Al-Wazir: Jetzt Weg für Urabstimmung bei den Grünen freimachen

Al-Wazir: Jetzt Weg für Urabstimmung bei den Grünen freimachen Wiesbaden (dapd). Der hessische Grünen-Vorsitzende Tarek Al-Wazir hat sich für eine Urabstimmung seiner Partei über die Spitzenkandidaten zur Bundestagswahl 2013 ausgesprochen. Im Interview der Nachrichtenagentur dapd plädierte der Landes- und Fraktionschef für einen entsprechenden Beschluss auf dem Länderrat der Grünen am kommenden Sonntag. Er habe sich eigentlich gewünscht, dass es nicht zu einer solchen Urwahl komme, sagte Al-Wazir. Da es nun aber mindestens vier Kandidaten für zwei Positionen gebe, solle man das Beste aus der Situation machen. Den Parteimitgliedern müsse jetzt auf möglichst vielen Veranstaltungen Gelegenheit gegeben werden, die inhaltlichen Schwerpunkte und unterschiedlichen Politikstile der Kandidaten Jürgen Trittin, Katrin Göring-Eckardt, Renate Künast und Claudia Roth kennenzulernen. „Und danach muss jeder eine weise Entscheidung treffen“, fügte Al-Wazir hinzu. Er wollte sich nicht über seine Favoriten äußern, sagte aber: „Ich wünsche mir, dass es bei den Spitzenkandidaten ein möglichst breites Angebot gibt, was die Spannweite der Partei angeht.“ Schließlich müssten die Grünen bei der Bundestagswahl wirklich ein „Superergebnis“ erzielen, wenn sie einen Regierungswechsel erreichen wollten und nicht einfach eine Rückkehr zur großen Koalition hinnehmen wollten. Al-Wazir vertrat die Ansicht, dass sich die Grünen mit ihrem Personalangebot nicht verstecken müssten. So habe Jürgen Trittin in den letzten Jahren an Ansehen in Partei und Bevölkerung gewonnen. „Aber auch er ist nur einer von mehreren Kandidaten“, fügte der hessische Grünen-Politiker hinzu. Katrin Göring-Eckardt wiederum sei „sicherlich eine Kandidatin, die das Renen spannender macht“. Sie unterscheide sich in Generation, Herkunft und Politikstil von ihren Mitbewerbern. Renate Künast sei bei der Wahl in Berlin der Anspruch auf das Amt des Regierenden Bürgermeisters als anmaßend angekreidet worden, als ehemalige Verbraucherschutzministerin und langjährige Fraktionsvorsitzende habe sie aber den Vorteil einer großen Bekanntheit. Und Claudia Roth verkörpere in ihrer Art und Weise „etwas Authentisches, das uns gut zu Gesicht steht“. Wie das Rennen am Ende ausgehe, wisse er nicht, zumal fast die Hälfte der Grünen-Mitglieder erst ab 2005 in die Partei eingetreten sei. Wichtig sei aber ein fairer Wettbewerb, „bei dem man sich nicht nur oberhalb des Tisches freundlich in die Augen schaut, sondern auch auf Tritte unterm Tisch verzichtet“, sagte Al-Wazir. dapd (Politik/Politik)

Verbraucherzentralen gegen Ausnahmen für Industrie beim Strom

Passau (dapd). Die Verbraucherzentralen haben die Vergünstigungen für energieintensive Unternehmen bei der Ökostrom-Umlage scharf kritisiert. „Die Politik hat die Belange der Verbraucher völlig aus dem Blick verloren“, sagte Gerd Billen, Vorstand des Bundesverbandes der Verbraucherzentralen der „Passauer Neuen Presse“ (Mittwochausgabe).

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Anteil der Diesel-Pkw bei Neuzulassungen auf Rekordhoch

Berlin (dapd). Autos mit Diesel-Motoren erleben in Deutschland einen ungeahnten Boom. In den ersten sieben Monaten dieses Jahres wurden nach Angaben des CAR-Centers Automotive Research an der Universität Duisburg-Essen bundesweit 48,1 Prozent aller Pkw oder 905.097 Wagen mit Dieselantrieb auf die Straße gebracht, wie die Tageszeitung „Die Welt“ (Mittwochausgabe) berichtet.

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Gesine Schwan kritisiert Amtsführung Gaucks

Berlin (dapd). Die Präsidentin der Humboldt-Viadrina School of Governance in Berlin, Gesine Schwan, hat die Amtsführung von Bundespräsident Joachim Gauck kritisiert. Schwan, die selbst zwei Mal für das Amt des Staatsoberhaupts kandidierte, schrieb in einem Beitrag für das Magazin „Cicero“ (September-Ausgabe), Gauck bleibe „hinter den Aufgaben und Chancen seines Amtes zurück“.

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Künast fordert Klimatarif bei Strompreisen als Anreiz zum Sparen

Düsseldorf (dapd). Die Grünen-Fraktionsvorsitzende Renate Künast hat einen Klimatarif bei Strompreisen gefordert, der Energiesparen belohnt. Es wäre sinnvoll, „wenn alle Stromanbieter verpflichtet würden, eine Art Klimatarif anzubieten, bei dem der Grundverbrauch je nach Haushaltsgröße vergleichsweise günstig ist“, sagte Künast der „Rheinischen Post“ (Mittwochausgabe).

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Niebel setzt weiterhin auf enge Kooperation mit China

Berlin (dapd). Kurz vor Beginn der deutsch-chinesischen Regierungskonsultationen wirbt Entwicklungsminister Dirk Niebel (FDP) für eine verstärkte Zusammenarbeit der beiden Staaten auch jenseits von Entwicklungsprojekten. „China als Partner in der wirtschaftlichen Zusammenarbeit ist immer noch spannend für große Bereiche der deutschen Wirtschaft, aber auch der Wissenschaft“, sagte Niebel im Interview der Nachrichtenagentur dapd.

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Berliner SPD-Chef Stöß: Respekt für Thierses Rückzug

Berliner SPD-Chef Stöß: Respekt für Thierses Rückzug Berlin (dapd). Der Berliner SPD-Chef Jan Stöß hat den angekündigten Rückzug des sozialdemokratischen Bundestags-Vizepräsidenten Wolfgang Thierse als „Zäsur“ bewertet. Es sei ein Einschnitt, wenn er nach 24 Jahren als Parlamentarier mit „herausragenden Verdiensten“ nicht mehr kandidiere, sagte Stöß der Nachrichtenagentur dapd. Thierse habe an bedeutenden Entscheidungen mitgewirkt und sei ein „Aushängeschild“ der Berliner SPD. Stöß zollte „großen Respekt“ für dessen Entschluss, aus Altersgründen nicht wieder anzutreten. Der 69-Jährige hatte am Dienstag seinen Rückzug auf seiner Internetseite bekannt gegeben. Er tue das „sehr ungern“, schrieb der SPD-Politiker und deutete damit an, dass sein Schritt auch auf innerparteiliche Widerstände zurückzuführen sein könnte. Thierse sitzt seit 1998 für seine Partei im Bundestagspräsidium. dapd (Politik/Politik)

Ärzte beharren auf Honorarsteigerung

Ärzte beharren auf Honorarsteigerung Berlin (dapd). Vor den entscheidenden Honorarverhandlungen mit den Krankenkassen am (morgigen) Donnerstag haben die Kassenärzte ihre Forderung nach einer deutlichen Einkommenssteigerung bekräftigt. „Unsere Forderung lautet, dass wir einen Inflationsausgleich für die Preisanstiege der Jahre 2008 bis 2012 bekommen“, sagte der Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Köhler, der Tageszeitung „Die Welt“ (Mittwochausgabe). Die KBV verlangt eine Honorarsteigerung von 3,5 Milliarden Euro oder gut zehn Prozent. Eine Kopplung des Honorars an die Zahl der Behandlungen lehnen die Ärzte nach Köhlers Worten ab: „Wenn der Preis wieder von der Leistungsmenge abhängig gemacht wird, wäre dies ein Casus Belli (Kriegsfall) für uns“, warnte Köhler. Er bezog sich damit auf die letzte Reform des ärztlichen Honorars zu Zeiten der Großen Koalition. Damals war das bis dahin feste Budget der Kassenärzte gelockert worden. Nach Angaben des Hauptgeschäftsführers des Ärzteverbands NAV-Virchow-Bundes, Klaus Greppmeir, bereiten sich viele Ärzte bereits auf Protestaktionen vor: „Die niedergelassenen Ärzte sind protestbereit“, sagte Greppmeir der „Welt“. Der Verband habe schon eine Koordinierungsstelle für den Ärzteprotest eingerichtet. dapd (Politik/Politik)

DIHK sieht erste Erfolge in den Euro-Krisenstaaten

Hamburg (dapd). In den Krisenländern der Euro-Zone zeichnen sich laut Deutschem Industrie- und Handelskammertag (DIHK) erste Erfolge der Reformen ab. „Die Lohnstückkosten sind in Irland, Griechenland, aber auch Spanien spürbar gesunken. Fast überall gehen die Defizite bei den Handelsbilanzen deutlich zurück“, sagte DIHK-Referatsleiter Ilja Nothnagel der „Financial Times Deutschland“.

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Gerhard Schröder warnt vor Euro-Aus für Griechenland

Gerhard Schröder warnt vor Euro-Aus für Griechenland Osnabrück (dapd-nrd). Der frühere Bundeskanzler Gerhard Schröder hat vor einem Ende des Euros gewarnt. „Der Zerfall des Euros würde bedeuten, dass Deutschlands Währung in ihrem Wert durch die Decke schießen würde“, sagte der Altkanzler am Dienstag in Osnabrück bei einer Veranstaltung der SPD-nahen Friedrich-Ebert-Stiftung. „Welche Auswirkungen das auf unsere so exportorientierte Wirtschaft haben würde, ist gar nicht auszudenken. Wir könnten einpacken“, sagte Schröder. Die Forderung des CSU-Generalsekretärs Alexander Dobrindt nach einem baldigen Austritt Griechenlands aus dem Euro rügte Schröder: „Wir haben viele Personen, die meinen, aus innenpolitischen Gründen etwas sagen zu müssen. Da will ein Generalsekretär in Bayern seinen Job sichern und betreibt Griechenland-Bashing.“ Die Debatte, ein Land fallen zu lassen, führe dazu, dass die internationalen Spekulanten sich fragten, wann das nächste Land fallengelassen werde. Der Sozialdemokrat unterstützte Athen auch in dem Wunsch, einen Aufschub bei den Sparvorgaben zu bekommen. „Müssen wir denen, die das ernsthaft machen, nicht jenes Maß an Zeit geben, dass sie es auch schaffen?“, fragte Schröder. Er spielte damit auf den Besuch des griechischen Premiers Antonis Samaras bei Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) an, bei dem der vergeblich für Aufschub warb. Innenpolitisch warb Schröder für eine Agenda 2020, um in den kommenden acht Jahren Deutschlands demografisches Problem zu lösen. „Wir können den Facharbeitermangel nur lösen, wenn wir alle qualifizieren“, sagte er. Dabei müssten besonders die Deutschen mit Migrationshintergrund besser gefördert werden. Damit unterstützte Schröder auch den SPD-Spitzenkandidaten für die niedersächsische Landtagswahl im Januar 2013, Stephan Weil. Der nennt den Fachkräftemangel eines der großen Probleme Niedersachsens. Weil will dem mit einer besseren Bildungspolitik begegnen und kritisierte in Osnabrück die Schulpolitik des niedersächsischen Kultusministers Bernd Althusmann (CDU): „Ich bin nicht sicher, dass an der Schule so ausgebildet wird, dass die Schüler nachher auch ausbildungsfähig sind.“ 15 bis 20 Prozent eines Jahrgangs seien ungelernte Kräfte und nicht ausbildungsfähig. „Das sind Ressourcen, die wir nutzen müssen“, forderte er. Lehrer müssten besser ausgebildet werden. Auch müsse der Kontakt zwischen Schule und Wirtschaft intensiviert werden. dapd (Politik/Politik)