Berlin/Luxemburg (dapd). Bei den Immobilienkonzernen im MDAX steht ein Personalwechsel an: Die in Luxemburg beheimatete Gagfah verhandelt derzeit mit dem Vorstandsvorsitzenden des Berliner Konkurrenten GSW Immobilien, Thomas Zinnöcker, über einen Wechsel. Das Unternehmen erwarte, dass die Gespräche in Kürze erfolgreich abgeschlossen werden, teilte Gagfah am Dienstag nach Börsenschluss weiter mit. Sobald ein Nachfolger gefunden sei, werde der bisherige Gagfah-Konzernchef und Verwaltungsrat Stephen Charlton seine Ämter aufgeben. Zuvor werde er aber während einer Übergangszeit die Einarbeitung unterstützen, hieß es weiter. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
Strategie & Finanzen
Investitionen, Förderung, Risiko/Versicherung, Recht & Vertrieb. Analysen, KPIs und Cases für belastbare Entscheidungen im Management.
Spitzentreffen Seehofers mit Evangelischer Kirche
München (dapd-bay). Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) und die Evangelische Kirche in Bayern setzen auch im Wahljahr 2013 auf einen engen Meinungsaustausch bei grundsätzlichen und aktuellen Themen. Seehofer und Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm äußerten sich am Dienstagabend nach einem Gespräch in München zufrieden über die bisherige Zusammenarbeit. Auch bei strittigen Themen wie der Asylpolitik werde auf die jeweiligen Argumente gehört. An dem Treffen nahmen weitere Kabinettsmitglieder, der Landeskirchenrat sowie führende Repräsentanten der Landessynode teil. Thema war dabei auch das Problem der Zuwanderung von Roma und Sinti aus Südosteuropa in reichere EU-Staaten. Bedford-Strohm forderte eine europäische Lösung. Er fügte hinzu: „Neue Konzepte sind nötig, um die Situation der Roma in ihren Heimatländern zu verbessern.“ Um dieses Ziel zu erreichen, sei die Einrichtung eines „Runden Tisches“ sinnvoll. Die Vertreter der bayerischen Landeskirche baten ferner die Staatsregierung, sich für eine Erhöhung des Kontingents für Flüchtlinge aus Syrien einzusetzen. Zudem solle Bayern im Rahmen der anstehenden Reform des Asylbewerberleistungsgesetzes vom Sachleistungsbezug Abschied nehmen und statt dessen Bargeld auszahlen. Bedford-Strohm äußerte sich auch besorgt darüber, dass die Energiewende „immer wieder unter Berufung auf die Kostenfrage gebremst oder infrage gestellt wird“. Er fügte hinzu: „Wie die Energiewende sozial gerecht bewältigt werden kann, ist in der Tat ein wichtiges Thema. Unsere Gesellschaft ist aber wohlhabend genug, um sicherzustellen, dass die Energiewende nicht auf Kosten der Schwächsten geht. Es muss nur gewollt sein.“ Seehofer betonte, für die bayerische Landwirtschaft sei zwar die Erzeugung von Rohstoffen für die Energiegewinnung ein „entscheidendes zusätzliches Einkommenspotenzial“. Es gelte aber weiter der Grundsatz „Teller vor Tank“. Der Ministerpräsident fügte hinzu, nach wie vor stehe in Bayern die Nahrungs- und Futtermittelproduktion auf landwirtschaftlichen Flächen im Vordergrund. dapd (Politik/Politik)
Die Gute-Laune-Show des Altkanzlers
Berlin (dapd). „Sie sind aber auch älter geworden, muss ich sagen.“ So kann nur ein Altkanzler Journalisten begrüßen, die über eine Stunde auf eine Pressekonferenz mit ihm gewartet haben. Erstmals seit fast acht Jahren war Gerhard Schröder am Dienstag wieder in der SPD-Fraktion aufgetreten. Anlass war der Jahrestag der „Agenda 2010“-Rede und das Nein zum Irak-Krieg im März 2003. Am Donnerstag vor zehn Jahren hatte Schröder im Bundestag seine Reformagenda vorgestellt und nur wenige Tage später einer deutschen Beteiligung am Irak-Krieg erneut eine Absage erteilt. Nach einer Diskussion in der Fraktion, in der er mit herzlichem Applaus empfangen wurde, trat er mit seinem ehemaligen Kanzleramtsminister und heutigem SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier vor die Presse – eine Seltenheit. Steinmeier sagte, die „Agenda 2010“ sei der Anstoß gewesen, dass das Land „nach vorn gekommen ist“. Es sei die „entscheidende Weichenstellung“ gewesen, dass es Deutschland heute deutlich besser gehe als seinen Nachbarn. Hätte Schröder damals so mutlos agiert wie Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) heute, ginge es Deutschland so wie anderen europäischen Ländern. Es seien „harte Kämpfe und einsame Entscheidungen“ Schröders gewesen, die dem Land gut getan hätten. Schröder selbst sagte, er freue sich über die positive Rezeption der Agenda. Die SPD dürfe davon auch im Kern nicht abweichen, aber: „Die ‚Agenda‘ sind nicht die zehn Gebote, und ich bin schon gar nicht Moses.“ Wenn die Grundprinzipien des Förderns und Forderns der „Agenda“ nicht aufgegeben werden, seien Veränderungen im Detail diskussionswürdig. Er schob hinterher: Dass die SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles, mit der Schröder zu seinen aktiven Zeiten in gegenseitiger Abneigung verbunden war, in einem Interview gesagt habe, dass die Reformen Agenda das Land vorangebracht habe, „zeigt, dass viel mehr von der Agenda in der SPD drin ist“, als es manche Bemerkungen glauben machen wollten. Schröder war gut aufgelegt, ihm gefiel das Presse-Intermezzo sichtlich. Er witzelte, gefiel sich in der Rolle dessen, der jetzt gefeiert wird, aber nicht mehr entscheiden muss. Zum Wahlprogramm mit linken Elementen wie Vermögenssteuer und Erhöhung des Spitzensteuersatzes, das der SPD-Vorstand am Montag verabschiedet hat, wollte er sich auch nicht auslassen. Er habe das Wahlprogramm nur ansatzweise gelesen. „Das ist bei mir immer so mit Wahlprogrammen gewesen, das hat eine gewisse Kontinuität“, lachte der ehemalige SPD-Vorsitzende. „Man muss nicht mit allem einverstanden sein“, erklärte er noch und fuhr fort: „Auch wenn ich das ein oder andere anders geschrieben hätte, gehört es auch dazu, dass ich schlicht gesprochen das Maul halte.“ Er habe sich in seiner Zeit auch ab und an über die Vorschläge der Altvorderen geärgert. Über die Patzer beim Start der Kanzlerkandidatur seines „Freundes“ Peer Steinbrück, ging Schröder kurz hinweg. Die Hauptsache sei, dass Steinbrück offensiv damit umgegangen sei. Auch ein Spitzenpolitiker sei keine Maschine und manchmal nicht gut drauf. „Ich bin es allerdings heute“, sagte und lachte das breite Schröder-Lachen. Angesprochen auf eigene Fehler als „Brioni-Kanzler“, öffnete er sein Jacket, zeigte auf die Marke und sagte: „Iss nicht – auch wenn ich jetzt könnte!“ dapd (Politik/Politik)
Warnstreik in Uni-Klinikum Gießen/Marburg nach Unfallserie abgesagt
Gießen (dapd-hes). Nach der Massenkarambolage auf der Autobahn in der Wetterau hat die Gewerkschaft ver.di einen für Mittwoch geplanten Warnstreik im Uni-Klinikum Gießen/Marburg abgesagt. Die Nachricht von den vielen Verletzten sei auf der letzten von drei Betriebsversammlungen am Dienstag bekanntgeworden, erklärte der Betriebsrat. Daraufhin hätten sich alle Pflegekräfte unverzüglich an ihre Arbeitsplätze begeben, um die Betreuung der Verletzten zu sichern. Die Betriebsversammlung wurde abgebrochen. Die Klinikleitung setzte nach eigenen Angaben einen Notfallplan in Kraft. Bis zum Nachmittag seien in dem Krankenhaus neun teilweise schwer verletzte Patienten behandelt worden. Bei dem ursprünglich für Mittwoch geplanten ganztägigen Warnstreik ging es um den Tarifkonflikt an dem privatisierten Universitätsklinikum Gießen/Marburg. Die Gewerkschaft ver.di wollte damit Druck in den laufenden Gesprächen für die rund 7.000 nichtwissenschaftlichen Beschäftigten aufbauen. Die nächste Verhandlungsrunde ist für Freitag (15. März) angesetzt. Das Land hatte das Universitätsklinikum in den beiden mittelhessischen Städten im Jahr 2006 an die Rhönklinikum AG verkauft. Von ihr fordert die Gewerkschaft eine Erhöhung der Entgelttabellen um einen Sockelbetrag in Höhe von 150 Euro sowie eine lineare Tarifsteigerung um 4,0 Prozent rückwirkend ab 1. Januar bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Angeboten habe der Arbeitgeber aber nur 2,0 Prozent bei einer Laufzeit von 24 Monaten. Mit den beiden Monaten ohne Lohnerhöhung entspreche das nur 1,4 Prozent pro Jahr und sei bei weitem noch nicht einigungsfähig, sagte ver.di-Verhandlungsführer Georg Schulze-Ziehaus. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
DAX verweigert Sprung über 8.000 Punkte
Frankfurt/Main (dapd). Der deutsche Aktienmarkt ist am Dienstag weitgehend auf der Stelle getreten. In Frankfurt am Main stieg der DAX zwar zwischenzeitlich auf 7.999,5 Punkte, schaffte den Sprung über die Marke von 8.000 Zählern aber nicht. Zu Handelsschluss notierte das Börsenbarometer 0,2 Prozent schwächer als am Vortag bei 7.966 Punkten. In der Gewinnzone lagen dagegen die Nebenwerte: Der MDAX verbesserte sich um 0,2 Prozent auf 13.397 Punkte, der TecDAX rückte 0,6 Prozent auf 927 Zähler vor. Der Euro hielt sich weiter über der Marke von 1,30 Dollar. Am Abend zahlten Devisenhändler 1,3026 Dollar, nachdem die Gemeinschaftswährung bereits am Morgen bei 1,3009 Dollar gehandelt worden war. Am Nachmittag hatte die Europäische Zentralbank (EZB) ihren Referenzkurs um 0,5 Prozent auf 1,3053 Dollar angehoben. Kaum Bewegung herrschte auch an den US-Börsen. So gab der Dow-Jones-Index an der New Yorker Wall Street bis zum Abend (MEZ) minimal auf 14.440 Punkte nach. Der Nasdaq sank 0,5 Prozent auf 3.237 Zähler. Den DAX führten zum Handelsschluss – trotz Schneechaos am Frankfurter Flughafen – Anteile der Lufthansa an. Das Papier verteuerte sich um 3,2 Prozent auf 15,60 Euro. Daneben legten K+S 1,7 Prozent auf 35,97 Euro und Linde 1,3 Prozent auf 144,15 Euro zu. Verkauft wurden dagegen vor allem Commerzbank. Ein Bericht des „Manager Magazins“, wonach das zweitgrößte deutsche Geldhaus eine Kapitalerhöhung von maximal zehn Prozent vorbereitet und dafür bereits andere Banken beauftragt hat, schreckte die Anleger auf. Die Aktie rutschte daraufhin aus der Gewinnzone ans Ende des Index und schloss 3,1 Prozent schwächer bei 1,40 Euro. Ebenfalls unter Druck standen Volkswagen, die 1,7 Prozent auf 165,95 Euro abgaben, und RWE, die 1,3 Prozent einbüßten und bei 28,23 Euro aus dem Handel gingen. Den MDAX führten am Abend Wincor Nixdorf an. Die Aktie verteuerte sich um 4,3 Prozent auf 38,37 Euro. Ebenfalls gefragt waren ElringKlinger mit einem Plus von 4,3 Prozent und Gildemeister, die 3,1 Prozent stiegen. Schlusslicht bei den mittelgroßen Werten war der Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport mit einem Abschlag von knapp vier Prozent auf 43,24 Euro. Daneben gaben Kuka und Sky jeweils 2,5 Prozent ab. Im TecDAX setzten sich SMA Solar mit einem Kursplus von 3,9 Prozent auf 22,72 Euro an die Spitze. Verkauft wurden dagegen Nordex, die sich nach den zweistelligen Gewinnen vom Vortag um 3,5 Prozent auf 4,28 Euro verbilligten. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
E.on verlängert Vertrag von Konzernchef Teyssen um fünf Jahre
Düsseldorf (dapd). Der E.on-Aufsichtsrat hat den Vertrag von Konzernchef Johannes Teyssen um fünf Jahre verlängert. Das teilte das Unternehmen am Dienstag in Düsseldorf mit. Der Manager steht seit Mai 2010 an der Spitze des größten deutschen Energiekonzerns. Nach der Energiewende hatte er E.on eine radikale Schlankheitskur verordnet, bei der rund 11.000 der weltweit rund 80.000 Stellen wegfallen sollen. Dabei nahm Teyssen auch Konflikte mit den Arbeitnehmern in Kauf. Außerdem verlängerte das Kontrollgremium die Verträge der Vorstandsmitglieder Jorgen Kildahl und Bernhard Reutersberg. Der Vertrag von Finanzvorstand Marcus Schenck läuft turnusgemäß noch bis Ende 2014 und stand deshalb nicht zur Verlängerung an. Wegen eines schweren Krankheitsfalls in ihrem unmittelbaren familiären Umfeld wird nach Unternehmensangaben die für das Personalressort zuständige Regine Stachelhaus den Vorstand verlassen. Auch der für Technologie und Innovationen zuständige Klaus-Dieter Maubach scheidet aus dem Gremium aus. Er wolle sich neuen beruflichen Herausforderungen stellen, hieß es. Neu in den Vorstand eintreten werden dafür der bisherige RWE-Vorstand Leonhard Birnbaum und der E.on-Manager Mike Winkel. Birnbaum werde voraussichtlich zum 1. Juli in den E.on-Vorstand einziehen, teilte das Unternehmen mit. Winkel wurde bereits zum 1. April bestellt. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
Luftwaffeninspekteur setzt auf bewaffnete Drohnen
Berlin (dapd). Die Luftwaffe bleibt bei ihrer Forderung nach sogenannten Kampfdrohnen. „Wir sehen den militärischen Bedarf in einem bewaffneten System“, sagte der Inspekteur der Luftwaffe, Generalleutnant Karl Müllner, am Dienstag in Berlin. Das hätten die bisherigen Erfahrungen in Auslandseinsätzen gezeigt. Daher wäre es richtig, die Fähigkeiten unbemannter Luftfahrzeuge auch über den Afghanistan-Einsatz hinaus, der Ende 2014 ausläuft, zu behalten. Dort operiert die Bundeswehr gegenwärtig mit einer Aufklärungsdrohne vom Typ „Heron 1“. Derzeit wird nach einem Nachfolgemodell gesucht. Müllner sah zugleich die Anforderungen an die Luftwaffe in den kommenden Jahren steigen. Das zeigten die Erfahrungen der jüngsten Auslandseinsätze, wo vor allem Bodentruppen wie in Afghanistan zum Einsatz kamen. In anderen Konflikten werde man sich daher schon die Frage stellen müssen, ob es nicht besser sei, „aus der Distanz mit Präzision zu wirken als mit Bodentruppen“, sagte der General. Deswegen sehe er ein „Jahrzehnt der Luftwaffe“ kommen. Als „erfolgreich“ bezeichnete Müllner den Einsatz der Luftwaffe im Mali-Konflikt. Dort ist neben Transportflugzeugen der Bundeswehr seit jüngstem auch ein Tankflugzeug im Einsatz, das französische Militärjets vom Typ „Rafale“ und „Mirage“ in der Luft betanken kann. „Der Einsatz ist erfolgreich angelaufen. Wir sind täglich im Einsatz“ sagte Müllner. Anfang März war die Operation in dem westafrikanischen Land angelaufen. dapd (Politik/Politik)
Rheinland-Pfalz will Betreuungsgeld mit Gesetzesinitiative stoppen
Mainz (dapd-rps). Rheinland-Pfalz will das von der Bundesregierung beschlossene Betreuungsgeld mit einem Gesetz stoppen. Der rheinland-pfälzische Ministerrat hat am Dienstag einem Gesetzentwurf zur Aufhebung des Betreuungsgeldgesetzes zugestimmt, wie das Familienministerium am Dienstag mitteilte. Landesfamilienministerin Irene Alt (Grüne) begründete den Gesetzesentwurf damit, dass das Betreuungsgeld politisch falsche Signale setze. Es würde vor allem von den Familien in Anspruch genommen werden, deren Kinder besonders von einem Kita-Platz profitieren könnten. Zudem würden Frauen dadurch ermutigt, den beruflichen Wiedereinstieg zu verzögern, was ihre Chancen am Arbeitsmarkt verschlechtern könnte. Der Gesetzesentwurf soll voraussichtlich am 22. März in den Bundesrat eingebracht werden. dapd (Politik/Politik)
Neuer Chef für Bombardier Transportation
Berlin (dapd). Der Wirtschaftsmanager Lutz Bertling übernimmt die Führung der Schienenfahrzeugsparte des kanadischen Zug- und Flugzeugherstellers Bombardier. Bertling werde zum 3. Juni die Aufgaben als President und Chief Operating Officer von Bombardier Transportation in Berlin übernehmen, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte. Er tritt nach Firmenangaben die Nachfolge von André Navarri an, der Bombardier noch ein Jahr unter anderem als Berater zur Verfügung stehen will, um dann in den Ruhestand zu gehen. Bertling kommt von Eurocopter, der Helikopter-Tochter des europäischen Luft- und Raumfahrtkonzerns EADS. Dort hatte er zuletzt den Chefposten inne. Seine Aufgabe bei Eurocopter übernimmt Guillaume Faury, wie EADS mitteilte. Faury war schon einmal bei EADS, hatte aber zuletzt bei Peugeot gearbeitet. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
Deutschland besorgt über Verfassungsänderungen in Ungarn
Berlin (dapd). Deutschland zeigt sich angesichts der Verfassungsänderungen in Ungarn mit Eingriffen in die Justiz besorgt. In einem Treffen mit dem ungarischen Staatspräsidenten János Áder sprach Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) kritisch die jüngsten Entscheidungen zur erneuten Änderung der ungarischen Verfassung an, wie eine Regierungssprecherin am Dienstag mitteilte. Merkel mahnte demnach einen verantwortungsvollen Umgang der ungarischen Regierung mit ihrer Zwei-Drittel-Mehrheit im Parlament an und appellierte an Ungarn, die Sorgen der europäischen Partner ernst zu nehmen. Lobend äußerte sich die Kanzlerin den Angaben zufolge mit Blick auf die Entscheidung des Budapester Parlaments, einen Gedenktag für die Vertreibung der Ungarndeutschen nach dem Zweiten Weltkrieg einzurichten. Die Bundeskanzlerin erinnerte auch an den großen Beitrag der Ungarn zum Fall des Eisernen Vorhangs, der sich im nächsten Jahr zum 25. Mal jährt. Zuvor hatte sich bereits Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) mit Áder getroffen. Es habe „einen offenen und in Teilen durchaus kontroversen Meinungsaustausch“ in Sachen Verfassungsdiskussion gegeben, teilte das Auswärtige Amt daraufhin mit. Und auch Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) äußerte sich besorgt. Offensichtlich gelinge es im Verfassungsstreit zwischen Regierung und Opposition nicht, „in der Verfassung einen unstreitigen Bezugsrahmen für unvermeidlich streitige politische und juristische Auseinandersetzungen zu finden“, sagte Lammert nach einem Treffen mit Áder. Bereits am Vortag hatte Lammert in einer Rede vor dem ungarischen Parlament für die Wahrung von Minderheitenrechten geworben. dapd (Politik/Politik)