenpeace für eine Neuauflage der Ethikkommission. Es solle ein Gremium eingerichtet werden, das „in etwa“ so zusammengesetzt sei wie die Ethikkommission zur Sicherheit der Energieversorgung aus dem Jahr 2011, heißt es in einem Konzept der Umweltorganisation zur Suche eines atomaren Endlagers, das am Dienstag in Berlin vorgestellt wurde. Aufgabe dieser Expertenrunde solle es sein, die „gesellschaftlichen und ethischen Ansprüche an eine verantwortbare Atommülllagerung“ zu formulieren und ein faires, ergebnisoffenes und gerechtes Suchverfahren vorzubereiten. Ein gutes Jahr, nachdem sich Bund und Länder auf einen Neustart bei der Endlagersuche verständigt hatten, bezeichnete Greenpeace den Prozess als gescheitert. Die anfänglichen Hoffnungen seien „inzwischen in Befürchtungen umgeschlagen“, heißt es in dem Konzept. Die von Greenpeace vorgeschlagene Suche beinhaltet ein zehnstufiges Verfahren, das unter anderem eine Untersuchung „an allen heute bestehenden Atommülllagerstandorten und sämtlichen bekannten potenziellen Endlagerregionen in Salz, Ton oder Granit in der ganzen Bundesrepublik“ vorsieht. Sollte das Ergebnis für eine untertägige Lagerung sprechen, müssen mindestens sechs Standorte erkundet werden, jeweils zwei auf Ton-, Granit- und Salzböden. Zur Finanzierung sollen die Abfallverursacher, also vor allem die großen Energiekonzerne zur Kasse gebeten werden. Zugleich bekräftigte Greenpeace die Forderung, den Salzstock im niedersächsischen Gorleben endgültig von der Suche auszunehmen. Dieser sei „erwiesenermaßen“ geologisch ungeeignet und politisch verbrannt. Auch sollen die bisherigen Entscheidungen bei der Endlagersuche historisch aufgearbeitet werden. Nach dem Willen von Greenpeace soll die Öffentlichkeit umfassend an dem Verfahren beteiligt werden. Die Ethikkommission war nach der Atomkatastrophe von Fukushima im März 2011 eingerichtet worden. Unter Vorsitz des ehemaligen Umweltministers Klaus Töpfer (CDU) und dem Präsidenten der Deutschen Forschungsgemeinschaft, Matthias Kleiner, sollte das Gremium die Risiken der Atomkraftnutzung neu bewerten und Informationen für eine neue Energiepolitik der Regierung liefern. Die Kommission hat ihre Arbeit inzwischen beendet. dapd (Politik/Politik)

EU will Regierungen zu mehr Energie-Wettbewerb zwingen

EU will Regierungen zu mehr Energie-Wettbewerb zwingen Brüssel (dapd). Brüssel eilt Stromkunden in Paris, Warschau und Berlin zu Hilfe: Die Europäische Union will mit aller Macht die Energiepolitik ihrer 27 Mitgliedstaaten angleichen – weil der freie Handel mit Strom und Gas trotz vorhandener EU-Gesetze nach wie vor ein Wunschtraum ist und Verbraucher längst nicht überall problemlos den Anbieter wechseln können. Nach einem Vorabbericht der „Financial Times Deutschland“ (Dienstagausgabe) fällt die für Donnerstag angekündigte Analyse der EU-Kommission zum Energiebinnenmarkt mau aus: Dessen Verwirklichung werde nach jetzigem Stand bis 2014 kaum erreicht, vielmehr drohten „ein weniger zuverlässiges und teureres Energiesystem, sinkende Wettbewerbsfähigkeit und sinkender Wohlstand“. Das Büro des federführenden Energiekommissars Günther Oettinger bestätigte den Tenor der Analyse, wollte zu Details aber keine Stellung nehmen. „Die verabschiedeten Gesetze müssten seit März 2011 überall in Kraft sein, aber in den letzten eineinhalb Jahren ist kaum etwas passiert“, hieß es lediglich aus der Brüsseler Behörde. Dem Bericht der „Financial Times Deutschland“ zufolge haben zwölf Staaten die EU-Vorgaben noch nicht oder nicht voll in nationales Recht überführt. Bulgarien, Zypern, Finnland, Slowenien und Großbritannien hätten die Umsetzung noch nicht einmal offiziell bei der Kommission angekündigt. Deutschland gehört nicht zu den Sündern. Während der Bundesrepublik dem Bericht nach bescheinigt wird, einen „relativ gut entwickelten Markt“ zu haben, fällt das Urteil über Frankreich deutlich schlechter aus. Dort dürfe der voriges Jahr auf rund 90 Prozent bezifferte Anteil des staatlich dominierten Versorgers EDF am Stromgroßhandel nicht weiter steigen. Hierzulande machten die vier größten Produzenten – Eon, Vattenfall, RWE und EnBW – dagegen weniger als die Hälfte der Stromproduktion und zwei Drittel des Handels unter sich aus. Dass der Strompreis für die Endverbraucher in Frankreich staatlich festgelegt werde und die meisten großen Industriekunden ihre Preise anders als die deutsche Konkurrenz nicht frei verhandeln könnten, störe Brüssel gewaltig. Staatlich festgesetzte Tarife will die Kommission der Zeitung zufolge künftig nur noch für sozial schwache Familien zulassen. Außerdem solle nicht länger hingenommen werden, dass in Polen und anderen Ländern der freie Wechsel zwischen Anbietern nur mit Problemen oder gar nicht möglich ist. Schließlich könnten Verbraucher in der EU rund 13 Milliarden Euro sparen, wenn sie in den für sie günstigsten Tarif wechseln würden – wie das in Deutschland jedes Jahr rund drei Millionen Haushalte täten. Brüsseler Vorgaben auch nach 1,5 Jahren nicht umgesetzt Weil die Hauptstädte nach wie vor bummeln, will Brüssel die laufenden Vertragsverletzungsverfahren gegen die betroffenen Regierungen ohne Nachsicht weitertreiben. Denn eigentlich müsste die Strom- und Erdgasrichtlinie des dritten Energiebinnenmarkt-Pakets schon seit 3. März 2011 in jedem Mitgliedstaat umgesetzt sein. Sie verlangt, dass jeder Verbraucher seinen Stromanbieter binnen drei Wochen wechseln kann, nationale Regulierungsstellen gestärkt und die Stromnetze von den Stromerzeugern entflochten werden. Damit will Brüssel neben den Kundenrechten auch die Wettbewerbsfähigkeit der Branche verbessern und die Abhängigkeit von außereuropäischen Energielieferanten reduzieren. Aus der bereits ins Leben gerufenen „Stromkoordinierungsgruppe“ zwischen Mitgliedstaaten, Kommission und Marktteilnehmern will Oettinger eine feste Institution machen, die sofort tagt, sobald akute Probleme auftreten. Als Beispiel nannte seine Behörde Versorgungsengpässe, weil Strom von norddeutschen Windkraftanlagen aufgrund fehlender Leitungskapazitäten über Nachbarstaaten transportiert werden müsse und dies zu Staus führe. Nach Informationen der „Süddeutschen Zeitung“ (Dienstagausgabe) will Oettinger zudem die Fördersysteme der nationalen Regierungen für einzelne Energieträger harmonisieren. Damit könnte auch das deutsche Ökostrom-Fördergesetz EEG in Gefahr geraten, das in den vergangenen Jahren für einen Boom des grünen Stroms, aber auch für steigende Strompreise gesorgt hatte. Die bisherige Praxis, mit der jede Regierung grünen Ökostrom zum Schutz der jungen Branche nach eigenem Ermessen fördern kann, solle angesichts der technologischen Entwicklung überprüft werden. Dazu werde die EU Leitlinien für eine europaweite Reform der nationalen Fördersysteme erarbeiten. dapd (Politik/Politik)

Umweltbundesamt: Tempo 30 sorgt für Sicherheit und weniger Lärm

Umweltbundesamt: Tempo 30 sorgt für Sicherheit und weniger Lärm Berlin (dapd). Das Umweltbundesamt (UBA) befürwortet ein Tempolimit von 30 Stundenkilometern in deutschen Städten. Studien aus mehreren Ländern hätten bewiesen, dass die Verkehrssicherheit bei Tempo 30 steige und die Lärmbelastung abnehme, sagte der Sprecher des Amtes, Stephan Gabriel Haufe, der Nachrichtenagentur dapd. In Berlin debattierten Dienstag mehr als 100 Verkehrsplaner, Wissenschaftler und Vertreter von Verbänden über die Geschwindigkeitsbeschränkung. Noch ist sich das UBA nicht sicher, ob Tempo 30 flächendeckend sinnvoll ist. Eine niedrige Geschwindigkeit habe nämlich auch negative Effekte, erläuterte Haufe. So werde bei einer langsameren Fahrweise zwar weniger Feinstaub aufgewirbelt, jedoch stießen Verbrennungsmotoren dann stärker umweltschädliche Stickstoffoxide aus. Der größte deutsche Autoklub ADAC lehnt Tempo 30 – außer in Wohngebieten – ab. (Fachtagung „Tempo 30“ mit Ansprechpartnern: http://url.dapd.de/0CwDeQ ) dapd (Politik/Politik)

Rösler sieht Digitalisierung als große Chance für Deutschland

Rösler sieht Digitalisierung als große Chance für Deutschland Essen (dapd). Deutschland kann nach Einschätzung der Bundesregierung von der voranschreitenden Digitalisierung kräftig profitieren und seine weltweite Position unter den führenden Wirtschaftsnationen deutlich ausbauen. Bis 2020 könne es die Bundesrepublik als Industrienation sowie als Standort für Informationstechnologie (IT) unter die ersten drei schaffen, sagte Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) auf dem 7. Nationalen IT-Gipfel am Dienstag in Essen. Derzeit ist Deutschland die fünftgrößte Industrienation und steht im Wettbewerb der IT-Branche auf dem sechsten Platz. In den nächsten Jahren müsse daher die traditionelle Stärke der deutschen Industrie mit den Chancen der IT vernetzt werden, sagte Rösler: „Die Digitalisierung ist die Wachstumschance für unser Land.“ Für die digitale Vernetzung brauche es aber einheitliche Standards. Auf dem von der Bundesregierung veranstalteten IT-Gipfel loten rund 800 hochrangige Teilnehmer aus Wirtschaft, Forschung und Politik die künftigen wirtschaftlichen Möglichkeiten der Informations- und Kommunikationstechnologie aus. Am Nachmittag will Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) auf dem Kongress sprechen. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)

Wohnungswirtschaft warnt vor weiter steigenden Mieten

Wohnungswirtschaft warnt vor weiter steigenden Mieten Berlin (dapd). Angesichts explodierender Preise etwa für die energetische Sanierung von älteren Gebäuden werden nach Einschätzung der Wohnungseigentümer bezahlbare Mietwohnungen immer knapper. „Wir sanieren uns systematisch den günstigen Wohnraum vom Markt“, sagte der Präsident des Bundesverbands deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen, Axel Gedaschko, am Dienstag in Berlin. So seien die Preise für Dämmmaterial zur Steigerung der Energieeffizienz seit dem Jahr 2000 um 35 Prozent gestiegen. Das komplette energetische Dichten und Dämmen eines Hauses aus den 60er Jahren bedeute theoretisch bei der Warmmiete pro Quadratmeter eine Umlage von 2,20 Euro. Abzüglich der erzielten Einsparung an Energiekosten bleibe der Mieter noch auf 1,50 Euro je Quadratmeter sitzen, sagte Gedaschko. Als Folge drohe eine soziale Trennung. „Die Mieter, die sich das nicht leisten können, ziehen aus“, erklärte er. Es mache keinen Sinn, Wohngebäude in jedem Fall komplett zu sanieren. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)