Porträt eines Mannes im dunklen Anzug mit roter Krawatte vor hellem Hintergrund
VDMA-Hauptgeschäftsführer Thilo Brodtmann. Foto: VDMA

VDMA fordert mehr Anreize für Vollzeitbeschäftigung

Der VDMA sieht in den aktuellen Arbeitsmarktzahlen für Juni 2026 ein Signal für strukturelle Fehlanreize bei Beschäftigung. Hauptgeschäftsführer Thilo Brodtmann fordert Steuer-, Sozial- und Arbeitsmarktreformen, damit sich der Wechsel von Teilzeit in Vollzeit stärker lohnt.

VDMA Vollzeitbeschäftigung: Steuer- und Abgabenlast im Fokus

Nach Einschätzung des VDMA sinkt die Vollzeitbeschäftigung seit zweieinhalb Jahren. Gleichzeitig arbeiteten inzwischen drei von zehn Personen in Teilzeit. Brodtmann sieht darin eine Folge falscher Anreize im Steuer- und Sozialsystem.

„Mehr zu arbeiten muss sich lohnen“, sagte Thilo Brodtmann, Hauptgeschäftsführer des VDMA. Wer mehr arbeite, lande schnell im Spitzensteuersatz. Zusätzlich belasteten Sozialabgaben bereits ab dem ersten Euro. Der Koalitionsausschuss müsse daher Reformen auf den Weg bringen, mit denen sich der Wechsel von Teilzeit in Vollzeit finanziell stärker auszahle.

Unternehmen sollen bei Investitionen entlastet werden

Der Maschinen- und Anlagenbauverband fordert zugleich Entlastungen für Unternehmen. Aus Sicht des VDMA sind niedrigere steuerliche Belastungen und weniger Bürokratie Voraussetzungen dafür, dass Betriebe wieder stärker investieren und Personal einstellen.

Brodtmann spricht sich dafür aus, die Senkung der Körperschaftsteuer vorzuziehen. Zudem müssten Beschäftigte durch eine Reform der Einkommensteuer spürbar entlastet werden. Sozialreformen seien erst dann wirksam, wenn sie die Beitragslast tatsächlich senkten.

Flexiblere Arbeitszeitmodelle als arbeitsrechtlicher Hebel

Neben finanziellen Anreizen verweist der VDMA auf arbeitsrechtliche Rahmenbedingungen. Flexible Arbeitszeitmodelle könnten es Beschäftigten erleichtern, zusätzliche Stunden zu leisten. Davon würden insbesondere Teilzeitbeschäftigte profitieren, die eigentlich mehr arbeiten möchten.

Der Verband fordert dafür die Umstellung auf eine wöchentliche Höchstarbeitszeit. Diese Änderung wäre nach Einschätzung des VDMA schnell, unkompliziert und ohne zusätzliche Kosten umzusetzen.

Maschinenbau als großer Arbeitgeber

Der VDMA vertritt rund 3.500 deutsche und europäische Unternehmen des Maschinen- und Anlagenbaus. Die Branche beschäftigt nach Verbandsangaben rund drei Millionen Menschen in der EU-27, davon mehr als 1,2 Millionen in Deutschland. Damit zählt der Maschinen- und Anlagenbau zu den zentralen Arbeitgebern der Investitionsgüterindustrie.

Unternehmenslink:
www.vdma.eu

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