Viele SPD-Bundespolitiker im bayerischen Wahlkampf

Viele SPD-Bundespolitiker im bayerischen Wahlkampf München (dapd). Die bayerische SPD setzt im Landtagswahlkampf auf Parteiprominenz aus Berlin. Bayerns SPD-Chef Florian Pronold sagte am Dienstag in München, es handele sich um eine „Vorschlacht“ auf dem Weg zur Bundestagswahl im Herbst 2013. Dabei werde es einen „ganz massiven Einsatz“ von Bundespolitikern der SPD geben. Pronold fügte hinzu, Kanzlerkandidat Peer Steinbrück habe bereits versprochen, auch zu Auftritten bei „Bierzelt-Veranstaltungen“ bereit zu sein. Ferner seien Reden von SPD-Bundestagsfraktionschef Frank-Walter Steinmeier, Parteichef Sigmar Gabriel und der nordrhein-westfälischen Ministerpräsidentin Hannelore Kraft geplant. dapd (Politik/Politik)

Schäuble und Moscovici demonstrieren Einigkeit in Griechenland-Frage

Schäuble und Moscovici demonstrieren Einigkeit in Griechenland-Frage Berlin (dapd). Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) und sein französischer Amtskollege Pierre Moscovici betonen ihre gemeinsame Position im Umgang mit dem überschuldeten Griechenland. „Wir haben ja eine sehr enge, intensive Zusammenarbeit“, sagte Schäuble am Dienstag in Berlin. „Wir kommen Schritt für Schritt in den schwierigen Fragen mit Griechenland voran.“ Schäuble äußerte sich vor einer Telefonkonferenz der Eurogruppe zum Thema Griechenland, die für Mittwoch geplant ist. Auch Moscovici verwies auf die Zusammenarbeit mit dem Nachbarn. Seine und Schäubles Mitarbeiter stünden in täglichem Kontakt, sagte er. „Deutschland und Frankreich haben einen gemeinsamen Ansatz, wir stellen gemeinsame Forderungen und haben auch ein gemeinsames Ziel“, erklärte Moscovici: Griechenland solle in der Eurozone bleiben. Schäuble versicherte: „Wir tun, was immer Deutschland und Frankreich tun können, um das Vertrauen in die gemeinsame europäische Währung dauerhaft zu stabilisieren.“ Details wollten die beiden Ressortchefs nicht nennen. Sie äußerten sich am Rande der Konferenz „Europa nach der Krise“ des Nicolas Berggruen Institute of Governance. dapd (Politik/Politik)

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Bundesbürger drehen und stopfen so viel Zigaretten wie nie zuvor

Bundesbürger drehen und stopfen so viel Zigaretten wie nie zuvor Hamburg (dapd). Nachdem der Preis für eine Schachtel Zigaretten auf rund fünf Euro oder mehr geklettert ist, stopfen oder drehen so viele deutsche Raucher wie noch nie ihre Glimmstängel selbst. Nach Angaben des Branchenzweiten Reemtsma wird inzwischen fast jede dritte versteuerte Zigarette in Deutschland von den Rauchern selbst hergestellt. Im laufenden Jahr rechnet der Tabakkonzern (JPS, Gauloises) mit einem Verbrauch von 121 Milliarden legalen Zigaretten im Inland, davon die Rekordmenge von 38 Milliarden Selbstgestopften. Im Vergleich zu 2011 fiel der Verbrauch an Fabrikzigaretten um 1,7 Prozent, während die Selbstgemachten um 3,3 Prozent zulegten. Der Preisunterschied liegt auf der Hand: Eine Schachtel Markenzigaretten kostet etwa fünf Euro. Eine Dose Tabak für 240 Zigaretten kostet dagegen rund 14 Euro. Nach Ansicht des Reemtsma-Generaldirektors für Deutschland, Marcus Schmidt, sind die legal versteuerten Selbstgemachten inzwischen so attraktiv, dass sie den Schmugglern Kunden abjagen. „Viele können sich mit Stopfzigaretten anfreunden, statt beim Vietnamesen um die Ecke zu kaufen“, sagte er. Gesamtverbrauch liegt bei 145 Milliarden Stück Der Schmuggel ist auch deswegen laut Reemtsma erstmals seit langer Zeit nicht mehr gewachsen und stagniert bei 23,5 Milliarden Stück. Damit liegt der Gesamtverbrauch an legalen und geschmuggelten Zigaretten bei rund 145 Milliarden Stück. Zoll, Polizei und Markenhersteller machen immer mehr Druck auf die Schmuggler: Im Sommer wurden 138 Millionen unversteuerter Zigaretten auf einen Schlag entdeckt – der größte Einzelfund aller Zeiten. Schmidt warnte davor, dass eine geplante EU-Tabakrichtlinie den Kriminellen neuen Schub geben könne. Die EU erwägt, den Zigarettenverkauf noch stärker zu regulieren, etwa indem alle Marken eine Einheitsschachtel bekommen oder die Schachteln im Kiosk nicht mehr ausgestellt werden dürfen. Laut Schmidt wären diese Verpackungen „viel leichter zu fälschen“. Außerdem würden Tausende Arbeitsplätze in den Kiosken auf der Kippe stehen. Allerdings ist bisher unklar, wann und ob die strengen neuen EU-Auflagen kommen. Schmidt rechnet frühestens 2015 damit. Reemtsma steigerte den Umsatz im abgelaufenen Geschäftsjahr (zum 30. September) um neun Prozent auf 1,1 Milliarden Euro. Der Vorsteuergewinn stieg auf 572 Millionen Euro. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)

Maschinenbau verbucht erstes Auftragsplus seit einem Jahr

Maschinenbau verbucht erstes Auftragsplus seit einem Jahr Frankfurt/Main (dapd). Eine hohe Nachfrage aus dem Ausland hat den deutschen Maschinenbauern erstmals seit einem Jahr wieder ein Auftragsplus beschert. Im September lagen die Bestellungen auf Jahressicht preisbereinigt um elf Prozent höher, wie der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) am Dienstag in Frankfurt am Main mitteilte. Damit endete eine elf Monate währende Auftragsflaute für die Branche. Zuletzt hatte Deutschlands Maschinenbau dem Verband zufolge im September 2011 im Jahresvergleich mehr Aufträge verbucht. Damals lag das Plus bei einem Prozent. Trotz des nun satten Zuwachses warnte der Verband vor zu hohen Erwartungen. Das niedrige Vorjahresniveau und zahlreiche Großaufträge aus Ländern außerhalb der Eurozone verzerrten das Bild. Während die Bestellungen aus dem Inland im September um 14 Prozent einbrachen, legte das Auslandsgeschäft im Jahresvergleich um 24 Prozent zu und machte den Rückgang im Inland mehr als wett. „Die Mehrzahl der Maschinenbauer muss dennoch auf ein klar positives Signal für den weiteren Konjunkturverlauf warten“, sagte VDMA-Chefvolkswirt Ralph Wiechers. Für die kommenden Monate erwartet der Verband eine moderate Entwicklung bei den Auftragseingängen. Im weniger von Schwankungen beeinflussten Dreimonatsvergleich ergab sich für die Auftragseingänge von Juli und September ein Minus von einem Prozent. Dabei fielen die Inlandsaufträge um 17 Prozent. Die Bestellungen aus dem Ausland legten dagegen dem VDMA zufolge um neun Prozent zu. Für 2012 und 2013 hofft der deutsche Maschinenbau auf Rekordumsätze. VDMA-Präsident Thomas Lindner hatte in der vergangenen Woche angekündigt, die Branche erwarte in diesem Jahr einen Umsatz von 209 Milliarden Euro und damit so viel wie nie zuvor. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)

Trend zum Billigsarg hält an

Trend zum Billigsarg hält an Bonn (dapd). Die deutschen Sarghersteller leiden unter der billigeren Konkurrenz aus Osteuropa. Die Produktion stagniert 2012, nachdem die Zahl der hergestellten Särge in den vergangenen Jahren bereits stark zurückgegangen ist. Gründe seien die Konkurrenz aus dem Ausland und ein Trend zu Feuerbestattungen, teilte der Verband der Deutschen Zulieferindustrie für das Bestattungsgewerbe (VDZB) am Dienstag mit. „Während Särge ‚Made in Germany‘ kein Exportschlager sind, werden seit Beginn der 90er Jahre zunehmend Särge aus osteuropäischer Produktion auf dem deutschen Markt angeboten“, erklärte der Verband. Im ersten Halbjahr 2012 wurden 75.000 Särge in Deutschland hergestellt, etwa genauso viel wie im Vorjahr. Für das ganze Jahr erwartet der Verband bestenfalls eine Stagnation der Produktion. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)

Ost-Beschäftigte erhalten seltener Weihnachtsgeld

Ost-Beschäftigte erhalten seltener Weihnachtsgeld Düsseldorf (dapd). Beschäftigte in Ostdeutschland profitieren weniger von Sonderzahlungen zu Weihnachten als ihre westdeutschen Kollegen. Während im Westen 59 Prozent der Beschäftigten Weihnachtsgeld bekommen, sind es im Osten lediglich 39 Prozent. Das ergab eine am Dienstag veröffentlichte Umfrage der Internetseite lohnspiegel.de unter 17.000 Beschäftigten, die vom WSI-Tarifarchiv der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung betreut wird. Zudem erhielten Beschäftigte in Ostdeutschland in einigen Bereichen immer noch ein niedrigeres Weihnachtsgeld als ihre Kollegen im Westen. Dies treffe beispielsweise in der Chemie, im öffentlichen Dienst und in der Metallindustrie zu, hieß es. Kein Weihnachtsgeld bekämen Beschäftigte im Bauhauptgewerbe Ost und im Gebäudereinigerhandwerk. Insgesamt kann sich jedoch die Mehrheit der deutschen Arbeitnehmer der Umfrage zufolge in diesem Jahr über eine finanzielle Zuwendung zu Weihnachten freuen. Rund 55 Prozent der Beschäftigten erhalten eine Jahressonderzahlung in Form eines Weihnachtsgeldes. 17 Prozent bekommen eine Gewinnbeteiligung, 21 Prozent sonstige Sonderzahlungen. Männer erhalten öfter Weihnachtsgeld als Frauen Unterschiede gibt es jedoch nicht nur zwischen West- und Ostdeutschland. So erhalten auch Frauen mit 53 Prozent weniger oft Weihnachtsgeld als Männer mit 56 Prozent. Ebenso bekommen Beschäftigte in einem befristeten Arbeitsverhältnis mit 46 Prozent seltener Weihnachtsgeld als Kollegen mit einem unbefristeten Vertrag, von denen 57 Prozent die Sonderzahlung erhalten. Der Umfrage zufolge profitieren vor allem Beschäftigte von einer Tarifbindung ihres Arbeitgebers. Während lediglich 42 Prozent der Erwerbstätigen ohne Tarifbindung ein Weihnachtsgeld ausgezahlt bekommen, erhalten 70 Prozent der Beschäftigten in Branchen mit einem Tarifvertrag in diesem Jahr eine solche Zuwendung. Besonders hohe Weihnachtsgelder zahlen die Arbeitgeber demnach unter anderem im Bankgewerbe, in der Süßwarenindustrie, der westdeutschen Chemieindustrie und der Druckindustrie. Hier werden den Angaben zufolge 90 bis 100 Prozent eines Monatseinkommens ausgezahlt. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)

Jährliche Prüfung älterer Autos offenbar vom Tisch

Jährliche Prüfung älterer Autos offenbar vom Tisch Brüssel/Berlin (dapd). Die Besitzer betagter Autos in Deutschland müssen ihre Fahrzeuge entgegen den Plänen der EU-Kommission wohl doch nicht jährlich zur technischen Hauptuntersuchung bringen. Die EU-Verkehrsminister sprachen sich bei einem Treffen in Brüssel mehrheitlich gegen die geplante Verschärfung der Regelungen aus. Damit dürfte die jährliche Überprüfung älterer Autos vom Tisch sein, sagte ein Sprecher des Bundesverkehrsministeriums am Dienstag in Berlin der Nachrichtenagentur dapd. Die EU-Kommission wollte Autos, die älter als sechs Jahre sind, einmal im Jahr zur Prüfung schicken und so die Straßen sicherer machen. Auch Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) stellt sich aber gegen den Vorschlag, weil er darin den „Versuch einer Überregulierung“ sieht und die deutschen Sicherheitskontrollen im zweijährigen Intervall für ausreichend hält. Die EU-Verkehrsminister fassten bei dem Treffen am Montag noch keinen Beschluss. Sie befürworteten aber laut EU-Kommission in der Mehrheit eine Richtlinie zur Prüfung älterer Autos, die den EU-Ländern im Gegensatz zu einer starren Verordnung mehr Spielraum lässt. Die Kommission muss nun ihren Plan überarbeiten. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)

Telefonica Deutschland steigert Kurs nach Börsenstart

Telefonica Deutschland steigert Kurs nach Börsenstart Frankfurt/Main (dapd). Der Mobilfunkanbieter O2 hat die Prüfung an der Börse bestanden. Der Kurs des Anbieters Telefonica Deutschland, zu dem die Marke O2 gehört, lag seit der Erstnotierung am Dienstagmorgen im Plus. Gegen Mittag stand das Papier bei 5,80 Euro und damit über dem Ausgabekurs von 5,60 Euro. Wer die Aktie zeichnete, machte also gleich zu Beginn ein Plus von knapp vier Prozent. Es war der größte Börsengang in Deutschland seit fünf Jahren. Der Börsengang spülte der hoch verschuldeten spanischen Muttergesellschaft Telefonica S.A. 1,45 Milliarden Euro in die Kasse. Das ist allerdings etwas weniger als erhofft, weil der Ausgabekurs klar in der unteren Hälfte der Preisspanne von 5,25 bis 6,50 Euro lag. Die Muttergesellschaft, die weiterhin 76,8 Prozent an Telefonica Deutschland halten wird, benötigt die Erlöse zum Abbau ihrer drückenden Schuldenlast von 58 Milliarden Euro. Der Streubesitz liegt bei 23,17 Prozent, damit vermeidet Telefonica S.A., dass die anderen Anleger gemeinsam eine Sperrminderheit bekommen können. Analysten schätzen die hohe Rendite Analysten hatten besonders die hohe Dividende gelobt, die Telefonica Deutschland verspricht. Mit dem nun gefundenen Ausgabekurs liegt die Dividendenrendite klar über acht Prozent. Mit Wachstum ist aber erst in zwei bis drei Jahren zu rechnen, vor allem vom stark wachsenden Datenverkehr der Smartphones erhofft sich der Telekom-Anbieter in Zukunft gute Geschäfte. Die Aktie war nach Angaben von Telefonica Deutschland mehrfach überzeichnet. Die ausgegebenen Anteile landeten zu 99 Prozent in den Händen institutioneller Investoren, 1 Prozent ging an Privatanleger. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)

Steinbrück räumt Fehler bei Offenlegung der Nebeneinkünfte ein

Steinbrück räumt Fehler bei Offenlegung der Nebeneinkünfte ein Berlin (dapd). SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück hat seine umstrittenen Vortragshonorare in Millionenhöhe offengelegt und zugleich Versäumnisse eingeräumt. Die von ihm beauftragten Wirtschaftsprüfer haben festgestellt, dass der Ex-Finanzminister zwei Redeauftritte nicht korrekt beim Bundestagspräsidenten gemeldet hat. Zugleich verteidigte Steinbrück am Dienstag in Berlin seine vielen Vorträge und wies Vorwürfe entschieden zurück, er sei käuflich. Zugleich attackierte er den politischen Gegner. Mit Einkünften in Höhe von rund 1,25 Millionen Euro ist Steinbrück „Vortragsmillionär“ geworden: Der Ex-Finanzminister hat nach eigenen Angaben zwischen 2009 und 2012 insgesamt 89 Vorträge gegen Geld gehalten. Davon seien 74 mit einem „Standardhonorar“ von 15.000 Euro vergütet worden, was einer Netto-Vergütung von ungefähr 7.300 Euro entspreche. In der gleichen Zeit habe er, betonte Steinbrück, 237 unentgeltliche Vorträge gehalten. In vielen Fällen habe er auf Honorare verzichtet, oder um Spenden zugunsten wohltätiger Zwecke gebeten. Steinbrück hatte am 4. Oktober die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Warth & Klein Grant Thornton AG mit einer Prüfung beauftragt, nachdem Medien über seine zahlreichen Nebeneinkünfte berichtet hatten. Das Ergebnis ist auf seiner Homepage nachzulesen. Steinbrück kritisiert indirekt Union und FDP Der SPD-Politiker hob hervor, seine Nebeneinkünfte seien nun „nach Euro und Cent einschließlich Nebenkosten“ veröffentlicht. „Ich gehe damit weit über die bisher geltenden Transparenzregeln hinaus.“ Unterstellungen, er habe sich von der Wirtschaft abhängig gemacht, bezeichnete er als „absurd“. Es sei nun einmal Aufgabe eines Politikers, den Kontakt zu den Bürgern zu suchen. Er selbst wolle auch Menschen erreichen, die nicht zur Stammklientel der Sozialdemokraten gehören, sagte Steinbrück. Ohne Union und FDP direkt zu nennen, warf er beiden Parteien vor, sie würden sich schärferen Transparenzregeln verweigern. „Diejenigen, die die Möglichkeit suchten, mir einen Stein gegen den Kopf zu werfen mit Blick auf eine mangelnde Transparenz, tragen jetzt dazu bei, dass aus diesem Stein ein Bumerang wird, der an den eigenen Kopf zurückfliegt.“ Steinbrück sagte weiter, mit seinem Schritt wolle er „ein Beispiel geben“. Allerdings zog auch er eine Grenze: Seine Einkünfte aus Buchverträgen will der SPD-Kanzlerkandidat nicht veröffentlichen, weil in diesem Fall keine Gefahr von Abhängigkeiten bestehe. Zudem müsse er die Interessen seines Co-Autors beachten. In zwei Fällen attestierten ihm die Wirtschaftsprüfer jedoch mangelnde Transparenz und empfahlen, „die Anzeige nachzuholen“. So hat Steinbrück beim Bundestagspräsidenten nicht angegeben, dass er am 13. Oktober 2011 bei der Kerkhoff Consulting GmbH sowie am 19. Oktober 2011 bei der Südwestbank AG Vorträge gegen Honorar gehalten hat. Der SPD-Politiker sagte dazu: „Das war Nachlässigkeit von mir – ich habe es einfach verschwitzt.“ Beide Auftritte seien aber „unverdächtig“. Auch Vorträge in jüngster Vergangenheit In sechs weiteren Fällen muss Steinbrück noch den Bundestag informieren. Dabei handelt es sich um Auftritte im Zeitraum vom 30. August 2012 bis 24. September 2012. Die Frist zur Meldung ist jedoch laut den Wirtschaftsprüfern noch nicht abgelaufen. Steinbrück sagte, die vielen Vortrags-Anfragen habe er angenommen „in einer Zeit, als weder die SPD noch ich selbst die Idee hatten, wieder in den Ring zu steigen“. Den Vorwurf, dass seine Nebentätigkeiten zulasten seines Parlamentsmandats gegangen sein könnten, wollte der Ex-Minister nicht gelten lassen: Er sei 2009 und 2010 an sieben Sitzungstagen nicht dagewesen, an denen im Bundestag namentliche Abstimmungen anstanden. Danach habe es keine Versäumnisse mehr gegeben. Im übrigen sage die physische Anwesenheit im Plenum nichts über „politische Präsenz“ aus, betonte er. Zu Gerüchten, Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) habe ihn einmal im Zusammenhang mit einer Nebentätigkeit persönlich ermahnt, zu einer Sitzung zu kommen, sagte Steinbrück: „Ich kann mich nicht daran erinnern. Aber ich würde, wenn das der Fall gewesen wäre, den Bundestagspräsidenten bitten, dass er aus persönlichen Vier-Augen-Gesprächen mit mir in einer Journalistenrunde keine Auskunft gibt.“ „Steinbrück hat Wort gehalten“ Von seinen Parteifreunden erhielt der Kanzlerkandidat Rückendeckung. „Peer Steinbrück hat Wort gehalten“, sagte etwa SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier und fügte hinzu: „Damit ist vollständige Transparenz über Art und Honorierung hergestellt.“ Ebenso waren die Grünen zufrieden mit der Offenlegung der Daten und Fakten. Aber auch die Union wollte nicht nachtreten: Fraktionsgeschäftsführer Michael Grosse-Brömer (CDU) nannte es „gut und richtig, wenn man als Kanzlerkandidat freiwillig Klarheit darüber schafft, ob das Bundestagsmandat oder Vortragsveranstaltungen im Mittelpunkt der Abgeordnetentätigkeit stand.“ Die Organisation LobbyControl sprach von „einem wichtigen Schritt für mehr Transparenz“, kritisierte jedoch, dass Steinbrück seine anderen Nebentätigkeiten wie etwa publizistische Tätigkeiten nicht offenlege. dapd (Politik/Politik)

Nur noch leichter Rückgang der Arbeitslosigkeit im Oktober

Nur noch leichter Rückgang der Arbeitslosigkeit im Oktober Nürnberg (dapd). Der Abbau der Arbeitslosigkeit ist im Oktober deutlich schwächer als erwartet ausgefallen. Mit 2,75 Millionen Menschen waren nur noch 35.000 weniger arbeitslos gemeldet als im Vormonat, wie die Bundesagentur für Arbeit (BA) am Dienstag in Nürnberg mitteilte. Die Quote verharrte bei 6,5 Prozent. Verglichen mit dem Vorjahr stieg die Arbeitslosigkeit um 16.000. Das ist der erste Zuwachs auf Jahressicht seit Februar 2010. „Die schwächere konjunkturelle Entwicklung macht sich auf dem Arbeitsmarkt bemerkbar“, sagte der BA-Vorstandsvorsitzende Frank-Jürgen Weise. Er sprach aber auch von einem insgesamt weiter robusten Arbeitsmarkt. Auch wenn die Zahl der Jobsuchenden saisonbereinigt um 20.000 im Vergleich zum Vormonat stieg und sich damit zum fünften Mal in Folge erhöhte, schloss Weise eine Trendwende weiter aus. „Wir sehen keine Trendwende, wir sehen eine Seitwärtsbewegung“, betonte der BA-Chef. In den vergangenen fünf Jahren war die Zahl der Arbeitslosen von September auf Oktober um bis zu 118.000 zurückgegangen. Der geringere Abbau der Arbeitslosigkeit in diesem Jahr sei auch auf die Reduzierung arbeitsmarktpolitischer Maßnahmen zurückzuführen, sagte Weise. Vor allem die Förderung der Selbstständigkeit sei zurückgegangen. „Diese Entwicklung erschreckt nicht“, kommentierte der BA-Chef die Zahlen. Sie passe vielmehr in das Bild einer gedämpften Konjunktur. Deshalb sehe die BA weiterhin lediglich ein „Abschwächen von Wachstum“ am Arbeitsmarkt. Einen erneuten Anstieg der Arbeitslosigkeit auf über drei Millionen erwartet sie erst wieder für Januar 2013. Mehr Bezieher von Arbeitslosengeld I Während im Oktober die Zahl der Bezieher von Arbeitslosengeld I im Vergleich zum Vorjahr um 65.000 auf 783.000 zunahm, sank die Zahl der Hartz-IV-Empfänger um 128.000 auf 4,346 Millionen. Davon waren 1,907 Millionen arbeitslos gemeldet – ein Rückgang um 51.000 gegenüber 2011. Eine BA-Sprecherin erklärte dies damit, dass der Abbau von Arbeitslosigkeit im Bereich Hartz IV weniger konjunkturabhängig sei als im Bereich des Arbeitslosengeldes I. Zudem habe die Behörde nach der Sommerpause eine Qualifizierungsoffensive für Langzeitarbeitslose gestartet, die sich ebenfalls in der Statistik niederschlage. Ins Bild einer sich abschwächenden Konjunktur passt laut Bundesagentur auch die Entwicklung von Erwerbstätigkeit und sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung: Beide stiegen zwar erneut, aber der Vorjahresabstand wird geringer. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts waren im September 41,85 Millionen Menschen erwerbstätig und damit nur noch 322.000 mehr als im Vorjahr. Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten lag im August nach BA-Hochrechnungen bei 29,13 Millionen, was 472.000 mehr als im Jahr zuvor und 232.000 mehr als vor einem Monat waren, jedoch saisonbereinigt 2.000 weniger als im Vormonat. Noch keine große Rolle auf dem Arbeitsmarkt spielt derzeit laut Bundesagentur die Kurzarbeit. Vorstandsmitglied Raimund Becker erklärte, dass zwar der Beratungsbedarf dafür gestiegen sei. Das deute darauf hin, dass viele Arbeitgeber zumindest über Kurzarbeit nachdächten. Neu angezeigt hätten sie im September aber nur 2.000 Betriebe mit etwa 40.000 Mitarbeitern. Für Oktober würden ähnliche Zahlen erwartet. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)

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