Karlsruhe/Stuttgart (dapd). Ein mutmaßlicher Jugendfunktionär der extremistischen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) muss sich demnächst vor dem Oberlandesgericht Stuttgart verantworten. Die Bundesanwaltschaft erhob Anklage gegen den 35-jährigen türkischen Staatsangehörigen Metin A. wegen Mitgliedschaft in der „ausländischen terroristischen Vereinigung PKK“, wie die Strafverfolgungsbehörde am Dienstag in Karlsruhe mitteilte. Der Mann sei bis zu seiner Festnahme im Juli 2011 drei Jahre lang hochrangiger Kader der PKK-Jugendorganisation Komalen Ciwan (KC) gewesen. Er war demnach zunächst in Berlin und später im gesamten Bundesgebiet und im europäischen Ausland eingesetzt. Metin A. habe Schulungen der KC zur Rekrutierung von Guerillakämpfern geleitet. Er war in der Schweiz festgenommen und im November 2012 an die deutschen Behörden überstellt worden. Die PKK strebt einen staatenähnlichen Verbund der kurdischen Siedlungsgebiete in der Türkei, Syrien, Iran und Irak an. Nach Angaben der Bundesanwaltschaft verübt die militärisch strukturierte PKK-Guerilla vorwiegend im Südosten der Türkei Attentate auf türkische Polizisten und Soldaten. dapd (Politik/Politik)
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Evonik schließt Aktienplatzierung erfolgreich ab
Essen (dapd). Deutschlands drittgrößter Chemiekonzern Evonik hat die angekündigte Privatplatzierung weiterer Aktien erfolgreich abgeschlossen. Insgesamt verkauften die Evonik-Eigentümer, die RAG-Stiftung und der Finanzinvestor CVC, rund 12 Prozent des Grundkapitals an institutionelle Investoren aus dem In- und Ausland, wie das Unternehmen und die Eigentümer am Dienstag mitteilten. Der Vorsitzende der RAG-Stiftung, Werner Müller, betonte, mit der Aktienplatzierung habe Evonik „eine wichtige Voraussetzung für die geplante Börsennotierung des Unternehmens erreicht“. Über den Verkaufspreis sei Stillschweigen vereinbart worden, hieß es. Doch betonte Evonik-Chef Klaus Engel, der Preis habe deutlich über dem beim abgesagten Börsengang im Juni 2012 erreichbaren Niveau gelegen. Evonik verdiente 2012 Engel zufolge unter dem Strich soviel Geld wie noch nie zuvor. Das Nettoergebnis stieg nach der am Dienstag veröffentlichten Konzernbilanz um 15 Prozent auf knapp 1,2 Milliarden Euro. Umsatz und operatives Ergebnis lagen allerdings nicht zuletzt wegen des Verkaufs des Geschäfts mit Industrierußen unter den Vorjahreswerten. Der Umsatz sank um 6 Prozent auf 13,6 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis (bereinigtes Ebitda) lag mit 2,6 Milliarden Euro rund 180 Millionen Euro unter dem Vorjahreswert. Für das laufende Jahr erwartet der Konzern wieder einen höheren Umsatz und ein operatives Ergebnis auf Vorjahresniveau. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
Audi weniger profitabel
Ingolstadt (dapd). Der Autohersteller Audi hat im vergangenen Jahr seine Ziele übertroffen, aber an Rentabilität eingebüßt. Absatz und Umsatz erreichten 2012 neue Bestmarken, wie der Vorstandsvorsitzende Rupert Stadler am Dienstag in Ingolstadt sagte. Allerdings ging die operative Umsatzrendite im Vergleich zum Vorjahr von zwölf auf elf Prozent zurück. Der operative Gewinn der VW-Tochter stieg nur leicht auf 5,4 Milliarden Euro. Der Überschuss fiel von 692 auf 576 Millionen Euro. Wegen des geringeren Ergebnisses fällt die Gewinnbeteiligung für die Mitarbeiter etwas geringer aus als im vergangenen Jahr. Im Schnitt bekommt jeder Tarifbeschäftigte an den deutschen Standorten 8.030 Euro extra. Allerdings waren die 8.251 Euro vor einem Jahr auch der höchste Wert aller Zeiten. Audi hatte im vergangenen Jahr zahlreiche neue Modelle auf den Markt gebracht und außerdem den italienischen Motorradhersteller Ducati übernommen. Der weltweite Absatz stieg um knapp zwölf Prozent auf den neuen Bestwert von 1,46 Millionen Autos. Der Umsatz erhöhte sich um rund elf Prozent auf den Rekord von 48,8 Milliarden Euro. In diesem Jahr will Audi weiter wachsen und auch die Mitarbeiterzahl weiter erhöhen. Allein in Deutschland sind 1.500 Neueinstellungen geplant. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
Duftproduzent Symrise erzielt Bestmarken
Holzminden (dapd). Der Duft- und Aromahersteller Symrise hat dank glänzender Geschäfte in Nord- und Lateinamerika 2012 ein Rekordjahr hingelegt. Der Umsatz kletterte im vergangenen Jahr um ein Zehntel auf die Bestmarke von 1,73 Milliarden Euro, wie das Unternehmen am Dienstag in Holzminden mitteilte. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) legte auf Jahressicht um sieben Prozent auf rund 339 Millionen Euro zu. Unter dem Strich blieb 2012 ein Plus von 157,5 Millionen Euro nach 146,5 Millionen Euro im Vorjahr. Die Ertragskraft von Symrise sei trotz steigender Rohstoffkosten und Sonderbelastungen „auf einem hohen Niveau“ geblieben, sagte Vorstandschef Heinz-Jürgen Bertram. Die Aktionäre will Symrise am Erfolg teilhaben lassen. Die Dividende soll nach Firmenangaben um drei Cent auf 0,65 Euro je Anteilsschein angehoben werden. Bei der Prognose für 2013 blieb Symrise vage. Der Weltmarkt für Duftstoffe und Aromen werde 2013 zwei bis drei Prozent wachsen, erklärte die Firma. „Symrise strebt an, dieses Marktwachstum auch im laufenden Jahr zu übertreffen.“ Erstmals nannte Symrise aber langfristige Zeile. Demnach peilt das Unternehmen bis 2020 einen Umsatzzuwachs von mehr als einer Milliarde Euro und ein Ebitda von mehr als einer halben Milliarde Euro an. An der Börse schlugen die Rekordzahlen nicht durch, da den Anlegern der kurzfristige Ausblick offenbar nicht konkret genug war. Die im MDAX notierte Symrise-Aktie geriet stark unter Druck. Das Papier büßte schnell fast vier Prozent auf 28,55 Euro ein. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
DIW senkt Konjunkturprognose für 2013
Berlin (dapd). Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) wird seine Konjunkturerwartungen für das laufende Jahr nach unten korrigieren. DIW-Präsident Marcel Fratzscher sagte der „Bild“-Zeitung (Dienstagausgabe) , die bisherige Prognose werde „ein bisschen“ zurückgeschraubt. Bislang geht das DIW für 2013 von einem Anstieg des Bruttoinlandsprodukts um 0,9 Prozent aus. Fratzscher begründete die Änderung der Prognose auch mit dem schwachen vierten Quartal 2012. Für 2014 ist der DIW-Präsident deutlich optimistischer. „In der zweiten Jahreshälfte 2013 gewinnt die Konjunktur an Fahrt, sodass wir für 2014 mit rund zwei Prozent Wirtschaftswachstum rechnen“, sagte er. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
Wieland: Deckelung von Banker-Boni bringt nichts
Berlin (dapd). Der neue Wirtschaftsweise Volker Wieland sieht die Begrenzung der Bonuszahlungen für Bankvorstände kritisch. „Das ist ein Nebenkriegsschauplatz“, sagte der Frankfurter Wirtschaftsprofessor dem „Tagesspiegel“. „Extraleistungen zu deckeln mag populär sein, wird aber eine simple Konsequenz haben: Die Festgehälter steigen. Gewonnen hat man dann nichts“, prognostizierte er. Sinnvoller sei es, Boni so auszurichten, dass sie für langfristig geschaffene Werte gezahlt würden, nicht für kurzfristige Erfolge mit großem Risiko. Auch eine Finanz-Transaktionssteuer sieht Wieland skeptisch. „Dass sie Krisen vorbeugt, glaube ich nicht. Mit der Steuer will der Staat in erster Linie mehr Geld einsammeln“, befand er. Als Konsequenz werde vermutlich das Handelsvolumen sinken und der Preis der Finanzprodukte steigen, zudem werde ein Teil der riskanten Transaktionen in Länder verschwinden, die weniger streng reguliert werden. „Zahlen wird der Endverbraucher“, sagte Wieland. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
Munich Re will 2013 knapp drei Milliarden Euro verdienen
München (dapd). Der weltgrößte Rückversicherer Munich Re strebt in diesem Jahr erneut einen Milliardengewinn an. Der DAX-Konzern liegt mit seiner Prognose von knapp drei Milliarden Euro allerdings unter dem Ergebnis von 2012. „Auch wenn die Konsolidierung der Staatsfinanzen und hohe Arbeitslosigkeit die konjunkturelle Dynamik in vielen Industrieländern schwächen werden, bleiben wir für unser Geschäft optimistisch“, sagte der Vorstandsvorsitzende Nikolaus von Bomhard am Dienstag in München. Trotz Wirbelsturm „Sandy“ hatte der weltgrößte Rückversicherer im vergangenen Jahr unter dem Strich mit 3,2 Milliarden Euro deutlich mehr als geplant verdient. Bomhard sprach von einem „sehr guten Ergebnis“. Das Unternehmen will die Dividende von 6,25 auf 7,00 Euro pro Aktie anheben. Das Rückversicherungsgeschäft steuerte mit 3,1 Milliarden Euro im vergangenen Jahr den Großteil zum Gewinn bei. Das Unternehmen profitierte zum einen von höheren Beiträgen. Außerdem machten die Schäden aus Naturkatastrophen nur rund 1,3 Milliarden Euro aus. Im Vorjahr waren es noch 4,5 Milliarden Euro. Die höchsten Kosten verursachte 2012 mit etwa 800 Millionen Euro der Wirbelsturm „Sandy“ in Nordamerika. Der Erstversicherer Ergo verdiente mit 289 Millionen Euro 60 Millionen Euro weniger als im Vorjahr. Ergo will bis Anfang 2014 mehr als ein Viertel der 5.000 Stellen im Vertrieb streichen und Einheiten zusammenlegen. Dafür musste das Unternehmen Rückstellungen bilden. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
Inflationsrate sinkt auf 1,5 Prozent
Wiesbaden (dapd). Die Teuerung in Deutschland hat sich im Februar weiter verlangsamt. Die Verbraucherpreise stiegen auf Jahressicht um 1,5 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag in Wiesbaden mitteilte und damit das vorläufige Ergebnis von Ende Februar bestätigte. Eine niedrigere Inflationsrate sei zuletzt im Dezember 2010 ermittelt worden. Im Januar 2013 hatte die Teuerungsrate bei 1,7 Prozent gelegen. Im Vergleich zum Vormonat stieg der Verbraucherpreisindex im Februar 2013 um 0,6 Prozent. Gegenüber Februar 2012 stellten die Statistiker überdurchschnittliche Preiserhöhungen bei Energie und Nahrungsmitteln (3,6 und 3,1 Prozent) fest. Kräftige Preisrückgänge seien dagegen bei der Gesundheitspflege infolge der Abschaffung der Praxisgebühr verzeichnet worden (minus 3,6 Prozent). dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
Zahl der Firmenpleiten sinkt kräftig
Wiesbaden (dapd). Im vergangenen Jahr ist die Zahl der Unternehmens- und Verbraucherinsolvenzen deutlich zurückgegangen. Wie das Statistische Bundesamt am Dienstag mitteilte, sank die Zahl der Firmenpleiten gegenüber 2011 um sechs Prozent auf 28.304. Einen Anstieg der Unternehmensinsolvenzen hatte es zuletzt im Krisenjahr 2009 gegeben. Ihren bisherigen Höchststand hatten sie mit 39.320 Fällen im Jahr 2003. Die Zahl der Verbraucherinsolvenzen fiel den Angaben zufolge um 5,5 Prozent auf 97.635. Damit seien nach den Jahren 2008 und 2011 zum dritten Mal seit Einführung der Insolvenzordnung im Jahr 1999 weniger Verbraucherinsolvenzen registriert worden als im entsprechenden Vorjahr. Angestiegen sind dagegen die Forderungen der Gläubiger. Sie kletterten von 31,5 Milliarden Euro im Jahr 2011 auf rund 51,7 Milliarden Euro, wie es weiter hieß. Dies sei darauf zurückzuführen, dass die Amtsgerichte im vergangenen Jahr mehr Insolvenzen von wirtschaftlich bedeutenden Unternehmen registriert hätten als 2011. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
Familienpolitik ist eine Frage der Organisation
Berlin (dapd). SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles glaubt an eine Verbesserung der Familienpolitik durch strukturelle Reformen. Es gebe einige Fehlentwicklungen bei der Familienförderung, sagte Nahles dem RBB-Inforadio am Dienstag kurz vor dem Familiengipfel unter der Ägide von Familienministerin Kristina Schröder (CDU). Im Großen und Ganzen scheine es doch eher eine Frage der Organisation und weniger des Geldes zu sein, sagte die SPD-Politikerin. Geld für Fördermaßnahmen sei genug da. Jedoch seien unter anderen die Anforderungen im Beruf, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, befristete und prekäre Beschäftigungsverhältnisse ein Problem. Dies führe zu sehr wenig Planungssicherheit. Infolgedessen würden sich viele junge Leute gar nicht, erst spät oder für weniger Kinder entscheiden. All dies seien Dinge, die vielleicht bei der bisherigen Förderpolitik nicht so sehr im Mittelpunkt gestanden hätten, die aber wahrscheinlich auch einen großen Anteil hätten, sagte Nahles. dapd (Politik/Politik)