Skandinavische TV-Sender und Internet schieben ProSiebenSat.1 an

Skandinavische TV-Sender und Internet schieben ProSiebenSat.1 an Unterföhring (dapd). Trotz rückläufiger Erlöse im deutschen Fernsehgeschäft strebt der Medienkonzern ProSiebenSat.1 in diesem Jahr ein Rekordergebnis an. Nachdem das Unternehmen im dritten Quartal den Gewinn im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdoppeln konnte, bestätigte das Unternehmen am Donnerstag seine Prognose für das Gesamtjahr. Von Juli bis September stieg das bereinigte Nettoergebnis um 42,2 Millionen auf 65,1 Millionen Euro, wie ProSiebenSat.1 in Unterföhring bei München mitteilte. Den Umsatz erhöhte der Konzern um 7,1 Prozent auf 636,9 Millionen Euro. Einbußen bei den deutschen TV-Sendern konnte ProSiebenSat.1 mit seinen Fernsehkanälen in Nordeuropa und dem Internetgeschäft mehr als ausgleichen. Der Vorstandsvorsitzende Thomas Ebeling sagte, es zahle sich aus, dass der Konzern „konsequent in neue Wachstumsmärkte investiert“ habe. So war der Digitalbereich, zu dem die Vermarktung von Online-Video-Werbung, die Internet-Videothek Maxdome, die Musik-Sparte und die Online-Spiele gehören, im dritten Quartal stärkster Wachstumstreiber. Das um Einmaleffekte bereinigte operative Ergebnis in diesem Segment stieg im Vergleich zum Vorjahr um mehr als die Hälfte auf 22 Millionen Euro. Im internationalen Fernsehgeschäft konnte ProSiebenSat.1 ebenfalls zulegen. Die in den vergangenen sechs Jahren in Norwegen, Schweden, Finnland und Dänemark gegründeten acht TV-Sender hätten schnell und kontinuierlich Marktanteile gewonnen, berichtete das Unternehmen. Das bereinigte operative Ergebnis erhöhte sich in diesem Bereich um mehr als 40 Prozent auf 25 Millionen Euro. Gespräche über Verkauf der nordeuropäischen Sender Die Kanäle, zu denen unter anderem die norwegischen TV-Sender MAX und VOX gehören, wird der Konzern möglicherweise verkaufen. Im Spätsommer habe es Gespräche mit möglichen Interessenten gegeben, hieß es im Konzern. Derzeit würden die Angebote geprüft. Wegen rückläufiger Werbeeinnahmen im deutschsprachigen Fernsehgeschäft verdiente der Konzern im dritten Quartal operativ mit 122,3 Millionen Euro 6,6 Prozent weniger als im Vorjahr. Als einen Grund führte der Sender die Olympischen Spiele an, die ausschließlich von öffentlich-rechtlichen Sendern übertragen wurden. So lag der Marktanteil von Sat.1, ProSieben, Kabel eins und Sixx im dritten Quartal mit 26,8 Prozent unter dem Vorjahr (29,4 Prozent). In das laufende vierte Quartal seien alle Geschäftsbereichen positiv gestartet, teilte der Konzern mit. ProSiebenSat.1 geht deshalb davon aus, das Rekordergebnis aus dem Vorjahr zu übertreffen. 2011 hatte der Konzern ein bereinigtes operatives Ergebnis in Höhe von 850 Millionen Euro erzielt. Die Aktie des MDAX-Unternehmens verlor am Donnerstag deutlich an Wert. Gegen 14.00 Uhr stand sie knapp zwei Prozent im Minus bei 21,11 Euro. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)

Export und Industrieumsatz geben im September kräftig nach

Export und Industrieumsatz geben im September kräftig nach Wiesbaden (dapd). Die deutschen Exporte und die Erlöse der Industrie sind im September so stark gesunken wie zuletzt im Krisenjahr 2009. Der Gesamtwert der ausgeführten Waren fiel gegenüber dem Vorjahresmonat um 3,4 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag mitteilte. Die preis- und saisonbereinigten Umsätze des verarbeitenden Gewerbes gingen im Jahresvergleich um 2,6 Prozent zurück. Ein größeres Minus im Jahresvergleich gab es beim Export zuletzt im November 2009 und beim Industrieumsatz im Dezember 2009. Der Bundesverband Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA) machte die Eurokrise für den Rückgang der Exporte verantwortlich. „Die europäische Schuldenkrise wirft ihre Schatten auf den deutschen Außenhandel“, sagte BGA-Präsident Anton Börner. „Die deutschen Exporte in die EU-Länder und insbesondere in die Eurozone brechen so stark ein wie zuletzt in der Finanzkrise“, stellte er fest. Auch der Bundesverband der deutschen Industrie (BDI) erklärte, die Exportdynamik habe aufgrund schwächerer Weltmärkte deutlich nachgelassen. Das Exportwachstum habe im ersten Quartal 2012 noch bei 3,0 Prozent gegenüber dem Vorquartal gelegen. Im dritten Quartal seien die deutschen Ausfuhren nur noch um 0,3 Prozent gewachsen, verwies der BDI auf die besseren Drei-Monats-Zahlen. Auf Jahressicht gehe der BDI nun von bis zu vier Prozent Exportwachstum aus. Umsatz der Autoindustrie bricht ein Vor allem stark gesunkene Ausfuhren in den Euroraum brachten den Motor der deutschen Wirtschaft ins Stottern. Die Exporte in den Währungsraum sanken im September gegenüber dem Vorjahresmonat um 9,1 Prozent auf 34,5 Milliarden Euro. Die Ausfuhren in andere EU-Staaten gingen um 2,7 Prozent zurück. Der Export in das übrige Ausland wuchs dagegen leicht um 1,8 Prozent. Die Exportzahlen des Statistischen Bundesamtes sind nicht um Preissteigerungen bereinigt. Die Umsätze der deutschen Industrie sanken im Monatsvergleich von August auf September um 3,0 Prozent, wobei Preissteigerungen und saisonale Einflüsse bereits herausgerechnet sind. Das war das stärkste Minus seit Februar 2009. Mit Kunden aus der Eurozone machte das deutsche verarbeitende Gewerbe dabei 7,4 Prozent weniger Umsatz. Insgesamt sank der Exportumsatz um 4,0 Prozent, der Inlandsumsatz um 2,0 Prozent. Die deutschen Autobauer traf die Exportflaute besonders heftig. Ihre Umsätze mit dem Euro-Ausland brachen von August auf September um 9,8 Prozent ein. Die gesamten Umsätze der Branche schrumpften zugleich um 7,4 Prozent. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)

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Reiseland Deutschland steuert auf Übernachtungsrekord zu

Reiseland Deutschland steuert auf Übernachtungsrekord zu Norderney (dapd). Als Reiseland erfreut sich Deutschland bei Touristen aus dem In- und Ausland ungebremster Beliebtheit und steuert auf einen neuen Bestwert bei der Übernachtungszahl zu. „In diesem Jahr erreichen wir in Deutschland erstmals die Marke von 400 Millionen Übernachtungen“, sagte der Präsident des Deutschen Tourismusverbands (DTV), Reinhard Meyer, am Donnerstag anlässlich des Deutschen Tourismustages auf Norderney. Im Gesamtjahr rechne der Branchenverband „mit einem Plus von bis zu vier Prozent im Vergleich zum Vorjahr“, fügte Meyer hinzu. Seit Jahren verzeichne der Deutschland-Tourismus Zuwächse. In den ersten neun Monaten dieses Jahres stieg die Zahl der Übernachtungen in deutschen Hotels, Pensionen und auf Campingplätzen nach Verbandsangaben um vier Prozent. Von den zwischen Januar und Ende September registrierten gut 320 Millionen Übernachtungen entfielen demnach fast 54 Millionen auf ausländische und rund 266 Millionen auf einheimische Gäste. Im Trend lag den Angaben zufolge besonders der Städtetourismus. Die größten Wachstumsraten erzielten dabei Hamburg und Berlin. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)

HypoVereinsbank spart bei den Führungskräften

HypoVereinsbank spart bei den Führungskräften München (dapd). Die HypoVereinsbank will ihr Geschäft verstärkt regionalisieren und gleichzeitig im Management sparen. Etwa jeder zweite der 150 Niederlassungsleiter müsse seine Position aufgeben, verlautete am Donnerstag aus dem Umfeld der Münchner Bank. Gleichzeitig soll das Geschäft der Bank künftig dreigeteilt werden, wie die deutsche Tochter der italienischen Großbank Unicredit mitteilte. Neben einer Privatkunden- und einer Unternehmer-Bank werde es einen Bereich Corporate und Investment Banking geben. Vorstandssprecher Theodor Weimer sagte: „Mit der neuen Organisationsstruktur setzen wir auf mehr Unternehmertum in der Bank.“ So teilt die Bank ihr klassisches Bankgeschäft in sechs Regionen ein und setzt jeweils für die Privatkunden- und die Unternehmerseite einen Leiter ein. Diese bekämen mehr Freiheiten, stünden dafür aber auch stärker in der Verantwortung, hieß es. Filialen und Kundenbetreuer sollen nicht eingespart werden. Das Konzept soll bis zum Jahresende stehen. Betriebsrat und Bankführung verhandeln über die Umbaupläne. In einem internen Papier, das der Nachrichtenagentur dapd vorliegt, schrieb Weimer an die Mitarbeiter: „Nur die Banken werden zu den ‚Gewinnern‘ zählen, die rasch und konsequent auf Veränderungen reagieren, bereit sind, alte Zöpfe abzuschneiden, sich neuen Entwicklungen zu öffnen und diese Herausforderungen als unternehmerische Chancen begreifen.“ In Anspielung darauf, dass Niederlassungsleiter andere Aufgaben bekämen, sagte der Bankchef: „Eine Management-Position ist nicht zwingend höher einzuschätzen als eine Position, in der jemand am Kunden Bruttobeiträge erwirtschaftet.“ Die sechs Regionen für das Privatkundengeschäft werden den Plänen zufolge Nord/West, Südwest, Ost sowie Bayern Nord, Bayern Süd und München sein. In der Unternehmer-Bank gibt es die Unterteilung: Nord, West, Südwest, Ost, Bayern-Nord und Bayern Süd. Die HypoVereinsbank hatte in den vergangenen Jahren zahlreiche Stellen abgebaut. Nach eigenen Angaben hat die Bank in Deutschland rund 17.000 Mitarbeiter und unterhält etwa 780 Geschäftsstellen. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)

BASF stärkt Forschung in Ludwigshafen

BASF stärkt Forschung in Ludwigshafen Ludwigshafen (dapd). Mit einem neuen Forschungszentrum will der Chemiekonzern BASF den Stammsitz Ludwigshafen international wettbewerbsfähig halten. Für 50 Millionen Euro soll bis zum zweiten Halbjahr 2015 ein Neubau entstehen, in dem rund 200 Forscher verschiedener Fachrichtungen arbeiten werden, wie der DAX-Konzern am Donnerstag mitteilte. Dadurch soll eine noch engere Zusammenarbeit möglich werden. „Innovationen auf Basis effizienter und effektiver Forschung und Entwicklung sind ein wichtiger Eckpfeiler unserer Strategie und Garant für organisches Wachstum“, sagte Vorstandsmitglied Andreas Kreimeyer zu dem Vorhaben. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)

Auf den Gabentisch kommt teures Spielzeug

Auf den Gabentisch kommt teures Spielzeug Berlin (dapd). Teures Spielzeug wird einer der Umsatztreiber im diesjährigen Weihnachtsgeschäft. Im Durchschnitt liegen für jedes Kind Geschenke für 250 Euro auf dem Gabentisch, wie aus Zahlen und Prognosen hervorgeht, die Branchenverbände am Donnerstag in Nürnberg und Berlin veröffentlichten. Danach werden die deutschen Einzelhändler im November und Dezember erstmals mehr als 80 Milliarden Euro umsetzen. Der Handelsverband Deutschland (HDE) rechnet sowohl für das Weihnachtsgeschäft als auch für das Gesamtjahr mit einem Umsatzzuwachs von 1,5 Prozent im Vergleich zu 2011. Um den Andrang in den Monaten November und Dezember zu bewältigen, wollen die Händler demnach etwa 30.000 zusätzliche Aushilfen einstellen. Die Spielwarenbranche erwartet beim Jahresumsatz sogar ein Plus von drei Prozent auf 2,7 Milliarden Euro. HDE-Präsident Josef Sanktjohanser sah als Hauptursache für den erwarteten Umsatzzuwachs die gute Beschäftigungslage. Die Bürger hätten in ihrer Gesamtheit mehr Geld zur Verfügung, und das gäben sie auch aus. Seine Branche sei in „robuster Verfassung“, aber die Margen und das verfügbare Einkommen der Kunden würden zunehmend durch die steigenden Energiepreise geschwächt. Nicht anders als vor 50 Jahren Hersteller klassischer Geschenke wie Kosmetika, Uhren, Schmuck und Spielwaren zeigten Optimismus, während die Bekleidungshändler eher verhalten aufs Weihnachtsgeschäft schauten, sagte der HDE-Präsident. Beim Spielzeug seien ferngesteuerte Autos und Hubschrauber, Brettspiele, Autorennbahnen und Modelleisenbahnen gefragt – „nicht anders als vor 50 Jahren“, sagte Sanktjohanser. Bei den Spielwaren treibt vor allem der Verkauf hochwertiger und teurer Produkte und weniger die Stückzahl den Umsatz, wie der Bundesverband des Spielwaren-Einzelhandels (BVS) und der Deutsche Verband der Spielwaren-Industrie (DVSI) berichteten. Hinzu komme, dass Eltern und Großeltern für ihre Kinder und Enkel mehr Geld ausgäben: Pro Kind werden dieses Jahr nach Schätzungen des Marktforschers Eurotoys für etwa 250 Euro Spielsachen gekauft. Das größte Umsatzpotenzial sieht Eurotoys in der Gruppe der Sechs- bis Zehnjährigen. Positiv bewerteten die Verbände die Situation im Onlinemarkt. Der HDE erklärte, im Internet würden die Händler im ganzen Jahr 29,5 Milliarden Euro umsetzen. Das wäre eine Steigerung um 13 Prozent gegenüber 2011. Auf das Weihnachtsgeschäft allein entfielen davon 7,4 Milliarden Euro. Auch Spielzeughändler wachsen vor allem im Internet. Das Onlinegeschäft habe seinen Marktanteil von 21 auf 25 Prozent ausgeweitet, hieß es. Die nach wie vor wichtigste Einkaufsstätte bleibt laut BVS-Geschäftsführer Willy Fischel aber der Fachhandel mit knapp 38 Prozent Umsatzanteil. Nachdem die für 2012 erwarteten Preiserhöhungen geblieben sind und die Preise auch im Weihnachtsgeschäft stabil bleiben sollten, rechnen BVS und DVSI für 2013 mit leichten Preisanstiegen. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)

Staatsanwälte verdächtigen UBS der Beihilfe zur Steuerhinterziehung

Staatsanwälte verdächtigen UBS der Beihilfe zur Steuerhinterziehung Stuttgart/Mannheim (dapd). Der Schweizer Großbank UBS droht ein neuer Skandal, der auch das Steuerabkommen zwischen Deutschland und der Schweiz torpedieren könnte. Die Staatsanwaltschaft Mannheim leitete ein Ermittlungsverfahren gegen unbekannte Verantwortliche der UBS Deutschland AG wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung ein, sagte Sprecher Peter Lintz am Donnerstag der Nachrichtenagentur dapd. Damit bestätigte er einen Bericht der „Stuttgarter Nachrichten“. Die Bank wies die Vorwürfe zurück. Dem Bericht zufolge sollen Kapitalanleger über ein internes Verrechnungskonto der UBS Gelder am Fiskus vorbei in die Schweiz transferiert haben. Lintz sagte, die Staatsanwaltschaft sei durch einen Einzelfall aufmerksam geworden und ermittle seit März 2012. Im Mai habe es Durchsuchungen der Geschäftsräume der Großbank gegeben. Die Auswertung der Daten dauere an. Sollte sich der Verdacht erhärten, wäre es für die Bank doppelt peinlich. „Wir bieten deutschen Kunden keine Steuerberatung und keine Unterstützung bei Handlungen zur Steuerumgehung“, hatte sie noch im September in einer Stellungnahme für den Deutschen Bundestag erklärt. UBS weist Vorwürfe zurück Die Bank wies auch am Donnerstag die Vorwürfe zurück. „Die Zahlungssysteme und Konten sind transparent und werden von einer Vielzahl von Kunden, einschließlich Behörden, zur Ausführung von Daueraufträgen genutzt“, hieß es in einer Stellungnahme. „Entgegen der jüngsten Berichterstattung handelt es sich daher nicht um illegale Überweisungen über ein internes Verrechnungskonto, sondern um reguläre Überweisungen in das Ausland“, erklärte das Institut. Nach den Milliardenverlusten eines Londoner Händlers der Großbank und dem angekündigten Abbau von fast 10.000 Arbeitsplätzen kommt das Institut damit nicht zur Ruhe. Noch fataler: Das Bekanntwerden des Ermittlungsverfahrens kommt zu einem politisch sensiblen Zeitpunkt. Der Bundesrat muss dem vom Bundestag gebilligten Steuerabkommen mit der Schweiz noch zustimmen. Die von SPD oder Grünen angeführten Landesregierungen drohen allerdings mit Blockade. Für den baden-württembergischen Finanzminister Nils Schmid (SPD) wird mit dem Ermittlungsverfahren eine Zustimmung noch unwahrscheinlicher. „Wenn die Medienberichte zutreffen, ist eines klar, dann ist das Vertrauen in die Schweizer Banken aufs Tiefste erschüttert“, sagte er und fügte hinzu: „Alles, was das Vertrauen in die Schweizer Banken untergräbt, versetzt dem Abkommen in dieser Form den Todesstoß.“ Auch der nordrhein-westfälische Finanzminister Norbert Walter-Borjans (SPD) sieht seine kritische Haltung bestätigt. Sollte der Verdacht zutreffen, wäre dies ein „eindeutiger Beleg“ dafür, dass die Banken „noch immer meilenweit entfernt sind von einer Weißgeldstrategie“. Durch die sogenannte Weißgeldstrategie soll sichergestellt werden, dass Schweizer Kreditinstitute nur Geschäfte mit Kunden machen, die schriftlich versichern, ihr Geld ordnungsgemäß versteuert zu haben. Niedersachsens Finanzminister Hartmut Möllring (CDU) attackierte die Amtskollegen. „Da es keine sachlichen Einwände gibt, werden nun krampfhaft Gründe gesucht, das Abkommen zu torpedieren.“ SPD-Finanzminister bleiben bei ablehnender Haltung Für andere SPD-Finanzminister ändert sich durch die Ermittlungen nicht allzu viel. „Direkt gibt es keinen Zusammenhang“, sagte der rheinland-pfälzische Finanzminister Carsten Kühl. Da das Steuerabkommen, das dem Bundesrat zur Zustimmung vorliegt, erhebliche Lücken habe, könne das Land dem aber nach wie vor nicht zustimmen. Auch an der ablehnenden Haltung der Finanzministerin von Mecklenburg-Vorpommern, Heike Polzin, habe sich nichts geändert, erklärte das Ministerium auf Anfrage. Hamburg will laut Senatssprecher erst unmittelbar vor der Bundesratssitzung am 23. November über das Abstimmungsverhalten entscheiden. Eine Sprecherin des Bundesfinanzministeriums sagte auf dapd-Anfrage, zu konkreten Einzelfällen nehme das Ressort von Minister Wolfgang Schäuble (CDU) keine Stellung. Grundsätzlich gelte, dass derartige Ermittlungsverfahren von dem Abkommen unabhängig seien. Das Steuerabkommen mit der Schweiz soll nach Passieren des Bundesrats 2013 in Kraft treten und sieht vor, in der Schweiz geparktes unversteuertes Vermögen pauschal mit 21 bis 41 Prozent zu besteuern. Deutsche Behörden erhalten zudem ein erweitertes Auskunftsrecht bei der Schweizer Finanzverwaltung. SPD, Linke und Grüne halten das Abkommen für unzureichend. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)

Daimler-Chef sieht europäische Massenhersteller am Abgrund

Daimler-Chef sieht europäische Massenhersteller am Abgrund Hamburg (dapd). Der Vorstandsvorsitzende des Autokonzerns Daimler, Dieter Zetsche, sieht die auf den europäischen Markt konzentrierten Massenhersteller am Abgrund. Volumenhersteller, die auf „Europa fokussiert sind, befinden sich in existenziellen Problemen“, sagte der Manager am Donnerstag auf einer Konferenz der Wochenzeitung „Die Zeit“ in Hamburg. Zetsche erinnerte daran, dass der Automarkt in Europa innerhalb weniger Jahre um drei Millionen Neuwagen eingebrochen sei. Daimler mit seinen Marken Mercedes und Smart sei dagegen um fünf Prozent in Europa gewachsen, während der Markt um zehn Prozent gefallen sei. Zetsche verwies darauf, dass Wachstumschancen für Daimler vor allem in China und den USA warteten. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)

Graumann ruft Juden zu neuem Selbstbewusstsein auf

Graumann ruft Juden zu neuem Selbstbewusstsein auf Frankfurt/Main (dapd). Der Präsident des Zentralrats der Juden, Dieter Graumann, hat die jüdische Gemeinschaft in Deutschland zu neuem Selbstbewusstsein aufgerufen. Auf einer Gedenkfeier zum Jahrestag der Reichspogromnacht vom 9. November 1938 beklagte er am Donnerstag in Frankfurt zwar Rückschläge für die Juden in der Bundesrepublik und nannte den Überfall auf einen Rabbiner in Berlin, schroffe Belehrungen in der Beschneidungsdebatte und, dass das Wort „Jude“ auf Schulhöfen und Sportplätzen noch immer als Schimpfwort benutzt werde. Für Resignation oder gar Selbstaufgabe sei aber kein Platz. „Jetzt erst recht“, rief Graumann aus und empfahl einen „Spirit von unbeirrter, von unbeirrbarer und unverzagter Zuversicht“. Jüdisches Leben in Deutschland sei sicher. Ein Judentum in Hinterzimmern werde es hierzulande nicht geben. „Wir Juden lassen uns nicht einschüchtern“, betonte Graumann und fügte hinzu: „Resignation? Nein Danke“ Nicht mit uns.“ Er wünsche sich ein Judentum, „befeuert von einem erneuerten, rundum positiven jüdischen Spirit“. Wenn Grass walsert In scharfer Form griff Graumann erneut den Schriftsteller Günter Grass wegen dessen „grässlichen“ Gedichts über Israel an, das „ein Dokument von Hass und Hetze gegen den jüdischen Staat“ gewesen sei. Dieses Werk des Literaturnobelpreisträgers sei kein Gedicht, sondern ein Etikettenschwindel, „ein Versatzstück voller Verdrehungen“. Der Schriftsteller brandmarke Israel darin als alleinigen Hauptstörenfried der ganzen Welt. Das Schlimme sei aber, dass es eine solche Stimmung im Land auch wirklich gebe. Grass erinnere damit in unheilvoller weise an die umstrittene Rede Martin Walsers in der Paulskirche vor 14 Jahren, kritisierte Graumann und fuhr fort: „Damals war Walser grässlich. Und dann walserte Grass. Schauderhaft bleibt Beides.“ Die Pogromnacht von 1938 sei weder Anfang noch Höhepunkt der Judenverfolgung gewesen. Aber sie sei eine „Explosion von Enthemmung. Pogrom pur“ gewesen. Viele Menschen hätten damals viel an individueller Schuld auf sich geladen. Es gebe keine Kollektivschuld, „aber es ist ein Schmerz, der einfach nicht vergehen will“, sagte Graumann. Dies nie zu vergessen, gerade um es heute besser zu machen, bleibe „Aufgabe und Auftrag von uns allen zusammen“. Der Frankfurter Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) erinnerte in der Gedenkstunde der Stadt zuvor an die Pogrome in der Mainmetropole. In Frankfurt hätten SA und Parteiverbände ab 05.00 Uhr morgens die Synagogen in Brand gesetzt. Über 3.000 Männer zwischen 18 und 65 Jahren seien unter den Augen vieler Zuschauer auf den Straßen festgenommen und in die Festhalle verschleppt worden. Mehrere Hundert wurden dann vom Südbahnhof in die Konzentrationslager Buchenwald und Dachau verschleppt, wie Feldmann weiter schilderte, der selbst jüdischen Glaubens ist. dapd (Politik/Politik)

Steinbrück will Honorar der Bochumer Stadtwerke spenden

Steinbrück will Honorar der Bochumer Stadtwerke spenden Berlin (dapd). Der designierte SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück will das umstrittene Honorar der Bochumer Stadtwerke von 25.000 Euro spenden. Steinbrück habe die Bochumer Oberbürgermeisterin Ottilie Scholz um die Adressen von drei sozialen Einrichtungen gebeten, an die er das Geld anteilig überweisen könne, berichtete die „Bild“-Zeitung (Freitagausgabe). Er wolle mit der Spende ein „gütliches“ Ende setzen. Das Honorar hatte die Debatte um die üppigen Nebeneinkünfte Steinbrücks weiter angeheizt. Der ehemalige Bundesfinanzminister hat nach eigenen Angaben in den letzten Jahren rund 1,25 Millionen Euro brutto mit Reden und öffentlichen Auftritten eingenommen. Oberbürgermeisterin Scholz teilte als Aufsichtsratsvorsitzende der Stadtwerke mit, der „Atriumtalk“ solle eingestellt werden. Personelle Veränderungen bei den Stadtwerken seien nicht geplant. In dem Streit ging es die Frage, ob Steinbrück von dem Unternehmen vor der Veranstaltung gebeten worden ist, das Honorar zu spenden. Steinbrück zahlt angeblich drauf SPD-Parteikreise bestätigten die Darstellung der Zeitung. Steinbrück erklärte laut „Bild“, es sei im Vorfeld der Vereinbarungen für seinen Rednerauftritt vor den Stadtwerken Bochum von einer Spende nie die Rede gewesen. Dies sei auch durch die entsprechende Unterlassungserklärung der Stadtwerke so klargestellt worden. Dennoch müsse er anerkennen, dass es in der Auseinandersetzung auch „eine andere Wahrnehmung als bei mir“ gegeben habe. Er wolle durch die Spende ein Zeichen für ein „gütliches“ Ende setzen. Laut „Bild“ hat der SPD-Politiker das Honorar komplett versteuert. Mit der jetzigen Spende zahle er rund 13.000 Euro aus eigener Tasche drauf. Die Honorare des designierten SPD-Kanzlerkandidaten lösten zudem eine parlamentarische Debatte um neue Transparenzregelungen aus. Der Bundestag wollte sich am Donnerstagabend erneut mit Vorschlägen der Oppositionsparteien befassen. Fürsprecher fand Steinbrück unterdessen im früheren SPD-Bundesvorsitzenden Rudolf Scharping: „Da ist eine fast schon ungehörige Portion Heuchelei im Spiel“, sagte er der Nachrichtenagentur dapd. Auch der Vorsitzende der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di, Frank Bsirske, hat mit den Nebeneinkünften Steinbrücks keine Probleme. „Entscheidend ist doch, was der SPD-Kandidat inhaltlich vertritt und welches Programm er nach einer möglichen Wahl verbindlich umsetzen wird“, sagte Bsirske der Zeitung „Neue Westfälische“. Das Honorar sei nur ein Problem, wenn es zu Abhängigkeiten komme. „Die kann ich nicht erkennen“, erklärte Bsirske. dapd (Politik/Politik)