Berlin (dapd). Zwölf Organisationen haben verlangt, die Spekulation mit Nahrungsmitteln einzudämmen. Sie schrieben daher einen Brief an Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU), wie sie am Montag in Berlin mitteilten. In dem Schreiben heißt es: „Wir bitten Sie: Tragen Sie dazu bei, diesen Wahnsinn jetzt zu stoppen!“ Schäuble solle sich bei den Beratungen über eine europäische Richtlinie zur Regulierung der Finanzmärkte für „verpflichtende Positionslimits gegen exzessive Spekulation“ einsetzen. Diese sollten „für einzelne Händler und Händlergruppen, alle Handelsmonate und alle Arten von Verträgen gelten, auch für diejenigen, die außerbörslich gehandelt werden“. Unterschrieben haben den Brief Attac, Campact, foodwatch, die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten, die Katholische Arbeitnehmerbewegung, medico international, Misereor, Oxfam Deutschland, Südwind, terre des hommes, WEED (Institut und Weltwirtschaft, Ökologie & Entwicklung) und die Welthungerhilfe. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
Wirtschaft
Kirchner bleibt Chef der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft
Berlin (dapd). Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) hat ihren Vorsitzenden Alexander Kirchner in seinem Amt bestätigt. Beim ersten Gewerkschaftstag der EVG erhielt Kirchner am Montag in Berlin 279 von 292 abgegebenen Delegiertenstimmen, wie die EVG mitteilte. Das entsprach einer Zustimmung von fast 97 Prozent. Der 56 Jahre alte Kirchner steht seit Bildung der EVG Ende 2010 an der Spitze der Organisation. Zuvor war er seit 2008 Vorsitzender der damaligen Gewerkschaft Transnet. Die EVG war vor zwei Jahren durch den Zusammenschluss von Transnet und der konkurrierenden Verkehrsgewerkschaft GDBA entstanden. Nach Angaben eines Sprechers hat die EVG derzeit 220.000 Mitglieder, 20.000 weniger als bei der Gründung. Der Gewerkschaftstag dauert noch bis Donnerstag. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
Thomas Cook plant mit weitgehend stabilen Preise
Oberursel/Dubrovnik (dapd). Der zweitgrößte deutsche Reiseanbieter Thomas Cook (Neckermann-Reisen) will das Preisniveau für den Sommerurlaub 2013 nach eigenen Angaben „weitgehend stabil“ halten. Wie der Konzern aus Oberursel am Montag in Dubrovnik bei der Vorstellung der Sommerprogramme mitteilte, werden für Familien sogar günstigere Preise angeboten, „die durch eine geänderte Einkaufsstrategie erzielt wurden“. Dagegen hatte der Konkurrent Rewe (ITS, Jahn Reisen) vergangene Woche stabile Preise für Griechenland, Ägypten und Tunesien angekündigt, während Ferien in Spanien, Portugal und der Türkei um zwei Prozent teurer werden sollen. Reisen nach Slowenien und Italien fallen bei Rewe dagegen im Preis. Mit der zu Ende gegangenen Sommersaison ist Thomas Cook in Deutschland zufrieden, wie es hieß. Buchungen und Umsatz lägen über dem Vorjahresniveau. „Die Reiselust der Deutschen hat nicht unter den Diskussionen um den Euro und die Kosten der Finanzkrise gelitten“, erklärte der Vorsitzende der Geschäftsführung, Michael Tenzer. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
Von der Leyen will Kurzarbeitergeld derzeit nicht ausweiten
Berlin (dapd). Das Bundesarbeitsministerium sieht derzeit keinen Anlass für eine Ausweitung des Kurzarbeitergeldes. Es werde im Ministerium sehr genau auf die Gründe geschaut, warum Kurzarbeitergeld beantragt wird, sagte ein Sprecher von Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) am Montag in Berlin. Er fügte hinzu: „Im Moment, so genau wir auch hinschauen, können wir nicht erkennen, dass es überwiegend schon konjunkturelle Gründe gäbe dafür.“ Allerdings werde das Ministerium „umgehend“ handeln, wenn „wir zu der Erkenntnis kommen, dass es auch Zeit ist nachzusteuern“. Am Wochenende hatte der Arbeitgeberverband Gesamtmetall von der Bundesregierung eine sofortige Ausweitung des Kurzarbeitergeldes gefordert. In der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ sprach sich Verbandspräsident Rainer Dulger für die Wiedereinführung der Regeln aus, die während der Wirtschaftskrise vor drei Jahren gegolten hatten. So solle die Kurzarbeit statt sechs Monate bis zu vierundzwanzig Monate laufen können. Außerdem sollten Arbeitgeber keine zusätzlichen Sozialabgaben zahlen müssen. So könne Deutschland krisenfester gemacht und Arbeitsplätze gesichert werden, erklärte Dulger. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
Pilotprojekt soll Menschen für Elektroautos begeistern
Essen (dapd). Mit einem Pilotprojekt im Ruhrgebiet wollen Forschung, Politik und Unternehmen die Verbreitung von Elektroautos vorantreiben. Von Samstag (3. November) an stünden im Raum Essen an etwa zehn Standorten E-Autos für Interessierte fahrbereit zur Verfügung, sagte der Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer von der Universität Duisburg-Essen am Montag bei der Vorstellung des Projekts. Die Autos können sowohl stunden- als auch tageweise gemietet werden. Ziel sei es, möglichst viele Leute mit E-Autos in Verbindung zu bringen, sagte Dudenhöffer. Denn die Menschen müssten die Autos selbst testen, um sich von deren Vorzügen zu überzeugen. Frühere Tests hätten ergeben, dass etwa 40 Prozent der Teilnehmer nach einer Probefahrt von Elektroautos überzeugt seien. Das Pilotprojekt, das auf das angrenzende Bottrop ausgedehnt werden soll, ist zunächst auf 18 Monate angelegt und wird vom Bundesverkehrsministerium mit 1,8 Millionen Euro gefördert. Neben der Universität beteiligen sich unter anderem der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr und die Vivawest Wohnen GmbH an dem bundesweit einmaligen Versuch. Zum Testen will Opel 20 Elektro-Ampera bereitstellen. Im Frühjahr sollen noch einmal zehn E-Smarts dazukommen. Mit dem Ampera sei es möglich, mit Hilfe eines Reichweitenverlängerers bis zu 500 Kilometer zu fahren, sagte Opel-Marketingdirektor Andreas Marx. Die Ladezeit betrage etwa vier Stunden. Hochschule erforscht Nutzung der E-Autos Das Projekt wird von der Universität Duisburg-Essen wissenschaftlich begleitet. Die Forscher wollen unter anderem herausfinden, für wie lange Strecken die Fahrzeuge durchschnittlich genutzt werden. Wenn die Batteriekapazität beispielsweise um ein Viertel reduziert werden könnte, würde sich der Preis für ein E-Auto den Angaben zufolge um etwa 2.500 Euro reduzieren. Wenn sich im Laufe des Projekts herausstelle, dass die Elektroautos vor allem für kürzere Strecken genutzt würden, könnten E-Autos deutlich günstiger angeboten werden. „Auf dem umkämpften Automarkt ist das nicht unerheblich“, sagte Dudenhöffer. Sollten die Elektroautos gut angenommen werden, soll das Projekt ausgeweitet werden, wie der Experte weiter sagte. So könnte etwa entlang der gesamten A 40 ein E-Carsharing-Modell eingeführt werden. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
Schufa warnt vor Abzocke durch unseriöse Kredite ohne Prüfung
Berlin (dapd). Finanziell klamme Verbraucher drohen aus Sicht der Auskunftei Schufa durch die Aussicht auf schnelle Kredite ohne Prüfung der Bonität noch tiefer in die Schuldenfalle zu rutschen. In mehr als acht von zehn Fällen wollten die unseriösen Anbieter solcher angeblich Schufa-freien Kredite die Hilfesuchenden durch Vorabgebühren, unsinnige Versicherungen und nutzlose Beratungsverträge nur abzocken. Das geht aus einer am Montag in Berlin vorgelegten Studie im Auftrag der Schufa hervor. Pro Jahr werden nach einer konservativen Schätzung der Schufa hierzulande rund 400.000 Verbraucher, die wegen Überschuldung etwa als Folge von Arbeitslosigkeit keine normalen Kredite mehr von Banken erhielten, Opfer von windigen Kreditanbietern. Der Gesamtschaden durch Kreditbetrug belaufe sich auf etwa 150 Millionen Euro jährlich. Laut der Studie hatten bei 177 Anfragen an 69 Anbieter vorgeblich Schufa-freier Kredite nur zwei tatsächlich einen Kredit gewährt, dies jedoch zu horrenden Zinsen von bis zu 25,5 Prozent. Beim Antrag auf „Strohhalm-Kredite“ zur Lösung akuter Finanznöte sagten die unseriösen Anbieter zwar das Geld zu, erklärte der Schuldnerberater und Mitautor der Studie, Christian Maltry. Doch zuvor verlangten sie für Gebühren, Erstattung angeblicher Auslagen, Hausbesuche oder sinnlose Versicherungen Zahlungen von bis zu 2.000 Euro und drohten bei Nichtzahlung etwa mit der Einschaltung von Inkassobüros. Grundsätzlich sei es richtig, solche unbegründeten Forderungen nicht zu bezahlen, sagte Maltry. „Das erfordert aber von den Betroffenen ein gewisses Rückgrat, denn die Drohungen sind teilweise recht massiv“, erklärte er. Die Praktiken der unseriösen Kreditanbieter seien zwar oft illegal, doch komme es wegen Nischen im Gesetz nur selten zu Strafverfahren, sagte der Wirtschaftsrechtler der Fachhochschule Koblenz und Co-Autor der Studie, Hugo Grote. „Der windigste Teil der Branche bliebt außen vor“, erklärte er. Nach Angaben der Schufa werden 97,5 Prozent aller Verbraucherkredite in Deutschland ordnungsgemäß zurückgezahlt. Diese Quote sei bei einer steigenden Zahl von Krediten in den vergangenen Jahren konstant geblieben. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
Anlagenbauer rechnen mit hartem Wettbewerb
Frankfurt/Main (dapd). Die deutschen Großanlagenbauer rechnen mit einem deutlich härten Wettbewerb auf dem Weltmarkt, vor allem aus China und Südkorea. Das geht aus einer Studie der Unternehmensberatung Management Engineers im Auftrag des Verbandes Deutscher Maschinen- und Anlagenbauer (VDMA) hervor, die am Montag in Frankfurt am Main vorgestellt wurde. Auch aus Europa werde der Druck der Mitbewerber steigen. 92 Prozent der Befragten sagten demnach, der Konkurrenzdruck habe sich seit 2009 spürbar verstärkt. 97 Prozent sehen eine nochmalige Verschärfung in den kommenden fünf Jahren. Die chinesischen Großanlagenbauer seien die derzeit stärksten Herausforderer auf dem Weltmarkt und würden es auch in näherer Zukunft sein. Zuletzt besonders in den Wettbewerbsfokus gerückt sind der Studie zufolge allerdings die südkoreanischen Anlagenbauer: Verspürten 2011 erst gut die Hälfte der Umfrageteilnehmer zunehmenden Wettbewerbsdruck von dieser Seite, sind es heute bereits 83 Prozent. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
Inflationsrate bleibt bei zwei Prozent
Wiesbaden (dapd). Der Preisdruck in Deutschland ist im Oktober stabil geblieben. Die Teuerungsrate lag auf Jahressicht voraussichtlich bei zwei Prozent und damit genauso hoch wie im September, wie das Statistische Bundesamt auf Basis vorläufiger Zahlen am Montag in Wiesbaden mitteilte. Auch im Vergleich zum Vormonat blieb die Inflationsrate demnach im Oktober unverändert. Im August hatten kräftig gestiegene Preise für Benzin und Heizöl die Inflationsrate noch auf 2,1 Prozent gezogen. In den Monaten zuvor hatte sie darunter gelegen. Die endgültigen Zahlen für Oktober will das Bundesamt am 9. November vorlegen. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
Linde bleibt auf Rekordkurs und setzt Sparprogramm fort
München (dapd). Der Gasehersteller Linde ist auf dem besten Weg, auch 2012 einen Rekordgewinn einzufahren. Von Januar bis September steigerte der DAX-Konzern Umsatz und Ergebnis deutlich, wie der Vorstandsvorsitzende Wolfgang Reitzle am Montag in München sagte. Der Linde-Chef kündigte an, die Kosten weiter zu senken und so die Profitabilität zu erhöhen. Von 2013 bis 2016 sollen die Bruttokosten um 750 bis 900 Millionen Euro verringert werden. Wie sich das auf die Arbeitsplätze auswirkt, konnte er noch nicht sagen. Die Diskussion über seine Nachfolge bezeichnete der 63-jährige Vorstandschef als verfrüht. Reitzle verwies darauf, dass sein Vertrag erst im Mai 2014 auslaufe. Er habe auch keinen Headhunter beauftragt, um einen Nachfolger zu suchen. Entsprechende Berichte wies er als „Ente“ zurück. Dass er nach Ende seines Vertrags direkt in den Aufsichtsrat wechsele, sei auch kein Thema. „Mir macht die Arbeit nach wie vor riesigen Spaß“, sagte Reitzle. Außerdem sei für diese Themen der Aufsichtsrat zuständig. Die „Financial Times Deutschland“ hatte am Freitag berichtet, dass Reitzle Nachfolger von Aufsichtsratschef Manfred Schneider werden wolle. Unternehmenswert seit 2003 verneunfacht Reitzle, der seit Januar 2003 Vorstandschef ist, zog eine positive Bilanz seiner bisherigen Amtszeit. In den vergangenen neun Jahren habe sich der Unternehmenswert verneunfacht, sagte der Konzernchef. Mit seinen jüngsten Zahlen konnte Reitzle die Anleger ebenfalls überzeugen. Linde war nach der Veröffentlichung der Zahlen stärkster DAX-Wert. Am frühen Nachmittag stand die Aktie mehr als zwei Prozent im Plus bei 131,80 Euro. In den ersten neun Monaten des Jahres stieg der Umsatz gegenüber dem Vorjahr um 8,4 Prozent auf 11,06 Milliarden Euro. Der operative Gewinn erhöhte sich um 8,5 Prozent auf 2,56 Milliarden Euro. „Wir liegen weiterhin auf Kurs, obwohl die Rahmenbedingungen in den vergangenen Monaten schwieriger geworden sind“, sagte Reitzle. Er bestätigte den kurz- und mittelfristigen Ausblick des Unternehmens. So will Linde das Rekordergebnis des vergangenen Jahres übertreffen. Damals hatte Linde 3,2 Milliarden Euro operativen Gewinn gemacht und 13,8 Milliarden Euro umgesetzt. Im kommenden Jahr strebt Reitzle ein operatives Ergebnis von mindestens vier Milliarden Euro an. Gasgeschäft legt um ein Zehntel zu Während Linde im Hauptgeschäft mit Gasen Umsatz und Gewinn deutlich steigern konnte, stagnierte der Anlagenbau. Die Erlöse der Gasdivision legten in den ersten neun Monaten gegenüber dem Vorjahr um mehr als ein Zehntel auf 9,15 Milliarden Euro zu. Das operative Ergebnis verbesserte sich ebenfalls um über zehn Prozent auf 2,48 Milliarden Euro. Auch die Übernahme des amerikanischen Medizingasespezialisten Lincare, den Linde im Sommer für 3,7 Milliarden Euro gekauft hatte, wirkte sich dem Vorstandschef zufolge dabei positiv aus. Linde ist damit der weltweit größte Gasehersteller im Bereich Gesundheitsvorsorge. Im Anlagenbau setzte Linde von Januar bis September 1,74 Milliarden Euro um. Das sind 36 Millionen Euro weniger als vor einem Jahr. Das operative Ergebnis blieb konstant bei 214 Millionen Euro. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
Deutsche besitzen so viel Geld wie nie zuvor
Frankfurt/Main (dapd). Das Geldvermögen der Bundesbürger ist im zweiten Quartal auf den Rekord von 4.811 Milliarden Euro gestiegen. Mit 9 Milliarden Euro oder einem Zuwachs von 0,2 Prozent fiel der Anstieg gegenüber dem Vorquartal aber vergleichsweise gering aus, wie die Bundesbank am Montag in Frankfurt am Main mitteilte. Schuld waren demnach Kursverluste an den Kapitalmärkten in Höhe von rund 30 Milliarden Euro. Besonders stark setzten die Sparer den Angaben zufolge auf Tagesgeld, auf Versicherungen und etwas stärker auch auf Aktien. Die Entwicklung sei außergewöhnlich, erklärten die Experten der Bundesbank, denn zugleich hätten die Privathaushalte ihre Anlagen in Termingeld und deutsche Staatsanleihen reduziert. Grund seien wohl die niedrigen Zinsen und die Unsicherheit im Zusammenhang mit der Schuldenkrise in Europa. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
