Berlin/Nürnberg (dapd-bay). Deutschland ist reich an Erfindungen. Neuester Schrei ist ein Grill mit Schwadenabsaugung und Aktivkohlefilter, der unauffällig und ohne Qualmbelästigung der Nachbarn auch auf dem Balkon angezündet werden kann. Auf der bevorstehenden Fachmesse Ideen-Erfindungen-Neuheiten (IENA) vom 1. bis 4. November in Nürnberg wird er als eines von vielen Beispielen für die Ideen kreativer Tüftler vorgeführt. Doch Nachwuchserfinder haben es immer schwerer, wie das Vorstandsmitglied im Deutschen Erfinderverband, Eberhard Kübel, in einem Interview der Nachrichtenagentur dapd bedauert. Das Beratungsangebot für noch unerfahrene Erfinder wird nach den Worten Kübels ausgedünnt. Bislang habe es Beratung an bundesweit 35 Standorten gegeben. Künftig sei dies nur noch an 20 Stellen möglich, weil die Fördergelder des Bundes gestrichen worden seien. Die Folge sei, dass neue Erfinder weniger vom Erfahrungsschatz aktiver Kollegen profitieren könnten. Bis Ende 2011 noch habe es für die bundesweit 130 Erfinderclubs jährliche Zuschüsse des Bundeswirtschaftsministeriums gegeben. Diese Förderung sei aber ersatzlos ausgelaufen. Daher bestehe die Gefahr, dass „innovative Köpfe in die Hände unseriöser Berater kommen“, warnte Kübel. Geld und bessere Kooperation gefragt „Es gibt bei uns nicht zu wenig Ideen, sondern zu wenige Ideen werden praktisch umgesetzt“, sagte Kübel. Grund sei neben fehlenden Finanzierungsmöglichkeiten auch eine teils mangelnde Kooperationsbereitschaft in der Wirtschaft. Bei den Gesamtkosten für die Realisierung einer Erfindung machten die amtlichen Gebühren für das Patent im Durchschnitt ein Prozent und für den Anwalt drei bis fünf Prozent aus. Mit dem Rest von etwa 94 Prozent werde das Produkt marktreif gemacht. Im Bestand des Deutschen Patent- und Markenamts in München waren Ende vergangenen Jahres knapp 130.000 Patente registriert. Jährlich werden nach Angaben der Behörde knapp 60.000 Patente neu angemeldet. Ebenso wie der Erfinderverband ist auch das Patentamt auf der Nürnberger Messe vertreten. „Wir hoffen natürlich, dass uns die Ausstellung zugleich einen Impuls für neue Mitglieder geben wird“, wünscht sich Vorstand Kübel für seinen Verband. „Wir Erfinder sind eine große Gemeinschaft und freuen uns jederzeit über Nachwuchs.“ Ideen ohne Grenzen Dass der Ideenreichtum kaum Grenzen kennt, zeigen neben dem von zwei Existenzgründern erfundenen Balkongrill auch zahlreiche andere Ausstellungsstücke. Dazu zählt ein „System, um Hunde vom Jagen abzuhalten“ ebenso wie eine elektromechanische Tastengitarre, und neben „innovativen Walking-Sticks“ gibt es auch ein „leicht zu transportierendes Schwimmgerät“ zu sehen, mit dem ein Gewässer überquert werden kann. „Die Kraftübertragung erfolgt ähnlich wie bei einem Stepper mit nur wenigen mechanischen Teilen“, teilen die Messeveranstalter mit. „Nur der Einsatz der Beine ist für die Fortbewegung notwendig, so dass die Arme und Hände frei bleiben.“ Insgesamt stellen auf der IENA Erfinder aus 34 Ländern rund 750 Einzelerfindungen und neue Produktideen vor. Dazu gehören praktische Dinge für den Alltag ebenso wie Hightech-Neuerungen. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
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Homburger für neue Steuersubvention
Stuttgart (dapd). Die stellvertretende FDP-Bundesvorsitzende Birgit Homburger spricht sich für eine steuerliche Forschungsförderung aus. Nach dem von ihr vorgeschlagenen Modell sollen zehn Prozent der betrieblichen Personalkosten für Forschung steuerfrei gestellt werden. „Eine steuerliche Forschungsförderung um die 1,5 Milliarden Euro pro Jahr wäre ein guter Anfang“, sagte Homburger den „Stuttgarter Nachrichten“. Denkbar seien in dem Modell auch Staffelungen. Homburger begründete ihren Vorschlag damit, dass in anderen Staaten mehr Instrumente der Forschungsförderung vorhanden seien. In Deutschland gebe es im Bundeshaushalt mit 14 Milliarden Euro zwar so viel Mittel für Forschung wie noch nie. „Aber wir müssen die Palette der Instrumente der Forschungsförderung erweitern“, forderte Homburger. Vor allem die Möglichkeit der steuerlichen Forschungsförderung fehle hierzulande. dapd (Politik/Politik)
Solarmanager sieht fehlende Strategie als Grund für die Krise
Berlin (dapd). Die deutsche Solarindustrie hat ihre tiefe Krise aus Sicht des Europachefs der Canadian Solar, Gregory Spanoudakis, überwiegend selbst verschuldet. Während ausländische Solarfirmen auf dem europäischen Markt jede sich bietende Chance nutzten, hätten sich die deutschen Firmen auf den Erfolgen der Vergangenheit und üppigen staatlichen Subventionen ausgeruht, sagte Spanoudakis der Nachrichtenagentur dapd. Zu Beginn habe die Strategie der deutschen Firmen funktioniert und sie zur Industrieführerschaft gebracht. „Aber sie entwickelten keine neue Strategie in einer sich schnell entwickelnden, wachsenden Branche“, erklärte der Manager des kanadisch-chinesischen Solarmodulherstellers. So hätten die deutschen Solarfirmen nicht in neue Anlagen investiert und ihre Kapazitäten nicht erhöht, als der Preis für Silizium zum Bau von Solarprodukten fiel. „Sie waren nicht hungrig genug“, sagte Spanoudakis. Als die deutschen Unternehmen dann zur Aufholjagd ansetzten, „konnten sie die dafür benötigten Investitionen nicht stemmen“. Die deutsche Solarwirtschaft macht dagegen vor allem Billigkonkurrenz aus China für die Vielzahl von Firmenpleiten verantwortlich und geht wegen angeblich unfairer Subventionen und Preisdumpings bei der EU-Kommission gegen China vor. Die Initiative EU Prosun, ein Bündnis mehrerer Dutzend europäischen Firmen, verlangt dabei Strafzölle auf chinesische Solarimporte. Als Mitbegründer der Allianz für bezahlbare Solarenergie („Alliance for Affordable Solar Energy“), einer Interessenvertretung von gut 150 europäischen Solarfirmen, plädiert Spanoudakis dagegen für freien Wettbewerb. „Die Auswirkungen von Strafzöllen werden sehr negativ sein“, sagte er. Zehntausende Arbeitsplätze stünden letztlich auf dem Spiel. Der Konflikt zwischen der europäischen und der chinesischen Branche könnte in Verhandlungen gelöst werden. Als Beispiel für eine deutsche Solarfirma mit falscher Strategie nannte Spanoudakis die insolvente Q-Cells, die kürzlich an die südkoreanische Hanwha-Gruppe gegangen ist. „Q-Cells hat mit revolutionären Ideen und Technologien viel Gutes für die Branche getan“, sagte er. Doch dann habe der Konzern sich auf zu vielen Geschäftsfeldern verzettelt. „Q-Cells hat versucht, für alle etwas zu bieten, anstatt der Beste auf einem Gebiet zu sein“, erklärte Spanoudakis. Verständnis hatte der Manager für den angekündigten Ausstieg von Siemens aus dem Solargeschäft. Siemens habe die Solarbranche vorangebracht, sagte er. Doch letztlich sei das Geschäftsfeld nur eines von vielen in dem großen Konzern gewesen. „Wenn man in der Solarsparte tätig sein will, muss man das zu seiner Kernkompetenz machen“, sagte Spanoudakis. Zudem verlange das Solargeschäft langfristige Investitionen mit einem hohen Anteil von Forschung und Entwicklung. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
Roth: ZDF-Affäre mit Rücktritt des CSU-Sprechers nicht erledigt
München/Berlin (dapd). Für die Grünen ist nach den Worten ihrer Vorsitzenden Claudia Roth die ZDF-Affäre mit dem Rücktritt von CSU-Sprecher Hans Michael Strepp nicht erledigt. „Die Frage nach der politischen Verantwortung ist mit dem Rücktritt für mich nicht beantwortet. Und diese politische Verantwortung haben Herr Dobrindt und Herr Seehofer“, sagte Roth der Zeitung „Bild am Sonntag“ laut einem Vorabbericht. „Im Schwäbischen sagt man: Wie der Herr, so das Gscherr.“ Es handele sich um einen sehr gravierenden Vorgang. Roth sprach der CSU nicht nur wegen der ZDF-Affäre Bürgerlichkeit und Anstand ab: „Wenn die CSU für sich die Bezeichnung bürgerlich, christlich und sozial in Anspruch nimmt, dann kommt das doch einem Etikettenschwindel gleich. Zur Union fällt mir Mappus ein, fallen mir Plagiate ein, fällt mir die Art und Weise ein, wie Sie mit Griechenland in der Eurokrise umgehen. Das ist alles andere als bürgerlich und anständig.“ CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt lehnte jede Verantwortung für den umstrittenen Anruf von Parteisprecher Strepp beim ZDF ab. Dobrindt sagte der Zeitung: „Ich habe von dem Anruf erst am Dienstag durch Herrn Strepp erfahren. Ich hätte diesen Anruf nicht geduldet und hätte ihn untersagt, hätte ich die Gelegenheit dazu gehabt. Wir halten die Pressefreiheit für ein ganz hohes Gut.“ Die Unabhängigkeit der Berichterstattung stelle einen sehr großen Wert dar, sagte Dobrindt. Daran lasse er „auch nicht den geringsten Zweifel“. dapd (Politik/Politik)
Union klagt über Misstrauen gegen Politiker
Berlin (dapd). Im Streit über die Veröffentlichung von Nebeneinkünften der Bundestagsabgeordneten kommen aus der Union Klagen über das Misstrauen vieler Bürger gegen Politiker. Der Geschäftsführer der Unionsfraktion, Michael Grosse-Brömer (CDU), sagte der „Frankfurter Rundschau“ (Samstagausgabe): „Die meisten sind doch Politiker aus Leidenschaft – weil sie etwas bewegen wollen und nicht, weil sie darauf hoffen, für einen Vortrag auch mal ein paar Euro zu bekommen.“ Wenn Abgeordnete neben ihrem politischen Mandat noch beruflich tätig seien, sei das sehr sinnvoll, sagte Grosse-Brömer. „Es hilft, den Bezug zum Alltag und zum Beruf zu halten.“ Allerdings müsse für jeden Abgeordneten der Bundestag im Mittelpunkt seiner Arbeit stehen. Außerdem müsse klar sein, welche Abhängigkeiten bestehen. Die Neuregelung der Nebeneinkünfte von Abgeordneten in einem Zehn-Stufen-Modell sorge auch hier für Transparenz. Die Forderung der Opposition, statt einem Zehn-Stufen-Modell die konkrete Höhe der jeweiligen Nebeneinkünfte zu veröffentlichen, lehnte Grosse-Brömer ab. „Ob man in einem Bereich Geld bekommen hat, wird doch offengelegt“, sagte er. „Es ist doch nicht entscheidend, ob es zum Beispiel 15.000 Euro verdient wurden oder 17.523,90 Euro.“ dapd (Politik/Politik)
Einzelhandel macht gegen Ökostrom-Umlage mobil
Düsseldorf (dapd). Der deutsche Einzelhandel wehrt sich gegen die Milliardenbelastung durch die Ökostrom-Umlage. Deutschlands größer Lebensmittelhändler Edeka warnte am Freitag bei einer Branchenumfrage von dapd: „Die unverhältnismäßige Belastung des Handels gefährdet die Existenzgrundlage vieler mittelständischer Kaufleute und damit die flächendeckende Nahversorgung mit Lebensmitteln in Deutschland.“ Nach Berechnungen des Handelsverbandes Deutschland (HDE) wird die EEG-Umlage den Einzelhandel im nächsten Jahr mehr als 2,5 Milliarden kosten. Edeka steht nicht allein. Rewe-Chef Alain Caparros will ein „Bündnis des Handels“ gegen die Umlage schmieden, die gemäß dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) erhoben wird. Der Manager kündigte an, er werde bereits in der kommenden Woche das Gespräch mit anderen Unternehmen suchen. Die Belastungen für den Handel seien unerträglich, für manche Einzelhändler sogar existenzgefährdend, warnte Caparros. Auch Deutschlands größter Handelskonzern Metro zeigte sich am Freitag „grundsätzlich offen“ für ein gemeinsames Vorgehen. Der Einzelhandel mit seinen Kühltheken, Klimaanlagen und der umfangreichen Beleuchtung ist laut HDE die Branche in Deutschland, die den dritthöchsten Stromverbrauch hat. Im Gegensatz zur Aluminium- oder Chemieindustrie könne die Branche aber wegen der vielen kleinen und mittleren Firmen kaum von der im EEG vorgesehenen Befreiung von der Umlage für große Stromverbraucher profitieren. Edeka will die Lasten gerechter verteilt sehen Diese Ungleichbehandlung will die Branche offenbar nicht länger hinnehmen. Die Energiepolitik müsse Chancengleichheit ermöglichen, verlangte Edeka: „Deshalb sollten Ausnahmeregelungen abgeschafft und die Lasten gerechter auf alle Schultern verteilt werden.“ Auch Metro plädierte für eine „deutliche Verringerung der Privilegien für energieintensive Branchen sowie eine reduzierte Einspeisevergütung“. Rewe-Chef Caparros hatte zuvor beklagt, der Handel werde durch die Energiepreiserhöhung doppelt getroffen: durch die höhere eigene Stromrechnung und dadurch, das die Kunden weniger Geld in den Taschen hätten. „Wir als Händler müssen unverzüglich direkt mit der Bundesregierung sprechen, um die bedrohliche Entwicklung zu erklären und für eine Änderung der EEG-Umlagenerhöhung zu sorgen“, sagte er. Die mit der Stromrechnung zu zahlende EEG-Umlage soll zum Jahreswechsel von 3,6 auf 5,3 Cent je Kilowattstunde steigen, ein Plus von fast 50 Prozent. Verantwortlich für den drastischen Anstieg sind sowohl der rasante Ausbau der erneuerbaren Energien als auch die Befreiung zahlreicher großer Stromverbraucher von der Umlage. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
Große Skepsis gegen neue Hilfen für Griechenland
Berlin (dapd). Immer mehr Koalitionspolitiker sehen neue Hilfen für Griechenland skeptisch. FDP-Chef Philipp Rösler sagte: „Für ein drittes Paket sehe ich derzeit keine politische Mehrheit.“ Grünen-Fraktionschef Jürgen Trittin betonte am Freitag, Kanzlerin Angela Merkel (CDU) brauche bei so zentralen Entscheidungen wie einer Verlängerung der Fristen für Griechenland eine eigene Mehrheit. Das Düsseldorfer „Handelsblatt“ hatte berichtet, Griechenland benötige zusätzliche Kredite in Höhe von 16 bis 20 Milliarden Euro. Dem müsste der Bundestag zustimmen. Doch wahrscheinlich wäre die schwarz-gelbe Koalition wieder auf Stimmen aus dem Lager der Opposition angewiesen. Doch Rösler erteilte erst einmal Spekulationen eine Absage, dass es ein drittes Hilfspaket geben wird. Der Vizekanzler sagte der „Saarbrücker Zeitung“ (Samstagausgabe): „Bei der jetzigen Diskussion geht es um Hilfen für Griechenland aus dem laufenden Programm.“ Eine Fristverlängerung für das krisengeschüttelte Land schloss Rösler nicht aus, stellte aber Bedingungen: „Weitere Hilfen oder einen zeitlich begrenzten Aufschub wird es nur dann geben, wenn Griechenland erkennbare Reformanstrengungen auf den Weg gebracht hat. Die „Bild“-Zeitung berichtete, etwa 25 Abgeordnete von Union und FDP hätten erhebliche Vorbehalte, mindestens zehn von ihnen wollten mit Nein votieren, falls der Bundestag über einen zusätzlichen Milliardenkredit abstimmt. Der FDP-Haushaltsexperte Otto Fricke sagte: „Ich sehe mit der gegenwärtigen Koalition für so eine Sache im Moment keine Mehrheit.“ Abgeordneter vermisst substanzielle Fortschritte Der FDP-Abgeordnete Lars Lindemann, der mit Nein stimmen würde, sagte der Nachrichtenagentur dapd: „Ich kann den substanziellen Fortschritt Griechenlands bei der Lösung der Probleme nicht sehen.“ Im Mai 2010 habe die Bundesregierung noch von einer einmaligen Hilfe für das krisengeschüttelte Land gesprochen. Mittlerweile werde Griechenland jedoch zu einem „Dauersubventionsfall“. Unionsfraktionsvize Michael Fuchs (CDU) sagte den „Ruhr Nachrichten“: „Es wird nicht einfach, ein drittes Griechenland-Paket in der Fraktion umzusetzen.“ Zunächst müsse der Bericht der Troika aus Europäischer Zentralbank, EU-Kommission und Internationalem Währungsfonds abgewartet werden. „Es gibt in der Fraktion eine Reihe von Kollegen, die der Meinung sind, dass wir keine neuen Hilfen geben sollten“, sagte Fuchs. Es müsse geklärt werden, „wie groß der Schrecken bei einem Staatsbankrott Griechenlands wäre“. Griechenland könnte für die europäischen Partnerländer zum „Fass ohne Boden“ werden, warnte der frühere EZB-Chefvolkswirt Jürgen Stark im Bayerischen Rundfunk. Das Land solle in der Eurozone gehalten werden – „koste es, was es wolle“, sagte Stark. Athen stehe aber vor einer „gewaltigen Finanzierungslücke“. Erst Sparziele einhalten – dann Geld Lange Zeit hatten die Deutschen in Umfragen zum Teil deutlich den Verbleib Griechenlands in der Eurozone abgelehnt, nun spricht sich eine Mehrheit dafür aus. Dem neuen „Politbarometer“ zufolge meinen 48 Prozent der Befragten, dass Griechenland den Euro behalten soll. Allerdings will weiterhin eine deutliche Mehrheit von 54 Prozent Griechenland nur dann weitere Kredite gewähren, wenn es die vereinbarten Sparziele auch einhält. dapd (Politik/Politik)
Drei Viertel der Deutschen gegen Strompreiserhöhung durch Öko-Umlage
Mainz (dapd). Die Mehrheit der Deutschen lehnt eine Erhöhung der Strompreise als Konsequenz aus der Förderung der erneuerbaren Energien ab. Dass die Preise wegen der Erhöhung der EEG-Umlage deutlich steigen, finden laut ZDF-Politbarometer 77 Prozent nicht richtig. Auf Zustimmung stoße es bei 21 Prozent, wie das ZDF am Freitag mitteilte. Deutlich abgelehnt worden seien vor allem die Ausnahmen für die Industrie: Lediglich 15 Prozent hielten die Befreiung energieintensiver Industriebetriebe von der Umlage gemäß Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) für richtig und 81 Prozent lehnten sie ab. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
BGH-Urteil zur Werbung für Diabetesmedikament erst im Januar
Karlsruhe (dapd). Der Bundesgerichtshof (BGH) entscheidet erst am 24. Januar 2013 den Rechtsstreit zwischen zwei Pharmafirmen um die angeblich irreführende Werbung für ein Diabetesmedikament. Das teilte der BGH am Freitag in Karlsruhe mit. Der Streitwert liege bei 500.000 Euro. Für die Pharmabranche hat die Sache eine grundsätzliche Bedeutung. Der 1. Zivilsenat des BGH verhandelte am Donnerstag darüber, inwieweit Pharmafirmen mit angeblichen positiven Nebenwirkungen eines Medikaments gegenüber Ärzten werben dürfen. Im vorliegenden Fall klagt das Pharmaunternehmen Sanofi-Aventis gegen die konkurrierende Pharmafirma Novo Nordisk wegen angeblich irreführender Werbung für ein Arzneimittel zur Behandlung der Zuckerkrankheit Diabetes mellitus. Sanofi-Aventis wendet sich gegen eine Werbeaussage in einem Faltblatt, wonach das von Novo Nordisk vertriebene Mittel Levemir gegenüber dem Sanofi-Medikament Lantus zu einer geringeren Gewichtszunahme und damit zu einem „Gewichtsvorteil“ führe. Gewichtsvorteil für Patienten von großer Bedeutung Für Patienten und die verschreibenden Ärzte sei dies „von sehr großer Bedeutung“, sagte der Vorsitzende Richter Joachim Bornkamm. Denn Diabetes-Patienten litten darunter, dass Insulinpräparate notgedrungen zu einem Gewichtsanstieg führten. Bei einer Einnahme von Levemir über 52 Wochen sollen Patienten laut einer Studie lediglich 2,25 Kilo zugenommen haben und damit 1,65 Kilo weniger als bei Lantus mit 3,9 Kilo. Sanofi-Aventis meint jedoch, die Ergebnisse der Studie, auf die sich Novo Nordisk stützt, seien wissenschaftlich nicht genug abgesichert. Die Werbung sei daher irreführend. Die Klage blieb in den Vorinstanzen ohne Erfolg. Das Berliner Kammergericht sah keinen wettbewerbsrechtlichen Verstoß. Denn die Ergebnisse der Studie, auf die sich die Werbeaussagen stützten, seien in der „Fachinformation“ enthalten, die beim Zulassungsverfahren für das Medikament geprüft worden sei. Deshalb sei zu „vermuten“, dass der beworbene Gewichtsvorteil dem wissenschaftlich gesicherten Stand entspreche. Diese Vermutung habe Sanofis-Aventis nicht widerlegt, befand das Kammergericht. Mit ihrer Revision will die Sanofi-Aventis Deutschland GmbH eine wettbewerbsrechtliche Verurteilung des Konkurrenten erreichen. BGH-Richter Bornkamm betonte in der Verhandlung, dass juristisch bei einer Werbung mit Aussagen zur Wirkung eines Medikaments ein „strenges Prinzip“ gelte: Was in der Werbung behauptet werde, müsse „nicht nur stimmen, sondern auch nachweisbar sein“. (AZ: BGH I ZR 62/11) dapd (Politik/Politik)
Telefonica Deutschland lockt mit hoher Dividende
Frankfurt/Main (dapd). Telefonica Deutschland geht am Dienstag (30. Oktober) an die Börse. Vielen Bundesbürgern wird der Name nichts sagen, aber die Mobilfunkmarke O2, mit dem das Unternehmen einen Großteil seines Gewinns macht, dürfte fast jedem bekannt sein. Es wird der größte Börsengang in Deutschland seit fünf Jahren sein. Die Preisspanne für die Aktie liegt zwischen 5,25 und 6,50 Euro. Der genaue Preis hängt vom Interesse der Investoren ab, die derzeit die Aktie zeichnen können. Während Telefonica-Deutschland-Chef René Schuster die Zukunft seines Unternehmens in schillernden Farben malt, erinnern sich viele deutsche Anleger noch an die Enttäuschung mit der Aktie der Deutschen Telekom. Was von der Telefonica-Aktie zu halten ist, erläutern Analysten: PRO – hohe Dividende Experten sehen in der hohen Dividende, die Telefonica den Anlegern verspricht, das Hauptargument für einen Einstieg in die Aktie. Rund 500 Millionen Euro sollen noch für das Jahr 2012 an die Investoren ausgeschüttet werden. Je nach Ausgabekurs lockt eine Dividendenrendite von mehr als acht Prozent. Das Unternehmen sei deshalb „besonders im Vergleich zu Bundesanleihen attraktiv“, sagt Heinrich Ey, Chefanalyst für Telekommunikation bei Allianz Global Investors. Andreas Mark, Analyst bei Union Investment, stellt heraus, dass Telefonica Deutschland versprochen habe, auch die Dividende für 2013 stabil zu halten. „Ich halte die Aktie für attraktiv im Vergleich zur Deutschen Telekom.“ Allerdings hänge die Attraktivität vom Ausgabepreis ab. Wenn die Aktie am oberen Ende der Preisspanne lande, dann sinke automatisch die Dividendenrendite unter den Wert, den die Telekom bietet. – mittelfristig Wachstum mit Daten im Mobilfunk An sich ist der deutsche Mobilfunkmarkt gesättigt, es gibt weit mehr Handys als Einwohner. Große Sprünge sind da nicht drin, außer bei den Datenverbindungen. Mit der starken Verbreitung von Smartphones gehen immer mehr Kunden über das Handynetz ins Internet – und genau an dieser Stelle will O2 künftig Geld verdienen. „O2 kann als Herausforderer besser abschneiden als die Industrie“, sagt Analyst Mark mit Blick auf die drei Wettbewerber. Allerdings werde das Wachstum erst in etwa zwei Jahren beginnen, wenn der superschnelle Mobilfunkstandard LTE flächendeckend zum Einsatz kommt. „In der Zwischenzeit kriegt man das Investment mit einer attraktiven Dividende versüßt“, erklärt Mark – Steuervorteile Telefonica kann noch jahrelang die Kosten für Lizenzgebühren abschreiben. Das führt dazu, dass bis 2015 keine Steuern anfallen, danach nur 40 Prozent der gewöhnlichen Summe, wie Ey erklärt. Unter dem Strich bleibt also mehr Geld, das wiederum an die Anleger ausgeschüttet werden kann. CONTRA – Festnetz Als Schwachpunkt sehen beide Analysten die Telefonica-Festnetzsparte, die aus den Vorläufern Hansenet und Alice hervorgegangen ist. Ey schätzt die Marge im Festnetz auf etwa 15 Prozent, während sie im Mobilfunk bei 30 Prozent liege. Außerdem verliert Telefonica Deutschland Festnetzkunden. Starke Konkurrenz erschwert das Geschäft. „Gegen die Kabelanbieter sind die Telefongesellschaften preislich und qualitativ im Nachteil“, sagt Mark. – Preiskampf könnte Pläne über den Haufen werfen „Ein größeres Risiko wäre ein Preiskrieg auf dem Mobilfunkmarkt“, sagt Analyst Ey. Bisher machen sich die vier Mobilfunkanbieter in Deutschland zwar Konkurrenz mit verschiedenen Angeboten, Marken und Strategien. Für die Anbieter bleibt aber ein einträgliches Geschäft, trotz der sinkenden Preise für Telefongespräche und Datendienste. Wenn nun aber ein Anbieter, etwa E-Plus, versuchen würde, den Konkurrenten mit Kampfpreisen massiv Kunden abzuwerben, dann wären alle Gewinnkalkulationen Makulatur. Die Wettbewerber würden sich gegenseitig unterbieten und ihre Margen verkleinern. Die Folge: Es wäre kein Geld mehr da für hohe Dividenden. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
