Visualisierung der Reaktivierung der Siemensbahn in Berlin mit Trasse, Gleisen und Baukränen am Gewässer
Visualisierung zur Wiederbelebung der Siemensbahn in Berlin. Foto: DB InfraGO AG

Wiederbelebung der Siemensbahn: PORR setzt Vergabepaket für Berliner Mobilitätswende um

Die Siemensbahn in Berlin wird nach mehr als 40 Jahren Stillstand reaktiviert. Im Rahmen des Projekts „i2030 – Mehr Schiene für Berlin und Brandenburg“ entsteht eine moderne, leistungsfähige Verbindung zwischen Jungfernheide und Gartenfeld. Die Deutsche Bahn setzt dabei auf das Partnerschaftsmodell Schiene. Vertragspartnerin für das Vergabepaket 2 „KIB Neubau“ ist die PORR.

Historische Strecke wird Teil neuer Verkehrsachsen

Die Siemensbahn wurde 1929 eröffnet, um die Siemensstadt besser anzubinden. Nach kriegsbedingten Einschnitten und dem S-Bahn-Boykott im Zuge des Mauerbaus wurde die Strecke 1980 stillgelegt. Mit der Reaktivierung soll die Verbindung heute wieder Mobilitätsbedürfnisse und Stadtentwicklung unterstützen – unter anderem mit Blick auf den Innovations- und Wohnstandort Siemensstadt Square.

Die Gesamtmaßnahme verläuft im Nordwesten Berlins auf rund 4,5 Kilometern und führt von Westhafen über Jungfernheide durch Charlottenburg und die Siemensstadt bis nach Gartenfeld.

Visualisierung der Siemensbahn in Berlin mit geplanten Brückenbauwerken über das Wasser
Geplante Ingenieurbauwerke im Zuge der Reaktivierung der Siemensbahn. Foto: DB InfraGO AG

Umfangreiches Leistungspaket: Ingenieurbau, Erdbau, Logistikflächen

Das Vergabepaket 2 „KIB Neubau“, das die ARGE PORR – KEMNA BAU – MCE verantwortet, umfasst die Herstellung sämtlicher Ingenieurbauwerke. Dazu zählen Eisenbahnbrücken, Bahnhöfe, Fußgängertunnel, Lärmschutzwände und Stützbauwerke – sowohl im Abschnitt zwischen Westhafen und den „Unteren Spreebrücken“ als auch im Bereich des Bahnhofs Gartenfeld. Ergänzend beinhaltet das Paket Erdbau- und Tiefbauleistungen sowie die Erschließung und Herstellung von Logistikflächen für die Gesamtmaßnahme.

Partnerschaftsmodell Schiene: gemeinsame Planung von Beginn an

Beim Projekt Siemensbahn kommt das Partnerschaftsmodell Schiene in der Region Ost zum Einsatz. Der Ansatz setzt auf integrierte Zusammenarbeit: Planung und Umsetzung werden von Beginn an gemeinsam und fachübergreifend organisiert. Ziel ist, Synergien zu nutzen, Qualität zu sichern und Termine sowie Kosten verlässlich zu steuern.

Herausforderung innerstädtische Baulogistik – inklusive Denkmalschutz und Spree

Die Arbeiten erfolgen im innerstädtischen Umfeld, teils entlang bestehender und in Betrieb befindlicher Gleisanlagen. Das erfordert eine präzise Logistikplanung und die Umsetzung zahlreicher Leistungen innerhalb enger Sperrpausen. Hinzu kommen Eingriffe in Bestandsbauwerke mit denkmalpflegerischen Anforderungen sowie Arbeiten im Bereich der Spree. Bereits in der Angebotsphase wurde ein BIM-Modell entwickelt, um die komplexe Logistik frühzeitig zu berücksichtigen und die Ausführung effizient vorzubereiten.

Einordnung für die Bau- und Infrastrukturbranche

Großprojekte wie die Siemensbahn zeigen, wie stark Infrastrukturvorhaben heute von frühen, partnerschaftlichen Planungsansätzen sowie digitaler Baustellen- und Logistikplanung geprägt werden. Das ist auch für Bau- und Ingenieurbetriebe in NRW und Norddeutschland relevant – insbesondere dort, wo Bauabläufe in engen Zeitfenstern, unter Betrieb oder unter Denkmalschutzbedingungen stattfinden.

Unternehmenslink: https://porr.de

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