Charlotte/Erlangen (dapd). Von den bei Siemens geplanten Einsparungen in Höhe von sechs Milliarden Euro soll der Sektor Energie rund die Hälfte tragen. Das kündigte der für den Geschäftsbereich zuständige Siemens-Vorstand Michael Süß am Dienstag in Charlotte in den USA an. In den kommenden beiden Jahren soll der Energiesektor seine Produktivität um 3,2 Milliarden Euro erhöhen. Der größte Teil umfasse Kosteneinsparungen beispielsweise im Einkauf und durch Optimierungen in der Fertigung, teilte Siemens weiter mit. Der Vorstandsvorsitzende Peter Löscher hatte auf der Bilanz-Pressekonferenz im November ein umfassendes Sparprogramm angekündigt und auch Stellenkürzungen angedeutet. Der Sektor Energie peilt 2014 eine doppelt so hohe Rendite an wie zuletzt. So soll die Ergebnismarge von zuletzt sechs auf mindestens zwölf Prozent steigen. Im laufenden Geschäftsjahr 2012/2013 (seit 1. Oktober) rechnet Süß aufgrund eines schwächeren Auftragseingangs mit einem Umsatzrückgang. 2014 sollten die Erlöse jedoch wieder zulegen. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
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2012 war für den Frankfurter Flughafen ein Jahr der Streiks
Frankfurt/Main (dapd). Lange Schlangen genervter Passagiere, Flugausfälle, Umbuchungen: Für den Frankfurter Flughafen ist 2012 ein Jahr der Streiks gewesen. Die kamen besonders für die Lufthansa zur denkbar unpassenden Zeit, denn der Konzern spart so stark wie nie zuvor und kämpft gegen ein ganzes Bündel an Problemen: Konkurrenz von Billigfliegern und aus dem Nahen Osten, hohe Treibstoffpreise, das Nachtflugverbot und neue Steuern und Abgaben. Die zahlreichen Streiks unterstrichen, wie hilflos ein Flughafen ist, sobald ein Teil der Mitarbeiter die Arbeit niederlegt. Eine kleine, aber dringend gebrauchte Gruppe von rund 220 Vorfeldmitarbeitern versuchte im Februar, zweistellige Lohnzuwächse durchzudrücken. Der Flughafenbetreiber Fraport konnte die zum Teil bloß angelernten Mitarbeiter teilweise ersetzen, trotzdem fielen an drei Tagen Hunderte Flüge aus. Erst das Arbeitsgericht Frankfurt beendete den Streik, indem es ihn wegen formaler Fehler verbot. Die Gewerkschaft ver.di machte im Tarifstreit des öffentlichen Dienstes mit Warnstreiks am Flughafen Druck. Das war ein weiterer Beweis, dass ein Flughafen ein guter Streikort für eine Gewerkschaft ist, weil sich mit wenig Aufwand eine große Wirkung erzielen lässt. Ende August und Anfang September zeigten dann auch die Flugbegleiter der Lufthansa, dass es ohne sie nicht geht. Die Stewardessen und Stewards wollten mehr Geld, bessere Tarifbedingungen und den Verzicht auf Leiharbeit. Am Ende ging die Lufthansa trotz des Sparkurses auf einen Teil der Forderungen der Flugbegleiter ein. Gerade am Anfang verdient das Kabinenpersonal jetzt mehr, dafür steigen die Gehälter im Laufe der Karriere langsamer als bisher. Doch mit der Beilegung dieses Tarifstreits im November ist das Jahr der Tarifauseinandersetzungen am Frankfurter Flughafen noch nicht zu Ende. Lufthansa-Piloten und die Sicherheitsleute verhandeln noch. Beim bundesweiten Warnstreik des Sicherheitspersonals am Montag kam Frankfurt glimpflich davon, weil die Sicherheitsfirma Frasec einen Haustarifvertrag mit den Angestellten hat – und diese deshalb nicht streiken durften. Aber auch die Kontrolleure haben ihre Macht erkannt: An anderen Flughäfen demonstrierten die Kollegen, dass schon ein recht kurzer Streik zu Dutzenden von Flugausfällen, stundenlangen Verspätungen und endlosen Schlangen vor den Sicherheitskontrollen führen kann. Experte: Macht der Spartengewerkschaften begrenzt Derzeit verhandelt noch die Pilotengewerkschaft Cockpit mit der Lufthansa über einen neuen Gehaltstarif. Ausgang ungewiss. Obwohl die Flugkapitäne faktisch eine große Macht haben, rechnet der Sozialwissenschaftler und Tarifexperte Stefan Sell von der Fachhochschule Koblenz nicht mit einem harten Tarifkonflikt. „Die Piloten sind in letzter Zeit wieder ruhiger geworden“, sagt er. Ihr Beispiel zeige, dass die schwierige Situation der Fluglinien das Potenzial für Lohnsteigerungen begrenze. Überhaupt widerlegt der Professor den Eindruck, dass immer mehr spezialisierte Gewerkschaften die Arbeitgeber unter Druck setzen und deren Kunden mit Streiks verschrecken. „Ein Anstieg der Tarifkonflikte von Spartengewerkschaften ist empirisch nicht untermauert“, sagt Sell. Sie hätten zwar punktuelle Erfolge gefeiert, aber seien auch stark von der Solidarität der anderen Berufsgruppen im Betrieb abhängig. Als Beispiel nennt er die Krankenhausärzte, die auf die Solidarität des weit schlechter bezahlten Pflegepersonals angewiesen seien. Auch wenn es für den Frankfurter Flughafen und die Passagiere ein anstrengendes Jahr war, gibt der Experte Entwarnung. Angst vor einem endlosen Hickhack immer kleinerer Spartengewerkschaften sei nicht zu erwarten, sagt Sell. „Ich sehe keinen ausufernden Häuserkampf kommen.“ dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
VW-Chef erwartet hartes Jahr 2013 für die Autobranche
Wolfsburg (dapd). Der Autohersteller Volkswagen rechnet mit einem harten Jahr 2013 für die Branche. „So viel ist sicher: Das Jahr 2013 wird hart – für die Automobilbranche als Ganzes und auch für uns bei Volkswagen“, sagte der Vorstandsvorsitzende Martin Winterkorn am Dienstag in Wolfsburg auf einer Betriebsversammlung vor 15.000 VW-Beschäftigten. Die Weltwirtschaft bleibe auf absehbare Zeit angespannt. Gleichzeitig steuert die Marke VW aber auf ein weiteres Rekordjahr zu: VW lieferte von Januar bis November weltweit 5,22 Millionen Fahrzeuge aus, ein Wachstum von 11,2 Prozent. Im Einzelmonat November lief es mit einem Plus von 11,5 Prozent sogar noch ein wenig besser, wie der Hersteller mitteilte. „Für das Gesamtjahr erwarten wir einen neuen Auslieferungsrekord“, erklärte Vertriebsvorstand Christian Klingler. Besonders gut war der VW-Absatz in Russland, China und den USA, während die Verkäufe in Westeuropa um rund sechs Prozent zurückgingen. Winterkorn erklärte den Erfolg des Unternehmens mit seiner hohen Flexibilität, der internationalen Ausrichtung und den „hervorragenden Produkten“. Er nannte als Beispiel den neuen Golf. „Schon jetzt haben wir mehr als 60.000 Bestellungen eingefahren – ein tolles Ergebnis, das uns Rückenwind gibt“, sagte der VW-Chef. Das Auto ist erst seit wenigen Wochen auf dem Markt. Winterkorn dankte den Mitarbeitern für ihren Einsatz: „2012 war ein gutes, ein sehr gutes Jahr für die Marke Volkswagen und für den gesamten Konzern. Der ganzen Mannschaft möchte ich dafür ein großes Kompliment aussprechen.“ Winterkorn kündigte Sachinvestitionen von 1,8 Milliarden Euro für den Fahrzeugbau im Werk Wolfsburg an. Während Konkurrenten wie Opel, Peugeot oder Ford wegen Auftragsmangel Werke schließen müssen, profitiert VW vor allem von den Auslandsmärkten. Im größten Einzelmarkt China stieg der Absatz bis Ende November um 19 Prozent auf 1,92 Millionen Einheiten. In Nordamerika lag das Plus bei 25,5 Prozent auf 563.000 Fahrzeuge. In Südamerika stiegen die Verkäufe um 8,2 Prozent auf 766.400 Einheiten. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
Deutschland besorgt über Putsch in Mali
Berlin (dapd). Deutschland zeigt sich besorgt über den neuerlichen Putsch im westafrikanischen Mali und stellt Bedingungen für mögliche Hilfen. Außenminister Guido Westerwelle (FDP) sagte am Dienstag in Berlin, er sei „sehr beunruhigt“ über die aktuelle Entwicklung und die Verhaftung von Ministerpräsident Cheikh Modibo Diarra. Zugleich machte er deutlich, dass die von Deutschland und der Europäischen Union in Aussicht gestellte Unterstützung zur Befriedung Nordmalis immer unter Vorbehalt eines politischen Prozesses erfolgt sei. Bei den Hilfen geht es unter anderem um eine geplante Entsendung von Militärausbildern für die malische Armee. Sie soll damit in die Lage versetzt werden, den von Rebellengruppen und islamischen Terroristen beherrschten Norden des Landes wieder unter Kontrolle der Zentralregierung in Bamako zu bringen. Putschistenführer Amadou Sanogo, der bereits den Staatsstreich vom 21. März anführte, lehnt jedoch eine Militärintervention zur Vertreibung der militanten Islamisten ab. Mali war nach einem Putsch im März ins politische Chaos gestürzt. Mit der Terrororganisation Al-Kaida verbundene Gruppen vertrieben im Norden des Landes die regulären Streitkräfte und übernahmen dort die Kontrolle. Der Westen ist beunruhigt, dass die Region zu einem neuen Rückzugsraum für Terroristen werden könnte. dapd (Politik/Politik)
Energie-Agentur kritisiert fehlende Anreize für Stromnetzausbau
Berlin (dapd). Trotz des immensen Finanzbedarfs für den Ausbau der Stromnetze in Deutschland mangelt es aus Sicht der Deutschen Energie-Agentur (Dena) bislang an den richtigen Bedingungen für Investitionen. Derzeit gebe es für Netzbetreiber keine ausreichenden Anreize zur Finanzierung des notwendigen Ausbaus, erklärte die Dena als Resultat einer neuen Studie am Dienstag in Berlin. Unter den derzeitigen regulatorischen Bedingungen könnten Betreiber von Netzen mit hohem Ausbaubedarf keine ausreichenden Renditen erwirtschaften. Der Studie zufolge müssen im Zuge der Energiewende mit der Abkehr von der Atomkraft bis zum Jahr 2030 die Stromverteilnetze in Deutschland auf einer Länge von bis zu 193.000 Kilometern ausgebaut sowie auf einer Länge zwischen 21.000 und 25.000 Kilometern umgebaut werden. Dafür seien Investitionen zwischen 27,5 Milliarden und 42,5 Milliarden Euro notwendig. Der Bedarf hänge davon ab, wie hoch der Anteil von Strom aus erneuerbaren Energien wie Wind und Sonne im Jahr 2030 sei, erklärte die Dena. Der Ausbau der erneuerbaren Energien müsse mit dem Ausbau der Infrastruktur synchronisiert werden. Der Verband kommunaler Unternehmen, der mehr als 1.400 Stadtwerke vertritt, schloss sich der Kritik an den derzeitigen Regelungen an. „Bisher gilt für die Verteilnetzbetreiber leider: Wer investiert, verliert“, sagte VKU-Hauptgeschäftsführer Hans-Joachim Reck. Auch der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft sah sich durch die Dena-Studie bestätigt. Die Erhebung sei eine Grundlage für die Weiterentwicklung der Investitionsanreize, erklärte der Verband. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
Metallstücke im Essen: Wagner ruft Millionen Tiefkühlpizzen zurück
Nonnweiler (dapd). Wegen möglicher Metallstückchen im Essen ruft die saarländische Firma Wagner Tiefkühlprodukte neun Millionen ihrer Tiefkühlpizzen zurück. Die Produkte „Die Backfrische“ und „Big Pizza“ mit dem Mindesthaltbarkeitsdatum bis einschließlich November 2013 sollten nicht verzehrt werden, teilte das Unternehmen am Dienstag in Nonnweiler mit. Zwei Verbraucher hatten die Pizza reklamiert. Den Angaben zufolge sind andere Wagner-Produkte davon nicht betroffen. Eine Firmensprecherin sagte auf dapd-Anfrage, die Metallteile seien von einer Maschine abgebrochen, die zum Mehltransport verwendet wurde. Ein Kunde habe beim Essen einer Pizza ein solches Metallstück im Mund gehabt, ihm sei ein Teil eines Zahnes abgebrochen. Bei der zweiten Reklamation habe eine Frau das Metallteil vor dem Verzehr entdeckt. Nach Angaben der Sprecherin sind bisher keine weiteren konkreten Fälle bekannt. Der durch die Rückrufaktion entstandene Verlust könne derzeit noch nicht beziffert werden. „Wir sind jetzt erst einmal dabei, den Verbraucher zu schützen“, sagte die Sprecherin. Laut Unternehmen können Kunden die Pizzen im Handel zurückgeben oder an Wagner Tiefkühlprodukte senden. Sie bekommen den Kaufpreis erstattet. (Infos im Internet: http://www.wagner-pizza.de ) dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
Rösler sieht GM in der Verantwortung für Standort Bochum
Berlin (dapd). Nach der Entscheidung zur Einstellung der Opel-Autoproduktion in Bochum hat Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) den Mutterkonzern General Motors (GM) aufgefordert, zu seiner Verantwortung zu stehen und die Folgen abzumildern. Der Umgang mit den Beschäftigten sei nicht akzeptabel, sagte Rösler am Dienstag in Berlin. Das sei keine gelebte Sozialpartnerschaft. Die Schließung der Autoproduktion Ende 2016 sei eine bittere Nachricht, er könne den Ärger der Beschäftigten darüber verstehen, sagte Rösler. In der Verantwortung seien jetzt auch das Land Nordrhein-Westfalen und die Stadt Bochum, die ein investitionsfreundliches Klima schaffen müssten. Als einen Grund für Zuversicht sieht Rösler die Ankündigung der Bundesagentur für Arbeit, ab 2016 zur Verfügung zu stehen und den Beschäftigten neue Perspektiven zu eröffnen. Der Minister bekräftigte, dass sich der Bund nicht an einer Rettung des Bochumer Werkes beteiligen könne. Der Hauptgrund für die Opel-Schwäche sei hausgemacht, da GM nicht dafür gesorgt habe, dass die deutsche Tochter mehr Autos in China, Brasilien und Indien verkaufen kann. „Das macht mich wütend, das macht mich sauer“, sagte Rösler. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
Unions-Frauen rebellieren gegen Schäuble
Berlin (dapd). Die Frauen in der Union wollen das Nein von Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU), ältere Mütter bei der Rente besserzustellen, nicht hinnehmen. Die Vorsitzende der Frauen-Union der CDU, Maria Böhmer, äußerte sich am Dienstag ungehalten über Schäubles Äußerung, im Haushalt 2013 sei kein Spielraum dafür da. Bayerns Sozialministerin Christine Haderthauer (CSU) drohte mit einer Blockade der Rentenreform, wenn sich bei der sogenannten Mütterrente nichts tue. Hintergrund ist eine jahrelange Forderung, wonach Müttern mit vor 1992 geborenen Kindern Nachteile bei der Rentenberechnung ausgeglichen werden sollen. Für Kinder, die ab 1992 geboren wurden, werden drei Lebensjahre als Kindererziehungszeit anerkannt, vor 1992 ist es dagegen nur ein Jahr. Eine komplette Angleichung würde mehrere Milliarden Euro kosten, weshalb sich Schäuble dagegen wehrt. Der CDU-Parteitag vergangene Woche in Hannover hatte beschlossen, noch vor der Bundestagswahl die Situation der betroffenen Mütter „schrittweise“ zu verbessern. Konkret wurde die CDU dabei nicht. Wenige Tage später hatte Schäuble in der „Bild am Sonntag“ erklärt, er sehe derzeit „überhaupt keinen Spielraum“ im Haushalt 2013 für den Parteitagsbeschluss. Frauen lassen sich von Schäuble nicht vertrösten Die Chefin der Frauen-Union, Böhmer, gibt sich nun kämpferisch. „Noch einmal wird sich die Frauen-Union nicht vertrösten lassen. Bei allem Verständnis für den Bundesfinanzminister: Die Tinte unter den Beschlüssen des CDU-Parteitags ist noch nicht trocken. Ich erwarte jetzt, dass wir zuerst einmal prüfen, was geht, und nicht, was nicht geht“, sagte Böhmer der „Bild“-Zeitung (Dienstagausgabe). Es gehe darum, zügig den Parteitagsbeschluss umzusetzen und die Gerechtigkeitslücke bei den Mütter-Renten zu schließen. Böhmer pocht auf ein Gesetz noch vor der Bundestagswahl, das dann 2014 umgesetzt werden kann. Böhmer verwies darauf, dass die CDU auf ihren Parteitagen schon 2003 beschlossen, 2011 bekräftigt und nun auf den Weg gebracht habe. Bayerns Sozialministerin Haderthauer beklagte in der „Rheinischen Post“, dass Schäuble nur die „Maximalkosten“ als Gegenargument anführe, dabei seien bereits Abstufungen im Gespräch. Haderthauer betonte, bevor sich bei der sogenannten Mütterrente nichts tue, werde die CSU auch der Lebensleistungsrente nicht zustimmen. dapd (Politik/Politik)
Rekordverlust bei ThyssenKrupp
Essen (dapd). Hohe Wertberichtigungen bei den neuen Stahlwerken in Amerika haben ThyssenKrupp den höchsten Verlust der Firmengeschichte beschert. Insgesamt musste Deutschlands größter Stahlproduzent am Montagabend für das Geschäftsjahr 2011/2012 einen Jahresfehlbetrag von fünf Milliarden Euro ausweisen. Als Konsequenz aus dem Amerika-Debakel sowie mehreren Korruptions- und Kartellskandalen trennte sich der Konzern von drei seiner sechs Vorstandsmitglieder: Olaf Berlien, Edwin Eichler und Jürgen Claassen. ThyssenKrupp-Chef Heinrich Hiesinger betonte: „Der Aufsichtsrat hat mit den Veränderungen im Vorstand ein klares Zeichen für einen Neuanfang gesetzt.“ Die Entscheidung sei in enger Abstimmung mit ihm erfolgt. Das aus dem Ruder gelaufene Amerika-Projekt und die Korruptions- und Kartell-Verstöße hätten nicht nur einen immensen finanziellen Schaden verursacht. Der Konzern habe dadurch auch an Vertrauen und Glaubwürdigkeit verloren. Sein Ziel sei nun eine „neue Führungskultur, die auf Ehrlichkeit Transparenz und Leistungsorientierung basiert“, sagte Hiesinger. Wegen der tiefroten Zahlen will der Konzern die Ausschüttung einer Dividende verzichten. Verkaufsprozess verläuft nach Plan Hiesinger bekräftigte die Entschlossenheit des Konzerns, sich von den verlustreichen Stahlwerken in den USA zu trennen. „Der Verkaufsprozess verläuft nach Plan und ich bin zuversichtlich, dass wir im Laufe des neuen Geschäftsjahres für beide Werke eine Lösung finden werden“, schrieb er in einem Brief an die Aktionäre. Doch liefen nicht nur die Geschäfte bei den inzwischen zum Verkauf gestellten amerikanischen Stahlaktivitäten schlecht. Auch das operative Ergebnis (bereinigtes Ebit) der fortgeführten Aktivitäten fiel mit 1,4 Milliarden Euro nur halb so hoch aus wie im Vorjahr. Hier machte sich vor allem das schwache Stahlgeschäft bemerkbar. Der Umsatz der fortgeführten Aktivitäten lag mit 40,1 Milliarden Euro um rund sechs Prozent unter dem Vorjahreswert. Die Nettoverschuldung des Konzerns stieg gegenüber dem Vorjahr von 3,6 auf 5,8 Milliarden Euro. Für das laufende Geschäftsjahr erwartet der Konzern für die fortgeführten Aktivitäten einen Umsatz auf dem Vorjahresniveau von etwa 40 Milliarden Euro und ein bereinigtes Ebit von rund einer Milliarde Euro. Neuen Schwung soll dem Konzern ein Kostensenkungs- und Effizienzsteigerungsprogramm bringen, mit dem in den kommenden Jahren Einsparungen von zwei Milliarden Euro erreicht werden sollen. „Wir brauchen mehr Effizienz, Transparenz und Ehrlichkeit auf allen Ebenen“, sagte Hiesinger. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
Bayern blitzt bei den Ländern mit Wunsch-Wahltermin ab
Berlin (dapd). Bayern findet mit seinem Wunsch, den Bundestag frühestens am 29. September 2013 wählen zu lassen, kaum Fürsprecher unter den anderen Bundesländern. In einem der Nachrichtenagentur dapd vorliegenden Brief an die Fraktionen im Bundestag verweist Innenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) darauf, dass die breite Mehrheit der Länder den 22. September oder alternativ eine Doppelwahl am 15. September für den Bundestag und den bayerischen Landtag für „geeignet“ hält. Um den Termin wird heftig gerungen, weil Bayern am 15. September ein neues Landesparlament wählt. Die CSU will, dass zwei Wochen zwischen Bundestags- und bayerischer Landtagswahl liegen, um einen eigenständigen Wahlkampf führen zu können. Bayern strebt daher einen Termin für die Bundestagswahl ab dem 29. September 2013 an. An dem Wochenende beginnen aber Herbstferien in Berlin, Brandenburg, Hamburg und in Teilen von Niedersachsen. Die Wahlbeteiligung könnte dann entsprechend sinken. Berlin hat zudem darauf hingewiesen, dass an dem Tag auch der Berlin-Marathon stattfindet. Friedrich forderte in dem Schreiben die Bundestagsfraktionen auf, bis zum 17. Januar Vorschläge zu machen. SPD-Fraktionsgeschäftsführer Thomas Oppermann sieht „gute Chancen“, die Bundestagswahl auf den 22. September festzusetzen. Das sei „immer der Wunschtermin der SPD“ gewesen, sagte Oppermann der WAZ-Mediengruppe. Nach den Regeln des Grundgesetzes muss die Wahl zum Bundestag regulär zwischen dem 29. August und 27. Oktober 2013 stattfinden. Die Wahl muss auf einem Sonntag oder gesetzlichen Feiertag fallen. Bestimmt wird der Termin durch den Bundespräsidenten. Die Bundesregierung unterbreitet ihm eine Empfehlung. Friedrich hatte daher bereits seine Amtskollegen in den Bundesländern angefragt. Dem Schreiben zufolge halten 13 Länder den 15. September für geeignet, vier Länder (Brandenburg, Nordrhein-Westfalen, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein) favorisieren ihn sogar. Der 22. September wird von 14 Ländern für geeignet gehalten, für Baden-Württemberg, Bremen und Thüringen ist es der Wunschtermin. Für den 29. September hat sich neben Bayern nur noch Sachsen ausgesprochen. dapd (Politik/Politik)
