Beim HWM Update 2026 in Osnabrück stand die digitale Transformation von Hochschulen und Wissenschaftseinrichtungen im Mittelpunkt. Die Veranstaltung der Hochschule Osnabrück machte deutlich: Neue Technik allein verbessert noch keine Prozesse. Entscheidend sind eine klare Strategie, die Beteiligung der Beschäftigten und ein erkennbarer Nutzen für die Organisation.
Digitalisierung verändert Strukturen und Kultur
Digitalisierung betrifft nicht nur Lehr- und Forschungsprozesse. Sie verändert ebenso Verwaltungsabläufe, Organisationsstrukturen und die Zusammenarbeit innerhalb von Hochschulen. Das HWM Update 2026 griff diese Entwicklung mit Plenarvorträgen und Workshops auf.
Diskutiert wurden unter anderem die Möglichkeiten eines strukturierten Datenmanagements, der Umgang mit dem Fachkräftemangel sowie der Einsatz von Künstlicher Intelligenz und digitalen Werkzeugen für das Prozessmanagement. Die Teilnehmenden beschäftigten sich dabei nicht nur mit technischen Lösungen, sondern auch mit den organisatorischen Voraussetzungen für deren erfolgreichen Einsatz.
Tanja Hagedorn, Organisationsentwicklerin, warnte davor, Digitalisierung als Selbstzweck zu betrachten. „Es geht nicht darum, Tools einzuführen, sondern darum, die Arbeit für alle Beteiligten besser zu machen. Sonst verlieren wir den Fokus auf das Wesentliche: die Menschen.“
Beteiligung entscheidet über den Erfolg
Ein Schwerpunkt der Veranstaltung lag auf der Einbindung der späteren Nutzerinnen und Nutzer. Prof. Dr. Stefan Landwehr, Kanzler der Fachhochschule Erfurt, sieht darin eine wesentliche Voraussetzung für erfolgreiche Digitalisierungsprojekte. Ohne Beteiligung könnten selbst leistungsfähige Anwendungen an den Anforderungen der Praxis vorbeigehen.
Hochschulen müssen dabei unterschiedliche Perspektiven zusammenführen. Lehrende, Wissenschaft, Verwaltung und Studierende arbeiten mit verschiedenen Anforderungen und Abläufen. Gemeinsame Entwicklungsprozesse können dazu beitragen, digitale Lösungen stärker an der tatsächlichen Arbeit auszurichten.
Der Erfolg hängt nach Einschätzung der Fachleute deshalb weniger von einzelnen Technologien als von deren Einführung und Nutzung ab. Neben der technischen Umsetzung benötigen Hochschulen klare Verantwortlichkeiten, abgestimmte Ziele und ausreichend Zeit für organisatorische Veränderungen.
HWM Update 2026 in Osnabrück als Austauschplattform
Timo Garbe, Leiter des Zentrums für Digitalisierung und Prozessmanagement an der Fachhochschule Erfurt, beschrieb Digitalisierung als dauerhafte Aufgabe. Organisationen könnten den Wandel nicht mit einem einzelnen Projekt abschließen. Vielmehr müssten Prozesse regelmäßig überprüft und an neue Anforderungen angepasst werden.
Das Kompetenzzentrum für Hochschul- und Wissenschaftsmanagement der Hochschule Osnabrück organisiert das HWM Update als Plattform für den fachlichen Austausch. Es begleitet seit mehr als 20 Jahren Fach- und Führungskräfte aus Hochschulen und wissenschaftlichen Einrichtungen.
Das Weiterbildungsangebot reicht von Zertifikatsprogrammen bis zu einem berufsbegleitenden MBA. Im Mittelpunkt stehen praxistaugliche Ansätze für Hochschulmanagement, Organisationsentwicklung und Digitalisierung.
Unternehmens-/Veranstalterlink:
www.hs-osnabrueck.de
