Jenoptik bleibt auf Kurs

Jenoptik bleibt auf Kurs Jena (dapd). Der Optoelektronikkonzern Jenoptik sieht sich in seinem Internationalisierungskurs bestätigt. Umsatzgewinne in den Regionen Amerika und Asien/Pazifik hätten Erlösrückgänge in Europa mehr als ausgeglichen, wie das TecDAX-Unternehmen am Donnerstag in Jena mitteilte. Insgesamt sprach der Konzern für die ersten neun Monate von einer positiven und robusten Geschäftsentwicklung sowie einem Auftragseingang auf gutem Niveau. „Der Ausbau unseres internationalen Geschäftes beginnt sich auszuzahlen“, sagte Konzernchef Michael Mertin. Wie es weiter hieß, beliefen sich der Erlöse zwischen Januar und ende September auf 423,1 Millionen Euro und lagen damit rund zehn Prozent über dem Vorjahresniveau. Dabei nähert sich der Auslandsanteil der Zwei-Drittel-Marke. Das operative Ergebnis des Konzerns stieg um ein Fünftel auf 42,1 Millionen Euro. Unter dem Strich blieben 30 Millionen Euro, 40 Prozent mehr als im Vorjahr. Ende September beschäftigte das Thüringer Unternehmen nach eigenen Angaben 3.224 Mitarbeiter. Für das Gesamtjahr 2012 rechnet Jenoptik unverändert mit einem Erlösplus zwischen fünf und zehn Prozent. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)

Kurzfristiges Gewinnmaximieren kann keinen Platz haben

Kurzfristiges Gewinnmaximieren kann keinen Platz haben Hamburg (dapd). Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bank, Jürgen Fitschen, hat seine Branche aufgefordert, nicht nach dem maximalen Gewinn zu streben. „Das Streben nach Gewinn darf nicht dazu führen, dass die Interessen anderer verletzt sind“, sagte Fitschen am Donnerstag auf einer Tagung der Wochenzeitung „Die Zeit“ in Hamburg. Die Banken müssten eine „Brücke schlagen zwischen Gewinnerzielung und gesellschaftlicher Akzeptanz“. Fitschen beklagte, es sei zu einer Distanz zwischen Banken und Realwirtschaft gekommen. Der Manager machte klar, dass sein eigenes Haus bereits nach entsprechenden Regeln arbeite. „Kurzfristiges Gewinnmaximieren kann keinen Platz haben“, habe er bei einer Führungskräftetagung als neue Leitlinie ausgegeben, sagte Fitschen. Als Teil dieser neuen Haltung erwartet die Deutsche Bank nach seinen Worten jetzt von den eigenen Managern, „dass sie fünf Jahre auf die Auszahlung“ bestimmter Boni verzichten. Außerdem werde die Deutsche Bank in Zukunft bei umstrittenen Geschäften wie Agrarspekulationen öfter Nein sagen müssen. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)

Fast jeder zehnte Erwachsene ist überschuldet

Fast jeder zehnte Erwachsene ist überschuldet Düsseldorf (dapd). Die Zahl der überschuldeten Bundesbürger wächst wieder. Fast jeder zehnte erwachsene Deutsche kann derzeit seine Zahlungsverpflichtungen nicht mehr erfüllen. Das geht aus dem am Donnerstag in Düsseldorf vorgestellten „Schuldneratlas 2012“ der Wirtschaftsauskunftei Creditreform hervor. Trotz des stabilen Arbeitsmarktes in Deutschland erhöhte sich danach im vergangenen Jahr die Zahl der überschuldeten Privatpersonen um rund 190.000 auf bundesweit 6,6 Millionen Betroffene. Das entspricht einer Steigerung von drei Prozent. Hauptursachen für die wachsende Überschuldung sind Creditreform zufolge nach wie vor Arbeitslosigkeit, Scheidung und Trennung vom Lebenspartner. Doch immer häufiger ist inzwischen auch übertriebener Konsum der Auslöser. Krankheit spiele ebenfalls eine wachsende Rolle beim Abrutschen in die Zahlungsunfähigkeit, heißt es in der Studie. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)

Milliardenverlust bei der Telekom

Milliardenverlust bei der Telekom Bonn (dapd-nrw). Das US-Mobilfunkgeschäft wird für die Deutsche Telekom zum Milliardengrab. Wegen massiver Wertberichtigungen bei der Tochter T-Mobile USA musste Deutschlands größter Telekommunikationskonzern im dritten Quartal 2012 einen Konzernverlust von 6,9 Milliarden Euro ausweisen, wie er am Donnerstag mitteilte. Der Hintergrund: Im Zuge der geplanten Fusion von T-Mobile USA mit dem Konkurrenten MetroPCS musste die Telekom den Buchwert ihrer Tochter um 7,4 Milliarden Euro nach unten korrigieren. Es ist nicht das erste Mal, dass die US-Tochter dem Konzern die Bilanz verdirbt. Bereits 2002 hatte der Konzern Abschreibungen in Höhe von 18 Milliarden Euro auf das Amerika-Geschäft vornehmen müssen. Konzernchef René Obermann verteidigte dennoch den geplanten Zusammenschluss. „Wer jetzt nur auf das tiefrote Konzernergebnis schaut, übersieht, dass unser operatives Geschäft voll auf Kurs ist“, sagte der Manager. Der Konzern habe im vollen Bewusstsein der buchhalterischen Konsequenzen eine zukunftsweisende Entscheidung für sein US-Geschäft getroffen. Obermann betonte, der jetzt festgelegte Buchwert spiegele nicht das gestiegene Potenzial der neuen Gesellschaft wieder. „Wir schaffen durch die Vereinbarung mit MetroPCS ein größeres und schlagkräftigeres Unternehmen in den USA, das mittel- und langfristig deutliche reale Wertsteigerungen verspricht.“ Für die Telekom bedeute der Schritt, „weniger Wert in den Büchern – aber mehr Kraft für das Unternehmen“. Operatives Geschäft stabil Zusätzlichen Schwung kann die US-Tochter allerdings auch gut gebrauchen. Denn noch schrumpfen dort Umsatz und Gewinn. Weil T-Mobile USA seinen Kunden das iPhone5 nicht anbieten kann, kam es im dritten Quartal erneut zu einer Abwanderung umsatzstarker Vertragskunden zu den Wettbewerbern. Trotz der Milliardenabschreibungen sieht sich die Telekom im operativen Geschäft auf gutem Kurs. Der Konzernumsatz lag im dritten Quartal mit 14,7 Milliarden Euro auf Vorjahresniveau. Das gleiche gelte auf vergleichbarer Basis für das um Sondereffekte bereinigte operative Ergebnis, betonte der Konzern. In Deutschland verzeichnete der Konzern spürbare Kundengewinne für sein internetbasiertes Fernsehangebot Entertain und für schnelle VDSL-Internetanschlüsse. Auch die Zahl der Mobilfunkkunden stieg. Im klassischen Festnetz-Geschäft musste das Unternehmen dagegen weitere Anschlussverluste hinnehmen. Das Europageschäft des Konzerns litt nicht nur unter der Konjunkturkrise, sondern auch unter regulatorischen Eingriffen und Sondersteuern in mehreren Ländern. Doch sieht Obermann hier „allmählich die Talsohle“ erreicht. Ausdrücklich bestätigte der Konzern die Ergebniserwartung für das Gesamtjahr – ein bereinigtes Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) von rund 18 Milliarden Euro. Obermann bekräftigte auch noch einmal die Dividendenprognose von 0,70 Euro. Die Börse ließ der bereits erwartete Milliardenverlust der Telekom kalt. Der Kurs der im DAX notierten Telekom-Aktie lag am Mittwochvormittag auf dem Niveau des Vortages. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)

Staatsanwälte verdächtigen UBS der Steuerhinterziehung

Staatsanwälte verdächtigen UBS der Steuerhinterziehung Stuttgart/Mannheim (dapd). Der Schweizer Großbank UBS steht ein neuer Skandal ins Haus, der auch das deutsche Steuerabkommen mit der Schweiz torpedieren könnte. Die Staatsanwaltschaft Mannheim hat ein Ermittlungsverfahren gegen unbekannte Verantwortliche der UBS Deutschland AG wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung eingeleitet, wie Sprecher Peter Lintz am Donnerstag der Nachrichtenagentur dapd sagte. Damit bestätigte er einen Bericht der „Stuttgarter Nachrichten“. Nach den Milliardenverlusten eines Londoner Händlers der Großbank und dem angekündigten Abbau von fast 10.000 Arbeitsplätzen kommt das Institut damit nicht zur Ruhe. Noch fataler: Das Bekanntwerden des Ermittlungsverfahrens kommt zu einem politisch sensiblen Zeitpunkt. Der Bundesrat muss dem vom Bundestag gebilligten Steuerabkommen mit der Schweiz noch zustimmen. Die von SPD oder Grünen angeführten Landesregierungen drohen allerdings mit Blockade. Prompt reagierte der Finanzminister Baden-Württtembergs, Nils Schmid (SPD), am Donnerstag und sagte: „Alles, was das Vertrauen in die Schweizer Banken untergräbt, versetzt dem Abkommen in dieser Form den Todesstoß.“ Dem Bericht zufolge sollen Kapitalanleger über ein internes Verrechnungskonto der UBS Gelder am Fiskus vorbei in die Schweiz transferiert haben. Lintz sagte, die Staatsanwaltschaft sei durch einen Einzelfall aufmerksam geworden und ermittle seit März 2012. Im Mai habe es Durchsuchungen der Geschäftsräume der Großbank gegeben. Die Auswertung der Daten dauere noch an. UBS dementierte im September Hilfe für Steuerflüchtlinge Sollte sich der Verdacht erhärten, wäre es für die Bank doppelt peinlich. „Wir bieten deutschen Kunden keine Steuerberatung und keine Unterstützung bei Handlungen zur Steuerumgehung“, hatte sie noch im September in einer Stellungnahme für den Deutschen Bundestag erklärt. Bei der Bank war zunächst niemand für eine Stellungnahme zu erreichen. Für sie kommt es derzeit ganz dick. Ende Oktober kündigte die Bank an, ihr Investmentgeschäft drastisch zu verkleinern und bis 2015 weltweit fast 10.000 Arbeitsplätze – oder 15 Prozent ihres Personals – einzusparen. Ein Händler der Bank muss sich derzeit vor Gericht verantworten. Ihm wird vorgeworfen, rund 2,3 Milliarden Dollar (1,8 Milliarden Euro) verspekuliert zu haben soll. Er verteidigte sich mit dem enormen Druck, der auf ihm gelastet habe. Das Steuerabkommen mit der Schweiz soll nach Passieren des Bundesrates 2013 in Kraft treten und sieht vor, in der Schweiz geparktes unversteuertes Vermögen pauschal mit 21 bis 41 Prozent zu besteuern. Deutsche Behörden erhalten zudem ein erweitertes Auskunftsrecht bei der Schweizer Finanzverwaltung. SPD, Linke und Grüne halten das Abkommen für unzureichend. dapd (Politik/Wirtschaft)

Ein Kontinent ohne Sozialstaat und Demokratie

Ein Kontinent ohne Sozialstaat und Demokratie Brüssel (dapd). Die Linke hat den Auftritt von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) vor dem Europäischen Parlament scharf kritisiert. „Noch nie hat Merkel so offen gezeigt, dass sie nichts mit den demokratischen Wurzeln der europäischen Idee am Hut hat“, betonte Parteichef Bernd Riexinger am Donnerstag in Berlin. Merkels Vision von Europa sei „ein Kontinent ohne Sozialstaat und Demokratie“ und „Merkels EU“ sei „ein Beamtenapparat, der gegen die Bürger regiert“. Merkel hatte am Mittwochabend vor dem EU-Parlament in Brüssel unter anderem für eine vertiefte Währungsunion mit Durchgriffsrechten für Brüssel geworben. Ferner plädierte sie dafür, die EU-Kommission langfristig zu einer europäischen Regierung zu machen. Riexinger bemängelte, unter Merkels Führung sei Europa in den vergangenen fünf Jahren ein Kontinent geworden, „in dem Politik mit Erpressungen, Drohungen und Angst gemacht wird. Das ist Europa zum Abgewöhnen.“ Der Linksparteichef forderte für Europa „einen demokratischen Neuanfang für Arbeit und soziale Gerechtigkeit“. Mehr Europa gebe es nur mit einer europäischen Verfassung, die im Dialog mit den Bürgern erarbeitet und durch eine europäische Volksabstimmung verabschiedet werde. „Das ist das genaue Gegenteil des Europas der verschlossenen Türen, das Merkel will“, sagte Riexinger und fügte hinzu: „Europa braucht mehr Demokratie und weniger Merkel.“ dapd (Politik/Politik)

Optikerkette Fielmann will noch mehr Marktanteile

Optikerkette Fielmann will noch mehr Marktanteile Hamburg (dapd). Deutschlands führende Optikerkette Fielmann peilt noch größere Marktanteile in Deutschland an. „Wir expandieren weiter, werden in diesem Jahr zusätzliche Geschäfte eröffnen“, teilte das Unternehmen in einem Zwischenbericht am Donnerstag in Hamburg mit. Ende September hatte der Hamburger Filialist, von dem etwa jede zweite neue Brille in Deutschland stammt, 665 Niederlassungen und damit sechs mehr als ein Jahr zuvor. Wachstumschancen sieht Fielmann laut dem Bericht vor allem im Geschäft mit Gleitsichtbrillen und Sonnenbrillen sowie auch bei Hörgeräten und Kontaktlinsen. „Für 2012 erwartet Fielmann eine Ausweitung seiner Marktanteile. Die ersten drei Quartale des laufenden Geschäftsjahres stimmen uns optimistisch“, hieß es. Im dritten Quartal verkaufte Fielmann 1,8 Millionen Brillen, das waren 100.000 mehr als im entsprechenden Vorjahresquartal. Der Konzernumsatz stieg auf 285,6 Millionen Euro von gut 272 Millionen Euro vor einem Jahr. Der Gewinn nach Steuern sank leicht auf 38,4 Millionen Euro. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)

Woidke räumt Fehler bei Wiedergutmachung von SED-Unrecht ein

Woidke räumt Fehler bei Wiedergutmachung von SED-Unrecht ein Potsdam (dapd). Innenminister Dietmar Woidke (SPD) hat Versäumnisse beim Umgang mit SED-Opfern in Brandenburg eingeräumt. Das Land hätte früher eine Diktaturbeauftragte einsetzen oder die Rehabilitierungsbehörde personell aufstocken sollen, sagte er der „Märkischen Oderzeitung“. Anfang der 1990er Jahre habe es gewaltige soziale und politische Probleme gegeben. „Da geriet Manches vielleicht zu sehr aus dem Blick.“ Selbstkritik sei „durchaus am Platz“. In Brandenburg gibt es laut Woidke bislang über 21.000 Rehabilitierungsfälle. 1.000 davon sind noch unerledigt, jährlich kommen etwa 280 neue Anträge hinzu. Die Antragsfrist läuft 2019 aus. dapd (Politik/Politik)

Deutlich weniger offene Stellen im dritten Quartal

Deutlich weniger offene Stellen im dritten Quartal Nürnberg (dapd). Die Zahl der offenen Stellen ist im dritten Quartal deutlich zurückgegangen. Sie lag mit 863.000 um 56.000 oder sechs Prozent unter dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum, wie das Nürnberger Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) am Donnerstag nach der Befragung von 9.000 Arbeitgebern aller Wirtschaftsbereiche mitteilte. Demnach gab es in Westdeutschland 731.000 und in Ostdeutschland 132.000 offene Stellen. Die Zahl der sofort zu besetzenden Jobs blieb laut IAB mit 684.000 nahezu konstant, die der später zu besetzenden Stellen sank dagegen um ein Fünftel auf 179.000. Nach Einschätzung von IAB-Autorin Anja Kettner zeigt dies die unsicheren Erwartungen der Unternehmer über die weitere Entwicklung der Eurokrise und der Absatzmärkte. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)

Umsatz von Phoenix Solar bricht ein

Umsatz von Phoenix Solar bricht ein Sulzemoos (dapd). Phoenix Solar hat im dritten Quartal einen weiteren massiven Umsatzeinbruch hinnehmen müssen. Die Erlöse des Großhändlers von Photovoltaik-Anlagen gingen von Juli bis September im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 64 Prozent auf 40,8 Millionen Euro zurück, wie das Unternehmen am Donnerstag im oberbayerischen Sulzemoos mitteilte. Phoenix Solar litt weiter unter einer schwachen Nachfrage nach Solaranlagen und dem heftigen Preiskampf. Den Nettoverlust verringerte das Unternehmen nach dem Abbau von 60 Prozent der Arbeitsplätze dagegen von 13,3 Millionen Euro auf 4,0 Millionen Euro. In den ersten neun Monaten habe sich das Minus im Jahresvergleich von 40,1 Millionen auf 22,1 Millionen Euro reduziert, hieß es. Das Unternehmen hatte sich bis August von 170 der mehr als 300 Beschäftigten in Deutschland getrennt. Für das Gesamtjahr hatte Phoenix Solar seine Umsatzerwartungen bereits im Oktober deutlich zurückgeschraubt. Statt 210 bis 240 Millionen Euro erwartet das Solarunternehmen nur noch Erlöse zwischen 150 und 170 Millionen Euro. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)