Stralsund/Wolgast (dapd). Für die angeschlagenen P+S Werften in Stralsund und Wolgast ist am Donnerstag das Insolvenzverfahren eröffnet worden. Betroffen sind 1.750 Mitarbeiter. Damit gehe die Verfügungsgewalt an den Insolvenzverwalter Berthold Brinkmann und den Gläubigerausschuss über, sagte ein Sprecher des Amtsgerichts Stralsund. Der Insolvenzrichter habe die Gläubiger aufgefordert, bis 14. Dezember ihrer Forderungen beim Insolvenzverwalter anzumelden. Insgesamt sollen sich die Verbindlichkeiten beider Werften auf mehr als eine halbe Milliarde Euro belaufen. Die Gläubigerversammlung wurde für 17. Januar 2013 in der Volkswerft Stralsund einberufen. Am Donnerstag startete auch eine Transfergesellschaft zur Vorbereitung von zunächst 1.070 ehemaligen Mitarbeitern auf den ersten Arbeitsmarkt. Das Land und der Europäische Sozialfonds stellten dafür 24,2 Millionen Euro zur Verfügung. Mit einer zusätzlichen Million Euro wird die weitere Ausbildung von Lehrlingen finanziert. 350 Firmen melden vakante Stellen Nach Angaben des Geschäftsführers der Transfergesellschaft Küste, Oliver Fieber, meldeten inzwischen etwa 350 norddeutsche Firmen vakante Stellen, darunter Unternehmen aus dem Schiffbau und dem Offshore-Bereich. Mit den ersten ehemaligen Werft-Mitarbeitern würden schon in den nächsten Tagen Vermittlungsgespräche geführt. Unter anderem könnten Schweißer für Schweißverfahren an neuartigen Werkstoffen und kaufmännische Mitarbeiter für moderne Softwareprogramme geschult werden. Mecklenburg-Vorpommerns Sozialministerin Manuela Schwesig (SPD) sagte, jetzt sei es wichtig, dass hochqualifizierte Beschäftigte an den Standorten Stralsund und Wolgast gehalten würden. „Künftige Investoren sind auf gut ausgebildete und motivierte Fachleute angewiesen“, betonte die SPD-Politikerin. Modernisierung von sechs Versorgungsschiffen abgeschlossen Unterdessen schloss die Peene-Werft die Instandsetzung und Modernisierung von sechs Versorgungsschiffen der Deutschen Marine ab. Als letztes der Schiffe verließ am Donnerstag der Versorger „Main“ den Peenestrom, wie die Werftengruppe mitteilte. Das 100 Meter lange Schiff sei komplett instand gesetzt worden, sagte Betriebsrat Carsten Frick. Unter anderem wurden der Wohnbereich und die Maschinenanlagen erneuert. Das Schiff wird hauptsächlich zur Versorgung von Korvetten- und Bootsgeschwadern in See mit Kraftstoff, Wasser, Lebensmitteln, Ersatzteilen und Munition eingesetzt. An Bord befinden sich auch eine Krankenstation, Abwasseraufbereitungsanlagen und eine Müllentsorgung. Die in der Peene-Werft verbliebenen 380 von 490 Mitarbeitern reparieren gegenwärtig vier Minenjagdboote. Darüber hinaus befinden sich ein Einsatzschiff für die schwedische Küstenwache sowie Teile der neuen Fregatte F 125 in Bau. Das 150 Meter lange Schiff von Blohm + Voss in Hamburg soll voraussichtlich 2016 in Dienst gehen. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
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Ex-Wirtschaftsminister Müller soll Chef der RAG-Stiftung werden
München (dapd). Der frühere Bundeswirtschaftsminister Werner Müller soll laut einem Medienbericht Chef der RAG-Stiftung werden und damit den Ausstieg aus dem deutschen Steinkohlebergbau leiten. „Der Name Müller wird am Freitag festgeklopft“, sagte die saarländische Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) der „Süddeutschen Zeitung“. Dann will das neu zusammengesetzte Kuratorium der Stiftung in Berlin zusammenkommen. Ein Sprecher der RAG-Stiftung wollte den Bericht am Donnerstag nicht kommentieren. Für den parteilosen Energiemanager Müller, der von 1998 bis 2002 das Wirtschaftsressort in einer rot-grünen Bundesregierung leitete und später die Führung des RAG-Konzerns übernahm, wäre die Wahl an die Spitze der Stiftung ein Erfolg im zweiten Anlauf. Vor fünf Jahren war er am Widerstand der damals CDU-geführten Landesregierung von Nordrhein-Westfalen gescheitert. Im Kuratorium der Stiftung sitzen neben Kramp-Karrenbauer auch Nordrhein-Westfalens Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD), Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU), Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) und der Vorsitzende der Bergbaugewerkschaft IG BCE, Michael Vassiliadis. Dazu kommen acht weitere Mitglieder, von denen sechs neu in dem Gremium sind. Mit der Einigung auf Müller würde ein monatelanger Streit um die Führungspersonalie bei der Stiftung enden. Die RAG-Stiftung soll die bis Ende 2018 geplante Abwicklung des Steinkohlebergbaus finanzieren. Dazu gehören etwa die Kosten für das auch nach der Stilllegung der letzen Zechen weiterhin notwendige Absenken des Grundwasserspiegels im Ruhrgebiet. Um die nötigen Milliarden aufzubringen, setzt die Stiftung auch auf Erlöse aus einem Börsengang des aus der RAG hervorgegangenen Chemiekonzerns Evonik, an dem sie die Mehrheit hält. Im Juni hatte die Stiftung den Gang aufs Parkett kurzfristig abgesagt, weil ihr der erzielbare Preis zu niedrig erschien. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
Fanforscher: Krawalle in Hannover erinnern an alte Hooligan-Zeiten
Berlin (dapd-nrd). Der Fanforscher Harald Lange erkennt in den Hannoveraner Fußball-Ausschreitungen ein Wiederaufleben überwundener Hooligan-Strukturen in neuer Form. „Sei es das sogenannte Cyber-Mobbing gegen einzelne Spieler, das Nachstellen von Spielern, das Verfolgen von Bussen oder der nun in Hannover in Ansätzen erfolgte Versuch, ein Stadion zu stürmen“, sagte der Professor für Sportwissenschaften an der Universität Würzburg am Donnerstag der Nachrichtenagentur dapd. „Ich kann mich nicht erinnern, dass ich so etwas schon einmal in der Form mitbekommen habe.“ Den Leiter des Institutes für Fankultur, eines interdisziplinären Forscher-Zusammenschlusses erinnern die Vorfälle an den Hooliganismus der 80er und 90er Jahre. „Man könnte von einem Revival alter Muster sprechen, die jetzt vereinzelt wieder auftauchen“, sagte Lange. „Man muss aufpassen, ob sich daraus eine Serie, eine Strategie oder wieder eine Bewegung entwickelt.“ Zugleich warnte er aber auch vor einer Überdramatisierung der Ereignisse. Zahlreiche Anhänger von Dynamo Dresden waren am Mittwochabend am Rande der 3:4-Niederlage nach Elfmeterschießen bei Hannover 96 durch gewaltsame Aktionen aufgefallen. Sie hatten versucht, ins Stadion einzudringen, Feuerwerkskörper auf den Rängen gezündet und nach dem Spiel den Innenraum gestürmt. dapd (Vermischtes/Politik)
FDP-Finanzpolitiker wollen im Wahlkampf mit Steuerpolitik punkten
Berlin (dapd). Finanzpolitiker der FDP wollen mit urliberalen steuerpolitischen Forderungen in den Bundestagswahlkampf 2013 ziehen. „Um schleichende Steuererhöhungen durch die sogenannte kalte Progression zu verhindern, muss der Einkommenssteuertarif regelmäßig angepasst werden“, heißt es in einem Entwurfspapier des Bundesfachausschusses Steuer- und Finanzpolitik in der FDP, dem der Haushaltsexperte und Bundestagsabgeordnete Volker Wissing vorsteht. Das Gremium spricht sich gegen eine Erhöhung der Steuerbelastung für den Bürger aus. Zudem plädieren die Fachpolitiker in ihren 13 Thesen dafür, im Wahlkampf für den Abbau von Schulden, für Steuervereinfachung, eine Reform der Unternehmensbesteuerung und des Erbschaftssteuerrechts einzutreten. Die FDP war 2009 mit der Forderung nach einer radikalen Steuerreform und mit Steuersenkungen in den Wahlkampf gezogen. Über das Wahlprogramm 2013 hat die Bundespartei allerdings noch keine Entscheidung gefällt. dapd (Politik/Politik)
Rösler verlangt bessere Investitionsbedingungen in Indien
Neu Delhi (dapd). Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) hat bessere Investitionsbedingungen für deutsche Firmen in Indien verlangt. „Deutsche Unternehmen müssen noch stärker die Chance haben, hier Fuß zu fassen“, sagte er am Donnerstag in Neu Delhi. Bei seinen Gesprächen mit der Regierung werde er auch Fragen des Patentklaus in Indien ansprechen, fügte er hinzu. Dies sei ein „Grundproblem“. Zugleich gründete Rösler in Delhi mit den deutschen Auslandshandelskammern aus Südostasien ein Bündnis, um deutschen Mittelständlern den Sprung in die zehn ASEAN-Staaten zu erleichtern. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
Dudenhöffer weist Kritik des VW-Konzerns an Rabattstudien zurück
Duisburg/Wolfsburg (dapd). Der Automobilexperte Ferdinand Dudenhöffer hat seine Rabattstudien für den deutschen Neuwagenmarkt verteidigt. Er wies Kritik des Volkswagen-Konzerns an seinen Studienergebnissen zurück. Kern des Streits zwischen dem VW-Konzern und dem Duisburger Professor sind vermeintlich geschäftsschädigende Äußerungen Dudenhöffers über die Höhe der gewährten Rabatte beim Kauf eines Neuwagens. Die von dem Autohändler Burkhard Weller erhobenen Vorwürfe gegen ihn seien „nachweisbar falsch“, teilte Dudenhöffer am Mittwoch mit. Da Volkswagen die Sachzusammenhänge kenne, überrasche es ihn, „dass sich der VW-Konzern zu diesen falschen Behauptungen“ bekenne. Weller hatte erklärt, potenzielle Neuwagenkäufer würden von Dudenhöffers Angaben zur Höhe der Rabatte „massiv getäuscht“. Resultat sei, dass Kunden „völlig enttäuscht“ seien, wenn die Rabatte am Ende nicht so hoch ausfielen und schlimmstenfalls den Kauf eines Neuwagens verschöben. Facettenreich und trennscharf Zugleich warf Weller dem Professor von der Universität Duisburg-Essen Geschäftsschädigung vor. Seiner Ansicht nach nähmen die von Dudenhöffer verbreiteten Angaben zu Rabatten bei Neuwagen ein Ausmaß an, „welches die Branche massiv schädigt, weil Sie Unwahrheiten verbreiten“. Dieser Ansicht schloss sich der VW-Konzern ausdrücklich an. Dudenhöffer wies Kritik an den von ihm und seinem Team verwendeten Methoden zurück: Sein Institut liefere „ein wissenschaftlich fundiertes, objektiv überprüfbares Incentive-Bild über den deutschen Automarkt“, sagte er. Die von ihm seit sieben Jahren betriebenen Rabattanalysen seien „sehr facettenreich“ und genauso „trennscharf wie präzise“. Auch den Vorwurf, in seinen monatlich veröffentlichten Studien vermeintlich tendenziöse Angaben zu machen und einzelne Händleraktionen zu stark zu verallgemeinern, wies er zurück. Nachweislich sei beispielsweise der VW Golf VII „bei Internetvermittlern bis zum 26. September mit Prämien bis zu 27,5 Prozent Rabatt angeboten worden“, heißt es in der Stellungnahme weiter. Auch hätten Händlerorganisationen den Golf VI in Tageszulassungen nachweislich mit Rabatten bis 33 Prozent in Zeitungsanzeigen beworben. Aggressive Wettbewerbseingriffe Die Hauptverantwortung für die von ihm in der Vergangenheit vielfach attestierte Rabattschlacht auf dem deutschen Automarkt sieht Dudenhöffer nach wie vor beim VW-Konzern selbst: „Wenn eine Marke mit marktbeherrschender Stellung aggressiv in den Wettbewerb mit Prämienprogrammen eingreift, wird dies sehr schnell deutlich. Dass damit Händlerbetriebe in Schwierigkeiten kommen, ist ebenfalls offensichtlich“, erklärte er. Offenbar wolle nun derjenige, „der den Rabattwettwerb mit hohen Händlerprämien anschürt, sich bei demjenigen darüber beklagen, der dieses Verhalten mit objektiv nachzuvollziehenden Marktdaten wissenschaftlich analysiert“, erklärte Dudenhöffer und sprach in diesem Zusammenhang von „Scheinheiligkeit“. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
Pharmafirmen und Kassen wollen Impfstoff-Engpass abwenden
Berlin (dapd). Nach dem Rückruf von Grippeimpfstoffen haben Hersteller und Krankenkassen am Mittwoch Gespräche geführt, um drohende Engpässe abzuwenden. Bei den Treffen in Berlin sei auch über die generelle Versorgung Deutschlands mit Impfstoffen geredet worden, sagte ein Sprecher des Verbandes Forschender Arzneimittelhersteller (vfa). Wie die Nachrichtenagentur dapd erfuhr, nahmen Vertreter mehrerer Hersteller in jeweils 30 Minuten dauernden Gesprächen mit Kassenvertretern teil. Sie erörterten die Frage, wie viele Impfstoffdosen sie jeweils liefern können, nachdem die Impfstoffe Begripal und Fluad der Firma Novartis wegen möglicher unerwünschter Nebenwirkungen teilweise zurückgerufen worden waren. Auch zwei Mitarbeiter des für die Medikamentenzulassung zuständigen Paul-Ehrlich-Instituts (PEI) nahmen an den Gesprächen teil. Pharmaverband findet Rabattverträge zu unflexibel Unterdessen kritisierte der Pharmaverband vfa die Krankenkassen für ihre Exklusivverträge mit einzelnen Herstellern. Manche Kassen oder Zusammenschlüsse von Kassen schließen mit Pharmaunternehmen Verträge ab, in denen sie sich an bestimmte Impfstoffe binden und dafür einen Preisnachlass erhalten. Solche Verträge seien nicht geeignet für eine gute und flexible Versorgung der Bevölkerung mit Grippeimpfstoffen, erläuterte vfa-Hauptgeschäftsführerin Birgit Fischer. Weil der Impfstoff jedes Jahr neu zusammengesetzt werde, lege sich kein Produzent einen Vorrat an. Komme es dann zu Schwierigkeiten bei der Herstellungen, verhinderten Verträge den Rückgriff auf andere Präparate. In den vergangenen Wochen hatten Apotheker- und Ärzteverbände über einen Engpass berichtet. Vergangenen Donnerstag waren dann 750.000 Impfstoffdosen von Novartis zurückgerufen worden, zahlreiche waren bereits verabreicht worden. In Bayern, Hamburg und Schleswig-Holstein haben sich die Kassen exklusiv an Novartis gebunden. Besonders dort wurden Befürchtungen vor einem Engpass laut. dapd (Politik/Politik)
Steinbrück trägt fehlende Honorare nach
Berlin (dapd). SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück hat nun auch formal alle Nebeneinkünfte aus Vertragshonoraren angegeben. Die zwei Angaben, die laut den Wirtschaftsprüfern fehlten, sind jetzt auf seiner Bundestagswebseite einzusehen. Die von ihm beauftragte Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Warth & Klein Grant Thornton AG hatte am Dienstag einen 20-seitigen Bericht veröffentlicht. Darin bemängelten sie, dass zwei Vorträge aus dem Jahr 2011 „nach Aktenlage nicht entsprechend den Verhaltensregeln für Mitglieder des Deutschen Bundestages angezeigt“ waren. Der Empfehlung, diese Anzeige nachzuholen, kam Steinbrück nun nach. Der Ex-Finanzminister hat den Angaben zufolge zwischen 2009 und 2012 insgesamt 89 Vorträge gegen Geld gehalten und damit rund 1,25 Millionen Euro verdient. In der gleichen Zeit habe er aber auch 237 unentgeltliche Vorträge gehalten. ( http://url.dapd.de/bX6dem ) dapd (Politik/Politik)
Advent hat große Pläne mit Douglas
Frankfurt/Main (dapd). Der US-Finanzinvestor Advent und die Gründerfamilie Kreke haben große Pläne für die zuletzt schwächelnde Handelskette Douglas. Bei einem Erfolg ihres Übernahmeangebots wollen sie vor allem das Wachstum der Douglas-Parfümerien und der Schmucksparte Christ im In- und Ausland vorantreiben. Das geht aus den am Mittwoch veröffentlichten Angebotsunterlagen hervor. Wachstumspotenziale sehen die Besitzer nicht zuletzt in den Märkten Südamerikas und Asiens. Außerdem wollen die Investoren die gezielte Verzahnung von stationärem Handel mit E-Commerce-Angeboten vorantreiben. Die Geschäfte der Textilkette ApprelrathCüpper und der Süßwarenkette Hussel spielen in den Planungen dagegen offenbar eine untergeordnete Rolle. Sie sollten „ertragsorientiert fortgesetzt werden“, heißt es lediglich. Weiterführen wollen die Investoren demnach auch die bereits eingeleitete Restrukturierung und strategische Neuausrichtung der kränkelnden Buchsparte Thalia. Beruhigende Botschaften enthält das Übernahmeangebot für die Douglas-Beschäftigten. Die Investoren beabsichtigen demnach nicht, Arbeitsverhältnisse mit Mitarbeitern der Douglas-Gruppe aufgrund der Übernahme „zu kündigen oder deren Beschäftigungsbedingungen zu ändern“. Insgesamt bewertet das Übernahmeangebot Douglas mit 1,5 Milliarden Euro. Durch Verkaufszusagen der Familie Kreke sowie der Großaktionäre Oetker und Müller haben sich die Investoren nach eigenen Angaben bereits den Zugriff auf 50,5 Prozent des Grundkapitals gesichert. Doch kommt die Übernahme nur zustande, wenn sich die Investoren mindestens 75 Prozent der Anteile sichern können. Douglas-Aktionäre können den Bietern ab sofort ihre Aktien zum Preis von 38 Euro in bar andienen. Die Annahmefrist endet am 4. Dezember, die erweiterte Annahmefrist voraussichtlich am 21. Dezember. Der Angebotspreis von 38 Euro pro Aktie entspricht laut Advent einer Prämie von 41,6 Prozent auf den Durchschnittskurs vor Aufkommen der Übernahmegerüchte am 11. Januar. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
Reifenhersteller Continental legt trotz Auto-Absatzkrise kräftig zu
Hannover (dapd). Der Zulieferer Continental liegt trotz der Auto-Absatzkrise in Europa auf Rekordkurs: Der Konzern aus Hannover steigerte dank guter Geschäfte in China und Amerika seinen Umsatz in den ersten neun Monaten 2012 im Vorjahresvergleich um neun Prozent auf 24,6 Milliarden Euro. Zugleich legte der Nettogewinn um 500 Millionen auf 1,5 Milliarden Euro zu, wie Continental am Mittwoch in seinem Zwischenbericht mitteilte. Der frisch in den DAX zurückgekehrte Konzern aus Hannover bekräftigte seinen erst im August angehobenen Jahresausblick. „Wir erwarten auf Basis der ersten neun Monate unverändert, den Konzernumsatz für das Gesamtjahr 2012 um mehr als sieben Prozent auf über 32,5 Milliarden Euro steigern zu können“, sagte Vorstandschef Elmar Degenhart. Der Gewinn solle ebenfalls deutlich steigen. Zuletzt hatten eine kräftige Preiserhöhung bei Reifen und niedrigere Zinslasten das Ergebnis von Continental steigen lassen. Die Schwäche der Autohersteller vor allem in Europa glich Continental nach eigenen Angaben mit besseren Geschäften in Nordamerika und Asien aus. „Nach dem insgesamt erfreulichen Verlauf der ersten drei Quartale bereitet uns der Start in das vierte Quartal 2012 zwar keine tieferen Sorgenfalten. So dürfte der Konzernumsatz von Oktober bis Dezember nach unserem derzeitigen Kenntnisstand mindestens auf dem Niveau des dritten Quartals dieses Jahres liegen“, erklärte Degenhart. Überproportional bei deutschen Herstellern vertreten Conti macht zwar 55 Prozent seines Umsatzes in Europa, ist hier aber besonders stark bei den deutschen Herstellern vertreten, die besser als Fiat oder PSA Peugeot Citroen durch die Krise kommen. „Als 140 Jahre alter deutscher Hersteller haben wir mit deutschen Herstellern einen überproportionalen Anteil“, sagte Finanzvorstand Wolfgang Schäfer der Nachrichtenagentur dapd. Allerdings liefere Conti an alle Autokonzerne. Nach den Worten von Konzernchef Degenhart „merken auch wir, dass der Weg steiniger wird, und wir die Entwicklung der Märkte weiterhin fest im Blick haben müssen“. Die Anleger hörten die Warnung und zogen sich aus Conti-Aktien zurück, der Kurs fiel um fast drei Prozent. Continental steckt zurzeit in einem ehrgeizigen Wachstumsprogramm und investiert 2012 mehr als zwei Milliarden Euro. So baut der Konzern neue Reifenwerke in den USA und Russland, die Ende 2013 in Betrieb gehen sollen. Trotz der hohen Ausgaben sank die Verschuldung um 500 Millionen Euro. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
