Dudenhöffer weist Kritik des VW-Konzerns an Rabattstudien zurück

Dudenhöffer weist Kritik des VW-Konzerns an Rabattstudien zurück Duisburg/Wolfsburg (dapd). Der Automobilexperte Ferdinand Dudenhöffer hat seine Rabattstudien für den deutschen Neuwagenmarkt verteidigt. Er wies Kritik des Volkswagen-Konzerns an seinen Studienergebnissen zurück. Kern des Streits zwischen dem VW-Konzern und dem Duisburger Professor sind vermeintlich geschäftsschädigende Äußerungen Dudenhöffers über die Höhe der gewährten Rabatte beim Kauf eines Neuwagens. Die von dem Autohändler Burkhard Weller erhobenen Vorwürfe gegen ihn seien „nachweisbar falsch“, teilte Dudenhöffer am Mittwoch mit. Da Volkswagen die Sachzusammenhänge kenne, überrasche es ihn, „dass sich der VW-Konzern zu diesen falschen Behauptungen“ bekenne. Weller hatte erklärt, potenzielle Neuwagenkäufer würden von Dudenhöffers Angaben zur Höhe der Rabatte „massiv getäuscht“. Resultat sei, dass Kunden „völlig enttäuscht“ seien, wenn die Rabatte am Ende nicht so hoch ausfielen und schlimmstenfalls den Kauf eines Neuwagens verschöben. Facettenreich und trennscharf Zugleich warf Weller dem Professor von der Universität Duisburg-Essen Geschäftsschädigung vor. Seiner Ansicht nach nähmen die von Dudenhöffer verbreiteten Angaben zu Rabatten bei Neuwagen ein Ausmaß an, „welches die Branche massiv schädigt, weil Sie Unwahrheiten verbreiten“. Dieser Ansicht schloss sich der VW-Konzern ausdrücklich an. Dudenhöffer wies Kritik an den von ihm und seinem Team verwendeten Methoden zurück: Sein Institut liefere „ein wissenschaftlich fundiertes, objektiv überprüfbares Incentive-Bild über den deutschen Automarkt“, sagte er. Die von ihm seit sieben Jahren betriebenen Rabattanalysen seien „sehr facettenreich“ und genauso „trennscharf wie präzise“. Auch den Vorwurf, in seinen monatlich veröffentlichten Studien vermeintlich tendenziöse Angaben zu machen und einzelne Händleraktionen zu stark zu verallgemeinern, wies er zurück. Nachweislich sei beispielsweise der VW Golf VII „bei Internetvermittlern bis zum 26. September mit Prämien bis zu 27,5 Prozent Rabatt angeboten worden“, heißt es in der Stellungnahme weiter. Auch hätten Händlerorganisationen den Golf VI in Tageszulassungen nachweislich mit Rabatten bis 33 Prozent in Zeitungsanzeigen beworben. Aggressive Wettbewerbseingriffe Die Hauptverantwortung für die von ihm in der Vergangenheit vielfach attestierte Rabattschlacht auf dem deutschen Automarkt sieht Dudenhöffer nach wie vor beim VW-Konzern selbst: „Wenn eine Marke mit marktbeherrschender Stellung aggressiv in den Wettbewerb mit Prämienprogrammen eingreift, wird dies sehr schnell deutlich. Dass damit Händlerbetriebe in Schwierigkeiten kommen, ist ebenfalls offensichtlich“, erklärte er. Offenbar wolle nun derjenige, „der den Rabattwettwerb mit hohen Händlerprämien anschürt, sich bei demjenigen darüber beklagen, der dieses Verhalten mit objektiv nachzuvollziehenden Marktdaten wissenschaftlich analysiert“, erklärte Dudenhöffer und sprach in diesem Zusammenhang von „Scheinheiligkeit“. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)

Tarifverhandlungen für Repower-Beschäftigte abgebrochen

Tarifverhandlungen für Repower-Beschäftigte abgebrochen Hamburg (dapd-nrd). Der Tarifstreit beim Windkraftanlagenhersteller Repower schwelt weiter. Nachdem es zuletzt Fortschritte gegeben habe, habe die Arbeitgeberseite die Tarifverhandlungen für die 1.800 Beschäftigten am Mittwoch „vollkommen unerwartet“ abgebrochen, erklärte die IG Metall in Hamburg. Die Gewerkschaft werde in der kommenden Woche über das weitere Vorgehen beraten. „Die Beschäftigten haben mit den beiden Warnstreiks eindrucksvoll gezeigt, dass sie bereit sind, für einen Tarifvertrag zu kämpfen“, sagte Stephanie Schmoliner, die die Verhandlungen für die Bezirke Küste und Berlin-Brandenburg-Sachsen führt. Während der Gespräche am Mittwoch hatten laut Gewerkschaft etwa 550 Beschäftigte vor dem Hauptsitz des Konzerns in Hamburg demonstriert. Insgesamt beteiligten sich den Angaben zufolge mehr als 700 Mitarbeiter an den Warnstreiks. Die Gewerkschaft hatte die Mitarbeiter in Bremerhaven, Hamburg, Husum und Osterrönfeld zu den Protestaktionen aufgerufen. Anfang Oktober hatte es einen ersten Warnstreik gegeben, an dem sich mehr als 900 Beschäftigte des Unternehmens beteiligten. „Die Beschäftigten wollen eine transparente und nachvollziehbare Bezahlung“, sagte der Bezirksleiter der IG Metall Küste, Meinhard Geiken. Die Gewerkschaft fordert eine stufenweise Anerkennung der Tarifverträge für die Metall- und Elektroindustrie sowie einen Tarifvertrag für die Rufbereitschaft der Servicetechniker. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)

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Auf dem Arbeitsmarkt von morgen wird es für Unternehmen schwierig

Auf dem Arbeitsmarkt von morgen wird es für Unternehmen schwierig Nürmberg (dapd). Der vielfach beklagte Fachkräftemangel hat möglicherweise größere Dimensionen als bisher angenommen. Zu diesem Schluss kommt eine am Mittwoch in Nürnberg veröffentlichte Gemeinschaftsstudie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung und des Bundesinstituts für Berufsbildung. Demnach ist der Fachkräftemangel offenbar nicht nur ein Problem, das Berufe für Akademiker und Hochqualifizierte betrifft. Auch bei Jobs, die mittlere Qualifikationen voraussetzen, könnte es nach Ansicht der Arbeitsmarktforscher ab dem Jahr 2020 „vor allem im mittleren Qualifikationsbereich zu spürbaren Engpässen kommen“, heißt es in der Studie. Für junge Leute, die derzeit noch zur Schule gehen, heißt das: Sie sollten sich bei der Berufswahl noch genau als bisher überlegen, in welcher Branche sie ihre berufliche Zukunft suchen. Denn trotz des generellen Trends zur „Akademisierung“ der Arbeitswelt und rückläufiger Bewerberzahlen infolge des demografischen Wandels, zeigen sich große Unterschiede zwischen den einzelnen Tätigkeitsfeldern. Zwar wird der Studie zufolge die Bedeutung des Dienstleistungssektors für den Stellenmarkt in den nächsten 10 bis 15 Jahren insgesamt weiter zunehmen. Allerdings werde der Bedarf an Arbeitskräften voraussichtlich nicht in allen Dienstleistungsbranchen gleich stark steigen, betonen die Verfasser der Studie. Kaum Engpässe in der Gastronomie So sei zu erwarten, dass in den produktivitätsstarken Dienstleistungsbranchen wie Handel, Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen und Gebrauchsgütern künftig weniger Arbeitsstunden benötigt würden. Auch im Gastronomiebereich seien kaum Engpässe bei den Arbeitskräften zu erwarten. Zu dieser Einschätzung gelangen die Forscher, indem sie – anders als bei anderen einschlägigen Studien – nicht die künftig zu erwartende Zahl von Bewerbern mit den benötigten Stellen vergleichen. Vielmehr berechneten sie das zu erwartende Arbeitsvolumen in Stunden. Angebot und Nachfrage auf dem Arbeitsmarkt würden sich demnach aufgrund der genannten Faktoren bis 2030 zwar annähern, prognostizieren die Forscher. Trotzdem werde das Stundenpotenzial auf Arbeitnehmerseite mit rund 60 Milliarden Stunden auch zu diesem Zeitpunkt noch über der dann tatsächlich benötigten Arbeitskraft von 56 Milliarden Stunden liegen. Gute Jobchancen für die Berufseinsteiger von morgen zeichnen demnach vor allem im Gesundheits- und Sozialwesen ab, zu dem etwa Pflegeberufe oder der Erzieherberuf zählen. Hauptgrund hierfür sei neben der wachsenden Bedeutung der Kinderbetreuung die Alterung der Gesellschaft. Eine Ausbildung in einer dieser Berufsgruppen biete daher „auch auf längere Sicht sehr gute Beschäftigungschancen“, prognostizieren die Arbeitsmarktforscher. Unverändert schlechte Karten auf dem Arbeitsmarkt werden nach ihrer Einschätzung dagegen Geringqualifizierte haben. „Der Bedarf an Tätigkeiten, die keine abgeschlossene Berufsausbildung erfordern, wird weiter sinken“, warnen die Forscher. In Zukunft werde es somit „also noch schwieriger, ohne Abschluss einer beruflichen Ausbildung einen Arbeitsplatz zu finden“. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)

Opel-Mutter GM streicht 2.600 Jobs in Europa

Opel-Mutter GM streicht 2.600 Jobs in Europa Detroit/Rüsselsheim (dapd). Heimlich, still und leise hat der US-Autokonzern General Motors (GM) im laufenden Jahr mehrere Tausend Arbeitsplätze in Europa abgebaut. GM streiche im laufenden Jahr 2.600 Stellen bei der angeschlagenen Tochter Opel und der Schwestermarke Vauxhall, 2.300 Mitarbeiter hätten das Unternehmen bereits verlassen, teilte der Hersteller am Mittwoch in Rüsselsheim mit. GM hat 38.000 Mitarbeiter in Europa, davon etwa 20.000 in Deutschland. „Dieser Stellenabbau ist durch freiwillige Abfindungs- und Vorruhestandsangebote sowie durch natürliche Fluktuation geschehen“, hieß es in der Erklärung. Opel verbrennt seit Jahren Milliardenbeträge, die US-Mutter GM rechnet mit weiteren Milliardenverlusten mindestens bis „Mitte des Jahrzehnts“. GM bekräftigte auch seine Absicht, das Werk Bochum nach dem Auslaufen des derzeit dort gebauten Familienvans Zafira zu schließen. GM war unter anderem wegen immer höherer Verluste bei Opel der Gewinn eingebrochen. Im dritten Quartal fiel der Nettogewinn um zwölf Prozent auf 1,5 Milliarden Dollar (1,2 Milliarden Euro). GM verlor in den drei Monaten allein eine halbe Milliarde Dollar in Europa, wo die Sanierung des Verlustbringers Opel und Vauxhall nicht vorankommt. Lagerbestände werden zurückgefahren Als Teil der Sparpläne fährt Opel nun seine Lagerbestände beim Unternehmen und seinen Händlern kräftig zurück. Seit Februar wurden sie um 100.000 Fahrzeuge gesenkt. Bis Jahresende sind weitere 20.000 Einheiten weniger geplant. In diesem Jahr werden die Fixkosten voraussichtlich um rund 300 Millionen Dollar gesenkt. Eine Reduktion um weitere 500 Millionen Dollar ist für den Zeitraum 2013 bis 2015 angepeilt, wie es hieß. GM stellt sich aber trotz des Sparkurses auf weitere Jahre der Milliardenverluste bei Opel ein. Erst „Mitte des Jahrzehnts“ rechnet GM mit schwarzen Zahlen bei der Europatochter, wie aus dem am selben Tag in Detroit veröffentlichten Zwischenbericht hervorgeht. 2012 wird Opel 1,5 Milliarden Dollar verbrennen, 2013 nur leicht weniger. „Wir haben noch eine Menge Arbeit zu tun, vor allem in Europa“, erklärte GM-Finanzvorstand Dan Ammann. Aber auch im Kernmarkt Nordamerika ging der Profit auf 1,8 Milliarden Dollar vor Steuern zurück. Der weltweite Umsatz stieg um fast eine Milliarde auf 37,6 Milliarden Dollar. GM ringt zurzeit mit der IG Metall um den Sanierungsplan für Opel. Die Manager wollen das Werk in Bochum schließen und mehrere Tausend Arbeitsplätze abbauen. Opel produzierte im dritten Quartal nur noch 196.000 Autos nach 270.000 im Vorjahresquartal. Opel soll zusammen mit dem französischen Konkurrenten PSA Peugeot Citroën vier Fahrzeugmodelle entwickeln, um damit der Absatzkrise in Europa zu trotzen. Die ersten Autos der Allianz sollen bis Ende 2016 auf den Markt kommen. Es gilt als sicher, dass diese Zusammenarbeit Jobs bei Opel kosten wird. Unterdessen laufen die Verhandlungen zwischen IG Metall und Opel in Rüsselsheim weiter. Presseberichten zufolge geht es auch um Abfindungen für den freiwilligen Verzicht auf Jobs. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)

Advent hat große Pläne mit Douglas

Advent hat große Pläne mit Douglas Frankfurt/Main (dapd). Der US-Finanzinvestor Advent und die Gründerfamilie Kreke haben große Pläne für die zuletzt schwächelnde Handelskette Douglas. Bei einem Erfolg ihres Übernahmeangebots wollen sie vor allem das Wachstum der Douglas-Parfümerien und der Schmucksparte Christ im In- und Ausland vorantreiben. Das geht aus den am Mittwoch veröffentlichten Angebotsunterlagen hervor. Wachstumspotenziale sehen die Besitzer nicht zuletzt in den Märkten Südamerikas und Asiens. Außerdem wollen die Investoren die gezielte Verzahnung von stationärem Handel mit E-Commerce-Angeboten vorantreiben. Die Geschäfte der Textilkette ApprelrathCüpper und der Süßwarenkette Hussel spielen in den Planungen dagegen offenbar eine untergeordnete Rolle. Sie sollten „ertragsorientiert fortgesetzt werden“, heißt es lediglich. Weiterführen wollen die Investoren demnach auch die bereits eingeleitete Restrukturierung und strategische Neuausrichtung der kränkelnden Buchsparte Thalia. Beruhigende Botschaften enthält das Übernahmeangebot für die Douglas-Beschäftigten. Die Investoren beabsichtigen demnach nicht, Arbeitsverhältnisse mit Mitarbeitern der Douglas-Gruppe aufgrund der Übernahme „zu kündigen oder deren Beschäftigungsbedingungen zu ändern“. Insgesamt bewertet das Übernahmeangebot Douglas mit 1,5 Milliarden Euro. Durch Verkaufszusagen der Familie Kreke sowie der Großaktionäre Oetker und Müller haben sich die Investoren nach eigenen Angaben bereits den Zugriff auf 50,5 Prozent des Grundkapitals gesichert. Doch kommt die Übernahme nur zustande, wenn sich die Investoren mindestens 75 Prozent der Anteile sichern können. Douglas-Aktionäre können den Bietern ab sofort ihre Aktien zum Preis von 38 Euro in bar andienen. Die Annahmefrist endet am 4. Dezember, die erweiterte Annahmefrist voraussichtlich am 21. Dezember. Der Angebotspreis von 38 Euro pro Aktie entspricht laut Advent einer Prämie von 41,6 Prozent auf den Durchschnittskurs vor Aufkommen der Übernahmegerüchte am 11. Januar. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)

Reifenhersteller Continental legt trotz Auto-Absatzkrise kräftig zu

Reifenhersteller Continental legt trotz Auto-Absatzkrise kräftig zu Hannover (dapd). Der Zulieferer Continental liegt trotz der Auto-Absatzkrise in Europa auf Rekordkurs: Der Konzern aus Hannover steigerte dank guter Geschäfte in China und Amerika seinen Umsatz in den ersten neun Monaten 2012 im Vorjahresvergleich um neun Prozent auf 24,6 Milliarden Euro. Zugleich legte der Nettogewinn um 500 Millionen auf 1,5 Milliarden Euro zu, wie Continental am Mittwoch in seinem Zwischenbericht mitteilte. Der frisch in den DAX zurückgekehrte Konzern aus Hannover bekräftigte seinen erst im August angehobenen Jahresausblick. „Wir erwarten auf Basis der ersten neun Monate unverändert, den Konzernumsatz für das Gesamtjahr 2012 um mehr als sieben Prozent auf über 32,5 Milliarden Euro steigern zu können“, sagte Vorstandschef Elmar Degenhart. Der Gewinn solle ebenfalls deutlich steigen. Zuletzt hatten eine kräftige Preiserhöhung bei Reifen und niedrigere Zinslasten das Ergebnis von Continental steigen lassen. Die Schwäche der Autohersteller vor allem in Europa glich Continental nach eigenen Angaben mit besseren Geschäften in Nordamerika und Asien aus. „Nach dem insgesamt erfreulichen Verlauf der ersten drei Quartale bereitet uns der Start in das vierte Quartal 2012 zwar keine tieferen Sorgenfalten. So dürfte der Konzernumsatz von Oktober bis Dezember nach unserem derzeitigen Kenntnisstand mindestens auf dem Niveau des dritten Quartals dieses Jahres liegen“, erklärte Degenhart. Überproportional bei deutschen Herstellern vertreten Conti macht zwar 55 Prozent seines Umsatzes in Europa, ist hier aber besonders stark bei den deutschen Herstellern vertreten, die besser als Fiat oder PSA Peugeot Citroen durch die Krise kommen. „Als 140 Jahre alter deutscher Hersteller haben wir mit deutschen Herstellern einen überproportionalen Anteil“, sagte Finanzvorstand Wolfgang Schäfer der Nachrichtenagentur dapd. Allerdings liefere Conti an alle Autokonzerne. Nach den Worten von Konzernchef Degenhart „merken auch wir, dass der Weg steiniger wird, und wir die Entwicklung der Märkte weiterhin fest im Blick haben müssen“. Die Anleger hörten die Warnung und zogen sich aus Conti-Aktien zurück, der Kurs fiel um fast drei Prozent. Continental steckt zurzeit in einem ehrgeizigen Wachstumsprogramm und investiert 2012 mehr als zwei Milliarden Euro. So baut der Konzern neue Reifenwerke in den USA und Russland, die Ende 2013 in Betrieb gehen sollen. Trotz der hohen Ausgaben sank die Verschuldung um 500 Millionen Euro. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)

Frauen schließen beim Gehalt zu den Männern auf

Frauen schließen beim Gehalt zu den Männern auf Gummersbach (dapd). Der Unterschied bei den Gehältern von Frauen und Männern verringert sich. Wie aus dem am Mittwoch von der Unternehmensberatung Kienbaum vorgestellten „Vergütungsreport 2012“ hervorgeht, näherte sich die Vergütung von weiblichen und männlichen Spezialisten und Fachkräften in den vergangenen Jahren deutlich an. Mit durchschnittlich 63.000 Euro im Jahr verdienen weibliche Spezialisten demnach noch sieben Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen in vergleichbarer Position. Diese kommen auf ein Bruttojahresgehalt von 68.000 Euro. Viel Nachholbedarf gibt es der Studie zufolge allerdings nach wie vor beim prozentualen Anteil der Frauen in gehobenen Positionen. Auf der Ebene der Spezialisten sind sie nur mit einem Anteil von 19 Prozent vertreten, bei den Sachbearbeitern stellen sie 58 Prozent. „Je stärker Frauen auf einer Hierarchieebene vertreten sind, desto mehr nähert sich auch die Vergütung von Männern und Frauen an“, sagte der Kienbaum-Vergütungsexperte Christian Näser. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)

Lufthansa verschärft den Sparkurs

Lufthansa verschärft den Sparkurs Frankfurt/Main (dapd). Die Lufthansa will trotz erster Erfolge bei der Verschlankung den Sparkurs noch einmal verschärfen. Unzufrieden zeigte sich der Vorstand am Mittwoch mit der Kernmarke Lufthansa Passage, die einen Großteil des Passagiergeschäfts abwickelt. Die anderen Geschäftsbereiche liefen im dritten Quartal besser. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum stieg der Umsatz um 6,2 Prozent auf 8,3 Milliarden Euro, das operative Ergebnis legte ebenfalls um 6,2 Prozent auf 648 Millionen Euro zu. Lufthansa-Vorstandschef Christoph Franz betonte dennoch die Probleme des Konzerns. Besonders die hohen Kosten für Flugbenzin stellte er als enorme Belastung heraus. „Das Umfeld, in dem wir uns behaupten müssen, wird immer anspruchsvoller“, sagte er. „Und wir haben noch nicht die Ertragskraft erzielt, die wir brauchen, um notwendige Investitionen tätigen zu können.“ Der Sparkurs solle deshalb intensiviert werden, vor allem im Fluggeschäft, aber auch bei den Servicegesellschaften. Die Servicegesellschaften machten im dritten Quartal stabile Geschäfte, insbesondere die Catering-Tochter wurde deutlich profitabler. Die Sanierung der Austrian Airlines zahlte sich aus, die Tochter Swiss vermeldete einen – leicht rückläufigen – Gewinn. Allein Lufthansa Passage schaffte in den ersten neun Monaten nur ein operatives Ergebnis von 64 Millionen Euro, weniger als die Hälfte im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Die Fortschritte bei der Sanierung, der höhere operative Gewinn im Quartal und nicht zuletzt die Verschärfung des Sparkurses ließen die Anleger jubeln. Die Aktie gewann bis zum Mittag fast sieben Prozent und war mit Abstand erfolgreichster Wert im DAX. Außergewöhnliche Effekte lassen Gewinn steigen In den ersten neun Monaten stieg der Umsatz des Gesamtkonzerns um 6,1 Prozent auf 22,8 Milliarden Euro. Doch hohe Spritkosten, harter Wettbewerb, die Luftverkehrssteuer und der EU-Emissionshandel schmälerten das operative Ergebnis. Es sank im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 13,3 Prozent auf 628 Millionen Euro. Das Konzernergebnis stieg trotzdem um 64,6 Prozent auf 474 Millionen Euro. Die Steigerung liege aber nicht an den guten Geschäften im Flugverkehr, sondern am Verkauf der defizitären Tochter British Midland und an Finanzgeschäften, die im vergangenen Jahr den Gewinn belastet hätten, hieß es. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)

Deutschland und Marokko verhandeln über Solarprojekt im Wüstensand

Deutschland und Marokko verhandeln über Solarprojekt im Wüstensand Berlin (dapd). Deutschland will die Desertec Wüstenstrominitiative vorantreiben. Ein internationales Abkommen soll den Bau eines Pilotprojekts in Marokko ermöglichen. Dieses soll Solarstrom für die EU erzeugen. Knackpunkt des ambitionierten Projektes ist noch die Finanzierung. „Voraussetzung hierfür ist auch die Bereitschaft weiterer EU-Partner und internationaler Finanzierungsinstitutionen, ebenfalls einen Finanzbeitrag zu leisten“, erklärte das Bundeswirtschaftsministerium am Dienstag in Berlin auf Anfrage der Nachrichtenagentur dapd. Deutschland, Marokko und weitere EU-Staaten verhandelten über eine Absichtserklärung zu dem Projekt, sagte ein Sprecher des Ministeriums. Er bestätigte im Grundsatz einen Bericht der „Süddeutschen Zeitung“ (Mittwochausgabe). Neben Deutschland und Marokko sind dem Bericht zufolge auch Frankreich, Italien und Spanien an Gesprächen über den Bau eines 600 Millionen Euro teuren Solarkraftwerks in der marokkanischen Wüste beteiligt. Eine Absichtserklärung zu dem Projekt soll danach bereits im November unterzeichnet werden. Der Ministeriumssprecher sagte allerdings, ein konkreter Zeitpunkt für die Unterzeichnung stehe noch nicht fest. Milliarden-Investition in der Wüste Auch Marokkos Industrieminister Abdelkader Amara bestätigte Gespräche über ein internationales Abkommen. „Die Kooperation mit Europa ist eine wichtige Achse unserer Energiestrategie“, sagte Amara der „Süddeutschen Zeitung“. Der Chef des Desertec-Industrie-Konsortiums (DII), Paul van Son, sagte der Zeitung, das erste Referenzprojekt für Wind- und Solarenergie aus der nordafrikanischen Wüste werde zwischen 2014 und 2016 entstehen. Dazu würden die DII-Gesellschafter rund 200 Millionen Euro beisteuern. Das DII hat sich zum Ziel gesetzt, 15 Prozent des europäischen Bedarfs mit Wüstenstrom zu decken. Dafür werden Investitionen von mehreren Hundert Milliarden Euro benötigt. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)

Gewinn von GM bricht wegen hoher Verluste in Europa ein

Gewinn von GM bricht wegen hoher Verluste in Europa ein Detroit/Rüsselsheim (dapd). Der US-Autokonzern General Motors (GM) stellt sich auf weitere Jahre der Milliardenverluste bei der angeschlagenen Tochter Opel ein. Erst „Mitte des Jahrzehnts“ rechnet GM mit schwarzen Zahlen bei der Europatochter, wie aus dem am Mittwoch in Detroit veröffentlichten Zwischenbericht hervorgeht. 2012 wird Opel 1,5 Milliarden Dollar (1,2 Milliarden Euro) verbrennen, 2013 nur leicht weniger. „Wir haben noch eine Menge Arbeit zu tun, vor allem in Europa“, erklärte GM-Finanzvorstand Dan Ammann. GM ist unter anderem wegen immer höherer Verluste bei Opel der Gewinn eingebrochen. Im dritten Quartal fiel der Nettogewinn um zwölf Prozent auf 1,5 Milliarden Dollar. GM verlor in den drei Monaten allein eine halbe Milliarde Dollar in Europa, wo die Sanierung des Verlustbringers Opel/Vauxhall nicht vorankommt. Aber auch im Kernmarkt Nordamerika ging der Profit auf 1,8 Milliarden Dollar vor Steuern zurück. Der weltweite Umsatz stieg um fast eine Milliarde auf 37,6 Milliarden Dollar. GM ringt zurzeit mit der IG Metall um den Sanierungsplan für Opel. Die Manager wollen das Werk in Bochum schließen und mehrere Tausend Arbeitsplätze abbauen. Opel produzierte im dritten Quartal nur noch 196.000 Autos nach 270.000 im Vorjahresquartal. Der Personalstand blieb aber praktisch unverändert trotz des Einbruchs. Opel soll zusammen mit dem französischen Konkurrenten PSA Peugeot Citroën vier Fahrzeugmodelle entwickeln, um damit der Absatzkrise in Europa zu trotzen. Die ersten Autos der Allianz sollen bis Ende 2016 auf den Markt kommen. Es gilt als sicher, dass diese Zusammenarbeit Jobs bei Opel kosten wird. Unterdessen laufen die Verhandlungen zwischen IG Metall und Opel in Rüsselsheim weiter. Presseberichten zufolge geht es auch um Abfindungen für den freiwilligen Verzicht auf Jobs. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)