Halle (dapd). Das Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) hat seine Konjunkturprognose für das laufende Jahr kräftig angehoben. Die IWH-Ökonomen rechnen für 2013 nun mit einem Wirtschaftswachstum von 1,3 Prozent in Deutschland und sind damit viel optimistischer als noch zur Jahreswende. Wesentlicher Grund für die gestiegene Zuversicht sei die Entspannung der Schuldenkrise im Euroraum und ein dadurch gewachsenes Vertrauen, erklärte das Institut am Donnerstag. Für 2014 sagte das IWH ein Wachstum von 2,4 Prozent voraus. Im Dezember hatten die Hallenser Ökonomen für 2013 lediglich ein Wachstum von 0,7 Prozent prognostiziert und für 2014 ein Plus um 1,5 Prozent. Mit der jetzt angehobenen Vorhersage für das laufende Jahr ist das IWH wesentlich optimistischer als die Bundesregierung. Diese erwartet für 2013 ein Wirtschaftswachstum von nur 0,4 Prozent. Die Experten des IWH sehen nach dem Einbruch der deutschen Wirtschaftsleistung im Schlussquartal 2012 zum Jahresbeginn nun aufgehellte konjunkturelle Perspektiven. „Die binnenwirtschaftlichen Rahmenbedingungen sind für die deutsche Wirtschaft sehr günstig, und auch die Weltkonjunktur hat sich etwas belebt“, erklärten sie. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
Peer-Michael Preß
Volkswagen setzt auf weitere Internationalisierung
Wolfsburg (dapd). Angesichts des konjunkturellen Gegenwinds in Westeuropa setzt der Volkswagen-Konzern beim weiteren Wachstum auf andere Märkte wie China oder Südamerika. Außerhalb Europas sollen mehr Mitarbeiter eingestellt, mehr Werke eröffnet und neue Fahrzeuge auf den Markt gebracht werden, kündigte der VW-Vorstandsvorsitzende Martin Winterkorn am Donnerstag in Wolfsburg an. „Die Zukunft von Volkswagen entscheidet sich mehr und mehr in China, Russland, Indien, Amerika und Südostasien“, sagte er. Bis 2018 will der DAX-Konzern mit Hilfe dieser Märkte größter Fahrzeughersteller der Welt sein. VW legte 2012 zwar ein Rekordjahr hin. Der Konzern hatte aber wegen der Schuldenkrise wie alle Hersteller mit erheblichen Problemen in Europa zu kämpfen. Im laufenden Jahr strebt VW angesichts der Flaute insgesamt weitere Steigerungen bei Umsatz und Absatz an, wird nach eigener Einschätzung aber eine Wachstumspause beim operativen Ergebnis einlegen. Die Ankündigung hatte die Aktie schon im Februar abstürzen lassen, und auch am Donnerstag brach sie bis zum Mittag deutlich um 3,5 Prozent auf 160,65 Euro ein. Schon heute verkauft Volkswagen laut Winterkorn 60 Prozent der Fahrzeuge außerhalb Europas. 140.000 der 550.000 Mitarbeiter sind inzwischen auf anderen Kontinenten beschäftigt. Winterkorn will jetzt nachlegen. „Ein klarer Schwerpunkt unseres Investprogramms ist die weitere Internationalisierung“, sagte er. Bis 2015 investiert der Konzern rund 50,2 Milliarden Euro in neue Werke, Produkte und Technologien, nicht eingerechnet sind weitere 9,8 Milliarden Euro, die das Joint Venture in China investieren will. Allein auf dem dortigen Markt will VW die Kapazität für die Fahrzeugproduktion von aktuell 2,3 Millionen Fahrzeuge auf vier Millionen steigern. Entwicklung von Billigauto bereits angelaufen Dazu soll die Zahl der auf bestimmte Länder zugeschnittenen Modelle zunehmen. Ein Beispiel dafür ist ein Billigauto für den chinesischen Markt, das laut Winterkorn 6.000 bis 7.000 Euro kosten soll. „Die Entwicklung ist bereits angelaufen“, sagte Winterkorn. Ob es einer der zwölf Konzernmarken angeschlossen wird oder unter einer eigenständigen Marke laufen soll, sei noch nicht entschieden. Doch auch auf dem Markt der Premiumfahrzeuge sieht Winterkorn erhebliches Potenzial für den Konzern. Die hochpreisigen Fahrzeuge von Marken wie Porsche, Bentley oder Audi machten inzwischen mehr als 50 Prozent des Konzernergebnisses aus. Dieses „hochprofitable“ Geschäft solle weiter ausgebaut werden. Gerade Porsche hatte Volkswagen im vergangenen Jahr zum Rekordergebnis verholfen. Zum einen trug dazu einmalig eine Bewertung von an Porsche gehaltenen Optionen in Höhe von 12,3 Milliarden Euro bei. Doch auch im operativen Geschäft hilft die im August 2012 vollständig integrierte Sportwagenmarke dem Konzern ungemein. Allein in den verbleibenden fünf Monaten des vergangenen Jahres trug Porsche mit 946 Millionen Euro zum Ergebnis bei. Der VW-Konzern hatte 2012 dank der vollständigen Übernahme der Porsche AG den Gewinn in astronomische Höhen geschraubt. Das Ergebnis nach Steuern kletterte von 15,8 Milliarden im Jahr 2011 auf 21,9 Milliarden Euro. Mit allen zwölf Marken war der Konzern mit rund 9,1 Millionen verkauften Fahrzeugen weltweit die Nummer drei hinter Toyota und General Motors. Bis 2018 will Winterkorn die Rivalen beim Umsatz überholen und auch bei der Profitabilität Spitze sein. Von hinten rasen allerdings auch neue Wettbewerber wie die koreanischen Marken Hyundai und Kia heran. „Wir nehmen jeden Wettbewerber ernst“, sagte Winterkorn. Winterkorn will Ziele vor 2018 erreichen Der 65-jährige Manager sieht seinen Konzern dennoch auf einem guten Weg und will den Griff nach der Krone gern selbst durchführen. „Ich fühle mich wohl, und je nachdem, wie es mir gesundheitlich geht, werde ich so lange arbeiten, wie es dem Konzern hilft“, sagte er. „2018 ist zwar noch weit, aber vielleicht erreichen wir unsere Ziele ja ein bisschen früher“, fügte er hinzu. Zunächst einmal belohnt VW seine Aktionäre nach dem Zwischenschritt 2012 mit einer deutlich gestiegenen Dividende. Vorstand und Aufsichtsrat schlagen der Hauptversammlung eine Erhöhung der Dividende je Stammaktie um 50 Cent auf 3,50 Euro und je Vorzugsaktie ebenfalls um 50 Cent auf 3,56 Euro vor. Damit profitieren die Anleger stärker vom Unternehmenserfolg als Vorstand und Beschäftigte. Die Tarifbeschäftigten erhalten für das vergangene Jahr einen geringeren Bonus als im Vorjahr, und auch die Vorstandsmitglieder bekommen geringere Bonuszahlungen. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
Pflegeversicherung 2012 leicht im Plus
Berlin (dapd). Die gesetzliche Pflegeversicherung hat im Vorjahr einen Überschuss von knapp 100 Millionen Euro erzielt. Einnahmen von 23 Milliarden Euro standen Ausgaben in Höhe von 22,9 Milliarden Euro gegenüber, wie das Bundesgesundheitsministerium am Donnerstag in Berlin mitteilte. Die Reserven beliefen sich Ende vergangenen Jahres auf 5,55 Milliarden Euro. Das entsprach dem 2,9-fachen einer Monatsausgabe. 2011 wies die Pflegeversicherung noch einen Überschuss von 300 Millionen auf. Anfang 2013 stieg der Beitragssatz um 0,1 Prozentpunkte auf 2,05 Prozent. Den Beitrag zahlen Arbeitgeber und Arbeitnehmer je zur Hälfte. Versicherte, die älter als 23 Jahre sind und keine Kinder haben, müssen einen Zuschlag von 0,25 Prozent dazu bezahlen. Mit den Mehreinnahmen aus der Beitragssatzerhöhung sollen erstmals auch Demenzkranke Leistungen aus der Pflegeversicherung erhalten. dapd (Politik/Politik)
Erneut Streiks an Flughäfen in NRW
Düsseldorf (dapd). An den Flughäfen in Düsseldorf und Köln/Bonn kommt es erneut zu Streiks. Die Gewerkschaft ver.di hat das Sicherheitspersonal der Airports sowie Objektschützer und Sicherheitskräfte des Landtags aufgefordert, am Freitag ganztägig die Arbeit niederzulegen, wie die Gewerkschaft am Donnerstag in Düsseldorf mitteilte. Am Flughafen Düsseldorf ist zudem eine Streikversammlung aller Beteiligten geplant. Kurz vor der vierten Tarifverhandlungsrunde am Montag soll so der Druck auf die Arbeitgeberseite erhöht werden. „Wir erwarten am Montag den Durchbruch in den Verhandlungen und wollen vor den Osterferien einen neuen Tarifvertrag unterschreiben“, sagte ver.di-Verhandlungsführerin Andrea Becker. Ver.di fordert für die 34.000 Beschäftigten im Wach- und Sicherheitsgewerbe in NRW Lohnerhöhungen zwischen 2,50 und 3,64 Euro pro Stunde. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
Lufthansa will für höhere Gewinne noch mehr sparen
Frankfurt/Main (dapd). Die Deutsche Lufthansa will mit einem verschärften Sparkurs zu Milliardengewinnen fliegen und schwört ihre Beschäftigten dafür auf harte Zeiten ein. Mit dem schon laufenden Sanierungsprogramm „Score“, dem auch Hunderte Stellen zum Opfer fallen, peilt Europas größte Fluggesellschaft für 2015 einen operativen Gewinn von 2,3 Milliarden Euro an, nach 524 Millionen Euro im vergangenen Jahr. „2013 und 2014 werden harte und schwierige Jahre der Umsetzung und der Fortsetzung unserer Restrukturierung“, sagte Vorstandschef Christoph Franz am Donnerstag in Frankfurt am Main. Die Lufthansa drückt wie auch andere Fluggesellschaften kräftig auf die Kostenbremse, weil ihr neben der harten Konkurrenz durch Billigflieger vor allem hohe Flugbenzinpreise zusetzen. So stiegen 2012 die Treibstoffkosten um 1,1 Milliarden auf 7,4 Milliarden Euro. 2013 rechnet die Lufthansa mit einer Spritrechnung von 7,2 Milliarden Euro. Mit „Score“ steuert der Konzern gegen die massiven Ausgaben an. Franz zufolge gab die Lufthansa 2012 dank des Sparprogramms 618 Millionen Euro weniger aus. 2013 sollen es 740 Millionen Euro sein. Trotz des strikten Sparens brach der operative Gewinn der Lufthansa im vergangenen Jahr um ein Drittel ein. Für 2013 wolle der Konzern „die Erwartungen nicht zu hochschrauben“, sagte Franz. Umsatz und operativer Gewinn sollen aber höher liegen als 2012. Im vergangenen Jahr hatte die Lufthansa den Umsatz auf Jahressicht um fast fünf Prozent auf 30,1 Milliarden Euro gesteigert. Milliardeninvestitionen in neue Flugzeuge Unter dem Strich machte die Lufthansa 2012 einen Gewinn von 990 Millionen Euro – nach einem Verlust von 13 Millionen Euro im Jahr zuvor. Doch lag das allein an Einmaleffekten durch Verkäufe von Beteiligungen. Die Dividende für 2012 fällt aus, wie die Lufthansa bereits mitgeteilt hatte. Für 2011 hatten die Aktionäre magere 0,25 Euro je Anteilsschein bekommen. Stattdessen steckt die Lufthansa Milliarden in die Modernisierung ihrer Flotte und bestellt Flugzeuge bei Airbus und Boeing. Der Aufsichtsrat habe dem schon im Februar mitgeteilten Kauf von 108 neuen Flugzeugen zugestimmt, sagte Franz. Bis 2025 werde die Lufthansa 236 neue Flugzeuge mit einem Listenpreis von insgesamt 22 Milliarden Euro bekommen. Bei den bereits angekündigten Stellenstreichungen kommt die Lufthansa voran. „Alle Stellen, die abgebaut werden, sind identifiziert“, sagte Franz. In der Verwaltung sind etwa 900 Mitarbeiter an den Standorten Köln, Norderstedt und Hamburg vom Umbau betroffen. Auch Bereiche wie die Passagierabfertigung am Boden will die Lufthansa auf den Prüfstand stellen. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
Voßkuhle sagt Teilnahme an Preisverleihung für Cohn-Bendit ab
Stuttgart (dapd). Der Präsident des Bundesverfassungsgerichts, Andreas Voßkuhle, hat seine Teilnahme bei der Verleihung des Theodor-Heuss-Preises an Daniel Cohn-Bendit wegen umstrittener früherer Äußerungen des Grünen-Politikers abgesagt. „Das Bundesverfassungsgericht ist in ganz besonderer Weise gehalten, jeden Anschein zu vermeiden, es würde solche Aussagen billigen“, sagte Gerichtssprecher Bernd Odörfer am Donnerstag auf dapd-Anfrage. Er bestätigte damit einen Bericht der „Stuttgarter Nachrichten“. Laut der Zeitung soll der Grünen-Europaabgeordnete 1975 über seine Zeit als Kindergärtner in einem Buch geschrieben haben, sein „ständiger Flirt mit allen Kindern“ habe „bald erotische Züge angenommen“. Nicht nur die Kinder hätten ihn gestreichelt, auch er habe sie gestreichelt. Später relativierte Cohn-Bendit diese Aussagen. Sie seien „kein Tatsachenbericht“, sondern gezielte Provokation gewesen. Voßkuhle hatte bereits im Februar 2012 zugesagt, bei der Preisverleihung die Festrede zu halten. Cohn-Bendit stand jedoch erst im Januar dieses Jahres als Preisträger fest. Er soll laut der Theodor-Heuss-Stiftung am 20. April in Stuttgart für sein langjähriges Engagement als Ideengeber ausgezeichnet werden. dapd (Politik/Politik)
BMW erlebt das bislang beste Jahr
München (dapd). Der Münchner Autokonzern BMW hat das vergangene Jahr mit neuen Bestwerten bei Absatz, Umsatz und Gewinn abgeschlossen. „Wir haben alle unsere Ziele für 2012 in einem herausfordernden Marktumfeld erreicht oder teilweise übertroffen“, sagte der Vorstandsvorsitzende Norbert Reithofer am Donnerstag. So stieg der Erlös im Vergleich zum Vorjahr um 11,7 Prozent auf gut 76,8 Milliarden Euro. Zugleich markierte der Nettogewinn mit einem Plus von 4,4 Prozent auf gut 5,1 Milliarden Euro ebenfalls einen neuen Rekord. Auch die weltweiten Auslieferungen stiegen 2012. So gingen den Angaben zufolge 1,845 Millionen Autos der Marken BMW, Mini und Rolls-Royce an die Kunden – ein Plus von 10,6 Prozent. BMW hatte die Zahlen am späten Vormittag überraschend veröffentlicht, eigentlich war die Vorlage für kommenden Dienstag (19. März) geplant. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
Sixt-Überschuss sinkt
München (dapd). Der Autovermieter Sixt rechnet in diesem Jahr mit sinkendem Gewinn und Umsatz. Der Geschäftsreiseverkehr an den europäischen Flughäfen gehe zurück und reduziere die Mieteinnahmen, sagte der Vorstandsvorsitzende Erich Sixt am Donnerstag in München. Nach dem Rekordjahr 2011 hatte das Unternehmen im vergangenen Jahr Gewinn eingebüßt. Der Überschuss sank um knapp ein Fünftel auf 79,2 Millionen Euro. Der Umsatz stieg leicht um zwei Prozent auf 1,6 Milliarden Euro. „Zufrieden sind wir eigentlich nie“, sagte der Vorstandschef. „Aber 2012 war für Sixt kein schlechtes Jahr.“ Trotz der geringeren Profitabilität bleibe sein Unternehmen „der bestverdienende Autovermieter weltweit“. „Das sage ich in aller Bescheidenheit“, fügte der Konzernchef hinzu. Die Vermietungserlöse konnte das Unternehmen um mehr als sechs Prozent auf 954 Millionen Euro steigern. Während die Einnahmen in Deutschland stagnierten, legte Sixt im Ausland deutlich zu. Selbst im Krisenland Spanien habe der Autovermieter zugelegt, sagte Sixt. Dabei helfen dem Unternehmen die deutschen Urlauber. Sixt rechnet in diesem Jahr mit einem weiter verschärften Wettbewerb in Europa. Die Mietwagenfirmen hätten zu viele Autos. Sixt will deswegen aber nicht die Preise senken, sondern diese um bis zu zehn Prozent erhöhen. In den USA treibt Sixt die Expansion weiter voran. Das Unternehmen erhöhte die Zahl der Stationen von acht auf zwölf. Im vergangenen Jahr fielen dafür Anlaufverluste in hoher einstelliger Millionenhöhe an. Am Flughafen Miami habe Sixt mit 1.000 Fahrzeugen aber bereits schwarze Zahlen geschrieben, sagte der Konzernchef. Er sieht den größten Mietwagenmarkt der Welt als wichtigen Markt für die Zukunft. Sixt erwägt dort auch Übernahmen. Allerdings prüfe das Unternehmen Akquisitionen ganz genau, sagte Sixt. 85.000 Kunden nehmen an DriveNow-Programm teil Der weitere Ausbau von DriveNow, dem gemeinsamen Carsharing-Unternehmen mit BMW, kostete Sixt einen niedrigen einstelligen Millionenbetrag. Berlin und München machten sich langsam bezahlt, Köln und Düsseldorf seien noch unrentabel. 2012 nahm die Zahl der Nutzer dem Unternehmen zufolge um mehr als 60.000 auf 75.000 zu. Derzeit seien es 85.000 Kunden. Laut Sixt soll DriveNow im kommenden Jahr die Gewinnzone erreichen. Zusätzlich baut das Unternehmen den Ende 2012 gestarteten Chauffeurservice MyDriver aus. Dieser wird im laufenden Jahr das Unternehmen einen niedrigen Millionenbetrag kosten. Die Dividende soll trotz schwächeren Ergebnisses auf eine Rekordhöhe steigen. Je Stammaktie will Sixt 1,00 Euro und je Vorzugsaktie 1,05 Euro ausschütten. Die im SDAX-gehandelte Sixt-Aktie legte am Donnerstag um 1,5 Prozent zu. Der Vorstandschef hält die Aktie nach wie vor für „drastisch unterbewertet“. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
Wertberichtigung lässt SGL-Gewinn einbrechen
Frankfurt/Main (dapd). Probleme beim US-Flugzeugbauer Boeing haben dem Wiesbadener Carbon-Hersteller SGL das vergangene Geschäftsjahr verhagelt. Der Gewinn brach 2012 unter anderem wegen einer hohen Wertberichtigung im Geschäftsfeld Kohlefasern um 90 Prozent auf 7 Millionen Euro ein, wie SGL am Donnerstag mitteilte. Das Unternehmen liefert Bauteile für die Boeing 787 (Dreamliner) zu. Bei dem Großraumflugzeug, dessen Rumpf zum Großteil aus leichtem kohlenstofffaserverstärkten Kunststoff besteht, kam es wiederholt zu Verschiebungen der Produktion und der Auslieferungen. Auch Verzögerungen in der Windenergieindustrie hätten sich negativ bemerkbar gemacht, hieß es. Die Rotorflügel der Windkrafträder werden zunehmend auch aus Kohlefasern gefertigt. Trotz der Wertberichtigung will SGL seinen Aktionären für 2012 eine unveränderte Dividende von 20 Cent pro Aktie zahlen. Der Umsatz stieg den Angaben zufolge um elf Prozent auf 1,7 Milliarden Euro. Der Kurs der im MDAX notierten SGL-Aktie gab bis zum Mittag um gut zwei Prozent auf 31 Euro nach. Nach den Einmalbelastungen des Vorjahres erwarte das Unternehmen 2013 angesichts unsicherer konjunktureller Rahmenbedingungen noch keine Trendwende, sagte Vorstandsvorsitzender Robert Koehler. Das ändere aber nichts an den Perspektiven des Werkstoffs Carbon, den immer mehr Branchen für sich entdeckten. 2013 werde hier ein Entscheidungsjahr. Unter anderen startet BMW die Produktion seiner Elektroautoserie. Großaktionärin bei SGL ist die Milliardärin und Unternehmerin Susanne Klatten. Sie soll im April den Vorsitz des Aufsichtsrates übernehmen. An SGL sind auch die Autohersteller Volkswagen und BMW beteiligt. Klatten wiederum ist Großaktionärin bei BMW. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
Süßwarenindustrie hadert mit Rohstoffpreisen und Exportschwäche
Berlin (dapd). Gestiegene Rohstoffpreise und sinkende Exporte setzen die Süßwarenbranche unter Druck. Nach Schätzungen des Bundesverbands der Deutschen Süßwarenindustrie (BDSI) sank die Produktion der etwa 220 Hersteller im vergangenen Jahr um 0,5 Prozent auf knapp 3,8 Millionen Tonnen, wie der BDSI-Vorsitzende Dietmar Kendziur am Donnerstag in Berlin sagte. Die Umsätze gingen in dem Zeitraum um 0,3 Prozent auf knapp 12,5 Milliarden Euro zurück. Erstmals seit 2005 nahmen im vergangenen Jahr die Ausfuhren ab. Mit fast 1,7 Millionen Tonnen Süßwaren und Knabberartikeln wurden etwa vier Prozent weniger exportiert als im Vorjahr. Stark gestiegene Preise für Rohstoffe und Energie hätten zudem die Erlöse gedrückt. Für 2013 rechnet der BDSI nicht mit einer Erholung. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
