Anlagenbauer rechnen mit hartem Wettbewerb

Anlagenbauer rechnen mit hartem Wettbewerb Frankfurt/Main (dapd). Die deutschen Großanlagenbauer rechnen mit einem deutlich härten Wettbewerb auf dem Weltmarkt, vor allem aus China und Südkorea. Das geht aus einer Studie der Unternehmensberatung Management Engineers im Auftrag des Verbandes Deutscher Maschinen- und Anlagenbauer (VDMA) hervor, die am Montag in Frankfurt am Main vorgestellt wurde. Auch aus Europa werde der Druck der Mitbewerber steigen. 92 Prozent der Befragten sagten demnach, der Konkurrenzdruck habe sich seit 2009 spürbar verstärkt. 97 Prozent sehen eine nochmalige Verschärfung in den kommenden fünf Jahren. Die chinesischen Großanlagenbauer seien die derzeit stärksten Herausforderer auf dem Weltmarkt und würden es auch in näherer Zukunft sein. Zuletzt besonders in den Wettbewerbsfokus gerückt sind der Studie zufolge allerdings die südkoreanischen Anlagenbauer: Verspürten 2011 erst gut die Hälfte der Umfrageteilnehmer zunehmenden Wettbewerbsdruck von dieser Seite, sind es heute bereits 83 Prozent. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)

Linde bleibt auf Rekordkurs und setzt Sparprogramm fort

Linde bleibt auf Rekordkurs und setzt Sparprogramm fort München (dapd). Der Gasehersteller Linde ist auf dem besten Weg, auch 2012 einen Rekordgewinn einzufahren. Von Januar bis September steigerte der DAX-Konzern Umsatz und Ergebnis deutlich, wie der Vorstandsvorsitzende Wolfgang Reitzle am Montag in München sagte. Der Linde-Chef kündigte an, die Kosten weiter zu senken und so die Profitabilität zu erhöhen. Von 2013 bis 2016 sollen die Bruttokosten um 750 bis 900 Millionen Euro verringert werden. Wie sich das auf die Arbeitsplätze auswirkt, konnte er noch nicht sagen. Die Diskussion über seine Nachfolge bezeichnete der 63-jährige Vorstandschef als verfrüht. Reitzle verwies darauf, dass sein Vertrag erst im Mai 2014 auslaufe. Er habe auch keinen Headhunter beauftragt, um einen Nachfolger zu suchen. Entsprechende Berichte wies er als „Ente“ zurück. Dass er nach Ende seines Vertrags direkt in den Aufsichtsrat wechsele, sei auch kein Thema. „Mir macht die Arbeit nach wie vor riesigen Spaß“, sagte Reitzle. Außerdem sei für diese Themen der Aufsichtsrat zuständig. Die „Financial Times Deutschland“ hatte am Freitag berichtet, dass Reitzle Nachfolger von Aufsichtsratschef Manfred Schneider werden wolle. Unternehmenswert seit 2003 verneunfacht Reitzle, der seit Januar 2003 Vorstandschef ist, zog eine positive Bilanz seiner bisherigen Amtszeit. In den vergangenen neun Jahren habe sich der Unternehmenswert verneunfacht, sagte der Konzernchef. Mit seinen jüngsten Zahlen konnte Reitzle die Anleger ebenfalls überzeugen. Linde war nach der Veröffentlichung der Zahlen stärkster DAX-Wert. Am frühen Nachmittag stand die Aktie mehr als zwei Prozent im Plus bei 131,80 Euro. In den ersten neun Monaten des Jahres stieg der Umsatz gegenüber dem Vorjahr um 8,4 Prozent auf 11,06 Milliarden Euro. Der operative Gewinn erhöhte sich um 8,5 Prozent auf 2,56 Milliarden Euro. „Wir liegen weiterhin auf Kurs, obwohl die Rahmenbedingungen in den vergangenen Monaten schwieriger geworden sind“, sagte Reitzle. Er bestätigte den kurz- und mittelfristigen Ausblick des Unternehmens. So will Linde das Rekordergebnis des vergangenen Jahres übertreffen. Damals hatte Linde 3,2 Milliarden Euro operativen Gewinn gemacht und 13,8 Milliarden Euro umgesetzt. Im kommenden Jahr strebt Reitzle ein operatives Ergebnis von mindestens vier Milliarden Euro an. Gasgeschäft legt um ein Zehntel zu Während Linde im Hauptgeschäft mit Gasen Umsatz und Gewinn deutlich steigern konnte, stagnierte der Anlagenbau. Die Erlöse der Gasdivision legten in den ersten neun Monaten gegenüber dem Vorjahr um mehr als ein Zehntel auf 9,15 Milliarden Euro zu. Das operative Ergebnis verbesserte sich ebenfalls um über zehn Prozent auf 2,48 Milliarden Euro. Auch die Übernahme des amerikanischen Medizingasespezialisten Lincare, den Linde im Sommer für 3,7 Milliarden Euro gekauft hatte, wirkte sich dem Vorstandschef zufolge dabei positiv aus. Linde ist damit der weltweit größte Gasehersteller im Bereich Gesundheitsvorsorge. Im Anlagenbau setzte Linde von Januar bis September 1,74 Milliarden Euro um. Das sind 36 Millionen Euro weniger als vor einem Jahr. Das operative Ergebnis blieb konstant bei 214 Millionen Euro. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)

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Opposition empört über Sonderkonditionen für CDU-Mitglieder

Opposition empört über Sonderkonditionen für CDU-Mitglieder Berlin (dapd). Die Opposition greift die CDU wegen der Sonderkonditionen für ihre Mitglieder bei der privaten Krankenversicherung AXA an. „Solch ein Gruppenvertrag ist völlig inakzeptabel“, sagte der gesundheitspolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Karl Lauterbach. Linken-Gesundheitsexperte Harald Weinberg sprach von einer „Kungelei allererster Güte“. Grünen-Fraktionschefin Renate Künast kündigte an, die geltenden Regeln auf den Prüfstand stellen zu wollen. Am Wochenende war bekannt geworden, dass die Partei mit der Versicherung seit 1999 einen Vertrag hat, der CDU-Mitgliedern einen Rabatt in Höhe von fünf Prozent einräumt. SPD: Union gibt Unabhängigkeit auf Lauterbach warf der Union Heuchelei vor. „Die Union gibt für ein paar Prozent Rabatt ihre politische Unabhängigkeit auf“, sagte Lauterbach der Nachrichtenseite „Spiegel Online“. Man müsse sich nicht wundern, wenn die CDU „beim Thema Zwei-Klassen-Medizin auf der Seite der Versicherer und nicht der Bürger“ stehe. Der SPD-Abgeordnete forderte die CDU auf, „vom Gruppenvertrag Abstand zu nehmen“. Weinberg sagte auf dapd-Anfrage in Berlin: „Wenn Sondertarife einer privaten Krankenversicherung von der Parteimitgliedschaft abhängen und gleichzeitig das Wohlergehen der privaten Krankenversicherung von Entscheidungen der CDU abhängt, dann ist das Kungelei allererster Güte.“ Es sei zu prüfen, inwiefern Rabatte für CDU-Mitglieder zulasten anderer Mitglieder der Krankenversicherung gingen. Künast will Sponsoring-Regeln schärfen Grünen-Fraktionschefin Künast verlangte, die Regeln für das Sponsoring von Parteien müssten geschärft werden. „Sponsoring – ob direkt oder indirekt – muss wie Parteispenden behandelt werden und deshalb den gleichen Pflichten zur Veröffentlichung unterliegen“, sagte sie „Spiegel Online“. Dies sei notwendig, damit „die Versicherten wissen, für wessen Rabatte sie draufzahlen“. Die Sonderkonditionen für CDU-Mitglieder sind kein Einzelfall. Anfang 2010 wurde bekannt, dass FDP-Mitglieder von einem Gruppenvertrag ihrer Partei mit der privaten Deutschen Krankenversicherung AG (DKV) profitieren. Die SPD bietet Mitgliedern zwar keinen Rabatt bei Krankenversicherungen an, sie offerieren aber unter anderem „leistungsstarke Vorteile für SPD-Mitglieder“ bei einem Automobilclub. dapd (Politik/Politik)

EKD-Synode soll Reformationsjubiläum vorbereiten

EKD-Synode soll Reformationsjubiläum vorbereiten Berlin (dapd). Die Ende der Woche beginnende Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) wird sich hauptsächlich mit dem 2017 anstehenden Reformationsjubiläum auseinandersetzen. Wie im vergangenen Jahr wolle man eine theologische Diskussion führen, sagte die Präses der Synode der EKD, Katrin Göring-Eckardt, am Montag in Berlin. Am Ende solle die Frage, „was Reformation für uns heute bedeutet“, beantwortet werden können. Am 31. Oktober werde zusätzlich das „Jahr der Toleranz“ ausgerufen. Dabei wolle man sich insbesondere auch mit den Schattenseiten der Reformation auseinandersetzen. Man könne ein großes Fest nur feiern, wenn man sich mit allen Seiten der Geschichte beschäftigt hat, erläuterte Göring-Eckardt. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel wird sich in einer halbstündigen Rede auf der Synode zum Reformationsjubiläum äußern. Im Jahr 1517 hatte Martin Luther in Wittenberg 95 Thesen veröffentlicht, die letztlich die Reformation auslösten. dapd (Politik/Politik)

Bundesregierung lehnt Schuldenschnitt für Griechenland ab

Bundesregierung lehnt Schuldenschnitt für Griechenland ab Berlin (dapd). Die Bundesregierung weist Forderungen nach einem Schuldenschnitt der öffentlichen Gläubiger Griechenlands zurück. Dass öffentliche Kreditgeber auf einen Teil ihrer Außenstände verzichteten, komme „aus unserer Sicht nicht infrage“, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag in Berlin. Die Sprecherin des Bundesfinanzministeriums, Marianne Kothé, bestätigte diese Auffassung. Beide verwiesen zur Begründung auf einen Passus der Bundeshaushaltsordnung, wonach Kredite nur gewährt werden dürften, wenn die Rückzahlung wahrscheinlich sei. Ein Schuldenschnitt bedeute aber einen Ausfall. Somit könne Griechenland danach wegen mangelnder Kreditwürdigkeit nicht mehr mit frischen Darlehen unterstützt werden. „Wir würden uns da selber die Hände binden“, sagte Seibert. dapd (Politik/Politik)

Kritik an CSU in Medienaffäre hält an

Kritik an CSU in Medienaffäre hält an Berlin (dapd). Die Kritik an der CSU wegen versuchter Einflussnahme auf die Medienberichterstattung reißt nicht ab. Der Lack der offenen und modernen Partei, den Parteichef Horst Seehofer mühevoll über die alte CSU zu streichen versucht habe, sei ab, sagte SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles am Montag. Für neue Empörung bei der Opposition sorgt derweil der bayerische CSU-Fraktionschef Georg Schmid, der eine eidesstattliche Versicherung von Journalisten verlangte, die Vorwürfe gegen seine Partei erheben. Nahles sagte der Zeitung „Die Welt“: „Hinter der Fassade findet sich noch immer das alte verfilzte CSU-System, das die Methoden einer Staatspartei an den Tag legt.“ Die SPD-Politikerin forderte CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt auf: „Sorgen Sie endlich für die versprochene Aufklärung.“ CSU-Sprecher Hans Michael Strepp war am Donnerstag von seinem Amt zurückgetreten, nachdem ihm vorgeworfen worden war, er habe mit einem Anruf beim ZDF eine Berichterstattung über die SPD verhindern wollen. Am Wochenende wurde zudem bekannt, dass sich die Sprecherin von Minister Markus Söder (CSU), Ulrike Strauß, im März 2011 beim Bayerischen Rundfunk über einen kritischen Beitrag beschwert hatte. Der Sender strahlte den Beitrag anschließend nicht mehr aus. CSU-Fraktionschef Schmid beklagte laut „Bild“-Zeitung, es werde „viel ins Blaue hinein diskutiert“. Er forderte: „Soll doch einer der Redakteure, der SMS oder Drohanrufe von uns erhalten haben will, eine eidesstattliche Versicherung leisten.“ Die bayerische Grünen-Spitzenkandidatin Magarete Bause nannte den Vorstoß Schmids „ungeheuerlich“. „Anstatt endlich für eine umfassende und umgehende Aufklärung zu sorgen und sich bei den betroffenen Medien zu entschuldigen, versucht die CSU weiterhin, Journalisten einzuschüchtern“, sagte Bause in München. SPD-Landtagsfraktionschef Markus Rinderspacher sprach von einem „gravierenden Vorgang“. Das sei bereits die zweite Attacke auf die journalistische Integrität des ZDF, sagte er der dapd. Erst habe die CSU versucht, die Berichterstattung über die politische Konkurrenz zu verhindern. Mit der Forderung nach einer eidesstattlichen Versicherung unterminiere die Partei jetzt noch die Glaubwürdigkeit der Redaktion. Untersuchungsausschuss nur „Ultima Ratio“ Rinderspacher stellte klar, er setze voll auf die Aufklärung der Affäre in den ZDF-Gremien. „Im Moment streben wir keinen Untersuchungsausschuss im Landtag an.“ Die Einsetzung eines solchen Gremiums sei nur die „Ultima Ratio“. FDP-Landtagsfraktionschef Thomas Hacker sagte der „Welt“, ein Untersuchungsausschuss sei „rechtlich wohl gar nicht möglich, weil kein Regierungshandeln vorliegt, sondern ein Fehlverhalten eines Parteimitglieds“. Er appellierte jedoch an die Journalisten, über jegliche versuchte Einflussnahme zu berichten. Hacker warnte vor zu viel Macht in Händen der Christsozialen. Die Anrufe bei Journalisten zeigten, „wie wichtig es ist, dass die CSU nicht in die Alleinherrschaft zurückkehren darf“. Zur Zukunft des ehemaligen CSU-Sprechers sagte Hacker: „Da Herr Strepp, bevor er CSU-Sprecher wurde, offenbar Beamter war, muss man schon überlegen, ob so ein massiver Verstoß dienstrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen müsste“. Man müsse in diesem Fall genau beobachten, in welchem Bereich Strepp in Zukunft eingesetzt werde. dapd (Politik/Politik)

Von der Leyen will Kurzarbeitergeld derzeit nicht ausweiten

Von der Leyen will Kurzarbeitergeld derzeit nicht ausweiten Berlin (dapd). Das Bundesarbeitsministerium sieht derzeit keinen Anlass für eine Ausweitung des Kurzarbeitergeldes. Es werde im Ministerium sehr genau auf die Gründe geschaut, warum Kurzarbeitergeld beantragt wird, sagte ein Sprecher von Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) am Montag in Berlin. Er fügte hinzu: „Im Moment, so genau wir auch hinschauen, können wir nicht erkennen, dass es überwiegend schon konjunkturelle Gründe gäbe dafür.“ Allerdings werde das Ministerium „umgehend“ handeln, wenn „wir zu der Erkenntnis kommen, dass es auch Zeit ist nachzusteuern“. Am Wochenende hatte der Arbeitgeberverband Gesamtmetall von der Bundesregierung eine sofortige Ausweitung des Kurzarbeitergeldes gefordert. In der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ sprach sich Verbandspräsident Rainer Dulger für die Wiedereinführung der Regeln aus, die während der Wirtschaftskrise vor drei Jahren gegolten hatten. So solle die Kurzarbeit statt sechs Monate bis zu vierundzwanzig Monate laufen können. Außerdem sollten Arbeitgeber keine zusätzlichen Sozialabgaben zahlen müssen. So könne Deutschland krisenfester gemacht und Arbeitsplätze gesichert werden, erklärte Dulger. dapd (Politik/Politik)

Homburger muss sich Kampfkandidatur um FDP-Spitzenkandidatur stellen

Homburger muss sich Kampfkandidatur um FDP-Spitzenkandidatur stellen Ludwigsburg/Stuttgart (dapd). Bei der Wahl des Spitzenkandidaten der baden-württembergischen FDP für die Bundestagswahl 2013 muss sich die Landesvorsitzende Birgit Homburger einer Kampfkandidatur stellen. Der FDP-Bundestagskandidat für den Wahlkreis Ludwigsburg, Alexander Deicke, kündigte am Montag an, dass er ebenfalls kandidieren werde. Er bestätigte einen entsprechenden Bericht der „Bild“-Zeitung (Montagausgabe). Der 35 Jahre alte Rechtsanwalt sagte auf dapd-Anfrage, die Südwest-Liberalen müssten angesichts der Umfrageergebnisse ein Signal setzen, dass sie bereit sei, sich neu zu erfinden. Die FDP brauche dazu ein neues Gesicht, sonst werde es schwer im Wahlkampf. Bislang hatte Homburger, die auch Vizevorsitzende der Bundespartei ist, keinen Gegenkandidaten bei der Bewerbung um Platz eins auf der Landesliste der Südwest-FDP, die am 17. November in Villingen-Schwenningen aufgestellt wird. Die 47-Jährige ist sei Juli 2004 Landesvorsitzende der FDP Baden-Württemberg. dapd (Politik/Politik)

Deutsche besitzen so viel Geld wie nie zuvor

Deutsche besitzen so viel Geld wie nie zuvor Frankfurt/Main (dapd). Das Geldvermögen der Bundesbürger ist im zweiten Quartal auf den Rekord von 4.811 Milliarden Euro gestiegen. Mit 9 Milliarden Euro oder einem Zuwachs von 0,2 Prozent fiel der Anstieg gegenüber dem Vorquartal aber vergleichsweise gering aus, wie die Bundesbank am Montag in Frankfurt am Main mitteilte. Schuld waren demnach Kursverluste an den Kapitalmärkten in Höhe von rund 30 Milliarden Euro. Besonders stark setzten die Sparer den Angaben zufolge auf Tagesgeld, auf Versicherungen und etwas stärker auch auf Aktien. Die Entwicklung sei außergewöhnlich, erklärten die Experten der Bundesbank, denn zugleich hätten die Privathaushalte ihre Anlagen in Termingeld und deutsche Staatsanleihen reduziert. Grund seien wohl die niedrigen Zinsen und die Unsicherheit im Zusammenhang mit der Schuldenkrise in Europa. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)

BDI: Exporte helfen beim Wachstum

BDI: Exporte helfen beim Wachstum Berlin (dapd). Die Exporte haben im ersten Halbjahr 2012 die Wirtschaft in Deutschland gestützt. Von der Binnennachfrage gingen jedoch keine Wachstumsimpulse mehr aus, wie aus dem am Montag in Berlin vorgelegten Konjunkturreport des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI) hervorgeht. „Die deutsche Wirtschaft wächst in diesem Jahr trotz schwierigen Umfelds, und die exportstarke Industrie treibt das Wachstum“, erklärte BDI-Hauptgeschäftsführer Markus Kerber. „Ob wir in diesem Jahr noch ein Prozent Wachstum erreichen, wird entscheidend davon abhängen, wie das vierte Quartal verläuft.“ Der Wachstumsbeitrag der Exportindustrie zum Bruttoinlandsprodukt betrug laut BDI im ersten Quartal 0,7 Prozent, im zweiten waren es noch 0,3 Prozent. Dank stark gestiegener Exporte in Länder außerhalb der Eurozone habe sich die deutsche Wirtschaft der schwachen konjunkturellen Entwicklung im Euroraum entziehen können. Für gefährlich hält Kerber jedoch die derzeitige Investitionsschwäche. Er warf der Bundesregierung vor, zu wenig für bessere Investitionsbedingungen im Industrieland Deutschland zu unternehmen. „Vielmehr bringt sie durch offene Fragen in der Energiepolitik zusätzliche Unsicherheit in das Investitionskalkül der Unternehmen“, sagte Kerber. Laut BDI brachen die Bruttoinvestitionen im zweiten Quartal um 1,8 Prozent im Vergleich zum ersten Vierteljahr 2012 ein. Unter Verweis auf die auf Rekordhöhe gestiegenen Steuereinnahmen warnte Kerber davor, dass der Staat den Verbrauchern zunehmend Kaufkraft entziehe. Dies geschehe sowohl durch die sogenannte kalte Steuerprogression als auch durch die von der Energiewende getriebenen Strompreiserhöhungen. Die kalte Progression macht geringe Lohnerhöhungen durch einen Anstieg des Steuertarifs wieder zunichte. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)