Gerry Weber spürt Kaufzurückhaltung der Verbraucher

Gerry Weber spürt Kaufzurückhaltung der Verbraucher Halle/Westfalen (dapd). Dank zahlreicher Neueröffnungen hat der Modekonzern Gerry Weber seinen stürmischen Wachstumskurs auch im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2012/2013 fortgesetzt. Doch ging die Kaufzurückhaltung der Bundesbürger im Weihnachtsgeschäft auch an dem westfälischen Unternehmen nicht spurlos vorbei. Insgesamt steigerte Gerry Weber zwischen Anfang November und Ende Januar seinen Umsatz um zwölf Prozent auf knapp 185 Millionen Euro, wie das Unternehmen am Freitag mitteilte. Dabei profitierte der Modehersteller vor allem von der wachsenden Zahl der „Houses of Gerry Weber“ und der Markenstores von „Taifun“ und „Samoon“. Allein im vergangenen Geschäftsjahr waren rund 230 neue Filialen eröffnet und 25 ehemalige Franchise Stores übernommen worden. Doch blieb auch Gerry Weber von der sinkenden Kauflust der Bundesbürger nicht verschont. Auf vergleichbarer Fläche gingen die Umsätze um 3,4 Prozent zurück. Auch die Großhandelsumsätze lagen um 2,8 Prozent unter dem Vorjahr. Das operative Ergebnis und der Periodenüberschuss lagen trotz des Umsatzzuwachses mit 17,8 Millionen beziehungsweise 11,5 Millionen Euro auf Vorjahresniveau. Die Auswirkungen der überdurchschnittlichen Expansion des eigenen Filialgeschäfts und das schwache Marktumfeld hätten das Ergebnis belastet, hieß es in Halle. Dennoch bekräftigte der Konzern die Ende Januar gegebenen Umsatz- und Ergebnisprognosen. Im Geschäftsjahr 2012/2013 will der Konzern demnach den Umsatz prozentual zweistellig auf 890 bis 900 Millionen Euro steigern. Das operative Ergebnis soll zwischen 131 und 135 Millionen Euro liegen. Im zurückliegenden Geschäftsjahr hatte es knapp 116 Millionen Euro betragen. An der Börse büßte die Gerry-Weber-Aktie bis zum Mittag rund 0,5 Prozent an Wert ein. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)

Fluglärm-Gegner nutzen Gaucks Besuch in Hessen für Proteste

Fluglärm-Gegner nutzen Gaucks Besuch in Hessen für Proteste Wiesbaden (dapd). Rund ein Dutzend Fluglärm-Gegner hat am Freitag in Wiesbaden am Rande des Besuchs von Bundespräsident Joachim Gauck demonstriert. Die Demonstranten hielten verschiedene Plakate hoch, und beschallten den Platz vor dem Wiesbadener Kurhaus mit Fluglärm vom Band. „Es ist zu laut, Herr Präsident!“, skandierten die Protestierenden und forderten in Sprechchören: „Die Bahn muss weg!“ Der Protest richtet sich gegen die vor knapp anderthalb Jahren in Betrieb genommene Nordwestlandebahn am Frankfurter Flughafen, die in der Rhein-Main-Region mehr Lärm verursacht. Gauck selbst ging nicht auf die Protestierenden zu. „Der Bundespräsident hat mit diesem Thema nichts zu tun“, sagte er. dapd (Politik/Politik)

Teuerung in der Eurozone sinkt unter zwei Prozent

Teuerung in der Eurozone sinkt unter zwei Prozent Luxemburg (dapd). Die jährliche Inflationsrate im Euroraum ist im Februar unter die Marke von zwei Prozent gesunken und hat damit die Zielvorgabe der Europäischen Zentralbank (EZB) erfüllt. Die Teuerungsrate betrug nach Angaben der europäischen Statistikbehörde Eurostat vom Freitag 1,8 Prozent. Ein Jahr zuvor hatte sie noch bei 2,7 Prozent gelegen, im Januar war sie auf 2,0 Prozent zurückgegangen. Die monatliche Inflationsrate betrug im Februar 0,4 Prozent. Teurer wurden auf Jahressicht vor allem Elektrizität sowie Obst und Tabak, während die Preise für Telekommunikation, medizinische Dienstleistungen und Bekleidung sanken. Die niedrigsten jährlichen Teuerungsraten meldeten die Statistiker für Griechenland mit 0,1 Prozent und Portugal mit 0,2 Prozent. Die höchsten Raten verzeichneten Estland mit 4,0 Prozent und die Niederlande mit 3,2 Prozent. Die EZB sieht Preisstabilität bei einer jährlichen Inflationsrate von unter, aber nahe zwei Prozent für gewährleistet. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)

Schily übernimmt Verantwortung für Ermittlungspanne von Köln

Schily übernimmt Verantwortung für Ermittlungspanne von Köln Berlin (dapd-lth). Der frühere Bundesinnenminister Otto Schily (SPD) hat für die falsche Ermittlungsrichtung beim Nagelbombenattentat von Köln im Jahr 2004 die politische Verantwortung übernommen. Für diesen „höchst schockierenden Sachverhalt“ trage er als Minister die „politische Verantwortung“, sagte Schily am Freitag vor dem NSU-Untersuchungsausschuss des Bundestages in Berlin. Schily hatte am Tag nach dem Anschlag gesagt, es gebe keine Hinweise auf einen ausländerfeindlichen Hintergrund. Wegen der frühen Orientierung auf die Organisierte Kriminalität wurde die bis dahin heißeste Spur zu den Rechtsterroristen nicht weiter verfolgt. Erst 2011 mit Bekanntwerden der Mordserie der rechtsterroristischen Gruppierung Nationalsozialistischer Untergrund konnte auch diese Tat in Köln der NSU zugeordnet werden. Schily räumte vor dem Ausschuss ein, dass der „absolute Misserfolg“ bei der Aufklärung der NSU-Mordserie das Vertrauen der ausländischen Mitbürger in die deutschen Ermittlungsbehörden erschüttert habe. Inzwischen seien bereits Konsequenzen unter anderem beim Verfassungsschutz gezogen worden. Schily war von 1998 bis 2005 Bundesinnenminister. In seine Amtszeit fiel das Untertauchen der Terror-Trios und sieben von zehn Morden der NSU. Der Ausschuss will klären, warum das Terror-Trio 13 Jahre fast unbehelligt von den deutschen Sicherheitsbehörden im Untergrund leben konnte. dapd (Politik/Politik)

Innenministerium ignorierte 2004 eine wichtige NSU-Spur

Innenministerium ignorierte 2004 eine wichtige NSU-Spur Berlin (dapd). Das Bundesinnenministerium hat 2004 die bis dahin heißeste Spur auf die rechtsextreme Terrorzelle NSU nicht weiter verfolgt. Dabei handelte es sich um das Nagelbombenattentat von Köln in einer zumeist von Türken bewohnten Straße, bei dem 22 Menschen verletzt wurden. Dennoch habe es am Anfang „keine Hinweise auf einen terroristischen Hintergrund“ gegeben, sagte die zu jenem Zeitpunkt für den Bereich politisch motivierte Kriminalität zuständige Referatsleiterin im Bundesinnenministerium, Christine Hammann, am Freitag im NSU-Untersuchungsausschuss des Bundestages in Berlin. Die beiden Täter hatten eine selbstgebastelte Bombe mit mehreren Hundert Zimmermannsnägeln vor einem Friseurladen auf einem Fahrrad deponiert und mit einer Fernsteuerung gezündet. Es war den Angaben zufolge der erste und bislang einzige Anschlag von derartiger Tragweite. Die beiden Täter wurden auf einem Überwachungsvideo aufgenommen. Die Ermittlungsbehörden hatten den Anschlag einem Machtkampf rivalisierender Schutzgelderpresser zugerechnet, inzwischen wird die rechtsterroristische Gruppierung Nationalsozialistischer Untergrund (NSU) verantwortlich gemacht. Nach zweijährigen Ermittlungen hatte zunächst auch die Staatsanwaltschaft einen ausländerfeindlichen Hintergrund ausgeschlossen. dapd (Politik/Politik)

Guter Jahresstart für das Gastgewerbe

Guter Jahresstart für das Gastgewerbe Wiesbaden/Berlin (dapd). Das deutsche Gastgewerbe befindet sich weiter auf Wachstumskurs. Die Unternehmen der Branche setzten im Januar mehr um als ein Jahr zuvor. Nominal, also in konstanten Preisen, stiegen die Umsätze um 2,8 Prozent und real, das heißt preisbereinigt, um 0,3 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Freitag mitteilte. Im Vergleich zum Dezember 2012 sei der Umsatz kalender- und saisonbereinigt sowohl nominal als auch real um 0,3 Prozent gestiegen. Die Erlöse nahmen sowohl im Beherbergungsgewerbe als auch in der Gastronomie zu. „Die Branche kann sich über einen guten Start ins neue Jahr freuen“, sagte der Präsident des Branchenverbands Dehoga, Ernst Fischer, in Berlin. Die Menschen ließen sich die Lust am Ausgehen trotz wirtschaftlicher Krisenmeldungen nicht vermiesen. Vor allem die Beherbergungsbetriebe hätten mit 3,6 Prozent ein starkes Plus erzielt. Der Deutschlandtourismus wachse auch dank des reduzierten Mehrwertsteuersatzes, sagte Fischer. Eine Reise in oder nach Deutschland habe heute ein besseres Preis-Leistungsverhältnis als noch vor wenigen Jahren. Die positive Entwicklung der Branche spiegele sich in steigenden Beschäftigtenzahlen wider. Für das laufende Jahr rechnet der Verband mit einem nominalen Umsatzplus von 1,8 Prozent. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)

Osram-Börsengang muss verschoben werden

Osram-Börsengang muss verschoben werden München (dapd). Wegen einer Klage muss Siemens den Börsengang seiner Tochter Osram verschieben. Die im April avisierte Abspaltung sei nicht mehr möglich, teilte der DAX-Konzern am Freitag in München mit. Siemens-Aktionäre hatten gegen den von der Hauptversammlung beschlossenen Börsengang der Lichttochter geklagt. Dafür ist aber der Eintrag in die Handelsregister von Berlin und München nötig. Die Anfechtungs- und Nichtigkeitsklage sorgt laut Siemens nun aber für eine Registersperre. Der Konzern hält die Klage für unbegründet und beantragte am Donnerstag beim Oberlandesgericht München im Rahmen eines Freigabeverfahrens die Aufhebung der Registersperre. Ziel sei es, trotz der Klage die Abspaltung so bald wie möglich in die Handelsregister einzutragen, teilte das Unternehmen weiter mit. „Die Siemens-Aktionäre haben uns auf der Hauptversammlung Ende Januar mit einer überwältigenden Mehrheit von über 98 Prozent den klaren Auftrag gegeben, Osram über den Weg der Abspaltung an die Börse zu bringen“, sagte Finanzvorstand Joe Kaeser. „Dieses Mandat werden wir zügig und zuverlässig im Interesse unserer Aktionäre umsetzen.“ Osram gehört mit einem Nettobuchwert von mehr als 2,3 Milliarden Euro zu den größeren Börsengängen, die für dieses Jahr erwartet werden. Die Anteilseigner von Siemens sollen dabei für je zehn Aktien eine Osram-Aktie erhalten. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)

Aigner: Lebensmittelsicherheit ist Sache des Handels

Aigner: Lebensmittelsicherheit ist Sache des Handels Berlin (dapd). Für die Sicherheit von Lebensmitteln ist Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) zufolge eindeutig der Handel verantwortlich. Dabei reiche es auch nicht aus, sich nur auf die jeweilige Vorstufe – beispielsweise den Lieferanten – zu verlassen, sagte Aigner am Freitag im ARD-„Morgenmagazin“ anlässlich des Weltverbrauchertags. Der Handel sei für die komplette Kette zuständig. „Derjenige, der ein Lebensmittel in den Handel bringt oder an die Menschen verkauft, ist für die Sicherheit und den Täuschungsschutz zuständig“, sagte die Ministerin. „Das müssen sie gewährleisten, das ist Aufgabe der Wirtschaft, ganz klar definiert.“ Aigner räumte aber ein, dass es darüber einen Disput mit der Wirtschaft gebe. Die laut Grundgesetz für die Lebensmittelüberwachung zuständigen Länder müssten überprüfen, ob die Firmen ihrer Pflicht auch nachkommen. „Man kann generell schon davon ausgehen, dass es bei uns sehr sichere Lebensmittel gibt“, betonte Aigner. Angesichts von nicht deklariertem Pferdefleisch in Lasagne und Schimmelpilzgift im Futtermais gebe es leider eine Häufung an Skandalen in den vergangenen Wochen. „Alles betrügerische Vorgänge letztendlich, wo gegen geltende Gesetze verstoßen wurde“, sagte die Ministerin. dapd (Politik/Politik)

Bundesbürger geben mehr Geld aus

Bundesbürger geben mehr Geld aus Wiesbaden (dapd). Die Deutschen geben heute deutlich mehr Geld für den Konsum aus als zur Jahrtausendwende. Die privaten Konsumausgaben stiegen vom Jahr 2000 bis 2012 preisbereinigt um 7,2 Prozent auf gut 1,5 Billionen Euro, wie das Statistische Bundesamt am Freitag anlässlich des Weltverbrauchertags mitteilte. Der größte Teil der Ausgaben der privaten Haushalte entfiel im vergangenen Jahr auf das Wohnen und Wohnnebenkosten. Knapp ein Viertel ihres Geldes gaben die Bundesbürger dafür aus. Der Anteil liegt damit leicht über dem EU-weiten Durchschnitt. 14 Prozent wurden für den Bereich Verkehr aufgewendet, 11,6 Prozent für Nahrungsmittel. Etwa die Hälfte der Ausgaben entfiel damit auf die drei Bereiche Wohnen, Nahrungsmittel und Verkehr. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)

Chef der Credit Suisse erwartet Anstieg der Grundgehälter

Chef der Credit Suisse erwartet Anstieg der Grundgehälter Düsseldorf (dapd). Der Chef der Schweizer Großbank Credit Suisse, Brady Dougan, warnt vor einem Anstieg der Grundgehälter für Banker durch die Pläne der Europäischen Union zur Deckelung der Bonuszahlungen. „Die Bonus-Regel wird vermutlich dazu führen, dass die Fixgehälter in einigen Bereichen angehoben werden müssen, um die besten Mitarbeiter nicht zu verlieren“, sagte Dougan dem „Handelsblatt“ . Dadurch würden die Geldinstitute bei den Personalkosten weniger flexibel. Dennoch befürchtet der Leiter der zweitgrößten Schweizer Bank nach der UBS keinen größeren Weggang von Mitarbeitern durch strengere Vergütungsregeln. „Es wird immer viel über den Wegzug von Bankern geschrieben“, sagte Dougan. Am Ende aber bewegten sich dann doch nicht so viele wie angenommen. „Und ich glaube, so wird es auch diesmal sein“, erklärte er. Der Credit-Suisse-Chef sieht als Lehre aus der weltweiten Finanzkrise durchaus Bedarf für mehr Regeln in der Bankenwelt. „Es gibt auch Bereiche, in denen meiner Meinung nach in Sachen Regulierung noch nicht genug passiert ist“, sagte Dougan. Vor allem bei der Fähigkeit der Banken, sich selber aus einer finanziellen Schieflage zu retten, müsse mehr getan werden. „Noch immer fehlen geeignete Instrumente, damit nie wieder auf der Welt eine Bank von den Steuerzahlen eines Landes aufgefangen werden muss“, erklärte er. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)