MAN erwägt Kurzarbeit

MAN erwägt Kurzarbeit München (dapd). Der Bus- und Lkw-Hersteller MAN leidet massiv unter der Konjunkturabschwächung und plant weitere Kostensenkungen. In diesem Jahr wolle die VW-Tochter noch mit Zwangsurlaub auskommen, ab 2013 sei auch Kurzarbeit möglich, sagte der Vorstandsvorsitzende Georg Pachta-Reyhofen am Dienstag in München. In den vergangenen drei Monaten musste die MAN-Gruppe, die mittlerweile zu mehr als 75 Prozent dem Volkswagen-Konzern gehört, erneut einen Gewinneinbruch hinnehmen. Das Nettoergebnis sank gegenüber dem Vorjahr von 171 auf 61 Millionen Euro. In den ersten neun Monaten des Jahres lag der Reingewinn noch bei 101 Millionen Euro, nach 924 Millionen Euro von Januar bis September 2011. Da sich der Umsatz gleichzeitig um drei Prozent auf 11,6 Milliarden Euro verringerte, fiel die Profitabilität schlechter aus: Die Rendite sank von 9,0 auf 5,7 Prozent. Die Kunden tendierten verstärkt zu Fahrzeugen mit geringeren Gewinnspannen, sagte Finanzvorstand Frank Lutz. Außerdem verschiebe sich die Nachfrage in Länder, die geringere Margen einbrächten. Insgesamt führe die Staatsschuldenkrise in Europa zu Unsicherheiten auf den Märkten, sagte Pachta-Reyhofen. Die Firmen investieren weniger, die Menge der transportierten Waren geht zurück, und damit werden auch weniger Lastwagen gebraucht. So verbuchten auch andere Nutzfahrzeughersteller wie Volvo und Scania einen Ergebniseinbruch. Während Volvo die Produktion ebenfalls drosselt, will die MAN-Schwester Scania die Investitionen dagegen erhöhen. 17.000 Fahrzeuge stehen bei MAN im Lager Bei MAN ging der Auftragseingang im dritten Quartal gegenüber dem Vorjahr um 14 Prozent auf 3,5 Milliarden Euro zurück. In den ersten neun Monaten sank er um 8 Prozent auf 11,9 Milliarden Euro. Entsprechend hoch ist inzwischen der Bestand an nicht verkauften Lastwagen und Bussen: In den europäischen Werken stehen rund 8.000 Fahrzeuge auf dem Hof, in Lateinamerika sind es 9.000. Damit diese Zahl nicht noch größer wird, drosselte MAN bereits im Sommer die Produktion. In dieser Woche schließlich stoppte das Unternehmen in München und Salzgitter die Bänder. 10.000 Mitarbeiter müssen Überstunden abbauen oder Urlaub nehmen – auch in der Verwaltung. In der Weihnachtszeit will MAN die Maßnahmen ausweiten: Vom 21. Dezember bis 11. Januar soll die Produktion unterbrochen werden – auch in anderen Werken wie Nürnberg. Finanziell bringe dies den 15.000 betroffenen Mitarbeitern keine Nachteile, sagte Pachta-Reyhofen. Falls sich mit diesen Maßnahmen die Lage nicht bessern sollte, könnte es jedoch im ersten Quartal 2013 zu Kurzarbeit kommen. Dies werde in der Unternehmensführung diskutiert, sagte der neue Vorstandssprecher der MAN-Nutzfahrzeugsparte, Anders Nielsen. MAN-Chef bestätigt Prognose An den im Sommer zurückgeschraubten Zielen für dieses Jahr hält Pachta-Reyhofen trotz der schwachen Quartalszahlen fest. So soll der Umsatz der Nutzfahrzeugsparte gegenüber dem Vorjahr um etwas mehr als fünf Prozent zurückgehen. Der Vorstandschef sieht „Licht am Ende des Tunnels“. So hätten die Absatzzahlen in Lateinamerika nach der Schwäche im ersten Halbjahr wieder etwas angezogen. Außerdem entwickelte sich der Kraftwerks- und Motorenbau (Power Engineering) im Verhältnis zum Nutzfahrzeugbereich besser. Der Umsatz in diesem Geschäftsbereich erhöhte sich in den ersten neun Monaten um sieben Prozent auf 3,1 Milliarden Euro. Auf Jahressicht solle dieser Bereich um fünf Prozent zulegen, sagte Pachta-Reyhofen. Die MAN-Aktie gehörte zu den besten Werten im MDAX. Sie gewann bis zum Mittag knapp drei Prozent auf 78,40 Euro. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)

Friedrich sieht auch strukturelles Versagen bei NSU-Ermittlungen

Friedrich sieht auch strukturelles Versagen bei NSU-Ermittlungen Berlin (dapd-lth). Ein Jahr nach der Aufdeckung der Terrorgruppe NSU stehen die Sicherheitsbehörden weiter in der Kritik. Es würde derzeit untersucht, „wo es strukturelles Versagen gibt und wo es persönliches Versagen von einzelnen Ermittlern gab“, sagte Innenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) dem Sender MDR Info am Dienstag. Die Ombudsfrau für die Opfer der Terrorgruppe, Barbara John, warf den Sicherheitsbehörden vor, dieses Versagen bei den Ermittlungen nun auch noch vertuschen zu wollen. Von der einzigen Überlebenden der Gruppe, Beate Zschäpe, forderte John, endlich ihr Schweigen zu brechen. „Wenn sie auch nur eine klitzekleine Faser Herz hat, würde sie das tun“, sagte John der Nachrichtenagentur dapd. Zschäpe sei die einzige, die den Angehörigen der Opfer Antworten auf die offenen Fragen geben könne. Die rechte Terrorgruppe Nationalsozialistischer Untergrund (NSU) wurde vor einem Jahr aufgedeckt, nachdem die beiden Terroristen Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt am 4. November 2011 Selbstmord begangen hatten. Das mutmaßlich dritte Mitglied der Gruppe, Zschäpe, stellte sich wenige Tage später der Polizei und sitzt seitdem in Untersuchungshaft. Mit einer Anklageerhebung wird in den kommenden Tagen gerechnet. John kritisiert Sicherheitsbehörden Die Gruppe lebte mehr als ein Jahrzehnt unbemerkt im Untergrund und wird unter anderen für neun Morde an ausländischen Kleinunternehmern und einen Polizistenmord verantwortlich gemacht. Die Opferbeauftragte John wirft den Sicherheitsbehörden nun vor, auch noch verhindern zu wollen, „dass ihre Pannen, ihre Unfähigkeit ungeschminkt an die Öffentlichkeit kommen“. Dies widerspreche dem Versprechen der Bundesregierung, alles zur Aufklärung der Mordserie zu tun. Der Apparat löse sich offensichtlich von der politischen Führung. „Es tut sich ein Abgrund zwischen ihnen auf“, sagte sie. Bundesinnenminister Friedrich kündigte an, dort, wo es strukturelle Probleme gegeben habe, durchzugreifen. „Wenn man die lokalen und regionalen Aufklärungsstrukturen beispielsweise in Thüringen, beispielsweise in Bayern, verzahnen und vernetzen würde mit den bundesweiten, dann hätte man zumindest die Chance, solche Dinge in der Zukunft schneller aufzuklären oder zu verhindern“, sagte der CSU-Politiker. Das Bundesamt für Verfassungsschutz beobachtete zuletzt starke Veränderungen in der Neonazi-Szene. Die repressiven Maßnahmen verunsicherten die Szene, sagte Verfassungsschutzpräsident Hans-Georg Maaßen sagte dem Sender SWR-Info. Viele Personen seien „in die innere Emigration oder in die Resignation gegangen“. Damit habe man „einen Teil unseres Ziels erreicht“, sagte Maaßen. FDP und Linke wollen Ausschuss fortsetzen FDP und Linke machen sich unterdessen für eine Fortsetzung der parlamentarischen Aufklärung des Falls nach der Bundestagswahl 2013 stark. „Ich bin der Überzeugung, dass der neu gewählte Bundestag den Untersuchungsausschuss in der kommenden Legislaturperiode wieder einsetzen sollte“, sagte der Obmann der FDP in dem Gremium, Hartfrid Wolff, der Nachrichtenagentur dapd. Der bisherige Ausschuss solle daher eine entsprechende Empfehlung an den nächsten Bundestag aussprechen. Die Obfrau der Linke in dem Gremium, Petra Pau, unterstützte den Vorstoß. „Es ist absehbar, dass wir in der jetzigen Legislaturperiode nicht alles schaffen“, sagte die Bundestagsvizepräsidentin der dapd. Der Vorsitzende des NSU-Ausschusses, Sebastian Edathy (SPD), wollte sich der Forderung nicht anschließen. „Der Untersuchungsausschuss hat die Aufgabe, seine Arbeit in dieser Wahlperiode zum Abschluss zu bringen“, sagte Edathy der „Welt“. „Ich halte das für machbar.“ dapd (Politik/Politik)

NSU-Ausschuss soll nach Bundestagswahl weiterarbeiten

NSU-Ausschuss soll nach Bundestagswahl weiterarbeiten Berlin (dapd). FDP und Linke machen sich für eine Fortsetzung der parlamentarischen Aufklärung des NSU-Falls nach der Bundestagswahl 2013 stark. „Ich bin der Überzeugung, dass der neu gewählte Bundestag den Untersuchungsausschuss in der kommenden Legislaturperiode wieder einsetzen sollte“, sagte der Obmann der FDP in dem Gremium, Hartfrid Wolff, der Nachrichtenagentur dapd. Der bisherige Ausschuss solle daher eine entsprechende Empfehlung an den nächsten Bundestag aussprechen. Die SPD ist jedoch dagegen. Der rechtsextremen Terrororganisation Nationalsozialistischer Untergrund (NSU) werden bundesweit zehn Morde zur Last gelegt. Die Aufklärung des Falls erweist sich wegen der Aktenfülle als ungemein schwierige Aufgabe, zumal auch der Untersuchungsausschuss unter Zeitdruck arbeiten muss. Im Herbst 2013 findet die nächste Bundestagswahl statt. Bis dahin müssen die Parlamentarier ihren Abschlussbericht ausgefertigt haben, denn ein Untersuchungsausschuss endet spätestens mit Ablauf der Legislaturperiode. Der FDP-Politiker Wolff will nun im Ausschuss dafür werben, dass die Aufklärung nach der Wahl fortgesetzt wird. „Nur so werden wir den Opfern gerecht, können die Aktenfülle und die Komplexität der Zusammenhänge aufarbeiten“, sagte der FDP-Politiker. „Die Wahrheit ist, dass wir nach fast einem Dreivierteljahr intensiver Aufklärungsarbeit immer noch mehr offene Fragen vor uns sehen als zufriedenstellende Antworten“, sagte Wolff. Zudem verwies er darauf, dass der Ausschuss auch Vorschläge zur Erneuerung des deutschen Sicherheitssystems erarbeiten solle. Edathy will Arbeit abschließen Die Obfrau der Linke in dem Gremium, Petra Pau, unterstützte Wolffs Vorstoß. „Es ist absehbar, dass wir in der jetzigen Legislaturperiode nicht alles schaffen“, sagte die Bundestagsvizepräsidentin der dapd. „Es sollte einen neuen Ausschuss geben, das sind wir den Opfern und Angehörigen und auch der Öffentlichkeit schuldig.“ Pau betonte jedoch, der neu gewählte Bundestag müsse dann darüber entscheiden, der bisherige Ausschuss könne nur eine Empfehlung an die Parlamentarier abgeben. Der Vorsitzende des NSU-Ausschusses, Sebastian Edathy (SPD), wollte sich der Forderung von FDP und Linken nicht anschließen. „Der Untersuchungsausschuss hat die Aufgabe, seine Arbeit in dieser Wahlperiode zum Abschluss zu bringen“, sagte Edathy der „Welt“. „Ich halte das für machbar.“ Das Bundesamt für Verfassungsschutz beobachtet nach eigenen Angaben ein Jahr nach der Entdeckung des NSU starke Veränderungen in der Neonazi-Szene. Verfassungsschutzpräsident Hans-Georg Maaßen sagte dem Sender SWR-Info: „Wir stellen fest, dass die rechtsextremistische Szene durch die repressiven Maßnahmen (…) verunsichert ist, dass viele Personen auch in die innere Emigration oder in die Resignation gegangen sind und sich gesagt haben, es lohnt sich nicht mehr, sich rechtsextremistisch zu betätigen.“ Damit habe man „einen Teil unseres Ziels erreicht“, sagte Maaßen. dapd (Politik/Politik)

Schäuble und Moscovici demonstrieren Einigkeit in Griechenland-Frage

Schäuble und Moscovici demonstrieren Einigkeit in Griechenland-Frage Berlin (dapd). Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) und sein französischer Amtskollege Pierre Moscovici betonen ihre gemeinsame Position im Umgang mit dem überschuldeten Griechenland. „Wir haben ja eine sehr enge, intensive Zusammenarbeit“, sagte Schäuble am Dienstag in Berlin. „Wir kommen Schritt für Schritt in den schwierigen Fragen mit Griechenland voran.“ Schäuble äußerte sich vor einer Telefonkonferenz der Eurogruppe zum Thema Griechenland, die für Mittwoch geplant ist. Auch Moscovici verwies auf die Zusammenarbeit mit dem Nachbarn. Seine und Schäubles Mitarbeiter stünden in täglichem Kontakt, sagte er. „Deutschland und Frankreich haben einen gemeinsamen Ansatz, wir stellen gemeinsame Forderungen und haben auch ein gemeinsames Ziel“, erklärte Moscovici: Griechenland solle in der Eurozone bleiben. Schäuble versicherte: „Wir tun, was immer Deutschland und Frankreich tun können, um das Vertrauen in die gemeinsame europäische Währung dauerhaft zu stabilisieren.“ Details wollten die beiden Ressortchefs nicht nennen. Sie äußerten sich am Rande der Konferenz „Europa nach der Krise“ des Nicolas Berggruen Institute of Governance. dapd (Politik/Politik)

Trend zum Billigsarg hält an

Trend zum Billigsarg hält an Bonn (dapd). Die deutschen Sarghersteller leiden unter der billigeren Konkurrenz aus Osteuropa. Die Produktion stagniert 2012, nachdem die Zahl der hergestellten Särge in den vergangenen Jahren bereits stark zurückgegangen ist. Gründe seien die Konkurrenz aus dem Ausland und ein Trend zu Feuerbestattungen, teilte der Verband der Deutschen Zulieferindustrie für das Bestattungsgewerbe (VDZB) am Dienstag mit. „Während Särge ‚Made in Germany‘ kein Exportschlager sind, werden seit Beginn der 90er Jahre zunehmend Särge aus osteuropäischer Produktion auf dem deutschen Markt angeboten“, erklärte der Verband. Im ersten Halbjahr 2012 wurden 75.000 Särge in Deutschland hergestellt, etwa genauso viel wie im Vorjahr. Für das ganze Jahr erwartet der Verband bestenfalls eine Stagnation der Produktion. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)

Ost-Beschäftigte erhalten seltener Weihnachtsgeld

Ost-Beschäftigte erhalten seltener Weihnachtsgeld Düsseldorf (dapd). Beschäftigte in Ostdeutschland profitieren weniger von Sonderzahlungen zu Weihnachten als ihre westdeutschen Kollegen. Während im Westen 59 Prozent der Beschäftigten Weihnachtsgeld bekommen, sind es im Osten lediglich 39 Prozent. Das ergab eine am Dienstag veröffentlichte Umfrage der Internetseite lohnspiegel.de unter 17.000 Beschäftigten, die vom WSI-Tarifarchiv der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung betreut wird. Zudem erhielten Beschäftigte in Ostdeutschland in einigen Bereichen immer noch ein niedrigeres Weihnachtsgeld als ihre Kollegen im Westen. Dies treffe beispielsweise in der Chemie, im öffentlichen Dienst und in der Metallindustrie zu, hieß es. Kein Weihnachtsgeld bekämen Beschäftigte im Bauhauptgewerbe Ost und im Gebäudereinigerhandwerk. Insgesamt kann sich jedoch die Mehrheit der deutschen Arbeitnehmer der Umfrage zufolge in diesem Jahr über eine finanzielle Zuwendung zu Weihnachten freuen. Rund 55 Prozent der Beschäftigten erhalten eine Jahressonderzahlung in Form eines Weihnachtsgeldes. 17 Prozent bekommen eine Gewinnbeteiligung, 21 Prozent sonstige Sonderzahlungen. Männer erhalten öfter Weihnachtsgeld als Frauen Unterschiede gibt es jedoch nicht nur zwischen West- und Ostdeutschland. So erhalten auch Frauen mit 53 Prozent weniger oft Weihnachtsgeld als Männer mit 56 Prozent. Ebenso bekommen Beschäftigte in einem befristeten Arbeitsverhältnis mit 46 Prozent seltener Weihnachtsgeld als Kollegen mit einem unbefristeten Vertrag, von denen 57 Prozent die Sonderzahlung erhalten. Der Umfrage zufolge profitieren vor allem Beschäftigte von einer Tarifbindung ihres Arbeitgebers. Während lediglich 42 Prozent der Erwerbstätigen ohne Tarifbindung ein Weihnachtsgeld ausgezahlt bekommen, erhalten 70 Prozent der Beschäftigten in Branchen mit einem Tarifvertrag in diesem Jahr eine solche Zuwendung. Besonders hohe Weihnachtsgelder zahlen die Arbeitgeber demnach unter anderem im Bankgewerbe, in der Süßwarenindustrie, der westdeutschen Chemieindustrie und der Druckindustrie. Hier werden den Angaben zufolge 90 bis 100 Prozent eines Monatseinkommens ausgezahlt. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)

Jährliche Prüfung älterer Autos offenbar vom Tisch

Jährliche Prüfung älterer Autos offenbar vom Tisch Brüssel/Berlin (dapd). Die Besitzer betagter Autos in Deutschland müssen ihre Fahrzeuge entgegen den Plänen der EU-Kommission wohl doch nicht jährlich zur technischen Hauptuntersuchung bringen. Die EU-Verkehrsminister sprachen sich bei einem Treffen in Brüssel mehrheitlich gegen die geplante Verschärfung der Regelungen aus. Damit dürfte die jährliche Überprüfung älterer Autos vom Tisch sein, sagte ein Sprecher des Bundesverkehrsministeriums am Dienstag in Berlin der Nachrichtenagentur dapd. Die EU-Kommission wollte Autos, die älter als sechs Jahre sind, einmal im Jahr zur Prüfung schicken und so die Straßen sicherer machen. Auch Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) stellt sich aber gegen den Vorschlag, weil er darin den „Versuch einer Überregulierung“ sieht und die deutschen Sicherheitskontrollen im zweijährigen Intervall für ausreichend hält. Die EU-Verkehrsminister fassten bei dem Treffen am Montag noch keinen Beschluss. Sie befürworteten aber laut EU-Kommission in der Mehrheit eine Richtlinie zur Prüfung älterer Autos, die den EU-Ländern im Gegensatz zu einer starren Verordnung mehr Spielraum lässt. Die Kommission muss nun ihren Plan überarbeiten. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)

Telefonica Deutschland steigert Kurs nach Börsenstart

Telefonica Deutschland steigert Kurs nach Börsenstart Frankfurt/Main (dapd). Der Mobilfunkanbieter O2 hat die Prüfung an der Börse bestanden. Der Kurs des Anbieters Telefonica Deutschland, zu dem die Marke O2 gehört, lag seit der Erstnotierung am Dienstagmorgen im Plus. Gegen Mittag stand das Papier bei 5,80 Euro und damit über dem Ausgabekurs von 5,60 Euro. Wer die Aktie zeichnete, machte also gleich zu Beginn ein Plus von knapp vier Prozent. Es war der größte Börsengang in Deutschland seit fünf Jahren. Der Börsengang spülte der hoch verschuldeten spanischen Muttergesellschaft Telefonica S.A. 1,45 Milliarden Euro in die Kasse. Das ist allerdings etwas weniger als erhofft, weil der Ausgabekurs klar in der unteren Hälfte der Preisspanne von 5,25 bis 6,50 Euro lag. Die Muttergesellschaft, die weiterhin 76,8 Prozent an Telefonica Deutschland halten wird, benötigt die Erlöse zum Abbau ihrer drückenden Schuldenlast von 58 Milliarden Euro. Der Streubesitz liegt bei 23,17 Prozent, damit vermeidet Telefonica S.A., dass die anderen Anleger gemeinsam eine Sperrminderheit bekommen können. Analysten schätzen die hohe Rendite Analysten hatten besonders die hohe Dividende gelobt, die Telefonica Deutschland verspricht. Mit dem nun gefundenen Ausgabekurs liegt die Dividendenrendite klar über acht Prozent. Mit Wachstum ist aber erst in zwei bis drei Jahren zu rechnen, vor allem vom stark wachsenden Datenverkehr der Smartphones erhofft sich der Telekom-Anbieter in Zukunft gute Geschäfte. Die Aktie war nach Angaben von Telefonica Deutschland mehrfach überzeichnet. Die ausgegebenen Anteile landeten zu 99 Prozent in den Händen institutioneller Investoren, 1 Prozent ging an Privatanleger. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)

Studie: Deutsches Schulsystem vor allem nach unten durchlässig

Studie: Deutsches Schulsystem vor allem nach unten durchlässig Berlin (dapd). Das deutsche Schulsystem ist einer Studie zufolge vor allem nach unten durchlässig. Im Schuljahr 2010/11 wurden in den Klassen fünf bis zehn doppelt so viele Schüler in eine niedrigere Schulart heruntergestuft (rund 50.000) als den Sprung in eine höhere Schulgattung schafften (rund 23.000). Das geht aus einer am Dienstag veröffentlichten Studie der Bertelsmann Stiftung hervor. Starke Unterschiede sind dabei der Erhebung zufolge zwischen den einzelnen Bundesländern festzustellen: Während in Berlin auf einen „Schulaufsteiger“ sieben herabgestufte Schüler kommen, schaffen in Bayern als einzigem Bundesland sogar mehr Schüler den Sprung auf eine höhere Schulgattung als herabgestuft werden. Dies führen die Studienautoren allerdings auf den in Bayern sehr restriktiv gehandhabten Übergang von der Grundschule auf das Gymnasium zurück. dapd (Politik/Politik)

Mehrheit der Deutschen erhält Weihnachtsgeld

Mehrheit der Deutschen erhält Weihnachtsgeld Düsseldorf (dapd). Die Mehrheit der deutschen Arbeitnehmer kann sich in diesem Jahr über eine Sonderzahlung zu Weihnachten freuen. Rund 55 Prozent der Beschäftigen erhalten eine Jahressonderzahlung in Form eines Weihnachtsgeldes, wie eine am Dienstag veröffentlichte Umfrage der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung ergab. 17 Prozent bekommen demnach eine Gewinnbeteiligung, 21 Prozent sonstige Sonderzahlungen. Besonders hohe Weihnachtsgelder zahlen die Arbeitgeber im Bankgewerbe, in der Süßwarenindustrie, in der westdeutschen Chemieindustrie und in der Druckindustrie. Hier werden den Angaben zufolge 90 bis 100 Prozent eines Monatseinkommens ausgezahlt. Unterschiede gebe es jedoch immer noch zwischen Ost- und Westdeutschland. Während im Westen 59 Prozent der Beschäftigten Weihnachtsgeld bekommen, sind es im Osten lediglich 39 Prozent. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)