Städtebund plädiert für Aufweichung des Kita- Rechtsanspruchs

Städtebund plädiert für Aufweichung des Kita- Rechtsanspruchs Düsseldorf (dapd). Der Hauptgeschäftsführer des Städte- und Gemeindebundes, Gerd Landsberg, plädiert dafür, den von Sommer 2013 an geltenden Rechtsanspruch auf Betreuungsangebote für Kinder unter drei Jahren aufzuweichen. Er unterstützt damit eine Forderung der Städte in Baden-Württemberg, die sich dafür einsetzen, dass der Anspruch zunächst nur für zweijährige Kinder gilt und erst in einem nächsten Schritt auch auf einjährige Kinder ausgeweitet wird. „Die seitens des baden-württembergischen Städtetages geforderte Stufenlösung wäre ein richtiger Ansatz“, sagte Landsberg „Handelsblatt Online“. „So könnte der Kita-Ausbau vorangetrieben und gleichzeitig der Gefahr begegnet werden, bei den betroffenen Eltern falsche Erwartungen zu schüren.“ Da sich wegen der anstehenden Wahlen im nächsten Jahr wohl keine politischen Mehrheiten für eine schrittweise Einführung des Rechtsanspruchs finden würden, schlägt Landsberg „flexible Lösungen“ vor, die sich kurzfristig umsetzen ließen. Hierzu gehöre die kurzfristige Vergrößerung der Gruppen, aber auch das vorübergehende Aussetzen von baulichen Standards. dapd (Politik/Politik)

Mit Kosmetik aus Franken zum Weltmarktführer

Mit Kosmetik aus Franken zum Weltmarktführer Heroldsberg (dapd-bay). Franken ist bekannt für seine Bratwürste, sein Bier und seine Nürnberger Lebkuchen. Nur Wenigen bekannt sein dürfte allerdings, dass hier auch der Weltmarktführer für Kosmetikstifte zuhause ist: Die Schwan-Stabilo Cosmetics GmbH & Co. KG. Das Familienunternehmen mit Firmensitz in Heroldsberg im Landkreis Erlangen-Höchstadt produziert seit 1927 Kosmetikartikel. Heute werden alle namhaften Kosmetikmarken der Welt mit Eyelinern, Wimperntuschen und Lippenstiften beliefert. Die Kunden verkaufen diese dann unter ihrem Markennamen weiter. Von der Weltproduktion an Kosmetikstiften entfallen laut Schwan-Stabilo Cosmetics rund 40 Prozent auf die eigene Herstellung – wobei sich die fränkische Firma mit dieser Aussage auf die aktuellen Daten verschiedener Marktforschungsunternehmen beruft. Für Entwicklungsleiter Jörg Karas ist Schwan-Stabilo ein klassischer „Hidden Champion“ – eine Firma, die global erfolgreich und trotzdem nur in ihrer Branche bekannt ist. „Wir sind keine verlängerte Werkbank unserer Kunden, wir identifizieren und entwickeln Produktideen bis zur Marktreife und bieten diese dann den Kosmetikmarken an“, sagt er. Dabei komme die Anregung in zehn Prozent der Fälle von einer der Kosmetikmarken, für die produziert werde, 90 Prozent seien von Anfang an eigene Idee. Allein an der Entwicklung neuer Produkte arbeiteten 150 Mitarbeiter, erzählt Karas. Fünf Prozent des Umsatzes würden darin investiert. Wiege des Kosmetik-Stifts zum Herausdrehen Als einen der größten Erfolge wertet der Entwicklungsleiter den Kosmetik-Stift zum Herausdrehen, den die Tüftler von Schwan-Stabilo vor 25 Jahren erfunden hätten. Dieser „mechanische Liner“ sei heute fester Bestandteil aller Sortimente, erzählt Karas. „Aber die Wiege dieses Stifttyps steht hier in Heroldsberg.“ Außer am Stammsitz produziert Schwan-Stabilo Cosmetics noch in der mittelfränkischen Stadt Weißenburg sowie in Werken in den USA, China, Tschechien, Brasilien, Kolumbien, Mexiko und Indonesien, jeweils für die regionalen Märkte. Allerdings würden 60 Prozent der Kosmetikartikel in Deutschland gefertigt, auch wenn hier nur fünf Prozent des Umsatzes anfalle. Die Spezialisierung von Schwan-Stabilo Cosmetics auf Kosmetikstifte kommt nicht von ungefähr – schließlich gehört die Firma zur Schwanhäußer Industrie Holding, die seit 1855 Stifte zum Schreiben und Malen produziert. Darunter findet sich auch der bekannten Schwan-Stabilo Textmarker. Als dritte Sparte kam 2006 der im bayerisch-schwäbischen Landkreis Augsburg beheimatete Outdoor-Spezialist Deuter Sport zur Unternehmensgruppe. Der Konzern hat weltweit etwa 4.390 Mitarbeiter, 1.850 davon in Deutschland. „Als eine der Weltfirmen unseres Landkreises hat Schwan-Stabilo eine große finanzielle Bedeutung für den Landkreis und für die Region Nürnberg-Erlangen“, sagt der Landrat des Kreises Erlangen-Höchstadt, Eberhard Irlinger (SPD) – und verweist auf die Gewerbesteuereinnahmen, die rund 1.900 Arbeitsplätze des Konzerns und die Effekte für die Zulieferer-Firmen. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)

Handyhersteller Nokia will zurück nach oben

Handyhersteller Nokia will zurück nach oben Frankfurt/Main (dapd). Der taumelnde finnische Handyhersteller Nokia will sich wieder an die Weltspitze im Smartphone-Geschäft kämpfen. „Ich kann jetzt kein exaktes Timing nennen, aber wir sind in diesem Markt, um zu gewinnen“, sagte Vorstandschef Stephen Elop der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“. „Wir haben eine Menge Arbeit vor uns, es braucht seine Zeit, aber wir werden uns unsere sehr starke Stellung wieder erkämpfen“, kündigte er an. Nokia sei „sehr gut aufgestellt, die nächsten Schlachten zu schlagen“. Der einstige Weltmarktführer Nokia war in den vergangenen Jahren weit hinter der Konkurrenz vor allem von Apple und den Herstellern von Handys mit dem Betriebssystem Android zurückgefallen. Während Apple 27 Millionen seiner iPhones in einem Quartal verkaufte, kamen die Finnen auf gerade knapp drei Millionen ihrer Lumia-Handys, die mit dem Microsoft-Betriebssystem Windows Phone ausgestattet sind. Elop räumte ein, dass Nokia Trends bei den Smartphones verpasst habe. In den vergangenen fünf Jahren habe es ein paar bemerkenswerte Änderungen im Handymarkt gegeben. „Hier war Nokia nicht so schnell, wie es notwendig gewesen wäre und wie man auf diese Dinge hätte reagieren sollen“, sagte er. Für die Aufholjagd setzt Elop neben einer großen Werbekampagne vor allem auf den persönlichen Einsatz der Verkäufer vor Ort. „Der wichtigste Kampf um den Kunden findet in den Läden statt“, sagte der Nokia-Chef. Daher sollten die Verkäufer geschult werden, um die Vorteile des eigenen Produkts besser erklären zu können. Trotz der Kritik an seinem Management sieht sich Elop, der den Konzern kräftig umgebaut hat, weiter fest im Sattel. „Ich führe Nokia noch eine lange Zeit, auch mit Blick auf die großen Herausforderungen, die wir noch vor uns haben“, sagte er. Nokia hatte im dritten Quartal einen Verlust von 943 Millionen Euro gemacht, der Umsatz war im Jahresvergleich um fast ein Fünftel auf 7,2 Milliarden Euro eingebrochen. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)

Union legt in der Wählergunst zu

Union legt in der Wählergunst zu Berlin (dapd). Die Union ist in der Wählergunst weiter im Aufwind. Wäre am kommenden Sonntag Bundestagswahl, kämen CDU/CSU auf 38 Prozent. Das ist laut INSA-Meinungstrend für die „Bild“-Zeitung (Dienstagausgabe) ein Anstieg um einen Prozentpunkt zur Vorwoche. Allerdings hätte Schwarz-Gelb keine Mehrheit: Die FDP verharrt weiter bei vier Prozent und wäre nicht mehr im Bundestag vertreten. Auch die SPD bleibt stabil und würde 30 Prozent der Wählerstimmen erreichen. Die Grünen können dagegen um einen Punkt zulegen und kommen auf 14 Prozent der Wählerstimmen. Immer stärker im Abwind sind die Piraten: Sie verlieren gegenüber der Vorwoche einen Punkt und liegen nur noch bei drei Prozent. Auch die Linkspartei verliert einen Punkt und kommt nun auf sechs Prozent. Das Meinungsforschungsinstitut INSA befragte vom 2. bis 5. November 2.003 Bürger. dapd (Politik/Politik)

Regierung rechnet mit deutlich weniger Zinslast

Regierung rechnet mit deutlich weniger Zinslast Berlin (dapd). Die schwarz-gelbe Koalition spekuliert bei ihrem für 2014 erklärten Haushaltsziel einer „strukturellen“ schwarzen Null massiv auf weiter sinkende Zinsausgaben. Wie die „Bild“-Zeitung unter Berufung auf Regierungskreise berichtet, rechnet das Bundesfinanzministerium mit bis zu zwei Milliarden Euro weniger Zinskosten für den Bundeshaushalt für 2014. Bislang sieht die Finanzplanung für das Jahr Zinsausgaben von 34,4 Milliarden Euro vor. Mit den geringeren Zinsausgaben dürften Union und FDP ihrem Ziel auch ohne große Sparanstrengungen näher kommen, 2014 einen Bundeshaushalt ohne strukturelle Neuverschuldung vorzulegen, schreibt das Blatt. Neben sinkenden Zinslasten will die Koalition über weniger Zuschüsse an den Gesundheitsfonds und Gewinnabführung der staatseigenen KfW Bankengruppe das Ziel erreichen. dapd (Politik/Politik)

Westerwelle beendet ASEM-Gipfel

Westerwelle beendet ASEM-Gipfel Vientiane (dapd). Nach seiner Teilnahme am Asien-Europa-Gipfel ASEM in Laos fliegt Außenminister Guido Westerwelle am Dienstag in die USA weiter. Der FDP-Politiker wird nach mehr als 16-stündigem Flug am Dienstagabend Ortszeit in New York erwartet – passend zu den ersten Hochrechnungen der US-Präsidentschaftswahl. Am Mittwoch steht für Westerwelle dann unter anderem ein Gespräch mit UN-Generalsekretär Ban Ki Moon auf dem Programm. Am Mittwochabend gibt der Außenminister einen Empfang, um für einen Sitz Deutschlands im Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen zu werben. Um drei freie Plätze bewerben sich fünf Kandidaten: Neben Deutschland sind dies die USA, Griechenland, Schweden und Irland. Die Entscheidung soll am 12. November fallen. dapd (Politik/Politik)

Frauenunion mit Prüfauftrag für bessere Mütterrenten unzufrieden

Frauenunion mit Prüfauftrag für bessere Mütterrenten unzufrieden Düsseldorf (dapd). Die CDU-Frauen geben sich mit dem vom Koalitionsausschuss beschlossenen „Prüfauftrag“ für bessere Mütterrenten nicht zufrieden. „Wir dürfen die Mütter nicht länger warten lassen, deshalb muss die Bundesregierung noch in dieser Legislaturperiode einen Gesetzentwurf vorlegen“, sagte Frauen-Union-Vorsitzende Maria Böhmer der Zeitung „Rheinische Post“. Dieser müsse dann vorsehen, dass „spätestens ab 2014“ für Rentnerinnen und Rentner die Anrechnung von Kindererziehungszeiten in der gesetzlichen Rentenversicherung für vor 1992 geborene Kinder verbessert wird. Dabei sei die Zahl der Kinder zu berücksichtigen. dapd (Politik/Politik)

Jetzt kommt ein Rentenwahlkampf

Jetzt kommt ein Rentenwahlkampf Halle (dapd). Die Vorsitzende der Linkspartei, Katja Kipping, vermisst bei den jüngsten Koalitionsbeschlüssen zur Rente Nachbesserungen für Ostdeutsche. Die Angleichung der Renten im Osten an das Westniveau stehe im Koalitionsvertrag von Union und FDP, sagte sie der „Mitteldeutschen Zeitung“. Und Kanzlerin Angela Merkel (CDU) habe 2009 versprochen, dass die Angleichung in dieser Legislaturperiode kommt. „Die Wut im Osten wächst, weil die Menschen hier 22 Jahre nach der Einheit per Gesetz um ihre Lebensleistung betrogen werden.“ Kipping will das Thema nun zum Gegenstand des Bundestagswahlkampfs 2013 machen. „Jetzt kommt ein Rentenwahlkampf. Wir machen die Wahl im Osten zur Abstimmung über die Renteneinheit.“ dapd (Politik/Politik)

Wir sind nicht der Wirtschaft verpflichtet

Wir sind nicht der Wirtschaft verpflichtet Berlin (dapd). FDP-Fraktionschef Rainer Brüderle hat Kritik aus der Wirtschaft an den Beschlüssen des Koalitionsgipfels zurückgewiesen. Die Regierungsparteien seien „nicht den Wirtschaftsverbänden verpflichtet, sondern dem Gesamtwohl des Landes“, sagte er der Zeitung „Die Welt“. „Für manche mag die Abschaffung der Praxisgebühr kein Thema sein, für gesetzlich versicherte Familien, Kranke und viele ältere Menschen ist das sehr wohl eine spürbare Entlastung.“ Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt hatte die Abschaffung der Praxisgebühr und die Einführung des Betreuungsgeldes zuvor sehr scharf kritisiert. Das Betreuungsgeld sei nicht das Herzensanliegen der FDP gewesen, so Brüderle, „aber wir haben jetzt eine gute Lösung gefunden, die die Wahlmöglichkeiten der Eltern stärkt und den Haushalt schont“. dapd (Politik/Politik)

Preiskampf auf Automarkt verschärft sich

Preiskampf auf Automarkt verschärft sich Duisburg/Essen (dapd). Der Preiskampf auf dem Automarkt hat im Oktober an Intensität zugelegt. Zwar wurden mit 387 Rabattaktionen 48 weniger als im September gezählt, wie aus einer am Montag veröffentlichten Studie des Center Automotive Research (CAR) an der Universität Duisburg-Essen hervorgeht. Die durchschnittlich gebotenen Rabatte stiegen allerdings um 0,7 Punkte auf 13,6 Prozent. Die Entwicklung zeige, dass der deutsche Automarkt in der Rezession sitze, sagte CAR-Leiter Ferdinand Dudenhöffer, der damit nach heftiger Kritik an seinen Studien in der vergangenen Woche unbeirrt weitermacht. Zusätzlich zu den Aktionen drücken die Händler und Hersteller immer mehr selbst zugelassene Neuwagen in den Markt. Mit mehr als 83.000 Fahrzeugen betrug der Anteil der Eigenzulassungen laut Studie mehr als ein Drittel. Unter dem Strich erreichte der aus all diesen Faktoren errechnete Rabattindex im Oktober mit 129 Punkten den bislang höchsten Wert. Vor einem Jahr hatte er bei 115 gelegen. Im September betrug der Wert 124 Punkte. Vor allem Chevrolet lockte demnach mit Preisnachlässen von 29,8 Prozent für das Modell „Spark“. Citroën, Seat und BMW folgten mit den höchsten Kundenvorteilen für bestimmte Modelle. Preisnachlässe im Internet betragen bis zu einem Drittel Noch größere Schnäppchen können Autokäufer im Internet machen. Die Internethändler lockten der Studie zufolge für die 30 beliebtesten Neuwagen mit Preisnachlässen von durchschnittlich 19,7 Prozent. Beim Ford Fiesta konnten Kunden bis zu einem Drittel des Listenpreises sparen. „Im deutschen Automarkt geht ohne Rabatte nichts und mit immer höheren Rabatten immer weniger“, zog Dudenhöffer als Fazit. Für ihn sitzt der deutsche Automarkt damit mitten in der Krise. Er ging explizit auf den Volkswagen-Konzern ein, der seine Methoden in der vergangenen Woche scharf kritisiert hatte. Bei VW sei zu erkennen, dass der Rabattwettbewerb in der Bilanz angekommen sei. „27 Prozent mehr Umsatz und 19 Prozent weniger Gewinn im Vergleich zum Vorjahresmonat ist ein ‚deutlicher‘ Hinweis auf hohe Rabatte“, sagte Dudenhöffer. Volkswagen wies in einer Stellungnahme die Ansicht von Dudenhöffer zurück: „Die Volkswagen Aktiengesellschaft widerspricht Professor Dudenhöffers aktueller Aussage in aller Deutlichkeit. Das Q3-Ergebnis eines international agierenden Konzerns in seiner Schlussfolgerung auf den von ihm betrachteten Einzelmarkt Deutschland zu reduzieren, ist keine angemessene wirtschaftliche Betrachtung und kann keine ernst gemeinte, wissenschaftliche Aussage eines deutschen Professors sein.“ Der Autohändler Burkhard Weller hatte Dudenhöffer zuletzt Geschäftsschädigung vorgeworfen. Seiner Ansicht nach nähmen die von Dudenhöffer verbreiteten Angaben zu Rabatten bei Neuwagen ein Ausmaß an, „welches die Branche massiv schädigt, weil Sie Unwahrheiten verbreiten“. Dieser Ansicht schloss sich VW ausdrücklich an. Dudenhöffer verteidigte dagegen seine Rabattstudien. Die von ihm seit sieben Jahren betriebenen Analysen seien „sehr facettenreich“ und genauso „trennscharf wie präzise“. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)