Wiesbaden (dapd). Die Reallöhne in Deutschland haben im dritten Quartal 2012 noch einmal zugelegt. Im Jahresvergleich stieg der Bruttomonatsverdienst aller Beschäftigten um durchschnittlich 1,0 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Freitag mitteilte. Die Nominallöhne erhöhten sich in diesem Zeitraum demnach um 3,0 Prozent, die Verbraucherpreise stiegen um 1,9 Prozent. Die Reallöhne sanken damit bereits seit elf Quartalen in Folge nicht mehr. Die Bruttoverdienste stiegen laut Nominallohnindex von 2007 bis 2011 durchschnittlich um 9,4 Prozent. Voll- und Teilzeitbeschäftigte konnten in dieser Zeit mit Lohnzuwächsen von 9,3 und 10,3 Prozent die um 6,6 Prozent gestiegenen Verbraucherpreise kompensieren. Der Verdienstzuwachs der geringfügig Beschäftigten von 6,0 Prozent glich die gestiegenen Lebenshaltungskosten dagegen nicht aus. Im Schnitt verdienten Vollzeitbeschäftigte in Deutschland im dritten Quartal 2012 ohne Sonderzahlungen 3.404 Euro brutto im Monat. Bis 2012 berücksichtigen die Statistiker in der Erhebung der Lohnindizes ausschließlich Vollzeitbeschäftigte. Die neuen Indizes berücksichtigen zusätzlich die Gehälter von teilzeit- und geringfügig beschäftigten Arbeitnehmern. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
Kristinas Schröders Ärger mit das liebe Gott
Berlin (dapd). Damit dürfte Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) weiß Gott nicht gerechnet haben: Mit einer Interviewäußerung in der aktuellen Ausgabe der Wochenzeitung „Die Zeit“ hat die 35-Jährige einen Sturm der Entrüstung in den eigenen Reihen ausgelöst. Im dem Interview hatte sie auf die Frage, wie sie ihrer einjährigen Tochter Lotte erkläre, dass es „der liebe Gott“ heiße, geantwortet: „Der Artikel hat nichts zu bedeuten. Man könnte auch sagen: Das liebe Gott.“ Politiker der Union reagierten nun entsetzt. Bayerns Sozialministerin Christine Haderthauer (CSU) sagte der „Bild“-Zeitung (Freitagausgabe): „Dieser verkopfte Quatsch macht mich sprachlos.“ Sie finde „es traurig, wenn unseren Kindern aus lauter Unsicherheit vor Political Correctness die starken Bilder genommen werden, die für ihre Fantasie so wichtig sind.“ Unerschütterlich im tradierten Glauben zeigte sich in dem Blatt auch die CDU-Politikerin Katherina Reiche. „Der liebe Gott bleibt der liebe Gott“, sagte die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesumweltministerium. Ins Politische rückte der CSU-Innenexperte Stephan Mayer die Kritik an Schröder. „Anstatt immer wieder völlig sinnlose Debatten anzuzetteln, sollte die Ministerin einfach mal ihre Arbeit machen.“ Schröder selbst scheint über die heftigen Reaktionen ihrer Unions-Kollegen überrascht zu sein. Der „Bild“-Zeitung sagte sie: „Bei meiner Antwort habe ich vielleicht zu sehr an das kleine Mädchen gedacht und nicht an die vielen Erwachsenen, die über meine Worte stolpern.“ dapd (Politik/Politik)
Klöckner Co veräußert Osteuropageschäft
Duisburg (dapd). Der mit roten Zahlen kämpfende Stahlhändler Klöckner & Co verkauft sein komplettes Osteuropageschäft. Der Konzern teilte am Freitag in Duisburg mit, in einer ersten Transaktionsphase seien die Aktivitäten in Tschechien, Bulgarien und Rumänien abgegeben worden. Mit der Trennung von den verbleibenden Aktivitäten in Polen und Litauen werde im ersten Quartal 2013 gerechnet. Klöckner-Chef Gisbert Rühl sagte: „Wir kommen mit der Umsetzung unseres Restrukturierungsprogramms, bei dem insgesamt 60 Standorte geschlossen oder verkauft und 1.800 Mitarbeiter abgebaut werden, schneller voran als erwartet.“ Der Verkauf des Osteuropageschäfts sei dabei ein wichtiger Meilenstein. Insgesamt erzielte Klöckner & Co in Osteuropa zuletzt an 14 Standorten mit 255 Mitarbeitern einen Jahresumsatz von etwa 100 Millionen Euro. Käufer sind lokale Wettbewerber, die die Aktivitäten selbstständig fortführen werden. Zum Kaufpreis machte der Konzern keine Angaben. Der Verkauf steht zum Teil noch unter dem Vorbehalt der Genehmigung durch die Kartellbehörden. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
Finanzministerium rechnet mit nur kurzer Wachstumsdelle
Berlin (dapd). Die Abkühlung der deutschen Konjunktur im Winter wird nach Einschätzung des Bundesfinanzministeriums nur vorübergehend sein, aber dennoch das Wachstum im kommenden Jahr dämpfen. Für eine nur temporäre Schwächephase spreche etwa, dass sich die mit dem Ifo-Index ermittelten Geschäftserwartungen der Firmen zum dritten Mal in Folge verbessert hätten, schrieb das Ministerium in seinem am Freitag in Berlin veröffentlichten Monatsbericht. Auch andere Indikatoren zeigten überraschend eine positive Tendenz. „Damit bestehen gute Chancen, dass nach der Konjunkturdelle im Winterhalbjahr die wirtschaftlichen Auftriebskräfte wieder stärker werden“, hieß es in dem Bericht. Die aktuellen Konjunkturdaten signalisierten aber „einen ungünstigen Einstieg“ der deutschen Wirtschaft in das Schlussquartal 2012. So sei die Aktivität der Industrie sei wegen der geringeren Auslandsnachfrage gesunken. „Die Abwärtstendenz der vorlaufenden Stimmungsindikatoren beziehungsweise deren niedriges Niveau deuten auf eine konjunkturelle Abkühlung im Winterhalbjahr hin, die das für das Jahr 2013 zu erwartende Wirtschaftswachstum dämpfen wird“, schrieb das Ministerium. Mehrere Wirtschaftsinstitute hatten zuletzt eine Konjunkturschwäche für das vierte Quartal vorhergesagt und ihre Erwartungen für das kommende Jahr zurückgenommen. Die Bundesregierung hat bislang ein Wachstum von einem Prozent für 2013 prognostiziert. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
Schuldenkrise drückt vor Weihnachten auf die Kauflaune
Nürnberg (dapd). Die Schuldenkrise in Europa hat den Deutschen kurz vor Weihnachten die Lust am Einkaufen etwas verdorben. Die Verbraucher seien zunehmend verunsichert und blickten skeptischer auf die weitere konjunkturelle Entwicklung, erklärte der Nürnberger Marktforscher GfK in seiner am Freitag veröffentlichten Konsumklimastudie für Dezember. Dies wirke sich auch auf die Kauflaune aus, die auf den schlechtesten Wert seit Mai 2010 sank. Nach drei Monaten mit moderaten Zuwächsen büßte der Index der Konjunkturerwartung im Dezember laut GfK 3,3 auf minus 17,9 Punkte ein und liegt damit 17 Punkte unter seinem Vorjahreswert. Die Verbraucher gehen nach Einschätzung von Studienautor Rolf Bürkl davon aus, dass die deutsche Wirtschaft in den kommenden Monaten eine „schwierige Phase“ durchleben wird, nachdem einige Länder der Eurozone bereits in eine Rezession gerutscht sind. Das schlägt sich auch auf die Kaufbereitschaft nieder: Die Menschen sind derzeit etwas zurückhaltender beim Geldausgaben für langlebige oder werthaltige Konsumgüter, wie Bürkl erklärte. Entsprechend verlor der Index der Anschaffungsneigung zum zweiten Mal in Folge und liegt jetzt mit 20,1 Punkten um 9,3 Zähler unter dem Vormonatswert und um 7,3 Zähler unter seinem Vorjahreswert. Das ist laut GfK der niedrigste Stand seit Mai 2010. Ungeachtet dessen erwarten die Menschen wegen der nach wie vor robusten Lage am Arbeitsmarkt eine Verbesserung ihrer persönlichen Einkommensverhältnisse. Der entsprechende Index kletterte nach starken Verlusten im Vormonat um 3,4 auf 21,2 Punkte, liegt damit aber immer noch deutlich unter seinem Vorjahreswert von 34 Punkten. Bürkl spricht dennoch von einem guten Niveau des Indikators. Es lasse darauf schließen, dass die Bürger in den kommenden Monaten mit Einkommenssteigerungen über der Inflationsrate rechneten – vorausgesetzt, die Beschäftigungslage entwickle sich wie erwartet gut. Für den Konsumklimaindex, der sich aus den drei Teilindikatoren Konjunkturerwartung, Einkommenserwartung und Anschaffungsneigung zusammensetzt, erwartet die GfK für Januar den dritten Rückgang in Folge auf 5,6 Zähler. Das wäre das Niveau von Dezember 2011. Für Dezember 2012 revidierte sie den Wert von 5,9 auf 5,8 Punkte. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
Hornbach-Gewinn bricht ein
Neustadt an der Weinstraße (dapd). Die Baumarktkette Hornbach steigert zwar ihre Umsätze, verdient aber deutlich weniger. Das Betriebsergebnis (Ebit) verringerte sich in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um fast zehn Prozent auf 173 Millionen Euro, wie die Hornbach Holding am Freitag im pfälzischen Neustadt an der Weinstraße mitteilte. Die Umsätze legten dagegen in den ersten drei Quartalen des laufenden Geschäftsjahres leicht zu. Von März bis November steigerte die Hornbach-Gruppe ihre Erlöse laut Mitteilung um ein Prozent auf 2,6 Milliarden Euro. Hornbach betreibt 138 Bau- und Gartenmärkte, 92 davon in Deutschland. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
BEUMER für ethisch nachhaltiges Handeln ausgezeichnet
Beckum. Im Rahmen einer Benefiz-Veranstaltung im Jüdischen Museum in Berlin hat der ehemalige „Tagesthemen“-Moderator, Journalist und Buchautor Ulrich Wickert dem geschäftsführenden Gesellschafter und Vorsitzenden der Geschäftsführung der BEUMER Group, Dr. Christoph Beumer, die Urkunde der Wirtschaftsinitiative „Ethics in Business“ überreicht.
Loch in den Staatskassen verkleinert sich dank guter Konjunktur
Wiesbaden (dapd). Das Loch in den Staatskassen verkleinert sich – dank der guten Konjunktur und sprudelnder Steuerquellen. Das Defizit sank in den ersten drei Quartalen 2012 auf 21,6 Milliarden Euro, wie das Statistische Bundesamt am Freitag auf der Basis vorläufiger Ergebnisse mitteilte. Damit lag das Finanzierungsdefizit um 12,3 Milliarden Euro unter dem Wert der ersten drei Quartale 2011. Erfasst wird der öffentliche Gesamthaushalt – also die Kern- und Extrahaushalte des Bundes, der Länder, der Gemeinden und Gemeindeverbände und der Sozialversicherung sowie EU-Anteile. Die öffentlichen Einnahmen erhöhten sich den Angaben zufolge im Zeitraum Januar bis Ende September 2012 um 2,1 Prozent auf 853,2 Milliarden Euro. Sie lagen damit um 17,9 Milliarden Euro über den Einnahmen des Vorjahreszeitraums. Hauptgrund waren die erneut gestiegenen Steuereinnahmen. Die öffentlichen Ausgaben stiegen um 0,6 Prozent auf 874,5 Milliarden Euro. Insgesamt waren sie rund 5,5 Milliarden Euro höher als im entsprechenden Vorjahreszeitraum. dapd (Politik/Politik)
Asmussen will Frage nach einem Schuldenschnitt für Zypern erst später stellen
Berlin (dapd). Ein Schuldenerlass für das angeschlagene Zypern ist aus Sicht des deutschen Direktoriumsmitglieds der Europäischen Zentralbank, Jörg Asmussen, derzeit kein Thema. „Die Frage nach einem Schuldenschnitt für Zypern stellt sich jetzt nicht“, sagte Asmussen am Freitag im ARD-„Morgenmagazin“. Der Finanzbedarf für das Land sei momentan noch unklar. „Wir werden die endgültigen Zahlen erst Mitte Januar haben“, erklärte Asmussen. Es sei aber absehbar, dass der Schuldenstand Zyperns nicht tragbar sein werde. „Dann wird man sich alle Maßnahmen angucken müssen, um den Schuldenstand tragfähig zu machen“, sagte er. Die US-Ratingagentur Standard & Poor’s hat die Kreditwürdigkeit Griechenlands um zwei Stufen auf „CCC+“ gesenkt. Der Internationale Währungsfonds (IWF) verlangt laut Presseberichten einen Schuldenschnitt für Zypern und setzt damit die Euroländer bei den Verhandlungen über ein Hilfspaket für das Land unter Druck. Gegner eines Schuldenerlasses befürchten, dass ein solcher Schritt der Glaubwürdigkeit der Eurozone schaden könnte. Der Forderungsverzicht der privaten Gläubiger für Griechenland sollte demnach ein Einzelfall bleiben. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
IHK-Vollversammlung beschließt Beitragserstattung
Detmold. Zu ihrer abschließenden Sitzung traf sich jetzt die Vollversammlung der Industrie- und Handelskammer Lippe zu Detmold (IHK Lippe). Nach der Neuwahl werden ihr ab dem kommenden Jahr 19 neue Mitglieder angehören. Den ausscheidenden Mitgliedern dankte IHK-Präsident Ernst-Michael Hasse für ihr großes Engagement für die lippische Wirtschaft.