Stuttgart/Sao Bernardo do Campo (dapd). Die brasilianische Regierung hat bei der Daimler-Tochtergesellschaft Mercedes-Benz do Brasil 2.100 Nutzfahrzeuge bestellt. Die Großaufträge umfassen die Lieferung von mehr als 1.700 Atego-Lkw sowie von 400 Sprinter von Mercedes-Benz, wie Daimler am Dienstag in Stuttgart mitteilte. Der Konzern habe sich in mehreren Ausschreibungen durchgesetzt. Zum Umsatzvolumen machte Daimler keine Angaben. Die Atego-Lkw sind für das brasilianische Verteidigungsministerium vorgesehen, die Sprinter sollen als Krankenwagen eingesetzt werden. Die ersten Fahrzeuge wurden bereits ausgeliefert, 2013 sollen die letzten übergeben werden. In Sao Bernardo do Campo betreibt die Daimler AG das größte Werk außerhalb Deutschlands. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
Wirtschaft
Fiat weitet Verluste in Europa aus
Turin (dapd). Der italienische Autokonzern Fiat hat seine Verluste in Europa angesichts der Absatzkrise massiv ausgeweitet, aber sprudelnde Gewinne der US-Tochter Chrysler sichern dem Konzern das Überleben. Allerdings senkte Fiat den Ausblick und kündigte eine höhere Verschuldung an. Im dritten Quartal fuhr der Kleinwagenhersteller in der Heimatregion Europa ein Minus von 238 Millionen Euro ein, nach 116 Millionen Euro Verlust im Vorjahreszeitraum. Der Umsatz in der Region fiel um 13 Prozent auf 2,8 Milliarden Euro, wie Fiat am Dienstag in Turin bei der Vorlage der Zwischenbilanz mitteilte. Der Konzern wird vom insgesamt seht schwachen europäischen Markt in die Tiefe gerissen. Fiat ist traditionell stark in den südeuropäischen Ländern, die am schlimmsten von der Schuldenkrise gepackt sind: Viele Autofahrer hier schieben den Neuwagenkauf auf, weil sie als Arbeitslose kein Geld haben. In Italien etwa brach der Automarkt im dritten Quartal um 23 Prozent ein auf den schwächsten Wert seit 1976. Fiat erwartet, dass die Krise bis weit in das Jahr 2014 reichen wird. Weltweit gesehen ist die Lage für den Konzern, zu dem auch der US-Hersteller Chrysler gehört, jedoch deutlich besser: Der Gesamtumsatz stieg im Quartal um 16 Prozent auf 20,4 Milliarden Euro. Der Betriebsgewinn kletterte um 100 Millionen Euro auf knapp unter 1,0 Milliarde Euro. Hintergrund ist der Erfolg von Chrysler im boomenden US-Automarkt, der die steigenden Verluste der Hauptmarke Fiat in Europa mehr als wettmacht. Als Nettogewinn im Quartal wies Fiat/Chrysler rund 300 Millionen Euro aus. Erfolge in Südamerika Fiat war in der Autokrise 2007 bei Chrysler eingestiegen und hatte den drittgrößten US-Autobauer saniert. Nun profitiert Chrysler doppelt: Der US-Automarkt boomt 2012 mit einem Wachstum von 14 Prozent. Chrysler aber hat mit Unterstützung von Fiat ein Angebot aufgebaut, das den Kundengeschmack noch besser trifft, so dass Chrysler sogar 23 Prozent beim Absatz zulegte. Inzwischen gehören rund 60 Prozent der Chrysler-Aktien Fiat. Erfolge meldet Fiat auch aus Südamerika, wo der Absatz um 14 Prozent anzog. Allerdings fiel der Gewinn auch wegen hoher Anlaufkosten etwas niedriger aus. In Asien, wo Fiat/Chrysler nicht besonders stark ist, steigen Umsatz und Gewinn. Vorstandsvorsitzender Sergio Marchionne senkte angesichts der schwachen Entwicklung in Europa den Ausblick für das Gesamtjahr: Er rechnet nun mit einem Nettogewinn von mehr als 1,2 Milliarden Euro. Bisher hatte er 1,2 bis 1,5 Milliarden Euro als Gewinnziel genannt. Außerdem werde die Verschuldung auf 6,5 Milliarden Euro steigen. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
Osram baut Werk in Eichstätt aus
Eichstätt (dapd). Der Leuchtenhersteller Osram weitet die Produktion im oberbayerischen Eichstätt aus. Am Dienstag startete Geschäftsführer Klaus Patzak gemeinsam mit Oberbürgermeister Andreas Steppberger den Bau einer neuen Halogen-Fertigungslinie. Ab Sommer nächsten Jahres sollen dort Brenner für Halogenlampen hergestellt werden. Die Siemens-Tochter investiert dafür 10 Millionen Euro. Die Mitarbeiterzahl in Eichstätt von rund 700 soll dadurch stabil bleiben. Die 25 neu entstehenden Stellen sollen in erster Linie intern umbesetzt werden. In Eichstätt stellt Osram etwa 250 Millionen Lampen im Jahr her. Wegen des Technologiewandels im Lichtmarkt musste Osram in den vergangenen Jahren zahlreiche Arbeitsplätze abbauen. Derzeit beschäftigt das Unternehmen weltweit rund 40.000 Mitarbeiter. Siemens will Osram schon seit längerem an die Börse bringen. Wegen der schwierigen Situation an den Kapitalmärkten erteilte der Konzern einem klassischen Börsengang aber eine Absage. Nun plant Siemens, über einen Spin-off Osram-Aktien an seine Anteilseigner auszugeben. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
Nordländer wollen Gehälter für HSH-Manager begrenzen
Kiel (dapd). Die beiden Haupteigner Hamburg und Schleswig-Holstein wollen die Managergehälter bei der angeschlagenen HSH Nordbank kürzen. „Ich habe dem Aufsichtsrat frühzeitig mitgeteilt, dass ich die Auffassung der EU teile und erwarte, dass die Bank sich danach richtet“, sagte Schleswig-Holsteins Finanzministerin Monika Heinold (Grüne) am Dienstag in Kiel auf dapd-Anfrage und bestätigte damit einen Bericht der „Lübecker Nachrichten“. „Die EU ist im Moment dabei, von der Bank die Einhaltung der Auflagen zu fordern“, sagte Heinold. Manager sollen demnach höchstens 500.000 Euro pro Jahr bekommen. Ähnlich sieht dies Heinolds Hamburger Amtskollege, Finanzsenator Peter Tschentscher (SPD). „Dicke Bonuszahlungen, variable Vergütungen sollen in dieser HSH Nordbank nicht gezahlt werden, solange es noch keine Dividenden gibt“, sagte er dem „Hamburg Journal“ des NDR Fernsehens. „Die HSH Nordbank macht Verluste, und da kommt es der EU-Kommission darauf an, und das unterstütze ich auch, dass jedenfalls in dieser Zeit keine – auch nicht um die Ecke – doch plötzlich wieder Ansprüche entstehen.“ Nach Verlusten in Milliardenhöhe hatten Hamburg und Schleswig-Holstein die Bank 2009 durch eine Kapitalspritze von drei Milliarden Euro sowie Garantien über zehn Milliarden Euro gerettet. Die EU genehmigte den Schritt nach einem Beihilfeverfahren unter Auflagen. Seitdem wurde die Garantiesumme um drei Milliarden Euro verringert. Im zweiten Quartal 2012 rutschte das Geldinstitut wieder in die roten Zahlen. Grund für die derzeitigen Probleme der Landesbank ist vor allem die Krise der Schifffahrtsbranche. Mögliche Erweiterung des Garantierahmens Hamburg und Schleswig-Holstein sind bereit, dem Kreditinstitut wieder mehr Staatsgarantien zu gewähren. Bei einer Wiederaufstockung der Garantiesumme von aktuell sieben Milliarden auf die frühere Höhe von zehn Milliarden Euro droht allerdings ein erneutes EU-Beihilfeverfahren. HSH-Aufsichtsratschef Hilmar Kopper hatte bereits angedeutet, dass er mit noch höheren Verlusten in diesem Jahr rechne. Aktuelle Zahlen will die Bank am 5. Dezember veröffentlichen. In der vergangenen Woche hatte der Aufsichtsrat Constantin von Oesterreich zum neuen Vorstandsvorsitzenden der Bank ernannt. Er tritt zum 1. November die Nachfolger von Paul Lerbinger an. Unterdessen forderte der Hamburger SPD-Bundestagsabgeordnete Johannes Kahrs eine Neuordnung des HSH-Aufsichtsrats. „Finanz- und Wirtschaftssenator gehören in den Aufsichtsrat, genau wie ihre Amtskollegen aus Schleswig-Holstein“, sagte er der „Bild“-Zeitung (Dienstagausgabe). Kahrs fügte hinzu: „Es ist nicht tolerabel, dass der Senator nur aus zweiter Hand entscheidende Dinge erfährt.“ Finanzsenator Tschentscher widersprach seinem Parteifreund. „Die Stadt wird durch einen sehr kompetenten Geschäftsführer vertreten, mit dem ich mich in allen wichtigen Fragen eng abspreche“, sagte er. Hamburg ist in dem Gremium durch Rainer Klemmt-Nissen vertreten, den Geschäftsführer der Hamburger Gesellschaft für Vermögens- und Beteiligungsmanagement. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
Commerzbank trennt sich von Verlustbringer in der Ukraine
Frankfurt/Main (dapd). Die Commerzbank hat den Verkauf der verlustträchtigen ukrainischen Bank Forum an die dortige Smart Group abgeschlossen. Der Anteil der Commerzbank in Höhe von 96 Prozent habe mit Zustimmung der Aufsichtsbehörden den Besitzer gewechselt, erklärte ein Sprecher des Geldinstituts am Dienstag in Frankfurt am Main. Der Verkauf führt demnach im vierten Quartal 2012 zu einer außerordentlichen Belastung von rund 200 Millionen Euro, vor allem wegen des Währungsunterschieds. Das Eigenkapital der Commerzbank werde dadurch jedoch nicht belastet, da die Verluste bereits in der Währungsrücklage berücksichtigt worden seien. Auch die Kernkapitalquote verändere sich nicht. In der Ukraine werde die Commerzbank mit einer Repräsentanz in Kiew vertreten bleiben, die sich an Unternehmenskunden mit Deutschlandbezug wendet. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
MAN erwägt Kurzarbeit
München (dapd). Der Bus- und Lkw-Hersteller MAN leidet massiv unter der Konjunkturabschwächung und plant weitere Kostensenkungen. In diesem Jahr wolle die VW-Tochter noch mit Zwangsurlaub auskommen, ab 2013 sei auch Kurzarbeit möglich, sagte der Vorstandsvorsitzende Georg Pachta-Reyhofen am Dienstag in München. In den vergangenen drei Monaten musste die MAN-Gruppe, die mittlerweile zu mehr als 75 Prozent dem Volkswagen-Konzern gehört, erneut einen Gewinneinbruch hinnehmen. Das Nettoergebnis sank gegenüber dem Vorjahr von 171 auf 61 Millionen Euro. In den ersten neun Monaten des Jahres lag der Reingewinn noch bei 101 Millionen Euro, nach 924 Millionen Euro von Januar bis September 2011. Da sich der Umsatz gleichzeitig um drei Prozent auf 11,6 Milliarden Euro verringerte, fiel die Profitabilität schlechter aus: Die Rendite sank von 9,0 auf 5,7 Prozent. Die Kunden tendierten verstärkt zu Fahrzeugen mit geringeren Gewinnspannen, sagte Finanzvorstand Frank Lutz. Außerdem verschiebe sich die Nachfrage in Länder, die geringere Margen einbrächten. Insgesamt führe die Staatsschuldenkrise in Europa zu Unsicherheiten auf den Märkten, sagte Pachta-Reyhofen. Die Firmen investieren weniger, die Menge der transportierten Waren geht zurück, und damit werden auch weniger Lastwagen gebraucht. So verbuchten auch andere Nutzfahrzeughersteller wie Volvo und Scania einen Ergebniseinbruch. Während Volvo die Produktion ebenfalls drosselt, will die MAN-Schwester Scania die Investitionen dagegen erhöhen. 17.000 Fahrzeuge stehen bei MAN im Lager Bei MAN ging der Auftragseingang im dritten Quartal gegenüber dem Vorjahr um 14 Prozent auf 3,5 Milliarden Euro zurück. In den ersten neun Monaten sank er um 8 Prozent auf 11,9 Milliarden Euro. Entsprechend hoch ist inzwischen der Bestand an nicht verkauften Lastwagen und Bussen: In den europäischen Werken stehen rund 8.000 Fahrzeuge auf dem Hof, in Lateinamerika sind es 9.000. Damit diese Zahl nicht noch größer wird, drosselte MAN bereits im Sommer die Produktion. In dieser Woche schließlich stoppte das Unternehmen in München und Salzgitter die Bänder. 10.000 Mitarbeiter müssen Überstunden abbauen oder Urlaub nehmen – auch in der Verwaltung. In der Weihnachtszeit will MAN die Maßnahmen ausweiten: Vom 21. Dezember bis 11. Januar soll die Produktion unterbrochen werden – auch in anderen Werken wie Nürnberg. Finanziell bringe dies den 15.000 betroffenen Mitarbeitern keine Nachteile, sagte Pachta-Reyhofen. Falls sich mit diesen Maßnahmen die Lage nicht bessern sollte, könnte es jedoch im ersten Quartal 2013 zu Kurzarbeit kommen. Dies werde in der Unternehmensführung diskutiert, sagte der neue Vorstandssprecher der MAN-Nutzfahrzeugsparte, Anders Nielsen. MAN-Chef bestätigt Prognose An den im Sommer zurückgeschraubten Zielen für dieses Jahr hält Pachta-Reyhofen trotz der schwachen Quartalszahlen fest. So soll der Umsatz der Nutzfahrzeugsparte gegenüber dem Vorjahr um etwas mehr als fünf Prozent zurückgehen. Der Vorstandschef sieht „Licht am Ende des Tunnels“. So hätten die Absatzzahlen in Lateinamerika nach der Schwäche im ersten Halbjahr wieder etwas angezogen. Außerdem entwickelte sich der Kraftwerks- und Motorenbau (Power Engineering) im Verhältnis zum Nutzfahrzeugbereich besser. Der Umsatz in diesem Geschäftsbereich erhöhte sich in den ersten neun Monaten um sieben Prozent auf 3,1 Milliarden Euro. Auf Jahressicht solle dieser Bereich um fünf Prozent zulegen, sagte Pachta-Reyhofen. Die MAN-Aktie gehörte zu den besten Werten im MDAX. Sie gewann bis zum Mittag knapp drei Prozent auf 78,40 Euro. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
Bundesbürger drehen und stopfen so viel Zigaretten wie nie zuvor
Hamburg (dapd). Nachdem der Preis für eine Schachtel Zigaretten auf rund fünf Euro oder mehr geklettert ist, stopfen oder drehen so viele deutsche Raucher wie noch nie ihre Glimmstängel selbst. Nach Angaben des Branchenzweiten Reemtsma wird inzwischen fast jede dritte versteuerte Zigarette in Deutschland von den Rauchern selbst hergestellt. Im laufenden Jahr rechnet der Tabakkonzern (JPS, Gauloises) mit einem Verbrauch von 121 Milliarden legalen Zigaretten im Inland, davon die Rekordmenge von 38 Milliarden Selbstgestopften. Im Vergleich zu 2011 fiel der Verbrauch an Fabrikzigaretten um 1,7 Prozent, während die Selbstgemachten um 3,3 Prozent zulegten. Der Preisunterschied liegt auf der Hand: Eine Schachtel Markenzigaretten kostet etwa fünf Euro. Eine Dose Tabak für 240 Zigaretten kostet dagegen rund 14 Euro. Nach Ansicht des Reemtsma-Generaldirektors für Deutschland, Marcus Schmidt, sind die legal versteuerten Selbstgemachten inzwischen so attraktiv, dass sie den Schmugglern Kunden abjagen. „Viele können sich mit Stopfzigaretten anfreunden, statt beim Vietnamesen um die Ecke zu kaufen“, sagte er. Gesamtverbrauch liegt bei 145 Milliarden Stück Der Schmuggel ist auch deswegen laut Reemtsma erstmals seit langer Zeit nicht mehr gewachsen und stagniert bei 23,5 Milliarden Stück. Damit liegt der Gesamtverbrauch an legalen und geschmuggelten Zigaretten bei rund 145 Milliarden Stück. Zoll, Polizei und Markenhersteller machen immer mehr Druck auf die Schmuggler: Im Sommer wurden 138 Millionen unversteuerter Zigaretten auf einen Schlag entdeckt – der größte Einzelfund aller Zeiten. Schmidt warnte davor, dass eine geplante EU-Tabakrichtlinie den Kriminellen neuen Schub geben könne. Die EU erwägt, den Zigarettenverkauf noch stärker zu regulieren, etwa indem alle Marken eine Einheitsschachtel bekommen oder die Schachteln im Kiosk nicht mehr ausgestellt werden dürfen. Laut Schmidt wären diese Verpackungen „viel leichter zu fälschen“. Außerdem würden Tausende Arbeitsplätze in den Kiosken auf der Kippe stehen. Allerdings ist bisher unklar, wann und ob die strengen neuen EU-Auflagen kommen. Schmidt rechnet frühestens 2015 damit. Reemtsma steigerte den Umsatz im abgelaufenen Geschäftsjahr (zum 30. September) um neun Prozent auf 1,1 Milliarden Euro. Der Vorsteuergewinn stieg auf 572 Millionen Euro. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
Maschinenbau verbucht erstes Auftragsplus seit einem Jahr
Frankfurt/Main (dapd). Eine hohe Nachfrage aus dem Ausland hat den deutschen Maschinenbauern erstmals seit einem Jahr wieder ein Auftragsplus beschert. Im September lagen die Bestellungen auf Jahressicht preisbereinigt um elf Prozent höher, wie der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) am Dienstag in Frankfurt am Main mitteilte. Damit endete eine elf Monate währende Auftragsflaute für die Branche. Zuletzt hatte Deutschlands Maschinenbau dem Verband zufolge im September 2011 im Jahresvergleich mehr Aufträge verbucht. Damals lag das Plus bei einem Prozent. Trotz des nun satten Zuwachses warnte der Verband vor zu hohen Erwartungen. Das niedrige Vorjahresniveau und zahlreiche Großaufträge aus Ländern außerhalb der Eurozone verzerrten das Bild. Während die Bestellungen aus dem Inland im September um 14 Prozent einbrachen, legte das Auslandsgeschäft im Jahresvergleich um 24 Prozent zu und machte den Rückgang im Inland mehr als wett. „Die Mehrzahl der Maschinenbauer muss dennoch auf ein klar positives Signal für den weiteren Konjunkturverlauf warten“, sagte VDMA-Chefvolkswirt Ralph Wiechers. Für die kommenden Monate erwartet der Verband eine moderate Entwicklung bei den Auftragseingängen. Im weniger von Schwankungen beeinflussten Dreimonatsvergleich ergab sich für die Auftragseingänge von Juli und September ein Minus von einem Prozent. Dabei fielen die Inlandsaufträge um 17 Prozent. Die Bestellungen aus dem Ausland legten dagegen dem VDMA zufolge um neun Prozent zu. Für 2012 und 2013 hofft der deutsche Maschinenbau auf Rekordumsätze. VDMA-Präsident Thomas Lindner hatte in der vergangenen Woche angekündigt, die Branche erwarte in diesem Jahr einen Umsatz von 209 Milliarden Euro und damit so viel wie nie zuvor. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
Trend zum Billigsarg hält an
Bonn (dapd). Die deutschen Sarghersteller leiden unter der billigeren Konkurrenz aus Osteuropa. Die Produktion stagniert 2012, nachdem die Zahl der hergestellten Särge in den vergangenen Jahren bereits stark zurückgegangen ist. Gründe seien die Konkurrenz aus dem Ausland und ein Trend zu Feuerbestattungen, teilte der Verband der Deutschen Zulieferindustrie für das Bestattungsgewerbe (VDZB) am Dienstag mit. „Während Särge ‚Made in Germany‘ kein Exportschlager sind, werden seit Beginn der 90er Jahre zunehmend Särge aus osteuropäischer Produktion auf dem deutschen Markt angeboten“, erklärte der Verband. Im ersten Halbjahr 2012 wurden 75.000 Särge in Deutschland hergestellt, etwa genauso viel wie im Vorjahr. Für das ganze Jahr erwartet der Verband bestenfalls eine Stagnation der Produktion. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
Ost-Beschäftigte erhalten seltener Weihnachtsgeld
Düsseldorf (dapd). Beschäftigte in Ostdeutschland profitieren weniger von Sonderzahlungen zu Weihnachten als ihre westdeutschen Kollegen. Während im Westen 59 Prozent der Beschäftigten Weihnachtsgeld bekommen, sind es im Osten lediglich 39 Prozent. Das ergab eine am Dienstag veröffentlichte Umfrage der Internetseite lohnspiegel.de unter 17.000 Beschäftigten, die vom WSI-Tarifarchiv der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung betreut wird. Zudem erhielten Beschäftigte in Ostdeutschland in einigen Bereichen immer noch ein niedrigeres Weihnachtsgeld als ihre Kollegen im Westen. Dies treffe beispielsweise in der Chemie, im öffentlichen Dienst und in der Metallindustrie zu, hieß es. Kein Weihnachtsgeld bekämen Beschäftigte im Bauhauptgewerbe Ost und im Gebäudereinigerhandwerk. Insgesamt kann sich jedoch die Mehrheit der deutschen Arbeitnehmer der Umfrage zufolge in diesem Jahr über eine finanzielle Zuwendung zu Weihnachten freuen. Rund 55 Prozent der Beschäftigten erhalten eine Jahressonderzahlung in Form eines Weihnachtsgeldes. 17 Prozent bekommen eine Gewinnbeteiligung, 21 Prozent sonstige Sonderzahlungen. Männer erhalten öfter Weihnachtsgeld als Frauen Unterschiede gibt es jedoch nicht nur zwischen West- und Ostdeutschland. So erhalten auch Frauen mit 53 Prozent weniger oft Weihnachtsgeld als Männer mit 56 Prozent. Ebenso bekommen Beschäftigte in einem befristeten Arbeitsverhältnis mit 46 Prozent seltener Weihnachtsgeld als Kollegen mit einem unbefristeten Vertrag, von denen 57 Prozent die Sonderzahlung erhalten. Der Umfrage zufolge profitieren vor allem Beschäftigte von einer Tarifbindung ihres Arbeitgebers. Während lediglich 42 Prozent der Erwerbstätigen ohne Tarifbindung ein Weihnachtsgeld ausgezahlt bekommen, erhalten 70 Prozent der Beschäftigten in Branchen mit einem Tarifvertrag in diesem Jahr eine solche Zuwendung. Besonders hohe Weihnachtsgelder zahlen die Arbeitgeber demnach unter anderem im Bankgewerbe, in der Süßwarenindustrie, der westdeutschen Chemieindustrie und der Druckindustrie. Hier werden den Angaben zufolge 90 bis 100 Prozent eines Monatseinkommens ausgezahlt. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
