Bundespräsident Gauck trifft Familien von NSU-Opfern

Bundespräsident Gauck trifft Familien von NSU-Opfern Berlin (dapd). Bundespräsident Joachim Gauck wird sich Mitte kommenden Monats mit Angehörigen der Opfer der rechtsextremen NSU-Terrorzelle treffen. Das Gespräch finde am 18. Februar im Schloss Bellevue statt, sagte seine Sprecherin am Donnerstag in Berlin. Sie bestätigte damit einen Vorabbericht des „Tagesspiegels“. Der Bundespräsident wolle mit den Angehörigen auch über die Arbeit des NSU-Untersuchungsausschusses im Bundestag sprechen. Dessen Mitglieder will Gauck am 29. Januar treffen. Rechtsanwalt Sebastian Scharmer, der die Tochter eines der Ermordeten vertritt, begrüßte die Einladung. „Allerdings ist den Angehörigen wichtig, dass es nicht nur bei warmen Worten bleibt“, sagte Scharmer der Zeitung. Der Bundespräsident solle auch über Konsequenzen reden. Der Anwalt von zwei Opferfamilien, Mehmet Daimagüler, sagte, die Öffentlichkeit habe sich mittlerweile an Rechtsextremismus gewöhnt. „Deshalb ist es gut, wenn sich der Bundespräsident einmischt“, sagte er dem Blatt. Der Terrorzelle Nationalsozialistischer Untergrund (NSU) wird unter anderem vorgeworfen, bundesweit neun Ausländer und eine Polizistin ermordet zu haben. Die Taten flogen im November 2011 auf. Ein von der Türkischen Gemeinde angeregtes Treffen Gaucks mit Angehörigen der NSU-Opfer zum Jahrestag der Aufdeckung der Terrorserie hatte das Bundespräsidialamt ausgeschlagen. dapd (Politik/Politik)

Steinbrück kann beim Wähler einfach nicht punkten

Steinbrück kann beim Wähler einfach nicht punkten Berlin (dapd). Die Charmeoffensive von SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück wirkt offenbar nicht. Trotz zahlreicher öffentlicher Auftritte brach Steinbrücks Beliebtheit in den letzten Tagen massiv ein, der Abstand zu CDU-Chefin und Kanzlerin Angela Merkel vergrößerte sich laut ARD-Deutschlandtrend beträchtlich. Mit Steinbrücks Arbeit sind demnach 36 Prozent der Deutschen zufrieden. Dies sind zwölf Punkte weniger im Vergleich zu Anfang Dezember. Merkel hingegen kommt auf eine Zustimmung von 65 Prozent, ein Plus von fünf Punkten. Im Oktober, direkt nach Bekanntgabe seiner Nominierung als SPD-Kanzlerkandidat, war Steinbrück noch auf eine Zustimmung von 59 Prozent gekommen. Derzeit steht er im ARD-Deutschlandtrend auf einer Stufe mit CSU-Chef Horst Seehofer. Seehofer verlor allerdings nur zwei Prozentpunkte. Auf der Liste der beliebtesten Politiker folgen nach Merkel auf den Plätzen zwei und drei ihre Parteikollegen Verteidigungsminister Thomas de Maizière mit einer Zustimmung von 63 Prozent (plus 5) und Finanzminister Wolfgang Schäuble, mit dessen Arbeit 59 Prozent der Deutschen zufrieden sind (plus 2). Die Plätze 4 und 5 belegen NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD, 58 Prozent, plus 2) und SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier (51 Prozent, minus 5). Beliebter als Steinbrück sind auch Jürgen Trittin (Grüne, unverändert 45 Prozent), Ursula von der Leyen (CDU, unverändert 44 Prozent), Guido Westerwelle (FDP, 40 Prozent, minus 2) und Rainer Brüderle (FDP, 37 Prozent, plus 6). Rösler trägt die rote Laterne Schlusslicht der abgefragten Spitzenpolitiker ist weiterhin FDP-Chef Philipp Rösler, mit dessen Arbeit laut Umfrage nur 17 Prozent der Deutschen zufrieden sind. Rösler sackte um zwei Punkte ab. Allerdings sind 78 Prozent der Befragten der Ansicht, dass mit einem Rücktritt Röslers die Probleme der Liberalen nicht gelöst seien. Nur 20 Prozent sind nicht dieser Ansicht. 44 Prozent der Befragten finden, dass die FDP „einfach nicht mehr gebraucht“ wird. 51 Prozent finden das nicht. Wenn die Kanzlerin oder der Kanzler direkt gewählt werden könnte, hätte Steinbrück der Umfrage zufolge keine Chance. 55 Prozent der Wähler würden sich für Merkel entscheiden (plus sechs im Vergleich zum Vormonat), 30 Prozent würden hingegen Steinbrück wählen (minus neun). Wenn am Sonntag Bundestagswahl wäre, käme die SPD gegenüber der Vorwoche auf 28 Prozent, sie verliert in der Umfrage einen Punkt. Die Union bleibt unverändert bei 41 Prozent. Die FDP erreicht wie in der Vorwoche vier Prozent. Die Grünen können gegenüber der Vorwoche um zwei Punkte zulegen und kommen auf 14 Prozent. Die Linke bleibt unverändert bei sechs Prozent. Die Piraten verlieren einen Punkt auf drei Prozent und wären damit nicht im Bundestag vertreten. Für die Sonntagsfrage hat das Meinungsforschungsinstitut Infratest dimap im Auftrag der ARD-„Tagesthemen“ von Montag bis Mittwoch dieser Woche 1.501 Wahlberechtigte bundesweit telefonisch befragt. Die übrigen Ergebnisse beruhen auf der Befragung von 1.001 Menschen am Montag und Dienstag. dapd (Politik/Politik)

Skepsis in Regierung und Bundestag bei NPD-Verbot

Skepsis in Regierung und Bundestag bei NPD-Verbot Berlin (dapd). Das neue Verbotsverfahren gegen die rechtsextreme NPD stößt in der Bundesregierung und an der Spitze des Bundestags auf große Vorbehalte. Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) sagte am Donnerstag: „Den Rechtsextremismus bekämpft man nicht, wenn man die NPD verbietet. Keine juristische Auseinandersetzung kann politisches Engagement ersetzen.“ Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) nannte den Vorstoß der Länder für ein neues Verbot politisch unklug. Die SPD-Bundestagsfraktion will trotz der Skepsis Ende Januar im Parlament beantragen und beschließen lassen, dass der Bundestag dem neuen Verbotsverfahren beitritt. Der Parlamentarische Geschäftsführer Thomas Oppermann sagte der „Rheinischen Post“, nicht nur der Bundesrat, auch Bundestag und Bundesregierung sollten einen Verbotsantrag stellen. „Ich hoffe, dass sich dann auch Merkel, Friedrich, Kauder und Brüderle endlich dazu durchringen können, eine klar rechtsextreme, antisemitische und in Teilen gewaltbereite Partei mit allen Mitteln zu bekämpfen“, sagte er. Ein gemeinsames Vorgehen haben Union und FDP im Bundestag bisher abgelehnt. Der Bundesrat hatte Mitte Dezember beschlossen, beim Bundesverfassungsgericht das Verbot der NPD zu beantragen. In ihrem Beschluss führt die Länderkammer aus, dass die Partei darauf ausgerichtet sei, die freiheitlich-demokratische Grundordnung zu beseitigen, gepaart mit einer „aktiv-kämpferischen, aggressiven Grundhaltung“. Dies lasse sich mit der von den Innenministern von Bund und Ländern erstellten Materialsammlung belegen. „Wenn wir wieder stolpern, hat die NPD gewonnen“ Leutheusser-Schnarrenberger sagte jedoch, der Bundesratsbeschluss räume die juristischen Zweifel nicht aus dem Weg, ob das Bundesverfassungsgericht die NPD tatsächlich verbieten wird. „Wenn wir wieder über die juristischen Hürden stolpern, hat die NPD gewonnen“, warnte die Ministerin anlässlich der Eröffnung eines Schülerwettbewerbs gegen Rechtsextremismus. „Verbote von Vereinen und von Parteien mögen dazu führen, dass Organisationshüllen wegfallen – die Extremisten selbst hingegen werden sich neue Zusammenschlüsse suchen.“ Die politische Auseinandersetzung mit dem Rechtsextremismus müsse aus der Mitte der Gesellschaft und auf Dauer geführt werden. Kritik an der Ministerin kam von der SPD im Bundestag. Die Vize-Fraktionsvorsitzende Christine Lambrecht nannte die Behauptung falsch, mit einem NPD-Verbot sei im Kampf gegen Rechtsextremismus nichts zu gewinnen. „Richtig ist vielmehr, dass die NPD, wenn sie verboten ist, nicht mehr zu Wahlen antreten kann und keinen Anspruch mehr auf Steuergelder hat.“ Auch etwaige Nachfolgeorganisationen könnten verboten werden. „Mit einem NPD-Verbotsverfahren wird der braune Sumpf trockengelegt.“ Bundestagspräsident Lammert warnte hingegen vor einer ungewollten Aufwertung der NPD. „Dass die NPD mit der Aura eines über ihr drohenden Verbotsverfahrens schlechter abschneidet als ohne, halte ich für eine kühne Annahme“, sagte er dem „Westfalen-Blatt“. Ressentiments ließen sich nicht durch Verbote beseitigen. „Wenn wir jetzt einer Partei, die statistisch gesehen marginal ist, mit einem Verbotsverfahren eine Bedeutung geben, die sie gar nicht hat, provozieren wir möglicherweise eine Reaktion, die wir unbedingt vermeiden wollten“, sagte Lammert. Linke rügt SPD-Alleingang In Deutschland sei die Hemmschwelle, rechtsextremistisch zu wählen, aus historischen Gründen höher als in den meisten europäischen Ländern, sagte Lammert und forderte: „Dass sich in einer freien Gesellschaft auch extreme Auffassungen bilden, muss man aushalten. Die Auseinandersetzung damit muss aber geführt werden. Und ein gelassener Umgang mit dieser Herausforderung darf keine Ausrede für die fehlende Bereitschaft zur Auseinandersetzung sein.“ Die innenpolitische Sprecherin der Linksfraktion, Ulla Jelpke, kritisierte die SPD-Ankündigung, im Alleingang einen Verbotsantrag einzubringen. „Als Motiv dafür kann ich nur eine unverantwortliche Profilierungssucht der SPD im beginnenden Wahlkampf ausmachen“, erklärte sie. Angesichts der Tragweite wäre es seriös gewesen, wenn sich alle Fraktionen nach der Prüfung des von den Innenministern vorgelegten Beweismaterials gemeinsam über die Erfolgsaussichten eines neuen NPD-Verbotsverfahrens verständigt hätten. dapd (Politik/Politik)

Toyota holt in Europa auf

Toyota holt in Europa auf Köln (dapd). Der japanische Autohersteller Toyota hat 2012 seinen Absatz in Europa um zwei Prozent auf fast 838.000 Fahrzeuge gesteigert und damit einen Marktanteil von 4,5 Prozent erzielt. Vor allem der Kleinwagen Yaris und die Hybridmodelle waren Absatzschlager, wie Europachef Didier Leroy am Donnerstag sagte. 2013 werde „für die Automobilindustrie in Europa eine große Herausforderung“. Aber der größte Autokonzern der Welt plane trotzdem im dritten Jahr in Folge profitables Wachstum. In Deutschland steigerte Toyota seinen Pkw-Absatz in einem rückläufigen Markt um 0,1 Prozent auf 82.800 Einheiten (inklusive Lexus). In Westeuropa wurde in Großbritannien mit 102.000 Einheiten und einem Wachstum von zwölf Prozent das beste Ergebnis erreicht. Besonders kräftige Zuwächse erzielte Toyota erneut in Russland und der Ukraine mit einem Plus von 27 Prozent und 169.000 Fahrzeugen. Für das Kalenderjahr 2013 plant Toyota eine Steigerung des konzernweiten Absatzes um zwei Prozent auf 9,91 Millionen Fahrzeuge. Für 2012 rechnet Toyota mit einem weltweiten Absatz von 9,7 Millionen Autos. Das sind 22 Prozent mehr als im Vorjahr, als Naturkatastrophen Produktion und Absatz gebremst hatten. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)

Union weist Reformpläne der SPD zurück

Union weist Reformpläne der SPD zurück Berlin (dapd). Die jüngsten Wahlversprechen der SPD sind nach Einschätzung des politischen Gegners CDU kaum zu realisieren. „Die Beschlüsse von Hannover zu Mieten und Kinderfreibeträgen kosten Milliarden. Zur Finanzierung fehlt aber jedes Wort“, erklärte Unions-Fraktionsgeschäftsführer Michael Grosse-Brömer (CDU) am Donnerstag mit Blick auf die Fraktionsklausur der Sozialdemokraten. Die SPD will unter anderem mehr Kindergeld für arme Familien zahlen und Obergrenzen im Kampf gegen explodierende Mieten einführen. „Wer – wie die Union auch – in Großstädten bezahlbaren Wohnraum wirksam schaffen will, der darf private Investitionen nicht abwürgen“, erklärte Grosse-Brömer. „Mit der von uns im Dezember abgesenkten Kappungsgrenze für Mietpreiserhöhungen haben wir bereits ein wirksames Instrument geschaffen.“ Die SPD stelle zudem Millionen von Familien schlechter, wenn ein Teil der staatlichen Unterstützung zur Kindererziehung schon bei einem Bruttoeinkommen von 3.000 Euro aufhöre, meinte Grosse-Brömer mit Blick auf die von der SPD geplante Einkommensgrenze, bis zu der ein Kinderzuschlag gezahlt werden soll. dapd (Politik/Politik)

Chinas Handelswachstum legt wieder zu

Chinas Handelswachstum legt wieder zu Peking (dapd). Chinas Wirtschaft zeigt neue Zeichen der Erholung. Im Dezember verzeichnete die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt ein deutliches Handelswachstum, wie aus am Donnerstag veröffentlichten Daten hervorgeht. Die Exporte stiegen um 14,1 Prozent und damit um mehr als viermal so viel wie im November. Auch die Importe legten im Dezember wieder um sechs Prozent zu, nachdem sie im November kein Wachstum verzeichnet hatten. Beobachter werteten die Zahlen als weiteres Zeichen dafür, dass China schrittweise den schlimmsten Abschwung beim Wirtschaftswachstum seit der weltweiten Finanzkrise 2008 hinter sich lässt. Auch andere Indikatoren deuteten zuletzt auf eine Verbesserung hin. Die Weltbank und private Wirtschaftsanalysten erwarten für 2012 ein Wirtschaftswachstum von acht und in diesem Jahr von 7,5 Prozent. Das wäre zwar deutlich mehr als in den Industriestaaten, aber der niedrigste Wert in China seit den 1990er Jahren. Die französische Großbank Société Générale warnte, Chinas Wachstum könnte durchaus noch unter sechs Prozent fallen. „China könnte noch immer härter landen, als der Markt glaubt“, hieß es in einem Bericht der Bank. © 2013 AP. All rights reserved (Wirtschaft/Wirtschaft)

Zahl der Klagen gegen Hartz IV deutlich gesunken

Zahl der Klagen gegen Hartz IV deutlich gesunken Nürnberg (dapd). Die Zahl der Klagen gegen Hartz-IV-Bescheide ist 2012 weiter gesunken. Sie sei im Vergleich zu 2011 um zehn Prozent auf rund 120.000 zurückgegangen und damit zum zweiten Mal in Folge, sagte eine Sprecherin der Nürnberger Bundesagentur für Arbeit (BA) am Donnerstag auf Anfrage. Sie bestätigte einen vorab veröffentlichten Bericht in der Tageszeitung „Die Welt“. Während die Zahl der Klagen gegen Hartz IV von 2005 bis 2010 ständig gestiegen sei, habe sie 2011 erstmals um zehn Prozent abgenommen, sagte die BA-Sprecherin. Hauptgrund dafür sei, dass sich inzwischen die Gesetzeslage stabilisiert habe und für die Sachbearbeiter eindeutiger geworden sei. Außerdem habe die BA in der Vergangenheit viel investiert, um die Bescheide verständlicher für die Kunden zu machen und das Personal in den Jobcentern besser auszubilden. „Ich glaube, wir haben jetzt eine Trendwende geschafft und sind auf einem guten Weg“, sagte die Sprecherin. Insgesamt bezogen in Deutschland 2012 rund sechs Millionen Menschen Leistungen nach Hartz IV, davon waren knapp zwei Millionen arbeitslos und 1,7 Millionen Kinder. dapd (Politik/Politik)

LobbyControl kritisiert Nebentätigkeit des CDU-Abgeordneten Fuchs

LobbyControl kritisiert Nebentätigkeit des CDU-Abgeordneten Fuchs Berlin (dapd). Die Transparenzinitiative LobbyControl kritisiert die bezahlte Nebentätigkeit des CDU-Bundestagsabgeordneten Michael Fuchs für die britische Beratungsfirma Hakluyt & Company, die von Ex-Mitarbeitern des britischen Auslandsgeheimdienstes gegründet wurde. „Es ist absolut inakzeptabel, wenn ein gewählter Volksvertreter einem Unternehmen, das als privater Geheimdienst aktiv ist, bei der Informationsbeschaffung hilft“, erklärte LobbyControl-Vorstand Ulrich Müller am Donnerstag in Berlin. Fuchs wies die Vorwürfe im dapd-Interview zurück. Laut „Stern“ war Fuchs seit 2008 mindestens 13 Mal für Hakluyt & Company tätig und erhielt Honorare in Höhe von mindestens 57.000 Euro. Für 2010 bis 2012 sind auf der Homepage des Bundestags elf Vorträge vermerkt. Der 63-Jährige ist seit November 2009 stellvertretender Vorsitzender der Unionsfraktion für Wirtschaft, Mittelstand, Tourismus und Petitionen. Müller sagte, es sei unklar, ob bei diesen Veranstaltungen jemals andere Teilnehmer dabei gewesen seien als Hakluyt-Mitarbeiter und deren Kunden. Fuchs müsse nun umfassend aufklären, was seine wirkliche Rolle und Tätigkeit bei Hakluyt & Company sei. Fuchs nannte die Vorwürfe lächerlich. Die Firma sei weiß Gott kein privater Geheimdienst, sondern ein Beratungsunternehmen wie es sie auch in Deutschland zuhauf gebe. Er halte dort vor meist 20 bis 30 Kunden und Gästen Kurzreferate zu Themen wie Eurokrise oder auch zur Energiewende in Deutschland. Überdies beteilige er sich an Streitgesprächen, sagte Fuchs im dapd-Gespräch und fügte hinzu: „In Großbritannien bin ich im übrigen auch oft Interviewpartner und Talkshowgast bei der BBC oder Bloomberg, weil ich ganz gut Englisch spreche.“ Die Honorare von Hakluyt betragen nach seinen Angaben zwischen 3.000 und gut 7.000 Euro, Flugkosten und Hotelübernachtung eingerechnet. Aus Sicht von LobbyControl zeigt der Fall erneut die Notwendigkeit, die Transparenzregeln für Abgeordnete auszuweiten und stärker zu kontrollieren. „Die Bundestagsverwaltung muss endlich ihre nachgiebige Haltung bei lückenhaften oder fehlerhaften Angaben beenden“, forderte Müller. (Liste der Nebentätigkeiten von Fuchs auf der Homepage des Bundestags: http://url.dapd.de/GHSokP ) dapd (Politik/Politik)

Deutsche Bootsbauer spüren europäische Konjunkturflaute

Deutsche Bootsbauer spüren europäische Konjunkturflaute Düsseldorf (dapd). Die Konjunkturflaute in Europa setzt auch der deutschen Wassersportwirtschaft zu. Nach zwei Jahren mit zum Teil deutlichen Zuwächsen verlor die Branche 2012 wieder an Fahrt. Mit einem Umsatzrückgang von einem Prozent auf 1,75 Milliarden Euro konnte die Branche ihr Gesamtgeschäft mit maritimen Gütern und Dienstleistungen dennoch gegenüber 2011 knapp stabil halten, wie der Bundesverband Wassersportwirtschaft (BVWW) am Donnerstag in Düsseldorf berichtete. „Auch wenn sich die Aufwärtsentwicklung leider nicht fortgesetzt hat, bleibt der deutsche Markt in Europa der Fels in der Brandung“, sagte BVWW-Geschäftsführer Jürgen Tracht anlässlich der bevorstehenden weltgrößten Wassersportmesse boot, die am 19. Januar in Düsseldorf startet. Vor allem die stark exportorientierten deutschen Bootsbauer bekamen zuletzt die Euro-Krise und schwächelnde Absatzmärkte in vielen europäischen Ländern zu spüren. Um rund ein Fünftel nahm 2012 die Ausfuhr von Segel- und Motorbooten ab. Unterm Strich ging in Deutschland die Produktion neuer Boote um 15 Prozent zurück. „Die Menschen in Europa sind derzeit nicht bereit, viel Geld in neue Boote zu investieren“, sagte Tracht. Auch das Gebrauchtboot-Geschäft, das zusammen mit den Neubooten ein Viertel des deutschen Gesamtmarktes ausmacht, war rückläufig. Mehr Boote jetzt führerscheinfrei Eine durchgreifende Erholung des europäischen Marktes für Boote sieht der Verband auch 2013 nicht. „Die Euro-Schuldenkrise zwingt vor allem die Mittelmeerländer zu weiteren Sparmaßnahmen, was die Konjunktur schwächt“, gab Tracht zu bedenken. Hinzu kämen Hindernisse wie etwa die in Italien eingeführte Luxussteuer auf Boote und Yachten. Als Folge seien die Umsätze dort 2012 um rund 70 Prozent eingebrochen. Auch Exporte in neue Märkte wie China könnten die Verluste im europäischen Stammgeschäft bislang nicht ausgleichen. Dagegen dürfte der heimische Markt nach Erwartung des Verbandes von den jüngst verbesserten Rahmenbedingungen profitieren. Seit Herbst 2012 dürfen Boote bis 15 PS Motorleistung auf allen Bundeswasserstraßen ohne amtlichen Sportbootführerschein gefahren werden – mit Ausnahme des Rheins, der ein internationales Gewässer ist. Bisher waren 5 PS führerscheinfrei. „Von der neuen Regelung profitieren 60 Prozent aller Boote, die in Deutschland unterwegs sind. Damit ist der größte Teil des deutschen Marktes nun führerscheinfrei“, zeigte sich Tracht zufrieden. Auch Neueinsteigern und Charterkunden komme die Ausweitung entgegen. Vor allem auf dem deutschen Kanalnetz rechnet der Verband mit einem deutlich ausgeweiteten Vermietangebot. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)

Opel feiert Kleinwagen Adam als neuen Hoffnungsträger

Opel feiert Kleinwagen Adam als neuen Hoffnungsträger Eisenach (dapd). Funken fliegen bis unter die Decke der neuen Mehrzweckhalle des Autoherstellers Opel in Eisenach. 60 Roboter schweißen Bleche verschiedener Formen und Größen zusammen und veranstalten damit in dem eigens für die Fertigung des neuen Kleinwagens Adam gebauten Gebäude ein regelrechtes Feuerwerk. In dem Thüringer Werk startete am Donnerstag offiziell die Serienproduktion des neuen Hoffnungsträgers von Opel. So groß die Erwartungen an den Kleinwagen sind, so groß bleiben auch die Herausforderungen, vor denen die deutsche Tochter des US-Konzerns General Motor (GM) steht. Bei der Premiere preisen sowohl der GM-Vizechef und Opel-Aufsichtsratsvorsitzende Steve Girsky als auch der amtierende Opel-Chef Thomas Sedran den Adam als ein Fahrzeug, auf das die Kunden schon sehnsüchtig warteten. 16.000 Bestellungen gebe es schon für den Kleinwagen – obwohl der offizielle Verkaufsstart erst am 19. Januar sei, sagt Sedran. „Der Adam ist ein Symbol für die Zukunft von Opel, für die Zukunft von Eisenach“, ruft Sedran. Dann rollt der Kleinwagen durch eine Papierwand. „Der Adam ist ein Symbol für unseren Aufbruch.“ Girsky spricht von einem Angriff auf die Konkurrenz. Gemeinsam mit dem Kompakt-Geländewagen Mocca und dem Mittelklasse-Cabrio Cascada stehe der Adam für eine neue Opel-Produktpalette, mit der der Autohersteller „in die Offensive“ gehen wolle. Opel-Chef rechnet mit schrumpfendem Automarkt Der Betriebsratschef im Eisenacher Opel-Werk, Harald Lieske, schließt sich dem Jubel zumindest in Teilen an. Der Produktionsstart des Adam sei für die Opelaner in Thüringen auch deshalb etwas ganz Besonderes, weil in dem Werk bisher nur Modelle gebaut wurden, die an anderen Standorten bereits erstproduziert worden seien. Der Adam aber werde zuerst und nur in Eisenach gebaut. Doch Lieske vergisst nicht zu betonen, dass die Eisenacher dafür Opfer bringen mussten. Die Adam-Produktion in Eisenach sei Teil des Standortsicherungskonzepts von Opel für seine deutschen Werke. Deshalb hätten die Beschäftigten unter anderem auf bis zu zehn Prozent ihres Einkommens verzichtet. „Der Adam ist uns lieb und teuer“, sagt der Betriebsratschef. Dass mit dem Kleinwagen die strukturellen Probleme bei Opel und GM nicht auf einen Schlag gelöst sein werden, wird auch auf der Premierenfeier klar. Nach dem obligatorischen Fototermin vor dem gerade vom Band gelaufenen Wagen sagt Sedran, er rechne in diesem Jahr nicht damit, dass der Automobilmarkt wachsen werde. Ziel von Opel könne deshalb nur sein, seinen Marktanteil zu halten. Der Gesamtmarkt werde 2013 wohl um etwa vier Prozent schrumpfen. Behauptungen, wonach GM für die Probleme bei Opel mitverantwortlich sei, weil der Mutterkonzern ein Agieren seiner Tochter auf internationalen Märkten verhindere, dementiert Sedran: „Fakt ist: Ich habe keinerlei Beschränkungen für Exporte, solange ich nachweisen kann, dass ich damit Gewinn mache.“ Der Adam werde trotzdem und gerade deswegen für Europa gebaut. Italien sei ein sehr wichtiger Markt für das Auto. Thüringens Wirtschaftsminister Matthias Machnig (SPD) fordert GM einmal mehr auf, langfristige Strategien zu entwickeln, damit Opel seine Autos auch in Wachstumsregionen wie Osteuropa oder Asien verkaufen könne. Ein „origineller Kleinwagen wie der Adam“ habe in Russland, China und Brasilien beste Verkaufschancen, sagt Machnig. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)