Berlin (dapd). Der Stromverbrauch in Deutschland ist 2012 um 1,4 Prozent gesunken. Gleichzeitig wurde ein Prozent mehr Gas verbraucht, wie eine am Donnerstag veröffentlichte Schätzung des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) in Berlin ergab. Die Brutto-Stromerzeugung nahm demnach um 1,3 Prozent zu. Ein Grund für den erhöhten Gasverbrauch sei die kältere Witterung, hieß es. Der gesunkene Stromverbrauch sei unter anderem auf die verhaltene Konjunktur zurückzuführen. Der Anteil des Stroms aus erneuerbaren Energiequellen an der Brutto-Stromerzeugung stieg den Angaben zufolge im vergangenen Jahr auf 21,9 Prozent. Im Jahr zuvor habe er bei 20,3 Prozent gelegen. Der Anteil von Erdgas sei dagegen von 13,6 auf 11,3 Prozent gesunken. Gründe seien unter anderem, dass mehr Energie aus erneuerbaren Quellen in die Netze eingespeist werde und Kohle billiger sei als Gas. Dies habe dazu geführt, dass insbesondere die Niederlande, wo viele Gaskraftwerke betrieben würden, günstigeren Kohlestrom aus Deutschland eingekauft hätten. „Wir haben beim Stromaustausch ins Ausland einen historischen Höchstwert erreicht“, sagte BDEW-Hauptgeschäftsführerin Hildegard Müller. So wurden einer Schätzung des BDEW zufolge 2012 unter dem Strich 23 Milliarden Kilowattstunden Strom exportiert. Im Jahr zuvor seien es sechs Milliarden Kilowattstunden gewesen. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
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Volkswagen meldet Rekordabsatz bei Nutzfahrzeugen
Hannover (dapd). Volkswagen hat 2012 bei Nutzfahrzeugen das bislang beste Verkaufsergebnis seiner Geschichte erzielt. Weltweit lieferte der Autohersteller 550.400 Nutzfahrzeuge aus, 4,1 Prozent mehr als 2011. Das Unternehmen zeigt sich dennoch zurückhaltend: Die europäischen Märkte blieben weiter schwierig, sagte Vorstandssprecher Eckhard Scholz am Donnerstag in Hannover. „Ins neue Jahr starten wir mit Vorsicht, aber auch mit Zuversicht“, fügte er hinzu. In Westeuropa sank die Zahl der Auslieferungen 2012 um 1,8 Prozent auf 284.300 Fahrzeuge. In Osteuropa verzeichnete das Unternehmen hingegen einen Anstieg um 14,2 Prozent auf 41.700 Fahrzeuge. Auch in Südamerika (plus 7,9 Prozent), Afrika (plus 17,7 Prozent) und der Region Asien-Pazifik (plus 61,9 Prozent) stieg die Nachfrage nach Nutzfahrzeugen von Volkswagen. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
Nokia erfreut Anleger mit unerwartet positiven Zahlen
Espoo (dapd). Der angeschlagene finnische Handyhersteller Nokia hat überraschend gute Zahlen für das Schlussquartal des vergangenen Jahres angekündigt, hinkt aber der Konkurrenz weiter hinterher. Im letzten Vierteljahr 2012 verkaufte Nokia nach vorläufigen Zahlen 86,3 Millionen Geräte und machte dabei einen Umsatz von etwa 3,9 Milliarden Euro, wie der Konzern am Donnerstag in Espoo mitteilte. Das war zwar deutlich weniger als die 113,5 Millionen Geräte und fast sechs Milliarden Euro Umsatz vor einem Jahr. Doch honorierte die Börse die Zahlen nach einer langen Reihe von schlechten Nachrichten mit einem Kurssprung von zeitweise fast 20 Prozent, da Nokia besser abgeschnitten hatte als erwartet. Allerdings warnte der Konzern auch vor einem schlechteren ersten Quartal 2013 durch den harten Wettbewerb und saisonale Einflüsse auf das Geschäft. Von seinen Lumia-Smartphones verkaufte Nokia im vierten Quartal 4,4 Millionen Stück. Der einst weltgrößte Handyanbieter setzt große Hoffnung auf die neuen Modelle mit der Microsoft-Software Windows 8, da die Finnen in den vergangenen Jahren den Anschluss an die Wettbewerber Apple und Samsung verloren haben. So verkaufte Samsung Schätzungen zufolge im Schlussquartal 2012 mindestens 60 Millionen Smartphones, davon allein 15 Millionen vom Typ Galaxy S III. Nokia-Vorstandschef Stephen Elop bezeichnete die Quartalsergebnisse als „solide“. Nokia sei es gelungen, die Kosten zu senken. Elop hatte der Konkurrenz erst kürzlich wieder den Kampf angesagt und angekündigt, dass Nokia sich auch dank des Lumia wieder zurück in die Weltspitze arbeiten werde. Genaue Zahlen für das vierte Quartal und das Gesamtjahr 2012 will Nokia am 24. Januar vorlegen. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
Draghi sieht Anzeichen für Abschwächung der Eurokrise
Frankfurt/Main (dapd). Die Europäische Zentralbank (EZB) stellt Fortschritte bei der Überwindung der Eurokrise fest. Mehrere positive Daten hätten den Notenbankrat dazu veranlasst, einstimmig für unveränderte Leitzinsen zu stimmen und damit gegen eine weitere Senkung, sagte EZB-Präsident Mario Draghi am Donnerstag in Frankfurt am Main. Die Ungleichgewichte innerhalb der Währungsunion hätten sich verringert. Damit lobte Draghi indirekt seinen Krisenkurs, Geld in den Markt zu pumpen und notfalls Staatsanleihen zu kaufen. Anzeichen für eine Erholung seien etwa, dass die Salden im EZB-internen Verrechnungssystem Target 2 zurückgegangen seien und die Bilanz der Zentralbank kleiner geworden sei, sagte Draghi. Beides spricht dafür, dass Banken in den Krisenländern wieder leichter an Kredite kommen und weniger abhängig vom Geld der EZB sind. Die Erfolge seien aber kein Grund, vom Kurs abzukommen, mahnte der EZB-Präsident. Die Wirtschaft der Eurozone habe noch einen langen Weg vor sich, um die Wettbewerbsfähigkeit zu erhöhen. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
Hamburg bei Kreuzfahrtpassagieren so bliebt wie noch nie
Hamburg (dapd). In Hamburg sind 2012 so viele Kreuzfahrtpassagiere angekommen wie nie zuvor. Mit rund 430.000 Passagieren und einem Wachstum von 37 Prozent im Vergleich zum Vorjahr setzte sich die Elbmetropole an die Spitze aller deutschen Häfen, wie eine Sprecherin des Hamburger Cruise Centers (HCC) am Donnerstag mitteilte. Der Hamburger Hafen wurde im vergangenen Jahr 160 Mal von Kreuzfahrtschiffen angelaufen. Das war ein Plus von 36 Prozent im Vergleich zu 2011. Für das laufende Jahr wird mit einem weiteren Anstieg gerechnet. Für die Saison 2013 erwarte er 173 Schiffsanläufe und mehr als 500.000 Passagiere, sagte der HCC-Vorstandsvorsitzende Stefan Behn. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
Abschied von Thomas Schäuble
Gaggenau (dapd). Angehörige, Freunde und politische Weggefährten haben Abschied vom früheren baden-württembergischen Landesminister Thomas Schäuble genommen. In seinem Heimatort Gaggenau (Landkreis Rastatt) kamen am Donnerstag mehrere Hundert Menschen zu einer Trauerfeier für den verstorbenen CDU-Politiker zusammen. Unter den Trauergästen waren der ältere Bruder von Thomas Schäuble, Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble sowie Bundesbildungsministerin Annette Schavan und Unionsfraktionschef Volker Kauder (alle CDU). Auch zahlreiche hochrangige Landespolitiker waren anwesend, darunter die früheren Ministerpräsidenten Erwin Teufel, Lothar Späth und Stefan Mappus (alle CDU). Die grün-rote Landesregierung war durch Innenminister Reinhold Gall, Justizminister Rainer Stickelberger (beide SPD) und den Minister für Ländlichen Raum, Alexander Bonde (Grüne), vertreten. Thomas Schäuble war am 3. Januar im Alter von 64 Jahren an den Folgen eines Herzinfarktes gestorben. Er hatte ein halbes Jahr im Wachkoma gelegen. Thomas Schäuble war unter anderem Oberbürgermeister von Gaggenau (Landkreis Rastatt), Landtagsabgeordneter sowie Verkehrs-, Justiz- und Innenminister des Landes Baden-Württemberg. Nach seinem Rückzug aus der Politik 2004 leitete er die Badische Staatsbrauerei Rothaus. dapd (Politik/Politik)
Millionen Kinder weltweit sind Opfer von Menschenhandel
Berlin (dapd). Das Ausmaß der Verbrechen nimmt zu, doch die Mittel zur Bekämpfung und zum Schutz der Opfer reichen nicht: Weltweit werden immer mehr Kinder und Jugendliche Opfer von Menschenhandel. Rund 27 Prozent der entdeckten Opfer sind inzwischen Minderjährige, zwei Drittel von ihnen Mädchen, wie Anne Lütkes, Vorstandsmitglied von UNICEF Deutschland, am Donnerstag in Berlin auf Grundlage von Informationen aus 132 Staaten sagte. In den Jahren 2003 bis 2006 habe der Anteil der Minderjährigen noch bei rund 20 Prozent gelegen. Begünstigt werde diese Form der Kriminalität durch Armut in den Herkunftsländern und mangelndes Wissen über diese Verbrechen. Deutschland gehört zu den Zielländern der Menschenhändler. Auf weltweit mehr als 25 Milliarden Euro pro Jahr schätzt die Europäische Kommission den Profit aus Menschenhandel. Wie viele Menschen Opfer der Kriminellen seien, könne wegen des großen Dunkelfeldes kaum beziffert werden, erläuterte Lütkes. Es handele sich jedoch um Millionen Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Die häufigsten Formen der Ausbeutung dieser Menschen – drei Viertel von ihnen Frauen und Mädchen – seien Zwangsprostitution mit einem Anteil von 58 Prozent gefolgt von Zwangsarbeit mit 36 Prozent. Die meisten minderjährigen Opfer gibt es demnach in Afrika, im Nahen Osten sowie in Südasien und der Pazifikregion. In Europa lag der Anteil der registrierten Kinder und Jugendlichen, die Opfer von Menschenhändlern wurden, bei 16 Prozent. Täter nutzen Armut in den Heimatländern aus Besonders gefährdet sind laut UNICEF Kinder in Rumänien. Vor allem Familien auf dem Land und aus Roma-Gemeinden litten unter Armut. Außerdem leben offiziellen Angaben zufolge mehr als 80.000 Kinder ohne ihre Eltern, weil diese im Ausland arbeiten. Diese Kinder seien besonders schutzlos. Falsche Versprechungen der Kriminellen, die ihren Opfern Hoffnungen auf ein besseres Leben im Ausland machten, seien deshalb oft erfolgreich. Neben der Armut in den Herkunftsländern begünstigt auch die große Nachfrage nach immer jüngeren Prostituierten und billigen Arbeitskräften das Geschäft der Menschenhändler. Einer dieser Märkte ist Deutschland, wie der Präsident des Bundeskriminalamtes (BKA), Jörg Ziercke, darlegt. 2011 wurden demnach 482 Verfahren im Bereich des „Menschenhandels zum Zweck der sexuellen Ausbeutung“ abgeschlossen werden, knapp drei Prozent mehr als im Vorjahr. 640 Opfer dieser Verbrechen wurden 2011 in Deutschland registriert, die meisten von ihnen stammten aus Rumänien. Mehr als die Hälfte von ihnen waren unter 21, der Anteil der 14- bis 17-Jährigen lag bei 12 Prozent. Ziercke geht jedoch von einer erheblichen Dunkelziffer aus. Die meisten der Opfer wurden durch Täuschen, Drohungen oder auch offene Gewalt zur Prostitution gezwungen. Schwierige Ermittlungsarbeit der Polizei Die Aufdeckung und Verfolgung der Verbrechen sei schwierig, weil die Opfer, ob Kinder oder erwachsene Frauen, aus Angst oft keine Anzeige erstatteten und nicht gegen ihre Peiniger aussagten. Außerdem fürchteten die Opfer, abgeschoben zu werden, ergänzte Lütkes. Entsprechend kamen laut BKA die meisten Ermittlungsverfahren in diesem Bereich durch Polizeikontrollen, etwa in Bordellen, zustande. UNICEF und die Kinderschutzorganisation ECPAT fordern deshalb mehr Hilfe – insbesondere für die für die minderjährigen Opfer – und mehr Ermittlungseinheiten der Polizei, die auf Kinderhandel spezialisiert sind. Außerdem brauche es umfassendere Opferschutzrichtlinien und mehr geschultes Personal bei Polizei, Justizbehörden und in Beratungsstellen, forderte ECPAT-Geschäftsführerin Mechthild Maurer. Wichtig seien auch mehr Bewusstsein und Aufmerksamkeit in allen Teilen der Gesellschaft für das Problem des Menschen- und insbesondere des Kinderhandels. Dies erhoffen sich UNICEF, BKA und ECPAT gleichermaßen von dem ARD-Film „Operation Zucker“, der die Thematik aufgreift. Den Film mit Nadja Uhl in der Hauptrolle zeigt der Sender am Mittwoch (16. Januar) um 20.15 Uhr. dapd (Vermischtes/Politik)
Sonderermittler zu NSU-Pannen entlastet Henkel
Berlin (dapd). Die Berliner Sicherheitsbehörden haben trotz einiger Versäumnisse offenbar die Ermittlungen zur rechten Terrorgruppe NSU nicht behindert. Dies geht nach Informationen der Zeitung „Tagesspiegel“ aus dem knapp 90-seitigen Bericht des Berliner Sonderermittlers Dirk Feuerberg hervor. Der Oberstaatsanwalt hatte im Auftrag von Innensenator Frank Henkel (CDU) von Oktober bis Dezember 2012 Vorwürfe gegen Polizei und Verfassungsschutz untersucht. Henkel war zuvor wegen seiner Informationspolitik über die Zusammenarbeit der Berliner Polizei mit einem V-Mann aus dem Umfeld des NSU-Trios und der unrechtmäßigen Vernichtung von Akten zum Rechtsextremismus stark unter Druck geraten. Die rechte Terrorgruppe Nationalsozialistischer Untergrund (NSU) soll mehr als ein Jahrzehnt unerkannt von den Sicherheitsbehörden durch die Bundesrepublik gezogen sein und wird für zehn Morde verantwortlich gemacht. dapd (Politik/Politik)
Neuer Präses will rheinische Landeskirche neu aufstellen
Bad Neuenahr-Ahrweiler (dapd). In einem Wahlkrimi ist der Wuppertaler Pfarrer Manfred Rekowski zum neuen Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland gekürt worden. Der 54-Jährige setzte sich am Donnerstag auf der Landessynode in Bad Neuenahr-Ahrweiler im dritten Wahlgang gegen seine weiblichen Mitbewerber Petra Bosse-Huber und Ellen Ueberschär durch. Bereits unmittelbar nach der Wahl kündigte 54-Jährige eine „Neusortierung“ der Landeskirche an. Rekowski tritt die Nachfolge von Präses Nikolaus Schneider an, der sich nach zehn Jahren an der Spitze der zweitgrößten Landeskirche in Deutschland in den Ruhestand verabschiedet. Die Neubesetzung von fünf weiteren hauptamtlichen Ämtern der Kirchenleitung soll am Freitag (11. Januar) erfolgen. Offiziell wird der 65-jährige Schneider am 3. März aus dem Amt scheiden. Er bleibt aber noch bis 2015 Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Rekowski dankte der Synode für das Vertrauen in einer „sehr spannenden Wahl“. Bei der Kür des neuen Kirchenoberhauptes war es zwischen ihm und Bosse-Huber zu einem Kopf-an-Kopf-Rennen gekommen. Bei der Stichwahl votierten 116 der 212 stimmberechtigten Mitglieder für Rekowski, 93 für Bosse-Huber, die das Amt des Vizepräses bekleidet. Zuvor hatte keiner der beiden die absolute Mehrheit erreichen können. Ueberschär war im dritten Wahlgang nicht mehr angetreten. Rekowski will interne Probleme angehen Der Neue an der Spitze der Landeskirche gilt als Mann für kreative Lösungen. Laut der rheinischen Kirche sieht Rekowski seine Aufgabe vor allem darin, die Kirchenkreise und Gemeinden in ihrer Arbeit zu unterstützen. Als Präses habe er keinen „Masterplan“, sagte eri zu seiner künftigen Aufgabe. „Ich bin ein Mensch, der erst hinhört und wahrnimmt und dann Akzente setzt“, beschrieb sich Rekowski, fügte jedoch an, keine Kopie seines Vorgängers sein zu wollen. Er sei stolz, einer gut aufgestellten Kirche vorsitzen zu dürfen, betonte der Theologe. Die Landeskirche sei „auf Ballhöhe“, vital und nah bei den Menschen. „Wir spüren, dass die Position der Kirchen, auch der evangelischen Kirche, stark angefragt wird“, ergänzte Rekowski mit Blick auf die gesellschaftliche und politische Rolle der Institution. Der Wahlsieger räumte jedoch ein, die Kirche stehe intern vor einer Menge an Herausforderungen, Schwierigkeiten und Problemen. Diese erforderten eine „gewisse Konzentration nach innen“, damit die Kirche ihre Wirkung in der Gesellschaft entfalten könne. So habe das Finanzdebakel beim kircheneigenen Beihilfe- und Bezügezentrum (bbz) in Bad Dürkheim zu einem Vertrauensverlust geführt, „der eine Neuaufstellung erforderlich“ mache. 2011 war das bbz durch riskante Anlagegeschäfte in Finanznöte geraten. Die rheinische Kirche musste das Unternehmen mit 21,4 Millionen Euro stützen. Ministerpräsidenten Beck und Kraft gratulieren Der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck (SPD) und die SPD-Landtagsfraktion gratulierten Rekowski. „Ich bin mir sicher, dass Sie die Landeskirche auch in schwierigeren Zeiten wieder in ruhige Fahrwasser bringen“, schrieb Beck. Zugleich dankte der Mainzer Regierungschef dem bisherigen Präses Schneider für sein langjähriges Engagement und seine „mutige und offene Art“. Die nordrhein-westfälische Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) wünschte Rekowski für die anstehenden Aufgaben vor allem die nötige Schaffenskraft und Ausdauer sowie immerwährende persönliche Zuversicht. „Die Herausforderungen, vor denen die Kirche in unserer Zeit steht, sind sicherlich groß“, schrieb die Düsseldorfer Regierungschefin. Auch die Evangelische Kirche in Deutschland reagierte erfreut auf das Wahlergebnis. Rekowski kenne die Situation der Gemeinden sehr gut und habe in seinen bisherigen Funktionen Erfahrungen mit Strukturveränderungen sammeln können, beurteilte der stellvertretende EKD-Ratsvorsitzende und Landesbischof Jochen Bohl den Wuppertaler Pfarrer. dapd (Politik/Politik)
Heitere Atmosphäre im Schloss Bellevue
Berlin (dapd). Zwei Empfänge, gleicher Ort, ein Jahr dazwischen: Der Neujahrsempfang für verdiente Bürger im Schloss Bellevue 2013 von Bundespräsident Joachim Gauck ist ein heiterer. Zu Beginn des vergangenen Jahres war die Atmosphäre bei der jährlichen Veranstaltung hingegen angespannt und frostig. Die Affäre um den damaligen Bundespräsidenten Christian Wulff war auf ihrem Höhepunkt angelangt, Rücktrittsgerüchte machten die Runde, Gäste sagten ihre Teilnahme ab. Das erste Treffen zwischen Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und Wulff seit Beginn der Kredit- und Medienaffäre war damals mit Spannung erwartet worden und überlagerte den traditionellen Dank an die Zivilgesellschaft. Sie war kurz und förmlich. Wenige Wochen danach trat Wulff zurück. In diesen Tagen hört man von Christian und Bettina Wulff nur noch, dass sie sich getrennt haben. Diesmal ist das Händeschütteln zwischen Kanzlerin und Bundespräsident herzlich. Merkel, die Gauck zwar zunächst als Präsident verhindern wollte, scherzt und wirkt gelöst. Sie stellt sich neben Gaucks Lebensgefährtin Daniela Schadt und lächelt in die Kameras. Ihr Kabinett tritt auch zum Defilee an, der unter Dauerbeschuss stehende FDP-Vizekanzler Philipp Rösler bekommt von Gauck einen besonders langen Händedruck. Schadt im kurzen lila Kleid, mit schlichter Kette und Ohrringen ist eine schlanke, grazile Erscheinung. Sie wartet mit ihrem Partner neben der Bundesflagge auf die Gäste: 60 Bürger, die für ihr soziales Engagement geehrt werden, Vertreter von Kirchen, Verbänden, des Deutschen Bundestages und der Parteien. Gauck und Schadt begrüßen jeden mit Händedruck und nehme Bürger und Honoratioren dann für ein Erinnerungsbild in ihre Mitte. Das Lächeln des Paares zum Blitzen der Kameras ist professionell, aber herzlich. Bürger bescheinigen Gauck und Schadt eine „zugewandte“ Art Ein geschenkter Teddybär sorgt für Erheiterung, ein Gast hält dem Präsidentenpaar gar ein kurzes Ständchen. Bodo Rathsburg, ein Ultralangläufer im hohen Alter, bringt eine Fotomontage mit und zeigt kurz, wo er in der Welt schon überall hingelaufen ist. Das Präsidentenpaar schenkt auch ihm Aufmerksamkeit. Dieter Voß ist aus Ascheberg in Nordrhein-Westfalen nach Berlin gereist. Er wird ausgezeichnet für sein Engagement bei der Integration behinderter Menschen. Der grauhaarige Mann freut sich über die Einladung bei Gauck und dessen Lebensgefährtin. „Beide waren sehr warmherzig und zugewandt. Sie haben sich für unser Engagement bedankt und uns ermutigt, weiterzumachen. Ein sehr sympathisches Paar“, sagt er. Zwei ältere Damen machen Erinnerungsfotos: „Hoffentlich bleiben die beiden glücklich“, sagt eine. „Das ist doch das Wichtigste.“ dapd (Politik/Politik)