Der VDMA fordert mit Blick auf den Bundeshaushalt 2027 eine stärkere Ausrichtung auf bessere Investitionsbedingungen in Deutschland. Der Maschinenbauverband verlangt insbesondere Entlastungen bei Steuern und Abgaben, weniger Bürokratie sowie eine leistungsfähige Infrastruktur.
Forderungen zur Einbringung in den Bundestag
Zur Einbringung des Bundeshaushalts 2027 in den Deutschen Bundestag hat VDMA-Hauptgeschäftsführer Thilo Brodtmann einen Kurswechsel bei den wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen gefordert. „Der Bundeshaushalt 2027 muss eine klare Priorität bekommen: die Investitionsbedingungen in Deutschland zu verbessern.”
Brodtmann verbindet die Haushaltsdebatte mit der Frage, wie private Investitionen wieder verstärkt in Deutschland stattfinden können. Dafür seien aus Sicht des Verbands niedrigere Unternehmenssteuern und Abgaben, weniger Bürokratie, leistungsfähige Infrastruktur und ein flexibler Arbeitsmarkt erforderlich. Diese Bedingungen sollten Beschäftigung und Leistung erleichtern.
Kritik an Finanzierung über Sondervermögen
Der VDMA kritisiert, dass Zukunftsinvestitionen aus sogenannten Sondervermögen finanziert würden, während ein Drittel des Budgets oder mehr für Sozialausgaben aufgewendet werde. Dies treibe den Standort Deutschland nach Auffassung Brodtmanns „immer mehr ins Abseits“.
Die Bundesregierung setze auf öffentliche Investitionen als Wachstumsimpuls. Brodtmann stellt jedoch die Frage, wie Ausgaben für Infrastruktur und Verteidigung wieder in den regulären Haushalt integriert werden könnten, wenn große Reformen ausblieben. Zudem drohten hohe Zinszahlungen den verbleibenden Spielraum für Zukunftsinvestitionen zu verringern.
Private Investitionen im Mittelpunkt
Nach Einschätzung des VDMA investieren Unternehmen trotz hoher Staatsausgaben zunehmend im Ausland. Um diesen Trend zu stoppen, benötigten Unternehmen die Gewissheit, dass Investitionen in Deutschland langfristig wirtschaftlich sinnvoll seien.
Der Verband sieht im Haushalt 2027 die Möglichkeit, einen entsprechenden Kurswechsel einzuleiten. Mehr private Investitionen in Deutschland würden nach Auffassung des VDMA Wachstum und Beschäftigung stärken und langfristig auch die öffentlichen Finanzen stützen.
Maschinenbauverband mit bundesweitem Anspruch
Der VDMA vertritt 3500 deutsche und europäische Unternehmen des Maschinen- und Anlagenbaus. Nach Angaben des Verbands beschäftigen die Unternehmen rund 3 Millionen Menschen in der EU-27, davon mehr als 1,2 Millionen in Deutschland.
Für die Europäische Union beziffert der Verband das Umsatzvolumen der Branche auf geschätzt rund 900 Milliarden Euro. Rund 80 Prozent der in der EU verkauften Maschinen stammen demnach aus einer Fertigungsstätte im Binnenmarkt.
Unternehmenslink: VDMA e.V.
