Ditzingen (dapd). Für den Lasertechnikspezialisten und Werkzeugmaschinenhersteller Trumpf geht es nach einem Rekordjahr zunächst verhalten weiter. „Fest steht, dass wir wieder stärkere Schwankungen beobachten müssen“, sagte die Vorsitzende der Geschäftsleitung, Nicola Leibinger-Kammüller, am Donnerstag in Ditzingen. Es gebe Wochen, in denen das Geschäft verhalten laufe, und Wochen, in denen das Unternehmen gute Auftragseingänge verzeichne. „Unter dem Strich führt all dies im Moment zu einer Seitwärtsbewegung auf hohem Niveau“, sagte die Managerin. Im abgelaufenen Geschäftsjahr legte Trumpf ein Rekordjahr hin. Das Ergebnis vor Steuern betrug im Zeitraum von Juli 2011 bis Juni 2012 211 Millionen Euro, nach 185 Millionen Euro im vorangegangenen Geschäftsjahr. Der Umsatz legte, wie schon im Juli auf Basis vorläufiger Zahlen mitgeteilt, um 15 Prozent auf 2,33 Milliarden Euro zu. „Das ist der höchste Wert in unserer Unternehmensgeschichte“, sagte Leibinger-Kammüller. Das Geschäftsjahr sei zweigeteilt gewesen. Die Monate Juli bis Dezember 2011 hätten noch im Zeichen des Aufholens nach der Krise gestanden. „Ungefähr ab der Jahreswende haben wir bei unseren Kunden jedoch Unsicherheiten registriert“, sagte Leibinger-Kammüller. Über das Jahr hinweg stieg der Auftragseingang dennoch um knapp sechs Prozent auf 2,35 Milliarden Euro. Laut dem für Finanzen zuständigen Geschäftsführer Harald Völker habe das aber vor allem auch an einem Großauftrag gelegen. Stellen werden restriktiver besetzt Beim Personal zieht das Unternehmen angesichts der Kundenzurückhaltung bereits Konsequenzen. „Wir haben 800 offene Stellen, die besetzen wir im Moment aber sehr restriktiv“, sagte die Unternehmenschefin. Im abgelaufenen Geschäftsjahr wuchs die Zahl der Mitarbeiter um mehr als 1.000 auf 9.555. Dennoch strebt das Unternehmen auch im laufenden Geschäftsjahr weiteres Wachstum an. „Wir vertrauen darauf, dass einige für uns wichtige Märkte weltweit im Lauf der kommenden Monate wieder anziehen werden – wenn es nicht zu neuen Schocks kommt“, sagte Leibinger-Kammüller. Hoffnung schöpft Trumpf aus der Entscheidung der Europäischen Zentralbank, Staatsanleihen südeuropäischer Staaten notfalls unbegrenzt aufzukaufen. Dies habe „Druck aus dem Kessel“ der Finanzmärkte genommen. Auch nach der Präsidentschaftswahl in den USA sei dort wieder mit mehr Wachstum zu rechnen. Schließlich werde China über Jahre hinweg der größte Wachstumsmarkt bleiben. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
die
Air Berlin legt zusätzliches Sparprogramm auf
Berlin (dapd). Air Berlin muss noch mehr sparen, um im kommenden Jahr aus den roten Zahlen zu kommen. Die finanziell angeschlagene Fluggesellschaft hat ein weiteres Sparprogramm namens „Turbine 2013“ aufgelegt, meldete das Unternehmen am Donnerstag. Es soll das bereits laufende Programm „Shape & Size“ ergänzen. Wieder sollen „Strukturen und Prozesse auf den Prüfstand“ gestellt werden mit dem Ziel, sie zu optimieren und signifikant Kosten zu reduzieren. Vorstandschef Hartmut Mehdorn hatte vor Monaten das Ziel eines ausgeglichenen Ergebnisses für 2013 ausgegeben. Dazu sollte unter anderem „Shape & Size“ dienen. Es laufe „besser als erwartet“ und werde fortgeführt. Mit dem zusätzlichen, zeitlich befristeten Programm „Turbine 2013“ reagiere das Unternehmen auf ein sich weiter eintrübendes wirtschaftliches Umfeld, auf den schwächelnden Euro sowie auf das durch wachsende Unsicherheit geprägte Konsumverhalten. „Hohe Belastungen aus der widersinnigen Luftverkehrssteuer sowie anhaltend hohe Kerosinpreise erzeugen zusätzlichen Gegenwind“, schrieb Air Berlin. Im zweiten Quartal hatte Air Berlin im laufenden Geschäft den Verlust nur leicht auf 29,4 Millionen Euro verringern können. Zugleich war aber der Umsatz trotz zurückgegangener Kapazität gestiegen. Finanzchef Ulf Hüttmeyer hatte verkündet, dass statt der geplanten 45 Millionen 50 Millionen Euro eingespart worden seien. 2012 sollen insgesamt 230 Millionen Euro erreicht werden. Mitte August hatte Hüttmeyer auch erklärt, die Belastungen durch den höheren Kerosinpreis, den Dollarkurs und die Luftverkehrssteuer hätten aufgefangen werden können. Tatsächlich hat der Kerosinpreis zur Jahresmitte nachgegeben, aber inzwischen wieder seinen hohen Stand vom Frühjahr erreicht. Anfang Oktober lag er bei gut 134 Dollar pro Barrel. Das Unternehmen erinnerte am Donnerstag daran, dass es mit seinem größten Gesellschafter Etihad Airways ein Synergieprogramm auf den Weg gebracht habe. Auch der Beitritt zur Allianz Oneworld und die gerade besiegelte Partnerschaft mit Air France-KLM seien „tragfähige Säulen, die Air Berlin helfen, im internationalen Wettbewerb auch künftig zu bestehen“. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
Meyer Werft erhält Auftrag für ein weiteres Kreuzfahrtschiff
Papenburg (dapd-nrd). Die Meyer Werft im Emsland soll ein weiteres Kreuzfahrtschiff für die US-amerikanische Reederei Norwegian Cruise Line (NCL) bauen. Auslieferungstermin ist im Oktober 2015, wie die Werft am Donnerstag in Papenburg mitteilte. Die Vereinbarung enthalte die Option für einen weiteren Neubau mit Fertigstellungstermin im Frühjahr 2017. Der Auftragswert liegt den Angaben zufolge bei 700 Millionen Euro. Der Neubau mit dem Projektnamen „Breakaway Plus“ soll 163.000 BRZ (Bruttoraumzahl) groß werden und Platz für 4.200 Passagiere bieten. Die Werft arbeitet aktuell bereits an zwei Neubauten für NCL. Die „Norwegian Breakaway“ soll im April 2013 und die „Norwegian Getaway“ im Januar 2014 abgeliefert werden. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
Daimler will offenbar Milliarden einsparen
Hamburg (dapd). Der Autokonzern Daimler will seinen Gewinn mit einem neuen Sparprogramm voraussichtlich um mindestens drei Milliarden Euro pro Jahr steigern. Damit wolle Konzernchef Dieter Zetsche sicherstellen, dass die Pkw-Sparte ab 2013 die angepeilte Umsatzrendite von zehn Prozent vor Zinsen und Steuern erreiche, berichtete das „Manager Magazin“. Die genaue Summe werde derzeit noch errechnet, heißt es demnach in Konzernkreisen. Angesichts der aktuellen Probleme und geringerer Einnahmen seien aber wohl mindestens drei Milliarden Euro nötig, um das Zehn-Prozent-Ziel zu erreichen. Zetsche betont dem Bericht zufolge aber, dass die Ziele ohne Stellenabbau erreicht werden sollen. Bei Bedarf solle allenfalls die Zahl der aktuell 4.400 Leiharbeiter bei Mercedes reduziert werden. Intern sei aber errechnet worden, dass Mercedes im Vergleich zu Audi und BMW 8.000 bis 10.000 Mitarbeiter zu viel beschäftigt. Der Autohersteller kämpft vor allem in Europa und China mit Absatzproblemen und verdient wegen hoher Rabatte weniger als erwartet. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
Deutsches Gastgewerbe macht im August mehr Umsatz
Wiesbaden (dapd). Deutschlands Hoteliers und Gastronomen haben im August mehr erwirtschaftet als ein Jahr zuvor. Die Umsätze des Gastgewerbes stiegen im Vergleich zum August 2011 um nominal 3,3 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag in Wiesbaden mitteilte. Real, also bereinigt um die Inflation, ergab sich demnach noch ein Plus von 1,5 Prozent. Im Vergleich zum Vormonat stiegen die Umsätze kalender- und saisonbereinigt nominal um 1,0 und real um 0,8 Prozent. Der Umsatz im Beherbergungsgewerbe stieg dabei im August im Jahresvergleich real um 3,1 Prozent, während die Statistiker in der Gastronomie einen Umsatzzuwachs von real 0,5 Prozent verzeichneten. In den ersten acht Monaten des Jahres setzte das deutsche Gastgewerbe nominal 2,2 Prozent mehr und real 0,2 Prozent mehr um als im Vorjahreszeitraum, wie die Statistiker erklärten. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
Hygienemängel bei Vinzenzmurr veröffentlicht
München (dapd). Monate nach der Razzia von Lebensmittelprüfern bei der Münchner Großmetzgerei Vinzenzmurr kommt das Ausmaß der Hygieneprobleme ans Licht. Unter anderem wurde in einer Filiale Rattenkot auf dem Fußboden gefunden. Die Kontrolleure entdeckten ferner Leber, „die stellenweise deutlich grünlich verfärbt war, alt, faulig und deutlich ranzig roch sowie faulig schmeckte“. Die Funde sind in einem Beschluss des Verwaltungsgerichts München dokumentiert, der auf dem Justizportal der Staatsregierung einsehbar ist. Zuerst hatte die „Süddeutsche Zeitung“ (Donnerstagausgabe) darüber berichtet. Die Kontrolleure hatten Ende März 2011 die Firmenzentrale und etwa zwei Dutzend Filialen von Vinzenzmurr inspiziert. Die Stadt München verhängte anschließend gegen 29 Filial- und Betriebsleiter des Unternehmens Bußgelder bis zu 4.800 Euro. Vinzenzmurr versuchte auf juristischem Weg, der Stadt München eine Information der Öffentlichkeit zu untersagen, verlor den Rechtsstreit aber vor dem Verwaltungsgericht. Vinzenzmurr ist die mit Abstand größte Münchner Metzgerei mit mehr als 100 Filialen im Stadtgebiet. Außerhalb Münchens, vor allem in Südbayern, sind es nochmals mehr als 170 Filialen. Damit gehört das Familienunternehmen auch bundesweit zu den Branchengrößen. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
Merkel: Friedensnobelpreis an EU zeigt dramatische Lage
(dapd). Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat die Vergabe des Friedensnobelpreises an die Europäische Union als „wunderbare Entscheidung“ bezeichnet. Sie sei besonders bedeutend, weil sie gerade jetzt „in der Zeit der Krise“ komme, sagte Merkel am Donnerstag im Bundestag in einer Regierungserklärung zum anstehenden EU-Gipfel. Mit der Preisvergabe sei „mit einem Schlag“ die „dramatische Lage“ der Gemeinschaft deutlich geworden. Europa befinde sich in der „schwersten Krise“ und der „größten Bewährungsprobe“ seit Verabschiedung der Römischen Verträge vor 55 Jahren, urteilte Merkel. Der Nobelpreis solle nun für alle Beteiligten Ansporn sein, sich der Bewährungsprobe zu stellen. dapd (Politik/Politik)
Zeitung: Steuerrazzia auch bei Berater von Fleischproduzent Tönnies
München (dapd-nrw). Die Steuerermittlungen im Umfeld des Fleischunternehmers und Fußballfunktionärs Clemens Tönnies weiten sich aus. Neben dem Aufsichtsratsvorsitzenden des Fußball-Bundesligisten Schalke 04 ermittelt die Staatsanwaltschaft Bielefeld auch gegen den Steuerexperten Josef Schnusenberg, wie die „Süddeutsche Zeitung“ ohne Angabe von Quellen berichtet. Schnusenberg ist Berater der Tönnies-Gruppe und war ebenfalls viele Jahre lang Funktionär bei Schalke 04. Auch bei Schnusenbergs Büros in Rheda-Wiedenbrück soll die Justiz demzufolge am Dienstag vorstellig geworden sein. Bislang war nur bekannt gewesen, dass die Büros des Fleischunternehmers Tönnies am Dienstag von etwa 20 Steuerfahndern und Polizisten durchsucht worden waren. Nach Informationen der Zeitung geht es in dieser Steuersache um Stiftungen namens Gafluna und Overseas und einen Firmenmantel namens Orgaplan in Liechtenstein. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
Roth fordert polizeiliche Ermittlungen gegen Internetseite kreuz.net
Köln (dapd). Der Druck auf die anonymen Betreiber des extremistischen Internetportals kreuz.net nimmt zu. Die Grünen-Vorsitzende Claudia Roth fordert jetzt, die Suche nach den Hintermännern der Plattform auszuweiten, die zuletzt mit hämischen homophoben Tiraden gegen den verstorbenen Schauspieler Dirk Bach Empörung ausgelöst hatte. „Dafür gibt es Spezialisten der Polizei zur Bekämpfung von Internetkriminalität“, sagte Roth dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ (Donnerstagausgabe). Das Portal kreuz.net, dessen Webseite derzeit in San Francisco gehostet wird, bezeichnet sich selbst als „katholisch“ und hetzt unter diesem Label unter anderem gegen Homosexuelle, Juden und Muslime. Dagegen wehren sich die deutschen Bischöfe vehement, aber bisher vergeblich. Roth forderte die Bischöfe zu verstärkter interner Recherche auf. dapd (Politik/Politik)
Sozialverband fordert von Merkel Basta in Rentendebatte
Osnabrück (dapd). Mit Blick auf das steigende Armutsrisiko in Deutschland hat der Sozialverband Deutschland (SoVD) ein Machtwort von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) für ein Rentenniveau von mehr als 50 Prozent gefordert. „Die Kanzlerin sollte ihre Koalition mit einem „Basta“ in der Rentendebatte zu Ordnung rufen“, sagte SoVD-Präsident Adolf Bauer der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. Um Geringverdiener vor der „Altersarmutsfalle“ zu bewahren, sei ein steuerfinanzierter Rentenzuschuss statt der aus den Beitrags- und Steuergeldern zu bezahlenden Zuschussrente nötig. „Wir müssen das Rentenniveau unbedingt über 50 Prozent stabilisieren“, sagte Bauer. „Armutsrisiken trägt inzwischen auch die Mittelschicht. Handelt die Kanzlerin nicht bald, gehen wegen der zudem steigenden Strompreise sicher bei einigen Familien bald die Lichter aus.“ Nach Ansicht des Sozialverbandes VdK zeichnen die im Alterssicherungsbericht der Bundesregierung genannten Durchschnittszahlen ein zu günstiges Bild, das nicht der Realität entspricht. VdK-Präsidentin Ulrike Mascher sagte der Zeitung, viele alleinlebende Rentnerinnen, aber auch alleinlebende Rentner seien keineswegs „überwiegend gut versorgt“, wie im Bericht dargestellt. Mascher sagte, von den insgesamt 5.515.000 alleinlebenden Frauen hätten elf Prozent ein Alterseinkommen zwischen 500 und 750 Euro und 21 Prozent Bezüge zwischen 750 und tausend Euro. Ein Drittel dieser Bevölkerungsgruppe habe also weniger als tausend Euro. Wer weniger als 952 Euro im Monat zum Leben zur Verfügung hat, gilt nach Definition des Statistischen Bundesamtes als armutsgefährdet. Die VdK-Präsidentin beklagte zudem, für die Zukunft lasse der Alterssicherungsbericht keine Verbesserung erwarten, weil die Absenkung des Rentenniveaus von derzeit 51 Prozent auf 43 Prozent des durchschnittlichen Nettoeinkommens mehr Altersarmut bringen werde. „Deshalb muss diese Rentenniveauabsenkung gestoppt werden“, forderte Mascher. dapd (Politik/Politik)