Pressefoto zur geplanten Auracast-Infrastruktur der TH OWL
Die TH OWL bereitet den Einsatz von Auracast in Vorlesungs- und Veranstaltungsräumen vor. Foto: TH OWL

TH OWL bereitet zehn Auracast-Transmitter für Hörsäle vor

Die Technische Hochschule Ostwestfalen-Lippe (TH OWL) in Lemgo bereitet den Einbau von zehn Auracast-Transmittern in Vorlesungs- und Veranstaltungsräumen vor. Auracast an der TH OWL soll den Zugang zu Audiosignalen für Menschen mit Hörunterstützungsbedarf sowie weitere Nutzende erweitern.

Pilotprojekt als Grundlage für den Betrieb

Dem geplanten Einbau ging nach Angaben der Hochschule ein knapp einjähriges Pilotprojekt voraus. Bei Auracast an der TH OWL arbeiten Medien- und Informationstechnik des S(kim), Gebäudemanagement und Inklusionsbüro zusammen. Die beteiligten Bereiche sollen Anforderungen an Zugänglichkeit, technische Netze, Räume und betriebliche Abläufe in einem gemeinsamen Betriebskonzept zusammenführen.

Benjamin Weber, Vertrauensperson der schwerbehinderten Menschen an der Hochschule, beschreibt den nächsten Schritt so: „Wir testen nicht mehr, ob ein Sender funktioniert. Wir prüfen, wie daraus ein verlässlicher Hochschuldienst wird“.

Direkter Empfang über Bluetooth LE Audio

Auracast ist eine Funktion von Bluetooth Low Energy Audio (Bluetooth LE Audio). Die Technik ermöglicht es, dass ein Raum ein Audiosignal bereitstellt, das geeignete Geräte in Reichweite gleichzeitig empfangen können. Als Empfangsgeräte nennt die TH OWL kompatible Hörgeräte, Cochlea-Implantate, Kopfhörer und professionelle Leihempfänger.

Das zusätzliche Signal soll die Verständlichkeit weniger abhängig von Sitzplatz, Entfernung zur Lautsprecheranlage und Raumakustik machen. Persönliche Hörgeräte oder Kopfhörer werden dabei nicht ersetzt, sondern erhalten einen weiteren Zugang zum Ton einer Vorlesung oder Veranstaltung.

Leihempfänger für nicht kompatible Hörsysteme

Nicht alle persönlichen Hörsysteme können Auracast-Broadcasts nach Angaben der TH OWL bereits unmittelbar empfangen. Die Hochschule plant deshalb neben den Sendern professionelle Leihempfänger und Adapter, darunter Induktionsschleifen zum Umhängen. Auch Menschen mit älteren oder noch nicht kompatiblen Hörsystemen sollen das Angebot nutzen können.

Information, individuelle Beratung und die Ausleihe sollen über das Inklusionsbüro und dessen Hilfsmittelpool organisiert werden. Für den Betrieb will die Hochschule zudem kenntlich machen, in welchen Räumen das Angebot verfügbar ist, welche Empfangsmöglichkeiten bestehen und wo Unterstützung erreichbar ist.

Unterschiedliche Betriebsformen vorgesehen

Zunächst soll Auracast an der TH OWL in Vorlesungen und hochschulöffentlichen Veranstaltungen eingesetzt werden. Für offene sowie geschützte Situationen bereitet die Hochschule unterschiedliche Betriebsformen vor. Dabei berücksichtigt sie nach eigener Darstellung Anforderungen von Datenschutz und Informationssicherheit, etwa bei Prüfungen, Beratungen oder Vorstellungsgesprächen.

Nach einer erfolgreichen Einführung nennt die TH OWL weitere mögliche Einsatzbereiche, darunter Sitzungen und ausgewählte Verwaltungsformate. Perspektivisch könnten auch alternative Tonangebote wie Übersetzungen oder Simultandolmetschung hinzukommen.

Projektlink: Auracast an der TH OWL

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