Berlin (dapd). Es klingt fast schon flehend: Der Spitzenkandidat der FDP für die niedersächsische Landtagswahl, Stefan Birkner, drängt seine Parteikollegen, die Führungsdebatte umgehend zu beenden. Er hoffe, dass die parteiinternen Kritiker von FDP-Chef Philipp Rösler zur Vernunft kämen und auf „alle störenden Beigeräusche“ verzichteten, sagte Birkner am Montag der dapd Nachrichtenagentur in Hannover. Führende FDP-Politiker pflichteten dem niedersächsischen Umweltminister bei. „Wir führen jetzt keine Personaldiskussionen mehr“, versicherte FDP-Fraktionschef Rainer Brüderle in der „Passauer Neuen Presse“. In den Fokus der Kritik gerät zunehmend Bundesentwicklungsminister Dirk Niebel (FDP). Niedersachsen wählt am 20. Januar ein neues Landesparlament. Die derzeitige Regierungspartei FDP muss den Umfragen der vergangenen Monate zufolge um den Wiedereinzug in den Landtag fürchten. Die Wahl gilt auch als entscheidend für das politische Schicksal Röslers. Beim traditionellen Dreikönigstreffen der FDP in Stuttgart am Sonntag hatte Entwicklungsminister Dirk Niebel (FDP) mit seiner Rede die Führungsdebatte in der Partei weiter angeheizt. Er forderte einen vorgezogenen Parteitag, um eine neue Mannschaftsaufstellung zu wählen. Birkner wollte das Auftreten Niebels „nicht weiter kommentieren“. Er sagte aber: „Alles, was den Eindruck macht, dass man sich nur mit sich selbst beschäftigt, lenkt nur ab von der Niedersachsen-Wahl“. Im Wahlkampfendspurt erwarte er „von allen, auch den Bundespolitikern, dass uns hier der Raum bleibt, die Themen in den Vordergrund zu stellen“. Leutheusser-Schnarrenberger wettert gegen Niebel Bundesjustizministerin und FDP-Vize Sabine Leutheusser-Schnarrenberger kritisierte Niebel scharf. Im Bayerischen Rundfunk sagte sie, in der Politik zähle, was am besten für die Bürger sei, „und nicht, dass man seine Selbstbefindlichkeit darlegt“. Eine solche Ausbreitung des Seelenlebens nach Außen beschädige die Partei. Auch FDP-Generalsekretär Patrick Döring machte im ZDF deutlich, die FDP sei keine Therapiegruppe. Der Entwicklungsminister selbst startete am Montag eine einwöchige Indonesien-Reise. Fraktionschef Brüderle mahnte, es komme darauf an, alle Kräfte darauf zu konzentrieren, dass die FDP in Niedersachsen gut abschneide. „Dann haben wir die besten Chancen. Wir sollten sie nicht aufs Spiel setzen“, sagte Brüderle. Eine Entscheidung über einen vorgezogenen Parteitag der FDP stehe nicht an. Auch Döring will an dem geplanten Termin im Mai festhalten. Dieser sei vom Parteivorstand „nicht mit Dartpfeilen auf den Kalender geworfen“ worden, sagte er. FDP-Vize Martin Lindner sagte, keinen Menschen interessiere es, wann ein Parteitag der FDP stattfindet. „Es interessiert, was die FDP vertritt“, betonte Lindner im rbb-Inforadio. FDP-Vize Holger Zastrow sagte auf dapd-Anfrage in Dresden: „Ich gehe davon aus, dass jetzt alle zwei Wochen lang einfach Mal die Klappe halten, damit Stefan Birkner und die niedersächsische FDP endlich die Chance bekommen, die Erfolge ihrer schwarz-gelben Regierung auf Landesebene darzustellen.“ Niedersachsen-Wahl als Fixpunkt Das politische Schicksal von Parteichef Philipp Rösler blieb trotz Unterstützungs-Bekundungen aus der Bundestagsfraktion ungewiss. Döring antwortete auf die Frage, ob der Bundeswirtschaftsminister Vorsitzender bleiben könne, wenn die FDP in Niedersachsen unter fünf Prozent oder knapp darüber bleibe, man müsse „sich auch hier unabhängig machen von den demoskopischen Vorhersagen“. Der Parlamentarische Geschäftsführer der FDP-Bundestagsfraktion, Otto Fricke, nahm Rösler im Deutschlandfunk gegen Kritik in Schutz. Wenn das Ergebnis bei der Landtagswahl in Niedersachsen am 20. Januar stimme, „dann verstummt die Kritik“. Er glaube, dass Rösler der richtige Mann an der FDP-Spitze sei. Fraktionsvize Volker Wissing ergänzte auf dapd-Anfrage, Rösler werde „weiterhin eine zentrale Rolle bei der FDP spielen. Er ist klug und leistet sehr viel für die Partei“. „Stützen oder stürzen“ Unterdessen riefen führende Politiker der Union die FDP auf, ihre parteiinternen Querelen zu beenden. CSU-Chef Horst Seehofer forderte im oberbayerischen Wildbad Kreuth die FDP auf, durch eine „Beendigung der Selbstbeschäftigung“ einen Beitrag dazu zu leisten, dass die schwarz-gelbe Koalition nach der Bundestagswahl fortgesetzt werden kann. Leihstimmen der Union für die angeschlagene FDP lehnte er strikt ab. Der CDU-Bundestagsabgeordnete Wolfgang Bosbach betonte in der „Mitteldeutschen Zeitung“: „Es gilt auch für die FDP das alte Prinzip: Entweder muss man einen Parteivorsitzenden stützen. Oder man muss ihn stürzen.“ CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt sagte in Wildbad Kreuth, auch „Desperados“ wie Niebel sollten einsehen, dass die Zeit der Solokämpfe in der FDP vorbei sein müsse. „Wenn die nicht bald zu mehr Synchronschwimmen kommen, dann wird bei der FDP in der Badewanne das Wasser eng“, sagte Dobrindt. dapd (Politik/Politik)
Peer-Michael Preß
Da musste man ja nicht einmal zwischen den Zeilen lesen
Berlin (dapd-nrd). Die Trennung der Eheleute Wulff hat den Biografen des früheren Bundespräsidenten, Armin Fuhrer, nicht überrascht. Bettina Wulff habe etwa in ihrer im September erschienenen Biografie einen Schlussstrich „ungewöhnlich deutlich vorangekündigt“, sagte der Autor Armin Fuhrer am Montag der Nachrichtenagentur dapd. „Da musste man ja nicht einmal zwischen den Zeilen lesen“. In dem Buch habe sie ihren Mann Christian sehr deutlich kritisiert sowie vom Besuch bei einem Paar-Therapeuten berichtet. Der frühere Bundespräsident Christian Wulff und seine Ehefrau Bettina hatten ihre Trennung am Montag bestätigt. Die Trennung des Ehepaars kommt knapp elf Monate nach dem Rücktritt Wulffs vom Amt des Bundespräsidenten. Wie die „Bild“-Zeitung berichtete, wird in CDU-Kreisen vermutet, dass die Ehe auch an den Belastungen der Affären gescheitert sei, die zu Wulffs Amtsverzicht führten. Er stand unter anderem wegen versuchter Beeinflussung der Medien in der Kritik. Biograf Fuhrer beurteilt die beiden bisherigen Ehefrauen des früheren niedersächsischen Ministerpräsidenten unterschiedlich. Während Wulffs erste Gattin Christiane sich vornehmlich im Hintergrund hielt, habe Bettina anscheinend die Öffentlichkeit und das Glamour-Leben gesucht. Grundsätzlich sei dagegen nichts einzuwenden. „Aber es ist halt die Frage, ob ein Politiker in diese Welt gehört“, sagte Fuhrer. „Da lagen von Anfang an Probleme begründet, die ja zunächst einmal zum Rücktritt geführt haben und wahrscheinlich jetzt auch zu der Trennung.“ Fuhrer hatte sein Buch über den früheren Bundespräsidenten Mitte 2010 unter dem Titel „Christian Wulff. Sein Weg ins Schloss Bellevue“ veröffentlicht. Der Schlussstrich unter die Beziehung kommt nach Ansicht Fuhrers für Christian Wulff zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Dessen Frau habe sich in den vergangenen Monaten bereits neuen Projekten wie ihrer eigenen PR-Firma oder dem Buch gewidmet, ihm hingegen seien wegen der möglichen Anklageerhebung in Hannover wegen mutmaßlicher Verfehlungen in seiner Zeit als niedersächsischer Ministerpräsident die Hände gebunden. Dies sei momentan „sehr kompliziert und sehr schwierig für ihn, weil er eigentlich zur Untätigkeit verdammt ist“, sagte Fuhrer. „Menschlich kann er einem, bei allen Fehlern, die er zweifellos gemacht hat, doch recht leidtun.“ dapd (Politik/Politik)
Seehofer lehnt Leihstimmen für FDP ab
Kreuth (dapd-bay). CSU-Chef Horst Seehofer lehnt Leihstimmen der Union für die angeschlagene FDP strikt ab. Seehofer sagte am Montag im oberbayerischen Wildbad Kreuth, die FDP bleibe zwar sein „Wunschkoalitionspartner“. Die CSU kämpfe aber „um jede Stimme“ für die eigene Partei. Seehofer fügte hinzu: „Alles andere würden unsere Anhänger nicht verstehen.“ Der CSU-Chef forderte zugleich die FDP auf, durch eine „Beendigung der Selbstbeschäftigung“ einen Beitrag dazu zu leisten, dass die schwarz-gelbe Koalition nach der Bundestagswahl fortgesetzt werden kann. Dies sei keine Kritik an den gegenwärtigen Personaldebatten bei den Liberalen, sondern ein „guter Rat“. Seehofer stellte klar, dass er sowohl in der SPD als auch in den Grünen die „Hauptgegner“ der Union sehe. Aus seinem Satz, dass demokratische Parteien immer gesprächsbereit sein müssten, wenn es der Wähler wolle, könne nicht geschlossen werden, „dass der CSU-Vorsitzende insgeheim eine andere Koalition anstrebt oder mit ihr liebäugelt“. dapd (Politik/Politik)
Fraktionsvize Wissing stärkt FDP-Chef Rösler vorläufig den Rücken
Mainz (dapd). Der stellvertretende Vorsitzende der FDP-Bundestagsfraktion, Volker Wissing, hat ein Ende der Personaldebatte in seiner Partei gefordert. „Jetzt gilt es, geschlossen für unsere Inhalte zu streiten“, sagte der rheinland-pfälzische FDP-Landesvorsitzende am Montag auf dapd-Anfrage. Über die Aufstellung des Teams zur Bundestagswahl werde erst nach der Landtagswahl in Niedersachsen entschieden, fügte Wissing hinzu. Wissing sagte, dass er von einem Erfolg für die Liberalen in Niedersachsen mit Philipp Rösler an der Spitze ausgehe. Rösler werde daher „weiterhin eine zentrale Rolle bei der FDP spielen. Er ist klug und leistet sehr viel für die Partei“, betonte Wissing. Zu Spekulationen, dass der Chef der Bundestagsfraktion, Rainer Brüderle, als FDP-Spitzenkandidat ins Rennen gehen könnte, sagte Wissing: „Rainer Brüderle ist für die FDP ebenso wichtig wie Philipp Rösler.“ Seit Wochen wird in der FDP über einen Rückzug des als glücklos geltenden Bundesvorsitzenden Rösler spekuliert. Die FDP hat seit dem Amtsantritt Röslers mit anhaltend schwachen Umfragewerten zu kämpfen. dapd (Politik/Politik)
Umsatz von Rossmann nach Schlecker-Pleite kräftig gestiegen
Burgwedel (dapd). Die Drogeriekette Rossmann hat nach der Pleite des Konkurrenten Schlecker ein kräftiges Umsatzwachstum eingefahren. Mit 5,96 Milliarden Euro setzte das Familienunternehmen aus Hannover im abgelaufenen Jahr 16,1 Prozent mehr um als 2011. Der Konzern übertraf damit die eigene Prognose von 5,6 Milliarden Euro Umsatz deutlich. Für 2013 erwartet der Handelskonzern nach Angaben vom Montag einen Umsatzanstieg um mindestens 13 Prozent auf 6,7 Milliarden Euro. Dazu sollen 170 Millionen Euro investiert und 120 neue Filialen eröffnet werden. Rossmann betreibt in sechs Ländern 2.776 Drogeriemärkte und beschäftigt rund 38.000 Mitarbeiter, davon 26.000 in Deutschland. Allein in Deutschland entstanden im vergangenen Jahr nach Firmenangaben 3.500 neue Stellen. 2.000 neue Mitarbeiter kamen von Schlecker. Rossmann hatte mehr als 100 Filialen der Schlecker-Tochter Ihr Platz übernommen. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
Bayer erhält Bau- und Betriebsgenehmigung für neue TDI-Großanlage
Leverkusen (dapd). Der Bayer-Konzern hat die Bau- und Betriebsgenehmigung für eine Großanlage zur Herstellung des Kunststoff-Vorprodukts TDI in Dormagen erhalten. Die Hightech-Anlage soll eine Jahreskapazität von 300.000 Tonnen haben und gegenüber konventionellen Anlagen gleicher Kapazität bis zu 60 Prozent Energie einsparen, wie der Konzern am Montag mitteilte. Außerdem würden bis zu 80 Prozent weniger Lösungsmittel benötigt. TDI wird als Vorprodukt für die Herstellung von Polyurethan-Weichschäumen benötigt, aus denen beispielsweise hochwertige Schaumstoffe für Matratzen, Stühle und Autositze hergestellt werden. Mit der Inbetriebnahme der Anlage rechnet der Konzern Mitte 2014. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
Ende des Traumpaares Christian und Bettina Wulff
Berlin/Hannover (dapd). Christian und Bettina Wulff galten lange als das Glamourpaar der deutschen Politik, nun ist es aus: Ein knappes Jahr nach dem Rücktritt vom Amt des Bundespräsidenten bestätigte Wulffs Anwalt Gernot Lehr am Montag, dass der 53-Jährige und seine 39 Jahre alte Frau künftig separate Wege gehen werden. „Das Ehepaar Wulff hat sich am vergangenen Wochenende getrennt“, sagte eine Sprecherin des Anwalts. „Die Sorge für den gemeinsamen Sohn werden sie gemeinsam wahrnehmen.“ Es werde keine weiteren Erklärungen zu der Trennung geben, ließ Wulffs Anwalt mitteilen. Die Eheleute Wulff sollen der „Bild“-Zeitung zufolge am Montagmorgen bei einem Rechtsanwalt in Hannover eine Trennungsvereinbarung unterzeichnet haben. Bettina Wulff werde mit ihren beiden Söhnen bis auf weiteres im gemeinsamen Haus in Großburgwedel bei Hannover wohnen bleiben. Spekulationen über die bevorstehende Trennung gab es schon seit Wochen. Wulff sei bereits am vergangenen Wochenende in eine Mietwohnung nach Hannover umgezogen, heißt es in dem Bericht von „Bild“-Chefredakteur Kai Diekmann. Mit Rücksicht auf die Kinder sei die zunächst räumliche Trennung im gütlichen Einvernehmen gemeinsam vereinbart worden. Christian Wulff ist mit Bettina seit März 2008 in zweiter Ehe verheiratet. Ihr gemeinsamer Sohn wurde im Mai 2008 geboren. Er geht in Großburgwedel in den Kindergarten. Deshalb bleibe Bettina Wulff weiter dort wohnen, berichtet das Blatt. „Es wird spekuliert, ob das Haus, dessen Kauf die sogenannte Kredit-Affäre im Dezember 2011 auslöste, mittelfristig veräußert werden wird“, heißt es weiter. Die „Bild“-Zeitung hatte die Affäre ans Licht gebracht, was wiederum eine spektakuläre Nachricht Wulffs auf Diekmanns Anrufbeantworter zur Folge hatte. „Bild“ schlachtete in den Folgewochen den Fall aus; der Druck der Öffentlichkeit wurde immer größer, Wulff trat schließlich zurück. In einer Trennungsvereinbarung werden Regelungen für die Phasen des Getrenntlebens getroffen. Ziel muss nicht automatisch eine Scheidung sein. Die Partner können auch planen, dauerhaft getrennt zu leben. Allerdings ist die Trennung Hauptvoraussetzung für eine spätere Scheidung. Wenn beide die Scheidung wollen, gilt die Ehe nach der Trennungsdauer von einem Jahr als unwiderlegbar zerrüttet. Die Trennung des Ehepaars Wulff kommt fast genau ein Jahr nach dem Rücktritt Christian Wulffs vom Amt des Bundespräsidenten am 17. Februar 2012. Die Ehe scheint auch an den Belastungen der Affäre gescheitert zu sein. Die „Bild“-Zeitung jedenfalls zitiert einen Parteifreund mit den Worten: „Staatsanwälte, Hausdurchsuchung, Ermittlungen – das stellt jede Beziehung auf eine extreme Probe.“ Manche Paare würden dadurch zusammengeschweißt, andere lebten sich auseinander. Bereits in ihrem im September veröffentlichten Buch „Jenseits des Protokolls“ hatte Bettina Wulff über Eheprobleme berichtet. In einem „Brigitte“-Interview sagte sie über die Zeit vor dem Rücktritt: „So etwas kann eine Beziehung nur eine bestimmte Zeit lang durchleben und ertragen, sonst wird zu viel in Mitleidenschaft gezogen.“ Inzwischen sei sie mit ihrem Mann in therapeutischer Behandlung, berichtete Bettina Wulff damals. Politiker hielten sich mit Kommentaren zur Trennung zurück. Regierungssprecher Steffen Seibert sagte auf die Frage, ob eine Reaktion von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) überliefert sei, schlicht: „Nein.“ Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner erklärte vor der Klausurtagung der CSU-Landesgruppe in Wildbad Kreuth: „Es steht mir nicht an, mich in das Privatleben anderer Politiker einzumischen.“ dapd (Politik/Politik)
Audi erzielt Verkaufsrekord in China
Ingolstadt (dapd). Die Volkswagen-Tochter Audi hat im vergangenen Jahr eine neue Bestmarke auf ihrem größten Absatzmarkt China erreicht. Erstmals verkaufte der Premiumhersteller in China und Hongkong mehr als 400.000 Autos. Die Auslieferungen stiegen 2012 auf Jahressicht um 29,6 Prozent auf 405.838 Fahrzeuge, wie Audi am Montag in Ingolstadt mitteilte. „Mit diesem Rekordergebnis bauen wir unseren Abstand zu den Premium-Wettbewerbern und unsere Marktführerschaft in China deutlich aus“, sagte Vertriebsvorstand Luca de Meo. Der Zuwachs fiel allerdings nicht so hoch aus wie ein Jahr zuvor. 2011 war der Audi-Absatz in China im Jahresvergleich um 37 Prozent auf mehr als 313.000 Auto gewachsen. Der Absatz der im chinesischen Werk Changchun hergestellten Audi-Modelle stieg im vergangenen Jahr um gut 28 Prozent auf 322.700, erklärte Audi. Der Absatz der importierten Autos legte um 36,2 Prozent auf 83.138 zu. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
Birkner hofft auf Ende störender Beigeräusche im FDP-Wahlkampf
Hannover (dapd). Niedersachsens FDP-Spitzenkandidat Stefan Birkner hofft nach dem Dreikönigstreffen in Stuttgart auf ein Ende des Führungsstreits in seiner Partei. „Zumindest“ der Vorsitzende Philipp Rösler und Bundestagsfraktionschef Rainer Brüderle hätten bei dem Treffen deutlich machen können, „wofür die Partei steht“, sagte Birkner im Interview mit der Nachrichtenagentur dapd am Montag. Das Auftreten von Entwicklungsminister Dirk Niebel wollte er hingegen „nicht weiter kommentieren“. „Alles, was den Eindruck macht, dass man sich nur mit sich selbst beschäftigt, lenkt nur ab von der Niedersachsen-Wahl“, sagte er. Er hoffe aber, dass die parteiinternen Kritiker zur Vernunft kämen. „Wir haben hier jetzt etwa noch knapp zwei Wochen bis zur Landtagswahl und ich erwarte von allen, auch den Bundespolitikern, dass uns hier der Raum bleibt, die Themen in den Vordergrund zu stellen. Da sind alle störenden Beigeräusche nur hinderlich“, sagte Birkner. Gezielt auf Störer in der Partei wolle er nun aber nicht mehr zugehen. Er gehe davon aus, dass „alle nun klug genug“ seien, die Debatte zu beenden. Birkner verwies in diesem Zusammenhang auch auf die Bedeutung der Landtagswahl am 20. Januar. „Die Dynamik des Wahlkampfs bestätigt, dass hier eine echte Chance besteht, die Regierungsbeteiligung fortzusetzen und damit auch ein Signal für die Bundestagswahl zu geben“, sagte er. Das sei sicher „im Interesse aller“. Seit Wochen wird in der FDP über einen Rückzug des als glücklos geltenden Bundesvorsitzenden Philipp Rösler spekuliert. Die FDP hat seit dem Amtsantritt Röslers mit anhaltend schwachen Umfragewerten zu kämpfen. dapd (Politik/Politik)
Strahlemann einer Krisenpartei
Düsseldorf (dapd). Hört man Christian Lindner so reden, entsteht nicht der Eindruck, er sei Mitglied der Freien Demokratischen Partei Deutschlands. Lindner lacht, Lindner scherzt, Lindner bläst zum Angriff auf SPD und Grüne. Kurzum: Lindner geht es gut. Von seiner Partei kann man das momentan nicht behaupten. Die FDP kämpft ein ums andere Mal um ihr Überleben und ihr Vorsitzender Philipp Rösler scheint nur noch ein Chef auf Abruf zu sein. Lindner sucht den größtmöglichen Abstand zur Krise seiner Partei. Ob es nur reiner Zufall ist oder eine gewollt dramaturgische Zuspitzung, bleibt dahingestellt. Aber dass Lindner nur einen Tag nach dem viel beachteten Dreikönigstreffen seiner Partei mit einer Pressekonferenz zum Jahresauftakt an diesem Montag die Öffentlichkeit sucht, kommt wie gelegen. Während sich Parteichef Rösler, Fraktionschef Rainer Brüderle und Entwicklungsminister Dirk Niebel am Sonntag in Stuttgart ein Rededuell lieferten, kann Lindner in aller Ruhe seine Sicht der Dinge verkünden. Irgendwie scheint es, als throne der frühere Generalsekretär über allen Dingen. Auf gewohnt lässige Art und Weise geht Lindner direkt zu Beginn auf die Krise seiner Partei ein. Er wünsche allen versammelten Journalisten ein frohes neues Jahr und viele gute Schlagzeilen in 2013. „Die wünsche ich der FDP auch“, fügt er hinzu und hat damit nach nur wenigen Sekunden schon die ersten Lacher auf seiner Seite. Nur wenigen Spitzenpolitikern in Deutschland wird soviel rhetorisches Talent nachgesagt wie Lindner. Der 34-Jährige kann eine Stunde lang ohne Manuskript reden und dabei auch noch druckreife Sätze von sich geben. Seine Botschaften verpackt er dabei gerne. So auch an diesem Montag. Ohne auch nur einen der Protagonisten in der aktuellen Diskussion gezielt zu attackieren, schafft es Lindner, den umtriebigen Niebel auf Distanz zu halten und die Arbeit von Parteichef Rösler zu kritisieren. Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) bietet dafür die Steilvorlage, indem er die Liberalen zu mehr Geschlossenheit aufgerufen hat. „Ich hoffe, dass auch Dirk Niebel diesen Hinweis von Herrn Seehofer einzuordnen versteht.“ Mehr braucht Lindner nicht sagen. Und der Hinweis darauf, dass die FDP wieder „seriöse, ernsthafte Vorschläge zu den konkreten Problemen“ der Menschen liefern solle, zielt auch an die Adresse Röslers, der die Partei seit Monaten versucht, wieder auf Kurs zu bringen. All zu lange will sich Lindner mit der Lage in der FDP sowieso nicht aufhalten. Das machen die Parteifreunde in Berlin schon zur genüge. Viel lieber redet der Freidemokrat über SPD und Grüne – und insbesondere den sozialdemokratischen Kanzlerkandidaten Peer Steinbrück. Der habe den politischen Diskurs in den zurückliegenden Wochen bereichert, durch die Erfindung des „Peer-S“. „Das ist die Längeneinheit für den kürzesten Abstand zwischen zwei Fettnäpfchen.“ Auch in Sachen Landespolitik bläst Lindner zum Angriff. Wirtschaftsminister Garrelt Duin (SPD) sei eher ein „Ankündigungsminister“, Schulministerin Sylvia Löhrmann (Grüne) bei der Integration von behinderten Schülern vorerst gescheitert und bei der Schaffung von Kita-Plätzen hoffe die Regierung von Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) offensichtlich auf ein „Betreuungswunder“. Doch trotz der rhetorischen Flucht nach vorne sucht an diesem Tag die FDP-Krise den nordrhein-westfälischen Parteichef immer wieder heim. Die meisten Nachfragen drehen sich um die Zukunft der Partei. Seit Wochen wird über einen Rückzug Röslers vom Vorsitz der Bundespartei spekuliert. Geht es um die Zeit danach, fällt auch immer wieder der Name Lindner. Der bleibt seiner Linie allerdings treu. Er spricht von einer „abstrakten Personaldebatte“ und verspüre „keinerlei Druck“, frühzeitig von Düsseldorf nach Berlin zu wechseln, um die FDP aus der Krise zu führen. Es sind seit Wochen dieselben Fragen und Lindner beantwortet sie in Variationen immer gleich. Ganz ungelegen kommt ihm das Bohren nach seinen Zukunftsplänen aber wohl auch nicht. Schließlich bleibt er damit im Gespräch. dapd (Politik/Politik)