Berlin (dapd). Continental-Chef Elmar Degenhart sieht die mittelständischen Zulieferer bei einer noch längeren Talfahrt des europäischen Automarkts vor großen Problemen. „Dauert die Absatzkrise in Europa länger als zwei Jahre, geraten einige dieser Zulieferer in schwere Zeiten“, sagte Degenhart der „Financial Times Deutschland“. „Für die ist das Eis sehr dünn.“ Schon jetzt stütze Conti einzelne Zulieferer. „Denn wenn es eng wird, sparen insbesondere die Mittelständler. Das geht auf Kosten der Innovationskraft und ist fatal,“ erklärte Degenhart. In drei bis fünf Jahren könnte so die ganze Autobranche in der Summe an Innovationskraft verlieren. Im September war der Autoabsatz in Europa nach Angaben des Branchenverbands Acea vom Dienstag zweistellig eingebrochen und damit das zwölfte Mal in Folge gesunken. Insgesamt wurden nur noch 1,1 Millionen Neuwagen zugelassen, rund elf Prozent weniger als noch ein Jahr zuvor. Conti bekräftigt trotz Krise eigene Prognose Ungeachtet der Branchenkrise hält der Dax-Rückkehrer Conti an seinen Prognosen für das Gesamtjahr fest. „Ich erwarte nichts Gravierendes mehr, was unseren im August angehobenen Ausblick gefährden könnte“, sagte Degenhart. Der Reifenhersteller und Autozulieferer aus Hannover erwartet nach wie vor einen Umsatz von 32,5 Milliarden Euro und damit auf Jahressicht ein Plus von rund sieben Prozent. Dennoch sieht der Conti-Chef wachsende Schwierigkeiten für die Industrie. „In der Tat wird der Markt von Quartal zu Quartal schwieriger“, sagte Degenhart. Während Südeuropa in einer Rezession stecke, habe auch China nicht mehr die Wachstumsraten wie vor drei bis fünf Jahren. Doch werde der Absatz von Pkw und leichten Nutzfahrzeugen auch 2013 etwas wachsen, gestützt vor allem durch Nachfrage aus Asien und Nordamerika. „Europa wird auf dem derzeitigen niedrigen Niveau stagnieren“, erklärte Degenhart. Die Talsohle sollte mehr oder weniger erreicht sein. „Womöglich geht es noch mal ein bis zwei Prozentpunkte nach unten“, sagte er. Für Conti gebe es noch keine Notwendigkeit, über Kurzarbeit zu reden, wie sie andere Autozulieferer wie der Konkurrent Bosch und mehrere Autohersteller schon eingeführt haben. Der Automobilexperte Ferdinand Dudenhöffer erwartet, dass die europäische Automobilindustrie in diesem Jahr drei Millionen Fahrzeuge weniger verkauft. Dies entspräche der Produktion von zehn Autofabriken, sagte der Professor von der Universität Duisburg-Essen am Mittwoch dem Sender Phoenix. Nicht betroffen seien allerdings die deutschen Premium-Hersteller. Für das kommende Jahr befürchtet Dudenhöffer eine Fortsetzung des Negativtrends in der Autobranche. „2013 wird für die Weltwirtschaft und die Automobilbranche ein schwierigeres Jahr werden. Weltweit wird kein Wachstum mehr stattfinden und in Europa wird sich die Krise verfestigen.“ dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
Asmussen befürwortet Vetorecht des EU-Währungskommissars
Frankfurt/Main (dapd). EZB-Direktoriumsmitglied Jörg Asmussen unterstützt die Vorschläge von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) zur Reform der Eurozone. Die Eurostaaten müssten Souveränität teilen, „um den Stabilitätserfordernissen, die eine Währungsunion hat, Rechnung zu tragen“, sagte Asmussen dem Sender HR-Info. Er sprach sich für ein Vetorecht des EU-Währungskommissars gegen zu hohe Neuverschuldung von Mitgliedsstaaten aus. „Dann ist es eine gute Idee, dass der Währungskommissar das Budget zurückweisen kann“, sagte das deutsche Mitglied im Direktorium der Europäischen Zentralbank (EZB). Der Währungskommissar solle allerdings nur das Recht erhalten, einen Staatshaushalt in Gänze abzulehnen, sagte Asmussen weiter. „Wie man dieses Budget korrigiert, das bleibt in der Kompetenz des Mitgliedsstaates“, betonte er. Asmussen forderte bis Ende des Jahres einen Fahrplan vorzulegen, „wie soll Europa in den nächsten zehn Jahren aussehen“. Falls das nicht gelinge, laufe die Eurozone Gefahr, bei Investoren immer unattraktiver zu werden. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
Marine lässt Minenjagdboote in Wolgast reparieren
Wolgast (dapd). Die zur insolventen P+S Werften-Gruppe gehörende Peene-Werft in Wolgast hat einen Großauftrag der Deutschen Marine erhalten. Nach Angaben von Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) sollen am Peenestrom vier Minenjagdboote repariert werden. Die Spezialwerft habe sich in einer Ausschreibung durchgesetzt, sagte der Minister am Mittwoch. Das Auftragsvolumen soll sich auf fast zehn Millionen Euro belaufen. Ende Oktober läuft das Insolvenzausfallgeld für die rund 1.870 Beschäftigten der Peene-Werft und der Volkswerft Stralsund aus. Geplant ist eine Auffanggesellschaft. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
IG-Metall-Chef Huber fordert Milliarden-Konjunkturprogramm
Berlin (dapd). Der Vorsitzende der Industriegewerkschaft Metall, Berthold Huber, hat von der Bundesregierung ein milliardenschweres Konjunkturprogramm gefordert. Wir brauchen ein Krisenschutzprogramm mit den Schwerpunkten Energieeffizienz und Bildung“, sagte Huber der Bild“-Zeitung (Onlineausgabe). Die Kommunen sollten 100 Euro pro Einwohner für Kindertagesstätten, Schulen und Weiterbildung erhalten. Die Kosten hierfür bezifferte Huber auf 8,2 Milliarden Euro. Dies sei gut investiertes Geld in Deutschlands Zukunft. Der Bundesregierung warf er wirtschaftspolitisches Versagen vor. „Die Regierung sorgt nicht für Wachstum, sie hat einfach keine Ideen, sie wartet nur ab“, sagte Huber. Noch könne Deutschland den Wachstumsmotor mit öffentlichen und privaten Investitionen am Laufen halten. Breche die Krise jedoch voll aus, sei es dafür zu spät. (Das Huber-Intrerview: http://url.dapd.de/wp93md ) dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
Nokia will mit neuem Smartphone wieder an die Weltspitze
Berlin (dapd). Nachdem der finnische Handy-Hersteller Nokia zuletzt immer mehr Marktanteile eingebüßt hat, will er jetzt wieder im Spitzenbereich mitmischen. Der Konzern sei in vielen Bereichen sehr gut aufgestellt, sagte Vorstand Michael Halbherr dem „Tagesspiegel“. „Und um bei Smartphones wieder an die Weltspitze zu kommen, brauchen wir gute Produkte. Und die haben wir jetzt“, sagte Halbherr mit Blick auf das im November auf den deutschen Markt kommende Modell Lumia 920. Er räumte aber ein, dass Nokia in Deutschland noch ein Imageproblem habe. Nokia wolle zudem Weltmarktführer bei ortsbezogenen Daten sein, sagte Halbherr, der im Vorstand den Bereich Location and Commerce, verantwortet. Dafür müsse man überall sein, „aber nicht nur auf Nokia-Geräten“. Am Donnerstag will das Unternehmen seine Neun-Monats-Zahlen vorlegen. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
Regierung will Hilfsfonds für Banken verlängern
Berlin (dapd). Fristverlängerung für Deutschlands Banken: Die Institute sollen auch nach Ablauf dieses Jahres noch Hilfen aus dem staatlichen Rettungsfonds Soffin in Anspruch nehmen können. Das Bundeskabinett befasst dazu sich am Mittwoch mit einer Vorlage aus dem Finanzministerium. Damit wären Anträge auf Hilfe bis Ende 2014 möglich, wie es aus Regierungskreisen hieß. Nach bisheriger Gesetzeslage endet die Frist Ende 2012. Hintergrund der Verlängerung ist, dass eine europäische Lösung auf sich warten lässt. Der „Sonderfonds Finanzmarktstabilisierung“, kurz Soffin, war erstmals in der Finanzkrise 2008 eingerichtet worden. Bis Ende 2009 konnten angeschlagene Institute Unterstützung beantragen. Ende vergangenen Jahres brachte die Regierung dann vor dem Hintergrund der Krise im Euroraum die Reaktivierung des Fonds auf den Weg. Der Soffin kann den Banken Kredite in Höhe von maximal 80 Milliarden Euro zur Verfügung stellen sowie 400 Milliarden Euro an Garantien. Kopplung an Bankenabgabe Mit der Verlängerung sollen nun auch einige Veränderungen am Soffin beschlossen werden, wie es aus Regierungskreisen weiter hieß. Unter anderem ist vorgesehen, den Kreis der Antragsberechtigten zu verkleinern. Nur Institute, die die Bankenabgabe zahlen, sollen künftig Soffin-Hilfe bekommen können. Die Einnahmen aus der Bankenabgabe ab Inkrafttreten der neuen Regelungen sollen außerdem dazu benutzt werden, ein mögliches Minus bei der finalen Abrechnung des Fonds auszugleichen. Falls die Mittel dazu nicht reichen, könnten die Banken zur Zahlung einer Sonderabgabe verpflichtet werden. Endgültig aufgelöst werden soll der Fonds erst, nachdem der Bundestag dem zugestimmt hat. Schließlich ist noch vorgesehen, die Kompetenzen des sogenannten Soffin-Lenkungsausschusses zu erweitern. In dem Gremium sind das Finanz-, das Justiz- und das Wirtschaftsministerium vertreten. Außerdem entsenden das Kanzleramt und die Länder jeweils einen Vertreter. Europäische Lösung erst in einigen Jahren In Regierungskreisen hieß es zum Hintergrund der geplanten Soffin-Verlängerung, eine dramatische Lage im hiesigen Bankensektor sei zwar nicht abzusehen. Es sei aber notwendig, die Möglichkeiten zur Bankenrettung so lange beizubehalten, bis einheitliche europäische Regeln zur Restrukturierung von Geldinstituten fertig und einsatzbereit seien. Dies sei erst für 2015 zu erwarten. Die Kabinettsvorlage des Finanzministeriums ist eine sogenannte Formulierungshilfe für die Koalitionsfraktionen. Diese sollen den eigentlichen Gesetzentwurf im Bundestag einbringen. Aus Regierungskreisen hieß es, die erste Lesung im Parlament solle es möglichst noch im Oktober geben. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
EnergieArena 2012
Bad Salzuflen. Die EnergieArena ist der Knotenpunkt für Energie und Energieeffizienz während der FMB Zuliefermesse Maschinenbau vom 07. bis 09. November in Bad Salzuflen. Energie Impuls OWL organisiert die Fachveranstaltung in diesem Jahr bereits zum sechsten Mal. Im Zentrum der EnergieArena steht der eintägige Kongress „Chefsache Energieeffizienz“ am Donnerstag. Er setzt sich in zwei Blöcken intensiv mit der Stärkung und den Hemmnissen der Implementierung von Energieeffizienz-Entscheidungsprozessen in Unternehmen auseinander. Als Kongresspartner engagieren sich der Bundesverband der Energieabnehmer (VEA) und die Hardy Schmitz GmbH.
Guttenberg-Jäger Fischer-Lescano verteidigt Schavan
Köln (dapd-nrw). Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) bekommt Rückendeckung von Andreas Fischer-Lescano, der Anfang 2011 die Affäre um die Doktorarbeit des damaligen Verteidigungsministers Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) ins Rollen brachte. „Es gibt in der Doktorarbeit zwar durchaus sehr problematische Passagen“, sagte Fischer-Lescano dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ laut Vorabbericht. „Doch bleiben sie in der Summe und Qualität unter dem, was Gerichte bisher als Täuschung eingestuft haben.“ „Zwischen den Mängeln in Guttenbergs Doktorarbeit und der von Schavan liegen Welten“, fügte Fischer-Lescano hinzu und kritisierte die Universität Düsseldorf. „Dass im derzeitigen Verfahrensstand an der Universität ein Gutachten an die Presse gegeben wird, das die Betroffene nicht kennt, ist eine Verletzung fundamentaler Verfahrensrechte“, sagte er. Das Gutachten eines Wissenschaftlers der Universität wirft Schavan vor, in ihrer Doktorarbeit bewusst Textpassagen ohne korrekten Beleg von fremden Autoren übernommen zu haben. dapd (Politik/Politik)
Vorbildlicher Einsatz für regionale Kultur
Bielefeld. Sie sind sehr verschieden, doch sie haben eines gemeinsam: vorbildlichen Einsatz für kulturelle Vielfalt. Darum bekommen drei Unternehmen den OWL Kulturförderpreis 2012. Die Melitta-Gruppe wird für ihre langjährige, breit gefächerte Kulturförderung am Firmensitz Minden ausgezeichnet, die Hora – Holter Regelarmaturen GmbH & Co. KG aus Schloß Holte-Stukenbrock für ihr Engagement in der Konzertreihe Industrie trifft Kultur.
Deutschland und Schweden: Keine Hektik bei neuer Bankenaufsicht
Berlin (dapd). Kurz vor dem EU-Gipfel in Brüssel mahnen Deutschland und Schweden bei der geplanten Reform der Bankenaufsicht ein besonnenes Vorgehen an. „Qualität geht vor Schnelligkeit“, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Dienstagabend beim Besuch des schwedischen Ministerpräsidenten Fredrik Reinfeldt in Berlin. Das bedeute nicht, „dass wir nicht zügig arbeiten“.