München (dapd). Die Staaten der Eurozone sollen offenbar nach dem Willen des EU-Ratspräsidenten Herman Van Rompuy stärker von der EU-Kommission kontrolliert werden. In einem Papier des Belgiers werde vorgeschlagen, dass die Euroländer die jährlich von der Kommission vorgelegten „länderspezifischen Empfehlungen“ künftig umsetzen müssen, berichtete die „Süddeutsche Zeitung“ vorab. Bislang lehnten die Regierungen dies mit Verweis auf die Souveränität der Haushaltsplanung ab. Dem Bericht zufolge will Van Rompuy, dass jedes Euroland einen „individuellen Vertrag mit der Europäischen Union“ abschließt und sich darin zur Umsetzung der Vorgaben verpflichtet. Der Ratspräsident schlage zudem vor, dass die Euroländer einen neuen, „angemessen ausgestatteten“ Haushalt schaffen, mit dem bestimmte Reformen „zeitlich begrenzt, flexibel und zielgerichtet“ unterstützt werden sollen. Die Bundesregierung sympathisiere mit den Ideen, schrieb das Blatt. Die von der Zeitung zitierte Unterlage ist dem Bericht zufolge ein Vorbereitungspapier Van Rompuys für den EU-Gipfel Mitte Oktober. dapd (Politik/Politik)
Unruhe in der CDU
Leipzig (dapd). Der Vorsitzende der Jungen Union, Philipp Mißfelder, greift Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (beide CDU) scharf an. Mit dem Konzept einer Zuschussrente als Mittel gegen Altersarmut habe die Ministerin alle überrumpelt, sagte Mißfelder der „Leipziger Volkszeitung laut Vorabbericht. Bedauerlicherweise halte von der Leyen „an ihrem falschen Modell fest“. Mißfelder sagte weiter, er könne seine Partei nur davor warnen, in eine falsche Armutsdiskussion einzusteigen. Damit würde von der eigenen guten Wirtschafts- und Finanzpolitik abgelenkt und zu noch mehr falscher Umverteilung aufgefordert. „Das führt am Ende dazu, dass die junge Generation stärker belastet wird“, warnte er. dapd (Politik/Politik)
Westerwelle mahnt nach Grenzzwischenfall zur Besonnenheit
Berlin/Paris (dapd). Bundesaußenminister Guido Westerwelle hat sich besorgt über die Lage an der türkisch-syrischen Grenze geäußert. Der türkische Außenminister Ahmed Davutoglu habe ihn darüber telefonisch unterrichtet, hieß es in einer am Mittwochabend vom Auswärtigen Amt veröffentlichten Erklärung. Westerwelle habe Davutoglu die große Anteilnahme für die Toten und Verletzten übermittelt, die Opfer eines Granateneinschlags aus Syrien geworden seien. „Wir sind in großer Sorge“, sagte Westerwelle. „Die erneute Verletzung der territorialen Integrität der Türkei aus Syrien ist ein schwerwiegender Vorgang.“ Er haben Davutoglu seine Empörung darüber ausgedrückt. „Ich habe ihn gleichzeitig gebeten, bei aller verständlicher Empörung mit Besonnenheit und mit dem Blick für die außerordentlich gefährliche Lage in der ganzen Region zu handeln.“ dapd (Politik/Politik)
Mercedes-Benz Ludwigsfelde liefert 500.0000 Nutzfahrzeuge aus
Ludwigsfelde (dapd-lbg). Im Mercedes-Benz Werk Ludwigsfelde sind seit 1991 eine halbe Million Nutzfahrzeuge montiert worden. Das 500.000. Fahrzeug sei ein Sprinter, teilte das Unternehmen am Dienstag mit. Der Transporter sei das Zugpferd der Produktion in Ludwigsfelde. Das Transporterwerk in Ludwigsfelde sei mit 2.100 Beschäftigten einer der größten industriellen Arbeitgeber in der Region. Am Standort Ludwigsfelde begann bereits 1936 die Errichtung eines Daimler-Benz-Werkes für Flugmotoren. Es wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört und danach zurückgebaut. Ab 1965 begann der Aufbau eines Automobilwerks, in dem die Serienproduktion von IFA-Nutzfahrzeugen startete. Bis zur Wiedervereinigung wurden in dem Werk rund 600.000 Lastwagen produziert. Ab 1991 liefen dann Nutzfahrzeuge von Mercedes-Benz vom Band. In die Fertigung wurden mehrere Hundert Millionen Euro investiert. Neben dem Sprinter wird in Ludwigsfelde auch der Vario hergestellt. (Das Werk auf der Daimler-Webseite: http://url.dapd.de/NfZdEO ) dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
Studie: Minijobs sind Falle für Frauen
Berlin (dapd). Frauen mit Minijobs haben laut einer Studie oft Schwierigkeiten, in einen Job mit mehr Arbeitszeit und Lohn zu wechseln. Die Minijobs wirkten „wie eine Geringfügigkeitsfalle“ und stellten vor allem „eine hohe Hürde für den substanziellen Wiedereinstieg von Müttern ins Erwerbsleben dar“, heißt es in einer Studie der Bertelsmann-Stiftung, wie das „Handelsblatt“ vorab berichtete. Ursache sei zum einen der abrupte Anstieg der Abgaben- und Steuerbelastung an der oberen Verdienstgrenze der Minijobs. Zusätzlich verschärfe das Ehegattensplitting die Problematik: Jeder Mehrverdienst der Partnerin führe dann über den sinkenden Splittingvorteil zu einem überproportionalen Anstieg der Steuerlast. Den Angaben zufolge leben allein zwei Millionen der rund sieben Millionen Minijob-Beschäftigten mit einem vollzeitbeschäftigten Ehepartner zusammen und mehr als drei Viertel von ihnen haben mindestens eine abgeschlossene Berufsausbildung. dapd (Politik/Wirtschaft)
Gemeinsamkeiten entdecken in der Sehitlik-Moschee
Berlin (dapd-bln). Köpfe recken sich und Ungeduld macht sich breit. Auf der Treppe der Sehitlik-Moschee in Neukölln herrscht Stau. Wer unten steht, muss warten. Denn oben an der Schwelle zum Gebetsraum durchläuft jeder Besucher die gleiche Prozedur: Bücken, Schnürsenkel aufknoten und Schuhe ausziehen. Ein solcher Andrang herrscht hier genau einmal im Jahr: Am 3. Oktober ist nicht nur der Tag der Deutschen Einheit, seit 1997 veranstalten die islamischen Religionsgemeinschaften in Deutschland gleichzeitig bundesweit auch den Tag der offenen Moschee. Im Berlin nehmen diesmal 28 Moscheen teil, die Sehitlik-Moschee am Columbiadamm ist die größte von ihnen. Seit 2004 besteht sie in ihrer heutigen Form mit der Kuppel, den zwei Minaretten und dem großen Innenhof. Das Grundstück schenkte Preußen vor mehr als 200 Jahren dem Osmanischen Reich. Eine Moschee sei eigentlich nur ein Ort des Gebets, erklärt Chalid Durmosch, der die Besucher durch das Gebäude führt. Im Gebetsraum selbst ist es kühl – doch der dicke Teppich schützt die schuhlosen Füße. Chalid Durmosch macht auf die Farbgestaltung aufmerksam. Hier habe alles seine Ordnung, sagt er. Blau in der Kuppel steht für den Himmel, der grüne Teppich für die bewachsene Erde. Der riesige Kronleuchter symbolisiert die Sonne. An den Wänden sind Suren aus dem Koran in filigraner arabischer Kalligrafie zu sehen. „Gar nicht so anders“ Arabische Kalligrafie gibt es im Innenhof auch zum Mitnehmen. Ruth Göner-Hoof hat sich ein Exemplar anfertigen lassen. Auf den kunstvoll geschwungenen Bögen stehen die Namen ihres Mannes und ihrer zwei Kinder. Auch die türkische und arabische Küche ist für die Besucherin einladend. Die jungen Mädchen hinter den Tischen erklären bereitwillig, was sich in den Salaten und Teigtaschen verbirgt und geben Tipps, wo es die besten Weinblätter zu kaufen gibt. „Lecker“, sagt Ruth Göner-Hoof, als sie einen türkischen Kartoffelsalat probiert. „Gar nicht so anders.“ Gemeinsamkeiten zwischen den Kulturen und Religionen sucht auch Moschee-Führer Chalid Durmosch immer wieder – etwa beim Glauben an die Barmherzigkeit. Er zieht Vergleiche und legt gemeinsame Wurzeln offen – oft mit einem Augenzwinkern: „Bei den Christen ruft eine Glocke in die Kirche, die Juden blasen in ein Horn und wir schreien eben rum.“ Das Ehepaar Pagel hat der Bus hergebracht. Auf der Rundfahrt verfahren, standen die beiden Touristen vom Bodensee plötzlich vor der Sehitlik-Moschee. Sie freuen sich, dass der Tag der Deutschen Einheit auch Tag der offenen Moscheen ist. In ein so prachtvolles Gebäude hineinsehen wollte das Rentner-Ehepaar schon immer. Das Treiben im Innenhof gleicht einem kleinen Basar. Kritische Fragen zum Islam sind erwünscht – Chalid Durmosch hört zu und antwortet. Er will Vorurteile abbauen und zeigen, dass am Tag der Deutschen Einheit auch die deutschen Muslime dazu gehören. Als Anhänger der Jungen Union laut hupend und Deutschlandfahnen schwenkend an dem Prachtbau vorbeifahren, ärgert sich nur, wer auf dem Bürgersteig steht. Provokation und Fremdenfeindlichkeit prallen heute an den Eingangsmauern ab. dapd (Politik/Politik)
Großaktionär drängt Air Berlin zu Allianz mit Air France
München (dapd). Die arabische Fluggesellschaft Etihad Airways, Großaktionär von Air Berlin, drängt das Unternehmen zu einer Allianz mit Air France. Wenn sich die Möglichkeit ergebe, sei man „erpicht darauf“, dass Air Berlin mit Air France Gemeinschaftsflüge anbiete, sagte Etihad-Chef James Hogan der „Süddeutschen Zeitung“ laut Vorabbericht. „Die Gespräche laufen sehr gut“, fügte er hinzu. Air Berlin hatte sich in der Vergangenheit für einen Beitritt zur Flugallianz Oneworld entschieden, der unter anderem der Air-France-Rivale British Airways angehört. „Oneworld ist sekundär“, sagte Hogan nun. Etihad Airways ist mit 29 Prozent größter Aktionär von Air Berlin. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
Aktienmarkt schließt mit leichten Gewinnen
Frankfurt/Main (dapd). Der deutsche Aktienmarkt hat den Feiertagshandel am Tag der Deutschen Einheit mit Gewinnen beendet. Ohne größere Folgen blieben das Zaudern Spaniens um ein offizielles Hilfeersuchen und schwache Konjunkturdaten aus der Eurozone. Der DAX verbuchte ein Plus von 0,2 Prozent auf 7.322 Punkte. Der MDAX verbesserte sich um 0,3 Prozent auf 11.183 Punkte, und der TecDAX gewann 0,2 Prozent auf 821 Zähler. An der New Yorker Wall Street war die Stimmung ebenfalls gut: Der Dow-Jones-Index stieg gegen 19.00 Uhr MESZ um 0,3 Prozent auf 13.525 Punkte, und der Nasdaq Composite gewann 0,7 Prozent auf 3.142 Zähler. Stützend wirken gute Nachrichten vom US-Dienstleistungssektor. Der Euro lag am Abend im Devisenhandel unverändert knapp über der Marke von 1,29 Dollar. Die Europäische Zentralbank hatte am Mittag einen Referenzkurs von 1,2904 Dollar festgestellt. Im DAX standen die Aktien der Deutschen Telekom im Fokus. Das Unternehmen hatte eine Fusion seiner Tochter T-Mobile USA mit dem US-Mobilfunkanbieter MetroPCS bekanntgegeben. Die Aktie stieg um 0,1 Prozent auf 9,75 Euro. Gesucht waren die Papiere der Deutschen Bank, die um 2,3 Prozent auf 31,31 Euro zulegten und damit Tagesgewinner waren. Am Abend hatte die Europäische Bankenaufsicht (EBA) offiziell mitgeteilt, dass die deutschen Banken die gesetzten Anforderungen an das harte Kernkapital erfüllt haben. Schlusslicht im DAX waren K+S mit einem Minus von 2,8 Prozent auf 37,97 Euro. Im MDAX führten Sky die Gewinner an und verbesserten sich um 3,2 Prozent auf 3,25 Euro. Am anderen Ende des Mittelwerteindexes lagen Gerresheimer, die 1,5 Prozent auf 40,73 Euro einbüßten. Die TecDAX-Werte wurden von Carl Zeiss Meditec angeführt, die 3,6 Prozent auf 21,34 Euro zulegten. Tagesverlierer waren die Aktien von Solarworld, die 2,5 Prozent auf 1,40 Euro abgaben. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
Deutsche Banken schließen Rekapitalisierungsumfrage erfolgreich ab
Frankfurt/Main (dapd). Die an der Rekapitalisierungsumfrage der Europäischen Bankenregulierungsbehörde (EBA) teilnehmenden deutschen Institute haben die Vorgaben erfüllt. Alle zwölf deutschen Banken erreichten zum Stichtag 30. Juni 2012 die Mindestquote von neun Prozent hartem Kernkapital nach Abzug eines Kapitalpuffers, wie die Deutsche Bundesbank und die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht am Mittwoch mitteilten. Die Quote betrage im Durchschnitt 10,7 Prozent, wodurch alle Institute zusammen die Mindestkapitalanforderungen der EBA um 15,5 Milliarden Euro übertreffen. Bei der Mehrzahl der Institute habe die Quote über zehn Prozent gelegen. „Damit haben die deutschen Institute die strengen und deutlich über den derzeit gültigen gesetzlichen Mindestkapitalanforderungen liegenden Zielvorgaben der EBA sogar übererfüllt“, erklärte Sabine Lautenschläger, Vizepräsidentin der Deutschen Bundesbank. Mit der Rekapitalisierung sollen die Banken vor dem Hintergrund der europäischen Staatsschuldenkrise gestärkt und widerstandsfähiger gegen mögliche weitere Schocks gemacht werden. (Die Ergebnisse der Umfrage im Internet: http://url.dapd.de/kLwArz ) dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
VW-Betriebsratschef fordert mehr Tempo bei Erschließung neuer Märkte
Düsseldorf (dapd). Angesichts des Absatzeinbruchs in Europa macht sich Volkswagens Betriebsratschef und Aufsichtsrat Bernd Osterloh konkrete Gedanken über weitere Wachstumsregionen für den Wolfsburger Autokonzern. „Volkswagen muss noch intensiver als bisher neue Märkte wie beispielsweise Südostasien oder Afrika erschließen“, sagte Osterloh, der dem Präsidium des Aufsichtsrats angehört, dem „Handelsblatt“ (Donnerstagausgabe). Für eine solche Offensive benötigt Europas größter Autobauer aus Sicht des Betriebsratschefs aber geeignete Modelle wie einen robusten Pickup. „Und wir brauchen für die Schwellenländer ein günstiges Auto unterhalb des VW Up, das zwischen 5.000 und 10.000 Euro kostet“, sagte Osterloh. Ein solches Auto könne in zwei Jahren fertig sein. „Ob wir so ein Auto dann als VW vermarkten, muss man sehen“, fügte er hinzu. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
