Tim Brexendorf, Geschäftsführer der VIDEC Data Engineering GmbH, in einem Bürogebäude
Tim Brexendorf, Geschäftsführer der VIDEC Data Engineering GmbH. Foto: VIDEC Data Engineering GmbH

Produktionsdaten als Frühwarnsystem: Wie Industriebetriebe mehr aus ihren Beständen machen

Viele Industrieunternehmen speichern große Mengen an Prozessdaten, nutzen sie im Alltag aber nur unzureichend. Darauf weist die VIDEC Data Engineering GmbH hin. Nach Einschätzung des Unternehmens liegt genau darin ein wirtschaftlicher Hebel: Historische Produktionsdaten könnten helfen, Abweichungen früher zu erkennen, Ausfälle zu vermeiden und Entscheidungen fundierter zu treffen.

Wenn Daten vorhanden sind, aber kaum genutzt werden

In Historian-Systemen, SCADA-Umgebungen und Datenbanken sammeln sich in Produktionsbetrieben täglich große Mengen an Mess- und Prozesswerten. Häufig bleiben diese Daten jedoch reine Archivbestände. Tim Brexendorf, Geschäftsführer der VIDEC Data Engineering GmbH, sieht darin eine Lücke zwischen Datenerfassung und Datennutzung. Viele Unternehmen verfügten zwar über eine breite Datenbasis, schöpften deren Potenzial für die operative Steuerung aber nicht systematisch aus.

Gerade in der Produktion kann das Folgen haben. Schon kurze ungeplante Stillstände verursachen Kosten, belasten Liefertermine und wirken sich auf die gesamte Wertschöpfungskette aus. Gleichzeitig wachsen die Datenbestände schneller, als viele Unternehmen sie auswerten können. Aus Sicht von VIDEC fehlt deshalb oft weniger die Datengrundlage als vielmehr ein methodischer Ansatz, um Zusammenhänge sichtbar zu machen und daraus Maßnahmen abzuleiten.

Muster im Zeitverlauf statt Blick auf Einzelstörungen

Entscheidend ist laut VIDEC der Wechsel der Perspektive. Nicht nur einzelne Störungen seien relevant, sondern vor allem Entwicklungen über längere Zeiträume. Steigende Motorlasten, Temperaturabweichungen oder schrittweise längere Zykluszeiten könnten früh auf Verschleiß, Verschmutzung oder Fehleinstellungen hindeuten.

Brexendorf sagt: „Solche Entwicklungen gehen im Tagesgeschäft oft unter, obwohl sie sich in historischen Daten längst abzeichnen.“ Wer Prozesswerte über längere Zeiträume hinweg miteinander verknüpfe, erkenne Zusammenhänge, die im laufenden Betrieb kaum auffielen.

Analyse soll Wartung und Produktion entlasten

Nach Angaben des Unternehmens können Historian- und Analyselösungen Daten aus verschiedenen Quellen zusammenführen, langfristig archivieren und für Auswertungen nutzbar machen. Daraus lassen sich Kennzahlen, Berichte und Vergleiche über Anlagen, Linien oder Standorte hinweg ableiten. Für regulierte Branchen komme hinzu, dass Änderungen an Daten nachvollziehbar dokumentiert werden können.

Im Mittelpunkt steht für VIDEC jedoch nicht die Speicherung selbst, sondern die Ableitung konkreter Handlungsempfehlungen. Zeitreihenanalysen, Anlagenvergleiche und KPI-Auswertungen sollen helfen, Lastspitzen, Mikrostopps oder Qualitätsverluste früher zu erkennen. Das kann die Instandhaltung entlasten, Wartungsfenster planbarer machen und den Material- sowie Personaleinsatz besser steuern.

Brexendorf sagt: „Für viele Betriebe liegt genau darin der Unterschied zwischen Datenablage und Wertschöpfung.“ Historische Prozessdaten dokumentierten nicht nur Vergangenes, sondern könnten bei richtiger Analyse zu einem operativen Frühwarnsystem werden.

Datenstrategie wird zum Produktionsfaktor

Mit seinem Ansatz richtet sich VIDEC nach eigenen Angaben vor allem an regulierte und energieintensive Industrien. Das 1992 gegründete Unternehmen hat Standorte in Bremen und Kassel und positioniert sich mit Lösungen für Archivierung, Analyse und Berichtswesen in der industriellen Datennutzung.

Für viele Produktionsbetriebe dürfte das Thema an Bedeutung gewinnen. Denn je stärker Prozesse digital erfasst werden, desto wichtiger wird die Frage, wie aus Daten ein belastbares Steuerungsinstrument wird.

Unternehmenslink: www.videc.de

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