Bankenverband senkt Wachstumsprognose

Bankenverband senkt Wachstumsprognose Frankfurt/Main (dapd). Der Bankenverband sieht die Wirtschaftsentwicklung in Deutschland nicht mehr so optimistisch wie im vergangenen Herbst. Er senkte seine Konjunkturprognose von 1,1 auf 0,7 Prozent, wie Hans-Joachim Massenberg, Mitglied der Hauptgeschäftsführung des Bankenverbands, am Mittwoch in Frankfurt am Main sagte. Für 2014 erwarten die Chefvolkswirte der privaten Banken ein deutlich höheres Wachstum von 1,7 Prozent. Der Konjunktureinbruch im letzten Quartal 2012 sei „überraschend hoch gewesen“. Nun befinde sich die deutsche Wirtschaft aber wieder auf Wachstumskurs. Im Jahresverlauf sollte sich die konjunkturelle Erholung in Deutschland stabilisieren, erklärte Massenberg. Gründe seien positive Entwicklungen bei den Stimmungsindikatoren, etwas freundlichere Signale aus einigen Schwellenländern und eine spürbare Erholung der Industrieaufträge zum Jahresende 2012. „Trotz erster Hoffnungszeichen auch für den Euroraum sehen wir die Lage in der Währungsunion deutlich gedämpfter“, sagte Massenberg. 2013 werde die Wirtschaft in der Eurozone stagnieren. Es gebe zwar positive Entwicklungen wie eine bessere Auslastung der Produktionskapazitäten. „Doch die Unternehmen werden nur wieder investitionsfreudiger, wenn das Vertrauen in die Zukunft der Währungsunion wächst“, sagte der Bankenvertreter. „Leider sind hier nach der Italien-Wahl neue Unsicherheiten aufgeflackert.“ dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)

ICE mit Neigetechnik kehren wohl nicht auf Gäubahn zurück

ICE mit Neigetechnik kehren wohl nicht auf Gäubahn zurück Stuttgart (dapd). Der Einsatz von ICE-Zügen mit Neigetechnik ist auf der Gäubahn zwischen Stuttgart und Zürich nicht mehr vorgesehen. Grund dafür seien die anhaltenden Probleme der Fahrzeugindustrie, neue Achsen für die auf der Strecke eingesetzten ICE-Züge zu liefern, teilte die Deutsche Bahn am Mittwoch in Stuttgart mit. Derzeit erarbeite die Bahn gemeinsam mit den Schweizerischen Bundesbahnen ein optimiertes Fahrplankonzept, in dem auf die Neigetechnikzüge verzichtet werde. Baden-Württembergs Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) reagierte mit „großem Bedauern“ auf die Ankündigung der Bahn. „Das Land hat sich in den letzten Jahren vielfach und nachdrücklich für die Rückkehr der Neigetechnik eingesetzt“, sagte Hermann. Es müsse nun schnellstmöglich alternative Verbesserungen für die Fahrgäste geschaffen werden. Denn seitdem die Neigetechnikzüge nicht mehr einsetzbar seien, würden wegen der verlängerten Fahrzeit von drei Stunden wichtige Anschlüsse in Stuttgart nicht mehr erreicht. „Dieser Zustand ist unhaltbar“, sagte Hermann weiter. Er begrüßte den Plan der beiden Bahnunternehmen, ein optimiertes Konzept zu erarbeiten. Zugleich forderte er die Bahn auf, weiterhin intensiv nach technischen Möglichkeiten zu suchen, um zumindest mittelfristig die Rückkehr der Neigetechnikzüge auf der Gäubahn zu ermöglichen. 2010 hatte sich die Bahn nach eigenen Angaben mit den Herstellern darauf geeinigt, dass neue Radsätze für die Züge konstruiert und gefertigt werden. Grund waren entdeckte Risse in zwei Radsatzwellen, daraufhin stellte die Bahn den Einsatz der Neigetechnikzüge auf der kurvenreichen Strecke ein. Dem Konzern zufolge gibt es derzeit aber keine Anzeichen dafür, dass die Fahrzeugindustrie kurz- oder mittelfristig eine technische Lösung für das Problem findet. Die Bahn gehe daher nicht mehr von einer Rückkehr von ICE-Zügen mit Neigetechnik auf der Gäubahn in einem angemessenen Zeitraum aus, hieß es. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)

Microsoft soll halbe Milliarde Euro Geldbuße an EU zahlen

Microsoft soll halbe Milliarde Euro Geldbuße an EU zahlen Brüssel (dapd). Der US-Softwarekonzern Microsoft muss 561 Millionen Euro Strafe an die EU bezahlen. Die Kartellwächter verhängten die Strafe wegen unlauteren Wettbewerbs gegen das Unternehmen, wie die EU-Kommission am Mittwoch in Brüssel mitteilte. Der Softwareriese habe Millionen Windows-Nutzern in Europa anderthalb Jahre lang keine Browser-Wahl für das Surfen im Internet angeboten, hieß es zur Begründung. Microsoft ist seit 2009 verpflichtet, auf neuen PCs oder in neuen Windows-Paketen eine automatische Browser-Auswahl einzubauen. So sollte die Firma ihre marktbeherrschende Stellung nicht länger ausnutzen können, um den hauseigenen Internet Explorer gegen Konkurrenten abzuschotten. Seit März 2010 öffnete sich deswegen auf allen neuen Windows-Geräten in der EU ein Auswahl-Fenster, auf dem auch Mozillas Firefox, Googles Chrome, Apples Safari, Opera und sieben unbekanntere Navigatoren auftauchen und heruntergeladen werden können. Der Internet Explorer wurde nicht mehr automatisch installiert. Das zeigte Wirkung: So schoss schon kurz darauf der Verkauf von Opera um 130 Prozent in die Höhe. In dem 2011 erschienen Programm Windows 7 Service Pack 1 fehlte dann die vereinbarte Auswahlmöglichkeit zwischen verschiedenen Browsern, wie die Kommission feststellte. Das war bis Mitte 2012 der Fall. 15 Millionen Nutzer in der EU hätten dadurch keine Wahlmöglichkeit gehabt, erklärten die Brüsseler Kartellwächter. 28 Millionen Computer seien betroffen gewesen. Es sei das erste Mal, dass die Kommission ein Unternehmen bestrafe, das sich nicht an eine bereits getroffene Vereinbarung hielt. EU verzichtet auf höhere Strafe Der Konzern hatte die Angelegenheit schon vor Monaten eingeräumt und das Verschwinden des Auswahlfensters auf einen „technischen Fehler“ geschoben. Die Position wiederholte Microsoft-Sprecher Robin Koch: „Wir entschuldigen uns aufrichtig für den Fehler.“ Schuld sei ein Team von Technikern, die ein notwendiges Update verschlafen hätten. Zugleich bot die Firma Wiedergutmachung an und will die Browser-Wahl 15 Monate länger als verpflichtet wieder anbieten. EU-Wettbewerbskommissar Joaquín Almunia begründete die Strafe in einer Mitteilung. 2009 sei das Verfahren gegen das Unternehmen eingestellt worden, weil Microsoft sich zu Zugeständnissen verpflichtet hatte. „Die Nichteinhaltung ist ein schwerwiegender Verstoß, der mit entsprechenden Sanktionen belegt werden muss.“ Die EU hätte eine Strafe von bis zu zehn Prozent des Jahresumsatzes des Konzerns verhängen können. Der lag im abgelaufenen Geschäftsjahr bei 73,7 Milliarden Dollar (etwa 56,6 Milliarden Euro). Die nun verhängte Buße ist ein neuer Tiefpunkt in dem bereits über zehn Jahre andauernden Hickhack zwischen der Europäischen Union und Microsoft. Einmal hatte die Kommission den US-Konzern zur Zahlung von 1,6 Milliarden Euro verdonnert, weil er Wettbewerber nicht zu fairen Preisen mit Informationen versorgt hatte und seinen Media-Player mit dem Betriebssystem verband. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)

Marktforscher sehen nur geringes Wachstum im Einzelhandel

Marktforscher sehen nur geringes Wachstum im Einzelhandel Bruchsal (dapd). Das Marktforschungsunternehmen GfK GeoMarketing erwartet für den deutschen Einzelhandel in diesem Jahr nur geringe Umsatzsteigerungen. „Dennoch können attraktive Standorte die derzeit stabile Konsumlaune der Verbraucher für sich nutzen“, teilten die Marktforscher am Mittwoch in Bruchsal mit. Laut der neuen Einzelhandels-Studie für 2013 steige der Umsatz im stationären deutschen Einzelhandel um 0,5 Prozent auf 412,1 Milliarden Euro. Die Online-Umsatzzuwächse würden noch deutlicher als in den Jahren zuvor zulasten des stationären Einzelhandels gehen, prognostizierte der GfK-Einzelhandelsexperte Oliver Giehsel . „Daher muss der stationäre Einzelhandel weiter Konzepte entwickeln, wie er sein Profil schärfen und neue Synergieeffekte mit Online finden kann“, sagte er. Insbesondere in attraktiven Lagen wie bei Mittelstädten die eine wichtige Versorgungsfunktion für die Umgebung haben, ließen sich weiter hohe Zuwächse generieren. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)

Autos aus Fernost mit deutschem Design

Autos aus Fernost mit deutschem Design Genf (dapd). Gert Volker Hildebrand könnte sich eigentlich entspannt zurücklehnen: Er hat mit dem Mini von BMW ein Auto designt, das für sein Aussehen gefeiert wurde und inzwischen Kult ist. Doch statt sich in München mit dem drohenden Ruhestand abzufinden, heuerte er Anfang 2011 bei Qoros an, einer völlig neuen chinesischen Marke, die am Dienstag in Genf Europapremiere feierte. Und auch auf der Automesse gönnte der Designchef sich keine Verschnaufpause. „Zum Feiern haben wir keine Zeit“, sagt der 59-Jährige. Qoros soll in diesem Jahr auf den Markt kommen – das Team hat viel zu tun. „Seit Kindheitstagen habe ich Dinge kreiert, gestaltet, gemacht“, sagt der in Lörrach nahe der Schweizer Grenze geborene Hildebrand über sich selbst. Es sei für ihn Hobby und Berufung zugleich. Bei BMW wäre er nach den geltenden Regularien mit 60 Jahren in den Vorruhestand geschickt worden – für ihn undenkbar: „Ich habe keine Hobbys, die mich sonst 24 Stunden am Tag beschäftigen können“, sagt er. Die 2007 gegründete Marke Qoros gab ihm eine neue Herausforderung. Grundsätzlich sei die Arbeit für eine völlig neue Marke aber nicht anders gewesen als etwa für bestehende und etablierte wie Volkswagen oder BMW, die früher zu seinen Arbeitgebern gehörten. „Geschichte kann genauso belastend sein wie ein leeres Blatt Papier“, findet Hildebrand. „Ich glaube an eine allgemeingültige Ästhetik“ Beim in Genf vorgestellten Qoros Sedan 3 – einer kompakten viertürigen Limousine – beschränkte sich Hildebrand auf ein eher schlichtes Design. Das Auto soll Kunden auf der ganzen Welt ansprechen. „Ich glaube an eine Ästhetik, die allgemeingültig ist“, sagt der kreative Kopf. Ein gutes Beispiel sei der Porsche 911. Ein schöner Mensch, ein schöner Körper, das werde auf der ganzen Welt gleich gesehen. Mit Qoros hat sich Hildebrand auf ein Wagnis eingelassen. Chinesische Autos haben mit einem Billig-Image zu kämpfen. Die Marke Landwind wagte 2005 den Schritt nach Europa, versagte bei einem Crashtest aber so gnadenlos, dass sie kein Bein auf den Boden kriegen konnte. Qoros will es besser machen. „Unser Leitspruch ist ‚everybody’s premium‘ – dass etwas drin ist, aber jeder es sich leisten kann“, sagt Hildebrand. Zum Start gibt sich Hildebrand entsprechend bescheiden. „Wir wollen nicht die Welt erobern, sondern erstmal unsere Autos fertig bekommen“, sagt er. Die Markteinführung in China ist für dieses Jahr geplant, erste europäische Märkte sollen folgen. Zunächst beschränkt sich Qoros auf verhältnismäßig kleine Stückzahlen – 150.000 Fahrzeuge im Jahr sind für den Start geplant. Wann die China-Limousine nach Deutschland kommt, ist noch unklar. „Wir werden vermutlich zuerst kleine Märkte bedienen, die übersichtlich und kontrollierbar sind“, sagt Hildebrand mit Blick auf Europa. Design aus Deutschland, Entwicklung in Österreich Qoros ist ohnehin mehr eine globale Marke als eine chinesische. Neben Hildebrand sicherte sich das Unternehmen auch die Dienste des ehemaligen Volkswagen-USA-Chefs Volker Steinwascher und weiterer europäischer Top-Manager. Die Autos wurden größtenteils in Deutschland entworfen und in Österreich beim Zulieferer Magna entwickelt. Für Hildebrand brachte die Aufstellung viele Flugstunden mit sich. Er pendelte von Shanghai, wo er inzwischen seinen Wohnsitz hat, nach Graz oder München. In München wurde das Design zum Anfassen gemacht, der Modellbau. Hildebrand kannte das Design-Cluster vor Ort noch aus seiner Zeit bei BMW. „So konnten wir ohne Zeitverluste mit dem Design starten.“ Mit der Markteinführung des Sedan in diesem Jahr sieht Hildebrand seine Arbeit bei Qoros noch nicht getan. „Wir arbeiten schon an den nächsten Autos“, sagt er. In Genf wurden zwei Studien vorgestellt – ein Hybridfahrzeug und ein geräumiger Kombi. Zudem denkt Hildebrand an ein Geländefahrzeug und eine Ausweitung der Modellpalette in kleinere Fahrzeugklassen. Er will möglichst lange die nächsten Schritte gestalten und kreieren. Steinwascher sei jüngst 70 Jahre alt geworden. „Also habe ich noch elf Jahre zu tun“, sagt der 59-jährige Hildebrand. „Wenn der liebe Gott mir die Kraft gibt, ist der Wille da“, fügt er hinzu. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)

Grippewelle: Wie kommen Eltern kranker Kinder an Sonderurlaub?

Grippewelle: Wie kommen Eltern kranker Kinder an Sonderurlaub? Stuttgart (dapd). Die Grippewelle legt seit Wochen schon halb Deutschland lahm: In Betrieben sind unzählige Schreibtische verwaist, in Schulen und Kindergärten die Reihen licht. Wie sollen Eltern, die wegen des Influenza-Virus selbst schon tagelang in der Firma fehlten und ihren Urlaub für dieses Jahr schon verplant haben, auch noch die Betreuung ihrer kranken Kleinen stemmen? Was kaum bekannt ist: Es gibt Chancen auf Sonderurlaubstage, um den Jahresurlaub nicht aufbrauchen zu müssen, wie Michael Henn, Präsident des Verbands deutscher Arbeitsrechtsanwälte (VDAA), erklärt. Einheitliche Regelungen über zulässige Fehlzeiten für Beschäftigte mit Kind gibt es in Deutschland zwar nicht, wie der Stuttgarter Fachanwalt betont. Doch zwei Gesetze eröffnen Vater oder Mutter durchaus Spielraum, um Extra-Tage zur Kinderbetreuung vom Chef frei zu bekommen. Finanziell am besten kommen Eltern weg, wenn sie sich dabei auf Paragraf 616 des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB) berufen. Dort ist festgelegt, dass der Arbeitnehmer in bestimmten Notfällen bis zu fünf Tage lang bezahlt fehlen darf. Dazu zählen beispielsweise die eigene Hochzeit, Todesfälle im engsten Familienkreis, Gerichtstermine – und auch die Erkrankung eines Kindes, wie das Bundesarbeitsgericht bereits 1978 ausdrücklich bekräftigte. Arbeitsvertrag ist wichtig Danach muss der Chef den Vater oder die Mutter eines kranken Sprösslings unter acht Jahren bis zu fünf Tage lang für die Betreuung freistellen. Er muss in dieser Zeit den Lohn weiter zahlen und darf dafür keine Gegenleistung wie etwa nachträgliche Überstunden verlangen. Der Haken: Der BGB-Paragraf darf im Arbeitsvertrag ausgeschlossen werden. Wer sich darauf stützen will, sollte sicherheitshalber einen Blick in seinen Vertrag werfen. „Manche Arbeitgeber zahlen aber trotzdem, weil sie den Ausschluss als unfair empfinden“, betont Arbeitsrechtler Henn. Oft habe die Personalabteilung den Vertrag auch nicht präsent und zahle das Gehalt weiter. In einigen Branchen ist eine Lohnfortzahlung bei Krankheit des Kindes ohnehin im Tarifvertrag festgeschrieben. Ist der BGB-Passus im Arbeitsvertrag definitiv ausgeschlossen, wird eine gesetzliche Krankenversicherung wichtig. Ist das kranke Kind dort (mit)versichert, können Vater oder Mutter auf freie Tage sowie Kinderkrankengeld von der Krankenkasse bauen. Dieser Anspruch ist in Paragraf 45 Sozialgesetzbuch (SGB) V festgezurrt. Allerdings nur unter den folgenden Voraussetzungen: Das Kind ist jünger als zwölf Jahre alt, für die Erkrankung liegt ein ärztliches Attest vor, die Betreuung ist notwendig und im Haushalt lebt sonst niemand, weder Au-pair noch Oma, der das Kind gesund pflegen könnte. Privatversicherte gucken in die Röhre Sind alle Punkte erfüllt, zahlt die Krankenkasse Geld, während Vater oder Mutter vom Job daheim bleiben. Eine volle Lohnfortzahlung gibt es allerdings nicht, sondern 70 Prozent des beitragspflichtigen Einkommens, maximal 90 Prozent des Nettogehalts. Für das erste Kind dürfen die Eltern jeweils zehn Tage im Jahr zu Hause bleiben, wenn der Nachwuchs krank ist. Alleinerziehende dürfen auf 20 Tage im Jahr vertrauen. Bei zwei Kindern sind es je Elternteil 20 Tage jährlich (Alleinerziehende 40 Tage), ab drei Kindern je Elternteil 25 Tage (Alleinerziehende 50 Tage). Hat das Kind eine lebensbedrohliche Krankheit, besteht ein unbefristetes Anrecht auf Freistellung vom Job sowie Krankengeld von der Kasse. Sind beide Eltern privat versichert, gibt es für sie keine Unterstützung von der gesetzlichen Kasse. Gleiches gilt, wenn das Kind selbst privat krankenversichert ist. Wer die fünf Tage BGB-Sonderurlaub bei vollem Lohn in diesem Jahr bereits verbraucht hat und jetzt noch weitere freie Tage für sein krankes Kind benötigt, kann als Kassenpatient ebenfalls auf das Kinderkrankengeld setzen, wie die Rechtschutzversicherung Arag erläutert. Allerdings springe die Krankenkasse dann nur noch für fünf Arbeitstage ein. Wichtig: Berufstätige Eltern bekommen keine freien Tage gutgeschrieben, wenn sie im Urlaub ihr krankes Kind betreut haben. Der Urlaub gilt dann als genommen, wie das Arbeitsgericht Berlin entschied (Aktenzeichen: 2 Ca 1648/10). Nur wenn der Arbeitnehmer selbst während seines Urlaubs erkrankt, verfallen die Urlaubstage nicht. dapd (Vermischtes/Wirtschaft)

Staatsanwaltschaft nimmt Windreich-Vorstände ins Visier

Staatsanwaltschaft nimmt Windreich-Vorstände ins Visier Stuttgart/Wolfschlugen (dapd). Die Staatsanwaltschaft Stuttgart vermutet beim Windanlagenbauer Windreich Bilanzmanipulation und hat den Hauptsitz in Wolfschlugen durchsucht. Im Visier der Behörde stehen fünf amtierende und ehemalige Vorstände, darunter auch Firmenchef Willi Balz und der frühere baden-württembergische Wirtschaftsminister Walter Döring. Ihnen wird vorgeworfen, Jahres- und Konzernabschlüsse durch Überbewertung von Vermögenspositionen geschönt zu haben, wie die Behörde am Mittwoch mitteilte. Neben der Firmenzentrale durchkämmten Beamte auch vier Privatwohnungen. Darunter waren laut „Bild“-Zeitung auch die Wohnungen von Balz und Döring. Balz war bis zum Mittag nicht zu erreichen. Dagegen wehrte sich Döring gegen die Vorwürfe. Er war bis 2012 stellvertretender Vorstandsvorsitzender des Unternehmens. „Ich habe eine Bilanz unterschrieben, die ein hoch renommiertes Prüfungsbüro vorgelegt hat“, sagte er der Nachrichtenagentur dapd. Im übrigen fielen die Vorwürfe nicht in seinen Verantwortungsbereich. „Es ist auch in meinem Interesse, dass das geklärt wird“, sagte er. Windreich plant und baut Windanlagen im Meer und an Land. Das Unternehmen ist laut Daten des Marktforschers wind:research die unangefochtene Nummer Eins bei Windparkprojekten in der Nordsee mit einem Marktanteil von 35 Prozent. Mit dem Geschäft hat das Unternehmen 2011 eine Gesamtleistung nach Handelsgesetzbuch von 161 Millionen Euro nach 150 Millionen Euro im Jahr zuvor erzielt. Der Jahresüberschuss stieg von 2,3 Millionen Euro auf rund 11,9 Millionen Euro. Zahlen für 2012 liegen noch nicht vor. Laut Manager Magazin ist das Unternehmen mit etwa 300 Millionen Euro verschuldet. Firmenchef Balz schrieb in einem Brief, in dem er für eine Anleihe warb, der Marktwert des Unternehmens betrage durch die Summe aller Projektwerte mehr als eine Milliarde Euro. Sabine Christiansen sitzt im Windreich-Aufsichtsrat Balz schmückt sein Unternehmen gern mit prominenten Gesichtern. So berief Windreich im Januar TV-Moderatorin und -Produzentin Sabine Christiansen in den Aufsichtsrat. „Die Energiewende braucht eine bessere mediale Präsenz der Marktteilnehmer“, sagte Balz zu der Personalie. Es würden viele Unwahrheiten verbreitet. „Da wollen wir dagegen halten, auch im Aufsichtsrat“, sagte er. Den langjährigen Telekom-Finanzchef Karl-Gerhard Eick konnte er allerdings nicht für den Posten des Finanzvorstands gewinnen. Eick sollte einen Börsengang des Unternehmens vorbereiten und war zunächst als Berater tätig. Im Dezember legte er aber das Mandat nieder. Das „Handelsblatt“ zitierte aus einer Mail von Eick: „Ich sehe für einen erfolgreichen Börsengang der Windreich AG auf absehbare Zukunft keinen Weg.“ Der Unternehmer Balz ist selbst nicht ganz unumstritten. So investierte er auch Firmengelder in Oldtimer, einem Hobby von ihm. „Meine Investments in historischen Rennsport waren weder verboten noch dumm, aber sie kamen nicht gut an“, sagte er im vergangenen Jahr. Die Windreich AG besitze nur noch einen Fuhrpark, der zu einem Drittel aus Elektrofahrzeugen und zwei Dritteln aus normalen Autos bestehe. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)

EU verhängt eine halbe Milliarde Euro Strafe gegen Microsoft

EU verhängt eine halbe Milliarde Euro Strafe gegen Microsoft Brüssel (dapd). Der US-Softwarekonzern Microsoft muss wegen Wettbewerbsverzerrung eine Geldbuße in Höhe von 561 Millionen Euro an die EU bezahlen. Grund sei, dass das Unternehmen Auflagen nicht nachgekommen sei, Nutzern die freie Wahl eines Internet-Browsers zu ermöglichen, teilte die EU-Kommission am Mittwoch in Brüssel mit. Microsoft war einer Übereinkunft mit den EU-Wettbewerbshütern nicht nachgekommen. In dem Programm Windows 7 Service Pack 1 fehlte die vereinbarte Auswahlmöglichkeit zwischen verschiedenen Browsern, wie die Kommission feststellte. 15 Millionen Nutzer in der EU hätten dadurch keine Wahlmöglichkeit gehabt, erklärten die Brüsseler Kartellwächter. Es sei das erste Mal, dass die Kommission ein Unternehmen bestrafe, das sich nicht an eine bereits getroffene Vereinbarung hielt. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)

Bei Henkel glänzt die Bilanz

Bei Henkel glänzt die Bilanz Düsseldorf (dapd). Rekordjahr für Henkel: Der Konsumgüterkonzern hat im vergangenen Jahr mit Persil, Pattex und Co. so viel verdient wie noch nie zuvor in der 137-jährigen Unternehmensgeschichte. „2012 war für Henkel das bislang erfolgreichste Geschäftsjahr“, sagte Vorstandschef Kasper Rorsted am Mittwoch in Düsseldorf. „Alle Unternehmensbereiche sind profitabel gewachsen und haben die Marktanteile in ihren relevanten Märkten ausgebaut.“ Auch in Zukunft will der Konzern weiter wachsen. Rorsted steht seit 2008 an der Spitze des Düsseldorfer Markenartiklers. Bereits kurz nach seinem Amtsantritt hatte er dem Konzern einen ehrgeizigen Vierjahresplan verordnet. Jetzt zog der Manager eine positive Bilanz des Erreichten. Der Firmenwert habe sich seit 2008 von 8,7 Milliarden Euro auf 27 Milliarden Euro verdreifacht. „Heute verfügt Henkel über stärkere Marken, höhere Innovationsraten und gestiegene Marktanteile in fast allen für uns relevanten Märkten“, betonte Rorsted. Henkel habe seit 2008 nicht nur die Gewinnmarge von 10,3 auf 14,1 Prozent gesteigert. Das Unternehmen reduzierte auch seine Schulden von 3,8 Milliarden Euro auf nur noch 85 Millionen Euro Ende 2012. Der Erfolg zahlt sich auch für Rorsted selbst aus. Seine Gesamtbezüge stiegen 2012 um 29 Prozent auf 6,2 Millionen Euro. Außerdem erwartet ihn ein Sonderbonus in Höhe von 2,3 Millionen Euro für das Erreichen der Ziele des 2008 angekündigten Vierjahresplans. Henkel-Aktie legt deutlich zu Angesichts der aktuellen Diskussion über Managergehälter verteidigte der Däne das Gehaltspaket. Schließlich habe er den Wert des Konzerns um mehr als 18 Milliarden Euro gesteigert. Die Vergütungskriterien hätten sich bei Henkel in den vergangenen zehn Jahren nicht geändert, nur die Performance des Konzerns, sagte er. Auch die Mitarbeiter werden mit Sonderzahlungen am Erfolg beteiligt. Auch in Zukunft will Rorsted bei Henkel weiter aufs Tempo drücken. „Es wäre ein großer Fehler zu glauben, jetzt haben wir alles erreicht, jetzt müssen wir nichts mehr machen“, sagte er. Der neue Vierjahresplan sehe bis 2016 vergleichbare Verbesserungsraten vor wie sein Vorläufer. Im Rekordjahr 2012 steigerte Henkel seinen Umsatz um 5,8 Prozent auf 16,5 Milliarden Euro. Das betriebliche Ergebnis verbesserte sich um 24,6 Prozent auf 2,2 Milliarden Euro. Der Jahresüberschuss des Konzerns stieg sogar um 30,6 Prozent auf knapp 1,6 Milliarden Euro. Für das laufende Geschäftsjahr erwartet Henkel nun ein Wachstum beim Umsatz ohne Zukäufe von drei bis fünf Prozent. Das bereinigte Ergebnis je Aktie soll um etwa 10 Prozent steigen. „Henkel ist gut aufgestellt, aber wir werden unsere Prozesse stetig weiter vereinfachen und verbessern, um schneller und flexibler als unser Wettbewerb auf ein verändertes Umfeld reagieren zu können“, kündigte Rorsted an. An der Börse gewann die Henkel-Vorzugsaktie bis zum Mittwochmittag um gut drei Prozent an Wert. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)

Beschäftigte von HP wehren sich gegen geplanten Stellenabbau

Beschäftigte von HP wehren sich gegen geplanten Stellenabbau Rüsselsheim/Böblingen (dapd). Die Beschäftigten des IT-Konzerns Hewlett Packard in Deutschland wehren sich vehement gegen einen geplanten Stellenabbau in Rüsselsheim. „Die Schließung von Rüsselsheim hätte massive Auswirkungen weit über den Standort hinaus“, heißt es in einem Brief von ver.di-Bundesvorstandsmitglied Lothar Schröder an die Geschäftsführung von HP Deutschland, der der Nachrichtenagentur dapd vorliegt. „Denn die Rüsselsheimer Belegschaft arbeitet nicht als abgeschottete Einheit, sondern ist bundesweit wie global in Arbeitsprozessen und -strukturen von HP eingebunden“, heißt es darin weiter. Hinter den geplanten Entlassungen sei kein Konzept zu erkennen. Der Computerkonzern HP mit Deutschlandsitz in Böblingen hatte Anfang Februar die Schließung des Standorts Rüsselsheim mit 1.100 Mitarbeitern angekündigt. Laut IG Metall wollte die Geschäftsführung im Laufe des Mittwochs auf einer Sondersitzung des Gesamtbetriebsrates über die geplanten Maßnahmen informieren. „Die Beschäftigten werden den Geschäftsführern zeigen, was sie von den Plänen halten“, kündigte die IG Metall eine Protestaktion an. Laut Martin Sperber-Tertsunen von der IG Metall Darmstadt soll die Geschäftsführung „den Leuten ins Gesicht sehen, die sie entlassen wollen“. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)