Berlin (dapd). Der Anteil erneuerbarer Energien an der Stromerzeugung in Deutschland ist in diesem Jahr gestiegen. Laut einer am Dienstag in Berlin veröffentlichten Schätzung des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) deckten regenerative Energiequellen wie Wind oder Sonne 2012 voraussichtlich rund 23 Prozent des benötigten Stroms hierzulande ab. Im vergangenen Jahr waren es demnach etwa 20 Prozent. Windkraft blieb dabei dem Verband zufolge mit rund 45 Milliarden produzierten Kilowattstunden die wichtigste erneuerbare Energie. Ihr Anteil am geschätzten Stromverbrauch lag bei acht Prozent. Strom aus Biomasse trug sechs Prozent bei, Solarstom fünf Prozent. Der Beitrag der Wasserkraft lag bei drei Prozent. Bei der Nutzung von Brennstoffen für die Stromerzeugung ist laut BDEW Gas deutlich auf dem Rückzug. In den ersten neun Monaten 2012 sei der Einsatz von Erdgas in Kraftwerken um 14 Prozent gesunken. Die Betreiber von Gaskraftwerken seien wirtschaftlich in einer kritischen Situation, erklärte der Verband, der rund 1.800 Unternehmen vertritt. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
Wirtschaft
Es gibt einen massenhaften Missbrauch und Betrug an den Leiharbeitnehmern
Frankfurt/Main (dapd). Die IG Metall wirft den Leiharbeitgebern massenhafte Tricksereien bei den ab November geltenden Branchenzuschlägen in der Metall- und Elektrobranche vor. Eine Befragung von Betriebsräten in der Region Mitte (Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Thüringen) habe ergeben, dass 30 Prozent der etwa 40.000 Zeitarbeiter ihren Zuschlag nicht erhalten, erklärte IG-Metall-Bezirksleiter Armin Schild am Dienstag in Frankfurt am Main. „Es gibt einen massenhaften Missbrauch und Betrug an den Leiharbeitnehmern“, sagte Schild. Die Zeitarbeiter würden unter Druck gesetzt, eine schlechtere Eingruppierung und niedriger dotierte Verträge zu akzeptieren. Außerdem würden Zeitarbeiter anderen Branchen zugeordnet, für die anders als für Metall- und Elektrobeschäftigte keine Zuschläge gelten. Seit dem 1. November müssen Zeitarbeitgeber nach Betriebszugehörigkeit gestaffelte Aufschläge zahlen, um die Lohnlücke zur Stammbelegschaft zu verringern. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
Modehandel lockt mit Preissenkungen
Köln (dapd). Die deutschen Modehändler wollen das bislang enttäuschend ausgefallene Weihnachtsgeschäft mit Preissenkungen ankurbeln. Die Umsätze in den Geschäften lägen rund fünf Prozent niedriger als im Vorjahr, teilte der Bundesverband des Deutschen Textileinzelhandels am Dienstag in Köln mit. Vielerorts habe schlechtes Wetter die Kunden in die Online-Shops getrieben, erklärte der Verband. Zudem hätten negative Wirtschaftsmeldungen auf die Kaufstimmung gedrückt. Als „Gegenmaßnahme“ will der Modehandel nun zunehmend den Rotstift einsetzen. Nach Weihnachten und im neuen Jahr sei mit weiteren Reduzierungen zu rechnen. Den Abschluss bilde der Winter-Schluss-Verkauf ab 21. Januar 2013. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
Großreeder Krämer rechnet mit eigener Branche ab
Hamburg (dapd). Der Hamburger Großreeder Peter Krämer geht mit der eigenen Branche hart ins Gericht. „Das schlechte Image der Reeder ist selbst verschuldet. Es macht sich einfach nicht gut, eine Reihe von Prachtvillen zu haben – wie es bei einigen der Fall ist – und dann zu jammern“, sagte Krämer dem „Handelsblatt“ (Dienstagausgabe). Die aktuelle Krise der Schifffahrt sei selbst verschuldet, sagte er. „Wir Reeder waren blauäugig – dachten, der Boom der 2000er Jahre hört nicht mehr auf, und haben entsprechend Schiffe bestellt, ohne konkreten Bedarf. Das hat zu gewaltigen Überkapazitäten geführt.“ 13 Schiffe gehören Krämer direkt, an 30 weiteren ist er beteiligt. Seine Gruppe transportiert Öl und Flüssiggas. Krämer forderte „eine Bereinigung des Marktes, kleinere Reedereien werden sich zusammenschließen müssen oder pleitegehen“. Seinem eigenen Unternehmen gehe es schlecht, es stehe aber nicht vor dem Untergang: „Das Geschäft ist nicht auskömmlich. Wir schreiben im vierten Jahr hintereinander rote Zahlen. Immerhin: Uns geht es besser als 90 Prozent in der Branche. Mit der vorhandenen Liquidität halten wir noch einige Jahre durch. Dauert die Misere länger, geht auch uns die Luft aus“, sagte Krämer. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
Kieler Ökonomen senken Konjunkturprognosen deutlich
Kiel (dapd). Die Krise im Euroraum wirkt sich nach Ansicht des Kieler Instituts für Wirtschaftsforschung stärker als bisher angenommen auf die deutsche Konjunktur aus. Die Kieler Ökonomen korrigierten am Dienstag ihre Prognosen für das Wirtschaftswachstum für das nächste und das übernächste Jahr deutlich nach unten und sprachen von einer „ausgeprägten Konjunkturschwäche“. Für 2013 prognostizieren sie einen schwachen Anstieg des Bruttoinlandsprodukts um 0,3 Prozent (gegenüber 1,1 Prozent in der Herbstprognose). Für 2014 wird eine Zunahme um 1,5 Prozent erwartet. Auch dieser Wert bleibe unter den bisherigen Annahmen, hieß es. Das Expansionstempo der deutschen Wirtschaft habe sich 2012 mehr und mehr abgeschwächt, erklärte das Institut. Im Schlussquartal dürfte die gesamtwirtschaftliche Produktion mit 1,2 Prozent sogar recht kräftig sinken. Maßgeblich hierfür seien die Ausfuhrflaute und die abermals rückläufigen Unternehmensinvestitionen. Gegenüber dem Vorjahr dürfte die Produktion im Gesamtjahr um 0,7 Prozent zugelegt haben. Im Herbst waren die Kieler Ökonomen noch von einem Anstieg um 0,8 Prozent ausgegangen. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
Hapag-Loyd und Hamburg Süd prüfen Zusammenschluss
Hamburg (dapd). Die beiden großen deutschen Containerreedereien Hapag-Lloyd und Hamburg Süd prüfen angesichts der tiefen Krise ihrer Branche einen Zusammenschluss. In übereinstimmenden Pressemitteilungen hieß es am Dienstag, die Firmenleitungen prüften „im Einvernehmen mit ihren Gesellschaftern, ob und unter welchen Bedingungen ein Zusammenschluss beider Unternehmen sinnvoll ist“. Das neue Unternehmen würde in der Größe zur Weltspitze der Containerbranche aufschließen. Beide Firmen würden einander gut ergänzen: Hapag-Lloyd ist führend vor allem im Asienverkehr, Hamburg Süd ist stark bei Zielen in Nord- und Südamerika. Die Reedereien stehen weltweit unter Druck, weil zu viele neue Schiffe auf den Markt kommen und so die Gewinnmargen verderben. Große Unternehmen können sich in dieser Situation im Wettbewerb besser behaupten. Beide Unternehmen lehnten auf Anfrage weitere Informationen über den Stand der Gespräche ab. Mit rund 150 eigenen und gemieteten Schiffen, 6.900 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von 6,1 Milliarden Euro ist Hapag-Lloyd das größere der beiden Unternehmen. Hamburg Süd kommt mit 107 Schiffen und 4.500 Mitarbeitern auf 4,7 Milliarden Euro Umsatz. Eigentümer von Hapag-Lloyd sind zu 78 Prozent das Albert-Ballin-Konsortium, das sich aus der Stadt Hamburg, dem Speditionsunternehmer Michael Kühne, Signal Iduna, HSH Nordbank, M.M.Warburg Bank und HanseMerkur zusammensetzt, sowie die TUI AG (22 Prozent). Hamburg Süd gehört zum Familienunternehmen Oetker. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
ThyssenKrupp-Chef verteidigt Oberaufseher Cromme
Hamburg (dapd). Der Vorstandsvorsitzende des angeschlagenen Stahlherstellers ThyssenKrupp, Heinrich Hiesinger, hat den in die Kritik geratenen Aufsichtsratschef Gerhard Cromme verteidigt. Sein persönliches Vertrauen zu Cromme, dem in der Öffentlichkeit eine Mitschuld für die Milliardenverluste des Konzerns gegeben wird, sei in der Krise noch gewachsen, sagte Hiesinger der Wochenzeitung „Die Zeit“ laut Vorabbericht vom Dienstag. Dagegen machte Hiesinger das frühere Management von ThyssenKrupp für die rund fünf Milliarden Euro Verlust verantwortlich, die aus erfolglosen Stahlwerken in den USA und Brasilien stammen. „Letztlich hat der damalige Vorstand zu optimistische Angaben gemacht und die Risiken nicht ausreichend dargestellt“, erklärte er. Bei Zweifeln habe der Aufsichtsrat immer externe Gutachten eingeholt. „Aber stets wurden die Aussagen des Vorstands bestätigt“, erklärte der Konzernchef. Als eine Konsequenz aus der Krise hatte ThyssenKrupp kürzlich drei Vorstände gefeuert. Kritiker hatten aber auch Cromme eine Teilschuld an der Misere gegeben, weil die Verluste unter seiner Oberaufsicht anfielen. Cromme hatte jedoch einen Rücktritt abgelehnt und ebenso wie Hiesinger die ehemalige ThyssenKrupp-Führung für die Verluste verantwortlich gemacht. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
Eliten kritisieren die Energiewende
Berlin (dapd). Die politischen und wirtschaftlichen Eliten in Deutschland haben erhebliche Zweifel am Gelingen der Energiewende. Neun von zehn Top-Entscheidern kritisieren im neuen Elite-Panel des Wirtschaftsmagazins „Capital“, die Bundesregierung habe kein überzeugendes Konzept für den Umstieg. Vor allem Manager aus der Wirtschaft sehen im schnellen Ausstieg aus der Atomenergie und der Hinwendung zu erneuerbaren Energien mehr Risiken als Chancen, wie aus der am Dienstag in Berlin vorgestellten Befragung hervorgeht. 48 Prozent aller Führungskräfte sehen mehr Risiken, 43 Prozent mehr Chancen durch die Energiewende. Die Ansichten von Wirtschaft und Politik klaffen hier weit auseinander. 52 Prozent der Manager aus der Wirtschaft meinen, die Energiewende berge mehr Risiken, aber nur 33 Prozent der Politik-Elite sind dieser Ansicht. Dagegen überwiegen für 59 Prozent der Entscheider aus der Politik die Chancen. Bei Führungskräften aus der Wirtschaft sehen dies nur 38 Prozent. Für das Elite-Panel wurden vom Allensbacher Institut für Demoskopie 502 Führungsspitzen aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung befragt. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
Ärzte in kommunalen Krankenhäusern fordern sechs Prozent mehr Gehalt
Berlin (dapd). Die rund 50.000 Mediziner in den kommunalen Krankenhäusern gehen mit der Forderung nach sechs Prozent mehr Gehalt in die im Januar startenden Tarifverhandlungen. „Die medizinische Behandlung darf nach unserer Ansicht nicht schlechter bezahlt werden als die Entwicklung neuer Finanzprodukte“, sagte der Vorsitzende der Ärztegewerkschaft Marburger Bund, Rudolf Henke, am Dienstag in Berlin. Die Forderung passe in die Zeit und sei wirtschaftlich vertretbar, fügte Henke hinzu. Er rechnet bei einem Abschluss in Höhe der geforderten sechs Prozent mit Mehrkosten für die Krankenhausträger von rund 180 Millionen Euro. Daneben fordert der Marburger Bund eine geringere Arbeitsbelastung und eine praxisgerechte Regelung zur Einhaltung der vereinbarten Arbeitszeiten. Die erste Verhandlungsrunde mit dem Verband der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) startet am 10. Januar in Düsseldorf. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
Wüstenrot lockte Kunden angeblich in unvorteilhafte Verträge
Düsseldorf/Stuttgart (dapd). Die Wüstenrot-Bausparkasse hat einem Medienbericht zufolge versucht, Bausparkunden zu deren Schaden von hoch in niedriger verzinste Verträge zu locken. Die Bausparkasse habe an Hunderttausende Kunden Briefe verschickt, in denen sie ihnen vorschlug, den mit mindestens 3,5 Prozent verzinsten Bausparvertrag zu kündigen und einen neuen, deutlich niedriger verzinsten Vertrag zu unterschreiben, berichtete das „Handelsblatt“. „Bei einem üblichen, 14 Jahre laufenden Bausparvertrag, der über 40.000 Euro abgeschlossen wurde, beliefe sich je nach Restlaufzeit der Verlust auf mehrere Tausend Euro“, schreibt die Zeitung. Wüstenrot wehrt sich gegen die Vorwürfe. Ziel der Aktion sei es gewesen, Kunden zu beraten, die das Sparziel ihres Bausparvertrags nicht mehr erreichen können, hieß es in einer Mitteilung. „Sollte es im Zuge dieser Beratungen im Einzelfall Umstellungen von Konten gegeben haben, die nicht im Kundeninteresse und auch im Sinne dieses Vorgehens gewesen sind, wird Wüstenrot dies selbstverständlich ohne Einbußen für die Kunden korrigieren“, erklärte das Unternehmen. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
