Pharmafirmen und Kassen wollen Impfstoff-Engpass abwenden

Pharmafirmen und Kassen wollen Impfstoff-Engpass abwenden Berlin (dapd). Nach dem Rückruf von Grippeimpfstoffen haben Hersteller und Krankenkassen am Mittwoch Gespräche geführt, um drohende Engpässe abzuwenden. Bei den Treffen in Berlin sei auch über die generelle Versorgung Deutschlands mit Impfstoffen geredet worden, sagte ein Sprecher des Verbandes Forschender Arzneimittelhersteller (vfa). Wie die Nachrichtenagentur dapd erfuhr, nahmen Vertreter mehrerer Hersteller in jeweils 30 Minuten dauernden Gesprächen mit Kassenvertretern teil. Sie erörterten die Frage, wie viele Impfstoffdosen sie jeweils liefern können, nachdem die Impfstoffe Begripal und Fluad der Firma Novartis wegen möglicher unerwünschter Nebenwirkungen teilweise zurückgerufen worden waren. Auch zwei Mitarbeiter des für die Medikamentenzulassung zuständigen Paul-Ehrlich-Instituts (PEI) nahmen an den Gesprächen teil. Pharmaverband findet Rabattverträge zu unflexibel Unterdessen kritisierte der Pharmaverband vfa die Krankenkassen für ihre Exklusivverträge mit einzelnen Herstellern. Manche Kassen oder Zusammenschlüsse von Kassen schließen mit Pharmaunternehmen Verträge ab, in denen sie sich an bestimmte Impfstoffe binden und dafür einen Preisnachlass erhalten. Solche Verträge seien nicht geeignet für eine gute und flexible Versorgung der Bevölkerung mit Grippeimpfstoffen, erläuterte vfa-Hauptgeschäftsführerin Birgit Fischer. Weil der Impfstoff jedes Jahr neu zusammengesetzt werde, lege sich kein Produzent einen Vorrat an. Komme es dann zu Schwierigkeiten bei der Herstellungen, verhinderten Verträge den Rückgriff auf andere Präparate. In den vergangenen Wochen hatten Apotheker- und Ärzteverbände über einen Engpass berichtet. Vergangenen Donnerstag waren dann 750.000 Impfstoffdosen von Novartis zurückgerufen worden, zahlreiche waren bereits verabreicht worden. In Bayern, Hamburg und Schleswig-Holstein haben sich die Kassen exklusiv an Novartis gebunden. Besonders dort wurden Befürchtungen vor einem Engpass laut. dapd (Politik/Politik)

Wirtschaftsministerium hält Handel mit Handydaten für unzulässig

Wirtschaftsministerium hält Handel mit Handydaten für unzulässig Berlin (dapd). Der vom Mobilfunkbetreiber O2 geplante Handel mit den Standortdaten seiner Kunden stößt bei deutschen Behörden auf scharfe Ablehnung. Der Datenschutzbeauftragte Peter Schaar sprach am Mittwoch von einem gefährlichen Trend. Verbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) empfahl den Nutzern einen Anbieterwechsel. Das Bundeswirtschaftsministerium hält den Datenhandel sogar schlicht für unzulässig. Das spanische Unternehmen Telefónica, das in Deutschland das O2-Netz betreibt, will Informationen über die Aufenthaltsorte seiner Kunden für die Marktforschung anderer Unternehmen aufbereiten. Dazu arbeitet Telefónica mit dem Marktforscher GfK zusammen. Durch die neue Technik lässt sich genau erfassen, welche Kunden wie lange welche Geschäfte besuchen und vor welchem Schaufenster sie stehen bleiben. Diese Informationen werden dann mit Angaben über Alter und Geschlecht des Kunden gekoppelt, um Unternehmen aktuelle Marketingdaten verkaufen zu können. Solche Profile könnten für Handelshäuser interessant sein, die eine neue Filiale planen. Die Nutzer sollen dabei anonym bleiben, indem die Bewegungsdaten von Informationen wie Namen und Telefonnummern getrennt behandelt werden. Im Zweifel Anbieterwechsel Ein Sprecher von Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) sagte in Berlin, das Ministerium sei nach einer Prüfung des Telekommunikationsgesetzes zu dem Schluss gekommen, dass der Handel mit Standortdaten verboten sei. Es handele sich nicht um einen Dienst mit Zusatznutzen. Dies gelte auch für anonymisierte Daten. Das Ministerium gehe davon aus, „dass die Bundesnetzagentur entsprechende Schritte einleiten wird“. Verbraucherministerin Aigner sagte, es gebe für Kunden, die sich den Datenhandel nicht gefallen lassen wollten, „immer noch ein ganz einfaches Mittel: Anbieterwechsel.“ Sie fügte hinzu, was die Datenweitergabe angehe, gelte immer der Grundsatz der Einwilligung. Diese Einwilligung dürfe „nicht irgendwo in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen“ versteckt sein, sondern müsse separat erteilt werden. Nach Recherchen der ARD-„Tagesschau“ enthalten Handyverträge auf der O2-Webseite allerdings eine Einwilligungsklausel, mit der die Kunden die Nutzung ihrer Standortdaten erlauben. Standortdaten leicht abrufbar Der Datenschutzbeauftragte Schaar sprach in der „Berliner Zeitung“ von einer systematischen Verletzung der Privatsphäre. „Die Bildung von Bewegungsprofilen dürfte in der Zukunft immer mehr an Bedeutung gewinnen“, sagte Schaar voraus. „Durch die starke Verbreitung von Smartphones und anderen Geräten mit mobiler Internetanbindung wird es immer einfacher, Standortdaten zu erheben.“ Wohnort oder Arbeitsplatz des Gerätebesitzers könnten mittels Standortdaten bereits nach kurzer Zeit preisgegeben werden. Das O2-Projekt soll zunächst in Großbritannien starten, danach aber auch in Deutschland umgesetzt werden. Telefónica Deutschland war am Dienstag in Frankfurt am Main an die Börse gegangen. dapd (Politik/Politik)

Auf dem Arbeitsmarkt von morgen wird es für Unternehmen schwierig

Auf dem Arbeitsmarkt von morgen wird es für Unternehmen schwierig Nürmberg (dapd). Der vielfach beklagte Fachkräftemangel hat möglicherweise größere Dimensionen als bisher angenommen. Zu diesem Schluss kommt eine am Mittwoch in Nürnberg veröffentlichte Gemeinschaftsstudie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung und des Bundesinstituts für Berufsbildung. Demnach ist der Fachkräftemangel offenbar nicht nur ein Problem, das Berufe für Akademiker und Hochqualifizierte betrifft. Auch bei Jobs, die mittlere Qualifikationen voraussetzen, könnte es nach Ansicht der Arbeitsmarktforscher ab dem Jahr 2020 „vor allem im mittleren Qualifikationsbereich zu spürbaren Engpässen kommen“, heißt es in der Studie. Für junge Leute, die derzeit noch zur Schule gehen, heißt das: Sie sollten sich bei der Berufswahl noch genau als bisher überlegen, in welcher Branche sie ihre berufliche Zukunft suchen. Denn trotz des generellen Trends zur „Akademisierung“ der Arbeitswelt und rückläufiger Bewerberzahlen infolge des demografischen Wandels, zeigen sich große Unterschiede zwischen den einzelnen Tätigkeitsfeldern. Zwar wird der Studie zufolge die Bedeutung des Dienstleistungssektors für den Stellenmarkt in den nächsten 10 bis 15 Jahren insgesamt weiter zunehmen. Allerdings werde der Bedarf an Arbeitskräften voraussichtlich nicht in allen Dienstleistungsbranchen gleich stark steigen, betonen die Verfasser der Studie. Kaum Engpässe in der Gastronomie So sei zu erwarten, dass in den produktivitätsstarken Dienstleistungsbranchen wie Handel, Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen und Gebrauchsgütern künftig weniger Arbeitsstunden benötigt würden. Auch im Gastronomiebereich seien kaum Engpässe bei den Arbeitskräften zu erwarten. Zu dieser Einschätzung gelangen die Forscher, indem sie – anders als bei anderen einschlägigen Studien – nicht die künftig zu erwartende Zahl von Bewerbern mit den benötigten Stellen vergleichen. Vielmehr berechneten sie das zu erwartende Arbeitsvolumen in Stunden. Angebot und Nachfrage auf dem Arbeitsmarkt würden sich demnach aufgrund der genannten Faktoren bis 2030 zwar annähern, prognostizieren die Forscher. Trotzdem werde das Stundenpotenzial auf Arbeitnehmerseite mit rund 60 Milliarden Stunden auch zu diesem Zeitpunkt noch über der dann tatsächlich benötigten Arbeitskraft von 56 Milliarden Stunden liegen. Gute Jobchancen für die Berufseinsteiger von morgen zeichnen demnach vor allem im Gesundheits- und Sozialwesen ab, zu dem etwa Pflegeberufe oder der Erzieherberuf zählen. Hauptgrund hierfür sei neben der wachsenden Bedeutung der Kinderbetreuung die Alterung der Gesellschaft. Eine Ausbildung in einer dieser Berufsgruppen biete daher „auch auf längere Sicht sehr gute Beschäftigungschancen“, prognostizieren die Arbeitsmarktforscher. Unverändert schlechte Karten auf dem Arbeitsmarkt werden nach ihrer Einschätzung dagegen Geringqualifizierte haben. „Der Bedarf an Tätigkeiten, die keine abgeschlossene Berufsausbildung erfordern, wird weiter sinken“, warnen die Forscher. In Zukunft werde es somit „also noch schwieriger, ohne Abschluss einer beruflichen Ausbildung einen Arbeitsplatz zu finden“. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)

Opel-Mutter GM streicht 2.600 Jobs in Europa

Opel-Mutter GM streicht 2.600 Jobs in Europa Detroit/Rüsselsheim (dapd). Heimlich, still und leise hat der US-Autokonzern General Motors (GM) im laufenden Jahr mehrere Tausend Arbeitsplätze in Europa abgebaut. GM streiche im laufenden Jahr 2.600 Stellen bei der angeschlagenen Tochter Opel und der Schwestermarke Vauxhall, 2.300 Mitarbeiter hätten das Unternehmen bereits verlassen, teilte der Hersteller am Mittwoch in Rüsselsheim mit. GM hat 38.000 Mitarbeiter in Europa, davon etwa 20.000 in Deutschland. „Dieser Stellenabbau ist durch freiwillige Abfindungs- und Vorruhestandsangebote sowie durch natürliche Fluktuation geschehen“, hieß es in der Erklärung. Opel verbrennt seit Jahren Milliardenbeträge, die US-Mutter GM rechnet mit weiteren Milliardenverlusten mindestens bis „Mitte des Jahrzehnts“. GM bekräftigte auch seine Absicht, das Werk Bochum nach dem Auslaufen des derzeit dort gebauten Familienvans Zafira zu schließen. GM war unter anderem wegen immer höherer Verluste bei Opel der Gewinn eingebrochen. Im dritten Quartal fiel der Nettogewinn um zwölf Prozent auf 1,5 Milliarden Dollar (1,2 Milliarden Euro). GM verlor in den drei Monaten allein eine halbe Milliarde Dollar in Europa, wo die Sanierung des Verlustbringers Opel und Vauxhall nicht vorankommt. Lagerbestände werden zurückgefahren Als Teil der Sparpläne fährt Opel nun seine Lagerbestände beim Unternehmen und seinen Händlern kräftig zurück. Seit Februar wurden sie um 100.000 Fahrzeuge gesenkt. Bis Jahresende sind weitere 20.000 Einheiten weniger geplant. In diesem Jahr werden die Fixkosten voraussichtlich um rund 300 Millionen Dollar gesenkt. Eine Reduktion um weitere 500 Millionen Dollar ist für den Zeitraum 2013 bis 2015 angepeilt, wie es hieß. GM stellt sich aber trotz des Sparkurses auf weitere Jahre der Milliardenverluste bei Opel ein. Erst „Mitte des Jahrzehnts“ rechnet GM mit schwarzen Zahlen bei der Europatochter, wie aus dem am selben Tag in Detroit veröffentlichten Zwischenbericht hervorgeht. 2012 wird Opel 1,5 Milliarden Dollar verbrennen, 2013 nur leicht weniger. „Wir haben noch eine Menge Arbeit zu tun, vor allem in Europa“, erklärte GM-Finanzvorstand Dan Ammann. Aber auch im Kernmarkt Nordamerika ging der Profit auf 1,8 Milliarden Dollar vor Steuern zurück. Der weltweite Umsatz stieg um fast eine Milliarde auf 37,6 Milliarden Dollar. GM ringt zurzeit mit der IG Metall um den Sanierungsplan für Opel. Die Manager wollen das Werk in Bochum schließen und mehrere Tausend Arbeitsplätze abbauen. Opel produzierte im dritten Quartal nur noch 196.000 Autos nach 270.000 im Vorjahresquartal. Opel soll zusammen mit dem französischen Konkurrenten PSA Peugeot Citroën vier Fahrzeugmodelle entwickeln, um damit der Absatzkrise in Europa zu trotzen. Die ersten Autos der Allianz sollen bis Ende 2016 auf den Markt kommen. Es gilt als sicher, dass diese Zusammenarbeit Jobs bei Opel kosten wird. Unterdessen laufen die Verhandlungen zwischen IG Metall und Opel in Rüsselsheim weiter. Presseberichten zufolge geht es auch um Abfindungen für den freiwilligen Verzicht auf Jobs. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)

Verhandlungen mit Griechenland laut Schäuble noch nicht abgeschlossen

Verhandlungen mit Griechenland laut Schäuble noch nicht abgeschlossen Berlin (dapd). Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) erwartet keine Entscheidung über weitere Hilfen für Griechenland vor Mitte November. „Es sind beachtliche Fortschritte gemacht worden, aber es ist noch eine Menge an Arbeit zu leisten“, sagte Schäuble im Anschluss an eine Telefonkonferenz der Euro-Finanzminister am Mittwoch in Berlin. Spekulationen, die Verhandlungen zwischen der Regierung in Athen und der Troika aus Europäischer Kommission, Europäischer Zentralbank und Internationalem Währungsfonds (IWF) seien „quasi abgeschlossen, kann ich ihnen überhaupt nicht bestätigen“, sagte er. Nach Ansicht des Finanzministers wird kein abschließender Bericht über Griechenland vor dem 11. oder 12. November vorliegen. © 2012 AP. All rights reserved (Politik/Politik)

Steinbrück trägt fehlende Honorare nach

Steinbrück trägt fehlende Honorare nach Berlin (dapd). SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück hat nun auch formal alle Nebeneinkünfte aus Vertragshonoraren angegeben. Die zwei Angaben, die laut den Wirtschaftsprüfern fehlten, sind jetzt auf seiner Bundestagswebseite einzusehen. Die von ihm beauftragte Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Warth & Klein Grant Thornton AG hatte am Dienstag einen 20-seitigen Bericht veröffentlicht. Darin bemängelten sie, dass zwei Vorträge aus dem Jahr 2011 „nach Aktenlage nicht entsprechend den Verhaltensregeln für Mitglieder des Deutschen Bundestages angezeigt“ waren. Der Empfehlung, diese Anzeige nachzuholen, kam Steinbrück nun nach. Der Ex-Finanzminister hat den Angaben zufolge zwischen 2009 und 2012 insgesamt 89 Vorträge gegen Geld gehalten und damit rund 1,25 Millionen Euro verdient. In der gleichen Zeit habe er aber auch 237 unentgeltliche Vorträge gehalten. ( http://url.dapd.de/bX6dem ) dapd (Politik/Politik)

Grüne wollen die FDP bei der Mitgliederzahl überrunden

Grüne wollen die FDP bei der Mitgliederzahl überrunden Berlin (dapd). Die Grünen starten im Dezember eine Kampagne, um für das wichtige Wahljahr 2013 neue Mitglieder zu werben. Zentrales Ziel ist es, bis zum Sommer die FDP zu überrunden, sagte Bundesgeschäftsführerin Steffi Lemke am Mittwoch in Berlin. Die Grünen zählen aktuell 59.481 Mitglieder, die Freidemokraten 60.181. Beide Parteien hatten sich im vergangenen Jahr immer mehr angenähert: Die FDP hat schon 2011 im Zuge ihrer Personalquerelen und angesichts der Serie von Wahlschlappen mehrere tausend Mitglieder eingebüßt. Die Grünen hingegen haben im vergangenen Jahr tausende Mitglieder hinzugewonnen. Die FDP reagierte gelassen auf die Kampfansage der Grünen: „Je mehr Bürgerinnen und Bürger sich in demokratischen Parteien engagieren, desto besser. Die FDP scheut den Wettbewerb nicht“, sagte FDP-Generalsekretär Patrick Döring der Nachrichtenagentur dapd auf Anfrage. Grüne wollen „bestes Bundestagswahlergebnis aller Zeiten“ Auch über die Mitgliederkampagne hinaus haben die Grünen große Pläne: Die Partei wolle bei der Bundestagswahl im September „das beste Ergebnis aller Zeiten“ bei einer bundesweiten Wahl holen, sagte Lemke. Die bisherigen Rekordergebnisse haben die Grünen 2009 eingefahren. Bei der Europawahl waren es 12,1 Prozent, bei der Bundestagswahl 10,7 Prozent. Diese Latte hängt recht niedrig, denn alle Umfragen sehen die Grünen derzeit bei 12 bis 15 Prozent in der Wählergunst. Die FDP dümpelt dagegen seit Monaten unter der Fünf-Prozent-Marke. Zur Verfügung steht den Grünen ein Wahlkampfetat von 5,5 Millionen Euro, die großen Volksparteien können laut Lemke auf ein Vielfaches dieser Summe zurückgreifen. dapd (Politik/Politik)

Ringen um Vertrauen für Organspende

Ringen um Vertrauen für Organspende Frankfurt/Main (dapd). Die Bereitschaft zur Organspende nimmt deutlich ab. Im Oktober habe es einen Rückgang um rund 50 Prozent gegenüber den üblichen Spenderzahlen gegeben, sagte eine Sprecherin der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) am Mittwoch auf dapd-Anfrage in Frankfurt und bestätigte damit einen Bericht des Rundfunksenders NDR Info. Grund ist aus Sicht des DSO-Chefs Günter Kirste die Verunsicherung durch die jüngsten Transplantationsskandale. Am Donnerstag tritt die neue Organspende-Regelung in Kraft, nach der die Bürger regelmäßig schriftlich aufgefordert werden sollen, über ihre Spendenbereitschaft zu entscheiden. Gesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) warb um Vertrauen für die Organspende. Verunsicherte Bürger Die jüngsten Zahlen der DSO geben allerdings wenig Grund zur Hoffnung. Im Oktober hat es 59 Organspender gegeben, normalerweise liegt die Zahl deutlich über 100. Bereits die Monate Juli, August und September seien stark von den anhaltenden Manipulationsvorwürfen gegenüber einzelnen Transplantationszentren geprägt gewesen, sagte DSO-Chef Kirste der Nachrichtenagentur dapd. Es müsse nun alles dafür getan werden, um die Verdachtsfälle lückenlos aufzuklären und weiterem Missbrauch vorzubeugen, forderte er. In Göttingen und Regensburg soll ein Oberarzt Krankenakten manipuliert haben, um Patienten auf der Warteliste für Spenderorgane vorne zu platzieren. Auch aus einer Klinik in München wurden Unregelmäßigkeiten gemeldet. Die Staatsanwaltschaft ermittelt. Bahr will Vertrauen wieder herstellen Bahr räumte ein, die jüngsten Manipulationsskandale hätten das Vertrauen in Deutschlands Organspendensystem massiv beschädigt. Darauf habe die Politik aber richtig reagiert, nämlich mit einer stärkeren staatlichen Kontrolle bei der Organspendenvergabe, sagte der Gesundheitsminister dem Rundfunksender rbb-Inforadio. Er appellierte an die Bundesbürger, sich mit ihrer Bereitschaft zur Organspende noch einmal auseinanderzusetzen. „Niemand soll gezwungen werden zu einer Entscheidung. Aber es ist auch klar: Jeder, der sich zu Lebzeiten für eine Organspende entscheidet, entlastet seine Angehörigen“, sagte er. Die Organspende biete die Möglichkeit, jemand anderem eine zweite Lebenschance geben, sagte der FDP-Politiker weiter. „Das ist ein Akt der Nächstenliebe, der zwar kein Zwang sein kann, aber für den es eine Menge guter Argumente gibt.“ Auch Unionsfraktionschef Volker Kauder (CDU) machte sich für die neue Regelung stark. „Die Entscheidung über eine Organspende ist eine höchstpersönliche Angelegenheit“, sagte er. Eine weitergreifende Regelung, wonach sich die Bürger für oder gegen die Organspende entscheiden müssen, lehnt der CDU-Politiker deshalb ab. dapd (Politik/Politik)

Obama für Deutsche erste Wahl

Obama für Deutsche erste Wahl Hamburg (dapd). Eine große Mehrheit der Deutschen würde US-Präsident Barack Obama die Stimme geben, wenn sie an der Präsidentschaftswahl teilnehmen könnten. In einer am Mittwoch veröffentlichten Umfrage des Meinungsforschungsinstitut YouGov im Auftrag von „Zeit online“ kam Obama auf 85 Prozent. Sein Herausforderer Mitt Romney würde nur 4 Prozent der Stimmen erhalten. 60 Prozent der Befragten werteten Obamas bisherige Politik als überwiegend positiv. Lediglich 4 Prozent ziehen eine überwiegend negative Bilanz, 33 Prozent haben keine Meinung. Von der Wiederwahl Obamas sind 76 Prozent der Deutschen überzeugt. Nur acht Prozent räumen Romney die besseren Chancen ein. YouGov befragte vom 29. bis 31. Oktober 1.051 Bundesbürger. dapd (Politik/Politik)

Advent hat große Pläne mit Douglas

Advent hat große Pläne mit Douglas Frankfurt/Main (dapd). Der US-Finanzinvestor Advent und die Gründerfamilie Kreke haben große Pläne für die zuletzt schwächelnde Handelskette Douglas. Bei einem Erfolg ihres Übernahmeangebots wollen sie vor allem das Wachstum der Douglas-Parfümerien und der Schmucksparte Christ im In- und Ausland vorantreiben. Das geht aus den am Mittwoch veröffentlichten Angebotsunterlagen hervor. Wachstumspotenziale sehen die Besitzer nicht zuletzt in den Märkten Südamerikas und Asiens. Außerdem wollen die Investoren die gezielte Verzahnung von stationärem Handel mit E-Commerce-Angeboten vorantreiben. Die Geschäfte der Textilkette ApprelrathCüpper und der Süßwarenkette Hussel spielen in den Planungen dagegen offenbar eine untergeordnete Rolle. Sie sollten „ertragsorientiert fortgesetzt werden“, heißt es lediglich. Weiterführen wollen die Investoren demnach auch die bereits eingeleitete Restrukturierung und strategische Neuausrichtung der kränkelnden Buchsparte Thalia. Beruhigende Botschaften enthält das Übernahmeangebot für die Douglas-Beschäftigten. Die Investoren beabsichtigen demnach nicht, Arbeitsverhältnisse mit Mitarbeitern der Douglas-Gruppe aufgrund der Übernahme „zu kündigen oder deren Beschäftigungsbedingungen zu ändern“. Insgesamt bewertet das Übernahmeangebot Douglas mit 1,5 Milliarden Euro. Durch Verkaufszusagen der Familie Kreke sowie der Großaktionäre Oetker und Müller haben sich die Investoren nach eigenen Angaben bereits den Zugriff auf 50,5 Prozent des Grundkapitals gesichert. Doch kommt die Übernahme nur zustande, wenn sich die Investoren mindestens 75 Prozent der Anteile sichern können. Douglas-Aktionäre können den Bietern ab sofort ihre Aktien zum Preis von 38 Euro in bar andienen. Die Annahmefrist endet am 4. Dezember, die erweiterte Annahmefrist voraussichtlich am 21. Dezember. Der Angebotspreis von 38 Euro pro Aktie entspricht laut Advent einer Prämie von 41,6 Prozent auf den Durchschnittskurs vor Aufkommen der Übernahmegerüchte am 11. Januar. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)

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