Stuttgart (dapd). Der Autokonzern Daimler weicht bei der Einführung der Brennstoffzelle in Serienautos offenbar von seiner bisherigen Strategie ab: „Daimler verabschiedet sich von der eigenständigen Entwicklung der Brennstoffzelle“, schreibt das Fachmagazin „auto motor und sport“. Stattdessen wolle der Konzern mit Nissan und Ford zusammenarbeiten. Durch die Kooperation mit den Japanern und dem US-Unternehmen sollen demnach die Kosten sinken. Damit wackle allerdings auch der Einführungstermin der B-Klasse F-Cell, die als erstes Serienfahrzeug von Daimler mit der Technologie 2014 auf den Markt kommen sollte. In der Brennstoffzelle wird Wasserstoff in Strom umgewandelt. Dieser treibt über einen Elektromotor das Fahrzeug an. Ein Daimler-Sprecher sagte der Nachrichtenagentur dapd, dass das Unternehmen weiterhin die Kommerzialisierung der Brennstoffzelle anstrebe. „Wir führen Gespräche über Kooperationen, unter anderem mit der Renault-Nissan-Allianz“, sagte er. Alles darüber hinaus sei reine Spekulation. Mit Renault-Nissan treibt Daimler zahlreiche Zusammenarbeiten voran. Unter anderem setzt Mercedes-Benz in der neuen A-Klasse Dieselmotoren von Renault ein, die Daimler-Ingenieure angepasst haben. Mit dem Stadtlieferwagen Mercedes Citan, der auf dem Renault Kangoo basiert, kam jüngst ein weiteres Ergebnis der Kooperation auf den Markt. Mit Ford und dem auf Brennstoffzellen spezialisierten Unternehmen Ballard arbeitet Daimler zudem in einem kanadischen Gemeinschaftsunternehmen an der Serienreife der Technik. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
BASF streicht in Krise europäisches Bauchemiegeschäft zusammen
Ludwigshafen (dapd). Der Chemiekonzern BASF organisiert wegen eines insgesamt rückläufigen Marktes seinen Bereich Bauchemikalien neu und plant im Zuge dessen auch Stellenstreichungen. So sollen unter anderem die Produktion sowie Marketing und Vertrieb in Südeuropa und Großbritannien angepasst werden, wie das DAX-Unternehmen am Donnerstag in Ludwigshafen mitteilte. Europaweit seien von den Maßnahmen 400 Mitarbeiter betroffen, 70 davon in Deutschland. Das Unternehmen will allen Betroffenen soweit möglich andere Stellen anbieten. „Wahrscheinlich werden wir aber nicht für alle 400 Mitarbeiter Stellen finden“, sagte eine Sprecherin. Allerdings liefen die Gespräche mit den Arbeitnehmervertretern in den einzelnen Ländern jetzt erst an. Der Sprecherin zufolge ist der Markt für Bauchemikalien in allen 27 EU-Staaten seit 2007 im Schnitt um 16 Prozent zurückgegangen. Allein in Portugal und Spanien ist nach Unternehmensangaben die Bautätigkeit auf unter 50 Prozent des Niveaus vor der Krise 2008/09 zurückgegangen und weiter rückläufig. Ähnlich sieht es in Italien und Griechenland aus. Selbst in Großbritannien sei die Bautätigkeit deutlich zurückgegangen. In Deutschland sei das Geschäft durch eine wachsende Anzahl von Kleinbetrieben komplexer geworden. Dem will das Unternehmen mit einer höheren Effizienz in den internen Abläufen begegnen. Als weitere Reaktion will BASF das Meyco-Geschäft mit Betonspritzmaschinen für den Tunnel- und Bergbau mit Sitz in Winterthur in der Schweiz verkaufen. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
Adidas initiiert Hilfsfonds für Billigarbeiter
München (dapd). Nachdem die Sportartikelhersteller jahrelang wegen der Produktion in Billiglohnländern kritisiert wurden, startet Adidas nun eine Initiative. Mit anderen Firmen der Branche plant das Unternehmen aus Herzogenaurach einen internationalen Hilfsfonds für Billigarbeiter. Adidas bestätigte am Donnerstag einen entsprechenden Bericht der „Financial Times Deutschland“. Der Hersteller wolle die Interessen der Mitarbeiter schützen, die seine Produkte herstellen, heißt es in einer Stellungnahme. So soll der Fonds einspringen, wenn keine Löhne bezahlt werden, Abfindungen nach Werksschließungen ausbleiben und keine staatliche Hilfe gewährt wird. Die Details sollen auf einer Konferenz Ende Oktober in der Schweiz vorgestellt werden. An dem Treffen unter dem Dach der nicht staatlichen US-Organisation Fair Labor Association sollen auch weitere Sportartikelhersteller wie Nike sowie Experten aus der Finanzwirtschaft, Versicherungen und interessierte Parteien teilnehmen, wie die Zeitung berichtete. Die großen Sportartikelhersteller haben ihre Produktion heutzutage fast vollständig an Zulieferer vor allem in Asien ausgelagert. Sie mussten sich deswegen immer wieder Ausbeutung von Billiglöhnern vorhalten lassen. Adidas-Konkurrent Puma unterstützt diese Initiative. Dies sei „ein Weg in die richtige Richtung“, heißt es in einer Stellungnahme des Unternehmens. „Die Idee, dass andere Hersteller sich an diesen Fonds beteiligen sollen, bekräftigt unsere Einstellung, dass die Einführung eines ‚besseren Lohns‘ nur mit der gesamten Industrie etabliert werden kann und nicht als Einzelaktion eines Unternehmens.“ Puma beschäftigt sich nach eigenen Angaben schon seit längerem mit dem Thema und will bis Ende dieses Jahres ein Pilotprojekt in einigen seiner Zuliefererfabriken in Kambodscha, Indonesien und Bangladesch starten. (http://www.fairlabor.org/) dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
Lambertz hält Preise für Printen stabil
Düsseldorf (dapd). Liebhaber von Lebkuchen müssen für ihre saisonalen Naschereien trotz gestiegener Rohstoffpreise nicht tiefer in die Tasche greifen. Marktführer Lambertz will in der jetzt gestarteten Verkaufssaison für das Herbst- und Weihnachtsgeschäft die Preise für seine Artikel nicht erhöhen. Auch bei den Ganzjahresprodukten blieben die Preise stabil, kündigte das Unternehmen am Donnerstag in Düsseldorf an. Trotz der zum Teil deutlich gestiegenen Rohstoffkosten seien Preiserhöhungen im Handel derzeit nicht durchzusetzen, merkte Geschäftsführer Hermann Bühlbecker an. Die Aachener Lambertz-Gruppe mit ihren Printenmarken Lambertz, Kinkartz, Weiss und Haeberlein-Metzger ist nach eigenen Angaben Weltmarktführer für sogenanntes Herbst- und Weihnachtsgebäck. Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2011/12 (30. Juni) setzte das Unternehmen mit knapp 3.500 Mitarbeitern 560 Millionen Euro um. Das waren 1,3 Prozent mehr als im Jahr zuvor, doch konnte der Zuwachs laut Bühlbecker allein durch höhere Preise und mehr Absatz im Auslandsgeschäft erwirtschaftet werden. Export wird wichtiger Die Lambertz-Gruppe fährt mit Saisonartikeln 40 Prozent ihres Umsatzes ein. Der Rest entfällt auf Jahresartikel wie Gebäck, Kuchen und Schokolade. 23 Prozent der Produktion gehen in den Export. Wichtige Märkte sind vor allem Südamerika, die USA und Asien. Der Ausfuhranteil legte damit leicht um einen Prozentpunkt zu. „Der Süßwarenmarkt in Deutschland stagniert. Dafür müssen außerhalb größere Anstrengungen unternommen werden“, sagte Bühlbecker. Inzwischen hat Lambertz deshalb einen eigenen Vertrieb in den USA. Die Tochter Lambertz Polonia produziert in Polen und bedient die osteuropäischen Staaten. Zukäufe schloss Bühlbecker für die Zukunft nicht aus. Doch müssten eventuelle Aquisen auch zum Kerngeschäft passen. „Das will wohlüberlegt sein“, merkte er dazu an. Unterm Strich sei die Gruppe aber bestens und breit aufgestellt, da sie unter anderem auch Eigenmarken für den Handel produziere. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
IBM startet Produktoffensive zum Jahresende
Ehningen (dapd). Der US-amerikanische IT-Konzern IBM leitet mit über 120 neuen oder überarbeiteten Produkten seine Offensive für das Jahresendgeschäft ein. Zu den Neuvorstellungen zählen der sogenannte Power7+-Mikroprozessor, der Leistungssteigerungen von bis zu 40 Prozent ermöglichen soll, wie der Konzern am Donnerstag in der deutschen Zentrale in Ehningen mitteilte. Neu im Angebot sind auch leistungsfähigere und sicherere Speichereinheiten. Zudem stellte IBM zusätzliche Cloud-Lösungen vor, mit deren Hilfe Unternehmen Daten auf zentralen Servern speichern können. Insgesamt habe das Unternehmen mehr als 1,4 Milliarden Dollar (etwa 1,08 Milliarden Euro) in die neuen Lösungen investiert. Die Ankündigung sei Teil eines Fokus der IBM auf sogenannte Smarter Computing-Systeme, sagte Andreas Wodtke, Vizepräsident Systeme und Technologie bei IBM Deutschland. „Diese können dabei helfen, die sich verstärkenden Herausforderungen von Organisationen zu bewältigen“, sagte er. Als Beispiele nannte er die extrem stark wachsenden Datenmengen, fortlaufend steigende Sicherheitsanforderungen und die Veränderungen durch Social-Media-Anwendungen und Mobile-Technologien. Einem Sprecher zufolge sind die IT-Budgets von Unternehmen in den vergangenen Jahren nur um ein Prozent jährlich gewachsen. Das bedeute, dass die Technik effizienter werden müsse. Zudem steige der Anteil der Energiekosten in einem Rechenzentrum auf über 20 Prozent. Cloud-Lösungen könnten dabei helfen, die Kosten zu senken. Das Jahresendgeschäft in der Branche sei besonders relevant, betonte der Sprecher. Im vierten Quartal würden erfahrungsgemäß 40 Prozent des Jahresumsatzes von IT-Unternehmen gemacht. Das liege daran, dass Kunden zum Jahresende ihre Budgets überprüften und oft noch Geld für Investitionen übrig hätten. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
IMK: Deutsche Konjunktur schwächelt weiter wegen Eurokrise
Berlin (dapd). Der strikte Sparkurs in den Euro-Krisenländern schadet nach Ansicht des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) weiterhin dem Wirtschaftswachstum in Deutschland. Deshalb rechnet das gewerkschaftsnahe Institut mit einem mageren Plus des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 0,6 Prozent in diesem und von 0,4 Prozent im nächsten Jahr, wie IMK-Direktor Gustav Horn am Donnerstag in Berlin sagte. Die Prognose blieb damit für 2012 unverändert. Für 2013 wurde sie um 0,1 Prozentpunkte erhöht. Für den gesamten Euroraum erwartet das IMK einen wirtschaftlichen Rückgang von 0,5 Prozent in diesem Jahr und von weiteren 0,7 Prozent im nächsten Jahr. „Das sind auch schlechte Nachrichten für Deutschland“, sagte Horn. Die Ankündigung der Europäischen Zentralbank (EZB), notfalls unbegrenzt Staatsanleihen von Krisenländern aufzukaufen, entspannt laut IMK die Krise im Euroraum zunächst. Dieser Effekt werde jedoch blockiert durch die Auflage, jegliche Hilfen an „übertrieben harte Sparprogramme“ zu knüpfen. „Nur mit Nachfrage hemmenden Strukturreformen wird man diese Krise nicht bewältigen können“, sagte Horn. „Die Medizin, die wir den Ländern zu schlucken geben, ist schlimmer als die Krankheit“, fügte er hinzu. Die Konjunkturprognose des IMK ist deutlich niedriger als die des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW). Das DIW hatte noch am Dienstag für Deutschland einen BIP-Zuwachs von 0,9 Prozent für 2012 und einen Anstieg auf 1,6 Prozent für 2013 vorhergesagt. Das Institut erwartet eine Beschleunigung der deutschen Exporte in Folge einer wirtschaftlichen Erholung in Schwellenländern. US-Flaute drückt auf deutsche Konjunktur Neben der Schwäche im Euroraum sieht das IMK jedoch in nachlassenden Impulsen aus den USA einen weiteren Grund für die Eintrübung der deutschen Wirtschaft. Bereits beschlossene massive Ausgabenkürzungen im US-Haushalt könnten das Wachstum dort entgegen anderslautenden Prognosen im nächsten Jahr auf Null drücken, sagte Horn. „Das heißt auch im Klartext, dass die Amerikaner als Motor der Weltwirtschaft ein Komplettausfall sein werden, und das trifft uns als eine der Exportnationen in dieser Welt natürlich in besonderem Maße,“ sagte Horn. Angesichts der zu erwartenden weiteren Konjunkturflaute in Deutschland empfiehlt das IMK, Kurzarbeitsregelungen wieder einzuführen, die während der Wirtschaftskrise 2009 einen größeren Abbau von Arbeitsplätzen verhindert hätten. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
Brüssel verlangt Nachbesserungen an allen zwölf deutschen AKW
Brüssel (dapd). An allen zwölf Kernkraftwerken in Deutschland muss nachgerüstet werden, um die höchsten Sicherheitsstandards zu erreichen. Das geht aus dem am Donnerstag von Energiekommissar Günther Oettinger vorgelegten Stresstests für die 145 Atommeiler in der EU hervor. So müssen insbesondere an den drei noch in Norddeutschland aktiven Anlagen Brokdorf, Emsland und Grohnde Erdbebenwarnsysteme installiert werden. Für alle Kraftwerke wird der Bau von Ersatzkontrollräumen empfohlen, wenn in Folge von Beben oder Überflutungen die Hauptkontrollräume ausfallen. Eine Reihe weiterer Sicherheitsvorkehrungen wird ebenfalls angemahnt. Die Kosten für die Nachrüstungen in der gesamten EU bezifferte Oettinger auf 10 bis 25 Milliarden Euro, wobei fast 40 Prozent auf Frankreich abfallen dürften, dem Land mit den meisten Meilern. Zwar wurden bei den Stresstests, die als Reaktion auf die Fukushima-Katastrophe in den vergangenen anderthalb Jahren von europäischen Fachleuten durchgeführt wurden, fast an allen AKW Mängel entdeckt. Aber „kein Kernkraftwerk muss aus Sicherheitsgründen unmittelbar abgeschaltet werden“, sagte Oettinger. Atomkraftgegner kritisieren die Sicherheitschecks als völlig unzureichend. „Von einem Stresstest kann kaum die Rede sein“, sagte Grünen-Fraktionschef Jürgen Trittin. „So wurde die Sicherheit der AKW gegen Flugzeugabstürze und Terroranschläge nicht überprüft.“ Wenn trotzdem eine derart lange Mängelliste entstehe, „müssen jetzt auch in Deutschland dringend Konsequenzen daraus gezogen werden.“ Die Sicherheitsforderungen müssten erhöht „und ohne Wenn und Aber eingehalten werden“, sagte Trittin. Greenpeace-Sprecher Mark Breddy sagte: „Es gibt ernsthafte Risiken, die nicht untersucht wurden. Die Regierungen müssen die ältesten und unsichersten Reaktoren schnell abschalten.“ Vorschreiben kann die Kommission den Regierungen das Abschalten oder Nachrüsten nicht. Aber bis Ende des Jahres sollen nationale Aktionspläne aufgestellt sein. Und Oettinger fordert ein Mandat für weitere Kontrollen. Die Ergebnisse sollten „weder beruhigen noch beunruhigen“, sagte Oettinger. Sondern die Länder zum Handeln treiben. „Wir erwarten, dass die Maßnahmen ohne Verzug umgesetzt werden.“ Im Sommer 2014 soll es einen Bericht geben, aus dem der Stand der Nachrüstung hervorgeht. Der Kommissar will es dabei aber nicht belassen. Anfang 2013 will er eine Neufassung der Richtlinie über nukleare Sicherheit vorlegen, die EU-weite Standards setzt. Zudem kündigte er Vorschläge für die Versicherung im Nuklearbereich an. Davon sind die Betreiber bislang ausgenommen. Er sei „überzeugt, dass bestimmte Versicherungspflichten vorgeschrieben werden sollten“, sagte er. Es sei klar, dass Atomstrom dadurch teurer werde. Die gravierendsten Mängel der Stresstests: – Bei rund einem Drittel aller Meiler werden die internationalen Risikostandards für die Gefahren von Erdbeben und Überflutungen nicht eingehalten. – In 121 Anlagen müssen seismische Instrumente installiert oder nachgerüstet werden. – In 32 Reaktoren fehlen mit Filtern ausgestattete Abluftsysteme, um bei Unfällen den Druck im Reaktorbehälter gefahrlos abzulassen. – Sichere Bunkerlager für die Ausrüstung zur Bekämpfung schwerer Unfälle sind in 81 Fällen nicht eingebaut. – Ersatzkontrollräume fehlen in 24 Anlagen. – In vier Anlagen in Finnland und Schweden haben Mitarbeiter weniger als eine Stunde Zeit, beim Ausfall des Systems Sicherungsmaßnahmen einzuleiten. © 2012 AP. All rights reserved (Politik/Politik)
Ein kulinarisch-multimedialer Genuss
Gütersloh/Rheda-Wiedebrück. Für die Volksbank Gütersloh eG hat Nionex sechs iPad Apps konzipiert, entwickelt und umgesetzt. Die Apps können Besucher im Bankery nutzen: eine gastronomische Einrichtung, in der man sich auf ausliegenden iPads über das Angebot der Bank informieren kann – ein einzigartiges Konzept.
LobbyControl fordert strengere Offenlegungspflichten für Abgeordnete
Berlin (dapd). Die Organisation LobbyControl fordert strengere Vorschriften für die Offenlegung von Nebenverdiensten der Bundestagsabgeordneten. „Der Fall Steinbrück zeigt, dass mehr Transparenz bei Nebeneinkünften von Politikern überfällig ist“, sagte Timo Lange von LobbyControl am Donnerstag in Berlin mit Blick auf die Diskussion über die Honorare des SPD-Kanzlerkandidaten. Vorschläge für bessere Offenlegungsregeln lägen seit langem auf dem Tisch. „CDU, CSU und FDP sollten ihre Blockadehaltung im Bundestag aufgeben“, forderte Lange. Er empfahl Steinbrück zugleich, mehr Informationen zu veröffentlichen als gesetzlich vorgeschrieben: „Peer Steinbrück täte gut daran, von sich aus für mehr Transparenz zu sorgen.“ dapd (Politik/Politik)
Bundesregierung setzt auf Flexibilität der alternden Bevölkerung
Berlin (dapd). Die Herausforderungen einer alternden Gesellschaft können nach Ansicht der Bundesregierung nur mit einer flexiblen Bevölkerung bewältigt werden. Innenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) sagte am Donnerstag auf dem ersten Demografiegipfel in Berlin, die Regierung wolle den demografischen Wandel positiv gestalten. „Dafür brauchen wir Mut, Zuversicht und vor allem die Handlungs- und Veränderungsbereitschaft jedes Einzelnen.“ Die Bundesregierung hatte im April eine Demografiestrategie verabschiedet und einen Dialog über das Thema angestoßen. Friedrich erwartet erste konkrete Ergebnisse im Frühsommer 2013. Jetzt diskutierten erst einmal Minister aus dem Bund und den Ländern sowie Spitzenvertreter der Sozialverbände, Wissenschaftler und Bürger im Berliner Congress Center über Chancen und Potenziale des demografischen Wandels. Für den Nachmittag hatte sich auch Kanzlerin Angela Merkel (CDU) angesagt. Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) sagte, ohne Gegenmaßnahmen schrumpfe das Potenzial an Arbeitskräften bis zum Jahr 2025 um bis zu sechs Millionen Menschen. Trotzdem seien junge Erwachsene ohne Berufsabschluss stark von Arbeitslosigkeit bedroht. Ein großes Potenzial bildeten alleinerziehende Frauen und Wiedereinsteigerinnen. Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) verwies darauf, dass Demenzkranke und Menschen mit Behinderung nicht nur bessere, sondern auch längere Zuwendung benötigten. Die niedersächsische Sozialministerin Aygül Özkan (CDU) forderte, für die Pflege müssten Menschen mit Sprachkompetenz und interkulturellem Hintergrund gewonnen werden. Leben im ländlichen Raum muss bezahlbar bleiben Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) mahnte eine verstärkte Zusammenarbeit von Bund, Ländern und Kommunen an. Gleichwertige Lebensverhältnisse in ländlichen und städtischen Regionen ließen sich nur mit einer angemessenen Infrastruktur gewährleisten. Der Thüringer Verkehrsminister Christian Carius (CDU) wies darauf hin, dass das Leben im ländlichen Raum nicht nur attraktiv, sondern für die Bürger auch noch bezahlbar sein müsse. Bundesagrarministerin Ilse Aigner (CSU) erklärte, die vom demografischen Wandel betroffenen Regionen dürften nicht in eine Abwärtsspirale aus zurückgehender Bevölkerungszahl, sinkender Attraktivität für Wirtschaft und Einwohner sowie Verschlechterung der Daseinsvorsorge und öffentlichen Infrastrukturen geraten. Ländliche Räume müssten als eigenständige Lebens- und Wirtschaftsräume attraktiv bleiben. Linksfraktion fordert Mindestlohn und höhere Rente Friedrich sagte, zur Attraktivität des ländlichen Raums gehöre auch ein funktionierender öffentlicher Dienst. „Der Speck ist wirklich abgeschnitten und wir müssen aufpassen, dass wir uns nicht ins Fleisch schneiden“, mahnte der Bundesinnenminister. Für eine effiziente Verwaltung der Zukunft müssten heute schon „hochqualifizierte Leute“ gewonnen werden. Die schwarz-gelbe Koalition packt nach Ansicht der Linksfraktion die Herausforderung einer alternden Bevölkerung nicht richtig an. „Die Bundesregierung gibt mit der Rente erst ab 67 und dem Betreuungsgeld die falschen Antworten auf den demografischen Wandel“, erklärte die seniorenpolitische Sprecherin Heidrun Dittrich. Nötig seien vielmehr bessere Arbeits- und Lebensbedingungen und ein Mindestlohn von mindestens zehn Euro pro Stunde. Die Linkspolitikerin forderte darüber hinaus eine Bürgerversicherung, die die Risiken bei Gesundheit und Pflege umfassend absichert, eine gesetzliche Rente, die den Lebensstandard sichert, und eine solidarische Mindestrente. ( www.demografiestrategie.de ) dapd (Politik/Politik)