Düsseldorf (dapd). Die Zuversicht unter den deutschen Führungskräften sinkt; gleichwohl ist die Stimmung hierzulande aber immer noch deutlich besser als in weiten Teilen der Welt. Dies zeigt eine weltweite Führungskräfteumfrage der internationalen Beratungsgesellschaft Warth & Klein Grant Thornton unter rund 3.000 Managern in 40 Volkswirtschaften, wie das „Handelsblatt“ berichtet. So äußerten sich sechs Prozent der deutschen Manager „sehr optimistisch“ für die nächsten zwölf Monate, 45 Prozent sind „leicht optimistisch“. Dem stehen 22 Prozent „leicht pessimistische“ und ein Prozent „sehr pessimistische“ Ausblicke gegenüber. Der aus dem Saldo der Optimisten und Pessimisten errechnete Indikator sank um 12 auf 28 Punkte im dritten Quartal. Der Stimmungsindex für den Euro-Raum sank um 13 Punkte auf minus 18. Besonders die negativen Ausblicke der spanischen, französischen und italienischen Führungskräfte belasten den Index. Hingegen verbesserte sich die Stimmung griechischer Manager. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
Unruhe bei ThyssenKrupp
Düsseldorf (dapd). Die Verwicklung von ThyssenKrupp in das Schienenkartell könnte ein Nachspiel für Konzernvorstand Edwin Eichler haben. Der Personalausschuss des Aufsichtsrates habe beschlossen, „eine gutachterliche Stellungnahme zur Rolle von Herrn Edwin Eichler im sogenannten Schienenkartell und zu einer möglichen rechtlichen Verantwortung einzuholen“, schreibt Aufsichtsratschef Gerhard Cromme in einem Brief an die Mitglieder des obersten Konzerngremiums. Das Schreiben liegt dem „Handelsblatt“ vor. Eichler, im Konzernvorstand für das Stahlgeschäft von ThyssenKrupp zuständig, sei zwar nicht persönlich an Kartellabsprachen beteiligt gewesen; er müsse sich aber vorwerfen lassen, dass er interne Hinweise auf ein Kartell auf dem deutschen Schienenmarkt nicht ernsthaft genug geprüft habe. In den Jahren 2004 und 2006 hatten Beschäftigte des Unternehmens von Absprachen berichtet. Die nachfolgenden internen Ermittlungen blieben aber folgenlos. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
Schavan sagt Indien-Reise ab
Berlin (dapd). Bildungsministerin Annette Schavan (CDU) hat eine für Anfang November geplante Reise nach Indien abgesagt. Ein Sprecher bestätigte der „Bild“-Zeitung: Die für den 2./3. November geplante „deutsch-indische Bildungskonferenz“ solle im Frühjahr 2013 im Rahmen der Regierungskonsultationen nachgeholt werden. Als Begründung für die Absage wurden „organisatorische Probleme“ angeführt. Die Bildungsministerin war letzte Woche durch ein vorab veröffentlichtes Gutachten der Uni Düsseldorf unter Druck geraten. Ein Gutachter hatte ihr vorgeworfen, Teile ihrer Doktorarbeit abgeschrieben zu haben. Schavan bestreitet die Vorwürfe. dapd (Politik/Politik)
CSU will die Zahl der Dicken senken
München (dapd). Die CSU will mit einem Vorsorgeprogramm die Zahl der schwergewichtigen Deutschen senken. „Wir müssen das jetzt angehen“, sagte der stellvertretende Unions-Fraktionschef Johannes Singhammer (CSU) der „Süddeutschen Zeitung“ (Dienstagsausgabe). Ansonsten stehe das Gesundheitssystem in 10 bis 20 Jahren vor dem Kollaps, ausgelöst durch zu viele dicke Menschen. Der Anstieg der Dickleibigkeit in den letzten Jahren sei beängstigend, sagte Sinhammer. Die derzeitig gute Finanzlage bei den Kassen und im Gesundheitsfonds will Singhammer nutzen, um gegen die Dickleibigkeit vorzugehen. „Das Verfassen von Papieren und gutes Reden reicht nicht aus. Wir müssen auch Geld in die Hand nehmen“, sagte der Abgeordnete. Im Präventionsgesetz solle deshalb eine Regelung enthalten sein, die durch Anreizprogramme gezieltes Abnehmen und gesündere Ernährung möglich machen soll. Denkbar sei es, als Belohnung für eine erfolgreiche Diät eine Beitragsminderung bei der Krankenkasse in Aussicht gestellt zu bekommen. dapd (Politik/Politik)
Bundeswehr nimmt Talibanführer fest
Berlin (dapd). Das „Kommando Spezialkräfte“ (KSK) der Bundeswehr hat einem Medienbericht zufolge einen der meistgesuchten Talibanführer Nord-Afghanistans festgenommen. Bei dem Festgenommenen handele es ich offenbar um den von den Taliban eingesetzten „Schatten-Gouverneur“ der Provinz Kundus, Mullah Abdul Rahman, wie die „Bild“-Zeitung berichtet. Der Zugriff erfolgte nach Informationen der Zeitung am Freitagabend. SK-Soldaten und afghanische Spezialkräfte landeten mit einem Hubschrauber nahe der Ortschaft Ghunday Kalay (Provinz Kundus), wo am vergangenen Freitag ein Treffen ranghoher Talibanführer stattfand. Dort hätten die deutschen Soldaten Rahman und mindestens eine weitere Person festnehmen können. Die beiden Festgenommenen wurden inzwischen von Masar-e-Sharif in die afghanische Hauptstadt Kabul geflogen und den dortigen Behörden übergeben. Der verteidigungspolitische Sprecher der Union, Ernst-Reinhard Beck (CDU), gratulierte dem „Kommando Spezialkräfte“ zu dem Einsatz. Zu „Bild“ sagte Beck: „Wir freuen uns , dass unsere Spezialkräfte nach intensiver Suche einen der gefährlichsten Taliban-Führer gefasst haben. Das ist ein großer Gewinn für die Sicherheit unserer Soldaten. Die Präsenz unserer Spezialkräfte zeigt nachhaltige Wirkung.“ dapd (Politik/Politik)
CDU-Außenexperte dringt auf mehr Blauhelme für Libanon
Osnabrück (dapd). Der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag, Ruprecht Polenz (CDU), hat zur Stabilisierung des Landes eine Aufstockung der Blauhelme im Libanon befürwortet. „Wenn der Libanon sich darum bemüht und es ein entsprechendes Mandat des Sicherheitsrates gibt, wäre es gut, mehr Blauhelme zu entsenden, um eine Eskalation der Gewalt zu verhindern“, sagte er der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. Polenz betonte, der UN-Sicherheitsrat solle sich mit der Situation im Libanon befassen. „Die libanesische Armee ist nicht stark genug, sich gegen die Hisbollah durchzusetzen“, sagte er. „Und bis zu 80.000 Flüchtlinge aus Syrien erhöhen den Druck auf die libanesische Regierung, denn die Flüchtlinge müssen versorgt werden.“ dapd (Politik/Politik)
Neue Debatte um den Kurs der CDU und Schwarz-Grün
Berlin (dapd). Nach dem Sieg von Fritz Kuhn (Grüne) bei der Oberbürgermeisterwahl in Stuttgart ist erneut eine Diskussion über mögliche Koalitionen von Union und Bündnis90/Die Grünen sowie um die künftige Ausrichtung der CDU entbrannt. Armin Laschet, CDU-Chef in Nordrhein-Westfalen wandte sich in der „Bild“-Zeitung gegen schwarz-grüne Gedankenspiele: „Den Grünen nachzulaufen, wäre der falsche Weg. Herr Kuhn war auch erfolgreich, weil er bürgerliche Werte betont hat. Die Grünen in Baden-Württemberg tarnen sich als Schwarze, deshalb muss die Union wieder mehr um bürgerliche Wähler kämpfen.“ Auch die Grünen-Fraktionschefin im Bundestag, Renate Künast, sieht kaum Gemeinsamkeiten zwischen Union und Grünen. Sie sagte der Zeitung: „Die Grünen sind nicht schwarz, sondern eine werteorientierte Partei. Wir wollen erhalten, was uns erhält. Und wir wissen, dass uns das nur gelingen kann, wenn wir eine Menge ändern. Das haben die Konservativen in der Union vergessen.“ Kuhn selbst sieht gar die Grünen als neue Partei des Bürgertums: „Die Grünen sind mit ihren Themen, zum Beispiel Ökologie, breit in das Bürgertum eingedrungen.“ Neue Politik in den Großstädten Laschet forderte von seiner Partei eine bürgernahe Politik in den Großstädten. Dazu brauche man auch mehr „Kümmerer“ vor Ort, sagte der CDU-Politiker der Zeitung „Die Welt“: „Klar ist: Die CDU ist auf Dauer nicht regierungsfähig, wenn sie nicht auch in den großen Städten stärkste politische Kraft ist – darum müssen wir kämpfen.“ Angesichts der Wahlniederlage der CDU in Stuttgart forderte der frühere Generalsekretär der CDU und Schlichter im Fall „Stuttgart 21“, Heiner Geißler, eine grundlegende Modernisierung der Partei. Der Kurs von Bundeskanzlerin und CDU-Parteichefin Angela Merkel sei zwar „absolut richtig“, aber: „Es gibt immer noch zu viele konservativ-neoliberale Kräfte, die altmodischen Positionen nachhängen. Mit einem antiquierten Familien- und Frauenbild, ständiger Kritik an der Energiewende und der europäischen politischen Einigung und einer marktradikalen Wirtschaftspolitik kann eine Volkspartei nicht erfolgreich sein“, sagte Geißler den „Ruhr Nachrichten“. Der Widerstand gegen Frauenquote und Mindestlohn müsse endlich beendet werden. Göring-Eckardt will enttäuschte CDU-Wähler Die Grünen-Politikerin Katrin Göring-Eckardt, die sich derzeit um das Amt der Spitzenkandidatin der Grünen für die Bundestagswahl bewirbt, sieht nach dem Erfolg der Grünen ihre Partei als politischen Repräsentanten des Bürgertums. „Wir sprechen in der ganzen Republik ein aufgeklärtes Bürgertum an, dem Bürgerrechte wichtig sind, das mitreden und mitbestimmen möchte und dem auch soziale Fragen und die Chancen der nächsten Generation und die Ökologie wichtig sind“, sagte Göring-Eckardt der „Rheinischen Post“. „Uns wählen inzwischen auch enttäuschte CDU-Wähler, die glaubwürdige und werteorientierte Politik wünschen.“ dapd (Politik/Politik)
Kampeter dementiert Wahlgeschenke
Passau (dapd). Steffen Kampeter (CDU), Parlamentarischer Staatssekretär im Finanzministerium, weist den Vorwurf von SPD-Chef Sigmar Gabriel zurück, mit der Einführung des Betreuungsgelds und der geplanten Senkung des Rentenbeitrags sei der solide Haushaltskurs und die Erfüllung der europäischen Schuldenbremse in Gefahr. Betreuungsgeld und Steuersenkung seien bereits gegenfinanziert, sagte Kampeter der „Passauer Neuen Presse. „Die Vorgaben der Schuldenbremse halten wir wie in den Vorjahren ein“, versicherte Kampeter, räumte aber ein, dass die Konjunktur sich abschwäche und die finanziellen Rahmenbedingungen sich ändern werden. Trotz derzeit sprudelnder Steuereinnahmen warnt er daher: „Geld, das nicht da ist, kann auch nicht für Wahlgeschenke oder anderen Unsinn ausgegeben werden.“ dapd (Politik/Politik)
Rente mit 67: VdK stärkt Gabriel den Rücken
Berlin (dapd). Der Sozialverband VdK unterstützt SPD-Chef Sigmar Gabriel in der neuen Diskussion über die Rente mit 67. Für eine Anhebung des Renteneintrittsalters müssten erst die Voraussetzungen geschaffen werden, sagte die Präsidentin des Verbandes, Ulrike Mascher, der Nachrichtenagentur dapd in Berlin. Ohne Weiterbildung und bessere betriebliche Gesundheitsvorsorge sei die Rente mit 67 nicht umsetzbar. „Das ist einfach in vielen Betrieben noch nicht erreicht“, sagte sie. Berufsgruppen, wie etwa Dachdecker, bei denen der Körper besonders belastet werde, müssten besonders berücksichtigt werden. Ältere Arbeitnehmer, die aufgrund von körperlichem Verschleiß nicht mehr in ihrem Beruf arbeiten könnten, sollten eine Umschulung erhalten. Dann könnten sie an einem anderen Arbeitsplatz weiter tätig sein. Dafür seien aber „große gesellschaftliche Anstrengungen“ notwendig, sagte Mascher. Auf den demografischen Wandel und damit einen erhöhten Bedarf an Fachkräften zu hoffen, sei der falsche Weg: „Darauf kann man sich nicht verlassen.“ SPD-Chef Sigmar Gabriel hatte zuvor Zweifel an der Anhebung des gesetzlichen Renteneintrittsalters geäußert, die auf den früheren SPD-Sozialminister und Parteichef Franz Müntefering zurückgeht. Gabriel stellte zugleich klar, dass er nicht gänzlich gegen die Rente mit 67 sei, die Job-Chancen älterer Arbeitnehmer aber zwingend besser werden müssten. Der VdK ist mit 1,6 Millionen Mitgliedern nach eigenen Angaben der größte Sozialverband in Deutschland. dapd (Politik/Politik)
BMW plant Produktionsstart in Brasilien für 2014
München (dapd). Der Autohersteller BMW strebt einen Produktionsbeginn im künftigen Werk im Süden Brasiliens im Jahr 2014 an. Die Investitionen dafür würden sich in den nächsten Jahren auf mehr als 200 Millionen Euro belaufen, teilte BMW am Montagabend in München mit. Am selben Tag war BMW-Vertriebsvorstand Ian Robertson mit der brasilianischen Präsidentin Dilma Rousseff in der Hauptstadt Brasilia zusammengetroffen. Geplant ist eine Produktionskapazität von rund 30.000 Fahrzeugen jährlich. Am neuen Produktionsstandort sollen mehr als 1.000 Arbeitsplätze entstehen, weitere sollen durch ein Lieferantennetzwerk hinzukommen. Die Verhandlungen mit der Lokalregierung des Staats Santa Catarina zur Ansiedelung der neuen Produktionsstätte in der Region Joinville seien bereits weit fortgeschritten. Das Unternehmen baut bereits seit 2010 am Standort Manaus im brasilianischen Staat Amazonas Motorräder. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)